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Sie arbeiten für die Gemeinschaft

An diesem Morgen wirkt das Becken des Freibades wie ein gähnendes großes „Loch“. An verschiedenen Stellen des Beckenbodens liegen diverse große Rollen aus Folie. „Ich bin dabei, den Boden vorzubereiten“, beschreibt Heinz-Peter Tebest das, was er gerade mit seinen Mitstreitern da macht. „Wir helfen der Stadt seit gut 25 Jahren bei dem Erhalt der Bäderlandschaft – und hier mit dem Freibad“, erläutert der Leiter des Technikteams. „Das machen alles Mitglieder vom Bäderverein hier.“ Dazu gehöre es zum Beispiel auch, die Wasserleitungen winterfest zu machen oder die Rutschen zu warten.

Teamarbeit ist gefragt.

Jeden Samstag und „auch mal Mittwochs“ treffe man sich so mit sieben bis acht Leuten in der Herbst- und Winterperiode. „Wir fangen so um acht Uhr an, machen so bis 16 / 17 Uhr immer. Das ist ´ne freiwillige Sache. Da bekommt niemand auch nur einen Cent für.“ Vor drei Jahren habe man damit begonnen, die Folien von den Wänden zu erneuern. „Zur Zeit machen wir die Wände und den Boden der Sprunggrube“, erklärt Tebest den Ablauf dessen, was noch ansteht. Dabei werde „die alte Folie abgebrochen, dann die neue Folie geglättet und in die Rinne des Bogens gespannt bis runter auf die Trittstufe.“ Das Bestreben sei, „bis Mai damit fertig zu sein“, wenn es mit der Bädersaison wieder los geht. Das werde zwar bis in die letzte Woche gehen, aber bis jetzt habe man alle Arbeiten immer rechtzeitig geschafft. „Ab September geht es dann an das große Becken.“

Da liegt vor den Männern dann viel Arbeit. „Das sind da 25 Meter lange Rollen. Bei einem Becken von 50 Metern muss man auf der Längsachse dann jeweils zwei Folien zusammenschweißen.“ „Da kommt dann der Estrich von acht Zentimetern und die Schwimmbadfolie, die nochmal draufgeschweißt werden muss.“

Handarbeit ist gefragt

Auch der Feinschliff muss sitzen.

Ein paar Meter von ihm entfernt kniet Herbert van Bühren an der Wand des Springbeckens. „Ich verschweiße hier gerade die Kunststoffbahnen. Das ist schon diffizil, weil die Nähte ganz dicht aneinander verschweißt werden müssen“, erläutert der erfahrene Handwerker. „Das sind so 1,5 Millimeter Dicke, da ist ja auch Gewebe drin. Dafür muss man sich Zeit nehmen, da ist Handarbeit gefragt.“ Auf der großen Fläche mit den Folien „gehen wir dann mit einem Schweißautomaten dran“, erklärt er und konzentriert sich anschließend wieder auf seine Arbeit.

An einer Wand des Großbeckens sind Hans-Dieter Möllerke und ein Kollege zugange. „Wir warten hier noch auf den Schlosser, der kommt in der nächsten Woche. Wir bereiten hier schon mal das Gerüst dafür vor, damit er den Handlauf da montieren kann.“ Möllerke erzählt, dass er bei der Aufbereitung des Bades als Ehrenamtler schon „seit gut 20 / 25 Jahren“ mit dabei ist. „Die Gemeinsamkeit ist wichtig – und der Erhalt der Freibäder für uns und die Enkelkinder.“ Und mit so einem Bad könne die Stadt halt gut Werbung für sich machen.

Dreckablagerungen müssen entfernt werden

Mit der Leiter geht es hinab.

Winnie Stelzer und Robin Völlings lassen derweil eine sechs Meter lange Leiter in das Schwall-becken herunter, steigen mit zwei Wassereimern hinab. „Hier sammelt sich das Wasser des Beckens, was gleichmäßig durch die Filter gepumpt wird. Hier sind Dreckablagerungen, die wir weg machen“, erklärt Stelzer das Procedere.

