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„Wir können es immer noch fühlen“

Am Samstagabend herrschte im Winnekendonker Festzelt beste Stimmung. Denn dort hatte die KLJB zum „Dans op de Deel“ eingeladen, zu dem am Ende um die 300 Besucher kamen.
Zuvor hatte es in der Urbanus-Kirche einen von der KLJB mitgestalteten Gottesdienst gegeben. Im Anschluss daran kamen die Mitglieder der Vereine und Bürger aus dem Dorf zusammen, um das Tanzbein zu schwingen. Schon früh „stürmte“ die zukünftige Festkettenträgerin Anne Teller-Weyers mit ihren Mitstreiterinnen von der KLJB die Tanzfläche und sang zu Revolverhelds „Wir können es immer noch fühlen“ der Partyband begeistert mit.
Mit dem Bollerwagen kam zwischendurch ein großer Schwung der Mitglieder der Kervenheimer Feuerwehr, die beim Orientierungslauf der Feuerwehren teilgenommen hatten. „Wir waren zwar nur 14 von 18, aber die Stimmung war super“, berichtete Marc Josefs. „Wir wollten es uns aber nicht nehmen lassen, hier mitzufeiern“, ergänzte Florian Reykers gut gelaunt.
Auch ein zukünftiger Ehemann nahm mit seinen Freunden an der Party teil – Rafael Zaykowski aus Goch verkaufte mit einem Bauchladen Dinge für „Personen unter und über 18 Jahren“. Er hatte mit seiner zukünftigen Frau Jenny Lamers in Winnekendonk gewohnt, „deshalb weiß ich, dass sich das Feiern hier lohnt“, meinte der 28-Jährige.
Am Abend nutzten viele Besucher die Fotobox für ein Erinnerungsbild und ließen bis weit nach Mitternacht die Sohlen über das Parkett gleiten.

Entspannte Ruhephase beim Frühschoppen

Dass nach der Party am Samstag etwas Entspannung angesagt war, war den Teilnehmern des Frühschoppens am Sonntag durchaus anzumerken.
Nach und nach kamen die Protagonisten der Feierlichkeiten ins Festzelt. „Die Party im Zelt gestern ging bis fünf Uhr“, ließ es die zukünftige Festkettenträgerin Anne-Teller Weyers an diesem heißen Tag ruhig angehen.
„Die Musik haben wir bei uns noch gehört“, erzählte Peter Schlossarek, der seinen 57. Geburtstag am Vorabend in privater Runde begangen hatte. „Man muss viel ‚leiden‘, aber die Stimmung unter den Schützenbrüdern ist gut“, so der Achterhoeker Willi Gietmann.
Für den musikalischen Rahmen des Frühschoppens sorgte an diesem Sonntag der Winnekendonker Musikverein. „Wir sind kurzfristig eingesprungen, der Musikverein aus Wetten hat vor zwei Tagen abgesagt“, hatten der Vorsitzende Markus Aben und seine Mitstreiter Solidarität bewiesen und unterhielten die Gäste mit ihrem Repertoire.
Auch das Improvisationstalent der Winnekendonker Feuerwehr war gefragt. Der Tatsache geschuldet, dass es in diesem Jahr weder einen „Selbstfahrer“ noch ein Kinderkarussell gab, musste man für die Kinderbelustigung einen adäquaten Ersatz organisieren.
So stand dann auf dem Parkplatz ein Feuerwehrwagen, die Kids konnten mit den Wasserschläuchen spritzen, sich auf der Hüpfburg bewegen und hatten ihren Spaß. Die „Großen“ genossen im Schatten erfrischende Getränke und schöne Gespräche.

