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Bürger*innen können 100 Online-Dienste in Anspruch nehmen

Kreisverwaltung wird digitaler

Viele Bürger*innen im Kreis Kleve nutzen inzwischen das Onlineangebot des Kreises Kleve zur Antragstellung. Mehr als 10.000 Anträge erreichten die Kreisverwaltung im vergangenen Jahr elektronisch…

In den kommenden Jahren sollen immer mehr Jahrgangsstufen mit den Geräten ausgestattet werden

KvGG bekommt eigene iPads

Zum Ende des vergangenen Jahres konnte das Kardinal-von-Galen-Gymnasium Kevelaer mit Hilfe der Stadt Kevelaer sein digitales Angebot für die Schüler*innen erweitern.

Die Digitalisierung an den Schulen in Kevelaer hat an Fahrt aufgenommen

Mittel des Pakts sind ausgeschöpft

Die Digitalisierung an Kevelaerer Schulen scheint in den vergangenen Monaten einen Riesenschritt gemacht zu haben. Leicht vergisst man über die aktuellen, von Corona deutlich angeschobenen Maßnamen die Grundlagen. Mit einem von der FDP nachgefragten Sachstandsbericht machte die Schulverwaltung jetzt im Schulausschuss deutlich, dass die Weichen für heutige Erfolge schon vor Jahren gestellt wurden.

Verwaltung rät von Streaming ab

SPD möchte Ratssitzungen gerne im Internet sehen

Zu aufwändig, zu teuer – die Kevelaerer Verwaltung spricht sich in ihrer Antwort auf einen SPD-Antrag gegen eine Übertragung von Ratssitzungen aus der Wallfahrtsstadt im Internet aus.

Mehr Eigenverantwortung im Distanzunterricht

„Mal ein Test – könnt Ihr mich gut hören?“, fragt Christian Berghs in den „virtuellen Klassenraum“ hinein. Ein vielstimmiges, mal verzögertes, mal undeutliches „Ja“ schallt dem Mathelehrer des Oberstufen-Grundkurses als Antwort aus den diversen „Bildschirmkästen“ entgegen. Auf einem winzigen Bildschirm kann Berghs die diversen Schüler*innen ausmachen, die an der Videokonferenz teilnehmen. In dem „realen“ Klassenraum, in den er sich zurückgezogen hat, sieht er auf seiner winzigen Bildschirmleiste die „winkenden Hände“ neben den Namen. Sie zeigen an, wer gerade „aufzeigt“ und etwas sagen möchte. 

Die Nachbesprechung des Mathetests mit den Schüler*innen der elften Klasse geht konzentriert und leise vor sich. Immer wieder gilt es für alle Beteiligten, Geduld aufzubringen, um die Verzögerung des Netzes aufzufangen. Sich mit dem Bild wegschalten, das gibt es nicht. „Wir finden es nicht gut, Schüler nicht zu sehen. Es ist so eh schon schwer, weil man kein Gefühl für die Schüler hat“, sagt Schulleiter Christoph Feldmann. „Und es werden immer die Schüler eingeblendet, die was sagen.“ Wer nicht zeigen will, wo er gerade sitzt, kann eine Funktion zum Weichzeichnen des Hintergrundes nutzen. Den meisten Schüler*innen, die im Bild zu sehen sind, scheint das nicht so wichtig zu sein. Sie nutzen die Funktion nicht. 

Dass Lernen mit Hilfe des Programms durchaus funktioniert, beweist die virtuelle Schulstunde. Berghs schreibt die Aufgaben über das „Notes“-Programm auf den Bildschirm, wodurch die Schüler*innen die Schritte mit nachvollziehen können. Und später kommen noch Lernspiele dazu, mit denen die Schüler*innen noch aktiver in den Lernprozess einbezogen werden können. 

Der Lehrer unterrichtet am Tablet. Foto: AF

Viele lernen mit dem Tablet, tatsächlich noch einige mit dem Smartphone. „Solange das Tablet nicht da ist, wird es so gehen“, sagt Jana. Es gab da Probleme beim Versand. „Es ist nicht zu klein, man kann ranzoomen“, meint sie zu der praktischen Seite.  Aber ein bisschen beobachtet fühle man sich in dieser Unmittelbarkeit schon. Ob es anstrengender als der „reale“ Schulunterricht ist? „Hier muss man sich mehr konzentrieren, zuhören und gleichzeitig arbeiten“, sagt Lara. Und ab und zu komme es vor, dass man in Kervenheim halt mal Internetprobleme habe, sodass „ich nix sehe, nix höre und eine Minute verpasse.“ Ihm fehle der Lernrhythmus im Klassenzimmer, sagt Danny.