„Dazu wischen wir hier alles komplett ab, spritzen das von oben nochmal ab. Dann werden wir das Wasser wieder so absenken wie hier, und dann ist das sauber“, sagt Stelzer und erinnert sich daran, dass er die Anlage vor Jahren teilweise mit aufgebaut hat. „Und das hier, das ist das junge Talent“, lobt er seinen jungen Mitstreiter Robin. „Der wird demnächst Architektur und Bauingenieur studieren und das dann hier bestimmt die nächsten 20 Jahre betreuen. Das ist schon sowas wie eine Verpflichtung.“

Helfer für die Minigolfanlage gesucht

Seit 16 Jahren betreibt Peter Siebers nun schon die Minigolfanlage in Winnekendonk. Vor zehn Jahren übernahm er sie vom Heimatverein und ist nach wie vor begeistert. Er genieße die Gesellschaft von all den unterschiedlichen Besuchern, die übers Jahr verteilt zu ihm kommen. Zusammen mit 16 weiteren Winnekendonkern pflegt und verwaltet er die Anlage. Jeden Winter wird alles geputzt, gestrichen und renoviert, um den Besuchern ab dem 1. Mai einen schönen Aufenthalt zu bieten. Jedes Jahr kommen neue Blumen und Kräuter dazu. Dabei achtet Siebers besonders auf die Umwelt. Bienenfreundliche Blumen und der Verzicht auf Plastikgeschirr waren nur einige Änderungen. Auch würden schon seit mehreren Jahren Bäume gepflanzt, um die Anlage noch grüner zu gestalten.

In selbstgebauten Vogel- und Fledermaushäuschen hat der Minigolfplatz nun auch tierische Besucher. Doch neben diesen kämen immer zahlreiche Nachbarschaften und Gruppen zu Besuch. Dabei sei es wichtig, kommunikativ und aufgeschlossen zu sein. Auch Schulklassenabschlüsse werden oft bei Peter Siebers‘ Minigolf gefeiert. „Dann kommen auch schon mal gerne 80 bis 90 Leute“, erklärt er. Besonders gefragt sei dann der gute Umgang mit Menschen. Dafür werden nun weitere ehrenamtliche Helfer gesucht.

Handwerk, Theke und Spielplatz

Als Mitarbeiter solle man auf jeden Fall Zeit und Spaß fürs Ehrenamt mitbringen. Zwar sei das momentane Team schon sehr gut und alle hätten ein freundschaftliches Verhältnis untereinander, doch wolle das Team sich vergrößern. Damit sei die Dienstverteilung einfacher, vor allem wenn jemand in den Urlaub fahre. Anfangen würden sie immer morgens gegen neun Uhr. Dann würde alles vorbereitet werden, um später die Besucher zu empfangen. Neben dem Handwerklichen und dem Bedienen hinter der Theke gehöre auch die Beaufsichtigung des nebenliegenden Spielplatzes dazu.

Bei Interesse, dem Team beizutreten, solle man sich einfach melden und vielleicht mal für ein paar Stunden „snuppern“ kommen. Jedes Alter und Geschlecht sei erwünscht. Für interessierte Anrufer: Tel. 02832-8348.

Versammlung mit Paukenschlag

Ausnamsweise mal im „Waldschlösschen“ trafen sich die Mitglieder der neun Geselligen Vereine Wettens zu ihrer Jahreshauptversammlung. Nach der Begrüßung verwies der Präsident der Geselligen Vereine, Thomas Krahnen, darauf, dass 2019 „ein sehr gutes und schönes Vereinsjahr“ gewesen sei.

„Es gibt unzählige Ehrenamtler bei uns, die dafür sorgen, dass im Dorf soviel passiert“, sprach Krahnen auch „Probleme in der Vereinswelt“ wie Mitgliederschwund oder die Situation beim Musikverein. Insgesamt gebe es in Wetten aber noch ein „gut funktionierendes Vereins- und Gemeinwesen.“

Ausdrücklich dankte er dem Berendonker Schützenverein und dem Festkettenträger Johannes Croonenbrock mit seinem Adjutanten Heinz Gipmans für die schöne Kirmesfeier. Sein Dank richtete sich aber auch an die Mitglieder der KLJB Wetten, die „trotz ihres Alters und längeren Nachdenkens“ die Herausforderung annehmen, die diesjährige Kirmes auszurichten. „Und gleich werden wir sicher erfahren, wer der Festkettenträger ist“, sorgte der Scherz im weiten Rund für lautes Gelächter.

