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Caritas macht Ferienspaß

Kreativ-Workshops, Erste-Hilfe-Kurse, Kinotage, Blumenkränze binden, Picknicken, Pyjama-Parties oder einfach nur mal spielen und entspannen: Das Angebot der Ferienbetreuung der Offenen Ganztage (OGS) des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer ist vielfältig – und sorgt für viel Spaß bei den Kindern. „Langeweile ist hier Fehlanzeige“, lacht Elisabeth Kisters, Koordinatorin der OGS der St.-Franziskus-Schule in Twisteden, und blickt auf ihre Schützlinge. „Die Freude auf die OGS-Ferienbetreuung ist den Kindern deutlich anzumerken. Manche sind sogar traurig, weil sie nicht durchgehend die ganzen drei Wochen angemeldet sind.“ Die Kinder sind gespannt auf die Programmpunkte. Sie haben aber auch Zeit zum freien Spiel mit ihren bekannten Spielpartnern. Dass das Angebot bei den Kindern ankommt, zeigen die vielen positiven Rückmeldungen. Schülerin Marit kann das nur bestätigen: „Ich freue mich jeden Tag auf die Betreuung. Die machen immer ein tolles Programm und so schöne Sachen.“ Das findet auch Chrisi: „Ich bastle so gerne und darf dann die Sachen mit nach Hause nehmen.“ Ruhig etwas sportlicher soll es für Ryan zugehen: „Die Olympiade mit den unterschiedlichen lustigen Disziplinen hat mir am besten gefallen.“

Gemeinsames Ziel des Offenen Ganztags ist, auch in Corona-Zeiten schöne Ferien verleben zu können. Aber bis auf das regelmäßige Händewaschen und „richtiges“ Niesen ist Corona bei den Kindern eigentlich kein Thema mehr. „Neue Normalität eben“, wie auch Jörg Bauer, Koordinator des Offenen Ganztags der Grundschule Overberg/St. Norbert in Winnekendonk und Kervenheim, anmerkt: „Selbst die Masken stören inzwischen nicht mehr.“

„Das Wichtigste ist für die Kinder, ein echtes Ferien-Feeling zu erleben – mit vielen kleinen und großen Momenten zum Freuen. Streuselbrötchen zum Frühstück dürfen da natürlich nicht fehlen“, merkt Anette Erretkamps, Koordinatorin der OGS St. Hubertus Kevelaer, an. Dazu zählen auch das Wiedersehen und die Zeit mit den zusätzlichen Ferienkräften, die oft schon seit vielen Jahren an Bord der Ferienbetreuung sind. Sie unterstützen die Erzieherinnen tatkräftig – ob beim Schminken, Verzieren von selbstgebastelten Vasen oder beim Binden der Blumenkränze. Auch wenn das Programm sorgfältig erarbeitet wurde: „Wir sind immer noch spontan und haben genug Zeit, um auf die Ideen und Vorschläge der Kinder eingehen können“, erklärt Erretkamps. Sie und ihr Team sind daher zur Freude der Kids auch mit dabei, wenn nicht nur die Haare der Kinder mit bunten Wollsträhnen und Perlen verschönert werden sollen.

Kunstprojekt zum Thema „Kinderrechte“

Für besondere Momente in den Offenen Ganztagen des Caritasverbandes sorgt in diesem Jahr Künstlerin Tatjana van Went. Wie bereits in den anderen neun Einrichtungen des Verbandes im Südkreis Kleve wird auch mit den rund 90 Schülerinnen und Schülern aus Kevelaer, Twisteden, Winnekendonk und Kervenheim ein Kunstprojekt zum Thema „Kinderrechte“ erarbeitet. In großen, gemeinsam gestalteten Gemälden wird in jeder Ferienbetreuung jeweils ein Kinderrecht von den Kindern künstlerisch umgesetzt. In der OGS Twisteden wurde zum Beispiel das Kinderrecht auf Gleichbehandlung und Gleichberechtigung in großer Runde besprochen und anschließend auf einer großen Leinwand von den Kindern bearbeitet.

