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Da wurden Märchen wahr

Wenn Bürgermeister Dr. Dominik Pichler zur Luftgitarre greift, Narren nach einer fünfstündigen Sitzung immer noch nicht genug haben, dabei dem sichtlich gerührten Sitzungspräsident Dieter Moll stehende Ovationen zollen, dann dürften Karnevals-Märchen  wahr geworden sein.
Unter dem Motto „22 Jahr-in Twesti werden Märchen wahr“, erlebten die Narren im Bürgerhaus eine stimmungsgeladene Kappensitzung.
Wie es sich für einen närrischen Geburtstag hehört, spendierte das Präsidium der Karnevalsfreunde Twisteden (KfT) gleich zu Beginn ein Karnevals-Geburtstags-Schnäpschen. „Prost im Twistedener Gürzenich“, begrüßte Rolf Roosen, Präsident der KfT, das gutgelaunte Publikum. Das Schnäpschen „Helau Blau“ sollte aber nicht alleine für eine gute Stimmung verantwortlich sein. Vielmehr sorgte ein buntes Showprogramm unter der Moderation von Sitzungspräsident Dieter Moll  für bombastische Stimmung.
Zur Eröffnung eroberten die „Gardezwerge“ die Herzen der Zuschauer und erhielten dafür die ersten Orden des Abends. Diese wurden vom Elferrat überreicht, der sich zwar als „Pfauenthron“ präsentierte, in Wirklichkeit aber als „Sauhaufen“ bekannt ist und eigentlich den Karnevalsumzug bereichert. Prominente Köche aus Goch, die so cool wie eine Tiefkühlpizza und so heiß wie eine Herdplatte einmarschierten, brauten ihr eigenes Hühnersüppchen. Das Gocher Männerballett rupfte sein eigenes Hühnchen und gehört, wie auch das Energiebündel Hilla Heien auf die Twistedener Karnevalsbühne wie der Dom zu Kölle.
Als Hexen vom Blockberg fegte die KfT Showtanzgruppe über die Bühne, machten diese frei für Bauchredner Jens und seinen treuen Freund Heinz. Jens Meyers trat zum ersten Mal in Twisteden auf, holte sich in der Zugabe Dieter Moll und Patty Brünken als lebende Bauchrednerpuppen auf die Bühne und machte diese zu seinem Sprachrohr. Während einer Umbauphase wurden weitere Orden, unter anderem an den Bürgermeister und ehemalige Präsidiumsmitglieder verteilt. Die kurze Programmunterbrechung nutzte das Publikum zum Schunkeln und Singen. Als Überraschung des Abends präsentierten sich fünf Tenöre. Angeschnallt und festgezurrt in Skischuhen, schwangen sie auf der Bühne hin und her und schmetterten: „Aber dich gibt’s nur einmal für mich.“
Über die Vorzüge des Landlebens berichtete, und das schon seit 22 Jahren, die „Satte Prum“, alias Robert Achten. Den Saal auf links drehten danach 33 Musiker aus Kleve. Mit Pauken und Trompeten eroberten die „Klefse Tön“ die Bühne im IBC, besetzten Tische und Stühle, ließen zur Luftgitarre greifen und erzeugten Schweißperlen auf der Stirn.
Wer jetzt glaubte, die Show war gelaufen, der irrte. Nachdem Attacke, alias Karin Raimondi, zum Angriff auf die Lach-und Schunkelmuskeln blies, eroberten die KfT Gardefunken, die Tanzgruppen Dejavu und Revolution Dance die Bühne und boten was fürs Auge. Märchen über die Geißens mit ihren sieben kleinen Wollnyleins erzählte die Gruppe „Helau TV“. Diese wurden erst getäuscht, dann vom bösen Wolf gefressen, anschließend aber, dank Dr. Starkes Dritte-Hilfe-Koffer, gerettet. Zum Schluss, der neue Tag war schon angebrochen, heizte die Gruppe „Twist N’Go“, mit dem Lied: „Ich bin doch nur ne Twester Jung“, das IBC noch einmal so richtig ein.