Ein Quantensprung

Technisch sei das digitale Lernen „ein Quantensprung für die Schule“, sagt der Digitalbeauftragte der Schule, Patrick Cosar. „Es geht um unterschiedliche Lernplattformen – „Logineo“ und „Moodle“ für die Klassen fünf bis zehn und in der Oberstufe arbeiten wir mit ,Teams 365‘“, erklärt die didaktische Leiterin der Gesamtschule, Martina Boudewins.  Schule habe sich in kürzester Zeit komplett gewandelt, ergänzt Schulleiter Christoph Feldmann. „Was sich die Schüler und Lehrer ,draufgeschaufelt’ haben“ an digitalem Umgang und Wissen, „das gab es so noch nicht.“ Für die Lehrer*innen gab es zu Beginn des ersten Shutdowns eine Art dreitägige „Turbo“-Fortbildung, mit der sie erstmal arbeiten mussten. „Es gibt dann immer so kleine ,Fortbildungs-Snacks’ in der Woche von 30 bis 60 Minuten“, ergänzt Boudewins. 

Die Voraussetzungen seit dem ersten Shutdown haben sich deutlich verbessert, nachdem die Lehrer*innen über den Digitalpakt mit iPads von der Stadt versorgt wurden und 150 iPads für die Schüler*innen leihweise parat stehen. Und das Lernen laufe besser als im Frühjahr, bezieht sie sich dabei auf eine aktuelle Umfrage an der Schule. „Da zeichnet sich ab, dass Eltern und Schüler deutlich zufriedener sind.“ Oftmals könnten Eltern schon für ihre Kinder am Vorabend die bereitgestellten Aufgaben ausdrucken und sogar vorbesprechen. 

Über die Videokonferenzen ließen sich nicht nur gezielte individuelle Fragen beantworten, sondern durchaus auch mal andere Fragen bereden, so Boudewins. Auch das sei in der Zeit wichtig. „Klar ist, dass das alles viel mehr Eigenverantwortung für die Schüler bedeutet“, ergänzt ihr Kollege Cosar. 

„Es wird weniger in die Klasse reingerufen“

Die Schüler*innen haben zu dem virtuellen Lernen eine differenzierte Meinung. „Ich denke schon, dass ich in der Schule motivierter bin als vor dem Bildschirm, aber ich finde es richtig, dass wir das jetzt hier so durchziehen wegen Corona“, sagt eine Schülerin. „Wegen Lüften und Corona“, sei es im Moment so besser, meint Maret. Für Emilie ist es aktuell „bequemer, wenn man nicht um 6 Uhr aufstehen und früh mit dem Bus fahren, sondern erst um halb 8 aufstehen muss.“ Und Lara hat einen weiteren interessanten Vorteil ausgemacht: „Es wird weniger in die Klasse reingerufen.“

Aber bei allen klingt deutlich durch, dass ihnen der normale Schulunterricht fehlt. „Ich hätte das früher nicht gedacht, aber ich freue mich auf die Schule“, sagt Lara. „Es fehlt das Stück Normalität und der geregelte Ablauf, morgens um 6 Uhr zu frühstücken, zum Bus und dann zur Schule zu laufen“, fasst Danny das Gefühl aller gut zusammen. Dieser Aspekt kommt bei vielen durch.

Kevelaerer Rat stellt die Weichen für digitale Gremienarbeit

Was seit Oktober 2016 schrittweise und vorerst auf freiwilliger Basis umgesetzt wurde, hat der Rat der Wallfahrtsstadt Kevelaer in seiner jüngsten Sitzung nun fest beschlossen: die Einführung der digitalen Gremienarbeit. Zukünftig werden den Ratsmitgliedern die Sitzungsunterlagen grundsätzlich nur noch digital zur Verfügung gestellt. Angelehnt daran besteht für die sachkundigen Bürger*innen ebenfalls die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis an der digitalen Gremienarbeit teilzunehmen. Dieses Angebot wird bereits zahlreich genutzt.

