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Caritas begrüßte neue Mitarbeitende

48 neue Mitarbeitende begrüßte der Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V. im Rahmen einer Einführungsveranstaltung im Hotel Klostergarten in Kevelaer. „Ich freue mich, dass Sie sich für die Caritas als Arbeitgeber entschieden haben“, hieß Caritas-Vorstand Andreas Becker die neuen Mitarbeitenden willkommen.
Als einer der größten Arbeitgeber im Kreis Kleve böte die Caritas schließlich beste Möglichkeiten, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln.
Die neuen Mitarbeitenden erfuhren nicht nur, dass der Caritasverband in 50 Einrichtungen im südlichen Kreis Kleve jeden Tag rund 4.000 Menschen begleitet, sondern beschäftigten sich auch mit dem Leitbild, das die christlichen Wertebasis des Verband in sieben Leitsätzen auf den Punkt bringt.
Beziehungsqualität
Nach dieser Einführungsveranstaltung besuchen alle neuen Caritas-Mitarbeitenden im Rahmen ihrer Einarbeitung noch zwei Workshops zum Thema „Beziehungsqualität“, in denen sie lernen, die menschlichen Beziehungen in ihrer Arbeit bewusst und positiv zu gestalten.
Die neuen Mitarbeitenden verstärken nun unter anderem die Teams in der ambulanten Pflege und den Seniorenhäusern, in den Offenen Ganztagen, den Kindergärten, im Klostergarten und in der Verwaltung.
Unter ihnen haben allein 25 neue Azubis bei der Caritas ihre Pflegeausbildung begonnen. Begonnen hatte die Ausbildung bereits im letzten Oktober mit einem Schulblock im evangelischen Altenpflegeseminar in Xanten. Danach starteten die neuen Azubis in ihre erste Praxisphase, wo sie von erfahrenen Praxisanleitern begleitet und sorgfältig ausgebildet werden. Zwölf der neuen Azubis absolvieren ihre Ausbildung in der ambulanten Pflege, 13 in den Seniorenhäusern der Caritas.
Bereits im Vorfeld hatte die Caritas mit ihrer Aktion „Bei Anruf… Ausbildung!“ offensiv für den Pflegeberuf geworben. Mit Erfolg, denn diesmal sind doppelt so viele Azubis in die Ausbildung bei der Caritas gestartet wie im Vorjahr.
13 Bewerber sind aus dieser Aktion heraus direkt in die Ausbildung gestartet, sechs hatten sich entschieden, zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundes-freiwilligendienst zu absolvieren, andere hatten sich für eine Tätigkeit als Pflegehilfskraft entschieden oder wollten ihre Ausbildung erst ein Jahr später beginnen.

Caritas-Vorstand Andreas Becker (hinten rechts) begrüßte viele der neuen Auszubildenden des Caritasverbandes persönlich im Klostergarten in Kevelaer.
Foto: T. Kleinebrahm

Studierende im Hotel

Das Hotel Klostergarten in Kevelaer gilt bei Tourismus-Fachleuten in vielerlei Hinsicht als wegweisend. Daher ist das erste komplett barrierefreie Hotel am Niederrhein regelmäßig Ziel von Exkursionen von Tourismus-Studierenden der Hochschule Rhein-Waal. Zuletzt waren 22 Studierende aus dem Studiengang „Nachhaltiger Tourismus“ gemeinsam mit ihrer Dozentin Monika Agata-Linke zu Gast im Hotel Klostergarten.
In ihrem Studium beschäftigen sich die Studierenden unter anderem mit den Themen Nachhaltigkeit im Tourismus, demografischer Wandel und Inklusion. Daher waren sie nicht nur an den zahlreichen Maßnahmen zur Barrierefreiheit im Hotel interessiert, sondern auch an dem besonderen Konzept des Hauses. Denn als Inklusionsbetrieb der Caritas bietet das Hotel insgesamt 18 Mitarbeitenden mit und ohne Behinderung einen gemeinsamen Arbeitsplatz, was nicht nur die Mitarbeitenden selbst als persönliche Bereicherung empfinden, sondern auch viele Gäste.

