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Sorgfältiger Umgang mit wertvollem Blut

Kreis Kleve – Blutkonserven sind ein wertvolles Gut – und in Ferienzeiten besonders knapp. Um den sorgfältigen Umgang mit der Ressource Blut weiter zu verbessern, beteiligt sich das Katholische Karl-Leisner-Klinikum, zu dessen Verbund auch das Marienhospital in Kevelaer gehört, an dem Projekt „Patient Blood Management“. Ziel des vom Universitätsklinikum Frankfurt initiierten Projektes ist vor allem die Reduktion von Blutverlusten und eine strenge Indikationsstellung zur Bluttransfusion im klinischen Bereich.
„Blut kann man nicht in der Fabrik herstellen“, erklärt Professor Volker Runde, ärztlicher Direktor des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums. „Und die Zahl der Blutspenden geht zurück. Die Krankenhäuser müssen aktiv werden.“
Der Chefarzt im Wilhelm-Anton-Hospital ist selbst Hämatologe und Transfusionsmediziner und macht den sorgfältigen Umgang mit der Ressource Blut zur Chefsache. Mit einfachen und wirkungsvollen Maßnahmen: Das Klinikum arbeitet im Rahmen des Projektes mit weniger und kleineren Blutproben. Haben Patienten im Vorfeld einer geplanten Operation schlechte Blutwerte, können diese medikamentös behandelt, Transfusionen damit verhindert werden. Der sorgfältige Umgang mit der Ressource Blut erhöht gleichzeitig die Sicherheit der Patienten im Krankenhaus. „Denn Bluttransfusionen bergen Risiken“, so Runde. „Je weniger man braucht, desto besser.“
Die demographische Entwicklung verschärft die Situation: „In den nächsten Jahren zeichnen sich erhebliche Engpässe bei der Versorgung mit Blutkonserven ab“, weiß Runde. „Die Weltgesundheitsorganisation fordert bereits seit einigen Jahren die Einführung von Alternativen zur Bluttransfusion.“ Eine der möglichen Alternativen: „Patient Blood Management“.

Wiesenzauber-Kinder machen das Quassel-Diplom

Vom Strolch zum Forscher ist es in Kevelaer kein weiter Weg. Man muss nur alt genug sein, gut quasseln können und in den Kindergarten „Wiesenzauber“ gehen. Denn der nimmt gerade mit dem Projekt „Große Wiesenstrolche bewegen sich zum Quasseln“ für die mittlere Altersgruppe am städtischen Wettbewerb „Kevelaerer Gesundheitstage pro-fit“ teil. Wer fleißig mitmacht – und das waren bei der gestrigen Vergabe der „Diplome“ alle Kinder der Gruppe – wird im kommenden Jahr sicherlich ein großartiger Wiesenforscher sein.
Das Klatsch-Patsch – Quatsch! – das Patsch-Klatsch-Lied, bei dem spielerisch zum Gesang Koordination und die Begriffe „rechts“, „links“ und „Stop“ trainiert werden, meistern die Kinder mit links. Und auch der „schriftliche Teil“ des „Diploms“, bei dem sie den Namen der Handpuppe „Quasseline“ nachschreiben – beziehungsweise nachmalen – sollen, fällt ihnen meist nicht schwer. Und wenn, dann können sie ja die Erzieherinnen Christiane Krauhausen oder Rita Schaffers fragen. Oder „Quasseline“ selbst, die quasi der spielerisch verlängerte Arm von Rita Schaffers ist und mit der die Wiesenstrolche reden, als sei sie eine von ihnen.
Die einzelnen Projekttage wurden fotografisch dokumentiert und die Kinder präsentierten die Erlebnisse und Ergebnisse anhand der von den Erzieherinnen erstellten Collagen im verglasten Innenhof der Kita Wiesenzauber stolz den Eltern, berichtet Leiterin Simone Wäger. Zu ein paar Sprachübungen haben sie die zukünftigen Forscher übrigens auch eingeladen. „Dazu brauchst Du aber Gummibärchen im Mund“, klärten sie sie auf.
„Die Kinder sollen über die Bewegung die Sprache für sich und im Miteinander erleben und Freude beim alltäglichen Experimentieren mit der Sprache entwickeln“, lautet das Ziel des Projekts. Dass das funktioniert, davon überzeugten sich Ruth Trötschkes vom Jugendamt und Ina Optterpohl vom Jugendzentrum „Kompass“ beim gestrigen Besuch. Die Kita „Wiesenzauber“ stellt ihr Projekt beim „Familienpicknick“ am 3. September vor.


