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Alida Baumanns macht im Kevelaerer Hotel Klostergarten eine Ausbildung zur Hotelfachfrau

Mit Kreativität durch Corona

Ausbildung im Service im Restaurant. Frühstücks-Buffet vorbereiten, Mittagstisch planen, Hotelgäste bedienen – all das gehörte zu den Aufgaben, die Alida Baumanns während ihrer Ausbildung im Hotel Klostergarten gerade mit viel Engagement und Fleiß angegangen war.

Ab dem 12. März sind dort kostenlose Schnelltests möglich

Corona-Teststation öffnet im Klostergarten Kevelaer

Die Stadt Kevelaer verfügt ab Freitag, 12. März 2021, über eine weitere Corona-Teststation. Im Hotel Klostergarten sind künftig kostenlose Schnelltests möglich – und das auch am Wochenende. Der Caritasverband Geldern-Kevelaer unterstützt damit die Schnelltest-Strategie der Bundesregierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Die Coronazeit zur Verschönerung genutzt

Das Hotel Klostergarten in Kevelaer bleibt weiterhin eine der Top-Adressen am Niederrhein. Erneut wurde das Hotel vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mit der Klassifizierung 3-Sterne-superior ausgezeichnet. Damit liegt das Hotel Klostergarten in zahlreichen Qualitätskriterien deutlich über dem normalen 3-Sterne-Standard.

Für die Zertifizierung waren über 200 Kriterien in den Bereichen Raumangebot, Ausstattung, Service, Freizeit, Angebotsgestaltung und Tagungsbereich überprüft worden. „250 Punkte waren für die Kategorisierung erforderlich, am Ende standen aber traumhafte 451 Punkte auf unserem Konto“, freut sich Hotelleiterin Nicole Grüttner nicht ohne Stolz, die auch in den für die Hotelbranche schwierigen Zeiten voller Tatendrang ist.

„Die Zwangspause haben wir bestmöglich genutzt – und zwar für umfassende Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten.“ Hotelzimmer, Tagungsräume, Foyer und Restaurant erstrahlen nun in mediterranen Farben und sorgen für eine warme Atmosphäre. Davon konnte sich jetzt bereits Gudrun Rehbein (Dehoga) überzeugen, die die Urkunde und Plakette an Nicole Grüttner überreichte. Grüttner gibt die Anerkennung gerne weiter:

„Diese Auszeichnung ist eigentlich eine Auszeichnung für das gesamte Team unseres Hotels und gleichzeitig eine zusätzliche Motivation, uns weiter zu verbessern und unsere Gäste jeden Tag aufs Neue zu begeistern.“ Das Hotelteam kann es kaum erwarten, dass der Normalbetrieb wieder starten kann: „Wir sind startklar und stehen bereit – auch mit einigen neuen Arrangements für unsere Gäste, die wir so sehr vermissen.“

Das Hotel Klostergarten war 2011 von der Caritas als erstes komplett barrierefreies Hotel in Kevelaer eröffnet worden, um Menschen mit Beeinträchtigung einen unbeschwerten Aufenthalt in der Wallfahrtsstadt zu ermöglichen. Gleichzeitig schafft das Hotel als Integrationsbetrieb auch sinnstiftende Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Mit seiner modernen Ausstattung ist das Hotel mittlerweile auch bei Geschäftsreisenden beliebt und wird zudem immer öfter für Tagungen, Seminare und Feierlichkeiten gebucht.

Wieder zurück zur Normalität

Vor rund zwei Monaten hat sich das Hotel Klostergarten in eine als Quarantäne- und Isolierstation angelegte Altenpflegeeinrichtung für bis zu 40 Senioren verwandelt. Menschen aus den umliegenden Altenheimen sollten dort aufgenommen werden, wenn sie auf Covid-19 positiv getestet wurden oder der Verdacht einer Infektion besteht.

Mit dieser Maßnahme sollten die Bewohner von Pflegeeinrichtungen geschützt werden. „Wir hatten eine Auslastung von elf Patienten, die in der Einrichtung waren. Sie sind alle entlassen, keiner ist verstorben und sie sind alle in die ambulante Pflege zurücküberwiesen worden“, bestätigt der Sprecher der Caritas Geldern-Kevelaer, Christian Hälker.

„Dann hat die neue Coronaschutzverordnung das quasi beendet, weil die Krankenhäuser angewiesen waren, die Patienten bei sich zu behalten und nicht zu verschicken.“ Die Verbliebenen habe man im Hotel gelassen. „Die wurden natürlich tageweise weniger.“ Die Idee des Klostergartens sei es gewesen, da als eine Art „Überlaufventil“ zu dienen. Der Kreis habe das als gute Idee gesehen.

Aktuell wird das Hotel für eine Kurzzeitpflege genutzt. Stand letzter Woche waren da noch zwei Personen untergebracht. Und es soll vorläufig weiter als Kurzzeitpflegeeinrichtung genutzt werden. Darauf hat sich die Caritas Geldern-Kevelaer als Träger der Einrichtung mit dem Kreis Kleve verständigt.