Die Gremienarbeit ist ein zentraler Bestandteil der kommunalen Selbstverwaltung. Seit 2014 nutzt die Kevelaerer Stadtverwaltung in dem Zusammenhang das digitale Sitzungsmanagement „SD.net“ für die Erstellung, Bearbeitung und Archivierung aller Sitzungsunterlagen. Mit der damit verbundenen „RICH“-App können die Rats- und Gremienmitglieder mit ihren Notebooks und Tablets nun schneller und kostengünstiger arbeiten. Sie können, ebenso wie die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, die Unterlagen wie bei einem E-Book-Reader bearbeiten: Lesen, Durchsuchen, Markieren, Kommentieren oder auch Anmerkungen mit anderen Nutzer*innen austauschen.

Neben der damit verbundenen Papierersparnis sind die Sitzungsunterlagen für bis zu 40 Gremiensitzungen im Jahr zukünftig auch früher bei den Mandatsträger*innen, da der Postweg entfällt.

Das Ratsinformationssystem ist als Internetportal, in dem alle öffentlichen Unterlagen als PDF verfügbar sind, auch für die Bürger*innen zugänglich und unter https://ris.kevelaer.de/ zu finden.

Kreiswirtschaftsförderung informiert über Digitales

Es gibt keinen Zweifel daran, dass insbesondere der örtliche Einzelhandel die Auswirkungen des Shutdowns deutlich zu spüren bekommt. Nicht wenige fürchten derzeit das Nachlassen der Magnetwirkung der Innenstädte, wenn die Verlagerung von Einzelhandelsaktivitäten durch Online-Umsätze derart intensive Fortsetzung findet wie zur Stunde.  Der Handelsverband Nordrhein-Westfalen hat sich mit diesen und anderen Themen des Einzelhandelsgeschehens auseinandergesetzt. 

„Aus der Flut der in den vergangenen Monaten stattgefundenen Online-Veranstaltungen haben wir für Sie aus unserem Netzwerk diese interessanten und praxistauglichen Webinare und Podcasts mit Expertenrunden aus Digitalwirtschaft und Handel herausgesucht“ – mit diesen Worten hat der Handelsverband seine „Mediathek der Digitalcoaches“ überschrieben. 

Marktplätze, Social Media und Marketing

Durch diese gebündelten Informationen hat die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve einen breit angelegten Mail-Versand umgesetzt und damit wichtige Multiplikatoren des Handels informiert – unter anderem die Bürgermeister*innen in den Städten und Gemeinden, die Werberinge und ihre Vorstände, die Runde aller Wirtschafts- und Tourismusförder*innen und die Repräsentant*innen der Kreditwirtschaft. Themen wie die Bedeutung der eigenen Website, Suchmaschinenoptimierung, Marktplätze und Plattformen, Social Media, Digitales Marketing, die Chancen durch einen ureigenen Webshop wie auch die finanzielle Förderung all dessen spielen eine Rolle. 

„Wir sind sicher“, so Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers, „dass auch der örtliche Handel an einer Intensivierung des Themas Digitalisierung nicht vorbeikommen wird. Daher war uns die Bündelung dieser Informationen des Handelsverbandes für unsere Zielgruppen besonders wichtig.“ Man wolle nicht verschweigen, dass auch die Kreis-WfG mit Blick auf in Schwierigkeiten geratende Einzelhändler in Sorge sei. Man sei bereit, die Informationen auch an weitere Dritte weiterzuleiten. Ein Anruf bei der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve (Tel. 02821-72810) oder eine Mail an info@wfg-kreis-kleve.de mit dem Stichwort „Digital-Handel“ genügt.

„Es ist auch für uns ein völlig neues Szenario“

Schon als kleines Kind habe er sich viel mit Computern beschäftigt, muss André Dicks  bei der Erinnerung schmunzeln. „Es gab öfters Ärger, weil ich zu viel Zeit am PC verbrachte, aber ich konnte mich letztendlich durchsetzen“, erzählt der heute 32-jährige IT-Fachinformatiker für Systemintegration, der in Weeze wohnt. Es sei für ihn naheliegend gewesen, „dass ich nach der Bundeswehrzeit etwas mache, was mit dem PC zu tun hat.“ Und aus dem Praktikum bei der Stadt wurde schließlich eine Ausbildung.    