Die Kevelaerer Gesundheitstage „pro-fit“
Die Kevelaerer Gesundheitstage „pro-fit“ gehen in die zweite Runde. Der erste Teil des Programms hat bereits begonnen: Seit dem 15. Mai und noch bis zum 30. August können sich Einrichtungen der Jugendhilfe, Schulen und Vereine am „pro-fit“-Wettbewerb beteiligen. Dazu muss eine Aktion durchgeführt werden, die sich mit Ernährung, Bewegung und/oder Entspannung beschäftigt. Eine Jury wählt am Ende die beste Aktion aus. Ruth Trötschkes vom Kevelaerer Jugendamt organisiert die Aktion in Kooperation mit der Lebenshilfe Gelderland, dem SOS-Kinderdorf Niederrhein, der Familienbildungsstätte Geldern-Kevelaer, dem Kindergarten Spatzennest und dem Jugendzentrum Kompass.
Der zweite Teil des Programms ist das Familienpicknick am 3. September. Hier werden nicht nur alle Aktionen aus dem Wettbewerb vorgestellt und nach Altersgruppen prämiert. Von 13 bis 17 Uhr sind Kinder, Jugendliche, deren Familien (alle Generationen) und Fachkräfte eingeladen, gemeinsam im Bereich des Jugendzentrums und der Mensa am Schulzentrum zu picknicken, den Tag einfach zu genießen oder Bewegungsangebote auszuprobieren. Im Vordergrund stehen Aktivitäten, die bereits heute nachhaltig angeboten werden und für Jung und Alt sowie Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen zugänglich sind. Damit auch Eltern in den Genuss kommen, Qigong, Stockkampf und mehr auszuprobieren, gibt es vor Ort eine Kinderbetreuung. Fachkräfte sollen mit den unterschiedlichen Anbietern in Kontakt kommen, um neue Aktivitäten in ihr Repertoire aufzunehmen. Auch hier dürfen sich gerne noch weitere Vereine und Organisationen mit eigenen Angeboten oder einfach nur Infoständen beteiligen.

Was bringt Kevelaer ein Gradierwerk?

Menschen mit Asthma oder Atemproblemen dürfen sich freuen, da vermutlich schon bald ein Gradierwerk im Kevelaerer Hülspark entstehen soll.
Ein Gradierwerk ist eine Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln verfüllt ist. Wie bereits berichtet, plant die Stadt Kevelaer, auf der Wiese neben dem Schulzentrum ein solches Gradierwerk zu errichten, welches eine Art Verdunstungsanlage für das stark mineralhaltige Thermalquellwasser wäre. Die Salzkruste, die bei der Verdunstung im Holz des Bauwerks abgefangen wird, wirkt sich über die Luft positiv auf die Atemwege und die Bronchien aus.

