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Der Männergesangverein probt wieder

Das Bild, das sich bietet, ist ungewohnt: die Mitglieder des Kevelaerer Männergesangvereins sitzen in der Clemenskapelle weit verteilt und mit Abstand voneinander auf den Plätzen. Sie folgen dabei dem Dirigat von Wolfgang Dahms, der mit einem elektrischen Klavier auf der Erhöhung steht und versucht, die Musiker von dort aus zu führen.

Fast sechs Monate lang hatten die Männer vom KMGV auf das erste gemeinsame Singen verzichten müssen. „Wir haben vorher intensiv geprobt, jetzt eine ganze Zeit gar nicht. Und man hat so ein bisschen auch seine Stimme verloren. Wenn man zu Hause ist, da übt man nicht so kräftig“, erklärt Heinrich Schreiber, fast 29 Jahre schon Chormitglied.

Seit ein paar Wochen geht es aber wieder. „Jetzt haben wir die Möglichkeit hier. Wir haben mit der Caritas gesprochen und die haben uns den Raum zur Verfügung gestellt“, erläutert Heinz Lamers, der Vorsitzende des KMGV.

„Drei bis vier Leute“ seien aus Angst vor Corona wohl nicht da. „Mit 35 bis 37 Sängern sind wir zufrieden, es könnten mehr sein. Aber es ist wichtig, dass wir überhaupt was machen. Die Sänger hatten wirklich Bedarf und haben danach förmlich gedürstet.“

Besondere Umstände

Die Umstände seien schon besonders, ergänzt Neu-Dirigent Wolfgang Dahms: „Das ist manchmal gewöhnungsbedürftig, weil die Entfernung zwischen den Sängern so groß ist. Die meisten sind gewohnt, dass sie direkt jemanden neben sich haben. Aber man merkt so langsam, dass sie ein Gefühl bekommen für den Raum und für die Abstände.“

Viele Sänger bräuchten halt den „engen Kontakt mit dem Nachbarn. Das gilt vor allem für die, die nicht so stimmsicher sind. Die haben zwei Meter neben sich nichts. Und der Einfluss des Chorleiters auf den Chor ist auch ein ganz anderer. Normalerweise stehe ich einen Meter vor denen, aber ich bin jetzt vier Meter weg.“ Und es dauere halt auch länger, bis der letzte Ton beim Sänger angekommen ist.

Zurzeit arbeitet der Chor an Volksliedern, auch Material von den „Bläck Fööss“ sei dabei. „Wir wollen 2021 ein Weihnachtskonzert geben, dafür arbeiten wir vor und ziehen das Material im Oktober vor.“ Eigentlich wollte Dahms mit den Männern schon im Frühjahr loslegen, dann bremste Corona alles aus. „Das war nicht nur hier so, das war auch bei der Verabschiedung des anderen Chores, des MGV Materborn, so.

Das konnte ich coronabedingt auch nicht, das war auch sehr bescheiden“, erklärt der Dirigent. Zumal er mit dem Materborner Chor zehn Jahre lang gut zusammen gearbeitet hatte. „Alles ist in Frieden auseinandergegangen. Es ist nur unschön, sich nicht anständig verabschieden zu können.“

„Ich bin Anfang 60 und wolle mich nochmal verändern, und zwar nicht, wenn ich im Rentenalter bin“, erklärt Wolfgang Dahms, was ihn veranlasst hatte, den KMGV zu übernehmen. „Die Sänger vom MGV Kevelaer meinten zu mir, ich könnte das mit ihnen wohl schaffen.“ Überzeugt hatte ihn letztendlich das Probedirigat. „Es war eine gute Resonanz und eine gute Probeatmosphäre. Daraufhin habe ich mich entschieden, nach Kevelaer zu kommen.“

Dahms dirigiert auch den Uedemer Männerchor. „Also ist mir der Südkreis nicht so fremd.“ Und der KMGV weise „eine gute Mischung“ auf. „Wir können froh sein, dass wir die lange Durst-strecke überwunden haben“, sagt der Dirigent. „Denn die große Gefahr ist, dass Chöre auseinanderbrechen, wenn sie nach einer gewissen Zeit merken, dass es auch ohne Chor geht.“

Chorproben unter Unterführungen

Er denkt dabei an aktuelle Studien, „nach denen gut ein Drittel der Chöre diese Coronakrise nicht überleben wird.“ E habe viele Chöre gegeben, die sogar unter Unterführungen proben mussten. „Ich habe zu Hause Übungsdateien für alle meine Chöre gemacht und per MP3 geschickt.“

Man habe es auch im Juli über das Telefon und das Internet versucht, ergänzt Heinz Lamers. „Das hat aber nicht geklappt. Der Klang war versetzt und die Leute quatschen dann. Da ließ die Disziplin zu wünschen übrig.“

Sicher sei schon jetzt, dass es „kein Adventskonzert und keine Weihnachtsfeier“ des Vereins geben werde. „Wir wissen auch noch nicht, ob wir beim Volkstrauertag singen sollen“, so der KMGV-Vorsitzende. „Sonst haben wir auch immer Anfang des Jahres ein Singen im Krankenhaus durchgeführt. Das werden wir wohl nicht machen können.“

