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Lebhaftes Treiben vor den Toren der Stadt

In unmittelbarer Nähe zum bereits gut besuchten Gradierwerks an der Hüls und dem Rilano Hotel wurde kürzlich ein weiteres, jedoch viel kleineres und nicht sofort erkennbares Hotel errichtet. Dieses wartet in dieser Zeit ebenfalls auf viele Besucher. Ohne Mundschutz und vorherige Desinfektion dürfen Bienen, Hummeln und andere Insekten hier täglich umherschwirren, sich lebhaft tummeln oder ein Zimmerchen suchen und später, ohne ein Datenblatt ausgefüllt zu haben, das Hotel wieder verlassen.

„Unsere vom Aussterben bedrohten Insekten benötigen neben einer bunten Mischung aus verschiedenen Pflanzen, die möglichst von Februar bis weit in den November hinein blühen sollen, auch geeignete Nistmöglichkeiten,“ sagt Michael Peters, Inhaber der Baumschule Peters, der mit Hilfe seiner Töchter eine Niststätte für Insekten gebaut hat und der Stadt Kevelaer zur Verfügung stellte.

Reichlich Nahrung finden die emsigen Hotelgäste in den Blumenwiesen entlang der benachbarten Felder oder in der neubepflanzten Grünanlage rund um das Gradierwerk, wo sie sich wohl zukünftig zwischen den Besuchern des Soleparks tummeln werden. „Ich würde mich freuen, wenn viele unterschiedliche Arten auf Dauer in das Insektenhotel einziehen und es zu ihrem Lieblingsplatz machen werden“, sagt Peters.

„Mein Vorgarten soll bunter werden“

Naturschützern und Imkern jagt Schotter kalte Schauern den Rücken runter: Auch in Kevelaer nimmt die Zahl der Steingärten weiter zu. Mit der Aktion „Mein Vorgarten soll bunter werden“ wollen die Wallfahrtsstadt Kevelaer und der Imkerverein für Kevelaer und Umgebung e.V. nun gemeinsam gegensteuern.

„Wir bemühen uns um eine insektenfreundlichere Ausrichtung unserer Stadt“, geben die Kevelaerer Klimaschutzmanagerin Dr. Nina Jordan und Jürgen Kulcke vom Imkerverein die Marschrichtung vor. Erreichen wollen sie dies nicht etwa mit Verboten, wie in anderen Städten, sondern mit Wettbewerben, die naturnahe Vorgärten belohnen. Sie seien „bestrebt, die Anzahl der Gärten aus Stein und Schotter zu reduzieren und sie in blühende, aber pflegeleichte Anlagen umzuwandeln.“

Wer seinen bestehenden Schotter- oder Steingarten in einen naturnahen Vorgarten umwandeln möchte, kann Bilder vom aktuellen Zustand einsenden und einen von drei Preisen gewinnen. Es winken als 1. Preis ein „fachmännisch geplanter und angelegter neuer insektenfreundlicher Vorgarten“, als 2. Preis „Pflanzgutscheine für bienen- und insektenfreundliche Pflanzen inkl. Beratung für den eigenen Vorgarten im Wert von 100,-€“ und als 3. Preis „Pflanzgutscheine für bienen- und insektenfreundliche Pflanzen im Wert von 50,-€“.

Wer sich bereits Gedanken gemacht hat und seinen Garten bereits naturnah angelegt hat, solle aber nihct leer ausgehen, haben die Klimaschutzmanagerin und der Imker beschlossen. An einem zweiten Wettbewerb können deshalb auch diese „Beispielgeber“ teilnehmen. Für naturnahe Gärten sind ebenfalls drei Preis ausgelobt: 1. Preis ist „eine Familiendauerkarte für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort“, 2. Preis ist „eine Einzeldauerkarte für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort“, 3. Preis „Kaffee und Kuchen für zwei Personen im Bauerncafé Binnenheide“. Die Wettbewerbe wurden durch die Unterstützung der Sponsoren Gartenbau Steegmann, Gartencventer Breuer, Gasa Group und Bauernhofcafé Binnenheide möglich.

