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Bundes-Silber für das Golddorf

Jubel im Achterhoek: Auch wenn erst einmal „nur“ die Bekanntgabe durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erfolgte, dass der Achterhoek im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Bundesebene mit Silber ausgezeichnet wurde, war die Freude bei der Dorfgemeinschaft riesengroß. Die Siegerehrung findet im Januar 2017 auf der Grünen Woche in Berlin im Rahmen eines großen Dorffestes statt.
Mit wirtschaftlichen Initiativen, sozialen und kulturellen Aktivitäten, einem zukunftsweisenden Konzept sowie mit der aktiven Beteiligung der Bürger an Planung und Gestaltung des Dorfes und der Umgebung hat sich der Achterhoek bei 2400 Bewerbungen aus ganz Deutschland als Bundessieger Silber durchgesetzt. Nach der Gold-Ehrung auf Kreisebene (2011 und 2014), Bronze (2012) und Gold (2015) auf Landesebene ist dies die bisher höchste Auszeichnung für den Ort, der sich durch seine großflächige, niederrheinische Streusiedlung zudem in besonderer Weise präsentiert.
Nicht nur die Freude, sondern auch das öffentliche Interesse war groß. Zum zweiten Mal kam der WDR mit einem Übertragungsteam in den Achterhoek. Reporterin und Autorin Jessika Westen brachte in vier Fahrzeugen zwei Kameraleute, einen Bildtechniker, eine Tontechnikerin, einen Beleuchter, eine Aufnahmeleitung und mehrere Kabelhilfen für einen Bericht mit. Nach einer Vorbesprechung und einem gemütlichen Kaffeetrinken mit selbst gebackenen Kuchen in Gertrud Baakens Garten ging es zum Dorfplatz.
Hier hatten sich knapp 100 der 481 Bewohner eingefunden. Unter ihnen Jutta Eickhoff, die für soziale und kulturelle Aktivitäten Ansprechpartnerin im Wettbewerb war, Johannes Baaken, der für Grüngestaltung und „Dorf in der Landwirtschaft“ Auskunft geben konnte, Willi Gietmann, der für Konzeption und Umsetzung verantwortlich zeichnete, und viele weitere, die den Achterhoek präsentiert hatten, darunter auch Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg. Aber nicht nur diesen Aktiven wurde gratuliert. Alle Achterhoeker haben diese Auszeichnung gemeinschaftlich erarbeitet und verdient. Alle konnten sich gegenseitig gratulieren und über den großen Erfolg bei Grillwürstchen und Getränken, bezahlt aus der Gemeinschaftskasse, freuen.
In der Sendung „Lokalzeit Duisburg“ gab es dann eine Liveschaltung von etwas mehr als drei Minuten. Darin plauderte Jessika Westen, unterbrochen durch Einspieler von Bildern des Achterhoek, mit den Anwesenden über den Erfolg und richtete die Zukunftsfrage besonders an junge Achterhoeker. Für diese war klar, dass sie weiter in der dörflichen Gemeinschaft wohnen bleiben, da nicht nur die Wohnqualität im Grünen hervorragend ist, sondern auch berufliche Perspektiven vorhanden sind. Für alle, die sich die Sendung mit dem Bericht ansehen möchten, steht dieser bereit unter www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duisburg.
Bürgermeister Dr. Dominik Pichler gratulierte per Facebook zu dem großen Erfolg: „Jetzt ist es amtlich: Der Achterhoek hat beim Wettbewerb ´Unser Dorf hat Zukunft´ nach Landesgold auch noch Bundessilber gewonnen! Hierzu meinen herzlichen Glückwunsch! Ich habe gesehen, was dort alles erreicht wurde, und weiß daher, dass das Bundessilber redlich verdient ist. Super!“

