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Eine musikalische Stunde im Niederrheinischen Museum

Gut 60 Gäste waren im Foyer des Niederrheinischen Museums erschienen, um den Klängen der jungen Musiker beim Kammerkonzert zu lauschen. „Das ist ja sonst nur für unsere ‚Spezialisten‘ hier, und für das gute Wetter ist das gut besucht“, freute sich Musiklehrerin Maren Brezinka über die Resonanz. Ihrem Mann Thomas war es vorbehalten, die Gäste zum Konzert zu begrüßen. „Es gibt eine Vereinbarung mit dem Museum, dass wir hier jeden Mittwoch sein dürfen. Dafür spielen wir im Gegenzug zweimal im Jahr umsonst hier“, sagte er. Dann setzte er sich ans Klavier.

Den Anfang machte Johannes Lehnen am Cello, der mit Thomas Brezinka Edward Mollenhauers „The infant Paganini“ darbot – eine recht „flotte“ Komposition, die das elfjährige Mitglied des Niederrheinstreichorchesters aber mit seinen technischen Fertigkeiten schon recht sicher bewältigen konnte. Im Anschluss daran durfte die gebürtige Xantenerin Victoria Peters ihr Können am Klavier präsentieren. Unfassbar schnell ließ sie zum Einstieg von „Präludium und Fuge Nr. 21 in B -Dur“ von Johann Sebastian Bach die Finger über die Tasten fliegen. Anschließend gelang es ihr, die komplexe, heiter-tänzerische Struktur der Komposition auf elegante Art und Weise dem Zuhörer zugänglich zu machen.

Eine glockenhelle, klar artikulierende Stimme

„Vier Lieder über Sehnsucht und Liebe“ (Thomas Brezinka) brachte dann die Sopranistin Charlotte Langner im Zusammenspiel mit Anton Brezinka am Klavier zu Gehör. Die 17-Jährige, die bei Maren Brezinka Bratsche lernt und Gesangsunterricht nimmt, überzeugte mit ihrer glockenhellen, klar artikulierenden Stimme unter anderem bei Robert Schumanns „Erstes Grün“. Sie unterstrich dabei, warum sie 2017 und 2018 Bundessiegerin beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ geworden war. Danach kündigte Thomas Brezinka „etwas ganz Besonderes“ an – und zwar Mendelssohn-Bartholdys „Quartett f-Moll für zwei Violinen, Viola und Violoncello“. „Es reißt einen vom Stuhl. Sie können zwischendurch klatschen, müssen es aber nicht“, sagte Brezinka und versprach nicht zu viel.

Denn der aus der Schule hervorgegangene Bratschist Jannis Hoesch hatte mit Assia Weissmann (Violine), Albert Steinberger (Violine) und Ching-Jung Chung (Cello) drei kongeniale Jungkollegen in der Semesterpause mitgebracht. Alle vier lernen an renommierten Musikhochschulen in München, Karlsruhe, Salzburg und Nürnberg, sind Bestandteil besonderer deutscher Orchester. Diese Qualität übertrug sich auch auf die Interpretation des Quartetts, das die Wut, Verzweiflung und Trauer des Komponisten nach dem damaligen Tod seiner geliebten Schwester vor allem im „Allegro vivace assai-Presto“ und im „Finale“ mit inniger Tiefe zum Ausdruck bringen konnte.

Dabei funktionierte das Ensemble als harmonisch aufeinander eingehendes Klangkollektiv hervorragend. Der Applaus am Ende war ein berechtigter Ausdruck der Anerkennung für die Darbietung der Künstler, die noch zwei kleine Zugaben – darunter eine Polka von Schostakowitsch – als Schmankerl nachschoben.

Ein Remis im Spitzenspiel

Das Spitzenspiel des Kevelaerer SV gegen den SV Rindern startete vor gut gefüllten Rängen auf der Sportanlage Scholten. Bei spätsommerlichem Wetter ging es für die Tabellennachbarn aufs Feld. Ein „Schönwetterkick“ sollte es jedoch nicht werden. Beide Seiten starteten dynamisch in die Partie und es entwickelte sich ein temporeiches Spiel. Die Mannschaften schenkten sich in den ersten Minuten der Partie nichts.

