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Ilona Gerliz und Felix Koenen gaben sich am vergangenen Samstag das Jawort

Die Liebe auf den zweiten Blick

Wenn Traditionen verschiedener Kulturen gemeinsam Hochzeit feiern, dann wird es besonders emotional. Nicht nur für das Brautpaar selbst, sondern auch für die Hochzeitsgäste.

Anna Deschke und Joschka Heinemann aus Twisteden gaben sich das Jawort

„Als wenn ein Feuerwerk in dir explodiert“

Sieben Jahre lang wartete sie auf den Antrag, neun Jahre auf die Hochzeit. Ein bisschen Geduld musste Anna Descke mit ihrem Joschka in der Vergangenheit tatsächlich haben.

Lisa und Tobias Baaken lernten sich bei ihrer Arbeit am Flughafen kennen. Am 30. April gaben sie sich das Jawort.

Aus Kollegen wurden Eheleute

Von der berühmten „Liebe auf den ersten Blick“ können Lisa und Tobias Baaken tatsächlich nicht sprechen. Als sie sich bei ihrer Arbeit als Bodensteward/ess am Düsseldorfer Flughafen kennenlernten, stimmte die Sympathie zwar, mehr war aber erstmal nicht drin.

Ruth Kröll und Hans-Peter Ostendorp gaben sich nach 21 Jahren Beziehung das Jawort

Heimliche Hochzeit in Kenia

Als Hans-Peter Ostendorp und Ruth Kröll am 6. Februar im Flieger nach Kenia saßen, war der Plan klar: Am 22.2.2022 sollte geheiratet werden.

Anna-Katharina Rogmann und Mark Bröhr gaben sich am 18. September das Jawort

Von der Dating-App vor den Altar

Wenn Anna-Katharina Bröhr von den vergangenen Jahren mit ihrem nun frisch getrauten Ehemann Mark Bröhr erzählt, wird schnell klar, dass es bei dem jungen Paar von Beginn an wohl einfach gepasst hat.

Anne Neumann und Philipp Krings lernten sich 2019 kennen und gaben sich am Wochenende das Jawort

Plötzlich ging alles ganz schnell

Hin und wieder bedarf es nur ein wenig Spontanität und Schicksal, um ein ganzes Leben förmlich auf den Kopf zu stellen.

Auf dem Standesamt gibt‘s kaum weniger zu tun

Wenn Ralph Müschen über seine eigene Eheschließung nachdenkt, hört man durch das Telefon sein Schmunzeln heraus. „Ich habe vor 30 Jahren geheiratet, auch in Kevelaer.“ Und die Ehe bestehe noch, so der Hauptstandesbeamte der Stadt, der in der Corona-Krise nicht wirklich weniger zu tun hat als zuvor. „Es ist tatsächlich nicht anders von den Zahlen her als im Vorjahr. Wir haben sieben, acht Trauungen weniger, das fällt also nicht so ins Gewicht“, schaut er in die Statistiken. „Wir hatten tatsächlich 126 Eheschließungen 2020, in dem Jahr davor 118.“ Und er habe erlebt, dass einige Brautpaare mit den Umständen momentan gar nicht so das Problem haben. „Es gab einige, die sogar sagten: Prima, da müssen wir nicht so groß feiern. Das ist auch das, was die Kollegen in den umliegenden Standesämtern so rückspiegeln.“ 

Er verstehe auch Brautleute, die groß feiern wollten und sagen: Wir verschieben das. „Das ist auch passiert. Im März haben sich Paare angemeldet und die Hochzeit auf die Nach-Corona-Zeit verschoben.“ Unter Umständen könne das dann ja auch „ein Gradmesser sein, um zu gucken, ob es hält bis dahin“, meint er augenzwinkernd. 

