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Kritik von Anwohnern und Behinderten

„Schade, dass wir das nicht mehr ändern können“, meinte einer der rund 60 anwesenden Bürger, die sich von Helmut Hardt von der „Stadtumbau Ingenieursgesellschaft“ die Pläne für den Mechelner Platz erläutern ließen. Vergangene Woche hatte die Stadt Kevelaer zu einer Bürgerversammlung über die Innenstadtgestaltung geladen. Im Zentrum standen die Neugestaltung von Mechelner Platz und Hauptstraße.
Zunächst entschuldigte sich Bürgermeister Dominik Pichler dafür, dass der Termin in die Herbstferien lag und die Debatten um Mechelner Platz und Hauptstraße nicht an zwei separaten Terminen, sondern gestaffelt an diesem Abend stattfanden. „Das ist dem engen Korsett geschuldet“, verwies er auf die eine Woche später folgende Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. Früher jedoch war die Ausarbeitung durch Planer Helmut Hardt nicht abgeschlossen, und Pichler erklärte, ihm sei wichtig gewesen, dass die Entwürfe den Bürgern vollständig vorliegen. „Kritik ist nicht verboten“, machte der Bürgermeister dann deutlich. Von dieser Anregung machten die Bürger im Verlauf des Abends reichlich Gebrauch.
Hardt stellte das „Trichtermodell“ für den Mechelner Platz als Grundstruktur zur Neugestaltung des Museumsvorplatzes mit ebenen Betonplatten und Klinkerpflaster vor. Ergänzend zeigte er die Variante mit weniger gepflasterten Flächen und einer Rasenfläche im mittleren Dreieck des Trichters auf.
Vorgesehen sind auch eine Anlieferung von Museumsobjekten per Lkw, eine Verbindung zum Forum Pax Christi und das mögliche Anlegen von Skulpturen und eines „Wasserspiels“ am Vorplatz. Ein solches Wasserspiel würde aber an die 110 000 Euro kosten, das Geld dafür müsste aus anderen Quellen kommen.
Dazu kommen eine großzügige Spielfläche, in der die „alten“ Gerätschaften wie Kletterspinne und -turm verbleiben sollen, und mehreren Sitzgelegenheiten in einem grundsätzlich verkehrsfreien Raum mit erschwertem Zugang für Radfahrer. Die Kosten sollen brutto zwischen 275 000 und 320 000 Euro betragen.
Die Tendenz der meisten Bürger ging beim Trichter in Richtung mehr Grünfläche, die allerdings grundsätzlich besser als in der Vergangenheit gepflegt werden sollte. Verena Eifert, Mitglied der Selbsthilfegruppe „Pro Retina Deutschland“, verwies als Sehbehinderte darauf, dass es viel zu wenige Farbkontraste und keine Leitlinien gebe, an denen man sich orientieren könne. Darauf müsse man bei der Materialwahl in der Ausführungsplanung schauen, meinte Planer Hardt dazu.
Die beiden Sprecher der Bürgerinitiative Mechelner Platz, Lutz Apel und Georg Hensen, wiesen auf eine mögliche Bebauung am Rand des Platzes hin, gegen die sie sich vor zwei Jahren bereits vehement zur Wehr gesetzt hatten. Sie kritisierten, nicht in die Planungen im Vorfeld mit einbezogen worden zu sein. Und sie sahen keine Aufwertung des Spielplatzes, wenn es keine neuen Spielgeräte und kein Wasserspiel gebe. An den Kosten für das Wasserspiel würde man sich beteiligen.
In Sachen Wasserspiel gab es Unterstützung durch Bürgermeister Dominik Pichler: „Meine Kinder selbst finden Wasser toll – ich werde an den Ausschuss und den Rat appellieren, es zu realisieren. Das wäre eine Aufwertung“, so seine klare Aussage.
Danach wurde die Entwurfsplanung für die Hauptstraße diskutiert, wonach die Straße – farblich überwiegend in Rot oder Rotbraun gehalten – klar in drei Bereiche gegliedert werden soll. In der Mitte soll es die Bewegungsfläche für Pilger, Passanten, Anlieferung und Rettungswagen geben. An den Seiten sollen die Außengastronomie und die Warenauslagen stehen, gegliedert mit Hilfe heller Rinnen mit Betonstein und kleiner Kante.
Alle wollen Bäume, aber nicht vor ihrem Geschäft
Dazu sind Bänken, fünf Baumpaare, Bodenornamente und über den Pilgerweg hängende Fahnen sowie neue LED-Leuchten, zentrale und dezentrale Radstellplätze für geordnetes Fahrradparken und an den Einmündungen vier große Gelenkpunkte vorgesehen. Die Kosten für den Umbau sollen sich auf 860 000 bis 950 000 Euro belaufen.
Hardt stellte von sich aus klar, dass es hinsichtlich der Bäume viele Rückmeldungen gegeben habe nach dem Motto: „Bäume ja, aber nicht bei mir.“ Die Platzierung werde nicht einfach werden, aber man werde auf ein durchgängiges Bild achten. „Das wird uns begleiten“, so seine Überzeugung.
Es werde zur Konzeptplanung ein Beschluss mit zehn Bäumen in fünf Zweierreihen geben, aber natürlich nicht mit zentimetergenauer Ausführung, unterstrich Kevelaers Stadtplaner Franz Heckens.
„Dazu wird es noch eine Anwohnerversammlung geben und Treffen im Einzelfall vor Ort, so dass da ein gewisser Spielraum ist, aber ohne das Konzept komplett auf den Kopf zu stellen“ oder konträr zu den Beschlüssen zu handeln. Ein Anwohner machte noch den Vorschlag, die Bäume zwischen den Geschäften zu platzieren. „Das ist ein denkbares Modell“ meinte Hardt. Fünf Zweiergruppen sollten es aber in jedem Fall bleiben.
„Retina“-Vertreterin Verena Eifert bezeichnete die vorgesehen Rippenplatten inmitten der Straße als sinnlos, da sie ohne Farbkontrast keine Orientierung böten und die zweite Leitlinie Richtung Gebäude Menschen mit Stock in die Irre führte. Die äußeren Kanten wären für die Betroffenen spürbar, die Rippenplatten eine sinnvolle Ergänzung, entgegnete Hardt.
Einige Bürger äußerten im Zusammenhang mit der Strukturierung der Straße, dass dies eine Uniformisierung der Innenstadt und dem Verlust an Flair führen könnte. Heftige Kritik gab es auch an den Standorten der geplanten Fahrradstellplätze.
„Radständer mit 7,60 Meter und eine Bank bei uns, das geht gar nicht“ verwies Gabriela Thoenissen von der Hauptstraße 29 darauf, dass sie neben dem Museum das einzige historische Gebäude mit Blenden besäße. „Die ältesten und schönsten Häuser sollen mit Radstationen zumöbliert werden“, so ihr Einwurf. Nicht nur sie schlug vor, dass man auch am Ende der Hauptstraße Ständer errichten könnte.
Man werde nicht verbieten können, dass Radfahrer vor „ihr“ Geschäft fahren wollten, so Hardt. Es gebe eben zwei Plätze, wo das Thema freie Schaufenster nicht zur Debatte stehe. Man benötige ein geordnetes Parken, so seine Grundlinie. „Ein Bügelständer ist kein Makel“, so seine Einlassung.
Das Ganze gehe aber noch in die politische Beratung und bleibe der Ausführungsverordnung vorbehalten. An der Positionierung, so Hardts Fazit der Diskussion, „müssen wir wohl noch arbeiten, wie ich heute gesehen habe.“
Am Ende bedankte sich Bürgermeister Dominik Pichler für eine „engagierte und teilweise kontroverse“ Diskussion. Welche Anregungen bei der Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Mittwoch, 26. Oktober, und in der Ratssitzung am Donnerstag, 27. Oktober, aufgenommen wurden, darüber berichtet das KB zeitnah im Anschluss.

