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Ausschuss diskutiert über drängende Themen

Hier geht was: Klima, Umwelt, Baumaßnahmen

Klima, Umwelt, Baumaßnahmen – es sind durchaus große, drängende Themen für Kevelaer, mit denen sich der entsprechende Ausschuss in seiner Sitzung am morgigen Donnerstag, 2. September 2021, im Ratssaal beschäftigen wird.

Einsatz für die Zukunft

Eine ADFC-Fahne mit der Aufschrift „Mehr Platz fürs Rad“ stand vor dem Rathaus sinnbildlich für das Anliegen der gut 70 Teilnehmer der „Fridays for Future“-Demo, die am vergangenen Freitagmittag dort ihren Ausgangspunkt hatte. Jugendliche und einige ältere Bürger hatten sich versammelt, um für den Fortbestand des Planeten zu demonstrieren und dem Ansinnen einer besseren Radwegeausstattung in Kevelaer deutlich Nachdruck zu verleihen. 

Imke Schorn und Denise Oschlies waren mit der Flagge „Klima retten – jetzt“ extra aus Sonsbeck gekommen. „Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen für das Klima und für alternative Fortbewegungen, damit das Rad eine größere Bedeutung bekommt im Verkehr“, waren ihre Gedanken. Das passte auch zur Linie von Veronika Hartmann, Mitglied der Kevelaerer „Fridays for Future“-Gruppe. „Umweltschutz ist eh unsere Zukunft, und wir demonstrieren hier heute speziell für eine Verkehrswende in Kevelaer, dass es mehr Platz gibt für Fahrräder und Fußgänger“, meinte die 17-Jährige. „Das ist total wichtig, weil hier einfach gar kein Platz für Fahrradfahrer an der Straße besteht.“ Die Demonstration hier betone, „dass das auch die Bürger hier wollen.“

Die Autos stehen auf dem Fahrradweg

Dazu passte jedenfalls die Geschichte von Maria Abels. „Vor zwei Monaten hatte mein Schwiegersohn einen Unfall mit dem Rad. Ich wohne am Niersgrund, fahre täglich über den Bahnüber-gang“, erzählte die 68-Jährige, deren Enkelin auch „FFF“-Mitglied ist. „Und das ist sehr, sehr schwierig, da normal fahren zu können, weil die Autos ständig auf dem Fahrradweg stehen.“

Die Eindrücke des elfjährigen Robin fielen ähnlich aus: „Ich fahre täglich zur Schule und wir fahren öfter nach Winnekendonk zum Zeltplatz und wenn wir was in der Stadt machen. In Winnekendonk gibt es eine Straße, die ist sehr gefährlich, da durfte ich alleine nicht drüber fahren, den Schravelner Niersweg.“ Seine Mutter Helen Wouters meinte dazu: „Es ist etwas besser da geworden durch 50, aber es ist immer noch schwer. Ich lasse die ungern drüber fahren, weil die Autos gefühlt immer schneller fahren.“

„Es ist genügend alternative Energie da“

Aber auch das Klima allgemein war den Anwesenden ein Anliegen. Der 13-jährige Moritz aus Twisteden hatte eine Pappkiste mit der Aufschrift „Grünkohl statt Braunkohl“ auf den Sattel geklemmt. „Es ist genügend alternative Energie da, dass wir die Braunkohle und andere Energielieferanten viel früher abschaffen könnten, wenn die Politik es machen würde. Aber die machen das nicht.“ Es müsse sich schnell ganz viel tun, meinte auch Elisabeth Angenendt. „Ich finde es ganz, ganz wichtig, etwas für die Umwelt zu tun. Ich befürchte, dass es schon etwas zu spät ist. Aber ich hoffe, dass sich noch was bewegen lässt.“ Die scheidende Klimaschutzmanagerin Nina Jordan zeigte sich erfreut über die Resonanz. „Eine sehr erfreuliche Anfahrt, das finde ich gut. Ich bin ein bisschen überwältigt. Vor einem Jahr waren wir auf einer Demo hier unterwegs, da hatten wir nicht so eine Zahl.“ Und sogar der Landratskandidat Peter Driessen zeigte sich kurz auf der Demonstration. „Ich glaube, dass alle Aktionen, was Umwelt- und Klimaschutz betrifft, dass die von uns besucht werden müssen“, meinte er. Seine Idee von „Radschnellstraßen im Kreis“ kann er nun nach dem Wahlsonntag nicht umsetzen.