Nachdenkliche Töne

Danach brachte er mit dem Text „Alles nur geliehen“ nachdenkliche Töne in der Runde. Im Anschluss erinnerte Carola Deselaers an die besonderen Ereignisse des vergangenen Jahres. Ihr Jahresbericht 2019 streifte alle wesentlichen Stationen, von der Versammlung der Geselligen Vereine über den Heimatabend und die Kirmes bis zum Abschied von Diakon Berthold Steeger. „Wir können die Welt nicht retten, aber wenn jeder etwas mehr macht, können wir was bewegen“, dankt sie allen für die Unterstützung.

Nach dem Kassenbericht von Jens Kösters, der Bestätigung durch die Kassenprüfer, der Entlastung des Vorstands und dem Kassenbericht des Heimatausschusses berichtete Bernd Ingenhaag von den letztjährigen Aktivitäten des Heimatausschusses.

Er ging dabei unter anderem auf Weihnachtsbeleuchtung, die Bepflanzung des Ortes und die Dorfsaubermach-Aktion der Geselligen Vereine ein. Auch die Neuwahlen oder die Aufwertung des Beetes an der Ecke Marienstraße/Hauptstraße fanden Erwähnung. Und in diesem Jahr sei unter anderem angedacht, das Kriegerdenkmal an der Kirche umzugestalten. Für den Frühlingsmarkt am 1. Mai könnten sich noch Aussteller melden.

Danach wurden kurz die Vereinstermine für 2020 angesprochen, wobei Annette van Stephoudt für den Reiterverein van Bredow Wetten ausdrücklich nochmal auf die 100 Jahr-Feier am 5. April und das Jubiläumsreiten am Wochenende des 31.Juli/1. August hinwies. Thomas Krahnen rief alle auf, sich an den Vorstand zu wenden, zum Termine im Internet zu veröffentlichen.

Für die Landjugend erläuterte Lena Hombergs den aktuellen Stand der Vorbereitungen in Sachen Heimatabend und Kirmes. Man plane seit letztem Sommer, habe dazu ein Team gegründet, und die Aufgaben an diverse Gruppen verteilt. „Wir brauchen aber noch Unterstützung. Es sind viele junge Leute dabei, die auch noch zur Schule gehen.“ Sie zeigte sich aber optimistisch: „Ich glaube, dass wird gut, lasst euch überraschen.“

Thomas Krahnen sprach ihnen Mut zu. „Es wird eine andere Kirmes, aber das wird es sowieso jedes Jahr. Und die letzten beiden Kirmes-Veranstaltungen von der Landjugend waren super. Das werden ihr auch schaffen. Genießt die Zeit und schreit, falls was ist.“

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ sorgte Ortsvorsteherin Beate Clasen für den abendlichen Paukenschlag. Nachdem sie der Franziskus-Bruderschaft Berendonk für die abgelaufene Kirmes gedankt und der Landjugend viel Glück gewünscht hatte, kündigte sie an, bei der Kommunalwahl am 13. September nicht wieder anzutreten und somit auch das Amt der Ortsvorsteherin nicht mehr auszuüben. Clasen zeigte sich schon jetzt „dankbar für die Zeit, die ich hatte. In den 16 Jahren habe ich tolle Unterstützung erfahren. Toll, wie es ist, Wetten zu gestalten.“ Sie bat alle, „meinen Nachfolger zu begleiten und zu unterstützen. Die Partei mit den meisten Stimmen in Wetten hat das Vorschlagsrecht für den Ortsvorsteher.“ Sie drückte die Hoffnung aus, dass „sich jemand finden“ lässt.

