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„Pippi in Taka-Tuka Land“ wird am 23. April vom Jungen Theater Bonn ins Konzert- und Bühnenhaus gebracht. Foto: JTB
Pippi Langstrumpf macht am 23. April 2023 Halt im Konzert- und Bühnenhaus

Über Kevelaer nach Taka-Tuka

Gerade erst hat Pippi Langstrumpf beschlossen, mit ihrem Affen Herrn Nilson und dem Pferd Kleiner Onkel in der Villa Kunterbunt zu bleiben, da naht unmittelbar das nächste Abenteuer. Gemeinsam mit Tommy und Annika muss Pippi sich auf eine Reise begeben, um ihrem Vater zu helfen. Am Sonntag, 23. April, können kleine und große Gäste um 15 Uhr Pippi auf ihrer spannenden Reise nach Taka-Tuka-Land begleiten.

Auch die Kleinsten haben in der Pandemie lange auf die Kultur verzichten müssen

Volles Programm für Kinder

Besonders viel Liebe hat man in diesem Jahr in den Bereich „Kultur für Kinder“ im Rahmen des städtischen Kulturprogramms gesteckt.

Karlsson fliegt durchs Bühnenhaus

In Stockholm, in einer ganz gewöhnlichen Straße, in einem ganz gewöhnlichen Haus, wohnt eine ganz gewöhnliche Familie und die heißt Svantesson. Dazu gehören ein ganz gewöhnlicher Papa und eine ganze gewöhnliche Mama und drei ganz gewöhnliche Kinder, Birger, Betty und Lillebror.

So fängt eines der vielen schönen Kinderbücher von Astrid Lindgren an. Nämlich „Karlsson vom Dach“. Das Wittener Kinder- und Jugendtheater zeigt am Dienstag, 6. Oktober, 10 Uhr, das liebevoll umgesetzte Theaterstück im Konzert- und Bühnenhaus der Wallfahrtsstadt Kevelaer. Es ist für Kinder ab 3 Jahren empfohlen.

Es gibt nur einen im ganzen Haus, der ungewöhnlich ist, und das ist Karlsson vom Dach. Er wohnt oben auf dem Dach und schon das ist ja etwas recht Außergewöhnliches. Es mag in anderen Gegenden der Welt anders sein, aber in Stockholm kommt es fast nie vor, dass jemand in einem besonderen kleinen Haus oben auf dem Dach wohnt. Er ist ein sehr kleiner und sehr rundlicher und sehr selbstbewusster Herr und er kann fliegen. Mit Flugzeugen und Hubschraubern können alle Menschen fliegen, aber es gibt niemand, der ganz allein fliegen kann, außer Karlsson.

Karlsson dreht bloß an einem Knopf, der ungefähr mitten vor seinem Nabel sitzt, und schon springt ein winzig kleiner Motor an, den er auf dem Rücken hat. Und dann – wenn der Motor genügend auf Touren gekommen ist – steigt Karlsson auf und schwebt würdevoll davon. Eines schönen Tages kam Karlsson einfach durchs Fenster zu Lillebror hereingeflogen. Karlsson ist in allem der Beste, wenn man ihm selber glauben darf. Lillebror glaubt ihm und Lillebror findet auch, dass Karlsson in allem der Beste ist. Auf jeden Fall ist er der beste Spielkamerad der Welt.

Das Kevelaerer Konzert- und Bühnenhaus verfügt über eine Klimaanlage, die verbrauchte Luft absaugt und Frischluft in das komplette Gebäude rückführt. Diese technische Gegebenheit, eine Reduzierung der Besucherzahl und die lückenlose Nachvollziehbarkeit der Kontakte der Besucher ermöglichen die Kindertheateraufführungen in Kevelaer. Die bereits beim Kartenkauf erhaltenen Kontaktformulare müssen bei Betreten des Bühnenhauses abgegeben werden. Diese Maßnahmen schreiben die Corona-Regeln vor – sie sorgen allerdings für einen reibungslosen Ablauf des vergnüglichen Morgens.
Kindergarten-Gruppen, Schulklassen und Einzelbesucher die Karlssons und Lillebrors Abenteuer live auf der Kevelaerer Bühne erleben möchten, können die Eintrittskarten im Büro „Tourismus & Kultur“ unter der Telefonnummer: 02832 122-991, E-Mail: kultur@kevelaer.de erwerben. Der Eintrittspreis beträgt 4 Euro pro Person.

