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Starke Hilfe, trauriges Ende

Ein verunglücktes Pferd sorgte am Donnerstagmorgen, 14. November 2019, an der Endtschestraße in Kervenheim für massive Aufregung – und einen Großeinsatz der Kevelaerer Feuerwehr. Am Morgen waren die freiwilligen Helfer aus Kervenheim und Winnekendonk um 6.07 Uhr alarmiert worden. Die Pferdebesitzerin Miriam Lumme habe sie darüber informiert, dass ihre Stute „Pia“ auf dem Feld eingeklemmt liegen würde. Wir haben einen offenen Stall, da können die Tiere rein und raus, wie sie wollen“, schilderte sie dem KB, wie sie es entdeckt hatte. „Ich wollte normal füttern und sie kam halt nicht rein.“

Dann habe sie angefangen, das Pferd zu suchen – und fand sie. „Da lag sie dann in der allerletzten Ecke der Wiese, hatte sich da zwischen Zaun, Baum und Betonklotz eingeklemmt und konnte nicht mehr aufstehen.“ Die Kevelaerer Feuerwehr rückte unmittelbar nach dem Alarm zu der Unglücksstelle in Kervenheim mit zwei Fahrzeugen und gut 20 Leuten aus. Später kam noch der Tierarzt dazu. „Das war relativ unwegsames Gelände, da ein Hügel und da ein paar Sträucher abseits des normalen Weges“, beschrieb der stellvertretende Leiter der Feuerwehr, Klaus Geerissen, die Szenerie.

Professionelles Vorgehen 

Zwischen dem Überbleibsel eines Zauns und einem Betonpfeiler war das Tier hängengeblieben. Wie lange es da lag, kann man nur vermuten – wahrscheinlich aber die ganze Nacht. Denn es war schon sehr entkräftet, als wir kamen.” Mit Hilfe des neuen Geschirrs, das im Nachgang einer vor kurzem noch nahe des Bauernhofs Binnenheide in Winnekendonk durchgeführten Rettungs-Fortbildung angeschafft worden war, gelang es den Helfern, in gut 50 Minuten das Pferd aus der misslichen Lage zu befreien.

Die waren waren verdammt zügig da und bestens vorbereitet. Das lief wirklich super“, dankte Miriam Lumme allen Helfern für den professionellen und guten Einsatz. Ein Teleskoplader eines benachbarten Landwirtes half den Einsatzkräften bei der Rettungsaktion. Der Arzt hatte das Tier mit einer Beruhigungsspritze ruhig gestellt, damit die Hilfskräfte angemessen agieren konnten.

Am Ende aber blieben die Maßnahmen ohne Erfolg – das 24 Jahre alte Tier musste leider eingeschläfert werden. „Sie hat wohl schon zu lange gelegen, das Eigengewicht drückt dann halt auch die Organe ab“, meinte Miriam Lumme. Der Tierarzt habe alles getan, was ging. „Und wir haben mit vier Mann versucht, sie aufzurichten. Sie war nicht mehr in der Lage, aufzukommen“, war sie natürlich traurig über das Ende der Hilfsaktion. „Aber das war ein aussichtsloser Kampf – und wohl höheres Schicksal.“

Was tun, wenn die Sirenen heulen?

Nach dem ersten Termin beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz im Februar trafen sich die Experten aus Datteln und Kevelaer kürzlich in Büren, um gemeinsam mit dem Team der Bürener Stadtverwaltung vor Ort das Krisenmanagement für einen möglichen Katastrophenfall unter die Lupe zu nehmen.

Der zuständige Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung, Ludger Holla, und Stadtbrandinspektor Georg Metzelaers als Leiter der Feuerwehr Kevelaer erarbeiten mit den Vertretern der drei Kommunen wichtige Voraussetzungen für ein effizientes Krisenmanagement. „Dabei sind zunächst die Grundlagen für den professionellen Einsatz der Verwaltung abzuklären“, sagt Fachbereichsleiter Ludger Holla. „Die Gefahrenabwehr ist eine kommunale Aufgabe. Daher muss ein Krisenplan aufgestellt werden, der den aktuellen Anforderungen entspricht und in dem alle zur Verfügung stehenden Einheiten, Ansprechpartner und Arbeitsmittel genannt werden. Neben der Organisation eines Krisenstabes sind daher auch dessen Aufgaben, die beteiligten Mitglieder und eine personenbezogene Einsatzplanung jeweils auf den aktuellen Stand zu bringen.“

Warntag war im September

In diesem Kontext beteiligte sich die Stadt Kevelaer auch am landesweiten digitalen Warntag: Am Donnerstag, 6. September 2019, ertönte um 10 Uhr in den Kommunen im Kreis ein Probealarm. Der dauerte insgesamt drei Minuten: eine Minute Dauerton (Entwarnung), ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton (Warnung), und dann noch einmal der einminütige Dauerton (Entwarnung).

