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Am 27. Juni wird's musikalisch im Museum

Traditionelles Konzert der Jungen Streicher

Am 27. Juni 2021 findet um 12 Uhr das traditionelle Sommerkonzert der Jungen Streicher Kevelaer e.V. statt.

Kammerkonzert der Jungen Streicher Kevelaer

Live-Konzerte haben in diesen Zeiten durch Corona noch immer Seltenheitswert. Um so erfreulicher war es für die Zuhörer und Zuschauer im Museum, vier Streichquartette und ein Streichquintett live hören zu können. Die Mitglieder der vier Streichquartette, so erklärte Thomas Brezinka, hatten ihre Stücke in einem Kammermusikkurs in Wesel zwei Wochen zuvor, zum großen Teil unter Leitung von Maren Brezinka, einstudiert. 

Nun konnten die 16 jungen Streicher, die alle Schüler oder Mitglieder der verschiedenen Streichorchester unter Leitung von Maren und Thomas Brezinka sind, ihr Können unter Beweis stellen. Den Anfang machten Anna de Boer, Emma Kocken, Linda Merta und Alina Mayzaud mit dem Marsch aus der Oper „Flavius“ von Georg Friedrich Händel. Ihnen folgten Julia Behrendt, Neele Mayzaud, Charlotte Kersten und Ben Giesenschlag mit „Aus der Manege – Zirkusklänge für Streichquartett“ des modernen Komponisten Patrick Huck. Marline Paul, Sophia El Mansouri, Leonard Davies-Garner und Johannes Lehnen präsentierten das Streichquartett in g-moll von Luigi Boccherini. Den Abschluss der Quartette bildeten Amelie Papke, Viktoria Jakimowicz, Carla Hermsen und Lisa Czeranka mit dem Streichquartett Nr. 1 des spanischen Komponisten Juan C. de Arriaga.

Den zweiten Teil des Konzertes bildete das Streichquinett G-Dur op. 111 von Johannes Brahms, vorgetragen von Musikstudenten, die Thomas Brezinka als „Crème de la Crème“ bezeichnete. Darunter Jannis Hoesch, der bei den Jungen Streichern Kevelaer von 2005 bis 2013 Konzertmeister war und auch danach oft als Solist für das Jugendstreichorchester auftrat. Mit Albert Steinberger, Veronika Rädler, Isabel Kreuzpointner und Chung-Jung Chung hatte er junge Meister aus Violine, Bratsche und Cello nach Kevelaer geholt, die in diesem Stück, das einen Rückblick von Brahms auf sein Leben bildet, die Post abgehen und eine spannende Bandbreite menschlicher Gefühle mit Saiten und Bogen lebendig werden ließen. Das Publikum zeigte sich nach dem eine gute halbe Stunde dauernden Stück begeistert und zollte den jungen Musikern stürmischen Applaus, die sich ihrerseits mit einer Zugabe bedankten.

„Es war wunderschön und sehr abwechslungsreich, alle haben super gespielt“, meinte Christiane El Mansouri. Yves Mayzaud würdigte das Konzert als phantastisch und beeindruckend. Marita Billaudelle freute sich, dieses Konzert als erstes Live-Konzert seit Ausbruch der Pandemie erlebt haben zu können. „Der Effekt einer Liveveranstaltung kam voll rüber: Der Funke sprühte nicht nur zwischen den Musikern, sondern ging aufs Publikum über.“ 