Der Caritasverband Geldern-Kevelaer gewährleistet an insgesamt zwölf Schulen im Südkreis Kleve sichere und zuverlässige Betreuung von Grundschulkindern und trägt so dazu bei, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. In Kevelaer und seinen Ortschaften werden außerhalb der Ferien rund 230 Kinder durch die Einrichtungen der Caritas betreut. Die pädagogischen Fachkräfte leisten dabei nicht nur die Beaufsichtigung der Kinder. „Wir fördern Ihr Kind nach seinen Talenten und Bedürfnissen, um so seine sozialen Kompetenzen und persönliche Entwicklung zu unterstützen. Dazu orientieren wir uns an der pädagogischen Zielsetzung der jeweiligen Schule“, fasst Ulrike Scholten-Sauer, Fachleitung der Offenen Ganztage des Caritasverbandes, die Arbeit der OGS zusammen.

Und noch etwas gefällt den Kindern wie Tyler an der Ferienbetreuung besonders gut: „Wir können noch mal alle Viertklässler sehen.“ Denn die starten dann bald nach den Sommerferien allesamt an einer neuen Schule.

Lagerfeuer, Gottesdienst und Spielspaß

In diesem Sommer ist aufgrund der Corona-Pandemie vieles anders: Ferienfreizeiten sind abgesagt, kein gemeinsames Singen am Lagerfeuer mit Stockbrot, keine Gute-Nacht-Geschichte gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen, keine Spiele, kein „Mal-raus-und-ohne-Eltern-was-im-Ferienlager-erleben“. Deshalb haben die Regionalbüros für Jugendarbeit im Bistum Münster mit ihrem Programm „Ferienfreizeit im Eimer!?“ eine Alternative auf die Beine gestellt.

„Jedes Jahr fahren mehr als 40.000 Kinder und Jugendliche aus dem Bistum Münster mit katholischen Jugendverbänden, Ferienwerken, Pfarreien oder anderen kirchlichen Trägern in Ferienfreizeiten. Mehrere Tausend ehrenamtlich Helfende organisieren diese Angebote. Kinder und Jugendliche erfahren dort Gemeinschaft, Mitbestimmung und haben Spaß“, sagt Christian Wacker, Referent für Religiöses Lernen und Messdienerarbeit im Bistum Münster. Im Zuge des Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie sei schnell die Frage aufgekommen, wie die Regionalbüros die Organisatoren der kirchlichen Ferienfreizeiten vor Ort und auch andere Träger und Einrichtungen unterstützen könnten, ergänzt Maximiliane Decker, Leiterin des Regionalbüros West.

Gemeinsam mit Christian Wacker, Johannes Haesser (pädagogischer Mitarbeiter im Regionalbüro West), Manuel Niggenaber (pädagogischer Mitarbeiter im Regionalbüro Ost) und Sarah Eßmann (pädagogische Mitarbeiterin im Regionalbüro Mitte) hat sie das Programm „Ferienfreizeit im Eimer!?“ aus der Taufe gehoben. „Erste Ideen für ein Alternativprogramm für zu Hause gab es Mitte April, jetzt ist die Arbeitshilfe online.“ Das könne, da ist sie sich mit Christian Wacker einig, selbstverständlich kein vollwertiger Ersatz für den Höhepunkt des Jahres – die Ferienfreizeit – sein. „Für viele Kinder und Jugendliche sind die Fahrten in den Sommerferien ein Highlight im Jahresablauf. Da das nicht geht, ist schon irgendwie was im Eimer, auf das man sich gefreut hat“, sagt Wacker. „Aber unser Programm ist unter den gegebenen Umständen eine echte Alternative.“

Stadtrallyes, Kochen und Quizshows

Die Arbeitshilfe bietet eine exemplarische Lagerwoche, die mit verschiedenen Programmpunkten bestückt ist. Täglich werden drei Aktivitäten vorgeschlagen, die von Kennenlernelementen über Stadtrallyes, Kochangeboten und Kreativelementen bis zu Quizshows am Abend reichen. „Dabei sind das alles nur Vorschläge“, betont Maxi Decker und erklärt: „Die Woche kann am Stück durchgeführt werden oder nur in Teilen. Zu Hause mit den Eltern, in Kleingruppen oder alleine. Das kommt auch auf die örtlichen Gegebenheiten und die aktuellen Coronabedingungen an.“ Gleichzeitig gibt es zentrale Programmpunkte, die an einem festen Tag und zu einer festen Uhrzeit für alle interessierten Ferienfreizeiten angeboten werden. „Zum Beispiel gibt es über den YouTube-Kanal des Bistums ein Singen am Lagerfeuer, einen wöchentlichen Live-stream-Gottesdienst donnerstags um 19 Uhr, eine Gute-Nacht-Geschichte in sechs Teilen und eine Gruppenleiterlounge via Videokonferenz“, zählt Wacker auf.