Auch das traditionelle November-Konzert im Frankfurter Dom sei abgesagt. „Es geht erst mal um den Erhalt des Chores“, sagt Lamers. Man müsse sehen, dass es weitergeht und dann weitersehen, was möglich ist. „Wenn wir zwölf Monate uns überhaupt nicht sehen, das wäre gefährlich geworden.“

Für Schwester Hildegard ist die Situation mit dem Chor aktuell „ungewohnt, aber gut.“ Als sie gefragt wurde, war die erste Reaktion: „Halten sie genügend Abstand. Reicht das hier? Das war ja noch zu dem Zeitpunkt, wo nach vorne hin noch drei Meter notwendig waren. Das hat sich ja etwas gelockert.“

Jeder habe die Möglichkeit, die Kapelle in Gebrauch zu nehmen. Man müsse da natürlich seine Verantwortung tragen. „Ich muss gucken, das dann alles zu desinfizieren. Es ist ganz anders, weil Sachen regelmäßig abends stattfinden. Aber wir sind im Grunde froh, dass der Raum genutzt wird und Gemeinsames passieren kann, auch für den Chor jetzt.“

Einfach mal probieren

Seit fünf Jahren unterhält der Theaterchor Niederrrhein mit einem vielfältigen Repertoire von 30er-Jahre-Musik bis zum Queen-Rock das Kevelaerer Publikum. Die alljährlichen Konzerte des Chores finden großen Anklang, sogar vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier wurde der Chor nach Bonn eingeladen und kam mit dem Staatsoberhaupt ins Gespräch.

Jetzt wollen die Mitglieder der Chorgemeinschaft ihrer Historie ein weiteres Highlight hinzufügen. Denn der Theaterchor hat sich für die „Nacht der Chöre“ beworben, die von der „Rotkäppchen“-Sektkellerei ausgerichtet wird und Mitte November in Freyburg / Sachsen-Anhalt stattfinden soll – musikalisch unterstützt von dem Popstar Johannes Oerding und dem Komponisten Dieter Falk.

Geschickter Link

„Wir sind da dran gekommen, weil ein Mitglied unseres Chores mal den dazugehörigen Link geschickt hat“, erinnert sich Marloes Lammerts, eine der beiden Gründerinnen des Chores. „Da habe ich spontan gesagt: Das könnten wir doch mal machen.“ Der Vorschlag ging in den Chor-Vorstand und an die Stimmsprecher, die sich mit der Idee sofort anfreunden konnten.

Wie kriegt man es aber hin, sich für so einen Wettbewerb angemessen zu präsentieren? Als Grundbedingung war gefordert, den eigenen Lieblingssong zu singen, sich dabei filmen zu lassen und das Video auf der Internetseite des Unternehmens unter dem Stichwort „Nacht der Chöre“ hochzuladen.

Nur ein einfaches Filmchen, das sollte es eigentlich nicht sein, dachten sich die Verantwortlichen des Chores. Auch da half der Zufall mit: Lammerts, die als Künstlerin Keramik-Skulpturen herstellt und auch mal auf Ausstellungen zu finden ist, traf auf der „Landart“ Ende August im Achterhoek den Foto- und Filmjournalisten Gerry Seybert.
Der drehte dort zufällig einen Imagefilm über die Veranstaltung. „Da habe ich ihn einfach gefragt, ob er nicht was für uns machen könnte. Und er hat spontan zugesagt.“ Am 1. September kam Seybert dann mit seinem Equipment in das Forum Pax Christi, wo der Chor seit ein paar Wochen wieder seine Proben durchführt, drehte einzelne Einstellungen der Proben und führte Kurzinterviews mit einigen Mitgliedern.

Es entstand ein 4:59 Minuten langer Kurzfilm, der die Idee und die Philosophie des Theaterchores in angemessener Form zusammenfasst. „Wir haben uns vor Ort umgesehen und dann spontan entschieden, wer aus dem Chor dazu auch was vor der Kamera sagen kann“, sagt Christina Derix, die zweite Gründerin des Theaterchores.

„Garniert“ wurden diese Aussagen und Probeaufnahmen mitAusschnitten aus den Konzerten, die im Bühnenhaus Kevelaer stattfanden.

Eine Jury, die sich aus dem Sänger Johannes Oerding, Dieter Falk, dem „Rotkäppchen“-Marketing-Manager Tobias Richter, Moderatorin Johanna Klum und dem Model und der Schauspielerin  Marijke Smittenaar zusammensetzt, entscheidet Anfang Oktober, welche zwei Gewinnerchöre und SängerInnen dabei sein dürfen.