Scheunenbrand in Kevelaer

In Keylaer ereignete sich am Sonntagvormittag ein Scheunenbrand auf der Jan-van-Geystern-Straße. Die circa 600 Quadratmeter große Scheune wurde als Heu- und Strohlager genutzt und stand bei Eintreffen der Feuerwehr bereits in Vollbrand.
Aufgrund der dezentralen Lage des Hofes gestaltete sich die Wasserversorgung schwierig. Zur Bewältigung der langen Wegstrecken wurden zwei Schlauchwagen der Feuerwehr Weeze und Walbeck hinzugezogen, die über vier Kilometer lange Löschwasserleitungen verlegten.
20 Schafe, die vom Rauch auf einer anliegenden Wiese eingeschlossen wurden, musste mit Hilfe mehrere Anwohner in Sicherheit gebracht werden. Parallel bauten fast 60 Feuerwehrleute aus den Löschzügen Kevelaer und Twisteden diverse Löschleitungen und Wasserwerfer auf, um den Brand einzudämmen. Nachbarscheunen und -gebäude wurden vom Feuer abgeschirmt und gesichert. Personen und Tiere kamen nicht zu Schaden.
Wehrleiter Metzelaers lobte die tatkräftige Unterstützung der Anwohner und benachbarten Landwirte. Sie halfen vor allem mit Traktoren und Teleskopladern das Brandgut aus der Scheune zu ziehen und die Wasserwerfer auf den durchnässten Wiesen zu positionieren. Seit den Nachmittagsstunden reduzierten sich die Aufgaben auf das Nachlöschen von Glutnestern. Der Einsatz endete um kurz nach Mitternacht.
Im Einsatz waren neben 82 Kräften der Löschzüge Kevelaer, Winnekendonk, Twisteden und Wetten auch Feuerwehrleute aus Weeze und Walbeck, der Rettungsdienst des Kreises Kleve, Polizei und Kriminalpolizei sowie das Ordnungsamt Kevelaer.
Brandursache und genaue Schadenshöhe waren am Montag weiterhin unbekannt. Die Kriminalpolizei hat die Brandursachenermittlung bereits begonnen.

Babyboom im Kreis Kleve

In Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr so viele Babys zur Welt gekommen wie seit 13 Jahren nicht mehr. Das Statistische Bundesamt zählte 3,5 Prozent mehr Geburten als im Jahr zuvor. Im Klever St.-Antonius-Hospital setzt sich dieser Trend auch 2016 fort – und zwar mit Nachdruck: 538 Geburten meldet die Frauenklinik des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums für die ersten sechs Monate des Jahres 2016, ein Zuwachs von mehr als 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Für Dr. Lubos Trnka, Chefarzt der Frauenklinik im St.-Antonius-Hospital, ist dies neben der Bestätigung eines landesweiten Trends auch die Bestätigung der ausgezeichneten Versorgungsqualität. „Die Mütter und Väter, die Familien fühlen sich bei uns wohl und sicher. Wir verfügen über mehrere Entbindungszimmer mit räumlich integriertem Kreißsaal, Operationssaal und einer von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie Neonatologie geführten Neugeborenen-Intensivabteilung“, informiert der erfahrene Mediziner. „Die Neugeborenen-Intensivabteilung liegt in unmittelbarer räumlicher Nähe zum Kreißsaal, ein erfahrener Kinderarzt ist rund um die Uhr in Minutenschnelle verfügbar.“
An jedem 2. Dienstag im Monat lädt das Team der Frauenklinik zu einem Info-Abend rund um die Geburt ein. Der Abend beginnt mit einem Vortrag in der Cafeteria. Im Anschluss haben werdende Mütter und ihre Angehörigen die Möglichkeit zur Besichtigung der Kreißsäle und der geburtshilflichen Abteilung. Hebammen und Ärzte stehen für Fragen zur Verfügung. Der nächste Info-Abend findet statt am 12. Juli 2016. Beginn ist um 19.30 Uhr. Treffpunkt ist der Haupteingang des St.-Antonius-Hospitals.