Hans-Georg und Marie-Luise Schmidt feiern 50 Jahre Ehe

Stolz präsentierten sich Hans-Georg und Marie-Luise Schmidt vor der festlich geschmückten Haustür am Wissener Weg: Das Ehepaar aus Winnekendonk feiert Goldhochzeit.
Im Jahr 1965 hatten sich der Walbecker und die Winnekendonkerin auf der Gelderner Pfingstkirmes kennengelernt . „Ich war mit meiner Schwester da und er mit einem Freund“, erinnert sich die heute 71-Jährige gern an die Situation. „Sie stand da, und mein Freund sagte, geh doch mal zu der hin“, ergänzt Hans-Georg Schmidt, der damals bei der Bundeswehr war und sein freies Wochenende genießen durfte. „Und als wir fuhren und das Zelt dann zuging, kam es zum ersten Kuss.“
Der erste Kuss
Aus dem ersten gemeinsamen Kuss wurden regelmäßige Wochenendbesuche, sie brachte ihm das Tanzen bei. Am 7. Oktober 1966 gaben sich die Beiden das Ja-Wort.
Ein Jahr später baute ihr Mann, der in Geldern Maurer gelernt hatte, bevor er zur Bundeswehr ging, dann das gemeinsame Haus in Winnekendonk. Bei Tebartz und van Meegeren ging der heute 72-Jährige seiner Berufstätigkeit nach, bis er nach 50 Jahren im Job 2007 aufhörte.
Zuhause kümmerte sich seine Frau um die Kinder, arbeitete beim Zahnarzt Dr. Halbach und später für elf Jahre im Textilgeschäft „Adam & Eva“. Als Hauswirtschafterin war sie dann fünfzehn Jahre im nahegelegenen Katharinenhaus tätig. „Es war mir immer wichtig, auch eigenständig zu arbeiten, als die Kinder dann groß waren.“
Heute arbeiten beide nicht mehr, sondern nutzen die Zeit, um ihren Hobbys nachzugehen – die Pflege ihres Gartens und das gemeinsame Fahrradfahren. „Oft geht es Richtung Holland ans Leukermeer, da ist es schön, weil da nur Radwege sind“, erzählt Marie-Luise Schmidt. Aber auch Ziele der näheren Umgebung wie Xanten oder Sonsbeck steuern die Beiden an.
Ein Geheimnis – nein, ein wirkliches Geheimnis für 50 Jahre Ehe, das gebe es nicht, sind sich die beiden Eheleute einig. „Höhen und Tiefen gibt es überall, die gehören einfach dazu“, meint der 72-Jährige. Denn das Paar mussten früh mit dem Tod seiner beiden Töchter fertig werden: Die eine wurde nach wenigen Monaten krank, die andere als behindertes Kind geboren und starb mit 13 Jahren.
Dafür zogen Schmidts ihre drei Söhne Michael, Frank und Alfred groß, die wie der Vater alle im Handwerk tätig waren oder sind. Inzwischen hat das Paar vier Enkel, die Beiden sehr am Herzen liegen. „Nicht aufgeben, wenn‘s mal knifflig wird, und eine Prise Grundoptimismus“ seien schon wichtig, ergänzt Marie-Luise Schmidt. Und in diesem Geist feierten sie und ihr Mann mit ihren Kindern, den Nachbarn, Freunden, weiteren Familienmitgliedern und Bekannten das besondere Jubiläum. (aflo)