In seiner Rede am Rathaus verwies Jannik Berbalk, „Fridays for future“ am Niederrhein, darauf, wie traurig es sei, „dass Schüler und Erwachsene hier auf die Straße gehen müssen, um in der Corona-Pandemie auf die Notwendigkeit besserer Verkehrsradwege und den Klimaschutz aufmerksam“ zu machen. Gerade der Klimawandel werde nicht so ohne Weiteres verschwinden. „Dieses Thema darf nicht vergessen werden, denn es wird sich nicht mit einem Impfstoff lösen lassen.“ Man müsse international nach Lösungen suchen.

Während der Fahrt skandierten die Teilnehmer laut: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Am Bahnhof appellierte Eckehard Lüdke vom ADFC Kreis Kleve an die Anwesenden, wählen zu gehen, um auf die Entwicklung des Radverkehrs mit Einfluss zu nehmen. Er ging dort auch nochmal auf die „katastrophalen“ Bedingungen für Radfahrer in Kevelaer ein. „Seit 20 Jahren steht der Radverkehr hier auf der Stelle und wird nicht entwickelt und gefördert“, sagte er.

Jannik Berbalks nüchternes Fazit am Ende lautete: „Was man sehen kann, ist, dass es keine richtigen Fahrradwege in Kevelaer gibt. Das war eine schöne Aktion, das werden wir wiederholen.“ Und angesichts von Corona müsse man in Kevelaer bei der jungen „FFF“-Ortsgruppe die Strukturen wieder aufbauen und aktiver werden.

Eine Fotogalerie zur Veranstaltung finden Sie hier auf unserer Website. 

Der Patient Baum

Wenn er die aktuelle Situation der Bäume beschreiben müsste, fallen Hanno Verhülsdonk zwei Worte ein: „Schon dramatisch“, sagt der 37-jährige gelernte Forstwirt aus Kervenheim, der später Baumkletterer beobachtete, sich weiterbildete und seit zwölf Jahren als Baumpfleger unterwegs ist. Um zu zeigen, wie die Bäume aktuell leiden, fahren wir auf der B 9 Richtung Schloss Wissen und schauen uns eine am Straßenrand stehende Ahornbaumreihe an. Dort begutachten wir ein Exemplar, bei dem Verhülsdonk schon die Rinde ablösen kann. „Die haben ganz schön gelitten hier.“ Bäume im urbanen Raum – in Städten, an Straßen – sind sein Spezialgebiet. „Da gibt es kleine Wurzelbereiche und Baumscheiben“, sagt er. „Die müssen mit Verdichtung und Salzstress rechnen. Dazu kommt der Straßenverkehr. Die haben eine Menge auszuhalten.“ Und Neuanpflanzungen benötigten „einen Riesenaufwand, weil die viel Wasser brauchen.“

Deswegen ist man lange schon dabei, alle möglichen Bäume aus dem Süden wie Baumhasel, Götterbaum oder Platanen anzupflanzen, die ganz gut mit der Trockenheit zurechtkommen. Am Bahnhof zum Beispiel stünden viele Platanen. „Auch Linden stehen viele in Kevelaer. Eichen haben es teilweise schwer, aber stehen weniger in der Stadt. Da kommt noch der Eichenprozessionsspinner dazu.“ In Zukunft müssten die Planer den Pflanzen in der Stadt und an den Straßen „mehr Wurzelraum“ geben. „Da gibt es aber schon Konzepte“, sagt Verhülsdonk. Wichtig sei da, dass es Gestelle mit Baumsubstraten gebe, genug Luftaustausch, Drainagen und ausreichend Wasser.