Daniel Thoneick,
9A, Kardinal-von-Galen-Gymnasium

Caritasverband wirbt für Inklusionsbüros

Das Thema Inklusion bewegt nach wie vor die Gemüter vieler Eltern, Pädagogen und auch Politiker. Eine Umfrage des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer e.V. und der Hochschule Rhein-Waal unter 500 Eltern von Schul- und Kindergartenkindern im südlichen Kreis Kleve zeigt nun, dass es einen großen Bedarf an professioneller und einrichtungsunabhängiger Beratung gibt. Erste Ideen dazu gibt es auch bereits.
Es sind immer wieder Fälle wie dieser, die buchstäblich sprachlos machen: Einer Drittklässlerin aus unserer Region mit diagnostiziertem Sprachförderbedarf war vor der Einschulung zugesichert worden, dass sie auch der Regelschule die nötige Sprachförderung bekommen könne. Bis heute hat sie jedoch keine einzige Stunde Logopädie bekommen, weil die Schule nicht die erforderlichen Rahmenbedingungen stellen kann.
„Die Kinder baden es am Ende aus“, beklagt Ernst Heien, der gemeinsam mit Adele Hoff und Ina Martens für die Caritas am Projekt „Inklusionsförderung“ mitarbeitet. Das Problem: In den befragten Einrichtungen hat jedes zehnte Kind einen anerkannten Förderbedarf beziehungsweise eine anerkannte Behindert. Nach Einschätzung der Pädagogen liegt die „Dunkelziffer“ jedoch viel höher. Demnach bräuchten eigentlich doppelt so viele Kinder spezielle Förderung. Aber nur bei der Hälfte von ihnen gibt es überhaupt eine entsprechende Diagnose. Hinzu kommt: „Jeder muss sich alleine durch den Dschungel der Inklusion kämpfen und seine eigenen Erfahrungen mit Ämtern, Ärzten und Anträgen machen“, ergänzt Adele Hoff.
Insofern sind die Ergebnisse der Befragung, an der auch Therapeuten und Kinderärzte mitgewirkt haben, durchaus nachvollziehbar. Helmut Prior, Professor für Kindheitspädagogik und Prävention an der Hochschule Rhein-Waal, erklärt: „Die Ergebnisse ergeben ein klares Bild davon, was Eltern benötigen. Neben dem Wunsch nach Therapiemöglichkeiten gibt es vor allem eine hohe Nachfrage nach kompetenter Beratung und nach webbasierten Informationsangeboten.“ Auch Jan van de Stay, Ergotherapeut aus Straelen, kann aus seiner beruflichen Praxis dieses Informationsbedürfnis der Eltern nachvollziehen. „Die Eltern bekommen Infos vom Logopäden, vom Physiotherapeuten, von der Schule und vielen mehr, aber es braucht eine Stelle, an der alles zusammenläuft und koordiniert wird. Genau danach fragen viele Eltern.“
Genau hier setzt eine neue Idee an: „Unser Wunsch wäre, Inklusionsbüros in Geldern, Kevelaer und Straelen einzurichten für alle Fragen rund um das Thema Inklusion“, sagt Adele Hoff. Dort hätten Eltern und auch selbst Betroffene erstmals die Möglichkeit, sich umfassend und einrichtungsunabhängig beraten zu lassen. Gleichzeitig könnten sich Eltern über diese Inklusionsbüros vernetzen und von den Erfahrungen anderer profitieren.
In den vergangenen drei Jahren wurde im Projekt „Inklusionsförderung“ bereits viel auf den Weg gebracht, doch mit Hilfe solcher Inklusionsbüros sei es erstmals möglich, sich nicht nur mit anderen Institutionen oder einzelnen Engagierten zu vernetzen, sondern ganz direkt und in großer Zahl die betroffenen Eltern selbst zu erreichen, damit sich in Zukunft nicht mehr jeder allein durch den Inklusions-Dschungel kämpfen muss und alle Kinder möglichst schnell die Förderung bekommen, die sie brauchen.

KBV besichtigt Herzkatheterlabor

Im Rahmen ihrer Besichtigungen der Kevelaerer Unternehmen besuchte die Kevelaerer Bürgervereinigung das Marienhospital und insbesondere das Herzkatheterlabor. Der Technische Leiter des Kevelaerer Marienhospital Heinz Melzer begrüßte eine große Anzahl von Interessenten. Er erläuterte die Baumaßnahme und die technische Austattung der Klinik für Kardiologie, die mit einer Investitionssumme von zwie Millionen Euro eine optimale Ergänzung des Leistungsspektrums im Marienhospital darstellt.
Chefarzt Dr. Norbert Bayer begrüßte die Besuchergruppe und informierte über die medizinischen Möglichkeiten des Herzkatheterlabors, insbesondere über die neue Röntgentechnologie, die die Strahlenbelastung deutlich verringert und die Herzkatheteruntersuchungen, die in Kevelaer in der Regel über das Handgelenk durchgeführt werden.
KBV-Vorsitzender Helmut Komorowski bedankte sich zum Abschluss bei Dr. Norbert Bayer und Heinz Melzer für den sehr informativen Rundgang und die umfangreichen Erläuterungen.