Verbrecherische Drahtzieher

Ich bin noch völlig fertig. Was ich gerade gehört habe, hat mich beinahe aus den Latschen gehauen. „Wer sind die Drahtzieher?“, frage ich mich. Nein, diesmal lasse ich mich nicht über politische oder wirtschaftliche Machenschaften aus. Heute beschäftigen mich die menschlichen Abgründe, die sich in unserem beschaulichen Ort auftun. Anscheinend gibt es da jemanden, der gezielt seinen Mitmenschen schaden will. Wer kommt auf eine so kranke Idee, einen Draht quer über die Straße zu spannen?
Fast jeden Tag führt mich mein Weg über die Friedenstraße. So wie ich nutzen viele diese Straße, um zur Arbeit oder zum Bahnhof zu kommen. Wie leicht hätten wir alle Opfer dieses Drahtziehers werden können. Nicht auszudenken, wenn ich mit all meinen Waren in diese Stolperfalle gelaufen wäre. Ich war fest der Meinung, dass die Zeiten der Wegelagerei vorbei wären. Aber dem scheint nicht so zu sein. Da will wohl jemand massiv unseren Frieden stören.
Ein „Dummer Jungenstreich“ ist die Tat jedenfalls nicht. Schließlich war der Draht straff gespannt und so stabil, dass er mit einer Zange durchtrennt werden musste. Welch ein Glück, dass bisher niemand ernsthaft verletzt worden ist. Wer geglaubt hat, dass in Kevelaer alles nett und friedlich ist, liegt daneben. Es hat auch hier immer schon Mord und Totschlag gegeben. Ich kann nur hoffen, dass unsere Polizei häufiger präsent ist und den Übeltäter erwischt, bevor sich jemand den Hals bricht.
Meine Frau, die Mechel, meint: „Früher sind solche Verbrecher mit Schimpf und Schande aus der Stadt gejagt worden.“
Euer Hendrick

Delegiertenversammlung der Caritas tagt in Kevelaer

Menschliche Beziehungen positiv zu gestalten ist die zentrale Herausforderung, damit caritative Arbeit zum Wohle der Menschen gelingen kann. Über diesen Grundsatz informierten sich knapp 40 Vertreterinnen und Vertreter aus den Kirchengemeinden bei der diesjährigen Delegiertenversammlung des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer e.V. im Hotel Klostergarten.
Der Qualitätsmanagementbeauftragte Andreas Matzke berichtete, wie der Caritasverband in dem wissenschaftlich begleiteten Projekt „Begegnung.Leben.“ zunächst Instrumente entwickelt hat, um menschliche Beziehungen positiv zu gestalten, und wie die Ergebnisse des Projektes nun die soziale Arbeit im gesamten Verband beleben und verbessern werden: „Wir haben damit begonnen, Mitarbeitende aller Bereiche in Workshops zu schulen, damit sie die zwischenmenschlichen Beziehungen zu Klienten, Patienten und Kollegen gelingend gestalten können. Denn in der Projektphase haben wir festgestellt: Das macht nicht nur die Klienten und Patienten zufriedener, sondern auch die Mitarbeitenden.“ Ab 2017 sollen diese Workshops unter dem Titel „Begegnung.Leben.“ auch für externe Interessierte buchbar sein.
Zuvor hatten die Caritas-Vorstände Andreas Becker und Karl Döring den Delegierten einen Überblick über die wirtschaftliche und fachliche Entwicklung des Caritasverbandes gegeben. Andreas Becker betonte unter anderem das Engagement des Caritasverbandes in der Flüchtlingshilfe, wo es nach der ersten Akuthilfe im vergangenen Jahr nun darum gehe, den geflüchteten Menschen die Integration zu ermöglichen. Dies geschieht nicht nur in der Flüchtlingsunterkunft Schravelsche Heide, die die Caritas seit April diesen Jahres betreibt, sondern auch in der lokalen Flüchtlingsberatung und in der Unterstützung von Ehrenamtlichen, die sich für die Integration von Flüchtlingen einsetzen. Andreas Becker kündigte auch an, dass der Caritasverband im Frühjahr 2017 eine Tagespflege am Mühlenweg in Geldern eröffnen und bis 2018 das Elisabeth-Haus in Nieukerk umbauen und sanieren werde. Beide Vorstände, Andreas Becker und Karl Döring, dankten ausdrücklich den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die mit viel Engagement dafür gearbeitet hätten, die anstehenden Projekte und Aufgaben zu bewältigen und auch schwierige Phasen zu meistern.
Diesem Dank schloss sich auch Friedhelm Appel an, der als stellvertretender Vorsitzender des Caritasrates von der Arbeit des Aufsichtsgremiums berichtete. „Die Mitarbeitenden, Führungskräfte und der Vorstand haben viel geleistet im vergangenen Jahr – dafür gilt ihnen allen unser herzlicher Dank“, so Friedhelm Appel. Die Delegierten aus den Kirchengemeinden entlasteten anschließend einstimmig den Caritas­rat für seine Arbeit im Wirtschaftsjahr 2015.
Nachzulesen sind die aktuellen Entwicklungen in der Arbeit des Caritasverbandes auch im gedruckten Jahresbericht, der gerade neu erschienen ist und ab sofort in allen Einrichtungen des Caritasverbandes ausliegt.