„Sirenen sind ein Alarm für die Ohren, der Leben retten kann: Sie sind laut und funktionieren zu jeder Tages- und Nachtzeit“, berichtet Georg Metzelaers als Leiter der Kevelaerer Feuerwehr. Er hat gemeinsam mit den Feuerwehrkollegen aus Büren die Verwaltungs-Teams aus Büren, Datteln und Kevelaer für den Einsatz im Krisenstab unterstützt. Da die ganzheitliche und übergreifende Alarmierung geprobt werden sollte, erfolgten erstmals sowohl in Kevelaer als auch in allen vier Ortschaften zusätzlich zu den Sirenen Lautsprecherdurchsagen durch spezielle Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und des Ordnungsamtes.

Warn-Apps als Unterstützung

Ob Großbrände, Unwetter, giftige Rauchwolken oder sonstige Gefahrenlagen: Je schneller und effektiver die Menschen gewarnt werden, desto eher können sie sich und ihre Familien in Sicherheit bringen. Der Kreis Kleve nutzte auch die Warn-Apps „KATWARN“ und „NINA“ am 6. September 2019, um die Bevölkerung zu informieren und Verhaltenshinweise auf den Weg zu geben. Die Apps können in allen Stores kostenlos heruntergeladen werden.

Neben der behördlich organisierten Hilfe kommt aber auch der Selbsthilfe der Bevölkerung eine entscheidende Rolle zu: Jeder Bürger sollte im Notfall in der Lage sein, die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte mit den Maßnahmen der ersten Hilfe zu überbrücken, außerdem sollten allgemeine Verhaltensregeln im Notfall bekannt sein. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet zu diesem Thema eine Broschüre mit dem Titel „Für den Notfall vorgesorgt“ an. Die Broschüre kann direkt im Internet heruntergeladen werden unter www.bbk.bund.de.

