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Hotline für Buchung der Impftermine überlastet

Sehr hohe Zugriffszahlen auf die Webseiten zur Buchung einer Corona-Impfung und ein hohes Anruferaufkommen bei der Hotline 116 117 führen aktuell zu erheblichen Verzögerungen bei der Terminbuchung für die über 80-jährigen Impfberechtigten in NRW. Dies bedeutet längere Wartezeiten bei Anrufen und Verzögerungen sowohl beim Aufrufen der Webseiten als auch bei der Bestätigung von Terminen per E-Mail.

„Es wird unter Hochdruck an der Beseitigung der Engpässe gearbeitet und die KVen (Anm. d. Red.: Kassenärztlichen Vereinigungen) bitten mit Blick auf die derzeitige Systemauslastung alle, die einen Termin buchen möchten, um Geduld. Alle, die die Möglichkeit haben, einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen, sollten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen”, heißt es in einer Mitteilung der KV Nordrhein. Die Gruppe der Impfberechtigten, die ab heute und in den kommenden Wochen Termine vereinbaren kann, umfasse in Nordrhein-Westfalen fast eine Million Menschen und sei trotz der Call Center-Kapazitäten mit rund 1.200 Mitarbeiter*innen für die Termin-Telefonie und den eigens zur Terminbuchung geschaffenen Online-Portalen so groß, dass es bei der Terminvergabe zumindest zum Start zu Engpässen komme.

116 117 nicht zusätzlich belasten

Alle, die laut Corona-Impfverordnung nicht zur Gruppe der über 80-Jährigen gehören, werden gebeten erst dann anzurufen, wenn auch für sie die Terminvergabe startet. Zudem sollten die telefonischen Anmeldemöglichkeiten für eine Corona-Impfung vor allem zur Terminvermittlung und nicht für allgemeine Fragen zur Corona-Impfung in Anspruch genommen werden, um die Leitungen nicht zusätzlich zu belasten. Die telefonische Terminvergabe ist täglich zwischen 8 und 22 Uhr möglich, online rund um die Uhr.

„Niemand muss sich Sorgen um seine Impfung beziehungsweise seinen Termin machen. Es ist ausreichend Zeit und Vorlauf für die Terminvergabe, zumal es bis Ende April dauern wird, bis wir allein die Gruppe der über 80-Jährigen mit Blick auf die verfügbaren Mengen an Impfstoff ein erstes Mal geimpft haben. Jeder, der geimpft werden möchte, wird drankommen, aber eben nicht sofort. Niemand muss befürchten, zu spät zu kommen. Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Wochen weitere Impfstoffdosen erhalten werden, wodurch sich auch die Terminkapazität erhöhen wird“, erklären Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein und Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KV Westfalen-Lippe. Die Impfstoffmengen würden zunächst reichen, um ab dem 8. Februar pro Woche etwa 70.000 Menschen in Impfzentren in Nordrhein-Westfalen zu impfen. Bis Anfang April stehen damit nach aktuellem Stand rund 560.000 Impfstoffdosen zur Verfügung.

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions (Grafik: Public Domain)

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve ist nahezu stabil

Am heutigen Montag, 25. Januar 2021, liegen dem Kreisgesundheitsamt zur Mittagszeit insgesamt 5.695 labordiagnostisch bestätigte Corona-Infektionen seit Beginn der Corona-Pandemie vor. Das sind 51 mehr als am Vortag. Von den 5.695 Indexfällen sind 260 in Bedburg-Hau, 711 in Emmerich am Rhein, 748 in Geldern, 576 in Goch, 164 in Issum, 203 in Kalkar, 184 in Kerken, 485 in der Wallfahrtsstadt Kevelaer, 885 in Kleve, 212 in Kranenburg, 460 in Rees, 87 in Rheurdt, 282 in Straelen, 90 in Uedem, 114 in Wachtendonk und 234 in Weeze.

Von den insgesamt 5.695 bestätigten Corona-Fällen gelten 5.256 als genesen; 110 Personen sind verstorben. Im Kreisgebiet befinden sich aktuell 23 Personen im Krankenhaus.

Aktuelle Entwicklungen in Einrichtungen

Mehrere Corona-Indexfälle gibt es in Kleve in der Altenpflegeeinrichtung Clever Stolz. Das Gesundheitsamt des Kreises steht im engen Kontakt zur Einrichtung.

7-Tage-Inzidenz

Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner. Die für heute um 0.00 Uhr vom Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) ermittelte 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve liegt bei 78,4. Am Vortag lag dieser Wert bei 75,8. Aktuell befinden sich insgesamt 1.102 Personen in häuslicher Quarantäne.

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions (Grafik: Public Domain)

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve liegt bei 75,8

Am heutigen Sonntag, 24. Januar 2021, liegen dem Kreisgesundheitsamt zur Mittagszeit insgesamt 5.644 labordiagnostisch bestätigte Corona-Infektionen seit Beginn der Corona-Pandemie vor. Das sind 37 mehr als am vergangenen Freitag. Von den 5.644 Indexfällen sind 249 in Bedburg-Hau, 707 in Emmerich am Rhein, 744 in Geldern, 574 in Goch, 164 in Issum, 201 in Kalkar, 183 in Kerken, 483 in der Wallfahrtsstadt Kevelaer, 879 in Kleve, 210 in Kranenburg, 457 in Rees, 86 in Rheurdt, 281 in Straelen, 90 in Uedem, 112 in Wachtendonk und 224 in Weeze.

Von den insgesamt 5.644 bestätigten Corona-Fällen gelten 5.217 als genesen; 107 Personen sind verstorben. Im Kreisgebiet befinden sich aktuell 26 Personen im Krankenhaus.

Aktuelle Entwicklungen in Einrichtungen

Mehrere Corona-Indexfälle gibt es in Bedburg-Hau im Altenpflegeheim Haus Simon. Das Gesundheitsamt des Kreises steht im engen Kontakt zur Einrichtung.