Kastaniensterben erreicht Hubertus-Grundschule

Jetzt hieß es Abschied nehmen. Schüler und Mitarbeiter der St.-Hubertus-Grundschule waren gleichermaßen traurig über die Nachricht. Die zwei großen Kastanienbäume auf dem Schulhof  mussten gefällt werden. So hieß es ein letztes Mal: Kastanien sammeln für die Herbstdeko. Seit einiger Zeit war klar, dass die Pflanzen erkrankt waren. Mittlerweile war mit bloßem Auge zu erkennen gewesen, dass sie nach und nach absterben würden.
Johannes Baaken vom Bauhof der Stadt Kevelaer berichtet, dass die beiden Roßkastanien mit dem Erreger Pseudomonas syringae infiziert waren. Bisher gibt es keine Möglichkeit diese Krankheit zu bekämpfen und einen befallenen Baum zu retten. Sie führt schlussendlich zum totalen Absterben. Zu Beginn dieses Jahrtausends trat die Erkrankung erstmalig in Deutschland auf und entwickelt sich so stark, dass bereits vom „Kastaniensterben“ gesprochen wird. Die Kastanien auf dem Alten Markt in Winnekendonk, die auch gefällt werden mussten – das KB berichtete –, waren von dem gleichen Erreger befallen gewesen.
Gepflanzt worden waren die Kastanien an der Schule um das Jahr 1950. Seitdem sie zu mächtigen Bäumen herangewachsen waren, hatten sie Jahr um Jahr für ein Stück Natur auf dem betonierten Hof gesorgt. Im Frühling erfreuten sie die Menschen mit ihren Blüten. An heißen Sommertagen spendeten sie wohltuenden Schatten, und im Herbst ließ sich in dem raschelnden Laub herrlich toben.

Die Erdarbeiten weckten das Interesse der Kleinen.

Die Erdarbeiten weckten das Interesse der Kleinen.


Sehnsüchtig erwarten Kinder seit jeher das Herabfallen der stacheligen Früchte. Und wenn dann die Hülle den glänzend-braunen Kern freigibt, wird fleißig gesammelt. Ganze Tüten schleppen die Kleinen nach Hause, um niedliche Kastanienmännchen oder phantasievolle Tiergestalten zu basteln.
Gleich zu Beginn der Herbstferien starteten die notwendigen Arbeiten. Wenn alles gut verläuft, wird zu Schulbeginn der geplante Niedrigseilgarten fertig sein. Dort werden bald die Kinder ihre Kletterkünste zeigen können. Aber leider wird nichts den Schatten ersetzen können, den die großen Bäume im Sommer gespendet haben. Das bedauern besonders die Mitarbeiterinnen der Oase. (chu/Foto: ahu)

Pläne zum Mechelner Platz vorgestellt

Wer geglaubt hatte, die von Planer Helmut Hardt zur „eierlegenden Wollmilchsau“ erklärte Kevelaerer Hauptstraße sei bezüglich der unterschiedlichen Nutzungen das Nonplusultra, der hatte sich getäuscht: Der Mechelner Platz dient mindestens ebensovielen Nutzern und ist deshalb für die Planer genauso kompliziert zu überplanen.
Mindestens, denn nach dem Streit um eine angrenzende Wohnbebauung vor rund zwei Jahren (das KB berichtete) scheinen einige Fronten nach wie vor verhärtet. Jedenfalls musste sich der Gutachter und Stadtplaner vom Büro „StadtUmBau“ in einem Exkurs bei der Bürgerversammlung damit beschäftigen, mehrfach zu erklären, dass die entwickelten Pläne sich ausschließlich auf die Gestaltung des Platzes beziehen und – zumindest bis zu einer Änderung des angrenzenden Bebauungsplanes – das Thema Wohnbebauung am Mechelner Platz nicht betreffen.
Wichtiger Spielplatz
Eingangs erläuterte Hardt die Ist-Situation, die durch ein ,gewachsenes‘ Nebeneinander von Museum, Ausstellungs-, Kunst- und Veranstaltungsfläche, Biotop, Hinterhof, Garagen und Spielplatz geprägt ist. Letzterer ist der einzige innerstädtische Spielplatz Kevelaer und werde daher intensiv genutzt. Aber auch die Wegebeziehungen, die im aktuellen Zustand analysiert wurden, machten deutlich, dass der Mechelner Platz und die Straße „Am Museum“ oft als Abkürzung benutzt werden. Und zwar von Fußgängern und Fahrradfahrern ebenso wie von motorisierten Verkehrsteilnehmern.
Diese wolle man künftig weitgehend aus dem Bereich heraushalten, erläuterte der Planer anhand von vier Entwürfen, die alle eine Zufahrt ausschließlich für Anlieger vorsehen. Wobei Anlieger des Museums wiederum ausschließlich Transportfahrzeuge sein sollen, die die Aufzüge am Eingang des Museums anfahren.
Museumserweiterung möglich
Außerdem bat das Museum darum, eine mögliche Erweiterung, die allerdings noch nicht näher projektiert sei, als Option freizuhalten. Ebenso wäre künftig bei allen vier vorgestellten Varianten die Einrichtung eines mehr oder weniger großen Außengastronomiebereichs im Zuge der Einrichtung eines Museumscafés möglich.
Im Prinzip sehen alle Varianten vor, den Platz und die Wegebeziehungen übersichtlicher zu machen. Neben drei relativ streng geometrisch angelegten Entwürfen fand besonders auch der „organisch“ angelegte besondere Beachtung (siehe Planungs­skizze). Der Spielbereich für Kinder soll in jedem Fall beibehalten, eventuell sogar durch ein modernes Wasserspiel mit Düsen, die aus dem Boden spritzen, ergänzt werden. Zudem ist ein behindertengerechter Bereich in jedem der vier Vorschläge vorgesehen. Den kompletten Platz behindertengerecht auszustatten, sei zu kostenintensiv, meint Hardt.
Apropos Kosten: Der Stadtplaner schätzt die Kosten für die einzelnen Varianten auf eine Größenordnung zwischen 350.000 bis 415.000 Euro. Der Kevelaerer Planungsausschuss wird am 15. September über die Vorschläge beraten. (nick)