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Ein ziemlich kölscher Abend: VFR feierte seine Kappensitzung im Bühnenhaus

Ein vollbesetztes Bühnenhaus und fröhliche Gesichter sorgten beim VFR-Präsidenten Willi Holtappels schon vor Beginn der Kappensitzung für beste Laune: „Wir feiern unser 40-jähriges Jubiläum, da haben wir uns die eine oder andere Überraschung überlegt.“
Der Auftakt mit dem Einmarsch der Tanzgarden des KCK und des KCP geriet gleich zu einem rauschenden Moment mit romantischem Antlitz.  Der VFR-Vorstand verteilte Blumen im Kamelleregen unter den Jecken. Später gab‘s noch Orden, unter anderem für den Festkettenträger Theo Keysers und die beiden VFR-Ehrenpräsidenten Theo Janßen und Egon Kammann.
Dass es an dem Abend ziemlich „Kölsch“ zugehen würde, belegte  schon der klangliche Einstieg beim Einmarsch mit der „niederrheinischen Antwort auf die Bläck Fööss“ (Holtapppels), die Winnekendonker Volleys.  Sie sorgten mit ihrer  Musik („Ich bin ne kölsche Jung“) gleich für kolllektives Mitschunkeln. Und beim „Hallelujah“ erhoben sich auch Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann und Kaplan Christoph Schwerhof bei seiner Kappensitzungs-Premiere von den Sitzen.
Anschließend zeigte die Minigarde als erste der VFR-Tanzformationen, was sie so alles auf dem Kasten hat. Prinzession Anne I. durfte sich direkt in ihre Jeckenkluft werfen, um mit ihrem Prinzen Luis I. einen knackigen Abschieds-Dialog mit viel Pfiff vorzutragen nach dem Motto „Ich zieh wieder mein DFB-Trikot an und Du bleibst die bewegliche Gardemaus“.
Überhaupt waren die Gardetänze  wirklich ein Kracher: Die Teenies überzeugten mit ihrem „klassischen“ Gardetanz und begeisterten mit ihrem Formationstanz im glitzer-goldenen Charleston-Kostüm im Stil der 20er Jahre.
Heiß her ging‘s beim Beitrag der Showgirl. Mit ihrer Feuerwehr-Performance mit Alarmlichtern, einem spektakulären Sprung aus einem „brennenden Haus“, Würfen und tollen Formationen sorgten sie für ein spektakuläres Feuerwehr sorgten. „Damit könnten die Damen bundesweit bestehen, da sind die in Düsseldorf oder Köln nicht besser“, war Holtappels begeistert.
Mit Regenschirm, Klapperfahrrad und einer Menge Temperament im Hintern sorgte Hilla Heien mit ihre Gesangsbeiträgen und flotten Sprüchen für die entsprechend ausgelassene Partystimmung.
Die „Freunde des Kegels und Karnevals“ (FKK) aus Winnekendonk zauberten einen originellen Englisch-Kurs auf die Bretter. Wunderbar geriet die Darbietung der Gocher Feuerwehr, die im Kochkostüm eine überdiensionale Ente zu der Melodie „Du bist so heiß wie ein Vulkan“ im Topf nackig kochten.
Allerdings konnten nicht alle Acts des Abends restlos überzeugen. Die beiden Paparazzi Michael Peters und Uwe Magney zogen zwar mit Fotoapparat gekonnt durchs Publikum, lichteten dabei auch Bürgermeister Dominik Pichler ab und gaben sich auf der Bühne reichlich Mühe. Ihr Programm wirkte allerdings selbst für karnevalistische Maßstäbe zu plump-schlüprig und geriet zu lang.
Etwas besser kam Puppenspieler Andreas Kraitzek an, der die tabubrechende Figur des Raben „Rocky“ gut transportieren konnte. Und auch so ein erfahrener Jecke wie der Bornheimer Willi Wilden hatte es schwer, die Leute mit seinen rheinisch-kölschen Liedern aus der Reserve zu holen. Als er dann aber Willi Holtappels mit Tänzerin Ann-Christin zum „Besenreiten“ auf die Bühne holte und die zuvor aufgetretene Teeny-Showtanzgruppe nochmal für eine gemeinsame „Lass mal tanze, lass mal springe“-Samba gewann, konnte er das Publikum etwas für sich gewinnen.