Spaß mit Mama Muh und der Krähe

Die Geschichten um „Mama Muh und die Krähe“ sind als schwedisch-deutsche Zeichentrickserie zwischen 2009 und 2010 bekannt geworden und basieren auf den schwedischen Kinderbüchern von Tomas und Jujja Wieslander und Sven Nordqvist.
Die Abenteuer der quirligen Kuh Muh hat auch das WODO Puppenspiel adaptiert. Am vergangenen Samstag war das Stück im Kevelaerer Museum zu sehen.

Dort ließ Dorothee Wellfonder einige Abenteuer der quirligen Kuh und ihrer Freundin, der Krähe, lebendig werden. Statt Gras zu fressen und faul auf der Weide oder im Stall zu liegen, tanzt Mama Muh lieber, spielt Fußball mit Ballettschuhen oder frisst das Blumengeschäft der Stadt leer. Der Bauer ist sauer auf Mama Muh und will eine hohe Mauer um die Weide bauen, doch Mama Muh lässt sich nicht entmutigen und übt schon einmal Hochsprung.

Die anwesenden Kinder waren eingeladen, sich einbeinig mit der tanzenden Kuh im Kreis zu drehen oder sangen am Ende Mama Muh mit einem Lied in den Schlaf. Anschließend konnte jeder, der wollte, sich von Mama Muh verabschieden.

Dorothee Wellfonder freut sich, nach einer längeren Corona-Pause wieder auftreten zu können. Nach dem Lockdown hatte das WODO Puppenspiel schon ab Mai wieder einige Auftritte: „Wir waren das erste Theater von NRW, das Aufführungen hatte. Wir haben viel draußen gespielt und die Zuschauerzahl war stark beschränkt. Aber was geht, machen wir“, so die Puppenspielerin.

Regelmäßig ist das Figurentheater aus Mülheim im Museum zu sehen. Dieses Mal saßen die Kinder nicht wie sonst alle gemeinsam auf dem Teppich vor der Bühne, sondern alle Kinder saßen mit viel Abstand zu den anderen bei ihren Eltern oder Großeltern.

„Theaterspielen gehört einfach zu unserem Leben“, meint Dorothee Wellfonder, und freut sich auf viele weitere Vorstellungen im Kevelaerer Museum.

Kurioser Vorverkauf für Kulturveranstaltungen

Eine bis jetzt einmalige Situation ergibt sich zum Start des Vorverkaufs für die aktuelle Kultursaison in Kevelaer. Die Theaterreihe und die Reihe „Puppenspiel 18+“ sind bereits ausverkauft. Durch die Sitzplatzbeschränkung nach der Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen dürfen unter Einhaltung der Corona-Regeln nicht mehr als 300 Besucher im Konzert- und Bühnenhaus platziert werden. Somit ist das zulässige Sitzplatz-Kontingent durch die Abonnenten bereits ausgeschöpft.

Das gleiche Prozedere ist für das Forum der Öffentlichen Begegnungsstätte vorgeschrieben und auch hier finden nur die Abonnenten einen Platz. Das Team der Abteilung „Tourismus & Kultur“ bedauert sehr, die Nachfrage nach Einzelkarten in dieser Saison nicht bedienen zu können.

Für alle anderen Veranstaltungen der Spielzeit sind die Eintrittskarten ab Montag, 17. August, bei der Kartenvorverkaufsstelle im Erdgeschoss des Rathauses zu erwerben.

Kultur für Kinder startet im Oktober

Das Wittener Kinder- und Jugendtheater freut sich, das Eröffnungsstück für die Reihe „Kultur für Kinder“ aufzuführen. Am Dienstag, 6. Oktober, gastiert die Produktion um 10 Uhr mit dem Jugendbuch-Klassiker „Karlsson vom Dach“ von Astrid Lindgren. Die Aufführung ist für Kinder ab drei Jahren geeignet. Kindergartengruppen und Schulklassen werden gebeten, sich frühzeitig im Büro „Tourismus & Kultur“ anzumelden.

Sonderveranstaltungen beginnen mit Premiere

Den Verantwortlichen der Abteilung „Tourismus & Kultur“ ist es gelungen, den dritten Teil aus der Musical-Reihe um die vier Frauen aus „Heiße Zeiten“ und Höchste Zeit“, mit der neuesten Produktion „Himmlische Zeiten“, nach Kevelaer zu verpflichten. In der Premierenveranstaltung am Samstag, 26. September, geht es erneut ans „Eingemachte“. Was bleibt nach Wechseljahren und später Scheidung? Die Autoren nähern sich dem „Ernst des Alters“ in gewohnt bissiger Manier und verorten ihre Komödie in die Privatabteilung eines Krankenhauses – Lachmuskelkrämpfe sind garantiert!