Die ersten beiden kleineren Chancen gehörten dem SV Rindern. Danach kämpfte sich der KSV jedoch weiter in die Begegnung hinein und wurde ab Minute 20 immer gefährlicher. Nach einem Ballgewinn von Dennis Hermens schalteten die Spieler schnell um. Nachdem Ben Hölzle Tempo aufnahm und den ersten Gegner stehen ließ, passte er den Ball auf Sven van Bühren, der den Ball auf Hölzle durchsteckte. Dieser ließ dem Gästekeeper keine Chance und traf flach unten in die Ecke zum 1:0. Bis zur Halbzeit blieb die Partie offen.

Ausgleich der Gäste

Nach dem Seitenwechsel erhöhte der SV Rindern den Druck. Der Kevelaerer SV hielt rund zehn Minuten dagegen. In der 55. Minute jedoch gewann der Rinderner Kapitän Bahri Kera einen Zweikampf in der Mittelfeldzentrale gegen Marvin Flassenberg und spielte den Ball auf den Rechtsaußen der Gastmannschaft. Der spielte eine Flanke auf den zweiten Pfosten, wo der kurz zuvor eingewechselte Jefferson Gola stand und zum 1:1 ausglich. Der Keeper der Heimmannschaft, Steffen Aymans, war hier chancenlos und hatte das Nachsehen.

Eine anspruchsvolle Partie beider Mannschaften. Foto: privat

In der Folgezeit spielten die Rinderner weiter auf das Kevelaerer Tor, um den Sieg zu erzwingen. Der KSV schaffte es nicht mehr, sich zu befreien und verlor die Bälle im Spielaufbau zu schnell. Der Gast aus dem Nordkreis kam in der 70. Und 73. Minute zu zwei großen Chancen, die jedoch nicht genutzt werden konnten. Es dauerte fast bis zur 80. Minute, ehe sich der KSV wieder befreien konnte und das Spiel offener gestaltete. In der 83. Minute versuchte es Torjäger Sven van Bühren mit einem Distanzschuss, der sein Ziel jedoch nicht fand.

Mit dem Schlusspfiff waren es erneut die Gäste, die die Riesenchance zur Führung ausließen. Auch hier verfehlte der Ball nur knapp das Tor und ging Zentimeter am Tor vorbei über die Torauslinie. Alles in allem war es eine anspruchsvolle Partie beider Mannschaften, in der die Gäste dem Sieg näher waren.

Junge Mehrkämpfer waren in Nieukerk am Start

Bei einem angenehmen Spätsommerwetter hatten sich sieben Kinder aus der Gruppe U12 vom Kevelaerer SV nach Nieukerk aufgemacht, um dort einen couragierten Wettkampf zu bestreiten. Auf dem Programm stand der klassische Mehrkampf mit den Disziplinen Schlagball, Weitsprung und 50 Meter.

Die 10-jährige Silja Peters durfte am Ende des Tages als Zweite auf das Podium springen und sich über 998 Punkte freuen. Nils Brauers erreichte in einem kleinen Teilnehmerfeld seiner Altersklasse M11 den 3. Platz mit 842 Punkten. Mit 864 Punkten lieferte Mats Herbe die beste Leistung der KSV-Jungen ab, verpasste aber als Vierter seiner Altersklasse M10 knapp das Podest. Die jungen Sportler schnupperten in Nieukerk teilweise zum ersten Mal Wettkampfluft und können alle stolz auf ihre Leistung sein.