Die Teilnahmebedingungen und Teilnahmeunterlagen für beide Wettbewerbe werden in der kommenden Woche im Internet veröffentlicht. Auskunft erteilt die Klimaschutzbeauftragte der Walldfahrtsstadt Kevelaer, Dr. Nina Jordan (Telefon: 0 28 32 – 12 27 40 oder Email: nina.jordan@kevelaer.de).

Stadt und Imkerverein belassen es aber nicht allein beim Wettbewerb, sondern wollen in der kommenden Woche in einem Flyer, der zur Teilnahme an den beiden Wettbewerben aufruft, den Interessenten auch die Vorteile einer naturnahen Gartengestaltung und Argumentationshilfen für eine Umgestaltung an die Hand geben. So heißt es in dem Flyer etwa, dass Naturmaterial viel günstiger sei als Fremdmaterial, die Baustoffe stammten aus der Region und seien nachwachsend, es müssten keine umweltschädlichen Hilfsmittel wie verbotenes Gift oder Flämmgeräte zum einsatz kommen, Kleintiere und Insekten fänden Lebensraum und Nahrung, die Fläche sorge für Kühlung, Filterwirkung und Sauerstoffbildung, fördere das natürliche Bodenleben und schließlich könne Wasser versickern und werde durch den natürlichen Boden gefiltert.

„Crowdfunding“ für Bienen

Klimaveränderung, Umweltschutz und Artensterben sind das Thema unserer Zeit. Es ist ein Thema, das die Gemüter erhitzt, Diskussionen auslöst, junge Menschen zu Tausenden auf die Straße treibt und die Politik zum Handeln zwingt. „Und das ist auch gut so – und so langsam glaube ich, dass die Menschen sich bewegen und auch etwas ändern wollen“, behauptet Werner Neumann, erster Vorsitzender des 1981 gegründeten Natur- und Heimatvereins Twisteden-Kleinkevelaer e.V..

Was heute medienwirksam praktiziert wird, nämlich bienen- und insektenfreundliche Wiesen anlegen, Bäume pflanzen, Vogel- und Umweltschutz betreiben, das betreibe der Natur- und Heimatverein bereits seit nahezu 40 Jahren.

Vogelschutz ohne Genehmigung

„Für uns eine Selbstverständlichkeit“, sagt der erste Vorsitzende, der sich in Belangen Naturschutz auch schon mal über Grenzen hinwegsetzt. „1983 haben wir eine ehemalige Kiesgrube, die in den 1960er Jahren als Müllkippe genutzt wurde, in ein Vogelschutzgebiet umgewandelt – wohlgemerkt ohne Genehmigung“, berichtet der Naturliebhaber. 1987 erhielten sie für die Umwandlung des Gebietes den Umweltpreis des Landes Nordrhein Westfalen. Heute bietet das am Ortsrand gelegene Schutzgebiet zahlreichen Vogelarten, Insekten und Pflanzen unberührten Lebensraum.

„Wir haben damals einen acht Meter tiefen See angelegt, Sträucher und Bäume gepflanzt, Brutmöglichkeiten geschaffen“, erklärt Neumann. Dank der schon damals weitsichtigen Naturschützer im Ort hat sich auf dem zehn Hektar großen Areal ein wahres Naturparadies für die bedrohte Tier-und Pflanzenwelt entwickelt.

Ein reich gedeckter Tisch für Insekten

Doch damit nicht genug: 1988 kaufte der Natur- und Heimatverein ein 843 Quadratmeter großes Waldstück und errichtete dort ein Feuchtbiotop. Weiter wurden 1988 in Kleinkevelaer 150 großkronige Laubbäume zur Begrünung gepflanzt. Auch die Seitenbegrünung entlang des Maasweges am Ortsausgang gleicht mit einem üppigen Strauß wilder Sommerblüten einem reich gedeckten Tisch für Insekten und Co. Seit nahezu 10 Jahren summt und brummt es hier im Paradies der wilden Blüte. „Pflücken verboten“, steht auf einem Hinweisschild zu lesen.