Thomas Krahnen sprach einen „riesen lieben Dank für deine Zeit und dein Engagement“ aus, obwohl die offizielle Zeit des Abschieds ja noch ein paar Monate auf sich warten lassen würde.
Ein ernstes Thema sprachen Klemens Marten und Sebastian Eickens vom Musikverein Wetten an, die unter dem Motto „Fünf vor zwölf“ aktuell mit Infozetteln für Mitglieder werben. „Es ist keinem verborgen geblieben, dass wir sehr große Schwierigkeiten haben, Nachwuchs für den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten“, sagte Marten. Auch der Aufruf an den Schulen sei verpufft, die Jugendarbeit liege „in Trümmern.“

Besuch in Venray

Deshalb wolle man über diesen Aufruf jetzt alle ehemaligen Aktiven wieder reaktivieren und sich auf das Kerngeschäft mit den Veranstaltungen vor Ort „mit den Möglichkeiten, die wir haben“ , zu konzentrieren. Ausnahme sei der Gegenbesuch in Venray, wo 2020 die Befreiung von der deutschen Besatzung vor 75 Jahren gefeiert wird. Beide traten entschieden dem Gerücht entgegen, dass sich der Musikverein auflöse.

Neuer Einsatzbus sorgte für Freude

Nach elf Jahren hat das alte Fahrzeug der Verkehrskadetten viele Einsätze und Großveranstaltungen bewältigt. Zwischen 40 und 50 Einsätze jährlich – ob Parookaville, Weihnachtsmärkte oder Sportveranstaltungen, aber auch Einsätze der Verkehrswacht bei Kinderfesten, Schulanfangsaktionen und Verkehrssicherheitstagen – leisten die ehrenamtlichen Helfer immer wieder. Daher war es nun an der Zeit, dass mit sauberer Antriebstechnik und höherem Fahrkomfort des neuen Citroen Jumpy des Autohauses Küppers aus Goch die zukünftigen Aufgaben der Verkehrswacht Kreis Kleve e.V. angegangen werden.

Umso erfreuter waren die Verkehrswachtler, als sie in der Zevens-Stiftung einen Hauptsponsor gefunden haben, der von der Verkehrssicherheitsarbeit, mit einem Schwerpunkt in der Jugendarbeit, überzeugt ist. Während eines Einsatzes auf dem Klever Stadtfest übergab Benno Hufschmidt, Geschäftsführer der Zevens GmbH, in Anwesenheit von Hans-Theo Küppers das neue Fahrzeug an Vorstand und Kadetten der Verkehrswacht Kreis Kleve e.V., die sich mit einer Warnweste mit Unterschriften der Vereinsangehörigen als Geschenk bei Hufschmidt bedankten.

Im Anschluss an die Übergabe segnete Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender der Verkehrswacht Kreis Kleve e.V., Max Puttkammer, zugleich emeritierter Diakon in Emmerich, das neue Fahrzeug ein und gab den Fahrern einen Segenswunsch für eine weiter allzeit sichere Fahrt mit auf den Weg.

72 Stunden im Sterntaler Kindergarten

Sehr froh und dankbar war Kathrin Weigel, Leiterin des Sterntaler-Kindergartens, als sie erfuhr, dass die Landjugend aus Wido sich im Rahmen der deutschlandweiten 72-Stunden-Aktion ihrer Einrichtung annehmen möchte.

Vor kurzem war es dann soweit: Mit großen Gerätschaften, Arbeitskleidung und viel guter Laune stürmte die KLJB den Kindergarten in Wido. Es wurde eine neue Sitzecke im Innenhof gestaltet und ein neues Gerätehaus draußen aufgestellt, das der Kindergarten vorher gekauft hat. Dazu fanden noch Pflasterarbeiten statt, ein wenig Rollrasen wurde neu verlegt und ein Beet mit meterhohem Unkraut wurde bearbeitet. Klingt nach viel Arbeit für 72 Stunden? Den Bildern nach zu urteilen, die nun als Erinnerung im Kindergarten hängen, war es das auch.