Pech für den VFR war das Ende. Der Schlussact, die Gruppe Palm aus Köln mit „Music made em Veedel“, konnte nicht kommen. „Die haben aus gesundheitlichen Gründen vor vier Stunden abgesagt – da war so kurzfristig nix mehr zu machen“, so Willi Holtappels.
Die Showgirls brachten dafür auf der Bühne nochmal richtig Energie rüber. Das Präsidium schwenkte dazu blauweiße Fahnen, Ballons fielen vom Dachboden auf die Zuschauer herab. Und zur Musik von DJ Stefan wurde die Party bis in den Morgen hinein fortgesetzt.

Es wurde gesungen, geschunkelt und gelacht

Diese Feier hat gute Tradition nur der Name ist neu „Jakobus Karnevalssitzung“: Einmal mehr feierten zahlreiche Narren den gemeinsamen Karneval behinderter und nicht behinderter Menschen „bei Volker“ in der Gaststätte Jacobs.
Das KB war mittendrin und durfte eine tolle Veranstaltung erleben, die von den drei ??? organisiert und mit der Unterstützung der Sponsoren Volker Verheyden (Wirt), Volksbank an der Niers, Sparkasse Kevelaer, Edeka Brüggemeier und Daniel Bos zu einer tolle Veranstaltung wurde. Die drei ??? sind Kevelaerer, die nicht genannt werden möchten, da sie einfach nur etwas Gutes tun und dabei nicht im Mittelpunkt stehen möchten.
Über 30 Bewohner aus den Wohnheimen an der Holbein-, Linden- und Dietrich-Bonhoeffer-Straße waren in bunten Kostümen und guter Laune mit von der närrischen Partie. Und auch die vier Betreuer, die die Menschen mit Einfach- und Mehrfachbehinderung begleiteten, hatten viel Spaß an den Darbietungen.
Einer der drei ??? führte mit seiner begeisternden Art durch das Programm. Dieses wurde von  Showtanz Karnevalsverein Twisteden, Musikverein Kevelaer, Showtanz VFR Kevelaer, Hilla Heien, Tanzgarde Karnevalsverein Achterhoek und dem Männerbalett Karnevalsverein Feuerwehr Goch sowie durch den DJ Mike Sleeves (Michael Hülsen).
Während der mehrstündigen Veranstaltung wurde gesungen, geschunkelt, getanzt und viel gelacht. Und natürlich schmetterte das Narrenvolk nach jeder gelungenen Vorführung ein „Helau“ und „Alaaf“.  Unters Narrenvolk Dominik Pichler gemischte. Der Bürgermeister verfolgte mit zwei seiner Kinder, das jecken Treiben.
 
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Ein jecker Abend mit Kinderprinzenpaar, Kampfsport und Kölsche Tön

Kaum hatte der Zeremonienmeister, Hans-Heinrich Hebben („mache das schon ewig“) den „Siebenerrat des Musikvereins Winnekendonk“  ins Präsidium der Sitzung gebracht, erschien die Kappensitzung auch schon wieder zu Ende. Nichts passierte, bis das Telefon klingelte. „Papa Schlumpf“, der Vorsitzende des Siebenerrates, Wolfgang Hebben (Festkettenträger) umringt von seinen kleinen Schlümpfen Steffi Relouw, Simona Müldern, Gesa Wellesen, Michaelea Paeßens, Katharina Elbers und Lea Krebber, nahm den Hörer ab: „Was Anne (Foizik), Du bist krank? Du kannst nicht moderieren? Du kommst nicht? Dann gute Besserung.“
Zum Glück kam diese Krankmeldung nicht wirklich live, sondern bereits einen Tag zuvor, und so konnte Heinrich Hebben direkt eine „Aushilfe“ anrufen: “Bonjour madame, es ist uns ein plaisir, ils nous helfen” –  und die Madame tat ihm den Gefallen. Mit schwarzem Kleid, edelem Dalmatiner-Umhang, einem ebenso gepunktetem (Stoff)-Hündchen, einer Cigarette in schwarzer, nicht endenwollenden Cigarettenverlängerung und nach Pariser Chic der 30ger Jahre gestylte Haare kam Anne Teller -Weyers auf die Bühne. Sie sprach in entzückender Weise Deutsch mit einem unüberhörbaren französischen Akzent. Zu keinem Zeitpunkt des Abends war zu merken, dass sie nur einen Tag Zeit hatte, sich auf die Moderation vorzubereiten. Madamé geleitete die Gäste und Darsteller bravoures durch den Abend.