Maßnahmen, die heute wichtiger denn je sind. Mag man den Forschungsaktivitäten des Entomologischen Vereins Krefeld Glauben schenken, ist die Gesamtmenge an Insekten in den vergangenen 27 Jahren um 76 Prozent zurückgegangen. Insekten aber sind unverzichtbare Akteure in der Bestäubung von Blütenpflanzen, regulieren Energie- und Nährstoffflüsse und sind Nahrungsquellen für viele andere Arten. Im Umkehrschluss also auch für uns Menschen.

„Wir Verbraucher müssen uns an die Nase packen“, fordert der Gründer des Natur-und Heimatvereins, „jeder kann und muss etwas für die Naturerhaltung tun“, führt Neumann mit deutlichen Worten weiter aus. Und sei es mit noch so kleinen Schritten. Es könne nicht sein, dass immer mehr Lebensmittel zu noch niedrigeren Preisen angeboten werden, um sie im Nachhinein auf den Müll zu werfen.

Wieder Wertschätzen

Zudem müsse man weg von der Geiz-ist-Geil-Mentalität. „Wir müssen den Produkten, die wir gebrauchen und zu uns nehmen, wieder eine Wertigkeit geben“, fordert der Twistedener Unternehmer weiter, dem besonders die zahlreichen mit Folien versiegelten Flächen ein Dorn im Auge sind. „Hier finden weder Hase, Fasan oder ein anderes Geschöpf irgendetwas zum Überleben – wo soll da noch Natur entspringen“, sagt Neumann mit trauriger Stimme, dem ein neues Projekt sehr am Herzen liegt: „Wir suchen Paten für unsere Bienenweide“, erklärt der Vorsitzende des Natur- und Heimatvereins.

Dafür hat der Verein am Ortsausgang ein circa 1 Hektar großes Feld angepachtet, worauf ab kommenden Herbst eine insekten- und bienenfreundliche Blumenmischung ausgesät werden soll. „Ein Landwirt wird dieses Feld bearbeiten und auch versorgen“, erklärt der Heimat- und Naturliebhaber. Und genau dieses Projekt kann ab sofort unterstützt werden.

Mit 25 Euro jährlich können Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu einem wichtigen Überlebenspaten für Insekten, Bienen und Co werden. Mit dieser Summe unterstützen Sie 100 Quadratmeter Brachfläche, die mit Ihrer Hilfe zu einem lebensnotwendigen Refugium umgewandelt wird.

Deutschland kann sicher nicht alleine die Welt retten. Das weiß auch der Vorsitzende des Natur- und Heimatvereins Twisteden-Kleinkevelaer. Doch jede noch so kleine Maßnahme macht die Welt wertvoller. „Wenn ich selber nicht mehr daran glauben würde, dann wäre alles umsonst“, sagt Werner Neumann, und lässt dabei seinen Blick über die so wichtige Wildblumenwiese schweifen.

Patenschaft für die Bienenweide

Wer sagt eigentlich, dass auf einer Weide nur Kühe, Pferde oder Schafe weiden dürfen? In moderner Sprache würde man die Aktion des Vereins wohl „Crowdfunding“ für die Bienen nennen: Bei der Patenschaft können 100 Quadratmeter Feldfläche für 25 Euro jährlich gepachtet werden. Diese wird mit der Wildblumenmischung „Bienenweide“ professionell  ausgesät und versorgt. Patenschaftsanfragen beantworten Werner Neumann, 1. Vorsitzender oder Doris Mierzwa, 2. Vorsitzende des Natur-und Heimatvereins Twisteden-Kleinkevelaer e.V., unter Tel. 02832-97270.