7-Tage-Inzidenz

Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner. Die für heute um 0.00 Uhr vom Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) ermittelte 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve liegt bei 75,8. Am letzten Freitag lag dieser Wert bei 77,1. Aktuell befinden sich insgesamt 1.038 Personen in häuslicher Quarantäne.

Auf dem Standesamt gibt‘s kaum weniger zu tun

Wenn Ralph Müschen über seine eigene Eheschließung nachdenkt, hört man durch das Telefon sein Schmunzeln heraus. „Ich habe vor 30 Jahren geheiratet, auch in Kevelaer.“ Und die Ehe bestehe noch, so der Hauptstandesbeamte der Stadt, der in der Corona-Krise nicht wirklich weniger zu tun hat als zuvor. „Es ist tatsächlich nicht anders von den Zahlen her als im Vorjahr. Wir haben sieben, acht Trauungen weniger, das fällt also nicht so ins Gewicht“, schaut er in die Statistiken. „Wir hatten tatsächlich 126 Eheschließungen 2020, in dem Jahr davor 118.“ Und er habe erlebt, dass einige Brautpaare mit den Umständen momentan gar nicht so das Problem haben. „Es gab einige, die sogar sagten: Prima, da müssen wir nicht so groß feiern. Das ist auch das, was die Kollegen in den umliegenden Standesämtern so rückspiegeln.“ 

Er verstehe auch Brautleute, die groß feiern wollten und sagen: Wir verschieben das. „Das ist auch passiert. Im März haben sich Paare angemeldet und die Hochzeit auf die Nach-Corona-Zeit verschoben.“ Unter Umständen könne das dann ja auch „ein Gradmesser sein, um zu gucken, ob es hält bis dahin“, meint er augenzwinkernd. 

Natürlich sei Hochzeit in Corona-Zeiten eine andere Situation. „Wir haben viel mehr zu beachten, mit Masken, den Desinfektionsmitteln – und allein die Kugelschreiber zu desinfizieren.“ Man gehe natürlich davon aus, dass jemand, der infiziert ist, nicht dort aufschlägt. Und bisher habe es trotz Nachverfolgung noch keinen einzigen Corona-Fall gegeben.

Eigentlich sei es einem Standesbeamten egal, „ob es zwei oder 200 Menschen sind. Es gibt die Traurede und die Zuhörer.“ So gesehen habe sich in der Hinsicht kaum etwas verändert. „Wir müssen die Kontaktbögen vorbereiten, es kommen im Vorfeld viel mehr Nachfragen, wie viele Leute dürfen dran teilnehmen?“ Das mache dann eher schon Probleme. „Das ändert sich Woche für Woche. Ich kann die Kristallkugel leider noch nicht lesen“, sagt Müschen. „Da gebe ich immer nur die Wasserstandsmeldungen der letzten fünf Stunden ab. Aber das funktioniert irgendwie.“ Und natürlich sei das, was im Standesamt passiere, eine andere Sache als das, was außerhalb der Mauern passiert. „Das ist natürlich etwas, was das Standesamt nicht tangiert. Das machen die Gäste und Brautleute.“ Sobald man das Rathaus verlasse, gelten ja die Corona-Regeln. „Wir sind ja mehr eine Veranstaltung und können sagen, mit Mundschutz zehn Leute. Das ist aktueller Stand.“

Manche Leute agierten dabei sehr kreativ. „Die Sache mit den Stationen, die fand ich sehr originell“, spielt er auf die Eheschließung an, bei der das Paar verschiedene Stationen abfuhr, wo ihre Freund*innen und Angehörige dann standen (das KB berichtete). 

„Man sieht von oben draußen mehr Luftballonsachen“ und dass – aus seiner Sicht leider – noch immer auf dem kleinen Rasenstück Sekt getrunken wird. „Ich hoffe, dass wir da einen kleinen Platz davor bekommen. Denn da ist ja Autoverkehr am Freitag. Da schwitze ich manchmal schon, insbesondere bei den Fotos, wenn der Fotograf da immer weiter auf die Straße geht.“ Das sei aber ein unabhängig von Corona zu beobachtendes Phänomen. 

Die digitalen Ideen machen auch vor dem Standesamt nicht Halt

Und tatsächlich habe er auch einige „geskypte Hochzeiten“ gehabt, wo diejenigen, die eigentlich dabei sein sollten, das von zu Hause aus verfolgen konnten. Die IT des Hauses hatte das freundlicherweise eingerichtet. „Da steht dann ein Laptop auf dem Tisch, einmal war es nur ein Handy, das es übertragen hat.“ Zu der Zeit waren einfach weniger Leute zugelassen. „Alle anderen wurden zugeschaltet.“ Das sei sicher etwas, was die Eheschließung bereichern könne, sagt Müschen. Das werde man auch so weitermachen. „Wo Angehörige sind, die bettlägerig sind zum Beispiel, da halte ich das für eine tolle Sache.“ Filmaufnahmen habe man nicht so ganz gerne – nicht nur, weil da auch rechtliche Fragen tangiert sind. „Kollegen von uns sind da ziemlich mit reingefallen, wo die Hochzeiten in sozialen Medien mit anderen Texten unterlegt worden sind.“ Hier habe es das bislang aber noch nicht gegeben.