Tipps und Hinweise auf alle weiteren Veranstaltungen können im aktuellen Kulturprogramm der Wallfahrtsstadt Kevelaer nachgelesen werden.

Vorverkauf
Der Vorverkauf für alle Veranstaltungen – außer für Theater und Puppenspiel 18+ – beginnt am Montag, 17. August. Dann können alle Eintrittskarten im Büro „Tourismus & Kultur“ im Erdgeschoss des Rathauses Tel.-Nr.: 02832 122-991 erworben werden.

„Oh, wie schön ist Panama“

Das Rheinische Landestheater Neuss zeigte in seinem Gastspiel im Bühnenhaus den Klassiker „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch.
Allein schon das zauberhafte Bühnenbild von Amelie Hensel mit seinen beweglichen Requisitenteilen – Kisten, Urwaldbäumen, der Leiter und den vielen anderen Kleinigkeiten – bot dem Zuschauer eine visuelle Anregung, die zu der Phantasie des Originals durchaus passte.
Schlicht schön

Dazu kamen noch die schlicht-schönen Kostüme, die den vielen unterschiedlichen Tieren – vom Raben bis zum Löwen, die von Emilia Haag dargestellt wurden, die jeweils passende Gestalt verliehen.
Und da war noch die eigentliche Geschichte, die von Sehnsucht und Neugier nach der Ferne, der Suche nach Glück und einer besonderen Freundschaft handelt.
Denn eigentlich sind ja der kleine Bär (gespielt von Katharina Dalichau) und der Tiger (Hubertus Brandt) glücklich, finden Pilze, gehen gerne angeln – bis der Bär auf einmal eine Kiste entdeckt, die aus Panama stammt und von oben bis unten nach Bananen riecht.
Beide beschließen: Panama ist das Land unserer Träume – und so machen sie sich zu zweit auf die Suche nach diesem ihnen unbekannten, aber in ihren Gedanken wunderschön erscheinenden Land mit Palmen und Bananen und Fischen und allem, was man sich nur denken kann.
Ihr Weg führt dabei über den Fluss, zum Bauern und durch den Wald bis in die höchsten Höhen.
Dabei begegnen sie immer wieder unterschiedlichen Tieren – von der sprachlich „britisch“ angehauchten Maus über den sie immer wieder begleitenden Frosch, den Löwen, der sich mit dem Bären ein lautes Brüllduell liefert, bis zu dem federnden Raben, der sich zu „Fly away“ von Lenny Kravitz an der Gitarre begleitet und ihnen zumindestens einen Aussichtsplatz in Richtung Panama verschafft.
Panama bedeutet Mut und Glück

Und die Tier-Figuren erinnern den Zuschauer immer wieder daran, was die eigentliche Botschaft des Stückes ist – ob sie nun den alten Rühmann-Klassiker „Ein Freund, ein guter Freund“ zu hören bekommen oder den Gedanken, dass „Panama“ eigentlich „Mut und Glück“ bedeutet.
Den Kindern und ihren Etern machte das Stück jedenfalls sehr viel Freude – und das größte Kompliment dafür, dass den Schauspielern es gelungen war, das alles rüberzubringen, steckte in der Antwort der sechsjährigen Johanna aus Kevelaer auf die Frage, welches Tier und was ihr überhaupt am besten gefallen hatte: „Panama“.

Im Bühnenhaus riecht`s nach Bananen

Am Sonntag, 24. März, um 15 Uhr, führt das „Rheinische Landestheater Neuss“ mit „Oh, wie schön ist Panama“ das letzte Kindertheaterstück der Kultursaison 2018/2019 auf. Das Stück im Rahmen der Reihe „Kultur für Kinder“ eignet sich für Kinder ab drei Jahren und findet im Bühnenhaus statt.

Der kleine Bär und der kleine Tiger haben alles, was das Herz begehrt und das Leben ist unheimlich schön. Sie finden Pilze und gehen gerne angeln. Eines Tages findet der kleine Bär eine Kiste. Sie kommt aus Panama und riecht von oben bis unten nach Bananen. Dort ist alles viel schöner und sie erklären Panama zum Land ihrer Träume. Sie bauen sich einen Wegweiser, packen die Tigerente ein und machen sich auf den Weg. Es beginnt eine abenteuerliche Suche von ihrem Zuhause über den Fluss, zum Bauern, durch den Wald bis hoch in die Lüfte. Dabei haben sie spannende Begegnungen und lernen neue Freunde und Weggefährten kennen. Jeder hilft ihnen auf eigene Art, den Weg nach Panama zu finden.