Anna Janssen kann es auch auf Italienisch

Wieder einmal bewies Anna Janssen aus Wetten, dass sie zur derzeitigen Elite der deutschen Sportschützen gehört. Im Vorkampf bei der diesjährigen Europameisterschaft Gewehr und Pistole brachte es die 18-jährige Schülerin beim Kleinkaliber (KK) 3×40 Wettkampf auf insgesamt 1157 Ringe. „Das ist jetzt kein besonders hohes Ergebnis, um auf einen Finalplatz zu hoffen. Dass es am Ende doch gereicht hat, fand ich echt erstaunlich“, resümiert die frisch gebackene Europameisterin kurz nach der Siegerehrung im italienischen Bologna.

Mit guten Ergebnissen aus dem Kniend- und Liegendanschlag (392/391) musste sie noch 40 Schuss im Stehen absolvieren. Nach den ersten neun Schuss lief auch soweit noch alles nach Plan, dann kam der letzte Schuss in der ersten Serie und dieser ging in die Sechs. „Da ist bei mir ein Licht ausgegangen vor Schreck. Ich stand noch nicht im Ziel und bin dann an den Abzug gekommen. Für mich war in diesem Moment klar, dass ich keine Chance auf einen Finalplatz haben werde“. Sehr ärgerlich, aber auch den Profis passiert so etwas schon mal.

Mannschaftskollegen waren auch erfolgreich

Janssen ist nach diesem Schuss erst mal von der Schießlinie getreten und hat mit ihren Nationaltrainern Gespräche zur Aufmunterung geführt. Routiniert beendete sie den Stehend-Anschlag anschließend mit 374 Ringen und wurde in der Schlussrechnung Siebte. Auch ihre Mannschaftskollegen Johanna Tripp (1158 Ringe) und Melissa Ruschel (1157 Ringe) erreichten das Finale der besten acht Schützen aus dem Vorkampf.

Zu diesem Zeitpunkt hätten die drei Topathleten bereits eine Flasche Sekt köpfen können, denn das Mannschaftsgold war ihnen bereits sicher. Aber jetzt musste die ganze Konzentration dem Finale gewidmet werden. Auch hier konnte Janssen konstant ihre Können abrufen, schwächelte nach eigener Aussage etwas beim Liegendanschlag. Sie holte aber im Laufe des Wettkampfes immer weiter auf und fand sich zum Schluss an der Spitze der Tabelle wieder, wo sie dann auch verharrte bis sie nur noch mit der Italienerin Sofia Ceccarello und mit Melissa Ruschel vom SV Wieckenberg an der Schießlinie stand.

Die Goldmedaille gesichert

Janssen machte es hier noch einmal spannend und sorgte mit einer 8,5 dafür, dass die Italienerin (9,6) den Vorsprung auf 0,8 Ringe von Janssen verkürzte. Für Ruschel (10,7) stand bereits fest, dass sie es nicht mehr auf Platz 2 schaffen wird und sie gewann Bronze. Der letzte Schuss (Janssen 10,5/Ceccarello 10,3) bestätigte bereits den Trend, den die Kevelaererin gesetzt hatte: Mit 459,3 Ringen und neuem Junioren Weltrekord gewinnt Anna Janssen die Goldmedaille.

„Ich bin mehr als zufrieden und glücklich, dass das hier alles so gut gelaufen ist. Das war ein echt gelungener Saisonabschluss. Auch, dass meine Mannschaftskolleginnen das Finale ebenfalls erreicht haben und wir Teamgold gewonnen haben, freut mich sehr.“ Janssen wird das Kleinkalibergewehr für die nächsten Monate erst einmal in die Ecke stellen und sich ganz dem Luftgewehr-Training widmen. In vier Wochen beginnt die Bundesliga Saison 2019/20, bei der sie mit ihrer Mannschaft von der SSG Kevelaer den Deutschen Meistertitel verteidigen möchte.

Die gemeinsame Liebe zur Kunst

Frisch gedruckte Flyer verleihen schon mal einen kleinen Vorgeschmack von dem, was die Besucher während der Kunstausstellung erwartet: „Es wird bunt und umfangreich“, verspricht die Künstlergruppe „3D und Jutta“, die ihre Exponate und Objekte am 7. und 8. September 2019 in der Halle von „Werbetechnik Douteil“, am Schenken 2, in Kevelaer, präsentieren.