„Mit viel Spaß, viel Schweiß und mit viel Musik“ haben die Jungs und Mädels der Landjugend sich Ende Mai an die Arbeit begeben, erzählt Monika Vogts, Erzieherin im Sterntaler. „Vorarbeiten haben die Eltern auch geleistet.“

Bei der 72-Stunden-Atkion mitzumachen, war für die KLJB schnell klar, erzählt Jana Wüstkamp, Mitglied der Landjugend und Praktikantin im Sterntaler Kindergarten. In weiteren Gesprächen habe man sich dann entschieden, dass man während der drei Tage dem Team des Sterntalers unter die Arme greift.

Mehr Platz war nötig

Das Team des Kindergartens ist der KLJB und auch den Sponsoren, die an der Aktion beteiligt waren, sehr dankbar. Vor allem das neue Gerätehaus sei eine große Erleichterung im Alltag. „Es war mehr als notwendig. Das ist ein großer Nutzflächenraum, den wir auch ehrlich benötigt haben“, zeigt sich Weigel dankbar.

Das neue Gerätehaus. Foto: eg

Vor allem die Lagerung von 20 Bierzeltgarnituren – also 20 Tischen und 40 Bänken – sei immer ein großer Aufwand gewesen. Glücklicherweise habe man immer Eltern mit Lagermöglichkeiten im Kindergarten gehabt. So mussten die Tische und Bänke jedoch für jedes Fest mit dem Hänger zum Kindergarten gefahren und anschließend wieder abgeholt werden. „Wenn wir mal keine Bauern hier haben, haben wir ein Problem“, lacht Weigel. „Da geht auch ein großer Dank an die Eltern, die das über Jahre mitgemacht haben.“ „Und natürlich auch an die Landjugend, die das möglich gemacht haben.“

Die KLJB wurde, während die Helfer von mittags an bis spät abends oder sogar bis in die Nacht hinein geschuftet haben, zwischenzeitlich immer wieder von kleinen Helfern aus dem Sterntaler unterstützt. Und die Eltern der Kinder haben sich um die Verpflegung gekümmert.

Kräfteraubende Arbeiten

„Das ist echt der Hammer“, weiß die Leiterin des Kindergartens ihre Freude kaum in Worte zu fassen. Besonders die Pflasterarbeiten schätzt sie sehr. „Jeder weiß, was Pflasterarbeiten bedeuten. Da gehen manche Ehen dran kaputt, an dem Unterfangen“, lacht sie.

Beim baldigen Grillfest können dann auch alle Eltern die Veränderungen begutachten. Auf dieses Fest kann sich Kathrin Weigel nun noch mehr freuen, da sie keinen Eltern mehr Umstände wegen der Sitzgarnituren machen muss.

Während der Aktion starteten die Mädels der Landjugend noch ein außerplanmäßiges Projekt (siehe Foto). An einer Wand im Außenbereich des Kindergartens hängen nun an Gittern befestigt bunt bepflanzte Blumenkästen. Auch eine Bienentränke hängt dazwischen, damit die Kinder die Insekten auch mal genauer beobachten können. Ein Schild darunter mit den Unterschriften der Beteiligten wird wohl noch lange an die Hilfe der Freiwilligen erinnern. Als Dankeschön für die Aktion hat die KLJB vom Kindergarten einen 200 Euro Gutschein für Grillfleisch von Abels bekommen.

Ein Ehrenamt, das glücklich macht

Es mag nach einer kurzen Etappe auf einem langen Weg klingen, aber wenn man genau hinschaut ­– auf das Geleistete und Erreichte – wird sofort klar, warum der zehnte Geburtstag für den ambulanten Hospizdienst des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer ein erster festlicher Moment des Dankes und des Innehaltens war. Die beiden Leiterinnen Birgit Stienen und Franziska Eickmans hatten sich richtig was einfallen lassen, um die Arbeit ihrer derzeit 38 ehrenamtlichen Hospizhelfer gebührend zu würdigen: der SPD-Grandseigneur Franz Müntefering und Musikerurgestein Purple Schulz sind schon besondere Geburtstagsgäste. Aber eigentlich standen nicht sie im Mittelpunkt, sondern die durchweg ehrenamtlich tätigen Hospizhelfer und ihre Angehörigen.