Auf dem Kapellenplatz

Bei den alten Bäumen auf dem Kapellenplatz müsse man schauen, wie man die zukünftigen Baumaßnahmen durchführe. „Die Bäume sind alt, da kann man davon ausgehen, dass es unter dem Pflaster nicht so verdichtet ist.“ Daher lautet eine seiner Empfehlungen: „Keine Maschinen auf die Baumscheiben absetzen.“

Ein Ahornbaum an der B9.

In der Schravelner Heide finden wir eine Birke, die wenig Chancen aufs Überleben hat. Das Hauptproblem ist schnell ausgemacht. „Die Trockenperioden sind viel länger, und wenn es regnet, dann alles in kurzer Zeit, was der Boden nicht alles aufnehmen kann.“ Das Phänomen lasse sich die letzten Jahre gut beobachten. „2016 hatten wir ja Hochwasser, da sind 200 Millimeter in einem Monat runtergekommen. Dann war es ein Jahr unproblematisch und dann gab es drei Jahre völlige Trockenheit.“ Mitte März habe man 120 Millimeter gehabt, „wo wir einen Jahresdurchschnitt von 800 Millimeter haben. Hier in Kevelaer war das sehr schlimm.“

Bepflanzungen seien besonders schwierig, „weil man sie stark wässern muss. Da wir Stürme hatten, haben es die stark ausgedünnten Wälder schwierig, weil viel mehr Verdunstung drin ist. Da hat man viel mehr vertrocknete Bäume, weil die Kronendächer nicht ganz geschlossen sind.“ Besonders betroffen von dem Wandel des Klimas in Wald und Stadt sind die Fichten, sagt der Experte. Wir kommen an einer Lichtung vorbei, wo man das gut sehen kann. „Da sieht man, dass die abgestorben und alle ausgeräumt wurden. Da sind Kahlschläge entstanden.“ Seine Prognose lautet, dass es „auf lange Sicht keine Fichten in der Region mehr geben wird.“

Aus historischer Sicht sei das weniger schlimm. „Die sind hier auch nicht beheimatet.“ Für die Holzindustrie und die Forstwirtschaft sei das aber schon problematisch. „Alles Holz, was verbaut wird, das sind Fichten und Tannen. Das sind die Bäume auch, die bei Stürmen als erste umfallen.“ Auch Birken und Ahorne, die noch mit der Rußrindenkrankheit zu kämpfen haben, haben es schwer. „Da fliegen Sporen durch die Luft, und wenn der Baum durch Trockenheit geschwächt ist, dann bringen sie den Baum in kürzester Zeit zum Absterben.“

Die Kiefern und Eichen, die wir in dem Waldstück ausmachen, „die sehen noch in Ordnung aus“, sagt der Experte. Davon gibt es dort viele. „Hier ist sandiger Boden, auf diese Arten hat man früher gesetzt.“ Welche Strategie denn nun für den Wald die richtige ist? „Da müssen Sie einen Förster fragen“, sagt er und beschreibt dann die diskutierten Optionen.

Die einen sagen so, die anderen sagen so

„Die einen sagen, man muss auf südländische Bäume oder auch amerikanische Douglasien gehen. Andere sagen, man müsste den Wald insgesamt dichter lassen und weniger bewirtschaften, damit er weniger austrocknet.“ „Den Bestand ausdünnen, dann bekommen die Bäume mehr Licht und wachsen schneller“, das sei die erkennbare Strategie. Das schaffe dann mehr Holzzuwachs, „dass man darunter ein kühleres Klima hat und die Gefahr, dass die Bäume vertrocknen, nicht so groß“ ist. Die Verdichtung sei auch wichtig, um die Waldfunktion als C02-Speicher zu fördern. „Je mehr Biomasse im Wald bleibt, desto mehr Co2 wird eingelagert.“ Also könnte man bei den alten einheimischen Baumarten bleiben.

Klar sei aber, dass sich in den Baumbeständen einiges ändern wird, auch neue Baumarten auftreten werden wie die Douglasie. Sie könnte als Bauholz die Fichte ablösen. Aber auch da könnte eine Monokultur Probleme schaffen, meint Verhülsdonk. Er favorisiert den Mischwald, um so auch das Risiko von Schädlingen kleiner zu machen.