Natürlich sei Hochzeit in Corona-Zeiten eine andere Situation. „Wir haben viel mehr zu beachten, mit Masken, den Desinfektionsmitteln – und allein die Kugelschreiber zu desinfizieren.“ Man gehe natürlich davon aus, dass jemand, der infiziert ist, nicht dort aufschlägt. Und bisher habe es trotz Nachverfolgung noch keinen einzigen Corona-Fall gegeben.

Eigentlich sei es einem Standesbeamten egal, „ob es zwei oder 200 Menschen sind. Es gibt die Traurede und die Zuhörer.“ So gesehen habe sich in der Hinsicht kaum etwas verändert. „Wir müssen die Kontaktbögen vorbereiten, es kommen im Vorfeld viel mehr Nachfragen, wie viele Leute dürfen dran teilnehmen?“ Das mache dann eher schon Probleme. „Das ändert sich Woche für Woche. Ich kann die Kristallkugel leider noch nicht lesen“, sagt Müschen. „Da gebe ich immer nur die Wasserstandsmeldungen der letzten fünf Stunden ab. Aber das funktioniert irgendwie.“ Und natürlich sei das, was im Standesamt passiere, eine andere Sache als das, was außerhalb der Mauern passiert. „Das ist natürlich etwas, was das Standesamt nicht tangiert. Das machen die Gäste und Brautleute.“ Sobald man das Rathaus verlasse, gelten ja die Corona-Regeln. „Wir sind ja mehr eine Veranstaltung und können sagen, mit Mundschutz zehn Leute. Das ist aktueller Stand.“

Manche Leute agierten dabei sehr kreativ. „Die Sache mit den Stationen, die fand ich sehr originell“, spielt er auf die Eheschließung an, bei der das Paar verschiedene Stationen abfuhr, wo ihre Freund*innen und Angehörige dann standen (das KB berichtete). 

„Man sieht von oben draußen mehr Luftballonsachen“ und dass – aus seiner Sicht leider – noch immer auf dem kleinen Rasenstück Sekt getrunken wird. „Ich hoffe, dass wir da einen kleinen Platz davor bekommen. Denn da ist ja Autoverkehr am Freitag. Da schwitze ich manchmal schon, insbesondere bei den Fotos, wenn der Fotograf da immer weiter auf die Straße geht.“ Das sei aber ein unabhängig von Corona zu beobachtendes Phänomen. 

Die digitalen Ideen machen auch vor dem Standesamt nicht Halt

Und tatsächlich habe er auch einige „geskypte Hochzeiten“ gehabt, wo diejenigen, die eigentlich dabei sein sollten, das von zu Hause aus verfolgen konnten. Die IT des Hauses hatte das freundlicherweise eingerichtet. „Da steht dann ein Laptop auf dem Tisch, einmal war es nur ein Handy, das es übertragen hat.“ Zu der Zeit waren einfach weniger Leute zugelassen. „Alle anderen wurden zugeschaltet.“ Das sei sicher etwas, was die Eheschließung bereichern könne, sagt Müschen. Das werde man auch so weitermachen. „Wo Angehörige sind, die bettlägerig sind zum Beispiel, da halte ich das für eine tolle Sache.“ Filmaufnahmen habe man nicht so ganz gerne – nicht nur, weil da auch rechtliche Fragen tangiert sind. „Kollegen von uns sind da ziemlich mit reingefallen, wo die Hochzeiten in sozialen Medien mit anderen Texten unterlegt worden sind.“ Hier habe es das bislang aber noch nicht gegeben.

Natürlich komme es auch mal zu Engpässen – auch wenn man insgesamt mit dem Bürgermeister im Gepäck über acht Personen verfüge, die die Trauungen vornehmen. „Irgendwann Ende Herbst 2020, als die neue Welle sich aufbaute, haben wir gesagt, dass wir nur mit den vier Leuten vom Stammpersonal Eheschließungen machen. Die anderen sind ja auch in anderen Ämtern wegen Corona tätig.“ 