Natürlich komme es auch mal zu Engpässen – auch wenn man insgesamt mit dem Bürgermeister im Gepäck über acht Personen verfüge, die die Trauungen vornehmen. „Irgendwann Ende Herbst 2020, als die neue Welle sich aufbaute, haben wir gesagt, dass wir nur mit den vier Leuten vom Stammpersonal Eheschließungen machen. Die anderen sind ja auch in anderen Ämtern wegen Corona tätig.“ 

Trauung mit Abstand

Trauungen außerhalb des Standesamtes gebe es momentan nicht. „Wir haben die Möglichkeit, in Winnekendonk und Kervenheim Trauungen zu machen. Die sind durchgeführt worden, das ist aber weniger geworden.“ Das sei auch eine Platzfrage. „Winnekendonk wäre zu klein, da könnte man mit zehn Personen nicht sitzen. Überall würden Sicherheitsvorkehrungen mit Abstand vorzunehmen sein. Das ist bei uns im Trauzimmer zu gewährleisten.“

Zum Jahresende seien sogar einige Heiratswillige aus den Großstädten gekommen, die hier nachfragten, weil sie dort keinen Termin bekamen. Da habe aber auch ein Bezug zu Kevelaer bestanden. „Einer kam aus Düsseldorf, der war hier geboren. Da haben wir das auch gemacht.“ Und eine Person lebt heute in Frankfurt.

Ob Corona-Ehen länger oder weniger lang als „normale“ Ehen halten? „Das werden wir in zehn, fünfzehn Jahren sehen“, lacht der Standesbeamte. „Aber das wird genauso sein wie bei allen anderen auch“, lautet seine Prognose. Momentan ist es ruhig. „Die nächste Hochzeit ist erst Mitte Februar. Januar bis Anfang Februar wird nicht soviel geheiratet.“  Woran das genau liegt, vermag Müschen nicht zu sagen, aber es werde wohl an der eher bedrückenden Jahreszeit legen. „Man sieht eben gerne bei der Hochzeit den Sonnenschein“, mutmaßt er. Das sei auch der Grund, warum der Wonnemonat Mai immer noch zieht. „Nach den Sommerferien zieht es dann an.“ Und auch im Dezember ist viel los. „Da kommen die Spontanheiraten, wo nicht lange vorher geplant und gefragt wird: können wir nächste Woche heiraten?“ 

Aber keiner solle glauben, dass man sich im Stil an den ganzen Hochzeitsserien orientiere. „Da wird viel mit US-Traditionen – Hochzeit im Garten – und sowas gearbeitet. Mit diesem Bild kommen Leute zu uns und wollen auch so heiraten. Da müssen wir oft genug sagen, das geht leider nicht.“

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions (Grafik: Public Domain)

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve sinkt leicht auf 77,1

Am heutigen Freitag, 22. Januar 2021, liegen dem Kreisgesundheitsamt zur Mittagszeit insgesamt 5.607 labordiagnostisch bestätigte Corona-Infektionen seit Beginn der Corona-Pandemie vor. Das sind 64 mehr als am Vortag. Von den 5.607 Indexfällen sind 248 in Bedburg-Hau, 707 in Emmerich am Rhein, 739 in Geldern, 572 in Goch, 164 in Issum, 200 in Kalkar, 183 in Kerken, 480 in der Wallfahrtsstadt Kevelaer, 875 in Kleve, 210 in Kranenburg, 451 in Rees, 86 in Rheurdt, 279 in Straelen, 89 in Uedem, 112 in Wachtendonk und 212 in Weeze.

Von den insgesamt 5.607 bestätigten Corona-Fällen gelten 5.150 als genesen; 106 Personen sind verstorben. Die 106. verstorbene Person kam aus der Wallfahrtsstadt Kevelaer und war Ende 80. Im Kreisgebiet befinden sich aktuell 26 Personen im Krankenhaus.

7-Tage-Inzidenz

Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner. Die für heute um 0.00 Uhr vom Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) ermittelte 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve liegt bei 77,1. Gestern lag dieser Wert bei 78,7. Aktuell befinden sich insgesamt 1.086 Personen in häuslicher Quarantäne.

Die Rolle als emotionale Stütze

Während in vielen Berufen die Arbeit aktuell ruht oder ins Home Office verlegt wurde, muss in anderen Bereichen der Arbeitsalltag weitergehen. Mehr noch: In der Pflege beispielsweise herrscht ein erhöhtes Arbeitspensum, die Mitarbeitenden leisten in vielen Fällen mehr als außerhalb der Corona-Pandemie − so auch im Pflege- und Betreuungsdienst „Lebensgarten“ mit Sitz in Kevelaer. Die stellvertretende Pflegedienstleitung und Praxisanleitung Viola Haesters berichtet, dass man sich mit den zusätzlichen Hygienemaßnahmen schnell arrangiert hätte und die Schwierigkeiten an anderer Stelle liegen. Bei vielen Patient*innen sei eine große Verunsicherung und Überforderung zu spüren, in vielen Fällen herrsche Einsamkeit vor und der Wunsch nach Menschen, die ihnen rund um Corona-Fragen beratend zur Seite stehen. Dass die Beachtung all dieser individuellen Probleme mitunter eine größere Herausforderung darstellen kann als die Umsetzung aller Corona-Maßnahmen, wird im Gespräch mit Heasters deutlich.

Entgegen vieler Annahmen berichtet Viola Haesters für den Kevelaerer Pflegedienst nicht von chaotischen Strukturen oder Mitarbeitenden, die am Limit ihrer Kräfte sind. Man habe sich zu Beginn der Pandemie auf die verstärkten Hygienemaßnahmen einstellen müssen, dies sei inzwischen aber zur Normalität geworden. „Die Pflege läuft ja weiter. Jetzt kommt eben ein Schippchen drauf“, sagt Haesters. Ein erheblicher Mehraufwand wird aktuell durch die tägliche Temperaturkontrolle der Patient*innen und der Mitarbeitenden sowie Schnelltests bei den Mitarbeitenden mehrmals wöchentlich verursacht. Zudem mussten die Mitarbeitenden, die die Testungen durchführen, vorab eingewiesen werden. Außerdem wurde eine Vollzeitkraft zusätzlich eingestellt. All diese Neuerungen haben eine dynamische Umstrukturierung der Betriebsabläufe verursacht.

