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Bilder vom Kirmesauftakt am Donnerstag

Pünktlich um 11 Uhr eröffnete Bürgermeister Dominik Pichler am Himmelfahrtstag die Kevelaerer Kirmes. Und natürlich ließ es sich der Kirmes-Fan nicht nehmen, die Fahrgeschäfte des Rummels zu testen. Festgebender Verein istn in diesem Jahr die St. Petrus Schützengilde, Festkettenträger Heinrich van Bühren, Adjutant Werner van Gisteren.  Am Hauptfesttag am Samtag treten um 8.30 Uhr die Vertreter der Geselligen Vereine auf dem Kapellenplatz an und ziehen von dort zur Festkettenübergabe am Rathaus.

Mehr Infos im Internet auf dieser Homepage des KB (www.kevelaerer-blatt.de) und im gedruckten Kevelaerer Blatt am Kiosk.

Seniorennachmittag im Kirmeszelt

„Kevelaer und Umgebung mit traditionellem Brauchtum für verschiedene Generationen zu bereichern“ – so umschreibt eine Gruppe Kevelaerer ihr Ziel. „Team Kevelaer Live“ nennen sie sich und wollen mittelfristig zu diesem Zweck einen Verein gründen. Eine erste Aktion entsteht jetzt gemeinsam mit der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Kevelaer, dem festgebenden Verein der diesjährigen Kevelaerer Kirmes: ein Seniorennachmittag am Kirmesfreitag.
Freitag, 11. Mai, von 15 bis 18 Uhr im Festzelt
Von 15 bis 18 Uhr soll es am 11. Mai im Festzelt ein „gemütliches Kaffeetrinken sowie ein buntes Rahmenprogramm“ geben. Einige Akteure des bunten Programms verraten die Organisatoren bereits jetzt: Mit dabei ist – fast schon selbstverständlich – der Kevelaerer Sänger und Entertainer Karl Timmermann mit einem passend zugeschnittenen Programm. Das Duo „Phantasia“ will mit Hits aus den 1960er-Jahren die Gäste begeistern. Robert Achten unterhält die Senioren mit einem Vortrag auf Plattdeutsch. Darüber hinaus ist „die ein oder andere weitere Darbietung“ geplant.
Erlös für die Bürgerstiftung „Seid einig“
Alle Künstler treten ehrenamtlich auf. Kaffee, Kuchen, Brötchen und Aufschnitt werden von Kevelaerer Sponsoren bereitgestellt, darunter Edeka Brüggemeier, Rewe Narzynski, Bäckerei Steegmanns, AB Fleisch, Bäckerei Vloet, Niersbäcker Toen Janssen, Bäckerei Janssen-Heursen. Der dadurch mögliche Erlös der Veranstaltung soll der Kevelaerer Bürgerstiftung „Seid einig“ gespendet werden. „Wir haben uns diese Organisation ausgesucht, da sie die gleichen Ziele verfolgt und unterstützt, welche auch in unserer eingereichten Satzung verankert sind“, erläutert Andrea Klingel. Die Stiftung unterstützt bedürftige Kevelaerer Jugendliche. „Dies passt damit genau zu unserer Idee: eine Veranstaltung für die Senioren Kevelaers und der Erlös für die Kinder- und Jugendhilfe.“

 

Georg van Bebber trägt die Kette

Ein ausverkaufter Saal, gut gelaunte Gäste und die musikalische Eröffnung durch den Musikverein „Eintracht“. Besser hätten die Voraussetzungen für einen stimmungsvollen Heimatabend im „Knoase-Saal“ nicht sein können. Unter den 200 Gästen im vollbesetzen Saal fanden sich auch die Wettener Vereine. Mit dem Reiterverein van Bredow Wetten und seiner Präsidentin Annette van Stephoudt an der Spitze war zudem der zukünftige Ausrichter der Kirmes mit von der Partie.

Die anfängliche Nervosität der Präsidentin zur Proklamation des neuen Festkettenträgers sollte sich später als vollkommen unbegründet erweisen. Plauderte sich doch über ihre Erlebnisse mit der Kirmes „da haben mein Mann und ich bei der Feuerwehr unsere Hochzeitsreise gewonnen“. Zudem konnte van Stephoudt mit dem Bekenntnis zu „Zehn Vereine – ein Dorf“ das Publikum packen.

„Wie schnell die Zeit vergangen ist“, blickte aber zunächst Thomas Krahnen, wehmütig auf das vergangene Jahr zurück. Der Vorsitzende der Geselligen Vereine dankte dem SV Union für die gelungene Kirmes 2017 mit Willy Heuvens als Festkettenträger.

Dem schimmerten bei dem fotografischen Jahresrückblick später fast ein bisschen die Augen. „Es war eine große Ehre und ein großes Ereignis für mich“, versicherte Heuvens Minuten vor der Verkündung seines Nachfolgers. „Wie das ganze Dorf zusammengehalten hat. Und das am Kirmesssamstag mein Enkel geboren wurde, war der I-Punkt.“

Nachdem er in den letzten zwei Jahren jeweils wegen einer Juristen-Fortbildung nicht kommen konnte, nahm diesmal auch Dominik Pichler in Begleitung seiner Frau am Heimatabend teil. „Ich bin genug fortgebildet“, versicherte der Bürgermeister und freute sich über das nachträgliche Geburtstagsständchen der Gäste zu seinem 42. „Mir war ja bekannt, dass die Wettener gut feiern können.“

Die beiden Moderatoren Jens Kösters und Bernd Ingenhaag marschierten dann mit einem Rücksack zu „I‘m walking“ auf die Bühne, um gewohnt souverän und locker durch den Abend zu führen. Kösters überzeuget sogar mit einer Würfelzaubernummer, zu der er die Ortsvorsteherin Beate Claßen mit auf die Bühne holte.