Trauung mit Abstand

Trauungen außerhalb des Standesamtes gebe es momentan nicht. „Wir haben die Möglichkeit, in Winnekendonk und Kervenheim Trauungen zu machen. Die sind durchgeführt worden, das ist aber weniger geworden.“ Das sei auch eine Platzfrage. „Winnekendonk wäre zu klein, da könnte man mit zehn Personen nicht sitzen. Überall würden Sicherheitsvorkehrungen mit Abstand vorzunehmen sein. Das ist bei uns im Trauzimmer zu gewährleisten.“

Zum Jahresende seien sogar einige Heiratswillige aus den Großstädten gekommen, die hier nachfragten, weil sie dort keinen Termin bekamen. Da habe aber auch ein Bezug zu Kevelaer bestanden. „Einer kam aus Düsseldorf, der war hier geboren. Da haben wir das auch gemacht.“ Und eine Person lebt heute in Frankfurt.

Ob Corona-Ehen länger oder weniger lang als „normale“ Ehen halten? „Das werden wir in zehn, fünfzehn Jahren sehen“, lacht der Standesbeamte. „Aber das wird genauso sein wie bei allen anderen auch“, lautet seine Prognose. Momentan ist es ruhig. „Die nächste Hochzeit ist erst Mitte Februar. Januar bis Anfang Februar wird nicht soviel geheiratet.“  Woran das genau liegt, vermag Müschen nicht zu sagen, aber es werde wohl an der eher bedrückenden Jahreszeit legen. „Man sieht eben gerne bei der Hochzeit den Sonnenschein“, mutmaßt er. Das sei auch der Grund, warum der Wonnemonat Mai immer noch zieht. „Nach den Sommerferien zieht es dann an.“ Und auch im Dezember ist viel los. „Da kommen die Spontanheiraten, wo nicht lange vorher geplant und gefragt wird: können wir nächste Woche heiraten?“ 

Aber keiner solle glauben, dass man sich im Stil an den ganzen Hochzeitsserien orientiere. „Da wird viel mit US-Traditionen – Hochzeit im Garten – und sowas gearbeitet. Mit diesem Bild kommen Leute zu uns und wollen auch so heiraten. Da müssen wir oft genug sagen, das geht leider nicht.“

Die Bindung nach Kevelaer bleibt

Heiraten in Coronazeiten liegt nicht unbeginnt im Trend. Vielfach wurden die Trauungen verschoben oder mussten im kleinen Kreis gefeiert werden. Monika und Christoph Zeidler konnten an ihrem Hochzeitstermin festhalten, durften mit über 50 Gästen feiern und konnten danach auch noch vermelden, dass alle gesund geblieben sind.

Mitte August gab sich das Paar im alten Rathaus von Dorsten das Jawort. Dass sich dieses Ereignis jetzt im KB wiederfindet, hat Monika Zeidler ihrem Lebensweg zu verdanken. Denn den größten Teil ihres Lebens hat die 53-Jährige in Kevelaer verbracht. „Ich habe im Marienhospital das Licht der Welt erblickt, bin in Kevelaer zur Schule gegangen und war auch im Antoniuschor aktiv“, erzählt die dreifache Mutter.

Auf einer Zugfahrt nach Magdeburg hat sie vor einigen Jahren ihren jetzigen Mann kennengelernt. Da er aus Gladbeck kommt, habe man die erste Zeit viel gemailt und telefoniert. „Und als die Beziehung immer enger wurde, sind wir viel hin und her gependelt“, erinnert sich die Frischvermählte. Das sei aber keine Dauerlösung gewesen.

So entschloss sich Monika Ingenpaß (wie sie vor der Hochzeit hieß) vor vier Jahren, nach Gladbeck zu ziehen. „Dieser Schritt war nicht einfach“, erinnert sie sich an ihren Abschied aus Kevelaer. Entgegen kam ihr dabei ihre berufliche Stellung. Als Mitarbeiterin bei der Agentur für Arbeit wechselte sie nur den Standort, von Goch nach Dinslaken.