Der Download und die Nutzung des Angebots sind kostenlos. Kosten können dann entstehen, wenn vor Ort zum Beispiel Bastelmaterialien benötigt werden. Besondere Voraussetzungen braucht es – bis auf ein internetfähiges Endgerät – keine. „Da die Voraussetzungen in unserem Bistum bunt sind, ist die Arbeitshilfe so aufgebaut, dass die einzelnen Elemente im Detail vor Ort angepasst werden können. Es ist kein Instant-Ferienprogramm, sondern eine Grundlage und Anregung“, fasst Maxi Decker zusammen.

Wie das Team um Decker und Wacker auf die einzelnen Elemente des Angebots gekommen ist, ist klar: Sie sind früher selbst als Teilnehmende und auch als Betreuende mitgefahren in Ferienfreizeiten. Fotorallye, Betreuersuchspiel, Leiterlounge – das sind im Rückblick nur einige der Favoriten. Einig sind sie sich, wenn es darum geht, welche zentrale Erinnerung sie an „ihre“ Zeit im Ferienlager haben: „Das waren großartige und prägende Zeiten. Gemeinschaft, Freundschaft, Verantwortung, Spaß – für all das stehen Ferienfreizeiten.“

Informationen zum Programm „Ferienfreizeit im Eimer!?“ gibt es unter www.bistum-muenster.de/ferienfreizeitimeimer. Die zentralen Programmpunkte sind auf dem YouTube-Kanal des Bistums Münster unter www.youtube.com/BistumMuenster zu sehen.

Alternatives Ferienangebot in Kleingruppen

Auch in Kevelaer ist es aufgrund des Coronavirus in diesem Jahr nicht möglich, den gewohnten Ferienspaß mit mehr als 100 Kindern durchzuführen. Die Verantwortlichen haben sich entschieden, ein Ersatzprogramm in Kleingruppen für diejenigen, die dringend eine Betreuung brauchen, in der Mensa am Schulzentrum und im Foyer der Zweifachturnhalle anzubieten. Die Eltern wurden bereits in einem persönlichen Brief informiert. Das Programm wird folgendermaßen aufgeteilt:

– In der Woche vom 29. Juni bis 3. Juli für Kinder aus dem 1. und 2. Schuljahr.

– In der Woche vom 6. Juli bis 10. Juli für Kinder aus dem 2. und 3. Schuljahr.

– In der Woche vom 13. Juli bis 17. Juli für Kinder aus dem 4. und 5. Schuljahr 

Die Kinder aus dem 2. Schuljahr und Geschwisterkinder können sich für eine der beiden Wochen entscheiden. Das Programm findet jeweils von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr statt.

Die Kinder müssen bei der Anreise und beim Betreten der Einrichtung einen Mund-Nase-Schutz tragen. Die Abstandsregel (mindestens 1,50 Meter) muss von Kindern (und Eltern) vor den Gebäuden, während der Veranstaltung und beim Verlassen der Gebäude beachtet werden, ebenfalls mit Mundschutz. Kinder mit Erkältungs- oder anderen Krankheitsanzeichen dürfen nicht teilnehmen. Eltern sollten die Betreuer umgehend im Krankheitsfall informieren. Die Kinder müssen sich außerdem selber verpflegen, sie sollten Trinkflaschen, Essen, Stifte und Bastelschere selber mitbringen.

Der Mittagstreff der Wallfahrtsstadt Kevelaer öffnet ebenfalls in den ersten drei Ferienwochen mit einem kleinen Ferienprogramm in Kleingruppen für Kinder ab der 5. Klasse. 