Neues Berufskolleg Geldern verbindet architektonische Schönheit und Zweckmäßigkeit

Es war ein Tag der Freude und des Dankes. Bei der feierlichen Eröffnung des Berufskollegs Geldern des Kreises Kleve fasste Landrat Wolfgang Spreen dies mit Blick auf die am Bau dieser Zukunftsinvestition Beteiligten zusammen: „Ein großartiges Werk ist vollbracht! Darauf können Sie alle stolz sein.“ Gemeinsam mit knapp 500 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung stieß er auf eine erfolgreiche und gute Zukunft des Berufskollegs in Geldern an. Bei sonnigem Spätsommerwetter zeigte der Fußweg vom Festzelt zur Ökumenischen Einsegnung vor dem Haupteingang die eindrucksvollen Dimensionen wie auch die gelungene Architektur der Gebäude. „Sie sehen heute ein strahlendes Kollegium und einen strahlenden Schulleiter“, dankte Oberstudiendirektor Thomas Reimers allen Beteiligten. „Mit diesem Neubau wurden viele unserer Träume umgesetzt.“
Neben Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks und den Landtagsabgeordneten Margret Voßeler, Dr. Günther Bergmann und Dietmar Brockes nahmen auch Regierungspräsidentin Anne Lütkes, zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem gesamten Kreisgebiet, Repräsentanten des Handwerks und des Schulministeriums NRW sowie das Lehrerkollegium des Berufskollegs Geldern an der Festveranstaltung teil. „Der Kreis Kleve schlägt mit diesem modernen Bildungskomplex ein neues Kapitel im Bereich der berufsschulischen Bildung auf“, so Landrat Spreen. Knapp zweieinhalb Jahre dauerte der Neubau des Berufskollegs Geldern des Kreises Kleve. Die Kosten lagen bei rund 36 Mio. Euro. Spreen dankte den derzeitigen und ehemaligen Mitgliedern des Kreistages für ihren einstimmigen Beschluss zum „historischen Neubau“: „Die Investitionen und Kraftanstrengungen haben sich gelohnt. Dies sind Investitionen für unsere Jugendlichen, für nachfolgende Generationen und damit für die Zukunft unseres Kreises.“
Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks gratulierte zur Fertigstellung des neuen Berufskollegs in Geldern und erinnerte daran, dass dieses Berufskolleg im Jahr 2013 die erste vom Land Nordrhein-Westfalen ausgezeichnete Europa-Schule im Kreis Kleve wurde. Bei ihrem Besuch am Europatag 2016 habe sie sich davon überzeugen können, wie engagiert und interessiert die Schülerinnen und Schüler sich diesem Thema widmen. Sven Kaiser, Bürgermeister der Stadt Geldern, betonte, dies sei ein besonderer Tag für die „Schulstadt Geldern“. Gerne habe er die Fortschritte der Großbaustelle am Nierspark verfolgt. Kaiser: „Ich bin von diesem Projekt begeistert“.
„Ein Traum ist immer der Anfang aller Taten“ hatte Schulleiter Thomas Reimers sein Grußwort überschrieben. Er dankte dem Architekten und dem Bauleitungs-Team, die stets offen für die formulierten Anregungen und Wünsche gewesen seien und bereit waren, die machbaren, die realisierbaren Träume umzusetzen. Reimers: „Wir nehmen unseren Auftrag ernst möglichst viele – bestenfalls alle – Schülerinnen und Schüler so zu fördern, dass sie mit ihren Begabungen einen Abschluss erreichen können. Da sind wir alle Überzeugungstäter.“
Knapp ein Dutzend Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs kamen in ihrer Arbeitskleidung – ob als Dachdecker oder Maurer, als Bäcker oder Fleischer, Tischler, Kfz-Mechatroniker oder kaufmännische Angestellte – ins Festzelt und brachten dem Landrat den symbolischen Schlüssel, den er feierlich an Schulleiter Reimers übergab. „Möge das Berufskolleg Geldern Ihnen, Ihren gut motivierten Lehrkräften und Ausbildungsbeauftragten sowie vor allem den vielen jungen Menschen einen attraktiven Lern- und Lebensort bieten, an dem Sie sich alle wohl fühlen – und an dem vielleicht sogar Ideen geboren und Träume verwirklicht werden. Hierfür wünsche ich Ihnen Gottes Segen.“
Weihbischof Wilfried Theising und Superintendent Pfarrer Hans-Joachim Wefers betonten bei der ökumenischen Einsegnung vor dem Haupteingang, dass eine gute Bildung das beste Fundament des Lebens sei. Dieses neue Berufskolleg biete mit seinen vielfältigen Angeboten gute Möglichkeiten für einen erfolgreichen Fundamentbau. Ein Gebäude allein garantiere jedoch keine gute Bildung. Es komme auf den Geist an, der in ihm regiert. So möge ins Berufskolleg der Geist des Friedens, der Toleranz, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit einziehen.
Mit rund 2.500 Schülerinnen und Schülern zählt das Berufskolleg Geldern des Kreises Kleve zu den größten in Nordrhein-Westfalen. Landrat Wolfgang Spreen betonte, dass die Zahl der Auszubildenden in den kommenden Jahren zwar zurückgehe, die Anforderungen an das Gebäude eines Berufskollegs jedoch dadurch nicht geringer würden. „Wir benötigen zur Schließung der Lücke bei technischen Fachkräften sicherlich gute Ingenieure, aber auch gut ausgebildete Handwerker für Industrie und Gewerbe“, brach der Landrat eine Lanze für die Ausbildung im Handwerk. Er dankte Architekt Ekkehard Voss vom Hamburger Architekturbüro nps und seinem Team für ansprechende Gestaltung der Gebäude: „Ihnen ist die Verbindung von Schönheit und Zweckmäßigkeit gelungen.“ Diese Zukunftsinvestition werde auch Perspektiven für die Zusammenarbeit zwischen Berufskolleg und Hochschule Rhein-Waal eröffnen. Ein weiterer Dank galt den bauausführenden Unternehmen sowie seiner Allgemeinen Vertreterin Zandra Boxnick und Wilfried Suerick, die als erfahrenes und bewährtes Team gemeinsam mit der Kreis Kleve Bauverwaltungs-GmbH (KKB) und deren Geschäftsführer Gerhard Koenen dieses anspruchsvolle Großbauprojekt geleitet, koordiniert und betreut haben. Das Festprogramm wurde mit musikalischen Beiträgen der Kreismusikschule abgerundet. Die Bläser des Sinfonieorchesters der Kreismusikschule unter der Leitung von Thomas Löffler sorgten ebenso für kurzweilige Unterhaltung wie das Schlagzeug-Ensemble unter der Leitung von Heinz-Gerd van den Wyenbergh.