Hospiz Wetten – kein dunkler Ort

„Hospiz hat ursprünglich nichts mit der Begleitung sterbender Menschen zu tun, sondern war, wie die Bedeutung ‚Herberge‘ schon erahnen lässt, ein Ort, an dem Menschen übernachteten oder für eine kurze Zeit wohnten“, erklärt Birgitt Brünken, seit fast 20 Jahren ist Leiterin des Hospizes und 1. Vorsitzende des Hospiz Verein Kevelaer. „Heute bezeichnet man Häuser, in denen Menschen für kurze Zeit leben und soweit eben möglich selbstbestimmt sterben möchten, als Hospiz“.
Die Kostenübernahme erfolgt in der Regel durch die Krankenkasse, wobei ein Arzt bescheinigen muss, dass die Lebenserwartung nicht über einem halben Jahr liegt und der Gast nicht in einem Altenheim wohnt. Wer bereits in einem Pflegeheim versorgt wird, kann im Normalfall nicht ins Hospiz wechseln. Ausnahmen sind möglich, müssen aber mit dem Kostenträger zuvor abgeklärt werden.
Im Wettener Hospiz gibt es zehn Betten, in denen nicht etwa Patienten liegen, sondern Gäste. Diese Gäste werden von 16 hauptamtlichen und 28 ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut. Jährlich sind im Wettener Hospiz etwa 120 zu Gast, von denen der größte Teil auch verstorben ist. Das Durchschnittsalter der Gäste liegt bei 64 Jahren, der Aufenthalt um die 23 Tage. Die medizinische Versorgung wird durch ortsnahe Palliativ-Mediziner sichergestellt, die mit den Hausärzten zusammenarbeiten. Es wird alles getan, um den Gästen Erleichterung im Sterbeprozess zu ermöglichen. Sterbehilfe ist im Hospiz keine Option.
Eine ganz spezielle Betreuungskraft ist aus der Arbeit nicht mehr wegzudenken. Immer wenn Barbara Holloh, Krankenschwester und stellvertretende Hausleitung im Dienst ist, ist auch ihre Hündin Bella, ein Labradoodle, im Haus. Dieser Hybridhund verliert keine Haare und seine Haare sind für Allergiker auch keine Gefahr. Bella „arbeitet“ als Therapiehund mit den Gästen, geht in allen Zimmern, in denen sie gewünscht wird, ein und aus. Das Tier bereitet vielen Menschen in ihren letzten Tagen schöne Momente. Als Dank bekommt Bella neben ihrem Futter so viel Streicheleinheiten, wie man sich es kaum vorstellen kann.
Welche Vorlieben und Abneigungen hat ein Gast, welche Wünsche hat er noch, welche Begleitung und von wem, wünscht er sich, wenn er seinem Abschied entgegengeht? Was möchte er gerne angezogen bekommen, nachdem er verstorben ist? Diese und viele weitere Fragen werden mit den Gästen besprochen. Es kommt keine bedrückende Atmosphäre auf, wie es zu erwarten wäre, wenn man das Hospiz betritt. Helle Räume, fröhlich wirkende Bilder und gemütliche Sitzecken, ein großes Wohnzimmer und ein schön angelegter Garten wirken einladend. Wenn Birgitt Brünken über einige Erinnerungen (natürlich ohne Namen zu nennen) berichtet, verleitet dies zum Schmunzeln und sogar zum Lachen. Da gibt es Geschichten von Haustieren, die Gäste mitgebracht hatten. Besonders in Erinnerung hat sie noch den Papagei, der Türen öffnen konnte und Katheterbeutel aufgepickt hat.
Sie erinnert sich an einen Gast, der gleich seine 20-köpfige Familie dabei hatte. Sie berichtete, dass jeder Gast seine eigenen Möbel mitbringen kann und von dem Versuch, einen liebgewonnenen Küchenschrank während eines Aufenthaltes blau zu streichen. Dann erzählte sie, dass sie besonderen Wert darauf legt, dass alle Gäste zum Ende ihres Lebens hin noch einmal das machen dürfen, wonach ihnen ist. So gab es im Hospiz schon Erstkommunionen, Eheschließungen, Pferde in Gartentüren, Einkaufstouren durch den Ort im Pflegebett, Reisen zur Nordsee und sogar einen Flug zur weit entfernten Verwandtschaft.
Bei allen Aktivitäten und bei aller „normaler Stimmung“ stehen die Bedürfnisse und die Würde der Gäste im Vordergrund. „Hospizarbeit ist eben individuell und fantasievoll“, meint Brünken lachend.
An jeder Wand kann man Fotocollagen aus dem Hospizalltag entdecken. Auch längst verstorbene Gäste haben hier noch immer ihren Platz.
Im Eingangsbereich steht eine Kerze, die angezündet wird, wenn ein Gast verstorben ist. Daneben steht ein großes Glas, das mit Blütenblättern gefüllt ist. Diese Blütenblätter, erklärt die Hausleitung, legen sie und die Mitarbeiter auf das Bett des gerade Verstorbenen und sammeln sie wieder ein, nachdem dieser das Hospiz verlassen hat. Die Blütenblätter heben sie in diesem Glas auf, um sie, wenn das Glas gefüllt ist, gemeinsam im Garten zu verstreuen. Dies zeigt, dass man auch nach 20 Jahren in der Hospizarbeit nicht abstumpft und noch immer um Gäste trauert.
Viele Gespräche im Team und, wenn nötig auch mit Supervisoren, helfen den Mitarbeitern ihre Arbeitserlebnisse zu bewältigen. Bei aller Nähe zu den Gästen und den befriedigenden Gedanken, ihnen ein würdiges Leben und Sterben ermöglicht zu haben, muss eine gesunde Distanz gehalten werden, um diese Arbeit auf Dauer durchführen zu können. (jvdh)