„Wir werden das Hotel bis zum 31. Juli für die Kurzzeitpflege nutzen“, bestätigt der Vorsitzende der Caritas Geldern-Kevelaer, Karl Döring. „Allerdings werden wir nur noch die erste Etage dafür verwenden, nicht mehr das Erdgeschoss und das Souterrain. Wir fahren also die Hotelkapazitäten rauf und bieten 33 Kurzzeitplätze an.“

Der Impuls sei an der Stelle von den Behörden ausgegangen.„Wir wollen eine Grundkapazität sichern, falls es zum Aufschwappen, einer zweiten Welle kommt. Das war der Gedanke aus Sicht des Landkreises. Wir finden das eine gute Lösung.“

Die Inbetriebnahmekosten wie auch die Grundkosten dafür trage der Kreis Kleve. „Wir sind ja im klassischen Altenheimbereich.“ Für die Inbetriebnahme und den investiven Bereich sei der Kreis zuständig, ansonsten die Pflegeversicherung des jeweiligen Bewohners. „Wir haben einen Pflegesatz vereinbart. Die Investitionskosten berechnet der LVR und schickt den jeweiligen Bescheid raus.“ Über genaue Zahlen konnte Döring noch keine Auskunft geben. „Das dürfte aber im Groben plusminus null rausgehen, man kann das jetzt nicht auf Spitz rechnen.“ Die Inbetriebnahmekosten seien noch nicht zu beziffern.

„Die Kosten da halten sich in relativ überschaubaren Grenzen“, lautet Dörings Einschätzung. „Was an Pflegebetten, Fäkalienspülung und sonstigen Dingen da war, hatten wir ja eingelagert, kam vom Elisabeth-Haus in Neukerk. Da mussten wenigstens keine Betten und sonstige Dinge gekauft werden.“

Für die Betreiber des Hotels Klostergartens vor Ort bedeutet diese Nachricht ein kleines Stück Erleichterung. „Wir erhalten neun Hotelzimmer, also 18 Betten wieder zurück. Drei Zimmer sind schon frei. Bei sechs Räumen müssen noch die Schwesternrufbetätigungen und die ganzen Pflegebetten raus“, freut sich Hotelleiterin Nicole Grüttner, dass sich der Betrieb etwas „normalisiert“.

Auch der „Christopherus“-Tagungsraum mit 120 Quadratmetern ist wieder für das Hotel nutzbar. „Dafür häufen sich schon die Anfragen“, bestätigte die Hotelchefin.

Gut vier Wochen habe man als Covid-Quarantänestation gedient. „Wir haben da gezielte Aufklärung getätigt, es war alles geschützt“, versichert Grüttner. „Wir hatten separate Ein-und Ausgänge, Hygieneschleusen , haben belegte Brötchen auf die Zimmer gebracht.“ Dann ging das Ganze schnell in die Kurzzeitpflege über, erzählt sie, während sie mit der Leitung des „Housekeeping“, der „Hausdame“ Kornelia Danne, durch den engen Erdgeschossflur geht.

“Ich mache hier sauber”

„Natürlich waren die Bewohner zunächst unruhig und ängstlich“, sagt Kornelia Danne, die Leitung des „Housekeeping“ im Hotel, „Die gingen einen Schritt rückwärts, sind an der Wand gelaufen, mit weit geöffneten Augen. Aber auch das hat sich beruhigt.“
Sie selbst hatte mit Covid-19-Patienten zu tun gehabt. „Die sehen von uns ja nur die Maske, weiße Hose und Kittel über Kittel. Da habe ich mich jeden Tag neu vorgestellt und gesagt: Ich mache hier sauber.“

Die Erkrankten seien zurückhaltend, teilweise auch irritiert gewesen. „Und man hat ihnen angemerkt, dass es ihnen Kraft gekostet hat.“ Aber selbst in der Zeit gab es humorvolle Momente. „Eine Dame meinte: Ich habe extra Dreck für sie gemacht.“

Und je gesünder sie wurden, umso besser wurde die Stimmung. „Als die erste Dame entlassen wurde, haben wir noch Blumen in Garten gepflückt. Wir hatten alle Tränen in den Augen – das war pure Gänsehaut.“ Und wie liebevoll das Pflegepersonal mit den Menschen umging, und auch die Angehörigen sich gekümmert hätten, habe sie berührt. „Die haben sie schon gut betüddelt.“

Für sie und ihre Mannschaft geht es nun darum, die Zimmer wieder herzurichten. Im Archivraum standen noch die ganzen Wohnutensilien wie Bettzeug, Waschgel oder Kaffeemaschinen, die jetzt wieder in die Zimmer zurück kommen. Dort räumten die Auszubildende Celina Saat und eine Praktikantin vom SOS Kinderdorf den Raum aus.