Bei weiteren Fragen oder Betreuungsproblemen können Sie sich im Mittagstreff/Kompass, Kroatenstraße 87, Tel. 02832-951710, melden. Ansprechpartner sind Stefanie Hähn, Franzi van Rickeln und Holger van Elten. E-Mail: kompass@schulen-kevelaer.de oder mittagstreff@schulen-kevelaer.de.

Abenteuer Erwachsenwerden

Langeweile in den Sommerferien kann in der Wallfahrtsstadt Kevelaer nicht aufkommen. Am Mittwoch, 31. Juli, um 10.30 Uhr, gibt es eine abenteuerliche Geschichte um das Erwachsenwerden zu sehen. Hier kommen kleine und große Kinofans auf ihre Kosten.
Drachenkopf völlig verdreht
Hicks hat als Häuptling von Berk seinen langgehegten Traum wahrgemacht und eine Welt geschaffen, in der Drachen und Menschen friedlich zusammenleben können. Auch Hicks bester Freund, der Nachtschatten Ohnezahn, fühlt sich in dieser Welt wohl – bis er eines Tages einem ungezähmten und eigensinnigen Drachenweibchen begegnet, das ihm völlig den Kopf verdreht. Jedoch bahnt sich ein noch viel schwerwiegenderes Problem an. Der fiese Drachenjäger Grimmel bedroht das Dorf und seine tierischen und menschlichen Bewohner. Nun müssen sich die Drachenreiter und ihre geflügelten Freunde nach einem neuen Ort umsehen, an dem sie leben können – und sie beginnen mit der gefahrvollen Suche nach der sagenumwobenen „verborgenen Welt“, in der sie alle Frieden finden könnten.
Der Filmtitel darf aus lizenzrechtlichen Gründen nicht öffentlich genannt werden. Dieser kann beim Stadtmarketing unter der Telefonnummer 02832 / 122-988 erfragt werden. Wenn Sie regelmäßig über das Kinoprogramm informiert werden möchten, können Sie auch Ihre E-Mail-Adresse unter stadtmarketing@kevelaer.de zur Verfügung stellen und verpassen so keinen Termin mehr.
Die Eintrittskarten für die Vorstellungen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „KoBü-Flimmern“ sind zu einem Kostenbeitrag von 1,00 Euro für alle Vorstellungen im Vorverkauf beim Service-Center im Erdgeschoss des Rathauses, Peter-Plümpe-Platz 12, 47623 Kevelaer, Tel.-Nr.: 02832 / 122-991, oder an der Tageskasse erhältlich.

Eine spannende Abwechslung im Bühnenhaus

Minuten vor der Vorstellung hatten Nicole Arians und die Helfer des offenen Ganztags in Wetten gut zu tun, um den „Flohzirkus“ bei ihnen vor dem Betreten des Bühnenhauses ruhig zu halten. „Wir haben drei Wochen Ferienkompass, da kommt ein Kinobesuch ganz gut an“, meinte Arians, ehe sie den 76 Jungen und Mädchen die Erlaubnis gab, ins Bühnenhaus zu gehen. Die zwölfjährige Aileen und die ein Jahr ältere Lea waren gespannt auf das, was kommen sollte. „Ich finde es gut, weil es auch mal neuere Filme sind“, sagte Aileen.

128 Kinder vom Jugendzentrum „Kompass“ nutzten den Morgen ebenfalls, um sich den Film im Bühnenhaus anzusehen. „Das ist eine gute Abwechslung“, meinte Christian Richter, einer der 17 begleitenden Betreuer.

Erinnerungen an die Kindheit

Auch Heike Wehling nutzte die Chance, mit ihrem Mann Thomas und den Kindern Amira und Jasmin ins „Kino“ zu gehen. „Es ist ja Urlaub, und wenn Filme da sind, die uns und vor allem die Kinder interessieren, dann kommen wir gern. Heute ist es so ein bisschen eigene Kindheit mit den ‚Fünf Freunden‘. Ich habe früher die ganzen Kassetten gehört“, lächelte die 38-Jährige und suchte sich mit ihrer Familie schöne Plätze.