Winnekendonk feiert das wichtigste Dorffest des Jahres

„Lange bevor ,Whats App‘ erfunden wurde, hat man die Kirmes erfunden“, begrüßte Rüdiger Göbel (Foto 2.v.l.) als Präsident der Geselligen Vereine die zahlreichen Winnekendonker, die am Montagnachmittag zur Festkettenübergabe in den Bürgerpark gekommen waren. Die Kirmes sei „das größte Fest, das man im Dorf feiern“ könne. Hier zeigten sich „tiefe Verbundenheit und Freundschaft und das sollten wir genießen“. In seinem Grußwort glänzte Bürgermeister Dr. Dominik Pichler (l.) ob des teilweise ausfallenden Mikrofons mit einem Bonmot: „Dann können Sie nach meiner Rede sagen: ,Eine typische Politiker-Rede, ich habe nur die Hälfte verstanden.‘“
Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg (r.) wusste hernach viel aus dem Leben des Festkettenträgers Wolfgang Hebben und seiner Adjutantin Sonja Blenkers zu berichten, insbesondere aus dem Musikverein als festgebendem Verein. Beide sind „ausgestattet mit viel Taktgefühl“, sagte Kronenberg, „sind im Verein umfassend aktiv und haben sich bis heute die Liebe zur Musik bewahrt.“
Dann wurde es ernst für den diesjährigen Festkettenträger: Der Musikverein spielte einen Tusch und unter den wohlwollend-wachsamen Augen seiner Frau Steffi (2.v.r.) und seines Söhnchens Jonas legten ihm Göbel und Kronenberg die große, schwere Festkette um. Wolfgang Hebben war sichtlich ergriffen. „Noch vor zehn Tagen war nicht an die Kirmes zu denken“, erinnerte er an das Unwetter und seine Folgen. Doch die Nachbarn hätten sich tatkräftig gegenseitig geholfen, lobte auch er die Verbundenheit der Winnekendonker. „Es macht so viel Spaß, Teil dieser Gemeinschaft zu sein.“ Anschließend folgten der fröhliche Festumzug durch das Dorf und der anschließende Festball im Zelt. Mit dem Verbrennen der Kirmespopp endete die Kirmes am späten Dienstagabend. (nick)
Fotogalerie der Festkettenübergabe und des Festumzugs