Was passiert, wenn es weiter so trocken bleibt, da wagt er keine Prognose. „Wenn der Winter keinen Regen bringt, dann gibt es noch größere Probleme. Aber man wundert sich, was die Bäume so alles aushalten.“ Und ein Wald könne nicht sterben, weil immer wieder etwas Neues entstehe.

Was was bringt, wissen in Wissen wohl erst die Urenkel

Schon im Tierreich gehört die „Eierlegende Wollmilchsau“ zu den Legenden. In der Pflanzenwelt wird man sie erst recht vergeblich suchen. Das ist die Crux, aber auch eine Chance des Waldes, meinen Raphaël Freiherr von Loë und sein Forstverwalter Frank Koch. Dass Monokulturen, wie sie nach dem Krieg aus damals naheliegenden Gründen angebaut wurden, keine dauerhafte Lösung für den Wald sind, weiß man auf Schloss Wissen schon lange. Seit mehr als einem Jahrzehnt setzt man hier auf die Durchmischung. Ob die Bäume den sich verschärfenden Klimawandel überstehen, ihn vielleicht gar bremsen können – „das wissen dann meine Urenkel“, sagt der Freiherr.

Der Wald sei „ein historisches Hobby der Eigentümer“, da macht sich Frank Koch keine Illusionen. „Ein knallharter Wirtschaftsfaktor ist er nicht.“ Schon beim jüngsten Fichtensterben habe man nicht einmal die dringenden Aufräumarbeiten  kostendeckend leisten können. Und nach drei trockenen Sommern habe nun auch der Laubwald in großen Teilen seine Belastungsgrenze erreicht. Eine großflächige Bewässerung, wie bei Stadtbäumen oder in der Landwirtschaft, sei unmöglich.

Im „Dürremonitor“ liege man „im tief violetten Bereich“, sagt Koch, der Sommerniederschlag fehlte fast völlig, der Boden sei bis in eine Tiefe von 1,80 Metern schlicht trocken. Und so ein Laubbaum mit einem Kronendurchmesser von zehn Metern ziehe normalerweise etwa 300 Liter Wasser aus dem Boden – pro Tag. Hinzu komme das, was wir Menschen als „Sonnenbrand“ auf der Haut kennen. „Rindenbrand“ heißt das bei Bäumen, entsteht bei extrem starker Sonneneinstrahlung – und ist oftmals ein Todesurteil. Doch auch das gegenteilige Phänomen ist den Wissenern schon untergekommen: Als 2016 extrem viel Niederschlag fiel, stand das Wasser auf lehmigen Böden 30 Zentimeter hoch und „die Bäume sind ertrunken“, sagt Koch.

Nur der Mischwald überlebt

Dauerhaft überleben könne letztlich nur der Mischwald, da sind sie sich sicher. „Doch alles was wir hier heute tun, ist mindestens auf Jahrzehnte angelegt“, sagt Koch. Und erst dann könne man wirklich absehen, ob sich der Einsatz gelohnt habe, sagt von Loë und meint das nicht in erster Linie finanziell. Aber nicht nur eine möglichst breite Mischung der Baumarten sei wichtig. Immer mehr rücke auch die Erkenntnis in den Fokus, dass die Entwicklung des Waldes auch eine Generationenfrage sei – eine der Baumgenerationen. Im Schatten größerer, älterer Bäume habe eben der Nachwuchs bessere Entwicklungschancen, bringt es der Freiherr auf den Punkt.

Was den Waldbesitzern bleibe, sei der Blick auf wissenschaftliche Versuche und auf die  Erfahrungen der Vorfahren – zum Glück im Wissener Wald sehr gut dokumentiert, sagt von Loë.