Kita Marienkäfer mit neuer Küche gut aufgestellt

Leer geputzte Teller, bekleckerte T-Shirts, zufriedene Gesichter und ein strahlender Ess-König –  auf das gemeinsame Mittagessen freuen sich alle kleinen und großen „Marienkäfer“. Kein Wunder, denn in der Kindertagesstätte Marienkäfer in Kevelaer-Schravelen wird das Essen täglich frisch von einer gelernten Köchin zubereitet. „Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist für uns selbstverständlich“, erklärt Kita-Leiterin Beate Kaus. So seien ein gemeinsames Frühstück, Mittagessen und frisches Obst am Nachmittag feste Bestandteile eines Kita-Tages. Damit der Ablauf in der Küche weiterhin reibungslos läuft, wurde nun eine neue Küchen-Einrichtung gekauft. „So können wir auch weiterhin gesundes Essen für unsere Schützlinge gewährleisten“ ist sich Kaus sicher.
Während der Renovierung der Küche hatte sie Dank nachbarschaftlicher Unterstützung eine Sorge weniger: Aleksandra Hegmann und Igor Lazzetta von der Antica Osteria sprangen ein, als die Kita-Küche kalt bleiben musste und spendeten leckere Pizza. Für jeden Geschmack war etwas dabei, so dass alles bis auf den letzten Krümel aufgegessen wurde.

