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„LEADER“: Bürger*innen sollen ihre Region weiter gestalten. Zukunftswerkstatt am 9. November

„Lei.La“ startet Neubewerbung

Mit eigenen Themen und Ideen die Entwicklung in der Region mitgestalten? Das ist jetzt möglich, denn am 9. November 2021 findet die „Lei.La-Zukunftswerkstatt“ in der „bofrost*Halle“ in Straelen statt.

LEADER-„Lei.La“-Projekt an vier Orten in Kevelaer und den Ortschaften

Kunst im Kreisverkehr und anderswo

Manche mögen sich an die in der Vergangenheit aus Kostengründen gestoppte „Sculptura“-Reihe erinnert fühlen, manche meckern, weil sich die in Klebeband eingewickelte Marienfigur von der Kirche abwendet oder ihnen ein Gebilde, das an die Gandenkapelle erinnern soll, einfach die Sicht auf die andere Seite des Kreisverkehrs erschwert. Andere halten an, betrachten die teils durchaus skurrilen Gebilde mit Interesse und gar mit amüsiertem Wohlwollen.

In Kevelaer profitieren Natur, Kultur und Sport von den Zuschüssen

„Lei.La“ fördert 19 Kleinprojekte in der Region

Das Entscheidungsgremium der „LEADER-Region Leistende Landschaft“ tagte, um über die eingegangenen Projektanträge im Förderprogramm „Kleinprojekte“ zur Strukturentwicklung der ländlichen Räume zu entscheiden.

Ein Höhepunkt in Kevelaer soll im Kreisverkehr am Rilano-Hotel zu sehen sein

Kunstwerke für die „fahrART“ wurden ausgewählt

Der von der LEADER-Region „Leistende Landschaft“ ausgelobte Kunstwettbewerb „fahrART“ ist entschieden. Die Künstler*innen, die in der zweiten Phase des Wettbewerbs ihre Realisierungsentwürfe einreichten, hatten die Chance, sich absoluten Fachleuten vorzustellen.

Viele Ideen zum Kunstwettbewerb

Der Kunstwettbewerb „fahrART“ (das KB berichtete) ist nach Angaben der Organisatoren überregional auf sehr große Resonanz gestoßen. Mehr als 100 Künstler aus unterschiedlichen Ländern haben sich mit spannenden Entwürfen beworben. Der Kunstwettbewerb rief alle Künstler dazu auf, sich mit dem Thema Landschafts- und Kulturraum an Niers und Nette („typisch Niederrhein“) auseinanderzusetzen und eine künstlerische Idee zu den vorgegebenen Orten einzureichen.

Besonders viele Künstler haben sich für die Orte „Haus Bey“ in Nettetal und „Wetten“ in Kevelaer interessiert. „Die eingereichten Ideen greifen neben der Agrarlandschaft u.a. auch das christliche „Grundrauschen“ der Region auf“, so die Organisatoren.

Themen, Materialien und Realisierung

Die Jury für die erste Phase des zweiphasigen Wettbewerbs, bestehend aus Dr. Ingrid Misterek-Plagge, Geschäftsführerin Kulturraum Niederrhein e.V., und Kurator Wilko Austermann hat die Entwürfe einige Stunden diskutiert und nach klar definierten Kriterien bewertet. Und es war nicht leicht die Auswahl zu treffen: Originelle Themen, spannende Materialien und technische Realisierung mussten bewertet werden.

Für die zweite, finale Phase des Wettbewerbs hat die Jury nun 48 Künstler aufgefordert, ihre Entwürfe zu konkretisieren. Anfang Dezember wird dann eine größere Jury von Kunstfachleuten die finale Entscheidung über die acht Skulpturen und acht Aufenthaltsräume treffen.

Das von dem Ausstellungs- und Kommunikationsdesigner Benedikt Grischka entworfene Logo für die Skulpturenausstellung „fahrART“ verdeutlicht durch den Schriftzug den Fokus auf die Kunst entlang der Route. Die kleinen vier Kreise mit dargestellten Fahrradspeichen, betonen das Fahrrad und die vier Kommunen mit den jeweiligen Skulpturen entlang des Weges.