Bei Anruf … Ausbildung

Mit einer ungewöhnlichen Aktion will die Caritas in den kommenden Wochen insbesondere junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege interessieren.
Unter dem Motto „Bei „Anruf … Ausbildung“ müssen Interessenten nach Angaben der Caritas kein formelles Bewerbungsverfahren durchlaufen, sondern erhalten „direkt die Möglichkeit, einen Ausbildungsplatz zu bekommen“.
Dazu können sich junge Leute auf der Suche nach einer Ausbildung in der Pflege unter der Nummer 02831-132290 an die Caritas wenden. Die Ausbildung in der Ambulanten Pflege oder doch lieber in einem Seniorenheim machen – die persönliche Präferenz werde direkt bei einem persönlichen Gespräch geklärt, versprechen die Verantwortlichen.
Als formale Voraussetzungen müssen die Bewerber mindestens 16 Jahre alt sein und einen Hauptschulabschluss mitbringen, der auch ohne Qualifikation sein kann. Losgehen soll die Ausbildung am 1. Oktober.
„Wir haben eine doppelte Verantwortung – als einer der größten Arbeitgeber im Kreis Kleve – wo jetzt am Freitag letzter Woche auch der letzte Schultag war. Und wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Bewohnern – 1500 ambulant und 465 stationär“, unterstrich Karl Döring, Mitglied des Caritas – Vorstands.
Man müsse bei einer stark wachsenden Zahl pflegebedürftiger Menschen und der anstehenden geburtenschwachen Jahrgänge da halt aktiv werden, so seine Überzeugung. „Da muss man auch niederschwellige Angebote machen.“
Man bilde bereits 54 Azubis für drei Jahre aus, ergänzte Markus Kremer. „Aber die Anfragen gehen eher zurück – deswegen suchen wir über den Weg die Chance, Fachkräfte zu bekommen.“ In dieser Woche sollen bereits die ersten Bewerbungsgespräche beginnen – in einer Art „speed dating“ in Geldern.
20 neue Azubis seien das Ziel, so Döring. „Es geht auch mehr“, meinte der Caritas-Vorstand. Die aktuell 395 examinierten Fachkräfte brauche die Caritas, „um den aktuellen Patientenbestand zu versorgen“, machte er deutlich, wie notwendig aktuell so eine Ausbildung sei.
Im Rahmen der Gespräche könne man herausbekommen, ob die betreffende Person sich wirklich vorstellen kann, den Beruf auszuüben.
Der praktische Teil der Ausbildung findet in den ambulanten Diensten oder den stationären Einrichtungen der Caritas im Südkreis Kleve statt, der schulische Teil im Xantener Altenpflegeseminar. In der Ausbildung verdienten die Pflegekräfte zwischen 1140 und 1300 Euro und würden in den Zeit von erfahrenen Praxisanleitern begleitet.
So könnten sich viele ein realistisches Bild über den Pflegeberuf machen, unterstrich Regina Schüren, Leiterin des Bereiches ambulante Pflege bei der Caritas. Für die Caritas spreche „die hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter und eine geringe Fluktuation.“

Die Ausbildung bei der Caritas
Der 25-jährige André Zwar, selbst im dritten Lehrjahr, hatte zuvor in einem anderen Unternehmen gearbeitet und zeigte sich bezüglich der Caritas „sehr zufrieden. Hier wird wirklich versucht, den Azubis die Erfahrungen weiterzugeben. Und man wird immer angeleitet.“
Jennifer Legemann war zufällig über Bekannte erst als Pflegehelferin an den Beruf gekommen. „Da hab ich gemerkt, wie sehr mir das zusagt“, hatte die heute 28-Jährige dann 2012 mit der Ausbildung begonnen. „Ich bin zur Caritas nach Kevelaer mit einer einzigen Bewerbung gekommen.“
Sie fasziniere vor allem „der tägliche Umgang mit den Menschen – da sind so viele unterschiedliche Charaktere und man bekommt soviel Dankbarkeit zurück. Das bedeutet einem schon viel.“
Eines ist den Initiatoren der Ausbildungsaktion aber auch noch wichtig: „‚Bei Anruf … Ausbildung‘ ist ein dynamischer Slogan jetzt im Rahmen der Ferien – das heißt aber nicht, dass nicht auch Ältere kommen können.“

