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Hier entsteht die Energie der Zukunft

Im Zuge seiner Wahlkampftour machte der Landratskandidat Peter Driessen, der als parteiloser Kandidat von SPD, FDP, den Grünen und den vereinigten Wählergemeinschaften unterstützt wird, jetzt bei dem Solarhersteller ESN an der Alten Wettener Straße Station. Während seines zweistündigen Besuchs ließ sich der langjährige Bürgermeister von Bedburg-Hau von Inhaber Franz-Josef Schraven und dem früheren Lehrstuhlinhaber Rainer Elschen über die Geschichte des Unternehmens und  dessen zukünftigen Pläne sowie die aktuelle Situation im Kreis in Sachen alternative Energien unterrichten. Ludger van Ackeren, Geschäftsführer der Ebben GmbH & Co. KG, nahm als Gast für sein Unternehmen zu Projekten wie dem Bau von Wasserstoffanlagen in der Region Stellung.

Man sei dabei, eine Genossenschaft zu gründen, die Projekte im Bereich Wasserstoff verwirklichen soll, kündigte Schraven in dem Gespräch an. In dem Kontext gebe es auch erste Gespräche mit der Hochschule Rhein-Waal über mögliche Kooperationen.

Elschen äußerte die Vision, auf dem Weezer Flughafengelände Energieforschung zu betreiben. Dort wäre auch die Ansiedlung von Windernergie überhaupt kein Problem. „Das geht natürlich nicht, solange es dort den Flugbetrieb gibt.“

„Floating“-Photovoltaikanlage

Im Bereich Solar gebe es im Kreis Kleve mehr installierte Photovoltaikanlagen als in allen Städten des Ruhrgebiets, unterstrichen Schraven und Elschen. „Die neue Energie kommt vom Land“, sagte Elschen. „Wir machen den Niederrhein C02-frei“, lautete seine Überzeugung. Als aktuelles Solarprojekt stellte Ingenieur Christopher Carragher die Pläne für eine im Raum Geldern geplante „Floating“-Photovoltaikanlage vor. Das sind modulare Solar-Boot-Strukturen mit Schwimmkörper, die man als Blöcke auf einem Gewässer als Solarpark anlegen kann, erläuterte Carragher dem Gast. In den Niederlanden gebe es bereits mehrere dieser Anlagen. Hier seien elf Blöcke mit einer Leistung von 25 Megawattpeak auf einer Wasserfläche von 16 Hektar vorgesehen. Carragher sprach von der „zweitgrößten „Floating“-Photovoltaikanlage in Europa“, mit der man ein Viertel des Strombedarfs im Raum Geldern abdecken könne. 

Im Anschluss an den Besuch zeigte sich Peter Driessen beeindruckt. „Ich glaube, wir können Zukunft hier im Kreis Kleve anders gestalten. Ich habe hier viel gelernt, wie Photovoltaik, Wasserstoff und Windenergie funktioniert. Aber dieses Potenzial sollten wir heben.“ Man habe viele Immobilien wie die beiden Berufskollegs in Kleve und Geldern, eigene Verwaltungen und die Dachflächen, die für die Nutzung von Solar nutzbar seien, unterstrich der Kandidat. „Wenn ich Landrat bin, komme ich gerne wieder, um zu denken, wie man die Umwelt deutlich ‚grüner‘ machen kann.“

In Sachen Flughafen Weeze meinte Driessen, der Flughafen gehöre dem Kreis nur zu elf Prozent. Da müsse man mit dem niederländischen Investor „ins Boot kommen“, um die Idee eines Windparks umsetzen zu können.  Natürlich könne man so ein Projekt nicht umsetzen, wenn der Flughafen weiter betrieben wird, machte Driessen klar. Dann könne man Photovoltaik oder Erdwärme aber sicher dort umsetzen.   Driessen machte klar: „Ich halte den Flughafen für wichtig, kann aber eine Bilanz lesen. Dort wird der Profit über das nicht-fliegerische Geschäft gemacht. Ich will wissen, welche Zukunft wir haben. Das einzige, was ich sicher sagen kann, ist: Mit mir gibt es keine Subventionen für den Flughafen.“