Für den Ernstfall gerüstet

Als das Pferd auf dem Feld stand, gab Lutz Hauch schon erste Anweisungen. „Den Halfter müsst ihr vorne so anlegen“, zeigte er den um ihn herum versammelten Rettern, wie das fachmännisch am besten zu bewerkstelligen ist.
Danach überprüfte er, wie die Teilnehmer den Schweif des „Tieres“ zusammenflochten: „Das ist aber nur für die Ästhetik und die Erheiterung“, meinte der erfahrene Aldenhovener Seminarleiter lächelnd.
Zwei Einsatzfahrzeuge, ein Feuerwehr-Kran und zahlreiche Hilfsutensilien bildeten den Rahmen des Übungstages an der Binnenheide, zu dem die Kevelaerer Feuerwehr insgesamt 21 Mitglieder aus den bestehenden fünf Löschzügen hatte gewinnen können.
Aufmerksam verfolgten die beiden stellvertretenden Wehrleiter Klaus Geerissen und Heinz Tepest die Lernfortschritte ihrer Kollegen. „Wir hatten vor Jahren mal mehrere Einsätze dieser Art – einmal ein Pferd in Schravelen und einmal ein Rind in Wetten. Dabei haben wir festgestellt, dass wir da viel zu wenig drauf vorbereitet sind“, führte Geerissen aus,
Tepest hatte noch das Video bereit, das den schwierigen Versuch zeigte, das Pferd aus tiefem Morast herauszuholen. „Das hat seine Zeit gebraucht – und es waren wenige dabei, die den Umgang mit dem Tier gewohnt waren“, beschrieb Geerissen die Situation. Da man im ländlichen Raum immer mit so einer Situation rechnen müsse, habe man sich dazu entschieden, nach einem Experten Ausschau zu halten, so Geerissen.
Dabei sei man auf Lutz Hauch und seine Firma „com cavalo“ gestoßen, staunte er über die Ausrüstungsgegenstände wie die Gurte, die man unter das Pferd ziehen konnte oder die Schleifplatten, die als rutschfester Untergrund für das zu rettende Tier nutzbar sind. „Das haben wir so gar nicht“, zeigte er sich jedoch zuversichtlich, diese Anschaffungen aus dem eigenen Etat noch zu machen.
„Großretter“
Hauch ist der bundesweit einzige zertifizierte „Großretter mit Feuerwehrerfahrung“. „In Großbritannien existiert so ein Konzept zur Rettung schon seit 20 Jahren“, erläuterte er. Es sei wichtig, sich dem Thema so praktisch zu nähern. „Denn Pferde in Notsituationen zeigen andere Verhaltensweisen als unter normalen Umständen.“
Am frühen Morgen hatte das Training mit einem zweistündigen Seminar in den Räumen des Löschzuges Winnekendonk begonnen. Hauch vermittelte in diesen zwei Stunden, wie sich die Tiere in Stressituationen verhalten und was sie wahrnehmen. Daraus ableitend erläuterte der Experte, wie man sich am besten im Einsatz verhält und zeigte dazu Einsatzvideos. Dort konnte man sehen, wie ungeschulte Rettungskräfte versuchten, einem hilflos im Graben liegenden, mit den Beinen rudernden Pferd nahezukommen.
Im Anschluss an das Kompaktseminar fuhr die 21-köpfige Gruppe dann auf die Wiese nahe dem „Binnenheide“-Café, wo bereits das 200 Kilo schwere Pferdedummy „Sam“ auf die Teilnehmer wartete. Dort zeigte Hauch den Teilnehmern dann ganz praktisch, wie man ein Notfallhalfter am Kopf anlegt und wie man am intelligentesten die Spezialgurte einfädelt, um sie unter das Tier zu bewegen. „Das Seil kommt unter die Flanken des Pferdes“, machte er die Helfer auf die Details aufmerksam. „Ihr müsst da die Seile nicht kreuzen, sonst schleift ihr das Tier über den Boden. Und ihr könnt auch den langen Haken als Verlängerung der Arme benutzen.“
Zum Abschluss wurden einige realistische Übungsszenarien durchgespielt – so zum Beispiel, wie man mit Hilfe von Platten das Dummypferd aus einem morastigen Bachlauf retten kann. Vom „Arzt“ über den „Gruppenleiter“ bis zu den „Rettern selbst“ wurde die jeweils elfköpfige Gruppe zusammengesetzt. Mit großer Sorgfalt und Ruhe gingen die Männer dabei vor. „Wenn ich einen Tierarzt hätte, der so palavert, hätte ich den in die Tasche gesteckt“, lautete Hauchs einzige Kritik danach. Denn auch Ruhe sei an der Unfallstelle wichtig.
Ungewohnt
Die Feuerwehrleute begrüßten die Übung. „Es fühlt sich gut an, aber es ist ungewohnt“, gab der Wettener Clemens Hamans zu. „Es ist wichtig, sich vorher eine gute Taktik zu überlegen, ruhig zu bleiben und klare Kommandos zu geben“, bestätigte auch der Winnekendonker Michael Muley, dass ihm der Tag etwas gebracht hat.

KBV macht Radtour: Informativer Rundgang durch Twisteden

Im Rahmen ihrer Besuche der Kevelaerer Ortschaften besuchte die Kevelaerer Bürgervereinigung kürzlich die Ortschaft Twisteden. Dort wurden die KBVler vom Twistedener Ortsvorsteher Josef Kobsch und der Ortsvorsteherin von Kleinkevelaer, Johanna Ambrosius, begrüßt.

Erste Station war das Bürgerhaus. Im Jahr 1989 wurde die ehemalige Gaststätte Cox zum Bürgerhaus, in dem heute auch der Jugendraum und der Probenraum des Musikvereins untergebracht ist. Das Bürgerhaus wird vom 1979 gegründeten Bürgerhausverein instand gehalten. Wunsch der Twistedener ist eine Modernisierung und Attraktivierung des Bürgerhauses.

Zweite Station war der Dorfplatz. Dieser soll mittelfristig überplant werden. Eine neue Gestaltung soll gewährleisten, dass der Dorfplatz zukünftig flexibler für Veranstaltungen innerhalb der Dorfgemeinschaft genutzt werden kann.