Seit 2014 gibt es offiziell das „KöBu-Flimmern“ im Bühnenhaus, bei dem Filme mit bestimmten Themenschwerpunkten gezeigt werden. Seit zwei Jahren habe man das Angebot um das Ferienkino erweitert, das jeden Mittwochvormittag in den Ferien stattfinde, erläutert Lisa Püplichuisen vom Kevelaerer Stadtmarketing.

„Wir haben ja kein Kino in Kevelaer und sehen das als Erweiterung unseres Kulturangebotes“, machte sie deutlich. „Das sind Filme, die nicht im Kino sind.“ Beim „KöBü-Flimmern“ liege die Resonanz mal bei zwei Leuten, mal bei dreißig – da könne man durchaus mehr Besucher haben. „Das Kinderkino läuft dagegen wunderbar, da ist immer was los“, freute sich Püplichuisen über das Interesse. Wobei man bewusst die Empore als Kinoplatz vermeide und nur die unteren Plätze im Parterre anbiete. „Das ist uns zu gefährlich da oben ohne Aufsichtsperson.“

Bis Ende August 2019 läuft das „Ferienkino“ jeden Mittwoch ab 10.30 Uhr und das „KöBü-Flimmern“ startet wieder im September. „Solange wie die Leute und die Kinder kommen, wollen wir das anbieten“, sagt Püplichuisen. „Wir wollen ja die Kinder auch motivieren und deren Fantasie anregen.“

„Geflasht“ von der Handlung

Das gelang mit dem Film über die „Fünf Freunde“ ganz gut. „Es war cool. Ich fand alles spannend“, sagte der zehnjährige Fritz und war noch ganz „geflasht“ von der Handlung. „Dass ihr alle mitgeklatscht habt, als die im Film geklatscht haben“, fand Gianna van Husen vom „Kompass“ ziemlich gelungen.

Und Dirk Kerkmann, der seinen zehnjährigen Sohn Joshua abholte, meinte nur: „Wenn  die Kinder beschäftigt sind und mit einem guten Gefühl rausgehen“, dann habe man damit alles richtig gemacht.

Urlaubszeit für Priester

Die Ferien- und Urlaubszeit ist für viele die schönste Zeit des Jahres und vielfach eine ganz andere Zeit als im Alltag: Ausschlafen, keine beruflichen und schulischen Verpflichtungen, Tun können, was einem Freude macht, mit anderen schöne gemeinsame Tage verbringen, Wegfahren, das Meer oder die Berge genießen, andere Länder oder Gegenden kennenlernen…
Auch Priester haben Urlaubsanspruch. Doch wie viele Wochen Urlaub stehen einem Priester zu und wie verbringt ein Priester eigentlich seinen Urlaub? Darüber sprach das KB mit Pastor Andreas Poorten.

KB: Pastor Poorten, wie viele Wochen Urlaub kann denn ein Priester genießen? Was sagt das Kirchenrecht dazu?
Poorten: Jedes Bistum hat seine eigene Regelung. Im Moment wird im Bistum Münster eine neue Regelung in Kraft gesetzt, deren Eckpunkte wie folgt sind: Danach gibt es für Priester 30 Kalendertage Urlaub, die man in den Sommer legen soll. Man sollte nicht mehr als drei Wochen hintereinander Urlaub nehmen, davon drei Sonntage. Für Priester der Weltkirche, also Priester aus anderen Ländern gilt, dass sie alle drei Jahre sechs Wochen Heimaturlaub haben.
Neben den 30 Tagen Urlaub im Jahr darf ein Priester jährlich eine Woche zu Exerzitien wegfahren. Und es gibt auch Studientage und Studienwochen, die aber nicht als Urlaub gelten. Neu ist auch, dass jeder Priester nach Weihnachten, Ostern und Pfingsten zwei Tage als Feiertage in Anspruch nehmen kann. Zusätzlich hat jeder Priester einen freien Tag pro Woche.

KB: Darf ein Priester eigentlich offiziell auch in Badehose im Meer schwimmen oder das Freibad besuchen? Ist das offiziell geregelt oder jedem selbst überlassen?
Poorten: Der Priester sollte funktionsgerechte Kleidung tragen. Wenn er schwimmt, dann natürlich nicht in Soutane oder im Priesteranzug. Wenn er in die Berge geht, dann darf er auch bequeme Kleidung anziehen. Ein Priester muss nicht immer als Priester erkennbar sein. Ob er auch mal in Badehose im Meer schwimmt, ist jedem selbst überlassen.