Radfahren für den guten Zweck

Nach der erfolgreichen ersten Auflage von „MEhr RAdeln“ im vergangenen Jahr, stiegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „MERA Tiernahrung“ auch dieses Jahr wieder für den guten Zweck aufs Rad. Die von Juni bis August erradelten Kilometer – exakt sind es 15.823,23 Kilometer –  bringen eine CO2 Ersparnis von umgerechnet 2.294,38 Kilogramm, die eins zu eins in Hunde- und Katzenfutter umgesetzt werden. Der Spitzenreiter aus dem Vorjahr, Abteilungsleiter Tim Gasseling, hatte sich eine Steigerung der Kilometerzahl zum Ziel gesetzt und sich zusätzlich am 20. Juni unter dem Motto „MEhr RAdeln Extreme“ gleich für 24 Stunden Radfahren am Stück auf den Sattel geschwungen. Das Tierfutter wird der Tierschutzorganisation „Helden für Tiere“ gespendet. Die Übergabe von über drei Tonnen Trockenfutter (genau 3.227 Kilogramm) an Ralf Seeger fand am 17. September statt.

Nachhaltigkeit sei eines der zentralen Themen bei MERA – daran habe auch Corona nichts geändert, erklären die Verantwortlichen. „Gerade nachdem wir alle den Frühling im Lockdown verbracht haben: Was könnte es Besseres geben, als sich auf das Rad zu setzen und gemeinsam für den guten Zweck aktiv zu werden?“, meint Felix Vos, Geschäftsführer der MERA Tiernahrung GmbH. „Es geht nicht nur darum, einen positiven Beitrag für unsere CO2-Bilanz zu leisten, möglichst viele Kilometer und dementsprechend eine große Futterspende zu erzielen – auch die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen profitiert davon.“ 

600 Kilometer in 24 Stunden 

31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich beteilgt – unter anderem Tim Gasseling. Neben seiner Arbeit beim Tierfuttermittelhersteller als Abteilungsleiter ist er privat Mitglied im Racing Team des in Erkelenz beheimateteten „Coffee & Chainrings“ Mountainbike-Vereins und somit leidenschaftlicher Mountainbiker, Rennfahrer und Ultracyclist. Er hatte es sich zum Ziel gesetzt, über einen Zeitraum von 24 Stunden am Stück eine Distanz von knapp 600 Kilometern zurückzulegen und sein Vorhaben erfolgreich umgesetzt: „Es war eine große Motivation zu wissen, dass jeder Kilometer, den ich mehr schaffe, auch mehr Futter für die Tierschutzorganisation ‚Helden für Tiere‘ bedeutet. Das hat sich trotz der Anstrengung einfach wahnsinnig gut angefühlt.“ Für Gasselings Vorhaben wurde eine 5 Kilometer lange Strecke abgemessen, auf der so viele Runden wie möglich zurückgelegt werden konnten. „Normalerweise finden im Frühjahr viele Wettrennen und Veranstaltungen statt. Wegen Corona sind natürlich alle Events abgesagt worden. Da war ‚MEhr RAdeln‘ ein großartiger Anlass, die eigene Energie für einen guten Zweck einzusetzen.“

Der Aufwand hat sich gelohnt: Am 17. September war es soweit und Ralf Seeger holte wie auch 2019 die Tierfutter-Spende von über drei Tonnen Trockenfutter gemeinsam mit seinem Team ab: „Wir sind MERA und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unglaublich dankbar für die großartige Spende. MERA hilft unseren Tieren damit sehr konkret und wir wissen unsere Tiere gut versorgt. Das ist das Wichtigste.“

Klima.Partner im Kreis Kleve vereint unter neuem Logo

Zum einjährigen Bestehen der „Klima.Partnerschaft“ haben die 16 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreis Kleve nun in Kevelaer ein gemeinsames Logo veröffentlicht, unter dem sie ihre Aktivitäten in Sachen Klimaschutz zukünftig bündeln wollen. Neben Klimaschutz steht zukünftig auch die Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Fokus.

Das Logo wurde von Eva Ehren, Grafikdesignerin aus Kevelaer, entwickelt.
Seit der Gründung der Klima.Partnerschaft am 11. September 2019 durch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aller 16 Kommunen im Kreis Kleve treffen sich die Kommunen regelmäßig, um einen stärkeren Informationsaustausch und eine intensivere Zusammenarbeit in Sachen Klimaschutz voranzutreiben. Als erstes gemeinsames Projekt wurde in diesem Jahr kreisweit an der Aktion „Stadtradeln“ teilgenommen.