Heute ist Dicks der zuständige Administrator für alle Kevelaerer Schulen. „Vorher hatten wir keine Informatiker für die Schulen. Dann wurde vor ein paar Jahren die Stelle geschaffen und man hat mich zum Systemverantwortlichen für alle Schulen erklärt.“ Mit Herbert Valks steht ihm mittlerweile ein weiterer Kollege zur Seite.

Feste Ansprechpartner

„Als ich anfing, hatten die wenigsten Schulen feste Ansprechpartner für IT-Belange benannt. Manche Schulen hatten zwar Informatiklehrer, die sich auch um gesamtschulische Belange kümmerten, die Kommunikation war aber schwierig, da es nie einen eindeutigen Ansprechpartner gab.“ Mit den Jahren wuchs der Aufwand. „Wir verwalten mittlerweile alle Server, Netzwerke, Telefonanlagen und vieles mehr eigenständig.“ Das läuft zentral bei ihm im Büro zusammen. „Es gibt immer wieder Projekte, die nicht nur mit den Schulen, sondern auch mit dem Schulamt und dem Gebäudemanagement abgestimmt werden müssen.“ 

Viele Kommunen nehmen für die Administration der Schulen das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) in Anspruch. In Kevelaer kümmere sich die Stadt eigenständig um die Schuldigitalisierung. „Ich mache da fast alles. Langweilig wird es nie. Jeden Tag gibt es etwas Neues.“ Diese Lösung hat aus seiner Sicht viele Vorteile. „Wenn man die Verantwortung für alle Systeme hat, kann man diese auch effizienter steuern und schneller reagieren. Dies kommt letztlich allen Schulen zugute.“ 

Weil er immer weiß, wie viele Schüler*innen, Lehrer*innen und Klassenräume von einem Projekt betroffen sind, kann er die Auswirkungen technischer Umsetzungen und Ausstattungen gut beurteilen. „Wichtig ist es, sich die Frage zu stellen, wie kann die Schule in zehn Jahren technisch aufgestellt sein.“ 

Dass die Versorgung aller mit Endgeräten Monate in Anspruch genommen hat, sei kein Wunder, sagt Dicks. „Die Beschaffung musste ja noch stattfinden, Fördermittel freigegeben, Ausschreibungen getätigt, Firmen beauftragt, alles bestellt und bezahlt werden. Das sind auch Dinge, die viel Zeit fressen. Deshalb dauert das unter Umständen so lange.“ Und die nötigen iPads müssten ja auch alle lieferbar sein. Aufgrund der Coronapandemie gab es da teilweise Engpässe – „egal wo man bestellen wollte.“ Im vergangenen Herbst habe man zum Beispiel von einem zentralen Lieferanten das Signal erhalten, es gebe beispielsweise keine Notebooks mehr. Viele Firmen hatten im Vorfeld schon kommuniziert, dass Lieferungen für dieses Jahr nicht mehr möglich sind.

Erhöhter Druck

Mit Corona habe sich natürlich eine neue Situation ergeben. „Dass die Schulen und die Lehrerschaft erhöhten Druck haben, Unterricht trotzdem stattfinden zu lassen und sich in neue Bereiche begeben müssen“, sei ersichtlich. Nach seiner Einschätzung werde es „noch dauern, bis wir in Klassenstärke Digitalunterricht leisten können, weil hier auch die pädagogischen Möglichkeiten beschränkt sind.“ Jeder könne den Stream zu Hause ja einfach ausmachen. „Es sind ja nicht nur technische Probleme, die das Distanzlernen erschweren. Diese sind nur ein Baustein. Man spricht oft nur von Ausstattungsproblematiken, obwohl es noch viele weitere Faktoren gibt.“

Die erste Herausforderung bei der aktuellen Digitalversorgung der Schulen „war für uns, eine Idee davon zu haben: Was brauchen wir, damit jeder teilnehmen kann – ob an einem Chat, beim Dateiversand oder der Teilnahme an einer Videokonferenz.“ Man habe sich vorher schon um Lösungen gekümmert. „Diese waren lizensiert und standen bereit. Es ist aber etwas anderes, eine neue Plattform schrittweise einzuführen oder den Einsatz dieser von allen Beteiligten innerhalb kürzester Zeit abzuverlangen.“ 