Kiesindustrie: Besseren Hochwasserschutz ermöglichen

Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen haben gezeigt, wie notwendig vorbeugende Hochwasserschutzmaßnahmen am Niederrhein sind. Viele Keller sind vollgelaufen und viele Ernten zerstört. Meteorologen weisen darauf hin, dass wir uns künftig auf mehr Starkregenereignisse einstellen müssen. Damit ist klar: Der vorbeugende Hochwasserschutz am Niederrhein muss von den Verantwortlichen und den Betroffenen zu einem Topthema gemacht werden. Zu dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe wollen und können auch die Unternehmen der Kies- und Sandindustrie einen wichtigen Beitrag leisten.
Hochwasserschutzmaßnahmen, die zusammen mit der Kiesindustrie bzw. durch die Kies- und Sandgewinnung geschaffen wurden, haben bereits einen entscheidenden Beitrag zum Hochwasserschutz in der Region geleistet. So trug beispielsweise die systematische Flutung des Baggersees in Werth dazu bei, die Issel zu entlasten. Diese hatte zu Spitzenzeiten einen viermal so hohen Pegelstand wie normalerweise. Das durch die Kiesgewinnung entstandene Reeser Meer nahm Wasser aus dem Hinterland zwischen Bislich und Rees auf. Über vier Millionen Kubikmeter wurden aus der Haffen’schen Landwehr abgeleitet – Wasser, welches sonst enorme Schäden angerichtet hätte oder mit großem Kostenaufwand in den Rhein hätte gepumpt werden müssen. Das Reeser Meer hätte sogar noch weitere Kapazitäten gehabt, denn es darf bis zu einer Höhe von 15,4 Metern angestaut werden.
Neben der Bereitstellung von Baggerseen für die Flutung im akuten Hochwasserfall, haben die Kies- und Sandunternehmen in den letzten Jahrzehnten bereits vielfach bei Hochwasserschutzmaßnahmen am Niederrhein mitgearbeitet. So wurden die Rheinvorländer nach Auskiesung in Bereichen drei bis vier Meter tiefer gelegt. Durch diese Landschaftsgestaltung hat die Kiesindustrie zusätzlichen Retentionsraum für über zehn Millionen Kubikmeter Wasser geschaffen. Weitere Beispiele sind der Orsoyer Rheinbogen, Lohrwardt sowie der Lippemündungsraum. Für den vorbeugenden Hochwasserschutz haben das Land und damit die Steuerzahler bereits viel Geld investiert, im Vergleich zum Katastrophenfall jedoch ein Vielfaches gespart. Ein nicht zu vernachlässigender Nebeneffekt bei einer Zusammenarbeit mit der Kiesindustrie: Die Kosten des effektiven Hochwasserschutzes konnten durch die Kooperation mit Kies- und Sandunternehmen deutlich verringert werden.
„Die Kies- und Sandunternehmen am Niederrhein haben viele gute Konzepte zum Hochwasserschutz, aber die Realisierung von Maßnahmen ist seit einigen Jahren ins Stocken geraten“, erklären Michael Schulz und Michael Hüging-Holemans, Koordinatoren des Initiativkreises „Zukunft Niederrhein“. Grund dafür sei, dass die zuständige Planungsbehörde auf einer regionalplanerischen Ausweisung bestehe. Dadurch werde die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Deichverbänden und den Kies- und Sandunternehmen beim Thema Hochwasserschutz enorm erschwert. Die Häufung der Starkniederschlagsereignisse müsse hier zu einem Umdenken führen. „Die Politik sollte angesichts der folgenschweren Auswirkungen der Naturereignisse doch daran interessiert sein, regionalplanerische Hürden auszuräumen, um Hochwasserschutzprojekte schnellstmöglich zu realisieren. Die Kies- und Sandunternehmen am Niederrhein stehen mit ihrer Erfahrung und ihrem Know-how sofort für weitere Kooperationen bei Hochwasserschutzprojekten zur Verfügung“, so Schulz und Hüging-Holemans.
Mehr Informationen zum Thema Kiesgewinnung und Hochwasserschutz finden Sie hier:
www.zukunft-niederrhein.de/hochwasserschutz/