Marienhospital: Gute Chancen für Patienten

Kevelaer. Dr. Norbert Bayer ist begeistert: „Das ist das schönste Herzkatheter-Labor, das ich je gesehen habe“, sagt Bayer, der seit Anfang des Jahres Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Katholischen Karl-Leisner-Klinikum ist. Auch der Laie erkennt schnell, warum der Experte den hellen Raum mit den medizinischen Geräten so toll findet: Es ist einfach viel Platz darin. Gerade beim Eintreffen von Notfallpatienten sei das ein unschätzbarer Vorteil, sagt Bayer, der auch die Kardiologie am Klever Standort leitet.

Die Räume der Klinik für Kardiologie im ersten Untergeschoss des Marienhospitals – 340 Quadratmeter Nutzfläche und knapp 2.500 Kubikmeter umbauter Raum – sind mit einer Deckenhöhe von deutlich mehr als drei Metern luftig und freundlich gestaltet. Die neue Kardiologie am Kevelaerer Marienhospital bietet also ideale Arbeitsbedingungen für die drei Oberärzte und fünf Assistenzärzte, die das neue Team in der Marienstadt bilden.

Hinzu kommt natürlich hochmoderne Technik, etwa ein medizinisch kurz „LHKM“ abgekürzter „Linksherzkatheter-Messplatz“. Allein dieser „C-Bogen“, wie ihn Dr. Bayer nennt, hat rund die Hälfte der Investitionskosten von 2 Millionen Euro verschlungen, die das Klinikum in Gebäude und Geräte insgesamt investierte.

Damit könne man in Kevelaer „extrem schonend für den Patienten“ arbeiten, erläutert der Chefarzt. Durch neueste Röntgen-Technologie werde die Strahlenbelastung um mehr als die Hälfte reduziert. „Herzkatheter-Untersuchungen führen wir routinemäßig über das Handgelenk durch“, informiert Dr. Bayer. „Dieses Vorgehen hat sich als besonders schonend, komfortabel und sicher erwiesen. Patienten brauchen keine Bettruhe einzuhalten und können sich unmittelbar nach der Untersuchung wieder frei bewegen.“

„Mit ortsnaher Versorgung auf höchstem Niveau erhöhen wir ab sofort vor allem die Überlebenschancen von Herzinfarktpatienten im Südkreis Kleve“, so Bernd Ebbers, Geschäftsführer der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft. Das Marienhospital in Kevelaer bot sich zur Etablierung einer kardiologischen Abteilung an, ergänzende Leistungsangebote und medizinische Infrastrukturen sind hier nämlich bereits vorhanden: eine Abteilung für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Angiologie, eine Gefäßchirurgie und eine Neurologie mit den entsprechenden Fachärzten.

In Kevelaer sei nicht nur der Weg des Notfallpatienten „vom Rettungswagen bis auf den Tisch in der Kardiologie sehr kurz“, beschreibt es Dr. Norbert Bayer. Auch die Intensivstation liege gleich nebenan und nicht zuletzt zähle die enge Zusammenarbeit mit dem Kevelaerer Internisten Dr. Rüdiger Kerner hier zu den Vorteilen: „Im Zweifelsfall gucken da gleich zwei Experten drauf.“

Die neu gebaute Abteilung des Marienhospitals ging übrigens am Mittwoch mit ein paar Tagen Verspätung in Betrieb. Eigentlich war die Eröffnung für Januar geplant, doch der Bau des Fundaments erwies sich ob des schwierigen Bodens als problematisch. Doch diese Herausforderung habe man gemeistert, freut sich Geschäftsführer Bernd Ebbers.