Mit der Trainerin und Choreografin Verena Hermens sowie Elke Tebartz startete die Mini Tanzgarde des VFR Kevelaer das Feuerwerk an erstklassigen Darbietungen. Sie zeigten Acrobatique vom Feinsten und kamen nicht ohne eine Zugabe von der Bühne. Die 15 Kinder standen auch Spalier als das erste Kinderprinzenpaar von Winnekendonk ihren Auftritt hatten. Die Geselligen Vereine hatten beschlossen, dass ab jetzt jedes Jahr der Festgebende Verein ein Kinderprinzenpaar stellt. So standen nun Moritz I. (Görtz) und Gesa I. (Relouw) und präsentierten sich zu den Tönen „Der schmucke Prinz“, den der Musikverein intonierte ihrem närrischen Volk.
Robert Achten als „Satte Prum“ gab bei seiner Büttenrede an, dass er Kampfsport mache: „Ja, ich widerspreche meiner Frau. Immer wenn die mich nachts weckt und sagt, ich kann nicht schlafen, da antworte ich: Das Böse schläft nie.“ Er kannte auch einen Nachbarn, dessen Tochter so häßlich ist, dass man bei ihm einbreche um die Vorhänge am Fenster zuzuziehen. Zum Schluss betrauerte er aber seine Frau, die ihr ganzes Leben als Putzfrau gearbeitet hätte. Er habe ihr einen schönen Grabstein besorgt „Da steht drauf: Sie kehrt nie wieder“ Madame Frongreisch“ verabschiedete ihn mit den Worten: „Du kommst sicher nächstes Jahr wieder, aber bestimmt nicht als Gleichstellungsbeauftragter.“
„Kölsche Tön“ spielten dann „Die Volleys“ und brachten dabei die Begegnungsstätte zum Beben und rissen die Jecken von den Stühlen. Von „Lev Marie“ bis „Auf das Leben“ spielten sie sich erstklassig und mitreißend durch die kölschen Lieder und in die Herzen der Jecken. In der Pause sammelten die Geselligen Vereine für die Alten der Gemeinde. Hierbei kam ein Betrag von 208,37 Euro zusammen.
Die „VFR Feuerwehr“, läutete dann mit Blaulicht und Sirene den zweiten Teil der Kappensitzung ein. 20 VFR Showgirls zeigten, wozu sie bei einem Brand in der Lage sind. Da wurden nicht nur Pyramiden erstellt um die Feuersbrunst einzugrenzen, auch eine Tänzerin, die sich todesmutig aus dem brennenden Haus katapultieren lies, wurde fachgerecht im Sprungtuch, das aus zahlreichen Armen gebildet wurde, aufgefangen. Zwischenzeitliche Bravo-Rufe und viel Applaus begleitete die mega Tanzvorführung, die von Verena Hermens eintrainiert wurde.
„Wir lernen Kölsch“ und das ist gar nicht so schwer, wenn man Englisch kann, bewiesen die FKK´ler. „Gay – Sally – Gay“ heißt „Gesellige“, und „Leg – Air – Mad – Share“ spricht man „lecker Mädscher“ aus. Bei dem Stück, welches grandios ankam, wurde auch deutlich, das der Karneval in Winnekendonk eine lange Geschichte und gesellschaftsfördernde Wirkung hat. Friedel, Michael und Milla Dahlmann, drei Generationen traten bei der Kappensitzung auf und machten klar, Karneval verbindet und schweist Familien zusammen.