38 aktive Feuerwehrleute

Letzte Station war die Twistedener Feuerwehr. Der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Kevelaer, Georg Metzelaers, und der Löschzugführer des Löschzugs Twisteden, Matthias Kaenders, empfingen die KBVler am Feuerwehr-Gerätehaus. Sie berichteten über den aktuellen Stand des Löschzuges, der derzeit aus 38 aktiven Feuerwehrleuten besteht. Die KBVler konnten sich bei einem Rundgang von der Einsatzfähigkeit des Twistedener Löschzuges überzeugen. Es wurden aber auch einige Problembereiche angesprochen, die in den kommenden Jahren durch die Politik zu lösen sein werden.

Der Besuch der Ortschaft schloss mit einem Gedankenaustausch im Café zum Schafstall. KBV-Vorsitzender Helmut Komorowski bedankte sich zum Abschluss bei Johanna Ambrosius und Josef Kobsch für den sehr informativen Rundgang.

Brand bei Landgard in Lüllingen

Am Samstag, 13. Juli 2019, kam es gegen 15.30 Uhr zu einem Feuerwehreinsatz im Gebäude D des Standorts Lüllingen von Landgard. Dabei wurde ein Schwelbrand, der in zwei Büroräumen im zweiten Obergeschoss des Gebäudes ausgebrochen war, rasch gelöscht. Dank des umsichtigen Verhaltens der Landgard Mitarbeiter und des Einsatzes der Feuerwehr Geldern entstanden lediglich Sachschäden, Mitarbeiter und Anwohner waren zu keiner Zeit in Gefahr. Die Aufräumarbeiten laufen, Untersuchungen zur Brandursache dauern derzeit noch an. Bereits am Wochenende hatte die Erzeugergenossenschaft Landgard außerdem umgehend entsprechende Maßnahmen ergriffen, so dass der Arbeitsbetrieb am Montagmorgen weitestgehend störungsfrei aufgenommen werden konnte.

„Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich nicht nur bei den Einsatzkräften der Feuerwehr Geldern bedanken, sondern vor allem auch bei unseren Mitarbeitern, die am Brandtag vor Ort waren. Ihrer raschen Reaktion und dem umsichtigen Verhalten angesichts des Brandfalls ist es zu verdanken, dass Schlimmeres verhindert werden konnte“, betont Johannes Kronenberg, Geschäftsführer der in Lüllingen ansässigen Landgard Blumen & Pflanzen GmbH.

