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Die Tradition bewahren

Nach und nach rollte Tobias Langenhuizen sein „Arbeitsgerät“, die große weiß-grüne Flagge der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft, aus. Minuten später wehte die Fahne auf der Busmannstraße. Tobias vollführte als einer von insgesamt sechs Fahnenschwenkern, die der Tradition der Stadtbund-Eröffnung auf diesem Weg die Ehre gaben, gut sechs Minuten lang die unterschiedlichen Figuren.
„Ich bin damit aufgewachsen, ich kenne das gar nicht anders“, erzählte der 17-Jährige, der später auch den offiziellen Fahnenschwenker-Wettbewerb des Tages gewann. „Die Freundschaften, die man zu anderen knüpfen kann“, wenn man zu den Wettbewerben unterwegs sei, das mache es im Wesentliche aus.
„Ich glaube, ich hab mit acht Jahren angefangen, das war 2011 mit der Kommunion“, erinnerte sich Tobias. Früher war er immer regelmäßig mit den Eltern zu den Übungsabenden mittwochs dabei. Dann schnappte er sich eine der Gerätschaften und begann zu üben. Zu Anfang habe er sich darauf konzentriert, die Abfolge einzuhalten. „Dann geht es an die Feinheiten, wo man ansetzen muss.“
Aus seiner Sicht sind die „Faust“ und der „Nacken“ die schwierigsten Figuren. „Meine Eltern haben mir das immer freigestellt“, unterstrich der junge Mann. Seine Motivation sei eindeutig: „Ich mache das auf Basis des Mottos ‚Glaube, Sitte, Heimat‘ und weil es eine wichtige Brauchtumspflege ist, damit sowas nicht ausstirbt.“
Dass er für die Seb schon einige Preise gewonnen hat (sowohl solo als auch mit der Mannschaft) hält er persönlich für nicht so wichtig. Natürlich sei das erste Mal, bei dem man „ein Ziel verfolgt und dann auch erreicht hat“ als Sieger, mit der tollste Moment für den jungen Fahnenschwenker gewesen. Aber es sei „kein Muss“, zu gewinnen, zumal es häufig auch „Glücksache“ sei, den ersten Platz zu machen. „Es macht Spaß und die Hauptsache ist, dass man einfach dabei ist.“ Immerhin waren es bis heute ungefähr schon um die 45 Wettbewerbe, an denen er teilgenommen hat.
Neben dem Fahnenschwenken ist er noch als Messdiener und Pfadfinder aktiv und spielt gerne Saxofon. Dass sein Hobby bei anderen eher uncool rüberkommt, stört ihn nicht besonders. „Andere spielen Fußball oder was anderes, da kommen schon mal blöde Kommentare. Es gibt schon Leute mit einem blöden Blick.“
Die meisten, die ihn kennen, tolerierten seine Leidenschaft, die Tobias auch weiter fortführen will. Die Jugend sei immer weniger vertreten unter den Fahnenschwenkern, erzählt der 17-Jährige, dass ihm durchaus bewusst ist, dass nicht mehr allzuviele junge Leute nachkommen und es irgendwann auch bei den Schwenkern kritisch werden kann, was den Nachwuchs betrifft. Tobias hofft, dass sich einige, so wie er, von der Leidenschaft anstecken lassen.

Riesenerfolg für die Fahnenschwenker

Einen hervorragenden ersten Platz beim Bundesfahnenschwenken Niederrheinischer Art in Stukenbrock-Senne errangen Ashley und Charlyne Faahsen (links)von der St. Antonius-Schützen-Gilde Kevelaer. Komplettiert wurde das Trio mit Anna Kraska (rechts) von der St. Sebastianus Bruderschaft Hees-Baal.