Im Dunkeln ist gut Schunkeln
„Im Dunkeln ist gut Schunkeln“, bewiesen „Die gecken Hühner“. Sieben KFD-Frauen mit ihrem Schwarzlichttheater mit Straußenvögeln, der Referendar (Georg Werner), der sein Leid klagte und Fabian Renken mit Michael Dahlmann, die mit „Was Du sagst und was Du denkst“ von „Eure Mütter“, brachten die Stimmung dann noch einmal auf den Höhepunkt. Die Aufführungen und die immer wieder begleitenden Stücke des Orchester des Musikvereins machten die Kappensitzung in Winnekendonk zu einem raketenwürdigen Abend.
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Vom Fußballer bis zum Neon-Frosch: Narretei auf dem Marktplatz

“Das läuft richtig super” , konnte Bernd Ingenhaag während der Sitzung seine Freude kaum verbergen. Der Gesamtplaner der Wettener Kappensitzung war nicht der Einzige, der einen Heidenspaß an der großartigen Stimmung im “Knoase-Saal” während der vierstündigen Sitzung hatte. Die Organisatoren hatten sich eine Menge einfallen lassen, um den Abend zu einem tollen Erlebnis für die Gäste im vollbesetzten Saal zu sorgen.
Das fing bereits mit der wunderbaren “Marktplatz”-Bühnenbild von Ingenhaag, Willi Wellmans und Christoph Aymanns an.  Markt-Chef” und Mitorganisator Wilfried Hendricks führte humorvoll-souverän durch den gesamten Abend. “Die eigebauten Jokes sind dieses Jahr nicht drin, die werden für weitere Veraanstaltungen gebraucht”, gab er launig die Richtung für den Abend vor, plauderte mit dem Publikum und musste zwischendurch auf “seinem” Markt  eine Schar musikalischer Tiere inklusive Erdhügel mit Maulwurf ertragen.
Als “Eisbrecher” des Abends fungierte “Bullo” Stefan Wijnhofen und sein gesangliches Bekenntnis “Mein Herz schlägt für das Knoaseland.” Reimend (“Fällt der Bauer voll vom Trecker, war der Korn mal wieder lecker”) und mit Hintersinn präsentierte siuch der “Kempsche Kappesbuura” Werner Roeling. Als “Welle Knoasedorf”  präsentierten Anne Ophey, Bernd Ingenhaag mit Gastreporterin  die aktuellen Nachrichten aus dem Dorf .
Franz Steeger und Michael van Beeck holten sich für ihre Arztpraxis-Nummer drei Gäste aus dem Publikum mit auf die Bühne und philosophierten über den Kauf von String-Tangas für die Ehefrau oder einer Taxifahrt mit einem früheren Leichenwagenfahrer.
Dass Fußballer auch als Tänzerinnen eine gute Figur machen könne, bewiesen die “Stubbihüpfer” als blau gekleidete Stewardessen mit Bierkästen als Reisekoffer und wahrlich ästhetischen Bewegungen auf der Bühne. Die “Union Sisters” überzeugten mit toller Tanzeinlage zu fetzigen Melodien, die “Lützingen” mit Bewegungen im sommerlichen Hawaiiköstüm.
Die “Vollerobics” faszinierten mit ihren Neon-Fröschen und einer wirklich beeindruckenden Choreographie, getoppt wurde diese besondere Performance nur noch durch die Figuren-Darbietung der “Arme” und Füße” von Nicole Hornbergs, Evi Jeuken, Clauia Straaten und Susanne Leuwen.
Festkettenträgerin Bernadette Vos hatte an dem Abend ihre Freude: “Es ist einfach gemütlich und kultiviert”, beschrieb sie die Atmosphäre aus bunten Kostümen, intelligenten Beiträgen und tollen Tanzeinlagen recht treffend.
Am Ende stand fast der gesamte Saal auf den Tischen, als die jungen Akteure nochmal musikalisch zum Playback Vollgas gaben und das “Wetten-Lied” anstimmten. Alle Aktiven kamen gemeinsam nochmal auf die Bühne und feierten ausgelassen einen Abend, den sie so schnell nicht vergessen würden. “Was haben wir doch für ein geiles Leben ?”, traf die als “Jack Sparrow” charmant verkleidete Ortsvorsteherin Beate Claßen das Kollektivgefühl der Narren.