Seitens des Reitervereins sorgten die „Turnenden Voltis“ mit einstudierter Akrobatik (angelehnt an die Votigierkunst) und die „Horse Girls“ im Cowboygewand für den ersten „weiblichen“ Akzent des Abends. „Ich hoffe, Ihr habt euch das gut angesehen. Nächstes Jahr machen wir davon einen Flashmob“, scherzte Bernd Ingenhaag. Den Mundartbeitrag übernahm diesmal nicht Maria Mevissen, sondern die beiden Jungs Michel Koppers und Johannes Deinert. Sie sorgten für Erheiterung mit einem amüsanten „Aufsatz über die Kuh“ als nützliches Haustier, ehe der Sportverein Union mit 15 Fragen beim Publikum für rauchende Köpfe sorgte.

Westerntanz in Wetten

Der Musikverein zeigte mit seinem „Vereins-Move“ (acht Mitgliedern in diversen Berufskostümen von Bäcker, Anstreicher, Priester bis Boxer, die parallel ihre Bewegungen vollführten) große Koordinierungsfähigkeiten, um anschließend unter dem Dirigat von Biggi Lehnen das auf den Reiterverein zugeschriebene Lied vorzutragen. Und auch der gute Zweck sollte bei der Veranstaltung Einzug halten. So kamen bei der Sammlung für die Seniorenfahrt 511,71 Euro zussammen.

Nach dem Veerter Gardetanz (die RV-Präsident war einst mal Karnevalsprinzession in Veert) und dem Jahresrückblick hatte Annette van Stephoudt dann die große Ehre, den zukünftigen Festkettenträger mit einem akustischen Rätsel anzukündigen.

Ein Rocksong, der Alarm der Feuerwehr und Musik von An­drea Berg konnten nur eins bedeuten: Es mus sich um den „Bomber“ Georg van Bebber handeln. Der Platzwart und seit kurzem zweiter Vorsitzender ist seit über vier Jahrzehnten im Reiterverein, Platzkommandant der Kirmes sowie Mitglied der Schützen und der Feuerwehr. Er ist somit aus dem Vereinsleben Wettens nicht wegzudenken.

Der Landwirt lobte erstmal alle Vorführungen, seine Vorgänger „und alle anderen Vereine, die es jedes Jahr schaffen, eine tolle Kirmes zu gestalten. Dass ich mal eher Festkettenträger werde als Schützenkönig, hätte ich nie geglaubt. Aber den Schützenkönig schaffe ich auch noch.“

Georg van Bebber bezeichnete es als „große Ehre“, angesichts der Bemühungen seiner Reiterkollegen, die „voller Vorfreude“ daran arbeiteten, sei ihm vor der Ausrichtung der Kirmes nicht bang.

„Dass das meine Eltern und meine vier Brüder hier mit mir erleben dürfen, ist der Wahnsinn“, grüßte er die Verwandschaft im Publikum. Vater Paul kennt das Gefühl nur zu gut. Der 82-Jährige war vor 20 Jahren selber Träger der Festkette: „Ich freu mich für ihn.“

Zum Adjutanten bestimmte Georg van Bebber „einen Freund, der auch in schwierigen Zeiten für mich da war. Er ist der Gemüsemann vom Niederrhein und wie ich in der Beerendonk zu Hause.“ Dann holte er Markus Heinen zu sich auf die Bühne.

Das Motto der Kirmes ist “Sattelfest”

Bei dem Aufmarsch wurde dieser originellerweise vom Musikverein mit dem „Martinslied“ begleitet, eine Anspielung auf seine alljährliche Rolle als „St. Martin“. Der 42-jährige nahm es mit Humor. Heinen hatte für seinen alten Kindheitsfreund nur einen Gedanken: „Er hat es verdient.“

Das Motto der Kirmes „verriet“ der Reiterverein über ein Video. Rainer Verheyen bekam an verschiedenen Orten, begleitet von einem Pony, jeweils einen Buchstaben nach dem anderen, bis er den Knoase-Saal „virtuell“ und real erreichte. Mit dem Pony ging es auf die Bühne. Mitglieder des Vereins zeigten dann die Buchstabenschilder, die das Wort ergaben: „Sattelfest.“

Der Kirchenchor klassisch.

Michel Koppers und Johannes Deinert bei ihrem Mundartbeitrag.

Veert brachte den Karneval zurück.

Der Kirchenchor mal anders.

Das Motto der Kirmes ist “Sattelfest”.