Zu diesen gehört das Vierergrüppchen Barbara Wallis, Ingrid Haß, Irene Brück und Maria Stolzenburg, die, so man ihnen ein wenig zuhört, offensichtlich nicht nur die Hospizarbeit verbindet. Alle vier Damen haben sich im gemeinsam besuchten Qualifizierungslehrgang kennengelernt, der Basis für die Arbeit mit Sterbenden und deren Angehörigen ist. In diesem auf ein Jahr angelegten Kurs geht es unter anderem um Gesprächstraining, Fremd- und Eigenwahrnehmung und schließlich auch um die Balance aus Nähe und Distanz, die es zu finden gilt, um sich einerseits in einen anderen Menschen einzufühlen, andererseits aber nicht „jeden Tod mitzusterben“.

Was treibt einen an, sich ehrenamtlich mit dem Sterben fremder Menschen auseinanderzusetzen? Für alle vier Hospizhelferinnen stand am Anfang ihrer nunmehr fünfjährigen Tätigkeit ein Schlüsselerlebnis im persönlichen Umfeld – die Begleitung eines geliebten Familienmitgliedes im Sterbeprozess –, aus dem der Wunsch erwuchs, etwas von der erfahrenen Anteilnahme an andere weiterzugeben.

Irene Brück fasst es für sich so zusammen: „Ich möchte in der Dankbarkeit für das eigene Leben etwas zurückgeben“. Aber auch die positive Variante eines „Helfersyndroms“ ist notwendig, wie alle vier Frauen lachend eingestehen, und zwei begleitende Ehemänner wollen nicht wirklich widersprechen. Die Rolle der Lebenspartner für jeden Hospizhelfer ist nicht zu unterschätzen, leisten doch gerade sie einen wichtigen Beitrag, das Erlebte zu verarbeiten, vielleicht mehr als jede noch so gute Supervision und Gesprächsrunde.

Der Umfang der Sterbebegleitung fällt naturgegeben sehr unterschiedlich aus, von wenigen Stunden bis hin zu längeren Zeiträumen von Wochen und selten Jahren ist alles möglich. Wichtig ist, dass die sprichwörtliche Chemie zwischen Sterbendem und seinem Begleiter stimmt – daran ist den beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen im Hospizdienst, Birgit Stienen und Franziska Eickmans gemeinsam mit den Ehrenamtlichen sehr gelegen, denn nur so kann ihre Arbeit gelingen. Die sieht sehr unterschiedlich aus und reicht vom stillen „Einfach-da-sein“ über das gemeinsame Singen eines geliebten Liedes bis hin zum Anhören von Episoden aus dem Leben des Sterbenden, was für beide Seiten nicht immer leicht ist.

Darauf angesprochen, was ein Hospizhelfer mitbringen sollte, antworten denn auch alle vier Frauen, dass eine starke Gemütsverfassung unbedingte Voraussetzung ist, wie auch eine ständige Begleitung durch Supervision und letztlich auch den Lebenspartner, beziehungsweise das eigene soziale Umfeld.

Der eigentliche Festakt im Konzert- und Bühnenhaus war aufwendig arrangiert und nach lockerem Empfang und Gesprächen bei „Sekt & Schnittchen“ eröffneten Birgit Stienen und Franziska Eickmans mit launig-charmanter Moderation den Abend. Ein Grußwort des stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Kevelaer, Johann-Peter van Ballegooy, folgte, bevor Karl Döring aus dem Vorstand der Caritas den Hospizdienst inhaltlich und funktionell in das Aufgabenspektrum des Verbandes einordnete. Genauso wie der Sterbeprozess ein unausweichlicher Bestandteil des Lebens ist, gehört ein würdevoller Umgang mit Sterbenden zu einer zivilisierten Gesellschaft. Schließlich ist die Sterbebegleitung ein unverzichtbarer Dienst im Sinne christlicher Solidarität und ordnet sich damit in den diakonischen („dienenden“) Grundauftrag der Kirche ein.