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Auch mit nur einem Arm ist alles machbar

Mit einem Lächeln öffnet Anika Lindemans mit der linken Hand die Haustür: „Hallo.“ Sie verweist auf die beiden Hunde des Hauses, die auf ihren Gesprächsgast zugelaufen kommen. „Was zu trinken?“, schenkt sie behende ein Glas Wasser ein.
Anika Lindemans hat nur einen  Arm. An der rechten Seite existiert lediglich ein Stumpf und das bereits ihr ganzes Leben: „Ich war ein Frühchen und bin drei Monate zu früh geboren.“ Der Arm wurde ihr kurz  nach der Geburt abgenommen. Für die 18-jährige Fachabiturientin anscheinend kein großes Handicap: „Das war immer ganz normal für mich. Es ist schon etwas anderes, als wenn man ihn durch einen Verkehrsunfall verlöre.“
Die Reaktionen in ihrer Schulzeit bewertet Anika positiv. Kam mal ein blöder Spruch, was selten der Fall war, habe sie den ignoriert. „Die Kinder im Kindergarten haben gesagt, das wächst wieder nach. Denen ist es egal, ob du ein Bein ab hast, helle oder dunkle Haare. Die nehmen dich, wie du bist.“
Ähnliches erlebt sie heute im ersten Jahr ihrer Erzieherinnen-Ausbildung im Marien-Kindergarten. „Da kam ein Kind mit körperlicher Einschränkung zu mir hin und fragte mich, was das ist. Ich sagte ihm, ich habe nur einen Arm und es sagte später: ‘Cool‘.“
Wichtig für den selbstbewussten Umgang mit einem Arm zu leben, war der Umgang, den ihre Eltern mit ihr pflegten. „Die haben mich nicht in Watte gepackt, sondern mich alles machen lassen. Dass mir ein Arm fehlt, schränkt mich in keinster Weise ein.“
Entsprechend nutzt sie den Stumpf im Alltag ganz selbstverständlich mit, wie sie beim Öffnen einer Wasserflasche demonstriert: „Ich bin, wie ich bin , und verstecke mich nicht. Meine Eltern haben es mir nicht anders beigebracht.“
Beim Karneval sei sie von klein auf immer dabei gewesen, zumal der Vater bei den Swingenden Doppelzentnern musikalisch mitmischt und die ganze Familie karnevals­affin ist. „Es gab mal eine Phase zwischen 14 und 15, da hatte ich  weniger Lust, machte mehr mit Freunden. Aber vor zwei Jahren habe ich es wiederentdeckt.“ Da die ganze Familie gerne Karneval feiert, trat sie im letzten März geschlossen in den AGK Achterhoek ein: „Wir kannten schon welche aus dem Verein.“ Da Anika bereits früher bei einer Tanzschule aktiv war, trat sich auch gleich  mit ihrer 16-jährigen Schwester Vanessa der Achterhoeker Showtanzgruppe bei. Monatelang feilte das Team an der Choreographie, an dem Tanz und an der Inszenierung des „Märchens aus 1001 Nacht“, in der sie die Rolle der „Prinzessin Yasmin“ übernahm. „Ich finde den Verein einfach toll, auch die Mädels, das schweißt total zusammen“, freut sich Anika, dass alle auf das schauen würden, was sie beitragen könne und  nicht auf das, was ihr fehle. Sie mache die Schritte, die die anderen auch vollziehen.
Kurz darüber nachgedacht, wie es sein würde, in der ersten Reihe mit zu tanzen, hatte sie schon. Aber die Skrupel wären gleich beim dem ersten Auftritt verflogen.  „Da überlege ich nicht mehr, ob ich vorne oder hinten stehe. Und wir haben Positionswechsel gemacht“, erinnert sie sich. Der Applaus und der Beifall für die Darbietung habe die gesamte Gruppe in ihrer Arbeit bestätigt.