Behutsame Weiterentwicklung

Kevelaer. Wie schwierig es sein kann, Traditionen zu bewahren und gleichzeitig lebendig zu erhalten, muss man in einer Stadt wie Kevelaer, die im vergangenen Jahr auf 375 Jahre Wallfahrt zurückblickte, nicht erklären. Präsident Peter Tenhaef tat gut daran, das Credo der immerhin in diesem Jahr seit 110 Jahren bestehenden Geselligen Vereine Kevelaer mehrfach zu betonen: „Seid einig – es lebe die Gemeinschaft!“, sagte Tenhaef recht oft bei der Jahreshauptversammlung der großen Kevelaerer Dachorganisation am Dienstagabend im Bühnenhaus. Und noch einen Aspekt betonte der Präsidiumschef häufig: Eine „behutsame Weiterentwicklung“ sei in vielen Bereichen vonnöten.
Das beginnt schon beim Präsidium, das mit dem Ausscheiden von Ulrich Wolken in 2016 und dem offiziellen Ende der Amtszeiten von Ferdi van Ditzhuysen, Jürgen Aben und Heinz Goemans zum Ende 2017 „starke Abgänge“ zu verzeichnen hat. Doch mit Dominik Lemken kam in 2017 ein ebenso starker Neuzugang. Das Präsidium erweiterte dessen Kompetenzen jetzt deutlich: Lemken wurde von dem Gremium zum Stellvertreter des Präsidenten ernannt. Und eine der weiteren freien Stellen im Präsidium wurde Dienstagabend gleich neu besetzt: Die Versammlung wählte auf Vorschlag des Präsidiums Tobias Aymanns einstimmig in selbiges (siehe Bericht auf Seite 7 dieser Ausgabe).
Eine würdige offizielle Verabschiedung der scheidenden Präsidiumsmitglieder folge in den kommenden Tagen, versprach Peter Tenhaef. Doch der Präsident konnte Heinz Goemans, der ihn als Adjutant begleitet hatte, als er 2008 selbst die Festkette trug, natürlich nicht einfach so von Bord gehen lassen. Er dankte für 22 Jahre ehrenamtlicher Arbeit, die sich längst nicht nur auf die Vorbereitung des Heimatabends – „der Heimatabend trägt Deine Handschrift“ – und das Führen der Chroniken beschränkt habe. Vor allem aber dankte er für eine langjährige Freundschaft, die beide Männer über die Präsidiumsarbeit hinaus verbinde.
„Einer von Euch, einer für Euch“
Goemans selbst sprach von einer Aufgabe, „die mich ausgefüllt, aber auch erfüllt hat.“ „Ich war immer einer von Euch und einer für Euch“, betonte er und ergänzte das Vereinsmotto um die Variante „Seid mutig – und lasst Euch auch in die Pflicht nehmen“. „Gutes pflegen, Neues bewegen“, sei die Aufgabe künftiger Generationen.
Peter Tenhaef knüpfte daran
gleich an und leitete über zu einem Thema, das bei der Kirmes 2017 für heftige Diskussionen gesorgt hatte: die Zugwege. „So wie es jetzt gelaufen ist, geht es nicht mehr“, sagte Tenhaef und wurde noch deutlicher: „Ich bin es satt, über leere Straßen zu laufen.“ Das Präsidum wolle einen Zugweg erörtern, der sich auf die Innenstadt beschränke; mehrere Varianten – mit Abholung des Festkettenträgers und/oder Adjutanten, je nach dem, ob diese im Innenstadtbereich oder außerhalb wohnten, sollen geprüft und den Mitgliedern der Geselligen Vereine vorgestellt werden. Nach einigen Vorschlägen und Diskussionen sprach sich die Versammlung für diese Prüfung durch das Präsidium aus.
Weiterentwicklungen könnte es auch im Bereich der Verlosung auf dem Heimatabend geben. Tenhaef stellte klar, dass der Erlös weiterhin einem „guten sozialen Zweck in Kevelaer“ zugute kommen sollte. In diesem Zusammenhang wies er auf die Stiftung „Seid einig“ hin: „Es kommt draußen schlecht an, wenn wir als Stifter unsere Stiftung außer Acht lassen.“ Diesbezügliche Irritationen mit dem festgebenden Verein, der „St. Petrus Schützen-Gilde 1907 e.V.“, seien ausgeräumt, erklärte deren Präsident Heinz van Bühren. Der Erlös der Verlosung am Heimatabend solle zu je einem Drittel an die DLRG Kevelaer (für die Ausstattung eines Einsatzfahrzeugs), das Hospiz in Wetten sowie die Stiftung „Seid einig“ gehen.
Dr. Edmund Bercker und Stefan Jansen aus dem Vorstand der Stiftung nutzten die Gelegenheit, die Herausforderungen der zehn Jahre alten Stiftung zu erläutern, in erster Linie die problematische personelle Situation. Auch hier sieht das Präsidium der Geselligen Vereine künftig Handlungsbedarf.

Ein Ball zu Ehren des König

Mit dem Königsball startete die 58. Hubertuskirmes, eines der größten Volksfeste am Niederrhein. Über 14 Tagen hinweg werden ein buntes Programm, hochkarätige Bands und eine gemütliche Sektbar geboten.
Der Königsball findet zu Ehren des Königs der St. Hubertusgilde statt. König Paul Hellmanns (mit Königin Doris), sein Adjutanten Markus Stassen (mit Begleiterin Annegret Ruffen), Prinz Thoe Wilberts mit Adjutanten Jan Schiffer und die Bezirksjugendprinzessin Johanna Wilberts konnten „ihren“ Ball genießen. Qualität, Humor, eine gute Performance und ein abwechslungsreiches Repertoire waren die ausschlaggebenden Zutaten für einen musikalischen Abend, den die Band Feeling aus Enschede bot. Bernard (Gitarre, Key, Bass und Gesang), Darrin (Gitarre, Key und Gesang) sowie Dorien und Charon, Gesang zauberten eine Party ins Festzelt, die kaum jemanden auf den Sitzen hielt.
Das voll besetzte Zelt bot einen würdigen Rahmen und bis spät in die Nacht wurde gefeiert, auf das Wohl des Königs getrunken und getanzt.