„Wir ermöglichen im Marienhospital nun die Behandlung von Gefäßkrankheiten aus einem Guss“, so Dr. Bayer. „Im Notfall können wir Herzinfarkte vor Ort behandeln. Das erhöht die Überlebenschancen der Patienten immens.“ Durch die gute Vernetzung des Klinikums mit dem Rettungsdienst des Kreises Kleve im „Herzinfarkt-Netzwerk“ sei die Hilfe bei Herzinfarkten besonders schnell und effektiv: Vom Eintreffen des Notarztes beim Patienten bis zur Wiedereröffnung der verschlossenen Herzkranzarterie vergehe in der Regel keine Stunde, die Überlebenschance bei akutem Herzinfarkt sei deshalb im Kreis Kleve schon jetzt deutlich besser als im Landesdurchschnitt. „Dazu kommt, dass wir die Rettungskräfte einmal im Jahr schulen“, unterstreicht der Chefarzt die Zusammenarbeit, die er auch mit den niedergelassenen Ärzten vor Ort pflegt. Rund ein Drittel der Patienten dort klage über Herzprobleme, schätzt Dr. Bayer, der in den vergangenen Wochen an die 50 Praxen besuchte, um das große Leistungsspektrum seiner Abteilung und des Marienhospitals vorzustellen. „Die Kollegen freuen sich auf die Zusammenarbeit“, sagt er und sieht den Bedarf für die Untersuchungen in seinem Hause „weiter ansteigend“.

Rund 1100 Patienten sollen im laufenden Jahr in der neuen Kardiologie in Kevelaer behandelt werden, so die Prognose des Chefarztes und des Geschäftsführers Bernd Ebbers. „Ich glaube, dass wir da eher tiefgestapelt haben“, sagt Ebbers.

Der Stein-Roboter besteht den Praxistext

Die Investitionen zahlen sich aus: Seit der Fertigstellung der urologischen Ambulanz und der urologischen Operationssäle im Klever St.-Antonius-Hospital Ende 2015 – Kosten etwa vier Millionen Euro – arbeitet die Klinik für Urologie am Puls der Zeit: Räumlichkeiten und technische Ausstattung genügen heute höchsten medizinischen Standards. Und die Qualität kommt bei den Patienten an: „Wir sind mit der urologische Klinik des St.-Antonius-Hospitals am unteren Niederrhein führend“, so Chefarzt Dr. Klaus-Dieter Fluch.“ Etwa 2.500 stationäre und 3.500 ambulante Patienten wurden im Jahr 2016 behandelt, Tendenz steigend. 10 Ärzte, davon 6 Fachärzte, und 40 Mitarbeiter aus Pflege und Verwaltung sichern die bestmögliche Versorgung.
Neuer leitender Oberarzt: Priv. Doz. Dr. Steffen Wedel
Mit den gestiegenen Möglichkeiten passt das Katholische Karl-Leisner-Klinikum auch die personelle Besetzung der Klinik für Urologie an. Neuer leitender Oberarzt und Vertreter des Chefarztes ist seit Januar 2017 Priv. Doz. Dr. Steffen Wedel, ausgewiesener Experte im Bereich der konservativen und operativen Uro-Onkologie (Behandlung urologischer Krebsleiden). Wedel hat lange Jahre als Oberarzt an der Universitäts-Klinik Frankfurt gearbeitet. Zuletzt war er als Oberarzt an der urologischen Klinik im Marien-Hospital Herne, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum tätig.
Alleinstellungsmerkmal Stein-Roboter
Das Team der Klinik für Urologie bietet heute das gesamte Spektrum urologischer Diagnostik und Therapie an – einzige Ausnahme: Nierentransplantationen. Die Verbesserung der Räumlichkeiten und der technischen Ausstattung ist in der Patientenversorgung unmittelbar spürbar. Auf über 500 Quadratmetern befinden sich neben zwei endoskopischen Operationssälen vier neue Behandlungsräume. Kernstück der urologischen Endoskopie ist ein „stationärer Steinlithotripter“, der mit einem Durchleuchtungstisch kombiniert ist. Das Gerät – im Volksmund auch „Stein-Roboter“ genannt – dient zur Behandlung von Harnleiter- und Nierensteinen. „Wir können nun endoskopische und berührungsfreie Steinzertrümmerungen und operative Steinentfernungen in einer Sitzung durchführen“, freut sich Dr. Fluch. Den Praxistest hat der Klever Stein-Roboter mit Bravour bestanden: „Für uns und die Patienten hat sich die Behandlung um ein Vielfaches vereinfacht und verbessert.“ Das Gerät im St.-Antonius-Hospital ist nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal: Bisher sind in ganz Deutschland nur wenige der hochmodernen Geräte in Betrieb.
Ein weiteres urologisches Technik-Highlight ist der voll digitalisierte urodynamische Messplatz, der die Behandlungsmöglichkeiten männlicher und weiblicher Harninkontinenz erheblich verbessert. Ebenfalls bewährt hat sich eine hochmoderne Ultraschall-Einheit, die
Aufnahmen in bisher nicht gekannter Qualität und Auflösung liefert – auch für die Patienten der Sprechstunde und der Ambulanz. „Sogar dreidimensionale Darstellungen sind möglich“, ist Dr. Fluch begeistert. „Wir haben Diagnostik und Therapie im Kreis Kleve auf ein neues Niveau gehoben.“