Qualität des Niers-Express für VRR nicht zufriedenstellend

Auf der Regionalexpresslinie 10, die zwischen Kleve und Düsseldorf verkehrt, kam es in der Vergangenheit und kommt es aktuell immer wieder zu erheblichen verkehrlichen Einschränkungen durch Zugausfälle und infrastrukturelle Schäden. Dies führt zu Fahrgastbeschwerden, die insbesondere die Pünktlichkeit, den Zustand der technischen Einrichtungen im Zug und die Fahrgastinformation im Störungsfall bemängeln. Obwohl der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) durch die Beschaffung von vier zusätzlichen Fahrzeugen deutlich verbesserte Voraussetzungen für einen reibungslosen Betriebsablauf geschaffen hat, konnte die Situation nicht wesentlich gelindert werden. Bereits Anfang 2016 forderte der VRR den Infrastrukturbetreiber DB Netz AG und das Eisenbahnverkehrsunternehmen NordWestBahn (NWB) eindringlich auf, die Qualität auf der RE10 deutlich zu verbessern.
Mittlerweile gab es auch Gespräche mit politischen Vertretern des Kreises Viersen, die von DB Netz und NordWestBahn über Verbesserungsmaßnahmen für eine höhere Betriebsqualität des Niers-Express informiert wurden. Darin teilten DB Netz und die NWB mit, welche Maßnahmen zur nachhaltigen Qualitätsverbesserung getroffen wurden. Hierbei konnte festgestellt werden, dass durch einen konstruktiven Dialog, regelmäßige Abstimmungsgespräche und eine engere Zusammenarbeit der beiden Häuser eine Verbesserung des Betriebes auf der Linie angestrebt wird. Auch bei Baustellenverkehren stimmen sich die DB Netz und Nordwestbahn künftig intensiver ab. Störungen an und in den Fahrzeugen konnte die NWB bereits deutlich reduzieren. Trotz aller Bemühungen kam es in den vergangen Wochen wieder vermehrt zu Ausfällen und massiven Verspätungen.
„Qualitativ hochwertige Leistungen sind im Schienenpersonennahverkehr die Grundlage für zufriedene Fahrgäste und die dauerhafte Akzeptanz des ÖPNV bei den Nahverkehrskunden“, betonte Martin Husmann, Vorstand des VRR gegenüber den Vertretern des Kreises Viersen Udo Schiefner, MdB (SPD), Dr. Marcus Optendrenk, MdL (CDU), Volker Rübo, Bürgermeister der Stadt Kempen und Kreis Viersens Kämmerer und VKV-Geschäftsführer Thomas Heil sowie dem Leiter Vertrieb der DB Netz AG, Hans Mattevi und Dr. Rolf Erfurt, Geschäftsführer der NordWestBahn und appellierte an DB Netz und insbesondere an NWB, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und die Probleme in den Griff zu bekommen.
Gemeinsam erwarten die Vertreter des Kreises, dass diese, für die Fahrgäste unhaltbare Situation, kurzfristig behoben wird und sehen im SPNV eine wichtige Daseinsvorsorge. Auch in Zeiten knapper öffentlicher Kassen stellt sich der Landkreis der Verantwortung für den SPNV und fordert im Gegenzug aber auch ein verlässliches, qualitativ gutes Nahverkehrsangebot.
Anfang Juli werden weitere Maßnahmen für einen erhöhten Kundenservice ergriffen. So fährt das Service- und Sicherheitspersonal auf bestimmten Zügen der der Linie ab 16:00 Uhr in Doppelbesetzung mit. Zudem ist perspektivisch geplant, alle Bahnübergänge auf einen signalgesteuerten Betrieb zu bringen. Für die komfortable Kundeninfo ist ein DFI-Anzeiger am Bahnhof Kempen vorgesehen.

Hochschul-Workshops für Schülerinnen

Mit den speziellen Workshop-Angeboten in den kommenden Sommerferien möchte das zdi-Zentrum Kreis Kleve cleverMINT für die Naturwissenschaften und Technik begeistern und das Interesse für den MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) besonders bei den Mädchen wecken. Im sogenannten „MINT-Mentorinnen-Programm“ geben Studentinnen aus MINT-Studiengängen den Schülerinnen einen Einblick in das Leben und Studieren an der Hochschule Rhein-Waal und zeigen in praktischen Workshops den Ablauf des Studienalltags.
MINT-interessierte Schülerinnen können sich ab sofort beim zdi-Zentrum Kreis Kleve cleverMINT für die folgenden drei Veranstaltungen anmelden: „Führung durch das Lebensmitteltechnikum, das Klimahaus und die Technikhalle der Hochschule Rhein-Waal“ am 18. Juli 2016, „Workshop Fruchtsaftuntersuchung“ am 20.Juli 2016 und „Workshop Better save the soil“ am 25. Juli 2016.
Gefördert über den „Ideenwettbewerb Chancengleichheit“ der Hochschule Rhein-Waal fanden bereits erste Aktionen und Workshops für die Schülerinnen während der Schulzeit statt. Koordiniert vom zdi-Zentrum Kreis Kleve cleverMINT und vier MINT-Mentorinnen aus den Fakultäten Life Sciences und Technologie und Bionik wird das Programm nun auch in der Ferienzeit fortgesetzt.
Weitere Informationen zu den Angeboten und Anmeldungsmodalitäten gibt es auf der Webseite des zdi-Zentrums Kreis Kleve cleverMINT unter www.zdi-kleve.de oder auch direkt bei der zdi-Projektkoordinatorin Martina Bracht-Nienaber unter der E-Mail-Adresse martina.bracht-nienaber@hochschule-rhein-waal.de.