Für die Insekten

Gerade erst ist die Niederrheinische Wildblumenmischung, erhältlich im Gartencenter Breuer, auf den Markt gekommen, schon ist sie in aller Munde (das KB berichtete).
„Die positiven Resonanz ist schon beachtlich“, berichtet Johannes Baaken, der maßgeblich an der Zusammenstellung dieser Mischung beteiligt war. Soll doch der Blütenzustand von Bienenfreund, Bartnelke, Natternkopf, Schleifenblume, Bechermalve, Roter Lein, Staudenlein, Zwerglupine, Basilikum, Klatschmohn und Mittagsblume nicht nur die Gärten verschönern, sondern auch ein reichliches Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten anbieten.
Wie wichtig ein natürlicher Zustand im eigenen Gartenparadies ist, weiß auch Horst van Lier aus Kevelaer. Leider aber zeigen Vorgärten mit ausgedehnten Schotter- und Kieselflächen, die zudem keinerlei Grün oder gar Blühendes erlauben, ein eher gegenteiliges Bild. „Erwachsene davon zu überzeugen, dass es auch anders geht, Naturgärten zudem auch noch wesentlich pflegeleichter sind, erweist sich als eher schwierig“, weiß der Naturliebhaber aus eigener Erfahrung.
Das aber brachte ihn auf die Idee, die frisch auf dem Markt erschienene Niederrheinische Wildblumenmischung an insgesamt 13 Kindergärten und zwei Spielgruppen der Stadt Kevelaer zu verteilen. „Vielleicht schaffen es ja die Kinder, ihre Eltern und Großeltern davon zu überzeugen, wie wichtig Insekten, Bienen und Co. für unser Überleben sind“, hofft der Kevelaerer.
Heino und Annemone Breuer vom Gartencenter Breuer fanden diese Idee so großartig, dass sie sich sofort bereit erklärten, 15 Gläser dieser Wildblumenmischung zu spenden. Das Kevelaerer Blatt unterstützt diese Wildblumen-Aktion und wird sie von der Aussaat bis zur Blüte begleiten.

Nachbarschaft Urbanusstraße baut Insektenhotel

Ein Insektenhotel ist eine schöne und nützliche Ergänzung für einen naturnahen Garten. Diesen Gedanken griff auch die Nachbarschaft Urbanusstraße (Foto)in Winnekendonk auf und gestaltete gemeinsam ein solches Hotel, das nun auf ihrer Straße zu bewundern ist. Gemeinsam mit den Kindern wurde fleißig gehämmert, geschraubt und gemalt (Foto: rechts).
Mit dieser wunderbaren Aktion stieß die Nachbarschaft beim Heimatverein „Ons Derp“ Winnekendonk e. V., der sich den Schutz der Natur und die Verbesserung des nachbarschaftlichen Miteinanders auf die Fahne geschrieben hat, natürlich auf große Begeisterung. Bei einem Ortstermin wurde das Insektenhotel bestaunt und der Nachbarschaft mit einem Präsent für diese sehr schöne Idee gedankt. Eine gut funktionierende Nachbarschaft und ein freundliches Miteinander sind in der heutigen Zeit leider nicht mehr selbstverständlich. Umso erfreulicher ist es, wenn junge Familien wie die auf der Urbanusstraße solch ein Gemeinschaftsgefühl haben und dieses auch zusammen pflegen.

Ausflug in die Viller Mühle
Der Heimatverein „Ons Derp Winnekendonk e. V.“ lädt alle Interessierten zu einem Ausflug in die Viller Mühle nach Goch-Kessel ein. Dort erwartet die Besucher eine abwechslungsreiche und heitere Führung über das Gelände mit anschließendem Kaffee und Kuchen. Am 17. Oktober 2018 um 14:00 Uhr findet die Fahrt statt. Der Treffpunkt hierzu ist der Neue Markt in Winnekendonk. Vereinsmitglieder zahlen für den Ausflug 9 Euro, Nichtmitglieder 17,50 Euro. Im Preis enthalten sind die Fahrt, die Führung sowie Kaffee und Kuchen. Bis zum 10. Oktober 2018 kann man sich bei Uli Völlings, Telefon (02832) 80422 oder bei Ute Derks, Telefon (02832) 899696, anmelden. Der Heimatverein freut sich auf einige vergnügliche Stunden in der Viller Mühle.