Eine Sache allerdings kann nicht durch eine neue Organisation geregelt werden: die Sorge der Patient*innen. Während der Einsätze sei bei vielen von ihnen eine große Unsicherheit spürbar, es kämen häufig Fragen rund um die Corona-Maßnahmen auf. Oft werde auch nach der persönlichen Meinung der Pflegefachkraft zu Dingen rund um die Pandemie gefragt. Zudem seien viele der Menschen schlichtweg einsam, da im Zuge der Schutzmaßnahmen kaum mehr Angehörige zu Besuch kommen. Als Fachkraft versuche man, so Haesters, die Menschen mit ihren Sorgen aufzufangen. Dabei gehe es nicht allein darum, bei Fragen Rede und Antwort zu stehen, sondern auch darum, etwas Normalität in den Alltag der Menschen zu bringen. „Die Situation ist sowieso schwer genug, dann muss man sie nicht noch schwerer machen“, sagt die 29-Jährige. 

Gute Laune und Geborgenheit

Man dürfe die Arbeit letztlich nicht allein von Covid-19 bestimmen lassen. Es sei wichtig, auch an altbewährten Strukturen festzuhalten, weiterhin „gute Laune“ mitzubringen und den Menschen auch in Zeiten der Unsicherheit Geborgenheit zu vermitteln. „Sie sind dankbar, dass jemand da ist, der sie in der schweren Zeit begleitet“, schildert die stellvertretende Pflegedienstleitung. Die Aufklärungsarbeit rund um Corona-Themen sei aktuell besonders wichtig. 

Vor allem in den vergangenen Wochen seien viele Fragen rund um die Impfung aufgekommen. Die Pflegefachkräfte informieren bei Bedarf über die Impfung und verteilen Informationsmaterial, erklärt Claudia Claßen, die als Leitung einer Pflegeschule eng mit dem „Lebensgarten“ zusammenarbeitet. Wichtig sei es, dabei Neutralität zu bewahren, ergänzt Haesters, die sich dem Einfluss der Pflege- und Betreuungskräfte bewusst ist. Denn teilweise seien sie aktuell die einzigen Personen, mit denen die Patient*innen Kontakt haben. „Man legt denjenigen die Entscheidung in die eigene Hand“, so Claßen. Man müsse „für die Menschen mitdenken, die es nicht so können, die Ängste haben.“ 

Wertschätzung und Dankbarkeit

Bei all der emotionalen Mehrarbeit ist es für Haesters einmal mehr wichtig, dass alle Kolleg*innen zusammenhalten. „Man hat wirklich ein gutes Team an seiner Seite und hinter sich.“ Gestärkt werde diese, trotz der Pandemie positive, Grundstimmung durch die Reaktionen der Patient*innen. Diese sind geprägt von Wertschätzung und Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit, berichten Haesters und Claßen.

Dass die Pflegefachkräfte auch in der kommenden Zeit weiterhin wichtige Ansprechpartner bleiben werden und bei vielen älteren Menschen einen wichtigen Teil dazu beitragen, gegen eine völlige Isolierung zu wirken, ist Haesters bewusst. Dennoch ist sie voller Hoffnung − vor allem mit Blick auf die Impfungen. „Ich freue mich auf die Zeit, die danach kommt. Ich sehe mit Zuversicht in das Jahr.” Ein besseres Jahr wird kommen, da ist sich die 29-Jährige sicher. Es dauert, aber es wird kommen.”

„Wir haben dadurch gewonnen“

Einfach mal rauskommen. Frische Luft schnappen. Durchatmen. Danach sehnen sich in der Pandemie-Zeit viele Menschen. Und das nicht nur Bewohner*innen Berliner Plattenbauten. Auch bei uns auf dem Land war und ist das Bedürfnis vieler Menschen, über die eigenen Grundstücksgrenzen hinaus mal etwas zu sehen. Besonders gut lässt sich die eigene Region mit dem Fahrrad erkunden – man hat mehr Freiheit als im Auto und einen größeren Radius als bei Spaziergängen zu Fuß. Doch dass lange nicht alle Kevelaerer*innen eine fahrbereite „Fiets“ daheim stehen haben, das haben besonders die lokalen Fahrradhändler zu spüren bekommen.

So auch Gregor Peters, Inhaber von „Zweirad Peters“. „Man hatte das Gefühl, die Leute konnten nicht weg. Sie haben mal die eigene Gegend erkundet“, schildert er seine Eindrücke. Bei ihm schlugen sich diese Beobachtungen nicht nur in einem höheren Aufkommen in der Werkstatt nieder, sondern auch im Verkauf. Rund 20 Prozent höhere Verkaufszahlen als im Vorjahr habe er im Pandemie-Jahr 2020 verzeichnet.

Eine deutlich erhöhte Nachfrage im Fahrradhandel bestätigen die Beobachtungen des Statistischen Landesamtes Information und Technik Nordrhein-Westfalen”. Umsatzsteigerungen in Höhe von 47,8 Prozent habe der Einzelhandel mit Fahrrädern, Fahrradteilen und – zubehör in NRW im November 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat verbucht.