Ein Sommerkonzert der anderen Art

Vor dem Eingang zur Museumspassage stand ein Tisch mit einer Liste und Desinfektionsmittel – und in einer Abstands-Reihe die Eltern und Angehörigen der Kinder, die sich dieses Konzert unter besonderen Corona-Bedingungen nicht entgehen lassen wollten und sich nach und nach eintrugen. „Das ist Konzertkleidung – extra schwarz“ , verwies Maren Brezinka lachend auf ihre Maske. „Die Großen letzte Woche hatten alle sowas an“, verwies sie auf das Konzert mit dem Jugendstreichorchester, wo es den 11- bis 18-Jährigen genauso ging wie den an diesem Tag spielenden Fünf- bis Vierzehnjährigen. „Sie freuen sich, zusammen spielen zu können. Musik ist sonst nur die Hälfte wert.“ Man habe in der Coronazeit den Unterricht online durchgeführt, aber „die meisten haben gemerkt, dass es sehr wichtig ist. Man kann nicht aufeinander eingehen und das ist doch das Soziale an der Musik.“

In einem war sie sich mit ihrem Mann Thomas blitzschnell einig: „Dass wir diesen Raum hier entdeckt haben, das ist eine gute Sache, weil man hier super konzertieren kann“, meinte ihr Mann. „Es ist erst etwas ungewohnt und auch hallig, aber wenn ein paar Leute da sind, ist es geschlossener. Ein toller zusätzlicher Konzertsaal“ oder wie es seine Frau ausdrückte: „Der neue Wintergarten des Museums.“ Der soll in Zukunft häufiger bespielt werden. 

In dem Raum hatten die beiden Ensembles im Vorfeld des Konzerts schon mal – natürlich „auf Abstand“ – geprobt. Die „capella piccola“ durfte mit Joseph Haydns „Menuett G-Dur“ sogar erst virtuell „ihr“ Corona-Stück üben, bevor sie es im Zusammenspiel darbieten konnten. Den Anfang machten aber die sechs Mitglieder der „Streichmäuse“ – Emily Wolf, Emma Kocken, Ida Berndsen und Benjamin Albers an der Violine sowie Johannes de Boer an der Bratsche und Alina Mayzaud – die mit Masken den „Saal“ betraten.

Kollektiver Klangstand

Sie durften einen abwechslungsreichen Reigen schöner, pfiffiger, unterhaltsamer Melodien zum Besten geben, die ihrem kollektiven Klangstand entsprachen – natürlich mit dem Blackwell-Klassiker „Happy go lucky“ zu Beginn und am Ende. Daneben gab es so spannungsgeladene Stücke wie „Tip Top-Boo“ das klangschöne „Arielles Wunderreise“; das tänzerische „Patrick‘s reel“ oder den „Toodle Pip“, bei dem Thomas Brezinka am Klavier eine gute Stütze war.

Danach durften die 13 etwas größeren Kids ran, um den im Raum verteilten Gästen zunächst die „keltische Suite“ vorzutragen – fröhlich, schwungvoll, melodiös-elegant. Bei Vivaldis Violinkonzert G-Dur durften mit Anna de Boer, Neele Mayzaud und Julia Behrend gleich drei Solistinnen hintereinander ran – und sie machten ihre Sache gut. Franz Schuberts „Menuett und Trio“ geriet sehr geschlossen, transportierte diesen Hauch romantischen Charmes recht ansprechend. Glucks Ballettmusik aus „Don Juan“ war ein kleines Zupf-Klanghäppchen für zwischendurch, ehe das Ensemble den „Linstead Market“ von Joanne Martin lebensbejahend und bewegt zum Besten gaben. Und Haydns Menuett G-Dur war ein kompakter, würdiger Abschluss einer schönen Musikstunde.

Das Publikum hatte jedenfalls genausoviel Freude an der Musik wie die Musikanten an der Tatsache, wieder zusammen zu musizieren. „Es war ein bisschen schwer, die anderen zu hören. Ich habe nur die gehört, die neben mir saß“, sagte die 13-jährige Julia Behrend, die die Coronazeit mit viel Üben zu Hause überbrückt hatte. „Wenn man einmal angefangen hat, dann geht´s“, meinte sie zu ihrem ersten Solospiel.

Junge Streicher sorgten für besinnliche Atmosphäre

Rund 200 Zuhörer hatten sich im Museum in Kevelaer eingefunden, um dem Weihnachtskonzert der 39 Jungen Streicher Kevelaer zu lauschen. Unter Leitung von Maren und Thomas Brezinka zeigten die drei Orchesterformationen ihr musikalisches Können.