Den Rathaus-Chefs geht es aber nicht nur um die Vermeidung und Minderung von Treibhausgasen, sondern auch um den Umgang mit den Folgen des Klimawandels wie Starkregenereignisse und Trockenheit in der Region des Kreises Kleve. Der Klimaschutz soll dabei eine stärkere Stimme im Kreis Kleve erhalten und durch Öffentlichkeitsarbeit soll das Bewusstsein für die Bedeutung des Klimaschutzes auch nachhaltig erhöht werden.

Foto: Wallfahrtsstadt Kevelaer

Fleißige Zweiradfahrer beim dritten Stadtradeln

Deutlich mehr Kilometer, mehr Teilnehmer und zwei Kreis-Sieger – so lautete die Bilanz des dritten Kevelaerer „Stadtradelns“. Zur Ehrung der besten Radler im Zuge des Wettbewerbs hatte die Klimaschutzmanagerin Nina Jordan die Vertreter der Gruppen und die Einzelradler in den Ratssaal der Stadt eingeladen. „Es ist eine etwas andere Siegerehrung, es hat ein anderes Stadtradeln gegeben – und trotzdem sind die Zahlen gut“, lobte Jordan die insgesamt 278 Teilnehmer für ihren Fleiß auf dem Zweirad. Damit konnte die Klimaschutzmanagerin zugleich auch einen neuen Teilnehmerrekord vermelden -  stolze 71 Prozent mehr als im Vorjahr. Und mit der „Stiftung Wadentest“ fand sich auch der ihrer Meinung nach originellste Team-Name.   

Die Corona-Pandemie habe dazu sicher ihren Beitrag geleistet, vermutete sie. „Das hat natürlich nochmal ‘Rückenwind’ gegeben dieses Jahr. Es haben deutlich mehr Leute das Rad lockdown-bedingt wiederentdeckt. Das Radfahren war eines der wenigen Dinge, die man während dieser Zeit so machen konnte.“ Und unter den Teilnehmern seien auch „erfreulich viele Parteien und Parlamentarier“ – insgesamt 14 – gewesen, sagte Jordan. Der positive Effekt für die Umwelt zeigte sich dementsprechend in der hohen Zahl der Kilometer, die die Teilnehmer in den drei Sommerwochen vom 15. Juni 2020 bis zum 5. Juli 2020 absolviert hatten.

67.412 Kilometer bedeuteten unter dem Strich eine Einsparung von zehn Tonnen Kohlendioxid, die man sonst mit dem Auto verbraucht hätte. „Das ist eine Strecke zweimal von hier aus nach Australien und wieder zurück – und die zehn Tonnen entsprechen zwei Millionen gefüllter Luftballons“, verdeutlichte Jordan die Dimension, die das Ergebnis der Aktion hat. Im vergangenen Jahr hatte die Quote noch bei 56.302 Kilometern und 7,995 Tonnen gelegen.

Die Belohnung: 41 Kevelaer-Taschen

Maik Thesing nahm mit einem Mitstreiter die insgesamt 41 Kevelaer-Taschen als „Belohnung“ für die Leistung als radelaktivstes Team in absoluten Kilometern entgegen. „Wahrscheinlich werde ich jetzt eine Rundmail schreiben und die Sachen dann gleich verteilen“, griffen sich die beiden die Beutel und schwangen sich nach der Ehrung damit tatsächlich auf ihre Räder. Als Team „the different“ hatten die 41 Mitglieder seiner Gruppe stolze 12.438 Kilometer zurückgelegt und 1828 Kilo Co2 eingespart.

„Ich mache jedes Jahr ein Team – das sind Freunde und Verwandte, vom KSV welche, einige von der Leichtathletik. Und es kommen immer mehr Leute“, stachele man sich da auch ein gutes Stück gegenseitig an. „Ich glaube schon, dass einige schon mehr Rad fahren, wenn man denen sagt, du musst mehr Kilometer machen als ich. Das kommt da zum Tragen.“

Bester Pendler wurde in diesem Jahr Klaus Beckers mit insgesamt 753 Kilometern und einer Einsparung von 109 Kilogramm Co2. Erfolgreichstes Firmenteam waren die Stadtwerke Kevelaer mit elf Teilnehmern und 2225 Kilometern, was 237 Kilo Co2 entspricht.