Festredner Franz Müntefering Foto: MaWi

Hauptredner des Abends war zweifelsohne Franz Müntefering, langjähriger SPD-Bundestagsabgeordneter, Vizekanzler, ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Soziales und letztlich charismatischer Vollblutpolitiker, für den „Ruhestand“ kein Begriff ist. Der Tod seiner zweiten Frau war nicht nur in jeglicher Hinsicht ein lebensändernder Einschnitt für ihn – er legte in Folge sein Amt als Bundesminister und Vizekanzler nieder –, sondern brachte ihn auch den Palliativ- und Hospizdiensten näher, für die er sich seitdem engagiert.

Wie schon Karl Döring, stellte auch Müntefering den Tod als Teil des Lebens in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen – „Sterben ist normal“. Dass das in unserer Gesellschaft, in der das Wohnen mehrerer Generationen unter einem Dach fast nicht mehr gegeben ist, in der „ewige Jugend“ das Credo ist und die das Thema Sterben vornehmlich an den dunklen Rand drängt, keineswegs normal ist, steht dazu in einer gewissen Spannung. Viele Entwicklungen in der Gesellschaft, sei es der Trend zu Ein-Personen-Haushalten oder auch die Fortschritte in der Hochleistungsmedizin führen zu vollkommen neuen Anforderungen, wenn es darum geht, Menschen an ihrem Lebensende würdig zu betreuen.

Von der Forderung palliativ- und hospizdienstliche Versorgung flächendeckend anzubieten, träumt gewiss nicht nur Müntefering, sondern auch die Engagierten bei der hiesigen Caritas tun dieses. In diesem Zusammenhang mahnte Müntefering die längst überfällige Aufwertung sozialer Berufe und Tätigkeitsfelder an, die sich in einer höheren gesellschaftlichen Anerkennung ebenso äußern muss wie in einer besseren Bezahlung. Die unersetzliche ehrenamtliche Arbeit vergaß er dabei selbstverständlich nicht und strich heraus, dass Leistungsfähigkeit nur in der Verzahnung von dieser mit hauptamtlicher Arbeit entsteht. Seiner Quintessenz „Helfen und sich helfen lassen sind Kernwerte in einer Demokratie“ mag gewiss niemand widersprechen.

Nach einer etwas unfreiwilligen Pause – der nun folgende Künstler war kurzzeitig nicht auffindbar –, übernahm dann Purple Schulz die Bühne. In seinem Soloprogramm „Einzig, nicht artig“ präsentierte er Songs aus 35 Jahren seiner Bühnenkarriere und las auch eigene Texte.

Das Lied „Der letzte Koffer“ hatte Birgit Stienen und Franziska Eickmans derart angerührt, dass sie sich entschieden, Purple Schulz für diesen Abend einzuladen, der nach eigenem Bekunden spontan zugesagt hat. Gemäß seinem programmatischen Motto war er dann auch wenig artig und begeisterte das Publikum mit seinen gesellschaftskritischen Songs – so wie man es eben von einem Alt-68er erwartet.

Bischof Genn lädt Ehrenamtliche zum Austausch nach Münster ein

Das Angebot ist so vielfältig wie die Aufgaben derjenigen, für die es bestimmt ist: Münsters Bischof Dr. Felix Genn lädt am Samstag, 9. März, zu einem „Tag der Pfarreiräte“ in die Domstadt ein.
Von 9 bis 17 Uhr können sich die ehrenamtlichen Mitglieder der Pfarreiräte im Bistum informieren, austauschen – sowie Ideen und Hilfen für ihr Gemeindeleben vor Ort mit nach Hause nehmen. Die Veranstaltung findet in der Halle Münsterland statt.
An diesem Tag wird es um die Entwicklung und Perspektiven der Pfarreien im Bistum Münster gehen, aber auch um aktuelle Herausforderungen. Die Ehrenamtlichen können an Workshops teilnehmen, die sich mit unterschiedlichen Themen beschäftigen: Zukunft des freiwilligen Engagements, Schöpfungsbewahrung und ökofaire Gemeinde, Umgang mit Konflikten und Spannungen, Experimente wagen, Nachrangigkeiten entwickeln sowie Pastoralplan umsetzen und weiterdenken.
Den Inhalt vier weiterer Workshops legen die Teilnehmer zu Beginn des Tages selbst fest. Dabei kann auch über das Thema sexueller Missbrauch in der Kirche und die Konsequenzen daraus gesprochen und diskutiert werden.
Den ganzen Tag über ist zudem ein „Servicepoint“ als Anlaufstelle für Fragen und Anregungen der Pfarreiratsmitglieder besetzt. Ansprechpartner aus den Fachabteilungen des Bischöflichen Generalvikariates werden Auskünfte geben.
Eingerahmt wird der „Tag der Pfarreiräte“ in ein musikalisches Begleitprogramm mit spirituellen Impulsen.
Anmeldungen sind bis zum 17. Februar ausschließlich online unter https://bistum.ms/pfarreiraete möglich.