Ehrengästen waren: Diözesankönig und König der St. Antonius-Schützen Gilde Kevelaer Michael van Bühren, König Siegmund Schlutt und Minister Alexander Hacks der St. Antonius Bruderschaft Twisteden, Benedikt Meyer und Adjutant Jürgen Aben der Bürgerschützen Kevelaer, Königin Lisa Schmitz und Adjutantin Erika Schröter von der St. Johannes Bruderschaft Kevelaer, König Manfred Delbeck und Adjutant Markus Boetselaars der St. Petrus Schützengilde Kevelaer, König Heinz-Peter Paeßens und Minister Erwin Tekath St. Petrus Bruderschaft Wetten, Stadtbundkönig und König der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Frank Kirsch mit Adjutantin Verena Jahnke, König der St. Sebastianus Bruderschaft Kervenheim Pascal Tittel, König Thomas Berretz mit Minister Boris Weber St. Sebastianus Schützenbruderschaft Winnekendonk.

Außerdem waren Majestäten aus Wemb, Weeze, Straelen, Walbeck, Blitterswijk, Oud-Dijk angereist. Rudi Joosten, Hans-Gerd Frerix, Rainer Koppers Thomas Nolden, Berti Metsch, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr mit Jürgen Lamers, der Freundeskreis der Lebenshilfe Gelderland, Kaplan Christoph Schwerhoff und Festkettenträger Theo Keysers mit Adjutant Georg Bors wurden besonders begrüßt. Partnerinnen, Partner und Mitglieder der Hubertusgilde wurden natürlich auch nicht vergessen.

Eine gute alte Tradition seit über 300 Jahren

Zum Auftakt des Patro­natsfestes brachen die Mitglieder der Hubertusgilde vom Vereinslokal Jakobs an der Maasstraße auf in Richtung Hubertuskapelle. Dort wurde der Festgottesdiest mit dem Kaplan Christoph Schwerhoff gehalten, „eine über 300-jähriuge Tradition“, wie Hubertusgilden-Schriftführer Reinhard Peters unterstrich.
Im Anschluss kehrte der Tross in das Festzelt ein, wo eine Kaffeetafel auf die Gilde und die Ehrengäste wartete, darunter Bürgermeister Dominik Pichler, der frühere Waölfahrtsrektor Richard-Schulte-Staatde und der Vorstand der Geselligen Vereine mit Peter Tenhaef.
Danach wurden die Jubiliare im Festzelt für ihr langjährige Treue zu der Hubertusgilde ausgezeichnet. Geehrt wurden für 70-jährige Mitgliedschaft Josef Voss (in Abwesenheit), für 60 Jahre Johannes Verhülsdonk sowie für 50 Jahre Hans Baumanns, Heinrich Baumanns, Rudolf Jooste, Theo Maas und Karl-Heinz Sluiter.
40 Jahre war Herbert Joosten Mitglied der Schützengilde. Seit 25 Jahren halten Theo Keysers, Mathias Löcher, Michael Maas, Dieter van Meegen, Hermann Reffeling, Dirk Welbers und Stefan Wittlings dem Verein die Treue.
Im Anschluss erfolgten die besonderen Ehrungen. Marcel Leuker erhielt für seinen unermüdlichen Einsatz als Thekendienstbeauftragter und Mitglied des Kirmesteams das silberne Verdienstkreuz, ebenso wie Theo Bors. Er war in den 37 Jahren seiner Mitgliedschaft als stellvertretender Schriftführer, Schriftführer und Wachoffizier aktiv.
Den hohen Bruderschaftsorden erhielten Johannes Ermers, für sein Engagement als Fahnenschwenker, Mitglied des Vergnügiungsauschusses, Fähnrich und der Bereitstelung von Maschinen und Arbeitskraftt, und Willi Hellmanns. Vor allem dessen Arbeit bei der Neugestaltung des Vorplatzes der Hubertuskapelle, des Hubertusplatzes und seine Rolle als Major wurde gewürdigt. Heinrich Baumanns trug noch ein Gedicht von Willi Rommen über die Keylaerer Kirmes vor, ehe die Beteligten zum ganz geselligen Teil des Abends übergingen. Die Formation „Two for you“ sorgte mit ihrer Musik für kurzweilige Unterhaltung bis in die Abendstunden.