Coaching mit einem Komponisten

Die sollen dann Anfang November durch ein Coaching mit Dieter Falk – abhängig von der aktuellen Situation – persönlich in ihrer Heimatstadt oder digital auf die „Nacht der Chöre“ vorbereitet werden. Die „Nacht der Chöre“ soll dann am 14. November nach klaren Abstands- und Hygienevorgaben im Lichthof der „Rotkäppchen“-Sektkellerei stattfinden.
„Wir wissen nicht, was da alles genau passiert“, sagten die beiden Frauen. „Da müssen wir uns überraschen lassen.“ Auf jeden Fall glauben sie an die Chance ihres Chores. „Wir haben eine super Bewerbung abgegeben und einen super Imagefilm. Und wenn wir nicht genommen werden, kann man mit dem Film immer super darstellen, was der Theaterchor ist.“

Mit Stimme, Spaß und Fantasie

Es schien, als hätten sie die Welt um sich herum vergessen – so gebannt lauschten die zehn Kinder im „Goldenen Apfel“ an diesem Nachmittag den Worten des Mannes am Klavier. „Wer von Euch hat Lust, mal je eine Strophe von dem Lied zu singen?“, fragte Johannes Stammen in die erwartungsvolle Runde der kleinen „NachwuchssängerInnen.“ Sofort streckten sich ihm die Finger entgegen. „Na dann, los“, lachte der 66-Jährige und ließ seine Finger über das Klavier gleiten, während die Kinder mit allem, was die Lungen hergaben, jeder die jeweiligen Zeilen des Liedes „Zirkus Fantasie“ wiedergaben. „Klasse“, meinte Stammen.

Pommes, Polonäse und Süßigkeiten

Im Anschluss daran zeigten die Kinder von sich aus mal, wie lustig so eine Probe aussehen kann – und stimmten gemeinsam schreitend, klatschend und tanzend ihre lustige „Pommesbuden-Polonäse“ an. Danach gab´s erstmal eine Pause – und was Leckeres zum Naschen. „Ich fühle mich hier wie bei der Fütterung der Raubtiere“, meinte Stammen und hielt die Tüte etwas höher, um die Süßigkeiten zu retten. „Die Pause machen wir immer aus pädagogischen Gründen. Es ist für Kinder nicht so leicht, sich durchgehend so zu konzentrieren“, erzählte er.

Seit November vergangenen Jahres bemüht er sich mit seinem an diesem Tag erkrankten Kollegen Elie Wakeem vom „Theaterchor Niederrhein“, den Kindern die Freude am Gesang zu vermitteln. „Unser erster Auftritt war das Weihnachtssingen im Dezember“ erinnert sich Stammen, wie es eigentlich zu diesem Projekt gekommen war. Damals hatte man einfach mal die Idee, in Kostümen des 19. Jahrhunderts an zwei Dezember-Wochenenden Weihnachtslieder zu singen – und das sollte dann auch mit Kindern vonstatten gehen.
„Wir haben dann erst mal im Chor rumgefragt“, erzählt der Sänger mit Bassstimme. Und das Interesse der sangesbegeisterten Eltern, ihren Kids auch ein Forum für dieses besondere Hobby zu geben, war von vornherein gegeben. Am einem Tag gingen die Kinder mit – und waren begeistert. „Kalt war´s , aber sehr schön. Wir sind sogar vor die Krippe gezogen“, erzählt der achtjährige Leo. „Das war voll cool und was Besonderes“, ergänzte der zwei Jahre ältere Janesh.

Freude fördern

Seitdem versammelt sich die kleine Gruppe regelmäßig jeden Donnerstag zwischen 17 und 18 Uhr, versuchen die beiden engagierten „Lehrer“, den Kids etwas von ihrer Begeisterung für Musik weiterzugeben. „Wir wollen hier keine „Gesangsstars“ züchten, sondern die Freude am Gesang fördern“, meint Stammen, der selbst seit dem neunten Lebensjahr singt und seit zwei Jahren den Kirchenchor Wemb leitet. „Kinder sind viel impulsiver. Du mußt bei ihnen ein vernünftiges Konzept haben, um sie bei der Stange zu halten“, erkennt er aber in der Herangehensweise schon einen wesentlichen Unterschied.

Stammen ist besonders glücklich darüber, dass es in dem doch relativ kurzen Zeitraum schon einen echten Fortschritt zu beobachten gibt. „Beim ersten Mal waren alle schüchtern, und wenn ich da jetzt sehe, dass die selbst Strophen singen wollen, dann geht mir das Herz auf.“

Ähnlich sieht es Elie Wakeem. Der 19-jährige gebürtige Syrer hat in seiner Heimat Damaskus unter lebensgefährlichen Bedingungen einen Kinderchor geleitet und hat eine ganz tiefen inneren Bezug zum Singen und zu der Arbeit mit Kindern. „Ich möchte mich nicht Kinderchorleiter nennen, sondern ein Kind im Chor“, meint der junge Mann bescheiden. „Und wenn ich sehe, wie zufrieden die Kinder sind bei der Probe, dann freut mich das am meisten.“

Keine Noten, keine Langeweile

Singen egal wo und mit wem, „das ist das Wichtigste.“ Und man spüre, dass die Kinder einfach Lust haben, zu lernen. „Aber wir müssen jedes Mal was Neues finden, damit sie keine Langeweile haben.“ Vieles laufe in Verbindung mit aktivem Singen, das hätten er und Stammen bei einem Kurs in Münster gelernt. Und die Kinder müssten keine Noten in der Hand haben, erzählte Wakeem.

Die Kinder selbst, die finden den Ansatz einfach nur toll. „Wir machen zu den Liedern bestimmte Bewegungen“, beschrieben die neunjährigen Theresa und Amelie, wie sie die Stunden erleben.