Sicherung der nuklearmedizinischen Versorgung

Das Katholische Karl-Leisner-Klinikum investiert am Gocher Wilhelm-Anton-Hospital knapp 1,2 Millionen Euro in den Neubau des Instituts für Nuklearmedizin. „Wir sichern damit langfristig die nuklearmedizinische Versorgung des Kreises Kleve“, betont Bernd Ebbers, Geschäftsführer des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums. Die Arbeiten beginnen am Montag, 9. Januar 2017, und werden im Juli abgeschlossen sein.
„In Goch führen wir alle nuklearmedizinischen Untersuchungen des Skeletts sowie von Schilddrüse, Herz, Lunge, Niere, Gehirn und Lymphsystem durch“, informiert Chefärztin Dr. Catherina Stauch. Das Institut für Nuklearmedizin versorgt Patienten sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich. Die nächsten nuklearmedizinischen Abteilungen mit diesem Leistungsspektrum arbeiten in Wesel, Moers und Krefeld.
Das Institut für Nuklearmedizin ist essenzieller Bestandteil des onkologischen Zentrums am Wilhelm-Anton-Hospital. Zum Zentrum gehören die Klinik für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, Gastroenterologie sowie Pneumologie, die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und spezielle Viszeralchirurgie, die Klinik für Thoraxchirurgie, das Institut für Radiologie, die Praxis für Strahlentherapie und die Praxis für Onkologie. Die enge Zusammenarbeit der Fachrichtungen macht den Unterschied: „Wir arbeiten mit einem interdisziplinären Konzept“, fasst Dr. Catherina Stauch zusammen. „Vor allem die onkologischen Patienten profitieren sehr von den kurzen Wegen.“
Der Neubau des Institutes für Nuklearmedizin erfolgt als knapp 160 Quadratmeter großer Anbau an das Wilhelm-Anton-Hospital. Vor allem an den Strahlenschutz und die Lufthygiene werden dabei sehr hohe Anforderungen gestellt. Was nicht bedeutet, dass die Optik zu kurz kommt: Der eingeschossige Gebäudeteil im Park des Wilhelm-Anton-Hospitals wird durch einen lichtdurchfluteten Gang mit dem Erdgeschoss des Krankenhauses verbunden. Der Grund für den Neubau: Die Nutzung der aktuellen Räumlichkeiten des Institutes für Nuklearmedizin im Untergeschoss des Hildegardishauses ist aus technischen Gründen mittelfristig nicht weiter möglich, der Neubau hatte sich im Vergleich mit einem Umbau an gleicher Stelle als die wirtschaftlich sinnvollere Maßnahme herausgestellt.

Letzte Blutspendetermine des Jahres

Zweimal kann in diesem Jahr in Kevelaer und den Ortschaften noch Blut gespendet werden:

  • Dienstag, 27. Dezember, 15.30 bis 19.30 Uhr in Wetten im Knoase-Saal
  • Mittwoch, 28. Dezember, 16.30 bis 20.30 Uhr in Winnekendonk in der Begegnungsstätte

In Winnekendonk erwartet die Spender zudem eine Überraschung, versprechen die Organisatoren.