Eine geschätzte Mitarbeiterin

Das Hotel Klostergarten wird von der Caritas als Integrationsbetrieb geführt (dafür ist eine Quote von mindestens 25 Prozent schwerbehinderter Mitarbeiter notwendig, hier sind es sogar 40 Prozent), in dem Menschen mit Beeinträchtigung gemeinsam mit nicht beeinträchtigten Kollegen arbeiten. Damit wird der Integrationsgedanke im Hotel Klostergarten gleich doppelt verwirklicht, indem hier Menschen mit Beeinträchtigung nicht nur die Möglichkeit zum unbeschwerten Aufenthalt bekommen (der Klostergarten ist das erste vollkommen barrierefreie und behindertengerecht eingerichtete Hotel am Niederrhein), sondern auch eine sinngebende Beschäftigung ausführen können.
Nicole Grüttner ist die Hotelleiterin, sie hat mit Charlotte Borde­wisch und ihrer gesetzlichen Betreuerin gesprochen und diese erlauben den Leserinnen und Lesern des Kevelaerer Blattes einen „Blick hinter die Kulissen“ ihrer Arbeit.
Die Arbeitsstellen für beeinträchtigte Mitarbeiter sind entsprechend ihres Handicaps eingerichtet und um die Wettbewerbsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erhalten, fördert der Landschaftsverband Rheinland (LVR) diese Stellen unbefristet mit 30 Prozent des Gehaltes.
Der Zuschuss wird genutzt, da höhere Kosten für Mehrurlaub, Tarifbezahlung trotz eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und eine pädagogische Fachkraft für Integrationsmitarbeiter anfallen. Darüber hinaus stellt der LVR Gelder für notwendige Investitionen zur Verfügung, um die Arbeitsstellen behindertengerecht zu gestalten. Bei allen Tätigkeiten wird die Solidarität zwischen den schwerbehinderten und nichtbehinderten Mitarbeitern deutlich und die Gäste profitieren von dem positiven Betriebsklima.
Charlotte Bordewisch ist Mitarbeiterin im Housekeeping und gehört so zu den „guten Geistern“ eines Hotels.
Sie ist seit fast vier Jahren Mitarbeiterin und arbeitet 18 Stunden die Woche. Zu ihren Aufgaben gehören: Betten abziehen, das Reinigen der Zimmer und der öffentlichen Räume, sie arbeitet aber auch schon einmal im Service in der Essensausgabe mit, räumt die Tische im Restaurant ab oder hilft in der Spülküche aus. An den jährlich stattfindenden Sommerfesten und Weihnachtsfeiern der Mitarbeitenden nimmt sie ebenfalls teil.
Blick hinter die Kulissen
„Ich arbeite hier sehr gerne und habe sogar zwei Kolleginnen als Freundinnen gefunden“, so Frau Bordewisch. Neben der Möglichkeit, mit vielen Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten, schätzt sie es, dass sie bei der Arbeit auch immer ein offenes Ohr findet, wenn sie private Probleme hat. So fühlte sie sich bei einem kürzlichen Trauerfall in der Familie von allen aufgefangen.
Auch Christoph Schaffeld, der als Berater für Integrationsmitarbeiter zur Verfügung steht, hat sich in dieser Zeit besonders um sie gekümmert. In der Einarbeitungsphase hat er besonders darauf geachtet, dass die Arbeitsbedingungen, Pausenregelungen und Tätigkeitsbereiche ihren persönlichen Möglichkeiten entsprechend gestaltet werden. Aber auch danach steht er Charlotte Bordewisch und den anderen Mitarbeitern weiter beratend zur Seite.
Charlotte Bordewisch ist im Hotel Klostergarten eine geschätzte Kollegin, die trotz ihres Handicaps wertvolle und zuverlässige Arbeit leistet.

Lustiger Besuch im Katharinenhaus

In Deutschland gibt es zunehmend mehr professionelle Clowns, die regelmäßig kleine Patienten in Kinderkrankenhäusern, alte Menschen in Heimen oder geriatrischen Einrichtungen, schwerkranke erwachsene Patienten im Krankenhaus und auf Palliativstationen, sowie behinderte Menschen in therapeutischen Einrichtungen besuchen. So jetzt auch im Katharinenhaus in Winnekendonk, einer Senioreneinrichtung der Caritas-Gesellschaft gemeinnützige GmbH.
Lachen verbindet und weckt die Lebensgeister: Das Lachen mit den Clowns vertreibt für ein paar Augenblicke Ängste und Sorgen und stärkt den Lebensmut. Die Klinikclowns bringen Leichtigkeit, Heiterkeit und Fantasie in den Alltag, vertreiben Ängste und Sorgen.
Ulrike Simon und Michael Westermeier aus Münster sind als Konrad und Valentina im Katharinenhaus schon alte Bekannte, denn schon seit sieben Jahren besuchen sie regelmäßig die Bewohner und haben sich schon mit vielen angefreundet.
„Innerwheel“, eine Unterabteilung der „Rotarier Geldern“ mit Frau Romy Werner, machen durch ihre Spende den Auftritt immer wieder möglich.
Nach einigen kleinen Zaubertricks (mit viel „Maggi“ aus der Flasche) und Seifenblasen, die lustig über die Köpfe der anwesenden Bewohner hinwegtanzten, wurden ein paar Lieder im Kanon gesungen. „Froh zu sein bedarf es wenig“, „Es tönen die Lieder“ und „Bruder Jakob“ erklangen fast so wie von einem eingeübten Meisterchor.
Zwei Bewohner hatten sich eine rote Nase aufgesetzt und zeigten so, dass der Auftritt von Konrad und Valentina eine willkommene „Visite“ war. Aber auch die anderen Gäste der Vorstellung auf der Terrasse ließen immer wieder durch ihr Mitmachen erkennen, wie schön sie den Besuch der Muntermacher fanden.
Dass die zwei Klinikclowns sich auf einem Sonntag auf den weiten Weg von Münster nach Kevelaer gemacht hatten, war jedoch einem besonderen Anlass geschuldet. Ihr größter Fan, Frau Elisabeth Braun, wurde an diesem Tag 100 Jahre alt. Sie erhielt eine Privatvorstellung beziehungsweise eine freundschaftliche Geburtstags-Vorstellung in ihrem Zimmer. Denn Valentina und Konrad sind in den Jahren zu guten Freunden geworden und hatten es sich nicht nehmen lassen, zum Ehrentag anwesend zu sein.