Obwohl sich ihr neuer Lebensmittelpunkt nun in Gladbeck befindet, ist Monika Zeidler immer noch oft in Kevelaer anzutreffen: „Zwei meiner drei erwachsenen Söhne leben noch hier. Und auch sonst habe ich noch guten Kontakt zu vielen Freunden.“

Das nächste Mal kommt sie am 8. Oktober in die Wallfahrtsstadt. Eine Gemeinschaftsveranstaltung ihres Betriebes findet hier statt. Auf dem Programm stehen eine Stadtführung, Besuch der Hostienbäckerei und ein Abstecher zum Solegarten. Ansonsten beziehen die Zeidlers das Stadtgeschehen aus dem Kevelaerer Blättchen. Denn das lassen sich die Eheleute auch nach Gladbeck zuschicken. „Mit dem KB hole ich mir jede Woche ein Stück Heimat aus dem Briefkasten“, erklärt Monika Zeidler ihre Verbundenheit mit der Wallfahrtsstadt.

Richtige Flitterwochen waren dem Ehepaar wegen der Pandemie bislang noch nicht vergönnt. „Wir haben einige Tage in einem Wellnesshotel verbracht und waren kurz an der Nordsee“, verrät die 53-Jährige, „mit unserem Hund.“ Der wäre auch gleich zu ihrem neuen „Hobby“ geworden. Sind die Zeidlers doch gerne an der frischen Luft. „Oder auf dem Fußballplatz“, ergänzt sie. Schließlich sei ihr Mann nicht nur Schalke-Fan. Er würde auch noch selber die Fußballschuhe schnüren.

Seit 50 Jahren glücklich verliebt

Waltraud und Clemens Spittmann wissen sehr wohl um ihr Glück. Dieses weiß das Goldpaar aus Kervenheim auch sehr gut einzuschätzen. „Wir sind glückliche Eltern und glückliche Großeltern – das ist unser Lebenselixier“, bringt es Clemens Spittmann auf den Punkt und erhält damit die uneingeschränkte Zustimmung seiner Frau. „Besser kann man es nicht beschreiben“, sagt die Goldbraut mit glänzenden Augen und dankbarem Blick zu ihrem Mann. Heute, am 9. Juli vor 50 Jahren, gaben sich Waltraud und Clemens Spittmann in der Beichtkapelle zu Kevelaer ihr Jawort und vertrauten sich damit gegenseitig ihr Leben an.

„Für mich ist es unglaublich, dass das schon 50 Jahre her ist“, entfährt es der in Kevelaer aufgewachsenen Waltraud Spittmann, die sich noch genau daran erinnern kann, wann und wo sie ihrem späteren Mann begegnet ist. „Es war vor dem Lux-Theater in Kevelaer“, beschreibt sie die erste Begegnung. Gemeinsam mit ihrer eineiigen Zwillingsschwester wartete die junge Frau auf ihre eigentliche Verabredung. Außenstehende allerdings hatten mitunter große Mühe, das Zwillingspärchen auseinanderzuhalten. Für den in Kervenheim aufgewachsenen Clemens Spittmann, der in Düsseldorf bei der Post den Beruf des Fernmeldetechnikers erlernte und bis zum Ruhestand 1999 am Niederrhein im technischen Bereich und Service tätig war, war dieses jedoch kein Problem. „Ich wusste immer, wer vor mir stand, das spürte ich – erklären kann ich das nicht“, berichtet der 73-jährige Goldbräutigam.

Im September 1968 verloben sich die junge Waltraud Mülders und Clemens Spittmann. Ein knappes Jahr später treten sie vor den Traualtar. 1972 bereichert Tochter Michaela das Familienleben, zwei Jahre darauf Tochter Alexandra. Um der Familie genügend Platz zu geben, bauen sie sich 1975 in Kervenheim ein eigenes Heim. Stefan macht 1977 das Familienglück perfekt. „Ab jetzt war für mich der Zeitpunkt gekommen, zu Hause zu bleiben“, erklärt die gelernte Friseuse, die sich bei den Vorsehungsschwestern noch vor der Heirat in der Küche und Hauswirtschaft ausbilden lässt.