Der Versuch ist geglückt

Stimmung zeigten sich zum Start der Radtour in Winnekendonk. Die gut 60 Fahrer, die sich am Festzelt versammelt hatten, gaben ein entspanntes Bild ab.
Von dort aus machte sich die Gruppe gut gelaunter Teilnehmer auf den Weg zum Hoffmannshof, den man nach gut 20 Minuten erreichte. Auf der Strecke befand sich auch der Sebastianus-Schützenthron, dessen Fahrleistung angesichts der ausdauernden Königsball-Party mit „Verlängerung“ umso höher zu bewerten war.
„Meine Mutter hat schon gesagt, geh nicht im Dunkeln nach Hause“, deutete Adjutanten-Ehefrau Martina Lohmann an, dass der Abend zum Morgen geworden war. „Es war dann doch sechs Uhr“, machte Schützenkönig Boris Weber dann die wahre „Dimension“ der Geselligkeit im Garten nach der Zeltparty deutlich.
Seine Kondition und die aller Beteiligten wurde auf der Radtour sportlich wie genusstechnisch „gefordert.“ Denn sie durften gleich bei einer Station aus dem eigens vorbereiteten „Bäuerchen“ ein Schnapsgläschen aus Gründen der Geselligkeit probieren.
Die zukünftige Festkettenträgerin Anne Teller-Weyers freute sich über den überraschend guten Zuspruch. Die KLJB als Ausrichter der Kirmes hatte einfach mal was Neues gewagt. „Vorher haben wir gesagt: zwischen 20 und 100 kann alles passieren. Jetzt die 60, das ist echt gut.“
Von dem Anwesen aus führte die Tour weiter zum Achterhoeker Schützenkönig Rainer Mott, der die Aktiven in seinem Vorgarten ebenfalls mit einem besonderen Tröpfchen verwöhnte. „Dieser 300er“-Likör schmeckt echt gut“, sagte Michael Brünette und war von der Idee der Tour wie alle Beteiligten sehr angetan. „Das sollte man auf jeden Fall häufiger machen“, fand Theo Janßen. Und Mathis Itrich von der KLJB versicherte, dass man die Anregung auf jeden Fall an die anderen Vereine weitergeben wird.
Anschließend ging es vorbei an den „Residenzen“ der Adjutanten, ehe die entspannte Fahrt bei Schützenkönig Boris Weber endete. „So sieht jeder, wo ein König wohnt“, meinte Elisabeth Werner. „Hoffentlich etabliert sich das“, stand sie mit dieser Meinung nach der zweistündigen Tour nicht allein.