Versorgung und Betreuung von Frühchen

Gemeinsam mit der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ist die Klinik für Neonatologie des St.-Antonius-Hospitals in Kleve ein anerkannter neonataler Schwerpunkt. Das signalisiert Eltern bei Frühgeburten die bestmögliche Versorgung: Eine qualifizierte intensivmedizinische Betreuung ist rund um die Uhr gewährleistet. Risikogeburten werden optimal vorbereitet, bei drohender Frühgeburt oder anderen Risiken bietet das Ärzte-Team frühzeitig Gespräche an. Und: Die Betreuung endet nicht an der Krankenhaustüre. Mit sozialmedizinischer Nachsorge und sozialpädiatrischem Zentrum begleitet die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft Frühgeborene auf dem weiteren Weg ins Leben.
Zum Weltfrühgeborenentag am 17. November 2016 beantwortet Dr. Jochen Rübo, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin sowie der Klinik für Neonatologie am St.-Antonius-Hospital, die wichtigsten Fragen zum Thema Frühgeburt.
In Deutschland werden jährlich rund 60.000 Frühchen geboren. Wie hoch ist der Anteil der Frühgeburten im St.-Antonius-Hospital?
Dr. Jochen Rübo: Der Anteil der Frühgeborenen liegt ähnlich wie im Bundesdurchschnitt bei 8 bis 10 Prozent der Neugeborenen.
Wann spricht man von einer Frühgeburt? Was sind die häufigsten Gründe?
Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Baby vor der 38. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt. Gründe können mütterliche Ursachen sein, wie etwa Infektionen oder EPH-Gestose (die sog. Schwangerschaftsvergiftung). Es gibt auch kindliche Ursachen, wenn das Kind zum Beispiel nicht mehr ausreichend wächst. Eine enge Zusammenarbeit mit der Geburtshilfe ist in solchen Fällen zur Planung der Entbindung unerlässlich. Oft kann eine drohende Frühgeburt noch verhindert oder zumindest herausgezögert werden.
Welche Besonderheiten in der Versorgung sind zu beachten?
Je nachdem, wie früh ein Baby auf die Welt kommt, sind wichtige Organfunktionen noch nicht ausgereift. Dazu gehören vor allem die Funktionen der Lunge, der Nieren und des Darmes. Die Atmung muss dann häufig unterstützt werden, der Nahrungsaufbau mit besonderen Nährlösungen über Venenkatheter gewährleistet werden. Eine große Gefahr für Frühgeborene ist die Auskühlung. Unser Vorteil: Von den Kreißsälen zur Neugeborenenintensivstation sind es zehn Meter, es ist kein Transport erforderlich. Wir können die Kinder sehr schnell in den wärmeunterstützenden Inkubator legen. Danach ist eine möglichst ruhige und schonende Versorgung wichtig. Besonderes Augenmerk legen wir auf eine frühzeitige Einbindung der Eltern in die Betreuung. Vor allem das sogenannte „Känguruhen“, bei dem auch sehr kleine Frühgeborene ihren Eltern auf die nackte Brust gelegt werden, ist für die Bindung zwischen Eltern und Baby sehr wichtig.
Würden Sie zur Entbindung in einer Klinik mit Neonatologie raten?
Die Entbindung von Frühgeborenen sollte ausschließlich in Abteilungen mit angeschlossener Neonatologie erfolgen, damit eine optimale Betreuung gewährleistet ist. Daher werden Schwangere mit drohender Frühgeburt grundsätzlich in einen entsprechenden neonatologischen Schwerpunkt verlegt.
Gibt es Besonderheiten in der weiteren Entwicklung von Frühchen? Worauf sollten Eltern achten?
Je nachdem, wie früh die Kinder geboren sind, liegen sie mehrere Wochen, manchmal auch Monate auf der Frühgeborenenstation. Wenn es dann nach Hause geht, sind viele Eltern noch unsicher. Wir lassen die Familien mit Ihren Sorgen aber nicht allein: Unser Pflegezentrum bietet mit der sozialmedizinischen Nachsorgeeinheit einen Service an, der auch Familien mit chronisch kranken Neugeborenen oder frühgeborenen Kindern zugutekommt. Wir erleichtern den Übergang von stationärer Versorgung in den häuslichen Bereich und verhindern, dass die Eltern in ein Versorgungsloch fallen. Im weiteren Verlauf begleiten wir die Entwicklung im sozialpädiatrischen Zentrum am St.-Antonius-Hospital. Sollten Probleme auftauchen, können wir frühzeitig therapeutische Hilfe anbieten.