Zum Abschluss der Stunde stimmten die Kinder tanzend und singend das Lied „Wir sind Kinder einer Welt“ an. Elie Wakeem hofft, dass es bei dieser Kerngruppe nicht bleibt. „Unsere Türen sind geöffnet. Jedes Kind ist willkommen.“

Ehrungen beim Kirchenchor Winnekendonk

Der Kirchenchor an St. Urbanus Winnekendonk feierte vor einigen Tagen sein Cäcilienfest. Nach der feierlich gestalteten Abendmesse trafen sich die Sängerinnen und Sänger im Pfarrheim zum gemütlichen Beisammensein. Der Höhepunkt des Abends war die Ehrung der Jubilare Petra Schax (40 Jahre) sowie Rosi Wistuba und Hubert Mies (beide 25 Jahre). Sie erhielten die Ehrennadeln des Diözesan-Cäcilien-Verbandes und die entsprechende Urkunde. Im Namen des gesamten Chores gratulierten der Präses, Pfarrer Andreas Poorten, die Chorleiterin Birgit Lorenz und der Vorsitzende Karl Janssen.

Große Musik mit Wermutstropfen

Der Cäcilia-Kirchenchor in Kervenheim bot ein optisch und klanglich gelungenes Adventskonzert. Schon beim Betreten der Antoniuskirche durften die Besucher andächtig staunen. Die Lichtinstallationen, die Tim Kelm und seine Mannschaft in der Kirche gezaubert hatten, verliehen dem Raum ein farblich immer wieder wechselndes Bild, ganz abgesehen von dem „Sternenhimmel“, der lichttechnisch an die Kirchendecke projiziert wurde.

Das Feld hätte nicht besser bestellt werden können für den Chor, der sich mit seinem Einmarsch dem feierlichen Rahmen des Konzerts anpasste. Ganz in schwarz, mit gelbem Schal und einer schlichten Kerze in der Hand, betraten die Mitglieder singend die Kirche zu einem Taizé-Lied und nahmen hinter dem Altar ihre Plätze ein.

Am Piano saß Chorleiterin Annegret Pfaff, die an diesem Tag kurz vor dem Ende des Konzerts noch eine besondere Wertschätzung von Seiten der Kervenheimer Gemeinde erhalten sollte. Als sie aus den Händen von Pastor Manfred Babel einen Blumenstrauß erhielt, erhob sich das komplette Publikum in der Antonius-Kirche und spendete der scheidenden Leiterin des Cäcilia-Kirchenchores langanhaltenden Applaus.

Ein schwieriger Schritt

Nach 15 Jahren als Leiterin des Chores gibt die engagierte 64-Jährige, die schon 2018 als Kantorin der St. Maria-Magdalena-Pfarrei in Sonsbeck aufhörte, ihr Amt zum Jahresende auf. „Ich sitze seit dem 16. Lebensjahr an der Orgel, also nun fast 50 Jahre. Da gab es kein Weihnachten ohne Kirche“, gab Pfaff nach dem Konzert zu, dass ihr der Schritt angesichts der vielen lieben Menschen um sie herum nicht leicht gefallen sei. Aber sie wolle sich jetzt mehr Zeit für das Private nehmen und rechtzeitig dann loslassen, „wenn man auf dem Höhepunkt ist.“

Der Cäcilia-Kirchenchor in Kervenheim bot ein gelungenes Adventskonzert. Fotos: AF

Pastor Babel hatte mit einer Dankesrede, dem Verweis auf die von ihr gestalteten zahlreichen Konzerte, offenen Singabende und Choräle den Moment würdevoll eingeleitet: „Sie hinterlassen eine große Lücke. Es wird und es muss sich vieles ändern. Danke, dass Sie den Chor auf dieses hohe Niveau gebracht haben.“ Babel sprach von einem „dicken Wermutstropfen“ und einer „tiefen Zäsur“ in der Geschichte der Gemeinde und des Chores, der noch auf der Suche nach einem Nachfolger ist.

Feierlicher Gesang

Diesem „dicken Wermutstropfen“ war aber zuvor nochmal ein feierliches und würdevolles Konzert vorausgegangen. Dabei schien es fast so, als wolle der Chor mit all seinem Stimmvermögen seiner scheidenden Maestra noch einmal zeigen, was sie in all den Jahren tatsächlich mit dem Chor zustande gebracht hat.

Das drückte sich nicht nur in der Vielfalt der gesungenen Weihnachts- und Adventslieder wie „Macht hoch die Tür“, Alle Jahre wieder“ oder „Süß singt der Engel Chor: Weihnacht“ aus, sondern vor allem in der akustischen Geschlossenheit, der Präzision bei den Einsätzen und der Erhabenheit, mit der der Chor in knapp zwei Stunden zu Werke ging.

Dazu kamen noch arrangierte Lieder wie das mehrstimmige „Süßer die Glocken nie klingen“, das aktive Mitwirken der Kirchengemeinde, die dem Appell zum „aktiven Mitsingen“ von Babel folgte, der sich zweimal mit moderativen Blöcken zu Wort meldete. Und der Kervenheimer Trompeter Thomas Drechsler ließ den festlichen Charakter des Chores mit seinem Instrument noch stimmungsvoller erscheinen.