In Freundschaft und Geselligkeit

Entspanntes Stöbern, lebendiges Kleinkindergewusel und geselliges Beisammensein kennzeichnenen den Familiennachmittag der Hubertuskirmes im Festzelt.
Dort hatten sich schon am fr+hen Morgen zahlreiche Eltern an den Tischen versammelt, um im Rahmen des kleinen Trödelmarktes für sich und zugunsten der Aktion St. Nicolaus ihre Sachen an den Mann oder die Frau zu bringen. Am Ende konnten sie den Erlös von 300 Euro vermelden.
Daniela Schipper hatte eine ganze Palette Spielzeug und Kleidung zum Verkauf mitgebracht: „Die Resonanz war schon richtig gut“, zog die 39-Jährige aus Wetten ihre Bilanz. „Die ersten waren schon um 10 Uhr hier. Bis zum Mittag lief‘s super, danach wurde es weniger.“
Einen riesigen Berg an Spielen, Kinderbüchern und Fahrzeugen hatten Birgit und Heiner Schaffert zusammengetragen. „Unsere Söhne wollten Taschengeld verdienen, deshalb stehen die Alten jetzt für sie hier“, schmunzelte die 40-Jährige. „Wir hatten viele Fahrzeuge wie Betonmischer oder Feuerwehrautos. Die haben sie uns aus dem Kreuz geleiert“, war das Paar aus Kevelaer mit dem Verkauf zufrieden.
Der Keylaerer Daniel Bos hatte eine Stoffgiraffe für sein Patenkind und ein paar Kleinigkeiten erstanden. „Indoor geht bei jedem Wetter, und es ist eine super Alternative, die Kinder hier zu bespaßen“, schaute er mit einem Bekannten zu, wie der Nachwuchs in der Hüpfburg herumtollte, auf dem Karussell fuhr oder am Eishockey-Player um den Sieg kämpften. „Macht echt Spaß“, versichrete auch der neunjährige Luka.
Seit drei Jahren finde das Familienfest in dieser Form statt, um „die jungen Familien mitzunehmen, und dass alle Schützenbrüder teilhaben können“, unterstrich der Präsident der Hubertusgilde, Theo Keysers.
„Viele kommen wegen der Kinder. Es werden jedes Jahr mehr“, fügte sein Stellvertreter Klaus Wilbers an. Nur die parallellaufende Karnevalisten-Wallfahrt habe wohl noch mehr Gäste abgehalten.
An der Biertheke konnten sich die Schützenbrüder ein Gläschen genehmigen. Nahe des Eingangs gab‘s für die Gäste bei Kaffee und Kuchen die Gelegenheit zum Austausch. Königin Dani Hellmans unterstrich, wie wichtig der Nachmittag für „die Freundschaft und die Geselligkeit“ sei. „Kirmes halt“, meinte sie kurz und bündig. So sah es auch Viola Hesters, die mit ihren Eltern und ihrem Bruder da war. „Es kommen halt Jung und Alt zusammen. Das ist das Schöne“, meinte die 26-Jährige.
Dem konnte sich Theo Achten nur anschließen. Der 71-Jährige machte sich nach einem gemütlichen Plausch mit Ehefrau Hedwig auf den Weg. Er erinnerte sich noch genau an die erste gemeinsame Hubertuskirmes. „Das war 1965, ein Jahr vorher haben wir und kennengelernt.“ Doch im Gegensatz zu heute gab‘s doch einen Unterschied: „Da gab‘s kein Trödel. Der Hauptfesttag war der Montag, und die Maurer kamen von der Baustelle mit Blaumann.“

Stimmungsvolle Kirmestage in Twisteden

Die Twistedener Kirmesfeier entwickelte sich zu einem geselligen Miteinander der Vereine. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten war natürlich, als Siegmund Schlutt zum neuen Schützenkönig gekürt wurde. Doch bereits bevor der neue Thron am Tisch Platz nahm, wurde fleißig gefeiert. Bei der Oktoberfestpremiere ging mächtig die Post ab. Und auch der Nachwuchs genoss den Kirmesauftakt. Waren da doch Freifahrten angesagt. Die etwas Größeren zappelten dagegen zu „Hits für Kids“ im Festzelt.
In der Pfarrkirche kamen die Schützen und Twistedener zu der Abendmesse zusammen, bei der die Jugend den Gottesdienst unter dem Motto „Ein unsichtbares Netz“ gestaltete, unter den Anwesenden einen langen Wollfaden verteilte. Die dahinterstehende Botschaft war dabei ersichtlich: Damit eine Pfarrgemeinde oder ein Verein über lange Zeit bestehen kann, braucht es eine Art unsichtbares Netz, durch das niemand hindurchfällt.
Im Anschluss daran erfolgte der Umzug zum Festzelt unter Beteiligung der Bezirksverbands-Bruderschaften von Walbeck bis Winnekendonk und mit dem „alten“ Twistedener unter Führung seines Königs Christoph Gehlmann.
Das Jahr war schön und hat Freude gemacht“, blickte Christoph Gehlmann zurück. „Da ist man schon ein bisschen traurig“, sagte der alte König aus Twisteden und stieß trotzdem gerne mit seinem Nachfolger Siegmund Schlutt an.
„Das ist ein gutes Gefühl“, war es für den 64-jährigen Rentner eine Ehrensache gewesen, angesichts fehlender Anwärter auf den Königsthron mit seinen Adjutanten Daniel Witte und Alexande Hecks doch beim Schießen anzutreten. Bereits 1998 als König sowie 2002 und 2009 als Adjutant saß Schlutt mit auf dem Thron.
In seiner Begrüßung hob Guido Paeßens das Oktoberfest als „großen Erfolg“ hervor. Der Brudermeister der Antonius-Schützen bezeichnete eine Wiederholung als „mehr als wahrscheinlich“. Er dankte dem alten Thron und dem neuen Dreier-Hofstaat, der aber „kein halber Thron“ sei. „Es fehlen halt nur die besseren Hälften.“
Entsprechend durfte der alte Thron nach der Übergabe der Festkette durch den Präses Pastor Hubert Skrzypek an Schlutt den Festtanz und die Feierlichkeiten zu den Klängen der Band „Dolce Vita“ eröffnen.
Diese sorgte auch beim Galaball für Stimmung im Zelt. Dabei wurden auch die neue Jugendprinzessin Michelle Schiedeck mit ihren Ministern Sabrina Hußmann und Niklas Schiedeck gekürt. Für eine „Verschnaufpause“ während der Kirmes sorgte der musikalische Frühschoppen der Dorfgemeinschaft, bei dem der Musikverein Eintracht Twisteden für die musikalische Untermalung sorgte. Bei Kaffee und Kuchen gab‘s einen gemeinsamen Austausch und ein geselliges Beisammensein.
Schön nass geworden
Von einer „funktionierenden Dorfgemeinschaft“ konnte Antonius-Brudermeister Paeßens am Montag sprechen, als nach dem Festhochamt in der Pfarrkirche das Abholen der Majestäten und der Festumzug anstanden. „Wir lieben die Improvisation. Um 16 Uhr hat‘s geregnet. Wir sind schön nass geworden, sodass wir den Weg verkürzt haben, der Musikverein ist schnell abgebogen.“ Die vom Frontlader angelieferten Hackschnitzel sorgten dafür, dass man trockenen Fußes ins Festzelt kommen konnte.
Nach der Verlosung durch die Twistedener Feuerwehr stand der Königsgalaball an, bei dem die Garden von Beerendonk bis Wetten mit ihren Abordnungen das Zelt bereicherten, den Majestäten gratulierten und anschließend mit allen Beteiligten nochmal ausgelassen tanzten und feierten.