Faszination Feuerwehr

Zum Einstieg in die Führung setzen sich Museumspädagogin Indra Peters und der Twistedener Feuerwehrmann Matthias Kaenders erstmal mit den sechs Teilnehmern – die Gocher Daniel und Josie Neumann mit ihren beiden Kindern und den Großeltern – auf den Boden des Ausstellungsraums.
„Was meinst du, warum das freiwillig heißt“, fragte Peters den vierjährigen Jonas. „Muss man da was sagen? Was brauchst du dafür, um was zu tun?“ „Nix“, antwortete der Junge. Damit traf er den Nerv des Twistedener Feuerwehrmannes Matthias Kaenders. Was zähle, sei eben „ der Dank der Menschen, denen man hilft.“
Spannend wurde die Führung durch die Tatsache, dass mit Daniel Neumann selbst ein ausgebildeter Feuerwehrmann gekommen war. „Ich find die Geschichte interessant und die Kinder sind sehr interessiert an allem, was damit zu tun hat“, meinte der Familienvater.
So entwickelte sich eine durchaus interessante „Exklusivführung“, bei der dann nochmal ganz eigene Aspekte des Themas zur Sprache kamen. „Es ist überschaubar, aber bei den vielen Ereignissen vor den Ferien“ sei es wohl kein Wunder, ordnete Museumsleiterin Veronika Hebben die geringe Teilnahme an dem Angebot realistisch ein.
So klärte Kaenders darüber auf, welche Voraussetzungen man für den Job erfüllen muss – von den medizinischen Untersuchungen wie Röntgen oder EKG bis zum Aufnahmegespräch mit dem Wehrleiter „auch über die politische Gesinnung“, ob man der Feuerwehr zugewandt ist und den „300 bis 400 Stunden Grundausbildung“ und den folgenden Lehrgängen.
Die beiden Kollegen diskutierten auch über solche Fragen wie die Freistellung vom Job. „Man sollte damit nicht direkt ,ins Haus‘ fallen, aber die meisten Arbeitgeber stellen einen frei, da es im Kreis Kleve nur Freiwillige Feuerwehren gibt“, stellte Kaenders klar.
Entlang der einzelnen Stationen wurde die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehren von der Erstgründung in Karlsruhe um 1850 nach einem Theaterbrand bis zur Entwicklung im Kreis und in Kevelaer ab 1881 nochmal nachvollzogen. „In Winnekendonk gab es eine Feuerwehr ab 1902. Wir in Twisteden sind 1904 nachgezogen.“
An der Winnekendonker Pumpe wurde nochmal erklärt, dass das Befüllen nur mit Hilfe einer Menschenkette möglich war, es zu Anfang noch Handsprüher gab und heute die meisten Opfer „nicht durch das Feuer, sondern durch den Rauch“ sterben, wie Kaenders erläuterte.
Nachwuchsprobleme bei der Freiwilligen Feuerwehr würden durch die Jugendfeuerwehren im Kreis aufgefangen. „Ich habe auch sehr viele Quereinsteiger da.“ Als die kleine Gruppe an der historischen Hakenleiter vorbeiging, erklärte Kaenders: „Die Feuerwehr in Paris arbeitet in den engen Straßen noch damit, setzt die an die Fenstersimse an.“ Die alten Handfunkgeräte riefen bei Daniel Neumann persönliche Erinnerungen hervor. „Mit denen habe ich noch gearbeitet“. Für allgemeine Faszination sorgten die Rauchhelme von 1925 mit eigener Sprinkleranlage in der Vitrine – und die spannende Erklärung, warum es Pickelhauben-Helme gab. „Wenn die Decke von oben herunterkam, diente er als Schutz, spaltete das Holz“, erläuterte Indra Peters. „Solche Helme gab es bei der Berliner Feuerwehr noch bis in die 90er Jahre“, ergänzte Kaenders.
Am Ende durfte sich die Familie für die Wand der Feuerwehrleute fotografieren lassen, Papa Neumann seinen „Walk of flame“-Aufkleber für den Museumsbogen unterschreiben. Und als Belohnung für ihre Geduld erhielten die beiden Kids noch kleine Leckereien und Spielpräsente.

Sie retten, löschen, bergen und schützen

Wenn Veronika Hebben über die Ausgangsidee für die neue Ausstellung „Von Menschen und stillen Helden“ spricht, schwingt bei ihr deutlich der Respekt für die Personengruppe mit, um die es geht.
„Nicht nur die Objekte, sondern den Menschen wollten wir in die Ausstellung mit reinbringen“, beschrieb die Leiterin des Niederrheinischen Museums für Volkskunde den Ansatz der Ausstellung, bei der es bis zum 8. September um die Freiwillige Feuerwehr am Niederrhein geht.
„Ohne anderen Ehrenamtlern auf die Füße zu treten: Das ist ein Ehrenamt, das man nicht mit anderen Ehrenämtern vergleichen kann“, meinte Hebben. „Wenn Menschen neben ihrem Beruf 24 Stunden, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr bereit sind, für Menschen einzustehen, wenn sie Hilfe brauchen“, dann sei das schon etwas Besonderes.
Dementsprechend waren die Brandbekämpfer natürlich im Vorfeld in den Vobereitungsprozess – mit der Beschaffung der diversen Exponate, Papiere und Utensilien – eingebunden und sorgten mit ihrer großen Unterstützung bei den Machern für Kopfzerbrechen.
„Wir können nicht alle Feuerwehren am Niederrhein darstellen. Wir wären davon erschlagen worden“, erläuterte Hebben, warum man sich dann dazu entschieden hat, schwerpunktmäßig Leihgaben der Feuerwehren aus dem Kreisgebiet in der Ausstellung zu zeigen.
Und die Feuerwehrleute können sich quasi „interaktiv“ an der Ausstellung beteiligen. An einer „Wand der stillen Helden“ können sich sich mit einer Polaroid-Kamera fotografieren, dazu ihren Namen und ihre Feuerwehrzugehörigkeit notieren und das Bild aufhängen.
Außerdem gibt es in der Durchgangspassage des Museums einen „Walk of flame“, wo Feuerwehrleute sich auf einem speziellen Aufkleber mit Feuerwehremblem verewigen können. Dazu kommt noch ein Haspel, an dem Kinder Feuerwehr spielen und somit die Arbeit der Helfer praktisch nachvollziehen können.
In der Ausstellung selbst fnden sich viele Exponate, die das Alltagsleben, die Arbeit und die Historie der Freiwilligen Feuerwehr widerspiegeln. In den Vitrinen befinden sich alte Feuerwehr-Dienstvorschriften und Pässe, Presseberichte, Rauchhelme aus den 20er Jahren oder alte Sauerstoffgeräte.
Vergleiche zu Werksfeuerwehren wie Solvay oder Thyssen werden an den Wänden ersichtlich gemacht. Historische Brandglocken belegen, wie früher die Alarmierung der Menschen stattgefunden hat.
Alte Wassereimer und noch durch Handarbeit zu betätigende Wasserpumpen zeigen, wie mühselig in früheren Zeiten das Geschäft mit der Löschung von Bränden war – ausgelegte Stahlrohre belegen den Wandel zur Moderne.
In der Museumspassage findet sich ein altehrwürdiger Feuerwehrwagen. Objekte wie der Spreizer, das Beil oder Hitzeschutzmäntel zeigen, wie die Arbeit der Retter konkret vonstatten geht. Dazu kommen noch Verweise auf den kulturellen Rahmen des Feuerwehrwesens mit den Spielmannszügen. „Das ist wichtig, weil es ein Stück der Brauchtumspflege ist“, so Hebben.