Dass sie von den Mädels und dem Verein so gut aufgenommen und akzeptiert worden sei, freue sie schon. Das gemeinsame Tanzen mache sie „total glücklich“, die Auftritte wie bei der Kappensitzung in Achterhoek seien „ein tolles Erlebnis“ gewesen. Da seien Leute auf sie zugekommen, um zu sagen: „Toll, dass du dir das zutraust.“
Am Samstag, 11. Februar, ist die Showtanzgruppe auf der Kevelaerer Jakobussitzung dabei. Am 17. Februar tritt sie in Geldern-Kapellen auf. In den nächsten Jahren will sie weiterhin in der Truppe engagiert mitwirken. Vielleicht könne sie mit ihrem Beispiel ja sogar „andere ermutigen, die denken, die macht das gerne, egal, ob da was fehlt oder nicht.“

Kervenheim wurde zum Kölsche Veedel

Lieder zum Mitfeiern und Mitsingen in kölscher Mundart boten die „Jäcksges“. Kervenheim wurde für einen Abend zu einem Stadtteil von Köln, denn im Saal Brouwers waren nur kölsche Tön zu hören.
Aus der ganzen Region waren zahlreiche Freunde des kölschen Frohsinns dem Ruf der Kervenheimer gefolgt. Sie zeigten überwiegend in Trikots des 1. FC Köln, in rot-weißen Kleidern oder mit Kölner Stadtwappen auf den Wangen ihre Gesinnung. Aber auch Matrosen, Marienkäfer und Marios sowie Kölsche Jungs und Mädchers waren zu sehen.
Die Geschwister Magret Broich sowie Michael und Karl-Heinz Brouwers hatten den Saal festlich geschmückt und sorgten mit „Pittermännchen“ (10-Liter-Kölschfass) und „ConJäcksges“ für die Stimmungsgrundlage.
Kölsche Musik ist immer eine Mischung aus  Frohsinn, ausgelassener Lebensfreude,  unverkrampfter Heiterkeit, aber manchmal auch voller Melancholie und Sehnsucht nach der Stadt am Rhing. Rudi und Dorothee Rühlke, Kalle Brouwers, Herry Ehrentraud, Gaby Koenen, Carmen und Jacky Langenhuisen und Christian van Oeffelt von den „Jäcksges“ wissen dies zu vermitteln. Sie erfreuten die rund 200 Köln-Fans mit Liedern der Karnevalshochburg unter anderen von „Domstürmer“, „De Höhner“ oder „Bläck Fööss“. Da „all Jecken dä selve draum dräume“, „drehte sich alles im Kreis“ und die Jäcksges riefen den Gästen zu „Mach dein Ding“. „Et jitt kei Wood“ waren sie sich sicher, dass „Echte Fründe“ daran hindert „Op de Welt un op et Lääve“ zu „fiere auf kölsche Art“. Alle, die bisher an den Tischen saßen, forderten sie auf „Steh auf, mach laut“, denn „Mer bruche keiner“, der nicht so richtig mitfiere dät in „Hey Kölle“, wo „Alles für die Liebe“ ist. „Zesammenin, Zesammestonn“ gibt Kraft, darum „Viva Colonia“.
Zum Schluss gaben die Jäcksges noch einmal eine Liebeserklärung ab. „Dat is Heimat“ stellten sie fest, denn „Mir sin jedäuf“ wo „de Kölsche Jung“ sagt „Du bess die Stadt, op die mer all he stonn“. „Maat et joot“ wünschten die Jäcksges ihren Fans, bevor sie diese aufforderten „Drink doch eine met“ und feierten anschließend mit ihnen bis in die frühen Morgenstunden.
Für die Musik aus dem Lautsprecher sorgten Dominik Maas, Julian Binn und Tim Kelm. Die „Jäcksges“ machen nicht nur jedes Jahr in Kervenheim Stimmung. Sie treten sogar dieses Jahr in Köln am Rheinufer auf und sind für Feste und Jubiläen zu buchen.  „Die Erinnerung ist, was man festhalten kann, mat et jout, bis demnächst irgendwann“.
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22 Jahr – in Twesti werden Märchen wahr

Wenn Schneewittchen den Froschkönig küsst, die sieben Zwerge Sterntaler sammeln, die Schwiegermutter gemeinsam mit Dornröschen Rapunzels Haar flicht, dann dürften auf der Twistedener Karnevalsbühne in dieser Session Märchen wahr werden.