KB: Hier in der Pfarrei St. Antonius gehen die Gottesdienste auch in den Ferien wie gewohnt weiter. Sie müssen daher Ihren Urlaub immer mit den anderen Priestern abstimmen. Viele Priester sind dennoch in den Ferien weg. Ist es im Sommer oft schwer, für jede Hl. Messe einen Zelebranten zu haben?
Poorten: Wir haben hier an St. Antonius keine Sommerregelung. In anderen Gemeinden werden einzelne Sonntagsmessen im Sommer schon gestrichen. Wir haben zum Glück viele Pensionäre in der Pfarrei, die aushelfen und für die ich sehr dankbar bin. Manchmal gibt es aber auch Engpässe. Diesen Sommer fällt z.B. ein Werktagsgottesdienst aus.

KB: Gibt es auch auswärtige Priester, die ihre Ferienzeit in Kevelaer verbringen und in St. Antonius aushelfen?
Poorten: Als Pastor Babel noch nicht hier war, hatten wir einen Priester aus Nigeria, der oft ausgeholfen hat. Wenn alle Priester in den Sommerferien Urlaub machen würden, hätten wir natürlich absoluten Priestermangel. Aber wir sprechen uns immer gegenseitig ab.

KB: Dürfen wir fragen, wie Sie persönlich Ihren Urlaub verbringen?
Poorten: Seit vielen Jahren fahre ich mit einem Freund, den ich seit Kindheitstagen kenne, und mit einem weiteren Freund zu dritt in Urlaub. Wir nehmen eine Ferienwohnung irgendwo in Deutschland und machen viele Fahrradtouren. Dieses Jahr hatte ich den Urlaub schon vor den Sommerferien in Regensburg verbracht.

KB: Auch im Urlaub bleibt ein Priester Priester, allein deshalb, weil das Kirchenrecht ihm nahelegt, möglichst täglich die Hl. Messe zu feiern. Muss ein Priester bei seiner Urlaubsplanung immer darauf achten, dass er die tägliche Messe feiern kann oder reicht auch nur die Teilnahme?
Poorten: Im Kirchenrecht ist ausdrücklich von Zelebration, nicht nur von Teilnahme die Rede. Wir halten das unterschiedlich: Im Urlaub etwa hatte ich oft mit meinen Freunden die Hl. Messe in einer kleinen Kapelle gefeiert. Ich habe aber auch in verschiedenen Pfarreien ausgeholfen. Ich habe im Urlaub immer einen Messkoffer dabei.

KB: Welche Ratschläge haben Sie für die Menschen, dass ein Urlaub wirklich erholsam ist für Leib und Seele?
Poorten: Für mich ist es gut, auch im Urlaub einen geregelten Tagesablauf zu haben. Bewegung, Kultur und frische Luft tut mir gut. Auch in Regensburg war das wunderbar: Es gab viel Kultur, Orgelkonzerte und wunderschöne Natur. Es muss gut gemischt sein. Bei den Fahrradtouren halten wir in jeder Kapelle oder Kirche und schauen uns die Kirchen und Schriftenstände an. Oft kann man auch Ideen mit nach Hause nehmen.

KB: Viele Menschen haben am Sonntag frei, als Priester müssen Sie fast jeden Sonntag arbeiten. Bedauern Sie das manchmal?
Poorten: Ein Priester arbeitet am Sonntag nicht, er feiert den Sonntag. Das ist der Unterschied!

KB (mit Blick aus dem Fenster): Nur Ihr Mähroboter muss hier im Haus auch am Sonntag arbeiten?
Poorten: Nein, ich habe ihn so eingestellt, dass er täglich mäht, außer Sonntag. Da hat er seinen freien Tag.