Kilometer pro Kopf

Christina und Gerhard Paplinski aus Kervenheim durften bei der Ehrung gleich zweimal nach vorne kommen – einmal, weil sie in Kevelaer mit 1551 Kilometern und 228 eingesparten Kilo Co2 das radaktivste Team gemessen an den Pro-Kopf-Kilometern waren, und dann noch, weil sie in einer Auswertung für den Kreis Kleve auch die Nase vorn hatten.

Was sie dazu bewogen hatte, an dem Wettbewerb teilzunehmen? „Weil wir Zeit hatten – und mit Corona waren wir halt zu zweit immer allein unterwegs“, erzählte Gerhard Paplinski. Dementsprechend „haben wir uns halt so ein paar Ziele vorgenommen“, ergänzte seine Frau. Und so traten die beiden mächtig in die Pedale, um in der Umgebung eine Reihe von Orten abzufahren – von Kervenheim ging es nach Venray, Nijmegen, Anholt, Xanten bis nach Menzelen.

In der kreisweiten Auswertung lagen die Kevelaerer Einzelpendler, die für das „Stadtradeln“ zusammengezählt wurden, vorn.   

Kevelaer mit dem „European Energy Award“ ausgezeichnet

In Ratingen im Klostergarten erhielten am Dienstagmorgen die Kommunen Ratingen, Schwalmtal, Schwerte und Kevelaer als Anerkennung für ihr mehrjähriges Engagement in Sachen Kommunale Energiewende aus der Hand von Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, und Ilga Schwidder von der Bundesgeschäftsstelle des eea den European Energy Award (eea). Bereits seit 2009 nimmt die Wallfahrtsstadt Kevelaer am eea teil. In dieser Zeit wurde unter anderem ein Bürgerwindprojekt mit Unterstützung der Stadtwerke Kevelaer realisiert. Die Stadt hat sich zudem das systematische Energiemanagement der kommunalen Gebäude, die Information für Bürger zum effizienten Bauen und Sanieren sowie die Förderung des Fahrradfahrens als Ziele gesetzt. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem die Energie- und Modernisierungsmesse „Dein Haus – Made in Kevelaer“ in Kooperation mit Kevelaerer Unternehmen durchgeführt. Zudem wurde eine Beschaffungsrichtlinie zur „Grünen Beschaffung“ für Büromaterial in der Verwaltung erstellt. Die Auszeichnung nahmen Bürgermeister Dr. Dominik Pichler und Klimaschutzmangerin Dr. Nina Jordan entgegen. Pichler erklärte bei der Übergabe, ihn sei besonders die Gewinnausschüttung des Bürgerwindpark-Projektes durch die Betreiber und die Stadtwerke an Kevelaerer Vereine und Organisationen wichtig. „So kann man die Bürger mitnehmen und lokales Engagement mehrfach unterstützen.“

Bewerbungsfrist für den insektenfreundlichsten Garten naht

Der „Runde Tisch insektenfreundliches Kevelaer“ hat dieses Jahr zwei Wettbewerbe für mehr Grün in der Stadt ausgerufen (das KB berichtete). Der letzte Wettbewerb geht jetzt in die finale Phase und bis 8.7. kann man sich noch bewerben. Das Bewerbungsformular und die Teilnahmenbedingungen findet man online unter kevelaer.de/vorgarten. Fragen beantwortet die Umweltbeauftragte, Nina Jordan, unter 02832-122740 oder nina.jordan@kevelaer.de. Bitte keine Bewerbung per E-Mail schicken, es werden ausschließlich Bewerbungen über das städtische Formular akzeptiert. In der Jury sitzen unter anderen Umweltschützer und Imker. Kriterien für einen insektenfreundlichen Garten bestehen unter anderem aus einem geringen Versieglungsgrad und einer großen Pflanzenvielfalt, insbesondere, dass möglichst über das ganze Jahr Blüten vorhanden sind. Den Gewinnern winken Gutscheine für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort sowie das Bauerncafé Binnenheide. Mit der Teilnahme erklärt man sich einverstanden, dass Fotos des Vorgartens veröffentlicht werden dürfen.

