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Auf dem Rouenhof in Kervenheim gab's Programm für Jung und Alt

Kevelaerer Grüne luden zum Familientag ein

Auf dem Rouenhof in Kervenheim fand kürzlich der große Familientag der Kevelaerer Grünen statt.

Der Heeser Spargelhof eröffnet seinen neuen Hofladen. Auch Produkte aus Kevelaer sind im Sortiment.

Mehr als Spargel und Schweine

Stillstand herrscht in einem landwirtschaftlichen Betrieb wohl nie. Umstrukturierung und Neuorientierung sind für viele Unternehmen ständige Begleiter – und das noch verstärkt, seit das Ansehen der Branche haltungs- und klimatechnisch immer mehr ins Visier der Verbraucher*innen gerät.

Für alle Gemeinden im Kreis Kleve gilt eine Stallpflicht sowie ein Ausstellungsverbot

Verdacht auf „Geflügelpest“ im Kreis Wesel betrifft auch Kreis Kleve

Im benachbarten Kreis Wesel gibt es einen Verdacht des Ausbruchs der hochpathogenen aviären Influenza („Geflügelpest“). Die daraus resultierenden Regelungen im Umkreis um den betroffenen Bestand gelten auch für ein Gebiet des Kreises Kleve. 

Cilly und Ludger Valkysers betreiben Mutterkuhhaltung mit Charolais-Rindern

„Ich hänge mit Herz und Seele an den Tieren“

Gern kaufe ich frische Milch vom Bauernhof. An einem Bauernhof komme ich dabei immer vorbei, der zwar Kühe hat, aber auf dem man keine Milch kaufen kann…

Die Kreis Klever Bundestagskandidatin der Grünen informierte sich zum Thema Ökolandbau

Friederike Janitza besucht Bio-Bauernhof

Bei Bernd Verhoeven vom Rouenhof informierten sich die Kreis Klever Bundestagskandidatin der Grünen, Friederike Janitza, gemeinsam mit Parteimitgliedern und Bürger*innen, zum Thema Ökolandbau in der Region.

Die Geschwister Mott haben einem Planwagen Leben eingehaucht und ihre „Hofmanufaktur mit Geschmack“ erschaffen

Landmomente erlebbar machen

Wie man das Beste aus einer wahrlich schwierigen Situation macht, beweisen aktuell drei engagierte Geschwister aus Winnekendonk. Mit den „Kevelaerer Landmomenten“ haben Stefanie van Look und Katharina sowie Rainer Mott ihre eigene Hofmanufaktur ins Leben gerufen.

Spargelbauern beginnen mit den Vorbereitungen für die Saison und hoffen, dass in Sachen „Arbeitskräfte“ alles gut geht

Frühjahrserwachen auf den Feldern

Bei strahlendem Sonnenschein nahmen Stefan Baumanns und ein paar Bekannte die Folie zur Hand. „Wir legen jetzt ,Tunnel’ zur Verfrühung für den Spargel – das ist so wie Minitreibhäuser über die Wellen machen, damit die Sonne, die jetzt noch nicht so kraftvoll ist, den Damm möglichst schnell erwärmt“, erläuterte der 37-jährige Spargel- und Erdbeerbauer. 

Ein Funken Hoffnung

Viele in Kevelaer schauten am Dienstag abend erstaunt aus dem Fenster oder zückten als überraschter Passant voller Bewunderung ihr Smartphone, um das zu dokumentieren, was sich auf den Straßen der Kevelaerer Innenstadt abspielte. Denn dort fuhren 33 Trekker mit bunt geschmückten Lichtern, Motiven und sogar Tannenbäumen vorne an ihren Fahrzeugen quer durch die Kevelaerer Innenstadt. Landwirte aus Winnekendonk, Kerken, Kevelaer, Aldekerk und dem Kreis Wesel waren vom Europaplatz aus aufgebrochen, um eine Tour durch die City zu machen. Am Schluss der Fahrt versammelten sie sich auf dem Parkplatz am Hülsparkstadion, machten selbst einige Erinnerungsfotos und verabschiedeten sich in die dunke Nacht nach Hause.