Mit 18 Jahren war sie schon Vorsitzende

Wenn Anne Teller-Weyers über ihre Kindheit spricht, dann huscht schnell ein Lächeln über ihr Gesicht. „Ich habe nichts vermisst, es war immer alles da“, sagt die 30-jährige Veranstaltungskauffrau, die mit ihrem acht Jahre älteren Mann Jan auf dem Hofmannshof lebt.
„Ich komme aus dem Dorf, bin in der Blumenstraße in Winnekendonk aufgewachsen, quasi also mittendrin“, erzählt die immer strahlende Tochter des früheren „Ons Derp“-Heimatvereinsvorsitzenden Norbert Heistrüvers und dessen Frau Claudia.
Zuhause sei sie „unbewusst wohl heimatbewusst erzogen worden“, erzählt Teller-Weyers, die in der St.-Urbanus-Kirche zur Kommunion ging und dort auch heiratete, in der Overberg-Grundschule ihr ersten Lernschritte vollzog und später am Gelderner Berufskolleg ihr Abitur machte. Zu ihren Mitschülern von damals hat sie bis heute Kontakt.
„Ich war immer vielseitig interessiert“, erzählt die 30-Jährige. Sie organisiert damals Feten, spielt Theater und tritt schließlich im Jahr 2004 in die KLJB ein. „Die KLJB zieht ja gerne mit im Karneval, da stand ich früher am Straßenrand. Und dann hieß es: Wenn du mitziehen willst, musst du Mitglied werden.“ Gesagt, getan. Gleich ist sie als 15-Jährige wieder „mittendrin“, sitzt mit in der Planung – ob beim Karneval oder bei Sommerfesten. Sie wird Beisitzerin und übernimmt bereits mit 18 Jahren den Vorsitz.
Es sei „eine tolle Erfahrung“ gewesen, in einem Verein „als junge Erwachsene“ gleich auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden, als jemand, „der Einfluss nehmen will“. Den Vorsitz habe sie übernommen, „weil ich mit der Sache so verbunden war, dass es eine logische Schlussfolgerung für mich war.“
Die damalige Gruppe, die sich im Zuge des Generationenwechsels herausgebildet hat, sei eine Gemeinschaft, die sich bis heute miteinander verbunden fühlt, unterstreicht Teller-Weyers. „Mit den Mädels von damals ziehen wir heute im Karneval noch mit.“ Mit ihrem Co-Vorsitzenden Christian Ripkens, der heute ihr Adjutant ist, besteht bis heute sowas wie blindes Verständnis.
Damals habe man als Ziel verfolgt, den Kontakt zur Kirche zu pflegen und das damals noch etwas „stiefmütterliche“ Verhalten der anderen Vereine gegenüber der KLJB zu verändern, „indem wir uns gegenseitig unterstützen.“ Das sei heute alles kein Thema mehr. Und die Verknüpfung der Gruppe mit den anderen Landjugend-Aktiven und dem Bistum vermittele „das Gefühl, der Teil eines großen Ganzen zu sein. Jeder weiß, der andere trägt auch ein grünes Herz in sich.“
Der Spaß am Organisieren und Planen führt auch dazu, dass Anne Teller-Weyers sich beruflich Richtung Veranstaltungskaufffrau orientiert, unter Ruth Keuken in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kevelaer ausgebildet wird. 2013 wechselt sie zur Sparkasse am Niederrhein in Moers. „Ob Lesung, Golfturnier oder ein Zirkusabend mit 300 Kindern in Lüllingen“, der Job sei spannend und gebe ihr ein gutes Gefühl.
Dass sie jetzt auf dem Land mit einem Mann zusammenlebt, der einen klassischen Milchviehbetrieb mit über 100 Tieren führt, „das hätten Freunde schon in der Kindheit unterschrieben.“ Natürlich lernten sich beide über die KLJB kennen. „Im Festjahr 2009 war ich ja aktiv im Vorstand und Jan gehörte zum Festkettenträger-Jubiläumsteam.“ So trafen sich beide häufiger – und wurden schließlich ein Paar .
Gemeinsam hat das Paar das altehrwürdige Hofhaus aus dem Jahr 1900 kernsaniert und gestaltet. Sie macht ihren Job, pflegt Haus und Garten und kümmert sich liebevoll um den ein Jahr alten Sohn Lutz.
Bei einer Schnapsprobe bei Moosbur wurde sie schließlich gefragt, ob sie sich das Amt als Festkettenträgerin der Landjugend vorstellen könne. „Wir haben das intern besprochen“, sagt ihr Mann Jan, der die Auszeichnung für seine Frau als „absolut verdient“ bezeichnet. Ihr war wichtig, dass Christian Ripkens mitzieht. „Dann haben wir das gemeinsame „Go“ gegeben.“
Man sei natürlich „in der Pflicht – und man fühlt sich total geehrt“, will sie die Auszeichnung auf der einen Seite gar nicht so hoch hängen. „Mir ist gar nicht so bewusst, dass ich im Mittelpunkt stehe“, sagt sie – zumal sie ja auch in den Vorbereitungen wie dem Heimatabend wieder „voll drin“ steckt. Auf der anderen Seite ist ihr wichtig, deutlich zu machen, dass es nicht nur um sie beide am Kirmeswochenende geht, sondern um die Repräsentanz einiger Generationen an KLJBlern.
Programm der Winnekendonker Kirmes vom 28. Juni bis 2. Juli
Die fünftägigen Kirmes-Feierlichkeiten werden unter der Regie der Landjugend einen anderen Charakter haben als die bisherigen Kirmes-Events.
„Klassisch“ ist der Fassanstich am Freitag um 17 Uhr, danach holt die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft mit den Gastvereinen aus dem Bezirk Schützenkönig Boris Weber zum Galaball ab 19.30 Uhr ab. Für die Unterhaltung sorgt „Sackers & Band“.
Am Samstag wagt die Landjugend mit einer lockeren Radtour „entlang der Residenzen“ mit dem Festzelt als Start- und Zielpunkt um 11 Uhr ein vollkommen neues Format. „Es geht halt nicht, dass wir den ganzen Zug mitgehen lassen zu beiden Standorten“, begründet die angehende Festkettenträgerin Anne Teller-Weyers. „Christian Ripkens, mein Adjutant, wohnt in Aldekerk, wir am Hoffmannshof. Unsere „Family & Friends“-Residenz ist dann bei meinen Eltern an der Blumenstraße.
Da werden auch zwei große Strohpuppen stehen.“ Natürlich geht es auch zu Rainer Mott auf die Binnenheide, von da aus zu Boris Webers Residenz in Winnekendonk – immer „begleitet“ von dem entsprechenden Schnäpschen. Nach der Vorabendmesse um 18 Uhr folgt um 20 Uhr der „Dans op de Deel“ im Festzelt mit Fotobox und der Band „Final Edition“.
Der Sonntag beginnt mit der Messe um 10 Uhr, gefolgt vom Frühschoppen ab 11 Uhr im Festzelt. Die Musikvereine Winnekendonk und Wetten spielen, für Kinder gibt es viele Aktivitäten.
Am Montag wird es für Anne Teller-Weyers nach dem Wecken um 6 Uhr und dem ökumenischen Wortgottesdienst um 15.30 Uhr beim Festakt im Bürgerpark um 16.30 Uhr mit anschließendem Festball mit der Band „Highlight“ (ab 18 Uhr) ernst.
Am Dienstag folgt mit Unterstützung der kfd ab 14 Uhr das „Kirmes-Café“ der Schützenbruderschaft mit Sängerin Monika Voss als „Stargast“. Und nachdem die Vereine sie bei der „Family & Friends“-Residenz abgeholt haben, die Festkette in der Öffentlichen Begegnungstätte um 17.45 Uhr zurückgegeben wurde und die „Kermespopp“ verbrannt sein wird, werden die Feierlichkeiten an der Gaststätte „Zur Brücke“ ihren Abschluss finden.