Wehrleiter Georg Metzelaers im Amt bestätigt

Der Kevelaerer Stadtbrandinspektor Georg Metzelaers wurde nach erfolgreicher Anhörung der Gesamtwehr durch den Rat der Stadt Kevelaer für eine weitere Amtszeit von sechs Jahren zum Wehrleiter der Feuerwehr Kevelaer bestellt. Bürgermeister Dr. Dominik Pichler überreichte im Rahmen einer Ratssitzung die Ernennungsurkunde und sprach sein vollstes Vertrauen aus.

Einsatzreicher Ostersamstag

Bereits am Vormittag des Ostersamstags wurde die Feuerwehr Kevelaer zu zwei sogenannten unklaren Rauchentwicklungen alarmiert. An einer Einsatzstelle brannte etwas Unrat in einem Grünstreifen, die andere Alarmfahrt konnte ohne Feststellung beendet werden. Kurz darauf kam es auf der Kevelaerer Hauptstraße zu einem gemeldeten Gas Alarm und auf der Bundesautobahn 57 zu einem Verkehrsunfall mit zwei verletzten Personen. Dort sicherte die Feuerwehr die Einsatzstelle ab und reinigte die Fahrbahn bevor diese wieder freigegeben werden konnte. Die beiden Verletzten wurden durch den Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser gebracht. In den Abendstunden folgten dann zwei weitere Alarmierungen, wobei es sich um angemeldete Osterfeuer handelte, die vorschriftsgemäß abgesichert waren und einen Alarm zu einem außer Kontrolle geratenen Osterfeuer nahe der Bundesstraße 9. Das Feuer griff, vom Ostwind begünstigt, auf Bäume und Gestrüpp über. Eigene Löschversuche blieben ohne Erfolg, sodass ein Notruf abgesetzt und die Feuerwehr hinzugezogen werden musste. Nur durch den massiven Löschangriff der Löschzüge Kevelaer Stadtmitte und Wetten konnte eine Ausbreitung auf das angrenzende Waldstück verhindert werden.

Osterfeuer außer Kontrolle. Foto: Freiwillige Feuerwehr Kevelaer

Gasgeruch auf der Hauptstraße

Ein Anwohner der Hauptstraße in Kevelaer nahm am Vormittag des Ostersamstags Gasgeruch auf der Hauptstraße wahr und verständigte daraufhin die Feuerwehr. Sofort wurde der Löschzug Stadtmitte um 11:23 Uhr durch die Leitstelle zur Hauptstraße alarmiert. Die ersteintreffenden Einsatzkräfte konnten keinen Gasgeruch wahrnehmen, leiteten jedoch sofort Evakuierungsmaßnahmen in dem betroffenen Bereich ein. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt und durch Techniker des Gasversorgers auf eventuell austretendes Gas abgesucht. Nach kurzer Zeit konnte Entwarnung gegeben und die Absperrungen zurückgenommen werden. Im Einsatz waren vier Fahrzeuge mit 20 Feuerwehrleuten Besatzung sowie der Rettungsdienst des Kreises Kleve.