Die schönste berufliche Zeit

2013 wagt Waltraud Spittmann einen völlig neuen beruflichen Schritt. Da ist sie bereits 63 Jahre. Da sie in den 1990er-Jahren als Kinderbetreuung in verschiedenen Familien tätig war, rät ihr das Jugendamt Geldern zu einer Ausbildung als Tagesmutter. „Das war allerdings eine Herausforderung, denn alle angehenden Tagesmütter um mich herum waren wesentlich jünger“, berichtet die Jubelbraut. Mit großer Unterstützung ihres Mannes betreut sie bis im August vergangenen Jahres täglich fünf Kleinkinder. Ihnen schenkt sie ihre Liebe und Zuwendung. „Für mich die schönste berufliche Zeit“, gesteht Waltraud Spittmann mit bewegten Worten.

Großen Wert aber legt das Paar seit jeher auf gemeinsame Familienurlaube. Am liebsten an der Nordsee. Und das ist auch heute noch so. Einmal jährlich fährt die komplette Familie mit Kindern, Schwiegerkindern und sechs Enkelkindern, im Alter von 5 bis 14 Jahre, ins Familienwochenende. „Das möchte keiner von uns missen“, garantiert das Paar, das sich stark im Vereins- und im Kirchenleben engagiert.

Engagiert in der Heimat

Der sportlich trainierte Clemens Spittmann absolvierte 35 Jahre in Folge das Sportabzeichen, ist Mitglied im Sportverein Union Kervenheim, hat sich als Bühnenschauspieler und Bühnenbauer im Theaterverein Gemütlichkeit verdient gemacht, ist hier zum Ehrenmitglied ernannt worden. Zum Ehrenpräsident machten ihn die Geselligen Vereine Kervenheim. Seine Frau Waltraud engagierte sich als Katechetin, in der ortsansässigen Frauengemeinschaft und im Pfarrgemeinderat. Ihre gesangliche Stimme setzt sie im Kirchenchor ein, erhielt dafür aus Regensburg die ACV (Allgemeiner-Cäcilien-Verband) Verdienstnadel.

Ein Rezept für ein so langes und erfülltes Eheleben hat das Paar natürlich nicht. Aber: „Jeder sollte sich seine Eigenständigkeit bewahren und diese auch so akzeptieren“, verkündet das jugendlich wirkende Paar einstimmig, das sich mit Fahrradfahren sichtlich fit hält. Den heutigen Hochzeitstag, zu dem die Nachbarn am Haus des Jubelpaares einen Kranz aufgehängt haben, verbringt das Goldpaar im Kreise der Familie und lässt diesen mit einem gemeinsamen Essen ausklingen. Eine Goldhochzeitsfeier möchten Waltraud und Clemens Spittmann aber auf jeden Fall zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Von Arbeitskollegen zum Liebespaar

Zu zweit gemeinsam einen Weg gehen. Dieses Versprechen gaben sich am vergangenen Freitag Birgit Hebben und Angelo Carbone auf dem Kevelaerer Standesamt. Begleitet wurde das Brautpaar von den beiden Trauzeuginnen Bärbel Hebben, Mutter der Braut, und Maria Carbone, Schwester des Bräutigams, die als einzige der Zeremonie beiwohnten. „Na ja, geplant hatten wir das schon etwas anders“, erklärt das frisch gebackene Brautpaar. Wie schon so häufig in diesem Jahr, erfordert auch hier das Coronavirus eine Planänderung – zumindest was eine Feier mit Familie und Freunden angeht. Denn ihren gemeinsamen Schritt vor den Traualtar wollte sich das deutsch-italienische Hochzeitspaar auf gar keinen Fall nehmen lassen. „Schließlich machen wir das für uns“, bekräftigt Angelo Carbone. Und so traten sie am 3. Juli 2020, fast schon heimlich, vor dem Standesbeamten und besiegelten ihre gewachsene Liebe.