Zwei Leben mit Musik

„Zu Anfang war die Affinität zur Musik nicht da“, gesteht Wolfgang Hebben, wenn er über seinen Zugang zum Musikverein spricht. Der 46-jährige Winnekendonker, der seit fast 30 Jahren als Trommler mitwirkt, war eigentlich eher für Fußball zu haben und kickte als Junge bei Viktoria Winnekendonk. „Da gab‘s 1983 eine Krise und ein Großteil ist rausgegangen“, erinnert er sich. Sein Vater, der beim Musikverein in den 60er-Jahren die Trommel gespielt hatte, fragte damals, ob er das nicht auch lernen wolle.
Der kleine Wolfgang sagte sich: „Probier ich mal“, und schon durfte er acht Wochen später im Musikverein sein erstes Konzert bestreiten. Erst lernt er nach Gehör („So was wäre heute nicht drin“), geht dann in den Unterricht und lernt Schlagzeug. „Das hat sich dann einfach verselbstständigt“, erzählt der gelernte Diplom-Volkswirt, der in der Kämmerei des Kreises Kleve mit für die Finanzen verantwortlich ist. „Da hat was geschlummert, was geweckt werden musste.“
Mit Mitte 40 gehört er mittlerweile schon „zum alten Eisen“ – seine Affinität zur Musik ist geblieben. „Ich bin aber auch froh, wenn so viele talentierte Jugendliche nachkommen“, meint der Musiker. Er kann sich beim Spielen „austoben“, wie er sagt, „und mit ein bisschen Taktgefühl macht das Spaß.“
Im Verein ist er sehr umtriebig, war 2. Vorsitzender und bis 2010 längere Zeit Geschäftsführer. Als er gefragt wird, ob er Festkettenträger werden möchte, nimmt er Rücksprache mit seiner „zugeheirateten“ Ehefrau Steffi, die sieht, was das für ihn bedeutet: „Na klar, wenn es so kommen sollte“, sagte die.
„Eine schöne Ehre und eine Anerkennung für das, was man geleistet hat“, sei das, meint Wolfgang Hebben nicht ohne Stolz. „Aber die anderen hätten es genauso verdient gehabt.“ Schon der Moment der Proklamation im Frühjahr sei besonders gewesen. „Das wird bei der Kirmes genauso sein.“ Ein bisschen weiß er, was das bedeutet: Sein Vater war schon Adjutant, die Schwester Festkettenträgerin beim Kirchenchor.
Bei Sonja Blenkers begann das Musikspiel dagegen sehr früh. „Man hat uns in der Grundschule schon gefragt, ob wir in den Musikverein wollen“, erzählt die 36-Jährige. „Mama, darf ich in den Musikverein?“, lautete dann die Frage, zu der sie selbst heftig den Kopf schütttelte. Ihre Mutter meine nur: „Na klar.“ Unter den Instrumenten, die ihr Großvater nach Kevelaer verliehen hatte, fand sich eine Klarinette. „Die war schon altersschwach und gab bald den Geist auf.“ Dafür fand sich Ersatz und heute bekennt Blenkers: „Das war die beste Entscheidung meines Lebens, auf Mama zu hören nd ein Instrument zu lernen – weil es mir Spaß macht.“ Die Musik fülle sie so aus, dass sie „das einzige Hobby ist, was ich habe.“
Dass Hebben und Blenkers gemeinsam das Festketten-Tandem bilden, ist eine besonderes Sache. Denn beide verbindet nicht nur Freundschaft, sondern vor allem die Geschichte ihrer Familien. „Mein Opa und ihr Opa sind Brüder. Beide haben den Musikverein mitbegründet und waren echte Vereinsmeier, beschreibt Hebben den historischen Bezug.
Was beide auch eint, ist das komische Gefühl, zum ersten Mal seit Jahrzehnten zur Kirmes kein Instrument in Händen halten zu dürfen. „Das wird was Besonderes sein“, glaubt Hebben angesichts der Tatsache, dass Sonntagmorgen 50 Musikerkollegen vor der Tür stehen werden. Und natürlich hofft er angesichts der Unwetter der vergangenen Tage auf trockenes, mildes Wetter zum Feiern.
Denn noch in der Woche vor der Kirmes hatte er 30 Stunden ohne Schlaf wegen des vollgelaufenen Kellers zu bewältigen. „So langsam kommen wir aber in den Feierlaune-Modus rein.“ Und was Festkettenträger und Adjutantin beide ebenfalls eint, ist der Wille, noch lange musikalisch tätig zu bleiben: „Wir spielen beide solange, wie der liebe Gott uns lässt.“ (aflo)
Weitere Berichte rund um die Winnekendonker Kirmes im Kevelaerer Blatt vom 30. Juni 2016!