Wie ein Fisch im Wasser

Im Marianischen Jahr 1987 erlebte Kevelaer viele herausragende Persönlichkeiten: So waren der damalige Kardinal Josef Ratzinger, Papst Johannes Paul II. und Mutter Teresa von Kalkutta in der Marienstadt. Am Sonntag, 4. September, wird die Nonne nun heilig gesprochen. Der von ihr gegründete Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe besitzt 700 Häuser mit weltweit 5.100 Schwestern, die „Mutter-Teresa-Schwestern“. Großen Anteil daran nehmen Raphaël und Nicola von Loë. Ihre Tochter Jadwiga (* 1989) begann vor drei Jahren die Ausbildung in diesem Orden. Das Kevelaerer Blatt sprach mit den beiden.
KB: Waren Sie 1987 dabei, als Mutter Teresa Kevelaer besuchte?
Raphaël von Loë: Meine Frau und ich lebten damals noch in Bremen und die Geschehnisse in Kevelaer liefen Gefahr, an uns vorbei zu gehen. Allerdings entstand im Rahmen dieser Tagung ein Foto von Mutter Teresa mit dem damals die Wissener Kapellengemeinschaft betreuenden Father Joseph, der für ein Jahr bei Butzon und Bercker eine Ausbildung machte. Dieses Foto steht in unserem Wohnzimmer und verbindet uns bereits seit Jahren mit Mutter Teresa.
Im Übrigen war meine Schwester nach ihrer Schulzeit für einige Monate als Volontärin in Kalkutta und erlebte sie dort persönlich.
Was hat Ihre Tochter bewogen, gerade diesem Orden beizutreten?
Nicola von Loë: Aufgrund eines Impulses aus ihrer geistlichen Gemeinschaft Totus Tuus, über Mutter Teresa ihre Bachelorarbeit zu schreiben. Sie schrieb sie über Auswirkungen auf die soziale Arbeit in Deutschland. Ob diese intensive Befassung mit ihr den Wunsch auslöste, das Leben und Wirken der Schwestern als freiwillige Helferin in einem Konvent in Neapel zu erleben (dort konnte sie auch das erlernte liebgewonnene Italienisch anwenden) oder sich schon grundsätzlich in ihr regte, gehört zum Verborgenen ihrer Berufungsgeschichte. Wir erlebten sie in der Zeit dort lebendig wie ein „Fisch im Wasser“, also in ihrem Element.
Wie gestaltet sich der Kontakt zu Ihrer Tochter? Wo lebt sie und wie sieht ihr Tagesablauf aus?
Nicola von Loë: Wie ein Fisch im Wasser erleben wir sie auch weiterhin in den monatlichen brieflichen und telefonischen Kontakten. Das Gleiche gilt, wenn wir sie ein Mal im Jahr besuchen und über Tag aus dem Konvent (nicht jedoch ins Restaurant) mitnehmen können.
Der Tagesablauf bewegt sich zwischen 4.40 und 21 Uhr, beginnend mit Hausarbeit, Gebetszeit, Hl. Messe, dazu, je nach Ausbildungsphase, Unterricht. Nachmittags folgt nach einer weiteren stillen Gebetszeit das „Apos­tolat“, also das Sichkümmern und Aufsuchen der Ärmsten. Dies geschieht in deren anvertrauten Häusern oder an Orten ausgegrenzter Bevölkerungsgruppen wie der Zigeuner, einsamer Aids- oder Suchtkranker, hilfsbedürftiger alter und obdachloser Menschen. Ebenso gehören die aufmerksame Fürsorge und der lebendige Austausch der Schwestern untereinander, auch mit den schwerkranken Schwestern der Gemeinschaft zur liebevollen Grundstruktur des Täglichen.
Was fasziniert Sie besonders an der Persönlichkeit von Mutter Teresa?
Nicola von Loë: Ihre Ehrlichkeit, Entschlossenheit und ihr „Allesgeben“ ohne Bedauern in ihrer alles durchdringenden Liebe.
Werden Sie bei den Feierlichkeiten der Heiligsprechung dabei sein?
Raphaël von Loë: Ja, für die Angehörigen gibt es über die Schwestern besondere Möglichkeiten, an den Feierlichkeiten teilzunehmen, wie auch am Vortag der Heiligsprechung eine Katechese, die Papst Franziskus den Schwestern hält.
(Interview: Doris de Boer)


Historisches

Am 19. September 1987 besuchte Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa den Marianischen Weltkongress in Kevelaer. Mit Tausenden Gläubigen betete sie im Marienpark den Rosenkranz und zwängte sich im Laufe des Tages ebenso bescheiden wie selbstbewusst aus dem überaus straff organisierten Programm: Sie bat darum, den Zeitplan durchbrechen zu dürfen, um in Ruhe beten zu können. „I need my meeting with my Lord.“ (Ich brauche die Begegnung mit meinem Herrn).
Dieses kleine große Wort zitierte der Düsseldorfer Bildhauer Bert Gerresheim nach dem Tod von Mutter Teresa auf einem Reliquiar aus seinen Händen, das in der Marienstadt mit einem Streifen ihres blau-weißen Gewands an die Gründerin der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ erinnert.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Gerresheim sie längst als Maria im Kreuzweg der St.-Antonius-Pfarrkirche an der 13. Station porträtiert: „Jesus wird vom Kreuz abgenommen.“ Auch in der 8. Station erkennt der Betrachter unter den Frauen, die um Jesus weinen, Mutter Teresa.
Ein nicht minder eindrucksvolles Porträt ist auf dem Portal der Nächstenliebe zu sehen: Die sehr kleine Frau mit übergroßer Hand, die sie behutsam und bescheiden nur an den Schrein des Gnadenbilds gelegt hat. Klein und zupackend haben die Kevelaerer sie bis heute in Erinnerung. So lief sie zum Podium durch den Marienpark, nutzte unterwegs ihre Hände, um Kinder auf den Arm zu nehmen und andere Hände zu schütteln.
Was viele empfanden, fasste Bürgermeister Karl Dingermann damals zusammen: Neben der kleinen Frau mit ihrem Einsatz für Arme und Kranke könne er sich selbst nur klein fühlen. Sie hatte nichts, was nötig schien, um in der Welt Großes zu bewegen. Sie wirkte in Indien, wo Frauen oft nichts gelten, sie war klein, schwer gebeugt, herzkrank, arm, ohne jede Aggressivität oder Macht und verändert doch durch ihr Vorbild und ihr Werk bis heute immer wieder Menschen und deren Lebenssituation.
Ihr eigenes Vorbild war die Muttergottes. Am Gnadenort der Trösterin der Betrübten betete sie zu Maria. Weihbischof Heinrich Janssen übersetzte: „Maria, Mutter Jesu, gib uns dein Herz, so schön, so rein, so unbefleckt, dein Herz so voll Liebe und Demut, damit wir Jesus empfangen können in dem Brot des Lebens, ihn lieben, wie du ihn liebst, ihm dienen in der leidenden Gestalt der Armen. Maria, mach uns zu Boten seiner Liebe und seines Friedens.“ Mutter Teresa starb 1997 – zehn Jahre nach ihrem Besuch in Kevelaer. (eve)