„Mein Vorgarten soll bunter werden“

Naturschützern und Imkern jagt Schotter kalte Schauern den Rücken runter: Auch in Kevelaer nimmt die Zahl der Steingärten weiter zu. Mit der Aktion „Mein Vorgarten soll bunter werden“ wollen die Wallfahrtsstadt Kevelaer und der Imkerverein für Kevelaer und Umgebung e.V. nun gemeinsam gegensteuern.

„Wir bemühen uns um eine insektenfreundlichere Ausrichtung unserer Stadt“, geben die Kevelaerer Klimaschutzmanagerin Dr. Nina Jordan und Jürgen Kulcke vom Imkerverein die Marschrichtung vor. Erreichen wollen sie dies nicht etwa mit Verboten, wie in anderen Städten, sondern mit Wettbewerben, die naturnahe Vorgärten belohnen. Sie seien „bestrebt, die Anzahl der Gärten aus Stein und Schotter zu reduzieren und sie in blühende, aber pflegeleichte Anlagen umzuwandeln.“

Wer seinen bestehenden Schotter- oder Steingarten in einen naturnahen Vorgarten umwandeln möchte, kann Bilder vom aktuellen Zustand einsenden und einen von drei Preisen gewinnen. Es winken als 1. Preis ein „fachmännisch geplanter und angelegter neuer insektenfreundlicher Vorgarten“, als 2. Preis „Pflanzgutscheine für bienen- und insektenfreundliche Pflanzen inkl. Beratung für den eigenen Vorgarten im Wert von 100,-€“ und als 3. Preis „Pflanzgutscheine für bienen- und insektenfreundliche Pflanzen im Wert von 50,-€“.

Wer sich bereits Gedanken gemacht hat und seinen Garten bereits naturnah angelegt hat, solle aber nihct leer ausgehen, haben die Klimaschutzmanagerin und der Imker beschlossen. An einem zweiten Wettbewerb können deshalb auch diese „Beispielgeber“ teilnehmen. Für naturnahe Gärten sind ebenfalls drei Preis ausgelobt: 1. Preis ist „eine Familiendauerkarte für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort“, 2. Preis ist „eine Einzeldauerkarte für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort“, 3. Preis „Kaffee und Kuchen für zwei Personen im Bauerncafé Binnenheide“. Die Wettbewerbe wurden durch die Unterstützung der Sponsoren Gartenbau Steegmann, Gartencventer Breuer, Gasa Group und Bauernhofcafé Binnenheide möglich.

Die Teilnahmebedingungen und Teilnahmeunterlagen für beide Wettbewerbe werden in der kommenden Woche im Internet veröffentlicht. Auskunft erteilt die Klimaschutzbeauftragte der Walldfahrtsstadt Kevelaer, Dr. Nina Jordan (Telefon: 0 28 32 – 12 27 40 oder Email: nina.jordan@kevelaer.de).

Stadt und Imkerverein belassen es aber nicht allein beim Wettbewerb, sondern wollen in der kommenden Woche in einem Flyer, der zur Teilnahme an den beiden Wettbewerben aufruft, den Interessenten auch die Vorteile einer naturnahen Gartengestaltung und Argumentationshilfen für eine Umgestaltung an die Hand geben. So heißt es in dem Flyer etwa, dass Naturmaterial viel günstiger sei als Fremdmaterial, die Baustoffe stammten aus der Region und seien nachwachsend, es müssten keine umweltschädlichen Hilfsmittel wie verbotenes Gift oder Flämmgeräte zum einsatz kommen, Kleintiere und Insekten fänden Lebensraum und Nahrung, die Fläche sorge für Kühlung, Filterwirkung und Sauerstoffbildung, fördere das natürliche Bodenleben und schließlich könne Wasser versickern und werde durch den natürlichen Boden gefiltert.