Wie andere Kevelaerer Priester ihren Urlaub verbringen
Pastor Manfred Babel:
„Ich fahre sonst im Urlaub gewöhnlich nach Helfta. Dieses Jahr bin ich die meiste Zeit hier im Dienst, aber einige Tage möchte ich auf einer Nordseeinsel verbringen. Aber wann und wo, das werde ich dann spontan entscheiden.“

Pastor Gregor Kauling:
„Für mich konkret ist Urlaub wichtig, um Erholung zu schöpfen, mit meiner Familie und mit Freunden beieinander zu sein und um Zeit für die Nähe zum Herrn zu haben, besonders  in der täglichen Feier der Eucharistie. Die Balance von Arbeit und Ruhe, die wir als Priester anderen predigen, müssen wir auch selber beherzigen.“

Pater Benny Valoor:
„Ich bin im Sommer meistens vier Wochen in meiner Heimat Indien: In Kerala in Südindien, wo ich herkomme, und in Nordindien, wo ich als Missionar tätig bin. Dieses Jahr fliege ich jedoch nicht nach Indien, sondern zum ersten Mal nach Tansania in Afrika, wo ich jetzt auch eine eigene Missionsstation betreue.“

„Ferien machen am meisten Spaß“

Kevelaer. Spaßig-entspannte Ferien erlebten die Kinder der Caritas Geldern-Kevelaer geführten Offenen Ganztags-Schulen. Das Alphabet spielte dabei eine ganz besondere Rolle. Denn unter dem Motto: „Das Ferien ABC“, planten die Kids der Twistedener St. Franziskus-, der Kevelaerer St. Hubertus-, der Kervenheimer St. Norbert- und der Winnekendonker Overberg-Schule noch während der Schulzeit mit den Anfangsbuchstaben des Alphabets ihre Ferien. „Zu jedem Buchstaben konnten sich die Kinder ein Thema aussuchen“, erklärte Nadja Hübinger, Koordinatorin der OGS Kevelaer.
Was dabei heraus kam, versetzte sogar manches Mal die Betreuer in Staunen. „Wir versuchten aber, fast jeden Wunsch zu erfüllen“, erklärten die Betreuer der OGS, die auch dieses Mal wieder tolle Unterstützung durch acht Schüler ab 16 Jahren erhielten. Gemeinsam mixten Kinder wie Betreuer einen bunten Buchstabensalat, der nicht nur allen schmeckte, sondern auch reichlich Vergnügen brachte.
Vom „A“ wie Angeln und Ausflüge nach Xanten zum Archäologischen Park und zum Irrland über „B“ wie backen oder busfahren, „E“ wie experimentieren und einkaufen, Eis essen oder gar selber machen, „F“ wie Fenster putzen (ja, auch das stand auf der Wunschliste, liebe Muttis) und Feuerwehr zum „T“ wie trommeln mit der Gruppe Adesa oder „P“ wie Polizei (die war live mit einem echten Polizeiauto vor Ort) und Preise gewinnen am Glücksrad wurde alles geboten.
Das Ferien-ABC
Und noch einiges mehr. Da am „R“-Tag eigentlich Reiten auf der Wunschliste stand, das Pferd aber verhindert war, wurde dieses am „S“-Tag eingeschoben, da das Pferd zufällig „Sue“ hieß. Nun, heutzutage ist Flexibilität gefragt. Manche Buchstaben beherbergten gleich mehrere Wünsche. Aber auch das war kein Problem. So schob man beim „F“ noch ein Fußballturnier ein und beim „T“ studierte Claire Cooper mit den Kindern eine Tanz­aufführung ein. Auch das „S“ füllte mit Schnupp, Schminken, Schwimmen und Spielplatzbesuch gleich mehrere Tage aus.
Klingt anstrengend. War es aber nicht. „Selten war die Atmosphäre so entspannend wie in diesen Sommerferien“, bestätigte Nadja Hübinger. Denn das Ziel, dass Wünsche in Erfüllung gehen können, wurde für die Kinder zur Wirklichkeit. „Es wurden keine Handys, PlayStations oder Fernseher vermisst“, fügten Anette Erretkamps und Annemie Jansen vom Betreuerteam hinzu. Viel zu schnell gingen am vergangenen Freitag 15 Ferientage mit Pommes essen, (dazu kam eigens ein holländischer Pommes Wagen zur Overberg-Schule), und einer gemeinsamen Übernachtung in der Turnhalle der Schule zu Ende. Übereinstimmend waren sich Kinder wie Betreuer zum Schluss einig: „Ferien machen am meisten Spaß!“