Auf der Suche nach dem richtigen Tröpfchen

Bei viel Sonnenschein versammelte sich eine kleine, aber feine Gesellschaft vor der Eingangstür der Öffentlichen Begegnungsstätte. Nach dem Gruppenfoto im Park ging es zum Kirmes-Weintesten in die ÖBS. Dort suchten die Festkettenträgerin, der Schützenkönig, die Geselligen Vereine und andere wichtige Winnekendonker Persönlichkeiten den Wein für die bevorstehende Kirmes Ende des Monats aus.
Der Seb-Schützenkönig war mit seiner Frau Sabine plus den Adjutanten Thomas Berretz und Thomas Lohmann samt Ehefrauen Denise und Martina zu dem Traditionsereignis gekommen. Boris Weber hatte jedoch wenig Zeit: „Ich muss gleich zum Bezirksschießen auf die Scheibe bei Scholten. Das Weinchen trinke ich danach. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, sprach‘s und überreichte erstmal dem Adjutantenpaar Denise und Thomas Berretz zum Hochzeitstag ein Quietscheentchen-Hochzeitspaar.
„Vor zwei Jahren ging es nach der Weinprobe noch bis spät in die Nacht“, konnte sich die damalige Schützenkönigin Denise Berretz nicht mehr an die genaue Uhrzeit erinnern. Der Musikverein hatte wieder seinen Musikraum freigeräumt, um eine ansehnliche Tafel mit Leucht-Flaschen, Brot zum Neutralisieren und Gläsern für die Gäste anzurichten.
Auch Anne Teller-Weyers, die zukünftige Festkettenträgerin der KLJB, war mit ihrem Mann Jan, dem Adjutanten Christian Ripkens und dem KLJB-Vorstand bei der Weinprobe zugegen. „Als Erinnerung fürs Tagebuch“ fotografierte sie mit der Kamera den gedeckten Tisch. „Ich bin vorbereitet, wir feiern ja gerne“, war sie auf vergnügliche Stunden eingestellt. „Wir können auch edel“, meinte sie hinsichtlich der Tatsache, dass an diesem Abend statt herzhaftem Hopfen feine Tropfen gereicht wurden. „Hier wird manchmal mehr Wein getrunken als im gesamten Kirmeszelt, hab ich gehört“, genoss sie den Moment. „Wir nehmen alles Stück für Stück und liegen gut im Zeitplan. Der Countdown läuft, alle Nachbarn rödeln“, spürte man bei ihr trotz aller Gelassenheit die Vorfreude auf die Kirmes. „Das Schlottern kommt bestimmt kurz vor der Übergabe der Festkette.“
Seit 1949 keine einzige Kirmes verpasst
Hansgerd Kronenberg, der seit 1949 keine einzige Kirmes verpasst hat, definierte vor dem Start der Probe die Qualität eines guten Kirmesweins: „Das kann keiner sein, den man in ruhigen Stunden vorm Fernseher genießt. Der muss schon spritzig sein. Mit 13 Grad sollte man den kredenzen, nicht zu kalt und nicht zu warm. Und er muss süffig sein.“
Und so starteten die Anwesenden nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Geselligen Vereine, Rüdiger Göbel, mit der Probe der sieben von Peter Tenhaef ausgewählten Weine, die in jeweils doppelter Ausführung vorhanden waren.
Anhand einer Liste konnten die Teilnehmer dann ihre Punkte für die diversen Weine (vom Dichtinger Spätburgunder Weißherbst 2017 bis zur Dusemund 2015 Spätlese) vergeben. Gemeinsam wurde dann angestoßen, geplaudert und der Abend genossen.