Die in den Zimmern belassenen Gardinen müssen noch gereinigt worden. Man habe bewusst eine wohnliche Atmosphäre beibehalten wollen, sagt Grüttner. „Das Pflegepersonal hat mal erwähnt: Wir wünschten uns für unser Altenheim auch solche Zimmer“, verrät Denne.

Die Corona-Zeit habe auch positive Seiten hervorgebracht – so zum Beispiel, als die Heimleitung fragte, ob die Mitarbeiter in Kurzarbeit mit den Menschen auch mal spazieren gehen, spielen und als Alltagsbegleiter fungieren.

Auch wenn das Angebot nicht in Anspruch genommen wurde, zeige das die stärkere Verbundenheit im Klostergarten-Komplex insgesamt. „Wir sind als „Klostergärtner“ zusammengewachsen“, unterstreicht Grüttner. „Und wenn die Caritas den Kreis da nicht unterstützt, wer dann?“.

Hotel Klostergarten wird zur Altenpflegeeinrichtung

Von innen ist das Hotel Klostergarten in Kevelaer als solches seit wenigen Tagen kaum mehr zu erkennen. Hotelbetten sind Pflegebetten gewichen, Hygieneschleusen müssen passiert werden und auch eine Schwesternrufanlage steht bereit. Innerhalb von 48 Stunden verwandelte sich das Hotel in eine als Quarantäne- und Isolierstation angelegte Altenpflegeeinrichtung für bis zu 40 Senioren. Menschen aus den umliegenden Altenheimen sollen dort aufgenommen werden, wenn sie auf Covid-19 positiv getestet wurden oder der Verdacht einer Infektion besteht. Mit dieser Maßnahme sollen die Bewohner von Pflegeeinrichtungen geschützt werden.

Grundlage der Umfunktionierung ist die Corona-Aufnahme-Verordnung in NRW vom 3. April 2020. In §5 (1) heißt es dort: „Kreise und kreisfreie Städte sollen unverzüglich mit der Vorbereitung von Quarantäne- und Isolationseinrichtungen beginnen, die in Betrieb genommen werden können, wenn die Kapazitäten der bereits vorhandenen Einrichtungen oder Wohnformen für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen nicht mehr ausreichen oder die Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Menschen in der eigenen Häuslichkeit nicht mehr gewährleistet werden kann.“ Karl Döring, Vorstand des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer e.V., erklärt dazu: Das hat uns sehr unverhofft erwischt.“ Vorbereitet sei man auf diese Maßnahmen nicht gewesen.

Ein Kran für die Pflegebetten

Nach Gesprächen mit dem Kreis Kleve und einer Begehung des Hotels habe man schließlich am Mittwoch, 8. April 2020, den Auftrag bekommen. Zwei Tage später, am Karfreitag, sollte dann alles einsatzbereit sein. „Ich bin den eigenen Mitarbeitern und den Handwerksbetrieben sehr, sehr dankbar“, sagt Döring. Innerhalb von 48 Stunden lagen die nötigen Genehmigungen vor, das Hotelmobiliar wurde heraus transportiert, Brandschutzauflagen wurden geprüft und alle nötigen Einrichtungsgegenstände für die Senioren konnten organisiert werden. Die 400 Kilogramm schweren Pflegebetten beförderten die Arbeiter mit einem dafür bereitgestellten Kran in die Zimmer, berichtet Döring. Auch das Abstimmungsverfahren inklusive aller Genehmigungen, wofür man im Normalfall drei bis sechs Monate einplanen müsse, sei innerhalb der 48 Stunden bearbeitet worden.

Wir sind aufnahmebereit mit den zugesagten 40 Plätzen“, sagt Döring. „Die Belegung läuft über den Kreis Kleve. Wenn der Kreis einen Bedarf sieht, wird er anrufen.“ Ob es denn in der kommenden Zeit Bedarf geben wird, das könne man aktuell noch nicht absehen. Das Personal für die Einrichtung stamme aus dem eigenen Bestand an Pflegekräften, erklärt Döring. Am Mittwoch sei ein Aufruf in den Pflegeteams gestartet worden, dass Freiwillige gesucht werden. Daraufhin hätten sich zahlreiche Mitarbeiter gemeldet. Generell erfahre er in der aktuellen Situation einen großen Rückhalt aus Mitarbeiterkreisen. So fielen dann aktuell auch mal Urlaube und freie Tage weg. „Da müssen alle zusammenstehen“, appelliert Döring. Verpflegung würden die Senioren aus der Klosterküche erhalten.

Keiner weiß so recht, was da jetzt passiert“, betont der Vorstand des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer. Eine gewisse Nervosität bestehe natürlich. Man sei jedoch gut vorbereitet, falls Senioren in die Einrichtung kommen sollten. Natürlich ist es möglich, dass letztendlich keine oder kaum Menschen im Hotel aufgenommen werden müssen. Das jedoch sei vorerst nebensächlich, sagt Döring. Wichtig sei, frühzeitig zu handeln, um seinen Teil zur aktuellen Situation beizutragen. „Wir müssen vor die Lage kommen. Nicht reagieren, sondern agieren.“