Planungsbüro stellt Entwürfe für Hauptstraße vor

Das etwas abgegriffene Bild der ausgetretenen Pfade, die es zu verlassen gilt, sei zu Beginn dieses Berichts erlaubt. Denn schließlich geht‘s um das Pflaster der Hauptstraße, das im Rahmen der Umgestaltung der Innenstadt und der Erneuerung des darunter herführenden Abwasserkanals neu gestaltet werden soll (das KB berichtete). Helmut Hardt, Chef des Kevelaerer Stadtplanungsbüros „StadtUmBau“, stellte in der vergangenen Woche drei Varianten vor. Er betonte gleichzeitig, dass auch eine Kombination der einzelnen Komponenten durchaus denkbar sei und forderte Anwohner und Bürger auf, sich zu den Entwürfen zu äußern.
Die Ausgangssituation gestaltet sich eher schwarz-weiß: Da gibt es selbsterklärte Traditionalisten, die gerne alles so lassen wollen, wie es ist, mit dem Argument, das unverwechselbare Kevelaer zu erhalten. Und es gibt jene, die schon wegen des Zustands und des mangelnden Komforts eine Veränderung fordern.
Allzu bunt darf‘s auch der Stadtplaner nicht treiben: Helmut Hardt machte deutlich, wie eingeschränkt Raum und Möglichkeiten sind. Eine „eierlegende Wollmilchsau“ sei die Hauptstraße – und werde es bleiben. Denn sie müsse bis auf Weiteres unterschiedliche Anforderungen erfüllen: Als Pilgerweg und Einkaufsstraße, als Standort für Bänke und Fahrradständer, als Straßencafé und angestammter Ort für zahlreiche Werbeaufsteller, als Andienungsweg für Zusteller und Lieferanten sowie, nicht zu vergessen, als Rettungsweg für Feuerwehr und Krankenwagen. Und schließlich scheinen auch die Ansprüche hoch für den ersten Abschnitt der Innenstadtsanierung, bei dem es konkret wird. Bürgermeister Dominik Pichler bezeichnete die Hauptstraße jedenfalls als „Filetstück“ und stellte lapidar fest: „Wenn die blöd aussieht, kann der Rest auch nix mehr werden.“
Ganz so bodenständig mochte der Pflaster-Planer nicht über den Belag referieren und machte beispielsweise klar, dass das derzeitige Bodenbild die angrenzenden Häuser quasi ignoriert. Ganz anders bei seinen Entwürfen: Die nehmen die Häuserkanten in den Außenbereichen auf. Die Mitte durchzieht immer ein breites Band. Die Farbgebung variiert dabei von Variante zu Variante: mal ist das Band durchgehend rötlich, mal durchgehend grau. Die Felder vor den Häusern und deren Abgrenzung bilden dabei immer einen Kontrast in Rot oder Grau. Auch das übrigens, so führte Hardt aus, fördere die Barrierefreiheit, in diesem Falle für Sehbehinderte.
Interessant ist in jedem Fall die Einbeziehung vorhandener „Stadttore“ (wie etwa an der Busmannstraße) in die Konzepte. So ein Portal könne beispielsweise den Übergang zum modernen Roermonder Platz aufwerten, erklärte Hardt. Die anschließende Diskussion der Entwürfe machte deutlich, dass es zu vielen der Aufgaben der „eierlegenden Wollmilchsau“ ganz unterschiedliche Ansichten gibt: Die einen fordern Bäume und/oder Pflanzkübel, die anderen könnten gut auf das Grüne verzichten. Manche finden die Bodenbeläge langweilig bis zur „Allerweltlichkeit“, andere loben Farbkonzept, Barrierefreiheit und zukunftsweisende Modernität.
Und wieder andere mahnen, ob der Hauptstraße die anderen großen Baustellen, wie etwa den Peter-Plümpe-Platz, nicht zu vergessen. Einhelliges Aufatmen dann bei dem klaren Versprechen, der Umbau werde dank Städtebauförderung die Anwohner nichts kosten. Allerdings muss angesichts einer geschätzten Gesamt-Bauzeit von über einem Jahr mit erheblichen Behinderungen und Einschränkungen gerechnet werden.
Wer sich weiter über das Thema und weitere Aspekte der Stadtkern­erneuerung informieren will, findet Infos auf der Internetseite der Stadt. Auch auf den Rathausfluren sind Pläne für die Umbauten ausgestellt. (nick)