Für den digitalen Unterricht habe man Tablets angeschafft. „Ob Grundschule oder weiterführende Schule, es ist am einfachsten, damit umzugehen“, sagt André Dicks. Kinder der ersten bis dritten Klasse lernten gerade schreiben. „Da kann ich nicht erwarten, dass sie sich per E-Mail und einem achtstelligen Passwort einloggen.“ Sei das Tablet konfiguriert, könne man mit dem Finger patchen und dann tauchen die Inhalte auf: „Das ist einfacher für jüngere Kinder.“ Man habe Strategien gesucht, „wo wir Herr der Lage sein können – trotz der vielen Geräte. Wir haben daher iPads angeschafft, mit dem Ziel, sowohl für Kinder wie Lehrer eine gemeinsame Basis zu schaffen.“

Mit der Zeit neue Techniken entwickeln

Obwohl vieles automatisch läuft, funktioniert nicht alles reibungslos. Einige der ausgegebenen Geräte habe man noch einmal neu konfigurieren müssen, sagt André Dicks zur Ausgabe der Tablets an die Schulen. Die Anzahl war jedoch gering. Aktuell kommen auch von Eltern noch Fragen, wie bestimmte Funktionen auf den Geräten freigeschaltet werden können. Bislang könne man die Fragen individuell und schnell beantworten, werde sich aber irgendwann ein automatisiertes Verfahren überlegen, wo in einem Glossar häufig gestellte Fragen erklärt werden. „Es ist auch für uns ein völlig neues Szenario, an Lehrer, Schüler, Verwaltungsmitarbeiter so viele Geräte gleichzeitig herauszugeben und in Betrieb zu nehmen.“

Anfang Dezember habe man 280 Lehrergeräte verteilt. An einem Ausgabetag vor den Weihnachtsferien wurden 260 Schülergeräte aus dem Digitalpakt ausgegeben – für Familien, die über keine technische Ausstattung verfügen. Die restlichen Geräte werden nun in den Schulen ausgegeben. „Alle Familien müssten dann soweit technisch ausgestattet sein, um an einem Videoseminar teilnehmen können, bei dem sie die Aufgaben herunterladen, bearbeiten und zurückschicken können.“ Alle Schüler*innen kurzfristig mit einer Lernplattform zu versorgen, die online funktioniert, sei auch nicht einfach. „Es gibt immer wieder Nachrichten, dass verschiedene Lernplattformen in Bundesländern ausfallen oder überlastet sind.” Entsprechend habe man sich einen eigenen Video-Meeting-Server angeschafft, „damit wir Herr des Verfahrens sind und nicht nur Zuschauer. „Es ist auch für uns unzufriedenstellend, wenn wir E-Mail und Videoserver anbieten und dann hören wir, es gibt technische Schwierigkeiten.“ 

Internet-Engpässe habe man an den Schulen sicher auch. Zum Glück schaffen die bereitgestellten Glasfaseranschlüsse an den Grundschulen hier Abhilfe. Dort habe man die Bandbreite bereits erhöhen können. „Da wo es drückt, am Schulzentrum, da müssen wir leider noch warten“, sagt Dicks. Im Schulzentrum gebe es fünf Anschlüsse mit 100 MBit. „Wir haben an die 2.000 Schüler, da bräuchten wir deutlich mehr Kapazität.“ Man hoffe, über das Förderprogramm des Kreises Kleve für die Bereitstellung der Gigabit­anschlüsse in den Schulen bald auch im Schulzentrum besser versorgt zu werden. 

Solange müsse man „die Ressourcen, die wir haben, so gut wie möglich ausschöpfen“ und Bereiche priorisieren, sagt der IT-Experte. Man versuche „möglichst viele Videostreams und -konferenzen möglich zu machen.“ Zurzeit wirke sich die fehlende Bandbreite nicht so extrem auf die Schulen aus, weil die Schüler momentan den häuslichen Anschluss nutzten. Nach Ende des Shutdowns sei das aber wieder anders.

Gut vorbereitet auf den Distanzunterricht

Schüler*innen, Lehrer*innen und Schulen in Kevelaer sind auf den Distanzunterricht bis Ende Januar gut vorbereitet. Das ist die Botschaft, die die Stadt und die Einrichtungen jetzt zum Auftakt der Beschulung im neuen Jahr vermitteln. Der Rat der Stadt habe bereits Ende Juni beschlossen, dass die digitale Ausstattung für Schüler*innen an Kevelaerer Schulen schnellstmöglich erfolgen soll, heißt es dazu in einer Stellungnahme der Stadt. 