Gregor Peters Foto: privat

Seinen Laden musste Peters sowohl im Frühjahr 2020 als auch zum jetzigen Shutdown schließen. Die Werkstatt war und ist weiterhin geöffnet. Aktuell darf er telefonische Bestellungen annehmen – keine Beratung, keine Probefahrten möglich. „Ein Fahrrad muss ausprobiert werden, da gehört eine gescheite Beratung dazu“, gibt der Fachmann zu bedenken. Für Zubehör sei das alles halb so wild. Für viele Kund*innen muss es allerdings gar kein neues Zweirad sein. Viele von ihnen hätten im vergangenen Jahr den alten Drahtesel in die Werkstatt gebracht, der zuvor lange Zeit ein trostloses Dasein in der Garage gefristet hatte. Das sei, so schildert Peters, nicht nur durch den Wunsch nach mehr Bewegung im Freien verursacht, sondern habe auch wirtschaftliche Gründe. „Man hat gemerkt, dass viele auf ihr Geld gucken müssen“, sagt der Unternehmer. Andererseits hätten viele Bürger*innen auch wirklich investiert, um sich bessere Voraussetzungen zu schaffen: „Viele sind auf ein E-Bike umgestiegen, um ihren Radius zu vergrößern.“

Der Frühling kommt oft plötzlich

Bevor im Frühjahr vielleicht die Läden wieder geöffnet haben dürfen, hofft Peters darauf, dass die Leute die aktuell ruhigere Winterzeit nutzen, um sich nach der Fahrtüchtigkeit ihres Fahrrades zu erkundigen. Denn erfahrungsgemäß komme für viele Radfahrer*innen der Frühling genauso plötzlich wie Weihnachten und Ostern. Und dann wollten auf einmal viel zu viele Leute gleichzeitig eine Überholung des Zweirades.

Ob er zu Beginn der Pandemie erwartet habe, mit seinem Geschäft im Jahr 2020 höhere Verkaufszahlen zu erzielen als im Vorjahr? „Nein“, sagt Peters. Er habe nicht nur eine schlaflose Nacht hinter sich gebracht. Denn keiner habe vorhersehen können, wie sich das Jahr unter einer Pandemie entwickeln würde. Und ob er sich wirtschaftlich als ein Gewinner der Corona-Pandemie sieht? „Wir sind wahrscheinlich der Gewinner von 2020, aber ich denke, dass es dieses Jahr definitiv abflacht“, erklärt Peters. Sobald die Maßnahmen deutlich gelockert werden, würden die Leute wieder verreisen und den Fokus auf andere Dinge als das Fahrradfahren legen. „Und das kann man niemandem verübeln“, betont der 34-jährige Geschäftsinhaber, der trotz des erhöhten Umsatzes im vergangenen Jahr nicht ganz unbesorgt in die Zukunft schaut. „Im Moment gebe ich das Geld aus, das ich im Hochsommer verdient habe.“ Und nicht nur das: Ein großes Problem sei zudem die Beschaffung der Fahrräder und Ersatzteile. Die Pandemie verursache Störungen in den Lieferketten. Und was nicht lieferbar ist, kann eben nicht an die Kund*innen weitergegeben werden.

„Lieferzeiten wie ein Tesla“

Von großen Lieferschwierigkeiten berichtet auch Christian Michalik, Inhaber des Kevelaerer Unternehmens „Zweirad Michalik“. Aktuell erfolge teilweise erst die Lieferung von Bestellungen aus 2020. Wo vor der Pandemie eine Wartezeit von zwei bis drei Monaten einzuplanen war, müssen die Kund*innen nun bis zu einem Jahr warten. „Auch die Ersatzteilversorgung ist sehr problematisch geworden“, schildert Michalik. „Wir haben das ganz stark gemerkt bei den Rennrädern. Die haben fast Lieferzeiten wie ein Tesla“, sagt der Unternehmer zwar schmunzelnd, ist sich aber zugleich der Lage bewusst.

Während er bei den Verkaufszahlen kein deutliches Plus im vergangenen Jahr habe verzeichnen können, sei der Betrieb in seiner Werkstatt dafür deutlich erhöht. Rund 20 Prozent mehr Aufkommen beschreibt Michalik. Zwei Monteure habe er dafür zusätzlich eingestellt. Die Strukturen im Unternehmen seien zudem völlig umgestellt worden, um sich den Pandemie-Bedingungen anzupassen. Wo vorher vier bis sechs Monteure tätig waren, arbeiten nun acht Kräfte. „In der Werkstatt hat das Anfang Januar nochmal richtig zugenommen“, berichtet der Unternehmer. Was dort tatsächlich spürbar sei, ist der Ausfall der Bürgerbusse in Kevelaer und den Ortschaften. Es gebe einige Kund*innen, die aktuell ein betriebsbereites Fahrrad benötigen, weil sie nicht wie sonst den Bürgerbus nutzen können.

Der Verkauf steht aber auch bei Michalik nicht still. Der eigene Online-Shop der seit gut zwei Jahren aktiv ist, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Denn alle Räder, die bei Michalik im Laden stehen, sind auch auf der Website zu finden. Dort können sie ausgewählt und eine Probefahrt vor Ort vereinbart werden. Der Nutzen der Digitalisierung im Unternehmen werde aktuell in der Pandemie sehr deutlich, sagt Michalik, der sich noch gut an den Moment im Frühjahr erinnert, als der erste Shutdown kam: „In dem Moment schoss das Online-Geschäft hoch.“ Diese Entwicklung ziehe sich bisher durch die ganze Zeit der Pandemie. „In dem Moment, wo die Läden zu sind, kommen online Anfragen aus ganz Deutschland.“ So habe er kürzlich erst über das Online-Geschäft zwei Rennräder verkauft, die nun auf den Straßen Berlins und Hamburgs zu finden sind. Aufgrund der Lieferengpässe seien die beiden Käufer extra nach Kevelaer gereist, um das gewünschte Modell zu ergattern.

Ähnlich wie Gregor Peters, ist sich auch Christian Michalik sicher, dass die Nachfrage wieder abflachen wird. Sobald der Shutdown vorbei ist, erwarte er allerdings zunächst einen hohen Betrieb – in der Hoffnung, dass die Lieferwege bald wieder störungsfrei laufen, sagt Michalik. Und ob er sich rückblickend auf das Jahr 2020 als ein Gewinner der Pandemie sieht? „Wir haben dadurch gewonnen. Aber nicht so viel, wie die Leute meinen.“

Weniger Autos, mehr Fahrräder

Fragt man Eckehard Lüdke, Vorsitzender des ADFC Kreisverbandes Kleve, ist das erhöhte Interesse am Radfahren während der Pandemie nicht nur wirtschaftlich ein Gewinn: „In all dem Leid, das in der Pandemie steckt, gibt es auch Entwicklungen, bei denen man denkt: Das geht in die richtige Richtung.“ Auch in Kevelaer sei seit Beginn der Pandemie – verstärkt während der Shutdowns – zu beobachten gewesen, dass mehr Fahrräder auf den Straßen sind. Viele Leute hatten schließlich mehr Zeit, fuhren nur noch kurze Strecken und konnten durch den geringeren Autoverkehr entspannter mit dem Rad fahren. 

