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Niklas Thum mit seiner Röstmaschine Foto: LS
Niklas Thum übernimmt die Kaffeerösterei „Kaffeehimmel“

Neue Etiketten, gleicher Inhalt

Guido Thelen eröffnete seine Kaffeerösterei „Kaffeehimmel“ bereits 2015, doch nun suchte er einen Nachfolger, der die Rösterei weiterführt. Diesen fand er in Niklas Thum aus Wachtendonk.

Kaffeehimmel wird fünf Jahre alt

Kaffee ist das Lieblingsgetränk vieler Deutschen und auch das am meisten konsumierte, noch vor Wasser und Bier. Von Papst Clemens dem VIII wurde es im Jahre 1605 als „Getränk des Satans“ bezeichnet und für Guido Thelen, Inhaber der Kaffeerösterei in Kevelaer, ist es gelebte Leidenschaft. Vor fünf Jahren eröffnete er in Kevelaer an der Bahnstraße 25 seine eigene Rösterei „Kaffeehimmel & Co“. Als Meister des Rösthandwerks und Diplom-Ingenieur der Technik beherrscht er die Kommunikation von Bohne und Maschine. Die Stadt Kevelaer würdigte 2016 in der Kategorie „Unternehmensgründer“ seine Kreativität, Initiative, Motivation und Realisation mit dem Marketingpreis.

Mitten im Ladenlokal steht das Herzstück seines Unternehmens, an den Wänden lehnen mit Rohware gefüllte Jutesäcke aus weitentfernten Ländern und hinter der Verkaufstheke sind die einzelnen Kaffeesorten bereits zu erkennen: Ob „Traumzeit“, „Sternstunde“, „Niederrhein Schümli“ oder „Passion“ – auch in den Namen ist die Liebe zum braunen Getränk bei den zur Zeit 15 Sorten gut zu erkennen.

„Wir rösten ein- bis zweimal wöchentlich, circa 600 Kilogramm pro Monat“, sagt Thelen. „Ein gutes Röstergebnis kann schon mal etwas Zeit erfordern und wenn ich nicht zufrieden bin, beginne ich wieder von vorn. Das ist wie mit dem Wein: Ein Riesling schmeckt ja auch nicht bei jedem Winzer gleich.“ Jede Bohne hat ihren eigenen typischen Geschmack. Durch die Röstung entsteht das spezielle Röstprofil. Die Aromavielfalt reicht von Mandel bis Schoko und kann kräftig oder mild sein.

Online-Shopping in der Corona-Krise

Im „Kaffeehimmel“ werden ausschließlich Bohnen aus kontrolliert biologischem Anbau verwendet, erklärt der Inhaber. Wobei der Einkauf logistisch eine Herausforderung sei. Unterstützt wird Guido Thelen dabei von erfahrenen Importeuren. Er lagert seine Ware in Hamburg. Montags und dienstags, wenn sein Geschäft geschlossen ist, erledigt er die nötige Verwaltungsarbeit, wozu auch die Abrechnung der speziellen Kaffeesteuer zählt. Während des Lockdowns sei die Zeit schwierig gewesen. Aber viele Kunden, die nicht so gerne vor Ort einkaufen wollten, hätten die Möglichkeit seines Online-Shops genutzt.

„Wir lieben unsere Kunden“, sagt Thelen stolz und bedankt sich bei allen, die ihm die Treue gehalten haben – wie Frau van den Langenberg aus Wetten: „Anfangs, vor fünf Jahren, haben wir uns nur zum Wochenende den wertvolleren Kaffee gegönnt, aber der Unterschied zu Industriekaffee ist so gravierend, dass wir jetzt immer unseren Favoriten ‚Traumzeit’ genießen“, sagt sie und nimmt das Päckchen mit den duftenden Bohnen entgegen.

„Wir nehmen uns viel Zeit für unsere Kunden, um ihren Geschmack optimal zu treffen, das gehört einfach dazu“, betont Thelen. „Neben Edeka Brüggemeier, diversen Cafés oder dem Biohof Büsch in Weeze haben wir viele private Kunden, nicht nur aus Kevelaer und Geldern. Einige kommen aus Sonsbeck, Xanten, Uedem, Dinslaken, Oberhausen, Düsseldorf und sogar Köln, obwohl es dort viele Röstereien gibt. „Bei größeren Mengen rufen sie oft vorher an, damit wir ihre Lieblingssorte vorbereiten können. Oder sie bringen uns eine Einkaufsliste mit Tasche vorbei, gehen in der Stadt shoppen, lecker Essen und nehmen anschließend ihren frisch gerösteten Kaffee mit“, erklärt der Ladeninhaber.

Seine Leidenschaft ist es, himmlischen Genuss in die Tasse zu bringen und während man „Traumzeiten“ oder „Sternstunden“ erlebt, gibt Guido Thelen auch gerne sein Wissen in speziellen Kaffeekennenlern-Kursen weiter.