Unmittelbar nach der Bewilligung der beantragten Mittel aus dem Digitalpakt und den ergänzenden Sofortausstattungsprogrammen in Höhe von gut 423.300 Euro habe man im September die digitalen Geräte für die Schulen über das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein bestellt. Dazu kamen noch 34.255 Euro, die die Stadt entsprechend der Förderrichtlinien als Eigenanteil beigesteuert hat. 

Aufgrund der hohen Nachfrage nach digitalen Endgeräten kam es aber teilweise zu Lieferengpässen und zeitlichen Verzögerungen. Trotzdem konnten die Geräte für Schüler*innen, die keinen Zugang zu digitalen Endgeräten hatten, bereits vor den Weihnachtsferien ausgegeben werden.

Die Geräte bleiben Eigentum der Stadt

Die herausgegebenen Tablets gehen dabei nicht in das Eigentum der Schüler*innen über, sondern gehören der Stadt und werden leihweise für solche Kinder und Jugendliche zur Verfügung gestellt, die zu Hause keine ausreichende technische Ausstattung haben, um beispielsweise am Distanzlernen teilzunehmen. Im Falle eines Verlusts oder Diebstahls können die Geräte aus der Ferne verfolgt und gesperrt werden, sodass die Geräte für Diebe schnell unbrauchbar gemacht werden könnten.

Bürgermeister Dominik Pichler zeigte sich erfreut darüber, dass man in so kurzer Zeit digitale Geräte zur Verfügung stellen konnte. „Alle Schülerinnen und Schüler sollen den gleichen Zugang zu Bildung erhalten. Dies darf nicht an mangelnden finanziellen Mitteln für eine technische Ausstattung zu Hause scheitern“, so der Bürgermeister.

iPads für Lehrkräfte

Auch die 280 Lehrkräfte an den Kevelaerer Schulen wurden bereits Anfang Dezember mit iPads ausgestattet, um sich im Vorfeld mit den Geräten vertraut machen zu können.   

Um die digitalen Kompetenzen der Schüler*innen kontinuierlich zu verbessern, stehen künftig in den Schulen auch stationäre und / oder mobile Klassensätze mit iPads zur Verfügung, die dazu beitragen, die Lernerfahrungen der Schüler*innen auszubauen. Der Betrag für schulgebundene mobile Endgeräte ist nach den Förderrichtlinien zum Digitalpakt auf 25.000 Euro je Schule begrenzt.

Kevelaerer Unternehmer gehen neue Wege in digitaler Welt

Die Idee, das Familienunternehmen „Moeselaegen“ und den dazugehörigen „Börgermeister“ einer digitalen Modernisierung zu unterziehen, hatten Felix und Lutz Moeselaegen schon länger. Denn dass gerade in der heutigen Zeit – noch verstärkt durch die Corona-Pandemie – ein ansprechender und einfach zu bedienender Online-Auftritt ein Aushängeschild eines Unternehmens ist, wissen die beiden Brüder nur zu gut. Aufgrund des hohen Zeit- und Kostenaufwandes war bisher allerdings eine gewisse Unentschlossenheit vorhanden. Das Sonderprogramm „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“ des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW ebnete den Kevelaerer Brüdern nun den Weg, einen großen Schritt im Digitalisierungsprozess zu gehen. Mit dem Kevelaerer Unternehmen „Oneline Media“ als Digitalisierungspartner können Felix und Lutz Moeselaegen nun erste Ergebnisse vorstellen.

Das Projekt des NRW-Wirtschaftsministeriums war Ende Juni diesen Jahres an den Start gegangen. Der Aufruf richtete sich an Unternehmen des stationären Einzelhandels mit weniger als 50 Beschäftigten, die mithilfe digitaler Technologien den Auswirkungen der Corona-Pandemie entgegnen wollen. „Gefördert werden kurzfristige Projekte von Kleinunternehmen, die sich erstmalig digital aufstellen oder den Auf- oder Ausbau der digitalen Technologien für ihr Unternehmen voranbringen wollen“, heißt es in der Projektbeschreibung des Ministeriums. Der Höchstbetrag der Förderung liegt bei 12.000 Euro bei einem Fördersatz von bis zu 90 Prozent. Eine grundlegende Voraussetzung der Bewilligung war dabei, dass das Projekt der unmittelbaren Abwehr oder Abmilderung der Folgen der Corona-Krise dienen muss.