Johannes Croonenbroeck trug die Wettener Festkette

Erstaunt warteten einige Wettener Bürger nahe des alten Schulhofs, als der Zug mit den Vereinen zur Festkettenübergabe einfach noch nicht auftauchte. „Wettese Pünktlichkeit“, meinte eine Frau – ohne wahrzunehmen, dass sich der Zug bereits vom Marktplatz auf den Weg durch die Ortschaft hindurch schlängelte. Mit dabei waren natürlich auch der zukünftige Festkettenträger Johannes Croonenbroeck und sein Adjutant Heinz Gipmans.
Insbesondere Croonenbroeck spürte, nachdem der Musikverein ihn in Veert abgeholt hatte und er anschließend bei dem scheidenden Festkettenräger Georg van Bebber frühstücken durfte, die „Last“ der herannahenden Ehrung: „So langsam kommt es“, meinte er auf dem Marschweg lächelnd zum Stadium seiner Nervosität. Schließlich würde es auf dem alten Wettener Schulhof „ernst“.
Nachdem der Zug der Vereine auf dem Schulhof angekommen war, begrüßte der Präsident der Geselligen Vereine, Thomas Krahnen, alle Anwesenden und den „Platzkommandanten und Festkettenträger in den letzten Zügen“, Georg van Bebber. Dabei griff er den Wertekanon der Schützen „Glaube, Sitte, Heimat“ auf und teilte die Gruppen nach diesen Begriffen ein.
Mit einem historischen Gedicht erinnerte er an die 90-jährige Geschichte der Franziskus-Schützenbruderschaft Berendonk. Und er „lobte“ die neu eingeführte „Franzi“ als Leitfigur der Bruderschaft. „Gut, dass man sie sowohl männlich wie weiblich interpretieren kann.“

Die Kirmespuppe zieht durchs Dorf.


Bürgermeister Pichler hatte zwar kein zweites Gedicht in petto („Das hätte ich früher wissen müssen“), zeigte sich aber bestens über die Kirmes-Vorgänge der letzten Tage informiert: Gestern war der Platz auch voll und vorgestern Abend war es auch eine tolle Sause.“ Mit Humor schlug er die Brücke von der Kirmes zur aktuellen Klimadebatte. „Fridays for Future kümmern sich um die Zukunft. Wir kümmern uns um das hier und jetzt – Mondays for Kirmes!“
Die Ortsvorsteherin Beate Clasen würdigte in ihrer Rede die Verdienste des Festkettenträgers, der „unzählige Stunden für die Repräsentanz“ der Bruderschaft übernommen, zwanzig Jahre lang die Majestäten begleitet und sich für die Franziskus-Figur in der Kirche stark gemacht habe. Clasen erinnerte an die Feiern am Platz des alten Berendonker Schulgebäudes, „wo die Scheiben verdunkelt wurden, um nahe der B 9 nicht zu sehen, was da für ein tolles Fest ablief“.
Anschließend verlieh Clasen Croonenbroeck die Festkette. Brudermeister Achim Janßen ergänzte die Kette mit der Festplakette, die das Emblem der Berendonker Schule plus den Verweis auf das Jubiläum enthält.
Der so Geehrte bedankte sich persönlich bei allen Beteiligten und dem Musikverein, der ihn am Morgen abgeholt hatte „und für die Fahrt am Samstag auf dem Sofa“. Anschließend sangen alle auf dem Platz das Wettener „Heimatlied“, ehe der Tross eine ausführliche Runde durch die Ortschaft drehte.
Im „Knoase-Saal“ fand die Feier dann ihre Fortsetzung. Croonenbroeck und Gipmans nahmen mit ihren Frauen die Glückwünsche der Vereine entgegen. Pastor Manfred Babel verehrte beiden Damen eine Rose.
Brudermeister André Janßen zog ein durchweg positives Fazit der Kirmes: „Es war eine schöne, auch anstrengende, aber herrliche Zeit. Wir haben vieles, was wir uns vorgestellt haben, umgesetzt.“ Ihm seien vor allem die Dorfolympiade am Sonntag und der stimmungsvolle Königsgalaball im Gedächtnis geblieben: „Wir haben mit dem Königsgalaball am Freitag schon gestartet. Das war schon unser hoher Festtag.“
https://www.kevelaerer-blatt.de/kirmes-in-wetten-2019/