Die Initiative „Land schafft Verbindung“ hatte das Projekt ins Leben gerufen. “Die Fahrt steht unter den Motto „Ein Funken Hoffnung“, erklärte der Mitorganisator der Fahrt, der Kerkener Landwirt Thorsten Gaelings. „Es gab so viele Sachen, die in diesem Jahr ausgefallen sind und auf dier man verzichten musste – ob Schützenfeste, Kirmes oder die anderen menschlichen Dinge. Es ging uns einfach darum, den Menschen eine Freude zu machen“, sagte der 26-Jährige, der auch an seinem Trekker einen kleinen Tannenbaum befestigt hatte. „Den hab ich dafür so zugeschnitten und mit Kordel und Faden festgemacht.“

Yvonne und Christoph Giesen waren für die Aktion extra aus Alpen angereist. „Allein die ganze Optik, wenn man so einen Trecker so fertigmacht“, die sei es wert gezeigt zu werden, meinte der Landwirt. Was ihn auf der Fahrt am meisten berührt habe? „Das Funkeln in den Augen der Kinder und auch bei den Erwachsenen.“

Für den Kevelaerer Thomas Achten war es eine Selbstverständlichkeit, mit dabei zu sein. „Ich bin in der Landwirtschaft tätig, bin bei den ganzen Demos mitgefahren. Das macht echt Spaß“, sagte er und konnte ausnahmslos positive Reaktionen feststellen.

Der 21-jährige Niklas wollte dabei sein, wenn es „das letzte Mal in diesem Jahr“ zusammen auf Tour geht. „Ich war bei den „Hoffnungs“-Fahrten in Rheinberg, in Xanten, bei „Kernis“ Wunderland dabei. Das ist schön für die Leute, die haben sich alle gefreut.“ Und der Wettener Andreas Neuy gestand, dass er „schon einen halben Tag den Trekker geputzt und gut einen Tag“ gebraucht hatte, um Lampen anzukleben und die Steckdosen richtig zu verlegen. Er war das erste Mal bei so einer Fahrt dabei. „Das ist so ein Verbund, ein gemeinsames Miteinander, das ist sehr schön“, war sein Eindruck. Er hatte am Europaplatz eine Frau angetroffen, die geweint habe, als er erzählt hatte, warum die Fahrer das machen. “Da musste ich fast mitweinen“, gestand er.

Wenn so eine Aktion nochmal aufgelegt wird, werde er mit dabei sein, versicherte er. „Ich hab schon Gerüchte gehört, dass das zu Nikolaus und Weihnachten 2021 wiederholt werden soll.“ Thorsten Gaelings jedenfalls wäre dafür: „Wir wollen das zu einer Tradition werden lassen.“

Der Familienbetrieb setzt weiterhin auf Wild

Der Büssershof blickt auf eine lange Tradition zurück. „Bekannt ist, dass 1820 Heinrich Verhülsdonk auf den Hof gekommen ist und in von seiner Schwiegermutter Johanna Verhoeven gekauft hat“, erzählt Marlis Verhülsdonk, die mit ihrem Mann jahrzehntelang den Hof am Büssersweg geführt hat.

„Er hat eine Verhoeven geheiratet, die hier zu Hause war. Darüber gibt es Dokumente. Und der heißt ja Büssershof. Im Archiv in Schravelen gibt es einen Jan Büsseren, der erwähnt ist, das geht ins 16. Jahrhundert zurück.“

Es sei immer ein landwirtschaftlicher Betrieb gewesen, „der sich mit der Zeit immer wieder geändert habe, sagt die 67-Jährige. „Mein Mann war hier zu Hause. Ich bin angeheiratet. Er hat ihn als landwirtschaftlichen Betrieb 1977 übernommen und sich dann spezialisiert.“ Damals gab es auf allen Höfe Kühe, Schweine und Hühner. „Als wir heirateten, begann die Phase der Spezialisierung, die die Landwirtschaftskammern empfohlen. Wir haben die Kühe abgeschafft und uns auf Rinder- und Bullenmast, später auf Schweinemast konzentriert.“