Fünf Tage Geselligkeit auf der Burg

„Kirmes und Tradi­tion lebt“ – mit diesen Worten eröffnete Ortsvorsteher Martin Brandts am vergangenen Samstag mit dem Fassanstich offiziell die diesjährige Kervenheimer Kirmes. In seiner Begrüßung äußerte Brandts seine Freude darüber, dass „wir nach vielen Gesprächen und guten Ideen hier auf das Burggelände kommen konnten. Das ist ein Gewinn“, danke er den Beteiligten der evangelischen Kirche, den Schaustellern und den Helfern. „Ohne diese vielen Hände wäre es nicht gegangen.“ Erstmals hatten die Geselligen Vereine Kervenheim die gesamte Kirmes und alle damit in Zusammenhang stehenden Veranstaltungen vom Donnerstag bis zum Montag auf das Burggelände verlagert – inklusive Festzelt, Buden und Schausteller.
Begonnen hatte das Ganze mit dem Kabarett am Donnerstag, gefolgt von einem Lichtspektakel am Freitagabend, das der Kervenheimer Tim Kelm inszeniert hatte, um die Burg optisch in ein neues Gewand zu kleiden, sowie dem begleitenden Tanz im Festzelt mit gut dreihundert Besuchern. „Das war wie ein Volksfest mit so vielen Leuten, da waren alt und jung. Als ich da hochkam, war ich sehr beeindruckt“, äußerte sich der evangelische Pastor Johannes Vries sehr positiv über seine Eindrücke. „Und gefühlt ist das hier auch das Zentrum Kervenheims – das wirkt auch ganz anders. Da steht ein tolles Team dahinter“, zollte er den Veranstaltern seine Anerkennung. „So eine Veranstaltung strahlt aus auf die Umgebung und ist gut für Kervenheim.“
Man habe schon beim Erwerb der Burg gesagt, dass man das Gelände nach und nach Kervenheim zur Verfügung stellen wolle. Man sei sich der Bedeutung für das Dorf bewußt, ergänzte Presbyteriumsmitglied Andreas Janssen. „Es könnte so sein, dass es eine neue Tradition wird“, sprach er von einem „stimmigen Bild“ und einer „gewachsenen Akzeptanz“ der evangelischen Kirche mit diesem Schritt.
Das habe sich voll ausgezahlt, fand auch der Vorsitzende der Geselligen Vereine, Christian van Oeffelt. „Früher hieß es immer, es gibt eine Konkurrenz von Marktplatz und Burg. Das Thema ist damit jetzt gegessen.“ Alle seien begeistert, es sei auffällig, wie engagiert die Beteiligten vor Ort das zusammen anpackten, ergänzte Michael Fichte von der Sebastianus-Schützenbruderschaft. „Die Zusammenarbeit der Vereine klappt hier super.“ Auch die Gäste waren von dem Ambiente angetan. „Die Idee so ist einfach gut“, meinte die Kervenheimerin Eva Cyrus.
Am Nachmittag standen dann die Sebastianus-Schützen im Mittelpunkt. Vor dem traditionellen Umzug durch das Dorf stand der Gottesdienst mit Pastor Markus Babel, der in seiner Predigt mit Bezug auf das Zitat „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“ die Gemeinschaft der Schützen beschworen hatte. Danach erhielten der neue Schützenkönig Pascal Tittel und die neue Kinderkönigin Lea Schoemakers ihre Ketten als Zeichen ihrer neuen Würde. „Stolz wie Bolle“ zeigte sich Leas Mutter Andrea, ehe es für die Beteiligten zum Königsgalaball mit der Formation „Two for you“ ins Festzelt bis spät in die Nacht ging.
Feierlich und sommerlich setzte sich die Kirmes beim Kinder- und Familienfest am Sonntag fort, bei dem die Gäste Kaffee und Kuchen der Kervenheimer Frauen und das tolle Wetter genießen durften. Groß und klein übten sich im Dosenwerfen, Schießen und dem Fußball-Vergleich mit einem rotierenden Torwart. „Das wird gut angenommen“, meinte Peter Botscher-Weiß, der als Schausteller seit zehn Jahren nach Kervenheim kommt. Viele Männer übten sich im Nägel­einschlagen, die Pfadfinder hatten einen Hockey-Geschicklichkeits­parcours aufgebaut. Und im Festzelt wurden Fotos vergangener Festjahre auf einer Leinwand gezeigt.
Die Besucher fühlten sich in dem Ambiente wohl. „Ich wohne seit 1961 in Kervenheim – aber so war et hier noch nie“, konstatierte die 70-jährige Else Kröger. „Alles zusammen hier, jung und alt – echt schön“, brachte Claudia Weber das Gefühl des Tages auf den Punkt.
Traditioneller Höhepunkt war dann das Fleuth-Entenrennen, bei dem insgesamt 430 gelbe Plastikschwimmer den Weg ins Wasser fanden und für gespannte Kinderaugen sorgten.
Der „Tag der Geselligen Vereine“ rundete am Montag die Feierlichkeiten ab – mit der ökumenischen Dankandacht auf dem Burghof, dem Umzug der Geselligen Vereine, dem Kirmespoppverbrennen auf der Bürgerwiese und dem Dämmerschoppen mit „Two for you“ zum Abschluss.