Auf dem Trecker-Sofa durch das Dorf

Es herrschte eine heitere Stimmung, als sich die Mitglieder der Franziskus-Brunderschaft nahe des „Knoase“-Saales zum Kirmesauftakt gemeinsamen Marsch durch die Ortschaft versammelten.
Für den Festkettenträger Johannes Croonenbroeck und seine Frau Christa sowie seinen Adjutanten Heinz Gipmans mit seiner Frau Brigitte hatten sich die Kameraden was Besonderes ausgedacht: ein mobiles Trekker-Sofa, auf dem das Quartett durchs Dorf chauffiert wurde.
„Ich bin jetzt 45 Jahre lang dabei und war vor 32 Jahren Schützenkönig, aber das ist nochmal ein ganz anderer Höhepunkt“, strahlte der 59-Jährige.
Gemeinsam mit seinem Adjutanten machte sich Croonenbroeck an die Fahnenstange, um das Wetten-Emblem hochzuziehen. Danach ging es für die „Karawane“ mit dem Musikverein, den anderen Vereinen und dem scheidenden Festkettenträger „Bomber“ Georg van Bebber mit seinem Adjutanten Markus Heinen zum Kirmesplatz. „Ich hatte ein echt tolles Jahr“, freute er sich einfach nur für seinen Nachfolger.
Am Marktplatz schien das halbe Dorf zu stehen, das den Tross begrüßte und schon die ersten Spiel und Fahegeräte ausprobiert hatte.
Den klassischen Fassanstich gab es nicht. Dafür schenkten die Alten Herren von Union Wetten das Bier aus. Die Musikgruppen aus Lebendorf und Wetten lieferten sich ein spaßiges Musikspiel-Duell auf der Wiese nahe der Kirche, Und gemeinsam mit ihren Freunden stießen der zukünftige Festkettenträger und sein Adjutant auf die Kirmes an.

Das Beste, was Kevelaer hat

Sie war ohne Zweifel der Höhepunkt der vergangenen Woche: die Kevelaerer Kirmes. Das KB war an allen Tagen dabei und hat das Engagement unzähliger Kevelaerer begleitet, ohne die dieses Volksfest nicht wäre, was es ist.

Der Auftakt

Wie sehr die ganze Stadt und vor allem die jungen Kirmes-Fans auf den Start der Kirmes „brannte“, war an den Schlangen abzulesen, die sich schon früh am Donnerstag an den Fahrgeschäften bildeten. Vor der großen „Nessi“-Schiffsschaukel warteten auch die ersten Vereinsvertreter auf den großen Kirmesauftakt, der von den „Swingenden Doppelzentnern“ mit fetzigen Rhythmen musikalisch eingeleitet wurde. Gemeinsam mit dem zukünftigen Festkettenträger Hans-Gerd „Tutti“ Rütten und seinem Gefolge zogen sie über die Kirmes auf den Platz vor dem Schiff. „Wir sind gut vorbereitet“, blickte Rütten entspannt den Feierlichkeiten der kommenden fünf Tage entgegen. 

Der Start der Kirmes. Foto: AF

Bürgermeister Pichler nahm die Ereignisse des Vorabends, der inoffiziellen Eröffnung mit Schaustellern, Stadt- und Vereinsvertretern in seine Eröffnungsrede mit auf: „Wenn der Autoscooter nicht funktioniert, dann war ich das. Dann geht der Dank auch an die Damen und Herren, die sich da vorne befinden.“ Er sprach von einer „gesunden Mischung“ auf dem Kirmesplatz und wünschte dann allen „Völ Glöcks mit de Kermes.“ Ein, zwei kurze kräftige Schläge benötigte es, ehe er die Bierrunde an die Anwesenden ausschenken durfte. Danach kam die Kirmes mit ihren Fahrgeräten wortwörtlich „in Schwung“.

Der Höhepunkt

Wer ein Kirmes-Feiernder ist, muss eine gesunde Kondition mitbringen. Das galt auch in diesem Jahr besonders für den zukünftigen Festkettenträger Rütten, der am Samstagmorgen um fünf Uhr im T-Shirt parat stand, um der vor der Tür wartenden Wache und dem für sie aufspielenden Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr einen Stärkungstrunk zu gönnen.

Während sich „Tutti“ mit der Familie in Ruhe auf den Tag vorbereitete, fuhren die Musiker Richtung City. Dem Pastor machten die Musiker zur frühen Stunde ihre Aufwartung, damit dieser um sechs Uhr die Einsetzung des Gnadenbildes feiern konnte. Auf dem Kapellenplatz erklang ihre Musik. Und auch Bürgermeister Pichler hatte keine lange Nacht. Jener trat mit einem kleinen Umschlag vor die Tür und wünschte dem Tross noch einen guten Weg.

Den Preis für den schönsten Bademantel gewann an diesem Morgen Adjutant Ralf Trepmann, der mit seiner Frau und der Wache voll Inbrunst früh am Morgen das „Sebmann“-Lied sang.

Von da aus fuhr der Tross weiter zum Präsidiumsmitglied der Geselligen Vereine, Georg Bors. „Das ist ja eine Überraschung am frühen Morgen“, ließ er sich nicht zweimal bitten und schenkte Schnäpschen und Limonade ein. Auch Präsidiumsmitglied Tobias Aymans gestand im Bademantel: „Wir sind glatt aus dem Bett gefallen.“ Der Präsident der Geselligen Vereine, Peter Tenhaef, und seine Frau luden zu einer Flasche Bier und einer wärmenden Tasse Kaffee bei den noch morgendlich frischen Temperaturen ein. 