Katharinen-Haus feierte 10-jähriges Bestehen

Mit vielen Gästen aus der Ortschaft Winnekendonk, aus Kevelaer und mit Vertretern der Kirchengemeinde feierte das neue Katharinen-Haus heute sein 10-jähriges Bestehen. „Wir sind stolz, das Katharinen-Haus in unserem Dorf zu haben“, würdigte Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg die Caritas-Einrichtung.
196 Menschen haben in den letzten zehn Jahren im Katharinen-Haus gewohnt und gelebt. Als einzige Bewohnerin, die auch bereits im Altbau gewohnt hat, nahm Gertrud Bubenhagen an der stimmungsvollen Jubiläumsfeier teil. Nach der Festmesse in der Kapelle hinter dem Haus erinnerte Caritas-Vorstand Karl Döring an die mutige Entscheidung seinerzeit, das alte Katharinen-Haus abzureißen und einen modernen Neubau mit Blick auf den Bürgerpark zu errichten. Vor genau zehn Jahren, im Juni 2006, waren die Bewohner, die zwischenzeitlich im Kloster Maria-Victoria in Wetten untergebracht waren, in das neue Haus eingezogen, das damals schon nach einem wegweisenden Konzept geplant worden war. „Das Katharinen-Haus war das erste Haus, an dessen Standort mit den zugehörigen barrierefreien Wohnungen schon ein Quartiersgedanke verwirklicht wurde. Damit sind Sie hier bis heute mit einem modernen Konzept unterwegs“, lobte Döring die Arbeit der Mitarbeitenden im Katharinen-Haus.
Entsprechend eng ist das Katharinen-Haus mit seinem 40 Bewohnern in das Dorfleben in Winnekendonk integriert – sei es beim Besuch der Kirmes oder der Fronleichnamsprozession, durch die vielen Ehrenamtlichen aus dem Ort, die sich im Haus engagieren, oder durch engen Kontakt zum Sterntaler-Kindergarten beim Projekt „Brausepulver“. Und stellvertretend für die Bewohner stellte Gerda Brenzig, Vorsitzende des Heimbeirates, fest: „Hier herrscht ein Ambiente des Friedens und des Entgegenkommens.“
Zu den Gratulanten gehörte neben dem stellvertretenden Präsidenten der Geselligen Vereine Hans-Peter Mülders und dem Vorsitzenden des Seniorenbeirates Karl Bay natürlich auch der Winnekendonker Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg: „Das Katharinen-Haus ist eine wichtige Institution in der Mitte unseres Dorfes und in der Mitte der Herzen der Menschen.“ In seinem Grußwort erinnerte er an die lange Tradition des Hauses, das 1905 als eine Art Krankenhaus eröffnet wurde, in dem allerdings nur eine ambulante Versorgung durch Ordensschwestern erfolgte, das später um eine Verwahranstalt für Kinder und eine Nähschule für heiratswillige Frauen erweitert und 1967 in ein Altenheim umgewidmet wurde. Kronenberg dankte wie seine Vorredner auch den Mitarbeitenden des Hauses für ihren engagierten und herzlichen Einsatz für die Senioren im Haus. Ein Dank, den Hausleiterin Angelika Fedke stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen gern annahm, und gemeinsam mit den Gästen auf das Jubiläum anstieß mit den Worten: „Ich hoffe, dass wir noch lange Menschen hier im Ort und hier im Hause haben, die das Leben mit uns teilen, die geben und nehmen.“