Den Alltag vergessen

Mit einem kurzen, trockenen Schlag eröffnete der Kevelaerer Bürgermeister Dominik Pichler am vergangenen Freitag am Festzelt die Winnekendonker Kirmes. Einer der ersten Adressaten, denen das Glas zum Anstoßen galt, war der zukünftige Festkettenträger Johannes Otten. „Wir freuen uns auf die nächsten drei Tage und feiern bis Montag. Dann kommt die Festkette, dann wird nochmal kräftig gefeiert.“ Adjutant Norbert Langenberg ergänzte: „Besser feste feiern als feste arbeiten.“
Viele Einheimische und Gäste waren zum Auftakt der Feierlichkeiten auf dem Platz erschienen. „Vor 40 Jahren war die Kirmes größer und anders, heute ist es lockerer. Alles hat seine Zeit“, unterstrich Wilhelm Willems die Bedeutung für die Ortschaft. „Der Treffpunkt für alle und die, die man auch länger nicht mehr gesehen hat.“
„Zusammenkommen, treffen, tanzen, den Alltag vergessen“, das machten die Tage aus, befand Hans-Gerd Leenen vom Musikverein Winnekendonk, bevor er sich auf den Weg zum Abmarsch mit den Kameraden machte. Denn die Musiker begleiteten die Sankt- Sebastianus-Bruderschaft und die Honoratioren zum nahegelegenen Schützenkönigshaus am Heiligenweg, um dort das Königspaar Thomas und Denise Berretz mit Adjutant Boris und dessen Frau Sabine abzuholen. „Da haben sich zwei gefunden“, hob Seb-Präsident Markus Schink die besondere Freundschaft von König und Adjutant hervor.
Vor Ort segnete Pastor Manfred Babel noch kurzerhand fünf funkelnagelneue Fahnen der Sebastianus-Bruderschaft, die sonst nicht hätten geschwenkt werden dürfen. Und Boris und Sabine Weber zeigten sich „stolz“ über ihre 16-jährige Tochter Michelle als „Schlagfrau“ beim Fahnenschwenken. Als Dank gab es die La-Ola-Welle vom Thron.
Nach einem kurzen Aufenthalt marschierte der Tross mit den Gastvereinen von der Dorfschänke Kanders aus durch die Ortschaft und dann Richtung Festzelt. Dort begann der Königsgalaball als erster Aufschlag zu fünf abwechslungsreichen und fröhlichen Feier-Tagen.
Anstrengende Feiern
Auch das Wochenende stand ganz im Zeichen von Geselligkeit, ausgelassener Freude und dem Tanz. Die Achterhoeker Karnevalsgesellschaft (AKG) hatte am Samstag die Federführung für die Feierlichkeiten im Festzelt inne. „Das Feiern gestern war schon grenzwertig“, deutete Festkettenträger Johannes Otten an, dass fünf Tage Kirmes in Winnekendonk für alle auch etwas mit Kondition zu tun haben.
Mit einem abwechslungsreichen Programm sorgte „seine“ AKG bei den Gästen für beste Stimmung und Tanzen bis in die frühen Morgenstunden. Dazu trugen insbesondere die „Swingenden Doppelzenter“ bei, die Unterhaltungscombo „Two for you“ und die Kervenheimer Formation „De Jäcksges“, die mit ihren kölschen Liedern das Publikum zum Mitsingen animierten.
Am Sonntag war entspannte Atmosphäre beim musikalischen Frühschoppen mit dem Musikverein Winnekendonk unter der Leitung von Hans-Gerd Stienen und dem Gastverein „Cäcilia Marienbaum“ mit ihrem Leiter Gerd-Josef Verhoeven angesagt. Auch dort dominierten Gemütlichkeit, der Austausch und viele gute Gespräche bei einem kleinen Gläschen – und der Musikverein und die davon „Betroffenen“ konnten sich innerlich schon mal auf das montägliche Wecken um sechs Uhr mit Frühstück im Achterhoek und der Shuttle-Busfahrt Richtung Winnekendonk vorbereiten.
Vor dem Aufmarsch zum Bürgerpark versammelten sich die Abordnungen aller Vereine am Montag auf dem Alten Markt – darunter natürlich auch die Abordnung der Achterhoeker Karnevalsgesellschaft, deren Vorsitzender Johannes Otten später die Festkette entgegenenehmen sollte. Jutta Eickhoff von der AKG verteilte in ihrer Gruppe noch Nelken zum Anstecken und auch Dominik Bauten war die Vorfreude anzusehen. „Für uns ist das ein besonderer Tag“, meinte der erste Achterhoeker Karnevalsprinz angesichts des bevorstehenden Ereignisses.

