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Eine Wohlfühloase für Vierbeiner gebaut

Wenn man ein Haus baut, dann baut man es eigentlich für Menschen. Diese Menschen haben dann eventuell Tiere. Es geht aber auch anders herum. Die Adresse „In het Venn 1“ in Twisteden ist hierfür ein Beleg. Mitten in einem Naturschutzgebiet und fernab von Lärm und schlechter Luft, auf einem 20.000 qm großen Grundstück an der deutsch-niederländische Grenze, haben Helmut Gerats und seine Frau Marlies ein Haus als Hundepension gebaut, in dem sie auch Wohnmöglichkeiten für sich haben. Die Wohnung befindet sich unmittelbar über der Pension, sodass Gerats rund um die Uhr für die Pensionsgäste und ihre eigenen Tiere sorgen können.

Neben der Pension gibt es nämlich auch noch eine Airedale-Terrier-Zucht. Der Standard in der Hundepension gleicht eher dem einer Wohlfühloase. Mit viel Kontakt zu Mensch und Artgenossen sind die Hunde in geräumigen Zimmern untergebracht. Artgerechte Haltung ist Gerats wichtig: „Wir halten nichts von TV-Übertragungen für die Besitzer der Tiere oder von Grillen für Hunde, wie es einige Pensionen anbieten. Stattdessen verbringen sie, wie es Menschen in ihrem Urlaub pflegen, den Aufenthalt nicht nur in ihrem Zimmer. Mindestens dreimal täglich bekommen die Hunde den artgerechten Auslauf durch ausgedehnte Spaziergänge durch die Landschaft mit Wald, Fluss und Wiesen.“

Nach außen sind die Räume offen und die Gäste haben von dort direkten Zugang an einen eingegrenzten Einzelauslauf. Bis zu vier Hunde von einem Halter können gemeinsam in einem Raum untergebracht werden und haben dann auch einen entsprechend großen Gemeinschaftsauslauf. Aufgrund der speziellen Konzeption des Gebäudes ist die Innentemperatur im Sommer angenehm kühl. Im Winter werden die Räume durch eine individuell regelbare kombinierte Fußboden- und Raumheizung gewärmt.
In Planung ist ein möglicher Zugang zu einem großen Gemeinschaftsauslauf mit einem Teich, einer Spielwiese und weiteren interessanten Gegebenheiten. Die flexible Gestaltung der Hunderäume erlauben Haltungsarten von Einzel- bis Gruppenhaltung.

Stressfreier Urlaub

Jeweils vier Hunderäume gehören zu einer Haltegruppe – dies gewährt einen stressfreien Urlaub für die vierbeinigen Pensionsgäste. Alle Hunderäume sind ebenerdig angelegt, die Böden mit extra rutschfesten Fliesen ausgestattet. Selbst die Fugen und Wandflächen sind aus speziellem Material erbaut, um ein größtmögliches Maß an Hygiene zu gewähren.
Besonders bemerkenswert ist, dass seit Bestehen der Pension im Jahr 2000 alle Hunde ohne eine Schramme am Ende des Urlaubs den Besitzern wieder zurückgegeben werden konnten. Sichtlich stolz erwähnt Helmut Gerats: „Hier hat es noch nie eine Beißerei gegeben und oft sind die Hunde nach dem Pensionsaufenthalt, den vielen Spaziergängen und den Sozialkontakten zu den anderen Hunden am Schluss relaxter als sie gekommen sind.“
Kontakt: www.helmutgerats.de

Wallfahrt der Dackelfreunde

Zur 9. Wallfahrt der Dackelfreunde kam der Deutsche Teckelclub 1888 e.V., Gruppe Niederrhein e.V., nach Kevelaer. Die Wallfahrtsgruppe wurde von Pastoralreferent Frank Ingendae aus Wachtendonk geleitet.
Am Kreuzweg und dem anschließenden Fußweg über die Hauptstraße bis zur Gnadenkapelle, sowie an der anschließende Segnung der Tiere und der Wallfahrtskerze am Noah-Brunnen nahmen gut 50 Pilger mit ihren 20 Dackeln, einem Labrador und einem kleinen Münsterländer teil. Hans Willi Liptow, 1. Vorsitzenden und Begründer schaut schon ein wenig stolz auf die Geschichte dieser Wallfahrt. „Am Anfang sind wir mit ein paar Leuten gepilgert, dann haben aus unserem Verein in Alpen 15 Personen teilgenommen und nun schwanken die Teilnehmerzahlen zwischen 50 und 75. Aus Bonn, Köln und sogar aus der Schweiz reisen Teilnehmer an.“
Im ersten Jahr hieß sie noch „Dackelwallfahrt“. Aber da habe es einen Aufschrei in der Kevelaerer Bevölkerung gegeben: Dackel würden keine Wallfahrt machen, sondern die Menschen. „Auch durften wir mit den Hunden nicht auf den Kapellenplatz“, erinnert sich der Vorsitzende. Die Segnung fand an der Toilettenanlage am Johannes-Stanelus-Platz statt. „Erst als wir gezeigt haben, dass wir alle einen Beutel für eventuelle Hinterlassenschaften unserer Hunde mithatten, konnten wir die Segnung am Noah-Brunnen durchführen.“
Für Hans Willi Liptow ist es aber ganz klar, dass die Dackel dazugehören. „Sie sind ein Teil der Familie und teilweise das Liebste auf der Erde was der Besitzer hat. Sie sind ein Teil der Schöpfung und Natur und auch diese wollen wir unter dem Schutz Gottes stellen.“ Zwischendurch erklangen schon einmal „Lieder“ der vierbeinigen Kreaturen, aber auch wenn sie nicht zu verstehen waren, so zeigten die „Interpreten“ schon ihre Anwesenheit an.
Franz von Assisi hätte sicher das Bild am Noah-Brunnen gut gefallen als Mensch und Tier als Gottes Werk gemeinsam gesegnet wurden. Ein gemeinsames Kaffeetrinken beendete die Wallfahrt und es steht schon fest, dass es nächstes Jahr ein kleines Jubiläum geben wird. Dann wird die Wallfahrt der Dackelfreunde zum zehnten mal stattfinden.