Verbindung der Kommunen der „LEADER“-Region

Die Ausstellung „fahrART“, deren Eröffnung für Mai 2021 geplant ist, zeigt Skulpturen entlang einer ca. 100 Kilometer langen Radroute zwischen Nettetal und Kevelaer, die sich am Knotenpunktsystem orientiert und die Kommunen der „LEADER“-Region verbindet. Durch künstlerische Eingriffe und Setzungen sollen Aufenthalts- und Erlebnisqualitäten der Kulturlandschaft an Niers und Nette mit ihrer typischen Prägung durch Landwirtschaft und Gartenbau punktuell in Wert gesetzt werden.

„Die Perspektive von Kunst und Kultur wird eine neue Ebene des Zugangs zur Kultur- und Produktionslandschaft eröffnen, die zur Profilierung der Region nach außen sowie zur Netzwerkbildung und Stärkung der regionalen Identität nach Innen auffordert“, schreiben die Organisatoren. Ausführliche Informationen zum Projekt (Karte, Bilder, Beschreibungen der Orte) und dem Wettbewerb gibt es im Internet unter www.leader-leila.de/projects/fahrart.

Die Mittel

Für die Ausführung bzw. Realisierung der geplanten acht Kunstobjekte stehen brutto Mittel in Höhe von 80.000 Euro (einschließlich Honorar, Montage, Transport, aller Nebenkosten und Mehrwertsteuer), d.h. ca. 10.000 Euro je Skulptur zur Verfügung.

Für die Ausführung bzw. Realisierung der acht geplanten Aufenthaltsräume stehen Mittel in Höhe von 32.000 Euro (einschließlich Honorar, Montage, Transport, aller Nebenkosten und Mehrwertsteuer), d.h. ca. 4.000 Euro je Aufenthaltsskulptur zur Verfügung.

Premiere auf dem Minigolfplatz

Drei Familien aus Angola, Afghanistan und dem Irak entdeckten Minigolf in Winnekendonk: eine Freizeitgestaltung, die ihnen aus ihren Heimatländern bislang völlig unbekannt war. Nach einer Fahrradtour zur Minigolfanlage wurden die zugewanderten Familien von Peter Siebers, der sich ehrenamtlich im Heimatverein „Ons Derp“ engagiert und die Minigolfanlage betreut, herzlich begrüßt. Nach einer kurzen Einweisung, bei der man sich mit den noch fremden Spielregeln vertraut machte, ging es auf den Platz und die neuen Minigolfspieler durften den Freizeitspaß in vollen Zügen genießen.

Dabei wurde nicht nur Minigolf neu entdeckt. Beim Rundgang über die Minigolfanlage stellte Siebers den Familien die Anlage weiter vor, die auch mit einem großen „Mensch ärgere Dich nicht Spiel“, Kricket, Boule und Pit Pat ausgestattet ist – und das alles zur Überraschung der Familien kostenlos, da die Anlage ehrenamtlich betrieben wird.

Instandhaltungsarbeiten erforderlich 

„Wir möchten den zugewanderten Familien verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung näherbringen“, erklärt Michaela Neuhaus vom Caritasverband Geldern-Kevelaer. Neuhaus hat im Rahmen des „LEADER“-Projektes „Unser Dorf ist stark durch Vielfalt“ diesen Ausflug organisiert. „Vielleicht haben einige auch Interesse, sich ehrenamtlich einzubringen und bei den Instandhaltungsarbeiten zu unterstützen. „Damit wäre es eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten und die Idee des LEADER-Projektes wird gelebt“, wünscht sich Neuhaus. 

Das Fazit an diesem Tag fiel für alle Seiten positiv aus: Die Familien hatten viel Spaß und können sich auch vorstellen, zu helfen. In jedem Fall wollen alle aber künftig weiterhin fleißig Minigolf spielen. Ebenso freut sich der Heimatverein auf weitere Besuche und die Unterstützungsangebote.