Eckehard Lüdke Foto: privat

Lüdkes Erfahrung nach ist mit der Pandemie und dem erhöhten Interesse am Fahrradfahren auch das Interesse an der eigenen Region gestiegen. Für viele Menschen seien Radtouren in Pandemie-Zeiten eine Art „Fenster im Kopf aufreißen und durchlüften. Ich glaube, das ist ein wichtiges Ventil.“ Dass die geführten Touren des ADFC ausfallen mussten und weiterhin müssen, sei bedauerlich. „Die Nachfrage und das Interesse sind groß. Das Tourengeschehen ist im letzten Jahr bei uns leider zum totalen Stillstand gekommen.“ Auch die „fahrRad-Pause“ Ende April in Kevelaer musste ausfallen. Vorerst sind keine weiteren Veranstaltungen des ADFC in der Marienstadt geplant.

Neben diesem Bedauern hofft Lüdke für die Zukunft darauf, dass die Corona-Pandemie auch etwas Positives hinterlassen wird. Seine Erwartung ist, dass viele Menschen durch die Erfahrungen ihre Mobilität ein Stück weit ändern werden. „Der Wunsch ist, dass möglichst viele Menschen gemerkt haben, dass es auch schöner sein kann, mit dem Rad unterwegs zu sein als mit dem Auto“, erklärt der Kreisverbandsvorsitzende. 

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions (Grafik: Public Domain)

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve schwankt: Heute liegt der Wert bei 78,7

Am heutigen Donnerstag, 21. Januar 2021, liegen dem Kreisgesundheitsamt zur Mittagszeit insgesamt 5.543 labordiagnostisch bestätigte Corona-Infektionen seit Beginn der Corona-Pandemie vor. Das sind 51 mehr als am Vortag. Von den 5.543 Indexfällen sind 247 in Bedburg-Hau, 702 in Emmerich am Rhein, 726 in Geldern, 565 in Goch, 162 in Issum, 199 in Kalkar, 182 in Kerken, 476 in der Wallfahrtsstadt Kevelaer, 866 in Kleve, 205 in Kranenburg, 446 in Rees, 85 in Rheurdt, 277 in Straelen, 89 in Uedem, 110 in Wachtendonk und 206 in Weeze.

Von den insgesamt 5.543 bestätigten Corona-Fällen gelten 5.107 als genesen; 105 Personen sind verstorben. Im Kreisgebiet befinden sich aktuell 28 Personen im Krankenhaus.

7-Tage-Inzidenz

Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner. Die für heute um 0.00 Uhr vom Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) ermittelte 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve liegt bei 78,7. Gestern lag dieser Wert bei 73. Aktuell befinden sich insgesamt 1.056 Personen in häuslicher Quarantäne.

Impfzentrum: Start auf 8. Februar verschoben / Terminvergabe beginnt wie geplant

Angesichts reduzierter Lieferkapazitäten des Unternehmens BioNTech sah sich das NRW-Gesundheitsministerium am gestrigen Mittwoch, 20. Januar 2021, zu einer kurzfristigen Planänderung bei der Verteilung des Impfstoffs und der Eröffnung der Impfzentren veranlasst. Die 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen starten nun am 8. Februar 2021 mit den Impfungen und damit eine Woche später als ursprünglich vorgesehen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein (KVNO) und Westfalen-Lippe (KVWL) weisen vor diesem Hintergrund noch einmal darauf hin, dass der verzögerte Start in den Impfzentren auch Auswirkungen auf die Zahl verfügbarer Impftermine haben wird. Wie viele Termine angeboten werden können, hängt direkt von der Verfügbarkeit des Impfstoffs ab. Die Terminvergabe für alle Bürger*innen ab 80 Jahre beginnt ungeachtet dessen am kommenden Montag, 25. Januar 2021, um 8 Uhr.

„Den Mangel verwalten – damit sahen wir uns in der Coronavirus-Pandemie schon häufig konfrontiert und es trifft nun auch wieder auf die Vergabe der Impftermine zu. Es ist kein Geheimnis wenn ich sage, dass wir bei der Terminvergabe – sowohl online als auch telefonisch – mit Problemen rechnen. Mehr als 1.000 zusätzliche Mitarbeiter werden sich beispielsweise um die Telefonie kümmern, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass aktuell nur begrenzt Impfstoff zur Verfügung steht – und damit auch nur eine begrenzte Zahl von Terminen. Es wird nicht glatt laufen können, das ist uns bewusst“, erläutert Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Jeder Impfwillige werde drankommen, aber es sei Geduld gefragt – zumindest so lange, bis mehr Impfstoff vorhanden ist. Wann dies genau der Fall sein wird, könne im Moment niemand sicher vorhersagen.