Mit Abschaffung der Milchkühe Anfang der 80er-Jahre blieben einige Restflächen übrig, die man nicht als Acker nutzen konnte. „Damals hatte mein Schwiegervater die ersten sechs Damwildtiere, um diese Flächen zu nutzen. Man konnte damit nichts anderes machen, als die Kühe weg waren.“ Daran verdienen wollte die Familie eigentlich nichts. „Das war nur, um die Flächen zu nutzen und die ersten zehn Jahre für den Eigenbedarf. Da hat man an Vermarktung noch gar nicht gedacht.“

Dann vermehrte sich die Herde automatisch. „Da musste man sich irgendwann Gedanken darüber machen, wo bleiben wir mit den Tieren“. So entwickelte sich der neue Geschäftszweig. „Man musste damit erstmal bekannt werden, das Fleisch bekannt machen. Das hat sich über 20 Jahre entwickelt.“

Ihr Mann war für den Hof zuständig, sie für die Vermarktung des Wilds, trotz fünf eigener und zwei Pflegekinder. „Ich hatte ja noch die Schwiegereltern da. Wir waren eine Großfamilie.“ Zunächst war es schwer, Kunden zu finden, erinnert sich Marlis Verhülsdonk.

Dennoch wurde das „Wildgehege“ auf die heutigen acht Hektar erweitert.
Nach und nach entwickelte sich aber ein Kundenstamm, sie fuhren auf Märkte. Der Durchbruch sei durch die „Feines vom Land-Geschichte“ über die Genussregion Niederrhein gekommen, erzählt die 67-Jährige. „Der gehören wir seit 2010 an.“ Das habe von der Werbung so viel gebracht, „was du als Familienbetrieb nicht leisten kannst.“

Nach dem Tod ihres Mannes vor zehn Jahren stellte sie die Schweinemast ein und den Betrieb ganz um: „Man konnte sehen, die Kunden kommen. Das zahlt sich aus in der heutigen Zeit, Tiere zu halten, die in der Natur laufen und nicht zugefüttert werden.“
Nun hat sie das Zepter endgültig an Schwiegertochter Maria und Sohn Hanno weiter gegeben. Etwas schwer falle es ihr schon. „Man weiß das ja, aber es gibt nix Optimales, als den Hof in der Familie weiterzugeben. Ich bin in den Betrieb trotzdem eingebunden. Das gibt einem Sicherheit.“

Den Hofladen habe die Schwiegertochter schon „wunderbar hergerichtet“ und kenne sich mit allem, was mit Computern zu tun habe, gut aus. „Ich hoffe, dass sie mich mit ihrem Wissen unterstützt und bei der Kinderbetreuung“, lacht die 37-jährige Maria. „Erst mal schauen, wie sich das so entwickelt“, bleibt die gelernte Köchin, studierte Betriebswirtschaftlerin, Wirtschaftspsychologin und dreifache Mutter jedoch bescheiden.

Sohn Hanno ist schon seit Jahren für die Schlachtung verantwortlich. Als einziger von fünf Geschwistern interessiert er sich für den Hof. „Ich habe ursprünglich Schreiner gelernt, weil ich nicht wusste, was ich will, und danach Forstwirt“, sagt der 38-Jährige. Er machte sich dann in der Baumpflege selbstständig.

„Aber dann ist mein Vater 2010 gestorben. Ich habe vorher schon im Nebenerwerb hier die Hirschzucht betrieben.“ Aber auch da sei der Umfang begrenzt aufgrund der Fläche. Mehr als 50 Hirsche pro Jahr könne man nicht schlachten. „Mehr gibt die Weide nicht her.“ Insgesamt sind 150 Tiere auf dem Hof, 60 Alttiere plus Nachzucht. Zusätzlich zur Zucht will Hanno Verhülsdonk über die Jagd Wild aus der Region mit anbieten zu können.