Im Land ihrer Träume angekommen, wollen sie nie, nie wieder weggehen. Aber dann erhalten sie eine Postkarte von Tante Gans…

Der Kinderbuchklassiker von Janosch erzählt von Sehnsucht und Neugier nach der Ferne, der Suche nach Glück und einer besonderen Freundschaft. Am Ende erkennen die Kinder: Ein schönes Zuhause und gute Freunde – das braucht man, um glücklich zu sein. Denn: „Wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten.“

Eintrittskarten sind beim Service-Center im Erdgeschoss des Rathauses, Peter-Plümpe-Platz 12,  Telefon-Nr. 02832 / 122-991, oder an der Tageskasse erhältlich. Einlass ist um 14.30 Uhr und der Eintritt beträgt 4 Euro für Kinder und Erwachsene.

Das Sams sauste durchs Bühnenhaus

Das Sams von Paul Maar gehört mittlerweile zu den Klassikern der Kinderbuch-Figuren. Umso größer ist die Herausforderung, eine derartig bekannte Vorlage spannend und unterhaltsam für die Bühne umzusetzen. Nicht immer ist dies in der Vergangenheit gelungen, denn Kinder können ein ziemlich gnadenloses Publikum sein. Insofern kam es schon einem Abenteuer gleich, den Kinderbuchklassiker „Das Sams – eine Woche voller Samstage“ auf die Kevelaerer Bühne zu holen – zumal in einer Bearbeitung für lediglich drei SchauspielerInnen. Um es vorweg zu nehmen: Das „Regionentheater aus dem schwarzen Wald“ brillierte in dieser in vielfacher Hinsicht.
„Transformers“

Da war zunächst das Bühnenbild, das zunächst aus einem einfachen Podest und einem großen Schrank bestand. Doch im Laufe der Aufführung verwandelte sich das Podest in Bett oder Bank, der Schrank wurde Klamottenregal und Umkleidekabine im Kaufhaus oder verwandelte sich in einen Büro-Aktenschrank. Sogar die offen stehende Schrank- diente wie selbstverständlich als Zimmertür. Da können sich die angesagten „Transformers“ mal ‘ne Scheibe abschneiden.
Rote Haare, Rüsselnase, blaue Punkte – klar, das Sams ist schnell wiederzuerkennen. Doch Marianne Lindt schlüpfte nicht nur in einen beigen Overall mit beeindruckendem Bauch und nachher in den unvermeidlichen Taucheranzug. Die Schauspielerin schlüpfte auch derart in ihre Rolle, dass es eine wahre Freude war, dieses freche Sams voller Lebensfreude in unglaublichen Verrenkungen über die Bühne laufen und Hüpfen zu sehen.
Ausflug zu den Zuschauern

Und durch den Zuschauerraum des voll besetzten Bühnenhauses, denn dorthin unternahmen das Sams, Herr Taschenbier und die wie beiläufig putzende Erzählerin immer wieder muntere Ausflüge. Andreas Jendrusch gab als Herr Taschenbier einen wunderbar zurückhaltenden Gegenpart, weil er nicht der Versuchung einfacher Effekthascherei erlag. Ihm gelang es damit, Zurückhaltung und Unsicherheit so darzustellen, dass seine Figur nicht lächerlich, aber auch nicht zu verzagt wirkte. Anke Stocker übernahm im Gegenzug in zahlreichen Verkleidungen die sehr Comic-haft angelegten „Nebenfiguren“ wie die Vermieterin Frau Rosenkohl, die schon erwähnte Erzählerin, die Verkäuferin im Kaufhaus und den Chef von Herrn Taschenbier. Als Frau Rosenkohl stach sie dabei besonders hervor, weil dies die einzige ihrer Figuren ist, die in der Vorlage eine Entwicklung durchmacht.
In der Theorie ist eine solche Bearbeitung eines Kinderbuch-Klassikers sicherlich vielen Regisseuren und Mimen sehr nahe. Man darf jedoch sagen, dass dieses Ensemble unter der Regie von Birgit Heintel mit Stoff und Figuren derart fein verschmolzen ist, dass es nicht nur für die Kinder eine wahre Freude war, diese Inszenierung zu sehen.
Dass Andreas Jendrusch nach der gut einstündigen Aufführung, die die Kinder mit viel Applaus belohnten, die kleinen Besucher klassenweise auf die Bühne bat, um gemeinsam mit den Figuren Erinnerungsfotos zu machen, passt da genau ins Bild. Eine wunderbare Aufführung. „Theater für Kinder“, das einen großen Erfolg feierte.