Nach den fünf Streichmäusen, die viele, aber kurze Stücke präsentierten, ließ die Cappella Piccola einige Orchesterbearbeitungen von Liedern hören, die vom Seemannslied „My Bonnie“ bis zum Spiritual „Swing Low“ reichten. Das Jugendstreichorchester schließlich wagte sich an Georg Friedrich Händels Wassermusik (3. Suite) und an eine Orchesterbearbeitung des Klavierstücks von Felix Mendelssohn-Bartholdy „Lied ohne Worte“.

Auch vier Ehemalige bereicherten das Jugendstreichorchester. Die jungen Musiker erhielten viel Beifall und revanchierten sich ihrerseits mit Zugaben. Am Ende konnten die Gäste auch alle drei Orchesterformationen bei gemeinsam vorgetragenen Weihnachtsliedern erleben. Konzertmeisterin Amelie Papke dankte Maren und Thomas Brezinka am Ende im Namen der Schüler und Eltern für ihre Arbeit und für ein „schönes Jahr voller Highlights und toller Momente“.

Eine Riesenfreude

Thomas Brezinka schilderte seinerseits die Orchesterarbeit als „Riesenfreude und das Schönste, was man sich überhaupt vorstellen” könne. Er verwies schon vorab auf das Konzert am 15. März 2020 und auf die Fortsetzung eines im Februar zum ersten Mal aufgeführten Ehemaligenkonzertes in wenigen Jahren.

Unter den Zuhörern waren auch viele Kinder im Kindergartenalter, die auf eigenen kleinen Stühlen in der ersten Reihe den Blick auf die jungen Streicher frei hatten und ruhig und diszipliniert das Konzert verfolgten. Unter den jungen Zuhörern war auch Nura. Die Vierjährige aus Geldern hat seit zwei Monaten selbst schon Geigenunterricht. Durch ihre große Schwester Sophia, die schon jahrelang in Krefeld und seit Kurzem in Kevelaer im Orchester Geige spielt, ist sie in ihrem jungen Alter schon richtig konzerterfahren und hofft, auch selber einmal als junge Orchestergeigerin vor Publikum spielen zu können.

Junge Streicher im Museum

Bei ihrem traditionellen Weihnachtskonzert am Sonntag, 15. Dezember, präsentieren die drei Orchester der „Jungen Streicher Kevelaer“ (Streichmäuse, Capella Piccola und Jugendstreichorchester) ihre seit Sommer erarbeiteten Musikstücke.

Dieses beliebte Konzert ist nicht nur für Angehörige und Klassikfreunde interessant, sondern auch für alle Kinder, die sich für das Spielen eines Streichinstruments interessieren. Höhepunkt ist das gemeinsame Musizieren von Advents- und Weihnachtsliedern durch alle drei Orchester.

Das Konzert wird von Maren und Thomas Brezinka geleitet und beginnt um 11 Uhr im Niederrheinischen Museum Kevelaer. Es findet ein begrenzter Kartenvorverkauf im Museum statt. Die Eintrittskarten kosten 4 Euro.

Foto: KB

Eine musikalische Stunde im Niederrheinischen Museum

Gut 60 Gäste waren im Foyer des Niederrheinischen Museums erschienen, um den Klängen der jungen Musiker beim Kammerkonzert zu lauschen. „Das ist ja sonst nur für unsere ‚Spezialisten‘ hier, und für das gute Wetter ist das gut besucht“, freute sich Musiklehrerin Maren Brezinka über die Resonanz. Ihrem Mann Thomas war es vorbehalten, die Gäste zum Konzert zu begrüßen. „Es gibt eine Vereinbarung mit dem Museum, dass wir hier jeden Mittwoch sein dürfen. Dafür spielen wir im Gegenzug zweimal im Jahr umsonst hier“, sagte er. Dann setzte er sich ans Klavier.