„Niemand muss Sorge haben, zu spät zu kommen”

„Wir sehen einmal mehr und haben seit Wochen auch immer wieder darauf hingewiesen, dass der limitierende Faktor bei der Impfkampagne die zur Verfügung stehende Impfstoff- menge ist; es sind nicht die personellen Ressourcen, die Bereitschaft medizinischen Personals oder organisatorische Hürden. Dass wir zügig und effizient impfen können, wenn Impfstoff da ist, zeigen die seit dem 27. Dezember laufenden Impfungen durch mobile Teams in den Senioren- und Pflegeheimen. Bis zum Ende dieser Woche werden in NRW rund 380.000 Menschen eine Erstimpfung erhalten haben. Die jetzige Verzögerung ist wirklich bedauerlich. Aber es bleibt beim Start der Terminvergabe am 25. Januar. Wichtig ist auch: Es ist ausreichend Zeit und Vorlauf für die Terminvergabe, niemand muss Sorge haben, zu spät zu kommen, um einen Impftermin zu vereinbaren“, sagt Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

KVWL und KVNO bitten zudem darum, die telefonischen Anmeldemöglichkeiten für eine Corona-Impfung ab dem 25. Januar vor allem zur Terminvermittlung und nicht für allgemeine Fragen zur Corona-Impfung in Anspruch zu nehmen, um die Leitungen nicht zusätzlich zu belasten.

Wer sich gegen das Coronavirus in einem Impfzentrum impfen lassen möchte, muss folgende Vorgehensweise und Hinweise beachten:

Terminvereinbarung: Wer geimpft werden möchte, muss impfberechtigt sein. In der ersten Phase sind dies Personen, die 80 Jahre oder älter sind. Alle Impfberechtigten haben ein Anschreiben erhalten. Alle weiteren Impfberechtigten werden zum gegebenen Zeitpunkt informiert. Eine Impfung ist nur mit Termin möglich. Die Terminvergabe erfolgt in Nordrhein-Westfalen ab dem 25. Januar, 8 Uhr, online unter www.116117.de, in Nordrhein auch unter termin.coronaimpfung.de.

Darüber hinaus werden auch unter den kostenfreien Telefonnummern 116 117 und unter 0800 116 117 01 (ausschließlich Nordrhein) und 0800 116 117 02 (ausschließlich Westfalen-Lippe) täglich zwischen 8 und 22 Uhr Termine vergeben. Halten Sie am besten Stift und Papier bereit, um den Termin und ggfs. weitere Informationen zu notieren. Die Terminvereinbarung können auch Angehörige oder Vertrauenspersonen übernehmen. Bitte achten Sie darauf, neben dem Termin für die Erstimpfung auch direkt einen weiteren Termin für die zweite Schutzimpfung zu vereinbaren, um einen vollständigen Impfschutz zu gewährleisten.

Zu Beginn kann es aufgrund der großen Nachfrage zu längeren Wartezeiten am Telefon kommen. Die Verantwortlichen bitten um Geduld: „Die Kapazitäten der Impfzentren werden der äußerst dynamischen Entwicklung bei der Impfstoffzulassung und -produktion angepasst und nach und nach ausgeweitet – abhängig vor allem von den zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen.”

Im Impfzentrum: In Nordrhein-Westfalen gibt es 53 Impfzentren, eins in jedem Kreis bzw. jeder kreisfreien Stadt. Die genauen Standorte finden Bürger*innen unter www.mags.nrw/coronavirus-impfzentren-nrw. Im Impfzentrum wird zunächst die Impfberechtigung überprüft. Dies erfolgt bei den Senior*innen mittels Personalausweis oder Reisepass. Neben dem Ausweis sollten Bürger*innen auch ihre elektronische Gesundheitskarte (Krankenkassenkarte) und ihren Impfpass mitbringen, in Nordrhein zudem die zuvor versandten Impfdokumente. Außerdem sollten sie unbedingt einen Mund-Nasen-Schutz tragen, denn auch im Impfzentrum gelten die allgemeinen Hygienevorschriften während der Corona-Pandemie.

Bevor es mit der Impfung losgeht, erhalten die Impfwilligen die Möglichkeit, sich noch einmal ausführlich über die Impfung zu informieren und sich von einem Arzt / einer Ärztin beraten zu lassen. Die Impfung wird dann von einem Arzt / einer Ärztin oder medizinisch geschultem Personal durchgeführt. Anschließend wird empfohlen, noch ca. 30 Minuten zur Nachbeobachtung im Impfzentrum zu verbleiben. Jede/r Geimpfte erhält eine Impfbescheinigung. Auf Wunsch ist zusätzlich auch ein Eintrag in den Impfpass möglich. Die zweite Schutzimpfung – aktuell ausschließlich mit dem BioNTech-Impfstoff – erfolgt nach ca. drei Wochen und ist notwendig, damit der Impfstoff seine volle Wirksamkeit erhält. Sie findet ebenfalls im Impfzentrum statt und läuft genau wie die erste Impfung ab.

Grenzgänger in Corona-Zeiten

Seit 20 Jahren ist Björn Koppers in den Niederlanden berufstätig. „Ich bin Teamleiter in einer Großkonditorei, einer sogenannten Banketbakkerij’ in Panningen“, erzählt der 40-jährige Kevelaerer, der seine Ausbildung in der Bäckerei des „Honigkuchenmannes“ Werner Goldkuhle gemacht hatte. „Das Arbeitsamt hat mich nach der Ausbildung dahin vermittelt. Die haben gefragt, ob ich in Holland arbeiten will. Da habe ich einfach zugesagt.“ So eine Art des Betriebes gebe es in Deutschland nicht. „Bei uns würde man das Konditorei nennen. Das ist so eine Art Industrie-Konditorei: frisch, aber vom Fließband.“ 

Zwölf Jahre war er in Sevelum tätig, danach jetzt in Panningen. Dort werden Gebäck und Torten produziert – „Luxuslebensmittel“, sagt Koppers. Er ist einer von fünf Kevelaerern, die dort ihrem Job nachgehen. Fünf Tage die Woche geht es für ihn um halb sechs Uhr morgens mit dem Wagen auf die 42 Kilometer lange Strecke, um ab halb sieben dort seiner Arbeit nachzugehen. „Wachwerden findet im Auto statt“, sagt er und dass ihm das relativ frühe Aufstehen nicht viel ausmache. „Ich habe jahrelang schlechtere Arbeitszeiten gehabt. Da musste ich um viertel vor vier oder abends um 23 Uhr anfangen.“