Liebe siegt über bösen Zauber

Nicht nur aus Kevelaer, auch aus den umliegenden Gemeinden waren 800 Kindergarten- und Grundschulkinder ins Bühnenhaus Kevelaer gekommen. Als Weihnachts-Märchenmusical stand Zwerg Nase, nach dem gleichnamigen Märchen von Wilhelm Hauff auf dem Spielplan.

Die beeindruckende Geschichte von dem gestohlenen und dann verzauberten Jungen Jakob, der als Zwerg Nase ein angesehener Koch wurde, zeigte hintergründig die Auswirkungen und Emotionen von Ablehnung und Diskriminierung, wenn ein Mensch durch ein Handicap in der Gesellschaft auffällt. Sie zeigte, dass man auch mit einer verkrüppelte Nase und einem Buckel ein erstklassiger Koch werden kann, der bewundert wird. Auch die Zuwendung des wieder erlösten Jakob zu der als Gans verzauberten Mimi hat sein positives Ergebnis. Die Liebe siegt über den bösen Zauber und führt zu einem Happy-End.

Wie in Kunstmärchen häufig anzutreffen, war die Aufführung von einigen „Gruselmomenten“ durchzogen. Die böse Hexe spielte die Rolle so perfekt, dass ihre Stimme durch Mark und Bein ging und als der Herzog hinter Zwerg Nase mit dem riesen Messer herlief, um ihm zu drohen, fragte sich der Reporter, ob die Altersgruppe (ab 5 Jahre) richtig eingeschätzt wurde. Zumindest dürften die, die Kinder begleitenden Mitarbeitenden der Kindertageseinrichtungen und Schulen, noch einige Nachbereitung mit den Kindern als Aufgabe gehabt haben. Das Ensemble der Musikbühne Mannheim e.V. bezog in seine Aufführung die kleinen Gäste mit ein. Es gab nicht nur aktives Mitspielen einiger Kinder auf der Bühne, sondern häufiges Mitklatschen aller im Saal. So nahmen sie die Kinder mit auf die Reise durch die Geschichte des Zwerg Nase. Das Bühnenbild und die Kostüme (Juliette Steiner), eine erstklassige kindgerechte schauspielerische Leistung von Markus Schultz, Laura Alvarez, Petra Mott, Christina Prieur und Clémence Leh unter der Regie von Maxime Pacaud und eine hervorragende textliche Umsetzung des Märchens durch Eberhard Streul hinterließen einen exzellenten künstlerischen Eindruck.

Daniela und Hagen Grundlach haben mit ihrer Musikbühne große Theaterwelt nach Kevelaer gebracht und am Ende der zwei Aufführungen gab es viel Applaus.

Pettersson und Findus in Kevelaer

Dorothee Wellfonder und Wolfgang Kaup-Wellfonder vom Mülheimer Figurentheater „Wodo Puppenspiel“ kamen mit Kater Findus (Marionette) sowie Pettersson (Tischfigur) erneut nach Kevelaer, um „Armer Pettersson“ zu spielen.
Etwa 60 Kinder und ihre Begleitungen waren ins Museum gekommen, um diese Geschichte zu sehen. Die Kinder saßen überwiegend direkt vor der Bühne auf dem Boden, ohne dabei die „Achtungslinie“ zu übertreten, „damit ihr nicht nur vor den Vorhang schaut und Pettersson und Findus gar nicht sehen könnt“, hatte Wolfgang Kaup-Wellfonder vorher angeraten.
Wie ein Autoreifen, dem die Luft ausgeht, sitzt der alte Pettersson in seiner Küche und will in Ruhe gelassen werden. Aber genau das hat Kater Findus nicht vor. Er hat gute Laune! Findus zappelt und springt, klettert und singt. Irgendwie muss er doch Pettersson dazu bringen, zu lachen und mit ihm zu spielen.
Auf turbulente und lustige Weise schafft es der fröhliche Kater, den griesgrämigen alten Mann aus dessen unerfreulicher Stimmung zu holen.
Und die Kinder? Sie gingen voller Begeisterung mit, antworteten auf Anfragen der Figuren im Chor und machten die Geräusche, wie ihnen aufgetragen wurde.
In den knapp 45 Minuten Spielzeit war den Puppenspielern anzumerken, dass sie seit 1983 eine Menge an Routine gesammelt haben, dass aber die Liebe zum Puppentheater noch nicht erloschen ist. Sie werden mit Sicherheit bald wieder nach Kevelaer kommen, um eins ihrer zahlreichen Bühnenstücke zu präsentieren.