Eine stimmungsvolle Stunde in der Basilika

Schon das erste Stück nahm die feierliche Stimmung des Konzerts in der gut gefüllten Basilika vorweg. Mit der Eurovisionsmelodie „Prélude“ aus dem Te Deum von Marc-Antoine Charpentier setzte das Kinderorchester der Kreismusikschule unter dem Dirigat der neuen Schulleiterin Anne Giepner – anlässlich des 50. Schul-Geburtstages zu Besuch in Kevelaer – schon mal ein erstes musikalisches Zeichen. 

Anschließend begrüßten der Rektor der Wallfahrt, Gregor Kauling, und der Kevelaerer Bürgermeister, Dominik Pichler, die Gäste, und brachten ihre Freude zum Ausdruck, „den Kindern zuhören zu dürfen.“ Beide wünschten den Zuhörern viel Vergnügen. Dem schloss sich der Chorleiter der Basilikamusik, Romano Giefer, an, der das Publikum dazu aufforderte, „ruhig stimmgewaltig mitzusingen.“

Ein spontaner Beifall

„Sein“ Mädchenchor durfte anschließend das ursprünglich als Sternsingerlied in der Schweiz entstandene „Es ist für uns eine Zeit angekommen“, „Jerusalem“ und das von Patryk Lipa an der Orgel begleitete „Sing you now“ des englischen Komponisten Bob Chillcott vortragen. Das in den Höhen fast engelsgleich klingende „Sternenlied“ war so bewegend, dass es die die Zuschauer spontan zu Beifall animierte.

Der Choral „Die Nacht ist vorgedrungen“ geriet zum klangvollen Wechselspiel zwischen Chor und Gemeinde. Einen Hauch von Gospel verbreitete „Mary had a baby“, feierlich erklang das „Magnificat“. Und „Maria durch ein Dornwald ging“ geriet zum zwischenzeitlichen Klang-Highlight. Sowohl dem Chor als auch den jungen Musikern gelang es, trotz Aufregung und Jugend ein relativ geschlossenes, sauberes Klangbild sowohl stimmlich als auch instrumental zu erzeugen.

Die Bläser von Thomas Löffler durften sich bei Valentins „Tanz“ aus dem 16. Jahrhundert besonders auszeichnen. Und auch Händels „Wassermusik“ war in dem angenehm-bewegten Arrangement von Anne Giepner ein Beleg dafür, dass in den jungen Musikern Potenzial steckt.

Klang, Timing und Musikalität

Einen besonderen Moment erlebten die Mitglieder des Vorchores, die das allererste Mal – und dann gleich in dem glanzvollen Rahmen der Basilika – zeigen durften, was sie seit Beginn des Schuljahres alles erlernt hatten. Bei Liedern wie „Blinke, blinke, kleiner Stern“ oder „Goldnes Licht“ zeigten sie, dass sie über gute Anlagen in Sachen Klang, Timing und Musikalität verfügen.

Und zum Schluss wurde es nochmal sehr feierlich, als Chor, Orchester und Gemeinde gemeinsam „Es kommt ein Schiff geladen“ und „Macht hoch die Tür“ anstimmen durften – das passende Ende einer stimmungsvollen Stunde.

 

Cäcilienfest der Basilikamusik Kevelaer im Priesterhaus

Der Vorsitzende des Musikvereins Kevelaer – Basilikamusik an St. Marien, Dr. Markus Spolders, begrüßte rund 100 Mitglieder zur Feier des Cäcilienfestes im großen Saal des Priesterhauses.

Nach dem gemeinsamen Dankgottesdienst in der Kerzenkapelle, einem kurzen Frühschoppen im „Haus Alt Derp“ und einem vorzüglichen Mittagessen im Priesterhaus wurden einige verdiente Mitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Tina Weltike aus dem Basilikachor wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Sie begann mit rund sechs Jahren unter Josef Lohmann in der Singerrunde (so hieß die damalige Mädchenformation bei den Kindern). Josef Lohmann erkannte früh ihr exzellentes Gehör und überzeugte sie, früh das Geigespielen zu erlernen. Zunächst unter vereinsinternen Ausbildern und später bei der Kreismusikschule.

Schon bald musste sich Tina dann aber entscheiden, ob sie weiter im Chor singen möchte oder ob sie mit der Geige in das Basilikaorchester eintreten würde. Beides zusammen geht leider kaum, da Chor und Orchester meistens in den sonntäglichen Hochämtern gemeinsam auftreten.

So entschied Tina sich für den Gesang, dem sie bis heute im Sopran, u.a. auch als Solistin nachgeht. Einen gewissen Kindheitstraum erfüllte sich Tina zwischenzeitlich auch noch, indem sie noch das Querflötespielen erlernte. Aber ihre große Liebe bleibt der Gesang.