Die Freude auf die kommende Ausstellung ist der Künstlergruppe deutlich anzumerken. „Ja, wir sind schon mächtig gespannt, wie die Besucher auf unsere neuen Werke reagieren“, bestätigen Hildegard Jacobs-Douteil, Gregor Douteil und Christa Douteil. „Irgendwann hat man wieder so viel gemalt und geschaffen, dann möchte man diese Bilder und Objekte auch einem Publikum zeigen“, erklärt Hildegard Jacobs Douteil und spricht damit ihren Künstlerkollegen aus dem Herzen.

Eine neue Herausforderung

Drei Jahre liegt ihre vergangene gemeinsame Ausstellung zurück. Stellten sie 2016 ihre Kunst auf den Kopf, dürfte die Ausstellung in diesem Jahr mit einer neuen Herausforderung überraschen. „Wir werden uns zum Schaumalen präsentieren“, erklären die Künstler, die darauf hoffen, dass ihnen dabei möglichst viele Besucher über die Schulter schauen werden. „Schon das wird eine Herausforderung werden“, glaubt die Künstlergruppe, die es eher gewohnt ist, in Ruhe und für sich arbeiten zu können. Beim Schaumalen jedoch wird jeder einzelne Künstler, und das in einer Zeit von etwa 30 Minuten, ein neues Kunstwerk erschaffen. Diese Exponate werden dann am Ende des Kunsttages zur Verlosung freigegeben. (Ein Gratislos hängt dem Flyer an).

Das Schaumalen findet an beiden Tagen jeweils von 12 bis 14  Uhr und um 15.30 Uhr statt. „Darauf sind wir schon sehr gespannt“, versichert die 3D Gruppe. Die Künstlergruppe „3D“ ist aus den Anfangsbuchstaben der Nachnamen aller drei Maler und „Jutta“ mit ihrem Vornamen entstanden. Schon mehrmals stellte die Gruppe in Kevelaer und Kamp-Lintfort aus. Alle vier Künstler sind schon seit mehreren Jahrzehnten künstlerisch tätig.

Werke mit Fragezeichen

Die in Kevelaer wohnende Hildegard Jacobs-Douteil hat vor mehr als 30 Jahren autodidaktisch mit Bleistift- und Tuschezeichnung angefangen, worauf bald Aquarellmalerei und Ölgemälde folgten. In ihren oftmals zeitkritischen Bildern greift sie sozial- wie auch umweltpolitische Themen auf, versieht ihre Objekte mit einem Fragezeichen und regt den Betrachter zum Nachdenken an.

Gregor Douteil wohnt ebenfalls in Kevelaer und hat sich hier nicht nur beruflich sondern auch künstlerisch einen Namen gemacht. Fing er vor mehr als 40 Jahren mit Aquarellmalerei an, folgten schon bald Bilder in Öl und Aquarell, die er durch Airbrush-Technik ergänzte. Seine künstlerischen Fähigkeiten vertiefte er in Seminaren an der Worpsweder Malschule. 1977 nutzte er die Möglichkeit, unter der Leitung von Professor Gottfried Böhm und Werner Heymann, an der Ausführung von Bemalungen in Innenräumen und Fassaden, unter anderem der WDR Arkaden in Köln oder des Staats-Theaters in Stuttgart, mitzuwirken.

Das dritte „D“ in der Künstlergruppe gehört Christa Douteil. Sie wohnt in Marienbaum und lässt sich von ihrer ländlichen Umgebung immer wieder neu motivieren und inspirieren. Ihre weichen Aquarellbilder ergänzt sie durch deutliche Konturen der Aquarellmalerei. Gerne verwendet sie auch verschiedene Materialien, wodurch sie verblüffende Darstellungen erzielt.