Opa Willi im Einsatz

Nun ist er im Sondereinsatz. Opa Willi als Werbeträger für ein ehrenamtliches Engagement als Bürgerbusfahrer.

Mit Erlaubnis der Besitzer (Familie Bodenstein) ist Opa Willi aus der Friedensstraße nun Dank der Spende einer heimischen Firma auf der Fahrerseite des Winnekendonker Bürgerbusses präsent und wirbt nach dem Motto „Bürger fahren für Bürger“ um Nachwuchs der Bürgerbusfahrer.

“Es hat sich nichts verändert, Fahrgäste haben wir genug, viele Sonsbecker, die früh morgens zur Arbeit nach Kevelaer oder zum Bahnhof müssen und tagsüber ins Krankenhaus Kevelaer aus Winnekendonk viele Mütter mit Kinderwagen zum Kinderarzt und Einkaufen nach Kevelaer”, sagt der Vorsitzende Hans-Joachim Kohlhoff. “Viele Senioren in Kevelaer nutzen den Bürgerbus, um ins Zentrum zu kommen.”

Fahrgäste wären also wirklich genug da- Hier seinen die Bürgerbusse gefragt. Die Bedingungen seien leicht erfüllbar, um Busfahrer zu werden Kohlhoff: “Ein kleiner Gesundheitscheck und der PKW-Führerschein B (ehem. III). Ja, und dann nur drei Stunden Zeit in der Woche für diese ehrenamtliche Tätigkeit, die Spaß und Kontakt zu dankbaren und freundlichen Fahrgästen bringt.”

Der Vorsitzende fände es schön, “wenn wir diese ehrenamtliche Tätigkeit auf mehrere Schultern verteilen können, wir weiterhin den Verkehr ab sechs Uhr morgens aufrechterhalten und damit die Beförderung unserer Bürger auch weiterhin sicherstellen.”

Wer Zeit und Lust hat das Team zu verstärken, wendet sich an die Stadtwerke Kevelaer (Telefon: 02832/931315) oder an den Vorsitzenden des Bürgerbusvereins Winnekendonk Kohlhoff (Telefon: 02832/9792538).

Heimatverein „Ons Derp“ lädt Winnekendonker Schülerlotsen ein

Auch in diesem Jahr hat der Heimatverein „Ons Derp Winnekendonk“ zur Wertschätzung des Ehrenamtes eine Gruppe fleißiger und engagierter Dorfbewohner zu einem gemütlichen Miteinander auf den Minigolfplatz eingeladen. Die Schülerlotsen wurden zum Dank von Vorstandsmitgliedern des Heimatvereins mit leckeren Speisen vom Grill und gekühlten Getränken verwöhnt. Bei den Lotsen handelt es sich um eine Gruppe selbst organisierter aktiver Eltern und Großeltern der Schülerinnen und Schüler der Overberg Grundschule, die Tag für Tag für einen sicheren Schulweg sorgen und den Kindern beim Überqueren der viel befahrenen Kervenheimer Straße helfen. Mit viel Engagement setzen sie sich für ihre Kinder und Enkel ein und tragen so dazu bei, dass Unfälle auf dem Schulweg verhindert werden. Vor Schulbeginn und nach Schulschluss stehen die Lotsen auch bei Wind und Wetter an der Straße, um für die Kinder den Verkehr anzuhalten. Dieser ehrenamtliche Einsatz wurde nun durch den Heimatverein gewürdigt und in gemütlicher Runde bedankte sich der Vorstand bei allen Schülerlotsen.