Kein Sängerknabe

Hans-Gerd Hoolmann aus dem Blasorchester wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Er hat als Kind im Jahre 1972 mit dem Trompetespielen bei der Musikschule in Geldern begonnen. Da Hans-Gerd kein Sängerknabe im Musikverein Kevelaer – Basilikamusik an St. Marien war, war ihm der vereinsinterne Unterricht versagt – so brutal waren seinerzeit die Auswahlkriterien. In den Musikverein Kevelaer trat er dann aber doch relativ schnell im Jahre 1975 ein, indem sein Onkel Theo Kösters ihn einfach mit zur Probe nahm.

Einige Jahre der musikalischen Inaktivität folgten zugunsten einer Verpflichtung bei der Marine der Bundeswehr, bevor er sich wieder voll dem Blasorchester widmen konnte. Die gesammelten Erfahrungen während dieses Dienstes konnte er im Jahre 2012 als Mitglied der Wache des Festkettenträgers Bruno Helmus dann noch einmal unter Beweis stellen.

Ebenfalls für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde Stefan Liesting aus dem Blasorchester geehrt. Er hat traditionell als Sängerknabe unter Josef Lohmann begonnen und während des Stimmbruchs dann begonnen, dank Motivation durch Josef Lohmann und unterstützt durch Stefans Vater Willi, das Trompetespielen bei Leo Kempers zu erlernen.

Die ersten Auftritte erfolgten mit den Jungbläsern und schließlich mit dem gesamten Blasorchester bei Martinszügen und Vogelschießen. Im Jahre 1974 hatte Stefan bereits seinen ersten Fernsehauftritt bei „Die Musik kommt“. Nachdem Leo Kempers keinen weiteren Unterricht beim Musikverein Kevelaer gab, wechselte Stefan zur Musikschule und nahm bei Peter Böke, der auch viele Jahre im Basilikaorchester ausgeholfen hat, weiteren Trompetenunterricht. Vor etwa acht Jahren erlernte Stefan dann noch das Spielen des Tenorhorns, da hier im Blasorchester besonders hoher Bedarf bestand.

Vorschule

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde auch Norbert van Ooyen aus dem Basilikachor geehrt. Auch Norbert begann mit etwa sechs Jahren in der „Vorschule“ als Sängerknabe. Nach wenigen Monaten wechselte er bereits zu den „Großen“ unter den Sängerknaben in den Sopran. Doch dieser Anfang wäre fast gescheitert, da man ihn nicht so ohne weiteres unter den „Großen“ akzeptiert hat und meinte, er hätte sich in der Probenzeit geirrt und solle doch lieber wiederkommen, wenn die „Kleinen“ proben. Durch stetige Motivation der Mutter war der weitere Verlauf der Sängerkarriere dann aber doch erfolgreich.

Auch Norbert war bei dem bereits erwähnten Fernsehauftritt „Die Musik kommt“ im Jahre 1974 als Sängerknabe dabei.
Nach dem Stimmbruch stieg Norbert dann wieder im Bass des Basilikachores ein, in dem er bis heute singt. Relativ früh wurde er von den „etablierten“ Bassisten wie Jakob Görtz an die Solopartien großer Messen (Theresien-, Pauken- oder Schöpfungsmesse von Joseph Haydn) herangeführt, bis er irgendwann alleine dastand und die Solopartie singen durfte bzw. musste.

Darüber hinaus singt Norbert auch in der Choralschola, um die Zeit außerhalb der Wallfahrtszeit ebenfalls musikalisch gestalten zu können, und war viele Jahre als „Interessenvertreter“ der Kirchenmusik im Kirchenvorstand der Pfarrei St. Marien aktiv.

50 Jahre Mitgliedschaft

Auf 50 Jahre Mitgliedschaft kann Franz Hermsen aus dem Blasorchester zurückblicken. Er ist ein gutes Beispiel für die Vielfältigkeit der Basilikamusik, da er nach dem traditionellen Beginn bei den Sängerknaben und dem Erlernen des Trompetespielens unter Heinrich Toubartz zunächst im Basilikaorchester auf der Orgelempore mitspielte.

Nach dem Ausscheiden von Josef Lohmann im Jahre 1993 und bedingt durch berufliche Einschränkungen wie z.B. unregelmäßige Schichtdienste bei der Deutschen Bahn widmete Franz sich in den folgenden mehr als 25 Jahren ausschließlich dem Blasorchester, wo er meist die erste Flügelhornstimme spielt.

Viele Jahre übernahm Franz dort auch den Posten des Kapellmeisters, sodass alle Mitglieder des Blasorchesters nach seiner Pfeife tanzen mussten. Für seine langjährige Treue wurde ihm eine besondere Urkunde des Cäcilienverbandes überreicht.

Langenbrinck kann sich auf Voices verlassen

Nach gut zwei Stunden stand Christiane Langenbrinck mit ausgebreiteten Armen vor dem langanhaltend applaudierenden Publikum und verbeugte sich mit „ihrer“ Gesangsjugend dankbar und tief bewegt.

Zuvor hatte die 46-Jährige zusammen mit ihrem Uedemer Chor „Voices“ in der Clemenskirche ein stimmungsvolles Konzert geboten. „Ich kann mich auf meinen Chor verlassen“, zeigte sie sich erleichtert und glücklich angesichts ihres kleinen „Chorleiterjubiläums“, das sie an diesem Tag feiern durfte.