Freude an der Kunst

Und dann ist da noch „Jutta“. Jutta Angenendt wohnt in Mülheim-Broich und hat vor etwa 18 Jahren mit der Töpferei angefangen. Ideen und Anregungen für ihre Skulpturen und Tonarbeiten entnimmt sie dem alltäglichen Leben. Stimmungen und Gefühle hauchen den Werken das Besondere ein. Alle vier Künstlern aber haben eines gemeinsam: ihre Freude am künstlerischen Arbeiten. Und genau diese möchten sie am Wochenende des 7.und 8. Septembers 2019 von 11 bis 18 Uhr den Besuchern und Kunstliebhabern zeigen.

Für die Wettener gab‘s neue Trikots

Die erste Mannschaft von Union Wetten freut sich über einen neuen Satz Sommertrikots, gesponsert von der Firma Pastoors Immobilien aus Kevelaer. Geschäftsführer Timo Pastoors (links) übergab dem Team von Neu-Trainer Christian Offermanns (stehend, 3. v. l.) die frische Ausrüstung mit besten Wünschen für die gestartete Saison.

Yoshi Yamauchi und ihr Werk als Malerin

Mit einer Einzelausstellung unter dem Titel LEBENsLINIEN würdigt die wort.werk-Galerie in Kevelaer das Werk der Malerin Yoshi Yamauchi, die kürzlich das 80. Lebensjahr vollendet hat. Von ihrem Geburtsort in Japan führte der Weg der international in Ausstellungen und Sammlungen vertretenen Künstlerin über verschiedene Schaffensperioden bis an den Niederrhein, wo sie schließlich in Kevelaer vor vielen Jahren ihre zweite Heimat fand.

In Tokio studierte Yoshi Yamauchi zunächst Öl- und Freskomalerei sowie Mosaikgestaltung. Sie war an bedeutenden Architekturprojekten beteiligt, darunter Mosaike für das Olympiastadion in Tokio und für die Verkündigungskirche in Nazareth. Sie wirkte einige Jahre in Venedig und trat schließlich 1974 eine Stelle als Glasmalerin bei der Firma Derix an. Während dieser Zeit und noch verstärkt nach ihrer Pensionierung 1999 schuf sie eigene Werke, die im In- und Ausland zu sehen waren.

Als Glaskünstlerin ist Yoshi Yamauchi weithin bekannt. Nachdem dieser Aspekt ihres Schaffens bereits im Fokus einer früheren Präsentation in der wort.werk-Galerie an der Busmannstraße gestanden hat, liegt der Akzent nun auf ihrem Werk als Malerin. So dürfte die Einzelausstellung vom 23. August 2019 bis Ende September selbst für Kenner der Kevelaerer Kunstszene noch die eine oder andere Entdeckung bereithalten.

Zur Vernissage am Freitag, 23. August 2019, ab 19 Uhr, gestalten Wies Kuyers und Rainer Heeke eine Collage aus Texten und Tönen über Leben und Werk der Künstlerin und ihren Weg von Japan nach Kevelaer.

Eine spontane Bandgründung

„Ich wollte bei einem Bandwettbewerb mitmachen, aber hatte keine Band“, beschreibt Nils Schink, Gründer der Band, das Problem, vor dem er im Mai dieses Jahres stand. Kurzerhand entstand mit Felix Ingenpaß und Phil Scharnowski „The Ohana Crew“. Die Zusammenarbeit entstand durch Kontakte, die Schink vorher bereits zu den beiden hatte. Es folgte der Auftritt beim Bandwettbewerb in Düsseldorf „direkt vor vielen Leuten“. Die Band blieb auch nach diesem Auftritt bestehen und stellte sich als eine harmonische Kombination heraus.