Die Mentalität in den Niederlanden sei anders als hier, offener, sagt Koppers. „Egal welche Anstellung Du hast – ob Betriebsleiter, Manager oder was auch immer – es geht immer per Du. Die Türen sind immer offen, ich kann immer beim Betriebsleiter anklopfen. Die Holländer hören sich jede Meinung an.“ Und auch das Vorgehen bei der Arbeit sei anders. „Die Holländer agieren erst und steuern dann bei, um auf 100 Prozent zu kommen. Der Deutsche plant vor.“ 

Als die Corona-Pandemie begann, habe er sich schon Gedanken gemacht wie „Was ist, wenn die Grenzen schließen, wie wird das weiter bezahlt? Was ist, wenn Dein Betrieb davon betroffen ist?“ Schlussendlich wäre es so gewesen, „dass wir weiter durchbezahlt worden wären.“ Kurzarbeit, dass kenne er aus den Niederlanden nicht. „Die arbeiten einfach.“ Und im harten Shutdown bekommen die Beschäftigten auch Zuschläge, werden unterstützt. Selbst hatte er nie Probleme, hin- und wieder zurückzukommen. „Ich hatte einen Brief, dass ich in einem systemrelevanten Beruf bin. Den musste ich einmal vorzeigen.“ Er sei in dem Jahr vielleicht ein oder zweimal angehalten worden. „Da musste ich langsamer fahren, damit die Beamten sehen konnten, ob mehrere Leute im Auto sitzen.“ 

Mundschutzpflicht und Abstand

Das Gefühl sei aber schon komisch gewesen. „Ich arbeite mit 360 Mitarbeitern und habe 70 Leute unter mir, zu denen ich konstant Kontakt habe. Wir arbeiten mit Zeitarbeitsfirmen und Leuten, die Du nicht kennst.“ Das sei schon gewöhnungsbedürftig. Aber er sei „einfach froh, Arbeit zu haben“ in diesen besonderen Zeiten. In Sachen Maßnahmen sei man in Panningen sofort zur Stelle gewesen. „Die hatten sofort Mundschutzpflicht, Abstand einhalten auch in der Produktionslinie. Wir haben zu unterschiedlichen Zeitabständen produzieren lassen, um nicht zu viele Leute in der Hygieneschleuse zu haben. Und es wurde mehr geputzt, mehr desinfiziert“, was man heute immer noch mache.

Viele Mitarbeiter*innen im Bürobereich arbeiteten im Home Office. „Wir haben uns da schon mit allen Leuten Gedanken drüber gemacht“, sagt Koppers, obwohl er eines schon festgestellt hat: „Die Holländer sind da am Anfang lockerer mit umgegangen. Das hat man nachher gesehen, dass die Zahlen hoch gingen.“ 

Zu Beginn musste Koppers‘ Erinnerung nach jemand „nur acht statt vierzehn Tage“ in Quarantäne. „Das hat sich immer wieder geändert.“ Auch in Supermärkten wurde lange kein Mundschutz getragen, „da hatten wir das hier schon lange.“ Der Grundgedanke war zunächst: „Das wird nicht so viel.“ Die legere Haltung habe sich geändert. „Wenn jemand Erkältungssymptome hat, dann muss er innerhalb von 48 Stunden einen Coronatest machen. Und sobald der Test negativ ist, muss man wieder arbeiten. Das ist nicht so wie hier beim Hausarzt, wo Du anrufst und bist 14 Tage in Quarantäne. Wenn Du in Holland zuhause jemanden hast, der Corona hat, dann ist man auf jeden Fall acht Tage zu Hause.“

Termin zum Test in 48 Stunden

Zum Glück habe man in der ganzen Zeit im Betrieb gerade mal einen Corona-Fall gehabt. „Das war eine jüngere Kollegin. Die war nach zwei Wochen wieder in Ordnung.“ Das Testen, das gehe relativ gut in Holland. „Die werden alle hingeschickt. Das geht schneller als hier mittlerweile. Da kannst Du dich mit einer App anmelden, und Du bekommst in 48 Stunden einen Termin.“  Auch in seinem Betrieb werde darauf richtig geachtet. „Es gibt einen Ansprechpartner bei uns, wo jemand das regelt, wenn es in 36 Stunden keinen Test gibt.“

Zum Vergleich habe er eine deutsche Mitarbeiterin der Firma vor Augen, die akut erkrankt sei. „Die wird vom Kreisgesundheitsamt erst angerufen, wann die zum Test kann.“ Da könne man in Deutschland gleich sagen, dass man 14 Tage zu Hause bleibt. „Warum testet man überhaupt ?“, so seine Frage. Er selbst sei im März getestet worden. „Ich hatte Erkältungssymptome, und der Hausarzt hatte mich hingeschickt, weil die Holländer so flapsig mit dem Testen seien.“ Das Ganze lief dann wie beim „McDrive”. Und das Ergebnis hat vier, fünf Tage gedauert.

Kinderbetreuung

Die Kinderbetreuung, die laufe wie in Deutschland. „Wenn Du keine Möglichkeit hast, kannst Du sie bringen.“ In Sachen Lernen machten die niederländischen Schüler*innen das auch von zu Hause aus. „In der Technik sind die Schulen schon weiter“, gibt Koppers seinen Eindruck wieder.

Aktuell haben die Niederlande ihren Shutdown bis zum 8. Februar verlängert – einen harten Shutdown, in dem bis auf die Lebensmittelläden so gut wie alles geschlossen ist. Seine Hoffnung ist, dass das mit Corona nicht mehr zu lange andauert. „Aber wir müssen halt da alle die Zähne zusammenbeißen, ob Holländer oder Deutsche.“

Den zweiten Artikel zum Thema „Grenzgänger in Corona-Zeiten” finden Sie hier auf unserer Website.