Kurz zuvor hatte sie in Bezug auf eine Zugabe noch gezögert. „Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich Sie um halb sieben „rausschmeißen“ kann“, lachte sie angesichts der Tatsache, dass eine Stunde später ja noch ein zweites Konzert folgen sollte. Das Publikum lachte, hatte dafür Verständnis – und bekam trotzdem mit „Awesome God“ ein weiteres Stück geboten.

Begleitet von der „Kernmannschaft“ Stephan van Dülmen, später Günter Minor am Piano, Michael Schuck und Simon Langenbrinck (Gitarre) sowie Jonathan Langenbrinck am Schlagzeug, eröffnete der Uedemer Chor den Reigen der Melodien aus Gospel, Pop und Rock mit „Because you loved me“ mit Lena Goemans als Solistin.

Im Anschluss daran folgte Billy Joels „For the longest time“ in einer sehr schwungvollen Chor-version, ehe die SängerInnen bei „I will follow him“ aus dem Film „Sister Act“ mit kompaktem, lebendigem Gesang überzeugten.

Guter Chor, schwache Solisten

Lediglich die beiden Solistinnen des Stücks, Evi van Afferden und Cosima Mölders, waren bei ihrem Vortrag nicht ganz präsent, was sicher auch der Nervosität des besonderen Tages geschuldet war. Insgesamt war festzustellen, dass im Bereich der Solisten noch Luft nach oben besteht. Mit „Hail Holy Queen“ und Cosima Mölders am Mikro endete der erste Chorteil.

Denn Langenbrinck hatte mit Anja und Simon Langenbrinck ihre Familie mit in das Programm eingebunden. Das junge Duo überzeugte als „Catwalk the Plank“ bei ihrem Akustik-Set mit atmosphärischen, entspannt-schönen Songversionen von „Ain´t nobody“ oder „Chasing cars“.

Und gemeinsam mit den beiden bedankte sich Christiane Langenbrinck mit dem Coors-Song „At your side“ bei ihrem Mann Michael Schuck, der ihr vor 20 Jahren nach gut acht Wochen im Chor gesagt hatte: „Übernimm du mal.“ Der kam danach spontan an den Altar und herzte die drei.

Viel Geld für Nigeria

Den zweiten Teil des Chor-Konzerts leitete der Chor mit einem „Hair“-Potpourri aus „Aquarius“ und „Let the sunshine in“ ein, ehe der „Voices“ und der „Teenie“-Voices-Chor gemeinsam „Days of Elijah“ im Zusammenspiel mit der Band und Amelie Papkes Geige zum Besten gaben.

„Singen Sie mit – ob Sie es kennen oder nicht. Wir sind eh lauter“, rief Langenbrinck dem Publi-kum zu. Das tat sein Bestes – und konnte den schönen, kompakten Chorklang noch einmal bei „You raise me up“ und dem ausgelassenen „My sweet lord“ genießen. Am Ende verteilten sich die Sänger im weiten Rund der Clemenskirche und schufen ein atmosphärisch tolles Bild.

Die „Jubiläums“-Konzerte hatte Langenbrinck mit dem Benefiz-Gedanken verbunden, sodass die Eintrittsgelder und der Erlös aus den beim letzten Stück herumgereichten Körben an die „Imole-Lichtstärke“- Stiftung des früheren Kevelaerer Arztes Abiodun Ogundare gehen werden.

Ogundare dankte der Chorleiterin dafür, dass die SängerInnen „uns bereits zum zweiten Mal mit so einer Aktion unterstützen“. Er gab einen Einblick in die Arbeit der Augenklinik in Nigeria, wo es im März 2019 zur Einweihung eines neuen Anbaus gekommen war. Und er kann sich freuen: denn schon am Montag konnte Langenbrinck auf ihrer Internetseite verkünden, dass auf jeden Fall mehr als 5.000 Euro zusammengekommen sind.

Kinderchor für ABBA-Show gesucht

„Einmal im Rampenlicht stehen, einmal vor großem Publikum singen, einmal Bühnenluft schnuppern – bei „ABBA – The Tribute Concert“ wird dieser Traum für euch wahr“ verspricht die „Reset Production“ aus Gera Kindern und Jugendlichen aus Kevelaer in einer Pressemitteilung.

„Anlehnend an die Tradition von ABBA, Kinder weltweit dazu zu ermutigen, mit ihnen auf der Bühne „I Have A Dream“ zu singen, suchen wir einen Kinderchor oder eine musikbegeisterte Klasse, der/die am Abend des 5. Februar die erstklassige Show „ABBA – The Tribute Concert performed by ABBAMUSIC“ im Konzerthaus in Kevelaer unterstützt“, heißt es weiter. „In schrill bunten Kostümen im Stil von ABBA, sei es von euch und euren Eltern selbst geschneidert oder aus dem heimischen Kleiderschrank, werdet ihr Kinder diesen Abend zu einem unvergesslichen Ereignis machen.“ Die Texte und Noten zu „I Have a Dream“ erhalten Interessierte zum Einstudieren im Vorfeld. Am Abend des Auftrittes werden sie das Lied vor der Show noch einmal mit den Künstlern proben.