„Wir versprechen ein märchenhaftes und turbulentes Programm“, berichtet Dieter Moll, Pressewart der Karnevalsfreunde Twisteden (KfT). Gemeinsam mit dem Präsidium freut sich der engagierte Karnevalist auf tolle närrische Tage. Unter dem Motto: „22 Jahr-in Twesti werden Märchen wahr“, haben sich die Verantwortlichen der KfT wieder einmal ein buntes und närrisches Programm einfallen lassen. Auch im 22. Jahr ihres Bestehens möchten die Twistedener Karnevalsfreunde mit zwei großen Kappensitzungen, einer Kindersitzung, einem bunten Nachmittag für die Twistedener Senioren und einem Möhnefrühstück mit anschließendem Möhnetreiben dem Narrenvolk vergnügliche Stunden bereiten. Zu den Höhepunkten zählen die Kappensitzungen am 17. und 24. Februar um 19.11 Uhr im Bürgerhaus Twisteden (IBC).
Bewährte Twistedener Akteure wie Attacke, die mit ihrem neuen Song direkt aus dem Himmel einfliegt, der sagenumwobenen und märchenhaften Truppe „Helau TV“, Robert Achten und der jungen und für Stimmung sorgenden Truppe: „Twist ‚N Go“. Für feenhafte Tanzdarbietungen werden die KfT-eigenen Gardezwerge, die Showtanzgruppe und, erstmalig unter Anleitung einer Profitrainerin, die Gardefunken sorgen.
Zudem werden Karnevalstruppen und Solisten aus benachbarten Ortschaften die Kappensitzungen bereichern. Dazu gehört unter anderem das „Männerballett“ aus Goch, das Energiebündel Hilla Heien aus Kalkar und, neu im Programm, der bekannte Bauchredner Jens Meyers mit seinem Hund „Heinz“. Aber was wäre ein Märchen ohne Pauken und Trompeten? Nichts. Mit geballter Musikkraft drehen die „Kleefse Tön“ mit ihrem unglaublichen Temperament den Märchensaal auf links.  Die Aufgaben des himmlischen Elferrates übernehmen zwei karnevalistische Gruppen aus dem Ort.
Karten für die Sitzung am 17. Februar sind noch zum Preis von 10 Euro bei Welbers auf der Quirinusstraße 33, Telefon: 02832/6028 oder als Gruppenkarten bei Iris Maags, 0174/3307197, erhältlich. Die zweite Sitzung am 24. Februar ist ausverkauft. Märchenhaft geht es auch auf der Kindersitzung am 19. Februar ab 14.11 Uhr zu. Hier verwandelt Zauberclown „Happy“ alle Präsidiumsmitglieder in Fabel-Figuren. Für die Narren-Kinder sind Kuchen und Getränke im Eintrittspreis von 2 Euro enthalten. Für Begleitpersonen wird ein Kuchenbuffet angeboten.
Im Rahmen des Altennachmittags am 22. Februar bereiten die KfT den Senioren ebenfalls eine bunte Märchenstunde an. Pünktlich zum Altweiberdonnerstag am 23. Februar beginnt im am IBC grenzenden Zelt um 10.11 Uhr das Möhnefrühstück. „Innerhalb von 90 Minuten waren 266 Karten für das närrische Frühstück verkauft und damit ausverkauft“, sagt Dieter Moll. Ab 13 Uhr hat aber jeder Jeck freien Zugang zum Möhnetreiben. Hier kann bis in die späten Abendstunden mit stimmungsgeladenem Showprogramm gefeiert werden.
Den karnevalistischen Höhepunkt setzt am Sonntag, 26. Februar, der Straßenkarneval. Ab 14.11 zieht der märchenhafte Lindenwurm  durch die Straßen des Dorfes. Bei der anschließenden Zugfête im Zelt, (Eintritt 5 Euro), kann und darf fröhlich gefeiert werden. Und da 22 Jahre Karnevalsfreunde Twisteden ein ziemlich närrischer Geburtstag ist, hat sich das Präsidium einen eigenen Karnevalsschnaps, (er trägt aufgrund seiner Farbe den Namen „Helau-Blau“), brauen lassen.  Dieser wird den Twistedener Narren in dieser Session mit Sicherheit so manche märchenhafte Stunde verleihen. Twisteden ist bereit für die kommenden tollen Tage.