Den Gedanken der Regionalität wolle man „weiter verfolgen und hervorheben. Der Umweltgedanke spielt da eine Rolle, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit.“ Die Märkte über „Feines vom Lande“ werde man weiter besuchen, den Rest der Tiere über das Jagen ergänzen. Weitere Vermarktungsmöglichkeiten lägen in den Fellen, die man gerben könnte, oder den Geweihen.

Die Diskussionen um die zunehmende Abstinenz von Fleisch nehmen sie natürlich auch wahr. „Viele Kunden sagen, dass sie weniger Fleisch essen, aber bereit sind, dafür eine höheren Preis zu zahlen.“ Der Trend sei, bewusster zu essen. „Ich glaube nicht, dass die Haltung von den landwirtschaftlichen Tieren schlechter ist, aber die Öko-Bilanz ist auch wichtig“, sagt Hanno Verhülsdonk. „Das Futter der Tiere muss auch hergestellt werden.“

Da habe man mit dem Damwild und den Hirschen, die natürlich aufgewachsen sind, und nur im Winter etwas Zufutter erhalten, „die beste Öko-Bilanz.“ Sie würden direkt in ihrem Lebensraum geschlachtet, am Hof verarbeitet und vermarktet. Kurze Wege und Qualität, damit wollen sie auch in Zukunft punkten. „Wir schlachten auch nur anderthalbjährige Tiere.“ Sie wären älter als ein Kalb und hätten noch keinen Nachwuchs bekommen.

Ein bisschen müsse man noch mit dem Image des Damwildes kämpfen. „Die Leute denken, dass Wild streng schmeckt und noch eingelegt werden muss. Das war vielleicht früher so, weil die Hygiene noch nicht 100-prozentig war.“ Da heutzutage aber alles direkt verarbeitet würde und in die Kühlung käme, würde es nicht mehr streng riechen. Zudem sei das Fleisch leicht zu kochen.

Wo früher die Schweineställe waren, kommt Anfang 2021 eine neue Halle hin. „Da kann ich die Maschinen besser unterstellen und das Futter sowie die Hackschnitzel zum Heizen einlagern“, erklärt Hanno Verhülsdonk. „Die Tiere sind unsere Passion“, macht er stellvertretend für die Familie deutlich, dass die Bewirtschaftung de Hofes in dieser Form ein langangelegtes Projekt ist.

Corona habe sich nicht groß auf das Geschäft ausgewirkt. „ Es ist aufwändiger mit den Kindern wegen der Betreuungsmöglichkeiten“, sagt Maria Verhülsdonk. „Wir merken jetzt halt, dass das Kaufverhalten anders ist: es gibt kleinere Veranstaltungen. Viele kochen zu Hause, bestellen Portionen für ein bis zwei Personen.“

Naturschutz und Landwirtschaft versöhnen

Es war eine Urkunde und ein symbolischer „Lebensbaum der Biodiversität“, den die NRW-Landwirtschafts-,Natur- und Umweltministerin Ursula Heinen-Esser im Versuchszentrum Gartenbau der Landwirtschaftskammer NRW in Straelen an den Berater Peter Gräßler überreichte.

Stellvertretend für das Bundesamt für Naturschutz zeichnete die Ministerin das 2018 von der Landwirtschaftskammer NRW angeschobene LEADER-Projekt „Steigerung der Biodiversitätsmaßnamen auf landwirtschaftlichen Flächen am Niederrhein“ als „UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt“ aus. Die Auszeichnung erhalten Projekte und Beiträge, die sich in besonderer Weise für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.

Gräßler hatte im Rahmen des LEADER-Projektes für die Landwirtschaftskammer NRW insge-samt 93 Betriebe in den Kommunen Geldern, Kevelaer, Nettetal und Straelen beraten, die in der Folgezeit auf gut 165 Hektar Fläche Maßnahmen für die Stärkung der Biodiversität und des Artenschutzes ergriffen haben. „Das erstreckte sich von Blühstreifen – einjährigen, mehrjährigen oder über Vertragsnaturschutz – und Uferrandstreifen bis zu Grünlandmaßnahmen.“ Der Anteil an Vertragsnaturschutzmaßnahmen am Niederrhein liegt laut Kammer bei 50 Prozent.