„Dieses Datum haben wir dann letztendlich bewusst geheim gehalten“, gesteht das glücklich wirkende Paar auch, um damit ein größeres Gratulationsaufkommen zu Corona-Zeiten zu vermeiden. „Eine schöne große Feier mit Familie und Freunden werden wir aber irgendwann nachholen“, verspricht der temperamentvolle Italiener. Geboren wird Angelo Carbone 1960 in Pozzuoli, (hier ist auch Sophia Loren aufgewachsen), einem kleinen Fischerdorf in Italien. Am Golf von Neapel verbringt er seine Kindheit, bis sein Vater in den 1960er-Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland kommt. 1990 führt ihn sein Weg nach Winnekendonk, dem Heimatdorf von Birgit Hebben. Dass sie beide irgendwann einmal einen gemeinsamen Weg gehen werden, ahnen sie zu diesem Zeitpunkt nicht einmal ansatzweise.

Denn Angelo Carbone wie auch Birgit Hebben leben in einer Beziehung mit eigener Familie. Seine Leidenschaft zu Kaffee und Espresso, inklusive deren Zubereitung, treibt den gelernten Kaufmann 1995 zu einem Schritt in die Selbstständigkeit. Der dreifache Familienvater gründet das Unternehmen „Macafe“ mit Sitz in Kervenheim. Mit diesem Unternehmen erhält er 2008 den Marketingpreis der Stadt Kevelaer. Da der Unternehmer noch während der Gründungsphase auf der Suche nach einer geeigneten Mitarbeiterin ist und Birgit Hebben just zu diesem Zeitpunkt rein zufällig einen neuen Arbeitsplatz sucht, finden beide, zumindest auf beruflicher Ebene, zusammen. Als Jobvermittlerin fungiert die Nachbarin des damaligen Jungunternehmers, die wiederum Birgit Hebbens beste Freundin ist.

Sie ergänzen sich gegenseitig

22 Jahre agieren Hebben und Carbone als perfektes Team in Sachen Kaffeebohne. Das Verständnis und auch die Verlässlichkeit finden ohne große Worte statt. Schon hierbei zeigt sich die zweifache Mutter als absoluter Ruhepol im Leben des Kaffeeliebhabers, dem als Segler keine Weltmeere fremd und als Wanderer keine Berge, ob in Kanada oder am Himalaja, zu hoch sind.

2010 wird für beide jedoch zum Schicksalsjahr. Beide erfahren eine Trennung. Und so stürzen sie sich noch intensiver in ihre Arbeit, die weiterhin auf harmonischer Basis funktioniert. „Irgendwann aber war da noch mehr“, gesteht das Paar. Denn plötzlich war die Liebe mit im Spiel. Ein gutes Jahr später kaufen sie sich in der Marienstadt ein gemeinsames Haus. Während vieler gemeinsamer Urlaube, zu Wasser und an Land, erleben sie ihren starken Zusammenhalt und ihre Vertrautheit. „In dieser Zeit haben wir festgestellt, dass wir einfach zusammengehören“, berichtet der vor Lebensfreude sprudelnde Angelo Carbone, der die ausstrahlende Ruhe seiner Frau sehr genießt. „Ich glaube, wir ergänzen uns da sehr gut“, sagt Birgit Hebben, die 2018 zur Zentralrendantur der katholischen Kirche in Kevelaer wechselt. Im gleichen Jahr entscheiden sie sich gemeinsam, ihre Liebe mit einem Ja zu besiegeln. Dieses „Ja“ schenkten sich Birgit Hebben und Angelo Carbone am vergangenen Freitag. „Alles ist gut, so wie es ist – es soll nichts besser werden, aber auch nicht schlechter“, verkündet das sympathische Paar, das in der Marienstadt eine gemeinsame Heimat gefunden hat.