Keine Einzelbewerbungen

Der Chor oder die Gesangs-Klasse muss aus Kindern zwischen 6 und 14 Jahren bestehen. Bewerbungen per Mail unter: mirjam.berthel@resetproduction.de. Interessenten schicken Bilder und Infos zum Chor sowie (soweit vorhanden) Links zu Videos von eigenen Auftritten. Nur ein Chor pro Veranstaltung wird ausgewählt, also sollten sich Interessenten so schnell wie möglich melden. Einzelbewerbungen werden nicht berücksichtigt.

„Bis Weihnachten entscheidet unser ABBA-Kreativteam, für welchen Chor der Traum von einem LIVE-Auftritt vor großem Publikum wahr wird“, schreibt die Reset Production.

Beginn des Konzertes am 5. Februar 2020 ist um 19.30 Uhr.

Ein Konzert für den guten Zweck

Vor Beginn des Konzertes nutzte der Bürgermeister der Stadt Kevelaer, Dominik Pichler, als Mitglied des Stiftungsvorstandes die Gelegenheit, das Publikum in dem nicht ausverkauften Saal des Bühnenhauses zu begrüßen. „Heute gibt es ganz viel auf die Ohren. Ich bin zuversichtlich, dass Sie einen schönen Abend haben werden“, sagte er und verwies auf den Sinn der Kerpenkate -Stiftung, die sich für die Talentförderung und für viele soziale Projekte zugunsten sozial benachteiligter Kinder einsetzt.
80er Jahre-Potpourri

Danach gab Pichler den Staffelstab der Unterhaltung weiter an die Bläser des Kevelaerer Musikvereins zur Gelegenheit, auf die Bühne zu gehen und unter dem Dirigat von Elmar Leenen voll durchzustarten. Das gut vierzigköpfige Orchester startete mit einem klanglich spannenden 80er Jahre-Potpourri – der vom „Skandal im Sperrbezirk“ über „Solange man Träume noch leben kann“ bis zum „Sternenhimmel“ reichte.
Danach beeindruckten die Musiker mit einer geschlossenen, fast majestätisch anmutenden Version des „Queen‘s Park Medley“ von Jacob de Haan. Bei dem Simon & Garfunkel-Medley summten einige im Publikum sogar mit. Schnell erkannte das Publikum Hits wie „Bridge over troubled water“, „Sounds of silence“ oder „Mrs. Robinson“, die fetzig dargeboten wurden. Auch Whitney Houstons „One moment in time“ erhielt einen kraftvollen, sehr klangvollen Ausdruck. Und das Medley von „König der Löwen“ brachte wieder Melodien wie „Can you feel the love tonight“ oder „Hakuna matata“ zurück.
„Das war Balsam für die Ohren“, konstatierte der Stiftungs-Geschäftsführer Heinz Lamers, als er Leenen den Dankesstrauß übergab und sich dann, zur Überraschung des Publikums, dass nach den Standing Ovations mit einer Zugabe gerechnet hatte, der Vorgang schloss.
In der Pause konnten sich die Gäste im Foyer Stellwände mit der Geschichte und den Projekten der Kerpenkate-Stiftung der letzten Jahre ansehen, ehe der Familienchor der Basilika unter dem Dirigat von Romano Giefer seine Künste darbieten durfte. Giefers Auswahl knüpfte mit „Sounds of silence“ zufälllig an Leenens Auswahl an, womit sich „ein Bogen schließt“, meinte der Chorleiter. Eine ganz und gar ungewöhnliche, weil sehr getragene und durchaus beeindruckende, Version brachte der Chor von Coldplays „Viva La Vida“.
Auch die Verknüpfung von Joe Cockers „You are so beautiful“ mit „Wind beneath my wings“ darf man als gelungen bezeichnen. Eine spannende, schöne Stimmaufteilung und einen vollen Klang erzeugte das Sangesensemble mit „Let it go“. Und geradezu bewegend geriet den Sängern und Sängerinnen das Stück „Don‘t worry ´bout me“, das Giefer zwei Jahre zuvor auf einem Konzert der „King‘s Singers“ gehört hatte und das ihn seitdem nicht losgelassen hatte. Mit Adeles „Skyfall“ erhob sich ein machtvoller Schwall an Klang in das Bühnenhaus.
Verve könnte stärker sein

Mit Schlagzeuger Jörg Seyfarth und Pianist Christoph Eisenburger – als Ersatz für den glücklichen neuen Papa Christoph Spengler – konnte Giefer den Sound des Chores geradezu optimal mit einbetten und ergänzen. Das galt neben „Skyfall“ auch für Johannes Oerdings Lied „Heimat“. Auch das Queen-Medley klang, wie alle anderen Musikstücke zuvor, sauber und gut durchgesungen, die Verve jedoch könnte in den Songs noch stärker sein.
Nach insgesamt gut 90 Minuten reiner Spielzeit endete dann das Benefizkonzert. „Ich hatte ja versprochen, Sie kriegen was auf die Ohren. Ich hoffe, Sie hatten einen schönen Abend“, sagte Familienchor-Mitglied Dominik Pichler und konnte den „Zugabe“-Rufen entnehmen, dass dem durchaus so gewesen war.