Mit Musik haben alle drei Bandmitglieder schon lange zu tun. Felix Ingenpaß, in der Band am Klavier und als zweite Stimme, machte bisher viel für sich selbst Musik. „Angefangen hat alles mit einem Keyboard im Kinderzimmer. In meinem Leben spielt Musik eine besondere Rolle. Wenn keine Musik zu hören ist, trage ich mindestens fünf Ohrwürmer mit mir herum“, erzählt der 24-Jährige. Phil Scharnowski aus Wetten, der in der Band als Schlagzeuger und allgemein als Percussionist aktiv ist, hat vorher ebenfalls schon Musik gemacht. „Ich bin mit Musizieren groß geworden, da ein großer Teil meiner Familie begeisterte Hobbymusiker sind. Ich spiele, seit ich acht Jahre alt bin“, erzählt der 21-Jährige.

In einem Van durch Australien

Nils Schink, in der Band Sänger und Gitarrist, hat im Ausland bereits Musik genutzt, um sein Leben zu finanzieren. Er ging während seines Jura-Studiums zunächst nach Teneriffa und anschließend nach Australien, wo er einen jungen Mann aufgabelte und mit ihm in einem Van durch Australien reiste. „Wir haben dann ein paar Gigs gespielt – für Essen oder Gage, was auch immer es gab“, erinnert sich der 23-Jährige an die Zeit. Nun macht er in Deutschland weiter Musik, will sein Jura-Studium beenden und ab dem nächsten Frühjahr Musik studieren. Im Moment ist er jedoch einfach glücklich über das, was er hat: „Manchmal vergisst man auch, dankbar zu sein für die Dinge. Zum Beispiel, dass ich zwei Musikerfreunde habe, mit denen ich Musik machen kann.“

Das Logo der Band. Foto: privat

Auf eine Musikrichtung haben sich die Musiker nicht festgelegt. Von HipHop über Rock bis Folk sei bereits vieles dabei gewesen. Man wolle „alles einmal durchprobieren“, meint Schink. Es sei einfach schön, „dass man gemeinsam Musik macht. Es ist nicht geplant, damit die Welt zu umreisen“, sagt der Gründer der Band. Die jungen Männer probieren nun in der Startphase verschiedene Stile aus und erproben das gemeinsame Spielen.

Vorerst bleibt es bei ihrem einzigen Auftritt in Düsseldorf. Hat jedoch jemand privat Interesse an einem Auftritt bei Geburtstag, Hochzeit oder Ähnlichem, kann die Band gerne bei facebook unter www.facebook.com/TheOhanaCrew/ kontaktiert werden. Wenn ein bunter Mix an Musikrichtungen gewünscht ist? „Dann ist man bei uns genau richtig. Wenn wir eins können, dann ist es, uns auf die individuelle Situation einzustellen“, lächelt Schink.

Die Band sucht aktuell noch Unterstützung. Ein Bassist und ein Gitarrist würden die Gruppe zunächst vervollständigen. Zeit für Proben finden die Musiker aktuell nicht viel – das Studium und die Ausbildungen spannen sehr ein. Vor allem beim Gründer der Band ist ungewiss, ob er in Zukunft in Köln wohnen wird oder die Wege ihn doch an einen anderen Ort verschlagen. Die Zukunft der Band kann Schink nicht klar formulieren, er denkt jedoch positiv: „Ich glaube, wenn ich weg wäre, würden die beiden auch weiter Musik machen. Aber ich kann froh sein, dass die auch mit mir Musik machen.“

Eine Panne beim ersten Auftritt

Auch wenn der gemeinsame Auftritt der Band bisher einmalig war – diesen werden sie wohl niemals vergessen. Alles lief glatt, die Gruppe harmonierte und ein großes Publikum war da. An einem Punkt jedoch gerieten die Musiker ins Schwitzen. „Da fiel mir auf, dass wir den Song gar nicht zu Ende geschrieben haben“, erzählt Schink. Doch die Band zeigte Improvisationstalent, der Text wurde frei aus dem Kopf fortgesetzt und das Publikum im Glauben gelassen, dass alles nach Plan läuft.