Knoten durchgeschlagen

Das Projektauswahlgremium (PAG) der LEADER-Region „Leistende Landschaft“ (Geldern, Kevelaer, Nettetal und Straelen) hat in seiner 6. Sitzung mehr als 550.000 Euro LEADER-Mittel für fünf regional bedeutsame Projekte freigegeben. „Endlich ist der Knoten durchgeschlagen und wir können LEADER in die Fläche bringen,“ sagte der erste Vorsitzende Hans-Josef Linßen. Auch die Bezirksregierung Düsseldorf hatte an diesem Abend gute Neuigkeiten im Gepäck. Mechthild Evelt-Neite überreichte Monika Hertel, Vorsitzende des Naturschutzbunds Kreisverband Kleve, die Genehmigung für die Personaleinstellung im Projekt „Umweltbildung für alle – Inklusion inklusive“ im vorzeitigen Maßnahmenbeginn. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen den Regionen Lei.La und „Niederrhein: Natürlich lebendig!“.

Einstimmig beschloss das PAG die finanzielle Unterstützung der Projekte „Steigerung der Biodiversitätsmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen“ (LEADER-Mittel 162.500 Euro) und „Aktionsplan Route der Landschaftskultur und des Agrobusiness in der Region Lei.La“ (LEADER-Mittel 26.000 Euro). Elisabeth Verhaag stellte dem PAG das Beratungs-Projekt der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vor. Um den Anteil von Natur- und Artenschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft sichtbar zu erhöhen, soll eine kostenlose, passgenaue Beratung in der Region etabliert werden. Neu ist der kooperative Ansatz, der sowohl Betriebe als auch die am Natur- und Artenschutz beteiligten Institutionen integrieren und einen beständigen, fachlichen und persönlichen Austausch über die Vielzahl möglicher Maßnahmen vor Ort gewährleisten soll. VieIfalt und Potenziale der Landwirtschafts- und Gartenbauregion stehen auch im Mittelpunkt des Projekts „Aktionsplan Route der Landschaftskultur und des Agrobusiness“. Dieses verfolgt das Ziel, für die Kulturlandschaft und das historische Erbe der Region prägenden Orte und Themen herauszuarbeiten und einen Handlungsrahmen für weitere Maßnahmen zu schaffen.

Auf breite Zustimmung stieß der Antrag der Caritas Kevelaer-Geldern „Unser Dorf ist stark durch Vielfalt“ (LEADER-Mittel 228.909 Euro). Sogenannte Dorfintegrationsfachkräften sollen die Integration von zugewanderten Arbeitsmigranten und Flüchtlingen und ihren Familien in mindestens fünf Ortschaften der LEADER-Region verantwortlich planen, organisieren und durchführen. Im Mittelpunkt des Projektes stehen die Förderung von Netzwerken und Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungs- und Arbeitsmarktperspektiven sowie das gute Zusammenleben im Dorf.

Zur Stärkung des touristischen Profils der LEADER-Region stimmte das PAG den Projekten des Stadtsportverbands Straelen „Aktiv-Bewegungsparcours WasserStraelen“ (LEADER-Mittel 25.025 Euro) und dem provisorisch benannten Projekt „Ganzheitlichen Lebens- und Sinnesgarten mit Erlebnischarakter“ (LEADER-Mittel 111.925 Euro) zu. Der Vorsitzende des SSV Straelen, Werner Terheggen, stellte die Ausstattung und das Nutzungs- und Kurskonzept für den Parcours aus sieben wartungsarmen, kostenfrei zugängliche Edelstahlgeräte im Außenbereich des Fitnessbades vor. Der Kneipp-Verein Gelderland plant eine Parkanlage am Gelderner Krankenhaus, die sich in der Gestaltung an der ganzheitlichen Kneipp-Philosophie orientiert. Bausteine sollen ein naturnahes Tretbecken, Armbecken, ein Barfußpfad, Kräuterbeete und Ruhezonen sein.

Projektauswahlgremium, kurz PAG
In dem 15-köpfigen Entscheidungsgremium der LEADER-Region sitzen öffentliche und private Partner zusammen, die lokale Interessengruppen aus verschiedenen sozioökonomischen Sektoren der Region vertreten. Die Vereinssatzung sieht vor, dass mindestens 51 Prozent der Stimmen in den Auswahlentscheidungen aus dem nichtöffentlichen Bereich stammen.