Anträge und Technik

Die Kevelaerer Agentur „Oneline Media“ hat dieses Projekt bisher mit insgesamt fünf Unternehmen aus der Wallfahrtsstadt realisiert. Neben der Abwicklung der Förderanträge gehörte hierzu auch die technische Umsetzung und fachliche Begleitung im Projekt. Ab dem kommenden Jahr plant das Unternehmen zudem, Firmen bei Projektumsetzungen im Rahmen des Förderprogramms „go-digital“ des Bundes unterstützen (Informationen hierzu gibt es unter https://bit.ly/3r2H0CW).

Bei Felix und Lutz Moeselaegen bestand das Vorhaben für den „Börgermeister“ – ein Zweig des Familienunternehmens „Moeselaegen“ – darin, den Online-Service zu erweitern. Die große Neuerung: Seit Kurzem können die Essensbestellungen auf einfachem Wege online aufgegeben werden, was zuvor telefonisch und schriftlich abgewickelt wurde (derboergermeister.enfore.com/shop). Das sei sowohl für die Kund*innen unkompliziert, da bereits im Voraus inklusive einer genauen Abholzeit bestellt werden könne, und auch die internen Betriebsabläufe würden positiv beeinflusst, erklärt Felix Moeselaegen. So könne beispielsweise der automatisch erstellte Bon einer Bestellung direkt in die Küche weitergeleitet werden und alle Abholtermine seien direkt auf einen Blick verfügbar. Auch der Ticketverkauf für die diversen Events des „Börgermeisters“, die normalerweise außerhalb der Corona-Pandemie stattfinden, soll künftig online ablaufen.

Konserven als Lieferung

Der zweite Teil des Projekts widmete sich dem Online-Shop der Metzgerei. Unter herhaftlecker.de gibt es seit Kurzem Suppen, Eintöpfe und andere Fertiggerichte in der Konserve zu kaufen. Bisher sei das Angebot der regionalen Gerichte in den Geschäftsräumen an der Hauptstraße gut angenommen worden, sagt der 34-jährige Lutz Moeselaegen. Auch viele Besucher der Wallfahrtsstadt würden sich regelmäßig mit Konserven eindecken sowie den Bekanntenkreis und ältere Familienmitglieder versorgen. Das Ganze soll durch das neue Online-Angebot noch einfacher werden, auch für Kunden aus der Ferne – und vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie, in denen der persönliche Kontakt auf das Minimum reduziert wird.

Da er und sein Bruder durchaus technik- und medienaffin seien, habe man sich auf die Neuerungen recht schnell einstellen können, sagt der 36-jährige Felix Moeselaegen. Zudem sei das System in der Handhabung benutzerfreundlich. Nichtsdestotrotz stellten einen derartige digitale Umstellungen immer wieder vor Herausforderungen und man müsse sich einfach mit der Zeit zurechtfinden. Das funktioniere aber bereits sehr gut. Und im Laufe der Zeit würden sich sicherlich noch weitere Ideen ergeben, die man im digitalen Auftritt verändern könne, ist sich Lutz Moeselaegen, der mit seinem Bruder quasi im Familienbetrieb groß geworden ist, sicher. Für die Kevelaerer war die Förderung des NRW-Wirtschaftsministeriums eine Chance, sich in Corona-Zeiten digital neu aufzustellen. „Ohne Förderung ist man zögerlicher“, bestätigt Lutz Moeselaegen, dass das Projekt eine sichere Stütze darstellt.

Neben den digitalen Erweiterungen freuen sich die Unternehmer auf neue Konserven, die bald ins Sortiment kommen – extra proteinreich und unter anderem in vegetarischen Varianten. Ein Müsli des Unternehmens „Barni & Wilma“ aus Goch hat bereits vor kurzer Zeit Einzug erhalten. Außerdem sei eine Zusammenarbeit mit einem vegetarischen Lokal aus der Region in Planung, verrät Felix Moeselaegen, dass dem digitalen Projekt noch weitere Ideen folgen werden.