Kugel ist nicht gleich Kugel

Das ganze Jahr über, und zwar immer mittwochs, lassen die Mannen des Billardklubs „Scharfe Ecke Kevelaer 1949“ die drei Kugeln über ihren grünen Tisch rollen. An dieser Tradition wird eigentlich eisern festgehalten. In diesen Tagen aber war es zwei Gründen geschuldet, dass sie von dieser höchst sportlichen Tätigkeit einmal Abstand nahmen.

Zum einen war es das sehr warme Wetter, das zu einer Abkühlung herausforderte, zum anderen das Jubeljahr 2019, weshalb der Vorsitzende Wilfried Schotten ein Einsehen hatte und zu einem allgemeinen Eisessen einlud – ein weiteres, wenn auch kleines Highlight bei mehreren Unternehmungen anlässlich des 70-jährigen Bestehens.

Und was tat man anschließend, nachdem man sich im Café genügend abgekühlt hatte? Die Herren sagten den Eiskugeln ade, eilten zielstrebig zu ihrem Vereinslokal bei der SSG auf der Hüls und holten dort weitere Kugeln aus dem Schrank. Die waren aber diesmal unverdaulich, nicht aus Eis, sondern aus Aramith-Kunststoff.

Von Peking nach Paris

14.000 Kilometer durch 12 Länder in 36 Tagen – dieser Aufgabe stellten sich Burkhard und Roman Verhaelen mit einem „Volvo Amazon“ aus dem Jahr 1968. 120 Teams waren in Peking bei der „Peking Paris“-Rallye, der ältesten Rallye der Welt, gemeldet. „Am Ende der Mongolei waren wir noch 70“, erzählt Burkhard Verhaelen und macht deutlich, dass es keineswegs sicher ist, dass man wie geplant ins Ziel kommt.

Für Burkhard Verhaelen war bis kurz vor der Rallye nicht einmal sicher, ob er überhaupt an den Start gehen konnte. Geplant war die Fahrt mit einem Freund. Da dieser jedoch kurze Zeit vor der Rallye einen leichten Schlaganfall erlitt, drohte der Traum von Verhaelen zu platzen. Kurz eine WhatsApp-Nachricht in die Familiengruppe abgesetzt, in dem er mitteilte, dass er wohl nicht an der Rallye teilnehmen könne, schon wendete sich das Blatt: „Wann muss ich wo sein?“, fragte sein Sohn Roman und ließ bei seinem Vater Hoffnung aufkeimen.

Schnelles Handeln kurz vor dem Start

Trotz der spontanen Entscheidung des 21-jährigen Sohnes, seinen Auslandsaufenthalt in Kalifornien zu unterbrechen und seinen Vater bei der Rallye zu begleiten, war der Start des Vater-Sohn-Gespannes nicht sicher. Man brauche unter anderem mehrere Visa sowie einen chinesischen Führerschein, um an der Fahrt teilzunehmen, erzählt Burkhard Verhaelen. All dies in nur wenigen Tagen zu organisieren, hielten Außenstehende für unmöglich, sagt der Oldtimer-Liebhaber. Doch die Zeit reichte. Am 2. Juni 2019 starteten Roman und Burkhard Verhaelen in Peking in einem roten Volvo Amazon.

Verhaelen befasst sich in seiner in Winnekendonk ansässigen Firma ausschließlich mit Volvos. Die Restauration alter Volvos, Reparaturen neuerer Modelle und die Ersatzteilproduktion gehören unter anderem zu seinem Aufgabengebiet.

Das Vater-Sohn-Gespann musste am Volvo Amazon keine größeren Reparaturen durchführen.

„36 Tage, 24 Stunden unter Stress mit jemandem zusammen sein“ – das sei eine große psychologische Herausforderung dieser Fahrt. Für viele Teilnehmer seien jedoch vor allem Reparaturen der Autos das größte Problem gewesen. Ein Ereignis ist Burkhard Verhaelen besonders in Erinnerung geblieben: Bei einem Vorkriegsauto sei unterwegs ein Rad abgebrochen, das dann mit der Bremstrommel in einen Fluss rollte. „Wenn die Bremstrommel weg ist, ist es vorbei“, sagt Verhaelen. Ähnliche Gedanken mag auch das Team gehabt haben, bevor die Teammitglieder im Fluss dem Reifen hinterher schwammen. Der Reifen jedoch war weg.