Festkette zu Fuß unterwegs.


Mit den Reitern an der Spitze zog dann ein langer Zug auf die Bürgerwiese. Dort betraten die Honoratioren mit dem zukünftigen Festkettenträgerpaar Tanja und Johannes Otten, dem Vorsitzenden der Geselligen Vereine Winnekendonk Rüdiger Göbel, dem Kevelaerer Bürgermeister Dominik Pichler und dem Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg die Bühne.
„Das ist ein schönes Bild, das ich hier sehe. Schön, dass Ihr alle da seid!“, begrüßte Göbel die Festversammlung. Er verwies auf den vorherigen Gottesdienst in der St.-Antonius-Kirche, wo „viel von Getränken die Rede“ war, womit er auf die Passage der Predigt verwies, in der Jesus „Wasser in Wein“ verwandelt hatte. „Freut Euch des Lebens – das ist die Melodie der Kirmes“, sprach Göbel von der Qualität der „kleinen Dinge“, die so eine Kirmes ausmachen: von den Nachbarn, die Häuser schmücken, bis zu den Leuten, die anklingelten und mit einem auf dem Sofa spontan ein Tröpfchen trinken wollten.
„Am linken Niederrhein, da ist die Welt noch in Ordnung“, betonte der oberste Gesellige und meinte damit, die Kirmes sei kein Fest, bei dem unheimlich viel getrunken werde, sondern wo sich ungezwungen getroffen und miteinander gesprochen werde.
Launige Rede
In einer launigen Rede kündigte Bürgermeister Dominik Pichler an, später Anzug gegen „Bieranzug“ zu tauschen und mit der Fiets zurückzukehren. „Winnekendonk ist nicht Kanaan – aber es reicht sicher“, meinte er mit einem Augenzwinkern. Kirmes sei „ganz viel Brauchtumgspflege, Traditionen werden gepflegt“, betonte er diesen Aspekt.
Die Achterhoeker Karnevalsgesellschaft und die Prinzenproklamation seien im Oktober 2015 seine „allererste Erfahrung“ mit Narretei im Amt gewesen, der Verein noch „jung an Jahren, aber das Elfjährige hat er schon geschafft“. Der heutige Festkettenträger Johannes Otten habe ihm damals einen Losgewinn garantiert – und das sei eingetreten. „Ein Mann, der immer recht hat“, folgerte Pichler scherzend.
Der Winnekendonker Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg hielt die Laudatio auf Otten und die AKG, die sich „schnell zu einer rührigen Gemeinschaft“ entwickelt habe, die sich auch sozialen Projekten widme. Kronenberg schlug den Bogen von der Entwicklung der Fastnacht auf dem Land und der Entwicklung in Winnekendonk zu den Achterhoeker Anfängen 2001, an denen Otten maßgeblich beteiligt war. In zehn Jahren Präsidentschaft habe er den Karneval und die AKG mit ihren heute 50 Mitgliedern „von einem kleinen Pflänzchen zu beträchtlicher Blüte“ geführt.
Der Ortsvorsteher würdigte Ottens weiteres soziales Engagement und Vereinsleben – ob in der katholischen Landjugend, der St.-Maria-Bruderschaft Achterhoek oder beim NuK. Den Adjutanten Norbert Langenberg bezeichnete Kronenberg als „unentbehrliche Stütze“ im Achterhoeker Karneval. „Wer sich dermaßen ehrenamtlich für den Achterhoek einbringt, der hat heute diese Ehre verdient“, schloss Kronenberg.
Danach nahmen Kronenberg und Göbel die Ehrung vor. „Danke, dass ich für meinen Verein die Festkette tragen darf“, zeigte Otten sich gerührt und bescheiden. Er dankte insbesondere seiner Familie, die auf vieles habe verzichten müssen, die tolle Nachbarschaft, die vier Tage lang gekränzt habe, und seinem Adjutanten, bei dessen Wahl er nicht lange habe überlegen müssen.
Nach dem Abschreiten der Gastformationen zog der Tross dann zum Ehrenmal, wo ein Kranz niedergelegt wurde. Danach zogen die Vereine mit den „Prominenten“ und dem Thronquartett im jeweils eigenen Wagen durch die Ortschaft.
Im Festzelt folgte für das Thronquartett eine lang andauernde Gratulationskur, ehe es zur Musik der „Rendezvouz Party Band mit Andrea Bergs „Ich liebe das Leben“ den Abend mit „ihrem“ Tanz eröffnete. Was folgte, war eine angemessen-fröhliche Party.
Mit dem traditionellen Verbrennen der Kirmespuppe ging schließlich auch diese wunderbare Kirmes am Dienstag zu Ende.