Der Zwischenstopp bei Seb-Schriftführer Jörg Brade machte diesen für einen Moment perplex: „Wat wird dat denn?“, brachte er hervor. Große Freude löste der musikalische Weckruf bei Heiner Schraml, dem langjährigen Feuerwehrchef in Kevelaer, aus. „Ich freu mich immer, wenn ihr vorbeikommt!“

Einige Stunden später waren die Freude und der Stolz Rütten anzumerken, als er von Bürgermeister Dominik Pichler mit der Festkette des Jahres 2019 ausgezeichnet wurde. Vor dem Alten Rathaus hatten ihn und Adjutant Ralf Trepmann neben Pichler die Wache und Ortsvorsteher Edmund Bercker herzlich empfangen. Pichler erinnerte an die 110-jährige Tradition der Kirmes und die Tatsache, dass die Seb jetzt zum neunten Mal damit dran ist. „Man muss erstmal Festkettenträger werden“, hob er die Besonderheit des Amtes hervor. „Besser rasiert als sein Adjutant ist er auf jeden Mal schon mal“, hatte Pichler die Lacher auf seiner Seite. „Besser als der Bürgermeister auch“, schob er lachend nach. „Die Kirmes lebt vom festgebenden Verein und allen Vereinen, nicht nur vom Festkettenträger, dem Adjutanten und der Wache“, betonte er das Gemeinsame der Kirmes. „Was ich bisher erlebt habe, am Heimatabend und am Schaustellerabend – mein Eindruck ist: Ihr habt so richtig Bock.“ Anschließend legte er Rütten die Festkette um.

Festkettenübergabe Foto: AF

In seiner Rede gratulierte „Tutti“ erstmal seiner Mutter zum 81. Geburtstag, seinem nicht mehr lebenden Vater, der an diesem Tag Geburtstag gefeiert hätte („Der freut sich da oben“) und der Schwiegertochter von Ralf Trepmann. Rütten unterstrich, dass die Kirmes „nur in Gemeinschaft“ funktionieren könne. „Der Zusammenhalt der Vereine ist das, was die Kirmes zusammenhält“, dankte er auch den Generationen vorher, die das weitergeführt haben. „Das ist das Beste, was wir hier in Kevelaer haben. Das sollten wir uns erhalten.“

Er dankte Georg Seegers für die Herstellung der Plakette und machte deutlich: „Es ist ein besonderer Moment für uns zwei, hier oben zu stehen und von der anderen Seite zu blicken.“ Hinsichtlich seines Vereins gab er sich zuversichtlich. „Ihr habt bis jetzt alles gegeben und werdet auch bis zum Schluss alles geben. Wir werden noch weiter viel Spaß haben.“

Zur anschließenden Messe war auch der Niederrhein-Weihbischof und frühere Kevelaerer Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann gekommen: „Vor 377 Jahren ist diesem Ort das größte Geschenk überhaupt gegeben worden, als das Gnadenbild auf der Kevelaerer Heide auf dem Kapellenplatz eingesetzt wurde. Das verbinden wir mit der Kirmesfeier und ich freue mich, dass ich mit Ihnen Eucharistie feiern kann.“ Sein Nachfolger Gregor Kauling sprach von der Notwendigkeit der „Leichtigkeit, Kraft und Freude“ dieser Tage in Verbindung mit dem Glauben: „Aus dieser Kraft heraus ziehen wir hinein in das Leben“, machte er klar. „Jesus ist keine Spaßbremse, er schenkt Freude.“

Im Anschluss vollzogen sich das große Fahnenschwenken und der stimmungsvolle Umzug der Kevelaerer Vereine. Im Festzelt schließlich hielten sich alle an die „weisen Worte“ des Kurzredners Dominik Pichler („Bei warmem Wetter muss man viel trinken“) und feierten zu den Klängen der diversen Musikgruppen.