Hilfe von Nomaden in der Mongolei

Verhaelen und sein Sohn hatten technisch keine größeren Probleme am Auto. Zuverlässig transportierte der Oldtimer das Team bis ins Ziel – von der gesamten Strecke circa 10.000 Kilometer auf Nebenstraßen und Offroad. Acht bis zwölf Stunden pro Tag fuhren die Teilnehmer der Rallye. „Zwischendurch gab es verschiedene Rennen“, erzählt Verhaelen. Geschlafen wurde zum Beispiel in Hotels oder in von Nomaden organisierten Camps.

Verhaelen nahm in diesem Jahr zum ersten Mal an der Rallye teil. „Das ist die Rallye der Rallyes“, lächelt er, wenn er an die Zeit zurückdenkt. Für ihn war die Fahrt ein großes Erlebnis, „das ist für einen Automobilfreak die Sache.“ Für ihn sei die Motivation, die diesem Abenteuer vorausging, klar: „Das ist die Kombination aus Erfahrung in einem alten Auto und dem Fernweh.“ Krampfhaft auf Sieg gefahren ist das Team nicht. Teilweise seien die Teams allerdings sehr professionell unterwegs gewesen, erzählt Verhaelen. „Die ersten 20 sind wirklich eher auf Gewinn gefahren.“

Für Verhaelen waren vor allem die verschiedenen Länder und Kulturen interessant. Eine kuriose Geschichte aus China ist dem 58-Jährigen auch hier in Erinnerung geblieben: „Da kriegte man auf öffentlichen Toiletten nur Toi­lettenpapier, wenn man in einen Gesichtsscanner geguckt hat.“

Am besten habe ihm die Mongolei gefallen, erzählt Verhaelen. „Die Mongolei war wahnsinnig, war unglaublich“, weiß er seine Eindrücke kaum in Worte zu fassen. „Am meisten überrascht war ich von Sibirien, dass es da so schön war.“ Und dass das Leben in einigen Ländern sehr modern und fortschrittlich wirkte, erstaunte Verhaelen auf seiner Reise. Vieles sei anders, als er es sich vorgestellt hätte, zum Beispiel, „wie verwundert man bei anderen Kulturen ist, wie offen, toll und begeisterungsfähig die sind.“ Je näher sie zur europäischen Kontinentalplatte gekommen sind, desto weniger begeisterungsfähig für so „verrückte Leute“ seien die Einheimischen gewesen.

Zuverlässiges Auto ohne größere Pannen

Mit seiner Vorbereitung war Verhaelen weitestgehend zufrieden: „Ich habe mich nur autotechnisch vorbereitet. Man hätte sich vielleicht noch mehr geografisch vorbereiten können.“ Die Vorbereitung, Durchführung und technische Stabilität des Volvos bescherte dem Vater-Sohn-Gespann den 43. Platz.

„Seit fünf Jahren habe ich das im Kopf“, erzählt Verhaelen von seiner Begeisterung für die Rallye, „und alle haben gesagt, ‚wenn du das jetzt nicht machst, dann bist du blöd.‘“ Die Erleichterung über seine Entscheidung, an der Rallye teilzunehmen, ist dem 58-Jährigen anzumerken. Ob er noch einmal teilnehmen möchte? Die Meinung zu dieser Frage habe sich bei ihm im Laufe der Fahrt wöchentlich geändert, erzählt Verhaelen lachend. „Jetzt, wo man wieder ein bisschen zu sich gekommen ist, wäre das schon schön, wenn ich das mit meinem Sohn in zehn Jahren vielleicht mit einem schwierigeren Auto mal machen könnte.“