Den Anfang machte Johannes Lehnen am Cello, der mit Thomas Brezinka Edward Mollenhauers „The infant Paganini“ darbot – eine recht „flotte“ Komposition, die das elfjährige Mitglied des Niederrheinstreichorchesters aber mit seinen technischen Fertigkeiten schon recht sicher bewältigen konnte. Im Anschluss daran durfte die gebürtige Xantenerin Victoria Peters ihr Können am Klavier präsentieren. Unfassbar schnell ließ sie zum Einstieg von „Präludium und Fuge Nr. 21 in B -Dur“ von Johann Sebastian Bach die Finger über die Tasten fliegen. Anschließend gelang es ihr, die komplexe, heiter-tänzerische Struktur der Komposition auf elegante Art und Weise dem Zuhörer zugänglich zu machen.

Eine glockenhelle, klar artikulierende Stimme

„Vier Lieder über Sehnsucht und Liebe“ (Thomas Brezinka) brachte dann die Sopranistin Charlotte Langner im Zusammenspiel mit Anton Brezinka am Klavier zu Gehör. Die 17-Jährige, die bei Maren Brezinka Bratsche lernt und Gesangsunterricht nimmt, überzeugte mit ihrer glockenhellen, klar artikulierenden Stimme unter anderem bei Robert Schumanns „Erstes Grün“. Sie unterstrich dabei, warum sie 2017 und 2018 Bundessiegerin beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ geworden war. Danach kündigte Thomas Brezinka „etwas ganz Besonderes“ an – und zwar Mendelssohn-Bartholdys „Quartett f-Moll für zwei Violinen, Viola und Violoncello“. „Es reißt einen vom Stuhl. Sie können zwischendurch klatschen, müssen es aber nicht“, sagte Brezinka und versprach nicht zu viel.

Denn der aus der Schule hervorgegangene Bratschist Jannis Hoesch hatte mit Assia Weissmann (Violine), Albert Steinberger (Violine) und Ching-Jung Chung (Cello) drei kongeniale Jungkollegen in der Semesterpause mitgebracht. Alle vier lernen an renommierten Musikhochschulen in München, Karlsruhe, Salzburg und Nürnberg, sind Bestandteil besonderer deutscher Orchester. Diese Qualität übertrug sich auch auf die Interpretation des Quartetts, das die Wut, Verzweiflung und Trauer des Komponisten nach dem damaligen Tod seiner geliebten Schwester vor allem im „Allegro vivace assai-Presto“ und im „Finale“ mit inniger Tiefe zum Ausdruck bringen konnte.

Dabei funktionierte das Ensemble als harmonisch aufeinander eingehendes Klangkollektiv hervorragend. Der Applaus am Ende war ein berechtigter Ausdruck der Anerkennung für die Darbietung der Künstler, die noch zwei kleine Zugaben – darunter eine Polka von Schostakowitsch – als Schmankerl nachschoben.

Weihnachtskonzert der Jungen Streicher Kevelaer

Bei ihrem traditionellen Weihnachtskonzert am dritten Adventssonttag, 16. Dezember,  präsentieren die drei Orchester der „Jungen Streicher Kevelaer“ –Streichmäuse, Cappella Piccola und Jugendstreichorchester – ihre seit Sommer erarbeiteten Musikstücke.

Dieses beliebte Konzert ist nicht nur für Angehörige und Klassikfreunde interessant, sondern auch für alle, die sich für das Spielen eines Streichinstruments interessieren. Höhepunkt ist das gemeinsame Spielen von Advents- und Weihnachtsliedern durch alle 48 Streicher.

Das Konzert wird von Maren und Thomas Brezinka geleitet und beginnt um 11 Uhr im Niederrheinischen Regionalmuseum Kevelaer. Die Eintrittskarte für 3 Euro berechtigt auch zum Besuch des gesamten Museums.