Dabei habe man auch mit dem Naturschutzbund Gelderland und den Biologischen Stationen kooperiert, um so die Netzwerkbrücke zwischen Naturschutz und Landwirtschaft zu schaffen. „Die Untere Landschaftsbehörde sagt dann ‚Ja‘ zu den Maßnahmen und greift dabei auf deren Expertise zurück“, erklärte Gräßler.

„Der Impuls ging ganz stark von der Bauernschaft aus“, hob die Teamleiterin Biodiversität bei der Landwirtschaftskammer NRW, Elisabeth Verhaag, die Rolle von Personen wie des Winnekendonkers Bernhard Stenmans oder der LEADER-Organisatorin Simone Schönell hervor.

Knapp 30 Betriebe hätten sich allein aus Kevelaer engagiert. Es sei das „maßgebliche Ziel der Aktion“ gewesen, Landwirtschaft und Umweltschutz zusammenzubringen und das über diese persönliche Ansprache aufzulösen. Das sei gelungen, meinte Verhaag. Mittlerweile sei man aber in sieben Beratungsprojekten aktiv und könne mit Fug und Recht feststellen, „dass wir mit diesem Beratungsangebot erfolgreich unterwegs sind“, erklärte der Präsident der Landwirtschaftskammer NRW, Karl Werring. Man habe in den vergangenen Jahren landesweit rund 400 Landwirte beraten, mit denen man über rund 1.000 Hektar neue Flächen für die Biodiversität und den Artenschutz pro Jahr gesprochen habe, sagte Werring.

Die „hervorragende Zusammenarbeit“ mit den Unteren Naturschutzbehörden und den Biologischen Stationen vor Ort sei ein wesentlicher Erfolgsfaktor, unterstrich der Präsident. Die Ergebnisse des Niederrhein-Projekts zeigten, „dass sich in gemeinsamer und konstruktiver Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz große Fortschritte auch in einer intensiv bewirtschafteten Agrarregion erreichen lassen.“

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser erklärte, dass ihr das Projekt besonders am Herzen liege, weil es hier um das Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz für die Biovidersität gehe. „Wir erleben in den letzten Jahren ja eher das Gegenteil. Aber so kann das nicht weiter gehen. Wir haben nur eine Erde, auf der wir leben, von der wir essen, wo wir ein Ökosystem haben.“ Es gelte da, Landwirtschaft, Artenschutz und Natur zusammenzubringen und nicht gegeneinander zu handeln.

In 30 Jahren habe man zum Beispiel 75 Prozent der Biomasse bei Insekten aufgrund von versiegelten Flächen, Lichtverschmutzung oder homogenen Agrarlandschaften verloren. „Und wir werden in einigen Jahren eine Million weniger Arten auf der Welt haben. Wir kennen Insekten, die unsere Kinder und Enkel nicht mehr kennenlernen werden.“ Deswegen sei es umso auszeichnungswürdiger, dass aus der Kreisbauernschaft Geldern der Wunsch gekommen sei, über ein LEADER-Projekt Biodiversitätsberatungen durchzuführen.

Es gehe dabei nicht darum, konventionelle Bauern zum Ökolandbau zu bewegen – auch wenn man bis 2030 20 Prozent ökologischen Landbaus anstrebe. „Aber man kann auch der konventionellen Landwirtschaft zeigen, wie es möglich ist, mehr Biodiversität auf ihre Betriebe zu bekommen.“

Die Ministerin kündigte an, dass die Maßnahme der Landwirtschaftskammer vom Projektstatus in eine langfristige Finanzierung überführt werden soll. Das sei im Haushalt angemeldet worden und durch das Kabinett gekommen. Jetzt brauche es nur noch eines Beschlusses des Landtages.

Die Fördersumme für das damals bis Ende Dezember 2021 bewilligte Projekt belief sich auf knapp 161.330 Euro. Das Geld wurde zu 65 Prozent aus den LEADER-Fördermitteln, zu insgesamt einem Viertel von den Kreisen Kleve und Viersen und zu zehn Prozent von der Landwirtschaftskammer NRW finanziert.