Der Abschied

Am Montag zog Rütten mit seinem Gefolge erneut vor das Alte Rathaus, wo er in einer würdevollen Zeremonie von Bürgermeister Pichler, von den Geselligen Vereinen und von seiner „Seb“ als Festkettenträger verabschiedet wurde. Sowohl Pichler als auch Peter Tenhaef unterstrichen, wie würdig die Sebastianus-Bruderschaft und der Festkettenträger mit seiner Frau und dem Adjutantenpaar die Kirmes und die Idee der Gemeinschaft vertreten haben und dankte ihnen für ihren Einsatz. „Zwei Tage, 48 Stunden, das ist ein kurzes Vergnügen. Aber eines bleibt: Du wirst immer Festkettenträger bleiben. Das kann Dir keiner mehr nehmen.“

Rütten forderte den Bürgermeister auf, im Stadtrat weiter „für dieses Ereignis“ Kirmes zu kämpfen. Er dankte seiner Seb für den Einsatz inklusive des „geilen Heimatabends“ und der Kirmes insgesamt, allen für die vielen schönen Erlebnisse und Gespräche in dieser Zeit. Danach nahm Pichler ihm die Festkette ab.

Am Abend machte Rütten keine großen Worte mehr. „Alles hat einmal sein Ende. Danke euch für eure Unterstützung“, sagte der scheidende Festkettenträger, als er Arm in Arm mit seinem Adjutanten Ralf Trepmann stehend die angezündete Fackel auf die „Kermes­popp“ am Sankt-Klara-Platz warf.   

An der Kirmes konnten alle das abschließende Feuerwerk verfolgen, das in diesem Jahr eine Vielfalt bunter Motive in den Himmel zauberte. Im Festzelt wurde noch einige Male das „Sebmann“-Lied angestimmt.

Eine Fotogalerie zum Kirmes Samstag finden Sie hier. Die Fotogalerie zum Kirmes Montag ist hier zu finden.

Für drei Tage Festkettenträger

Es ging wieder einmal viel zu schnell: Eben erst hatte Hans-Gerd Rütten als Präsident der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Kevelaer vor dem Alten Rathaus die Festkette der Stadt Kevelaer in Empfang genommen (rechts), da stand am Montag nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt (rechts)schon wieder die Rückgabe auf dem Programm.

Zwischendrin aber lagen drei tolle Kirmestage, an denen auch das Wetter weitgehend mitspielte. Und auch ohne Festkette gilt für Rütten und seinen Adjutanten Ralf Trepmann: Die Kirmes ist zwar vorbei – das Festjahr aber noch lange nicht!

Kaffee, Kuchen und Kevelaerer Künstler

„Nachdem der erste Seniorennachmittag im vergangenen Jahr im Festzelt von der Bevölkerung und vor allem den Senioren so viel Anklang gefunden hatte, kam sehr schnell nach der Veranstaltung 2018 die Frage auf ob wir diese wiederholen würden“, erklärt Andrea Klingel, Vorsitzende von Kevelaer Live.
Gemeinsam mit ihrem Team des Vereins Kevelaer Live ließ sich sich dazu bereit erklären. „Da wir einmal unseren Senioren damit ein paar schöne Stunden bereiten können und des Weiteren wieder, wie auch im vergangenen Jahr, eine gute Sache mit dem Erlös unterstützen können“, erklärt Klingel.
Somit startet nun nach monatelanger Planung, Vorbereitung und Suche von Sponsoren am Kirmesfreitag, 31. Mai, der zweite Seniorennachmittag im Festzelt. „Wir haben auch in diesem Jahr wieder viele Sponsoren (Bäcker, Geschäftsleute) für diese gute Sache gewinnen können“, freut sich die Vorsitzende. Auch ein abwechslungsreiches Programm von drei Stunden, hat der Verein dank der Künstler, die für den guten Zweck unentgeltlich auftreten, wieder auf die Beine gestellt.
Mit dabei sind: Karl Timmermann als Moderator und Sänger, Mandy van Cleev als Hildegard Knef Double, Chrisi Maas aus Weeze, die bereits bestens in Kevelaer als Sängerin durch zahlreiche Zusammenarbeiten mit Timmermann bekannt ist. Robert Achten präsentiert einen Vortrag auf Kävels Platt. Die Mini-Garde des VFR zeigen ihr tänzerisches Können. Und der Männergesangverein Kevelaer gibt einige Gesangsstücke zum Besten. Unterstützt werden unsere Künstler von der Soundline Technik Kevelaer, die diese auch unentgeltlich für die gute Sache zur Verfügung stellt. Der Nachmittag beginnt mit einem gemütlichen Kaffeetrinken um 14 Uhr. Einlass ist ab 13 Uhr. Ab 15 Uhr startet das Programm.
Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro, darin sind Kaffee und Kuchen enthalten. Eintrittskarten gibt‘s im Vorverkaufsstellen bei Westlotto „Maria Villa“, Marktstraße 4 und „Der Teefreund“ an der Busmannstraße 24.