Senioren im Alltag begleiten

Kevelaer. Den Alltag der Senioren sinnvoll gestalten und diesen mit Freude füllen, das ist das Anliegen vieler Alltagsbegleiter. Dieser Aufgabe möchten sich in Zukunft auch Gertrud Scherer-Brosowski aus Winnekendonk und Nadine Balz aus Wetten widmen. Mit 21 weiteren Teilnehmern aus dem Kreis Kleve legten sie Anfang März ihre Prüfung zur zertifizierten Alltagsbegleiterin ab.
In einem sechsmonatigen Kurs, der vom SOS Kinderdorf Niederrhein angeboten und geleitet wurde, ließen sie sich zu qualifizierten Alltagsbegleiterinnen ausbilden und anleiten. „Schon die Teilnahme war für uns eine große Bereicherung“, versichern die beiden Kevelaerer Frauen.
Den Berufszweig „Alltagsbegleiter“ gibt es seit 2008. Die Absolventen sollen Familien, Angehörige sowie Seniorenheime im Pflegealltag unterstützen.
Gertrud Scherer- Brosowski, die sich 30 Jahre lang um ihre Kinder und die Familie kümmerte, ergriff diese Chance, um noch einmal beruflich einzusteigen: „Ich wollte jetzt noch einmal einen Neuanfang wagen“, verrät die 56-jährige Mutter von vier erwachsenen Kindern, die im Bekanntenkreis von einer Ausbildung zur Alltagsbegleiterin erfuhr.
Neue Sichtweise
Nadine Balz, ebenfalls Mutter von vier Kindern, suchte hingegen nach einer Möglichkeit an ihre angefangene Ausbildung als Altenpflegerin anzuknüpfen. „Ich habe mich mit dem Thema Alltagsbetreuung auseinandergesetzt, habe aber auch noch einige nicht so schöne Erinnerungen im Umgang mit Senioren“, erklärt die 37-Jährige. „Im Kurs habe ich eine andere, neue Sichtweise kennengelernt – das hat mich berührt, ja sogar begeistert“, führt die frisch zertifizierte Alltagsbegleiterin weiter aus.
Am 15. September 2017 fing für Gertrud Scherer-Brosowski und Nadine Balz mit Beginn des Kurses ein neuer Berufsabschnitt an. „Ich habe mir gesagt, wenn dein Bauch dir das okay gibt, dann ist es der richtige Weg“, beschreibt Gertrud Scherer-Brosowski den ersten Kurstag. Die Stimmung unter den Kursteilnehmern war unbeschwert. „Das machte die ganze Sache etwas entspannter, uns wurde die Anfangsnervosität genommen“, berichtet Nadine Balz.
Die ersten Wochen bestanden aus viel Theorie. „Ein besonderer Schwerpunkt des Kurses liegt in der biographieorientierten Arbeit“, erklärt Katrin Wißen, die für die Öffentlichkeitsarbeit im SOS Kinderdorf zuständig ist. Will heißen: Erinnerungen an frühere Tätigkeiten wach rufen, dabei vorhandene Fähigkeiten wieder aktivieren und stärken.
Die Kursteilnehmer lernten anhand vieler Beispiele, sich in die Senioren hineinzuversetzen. „Manchmal hatte ich allerdings das Gefühl, eine neue Festplatte zu gebrauchen“, gesteht Gertrud Scherer-Brosowski lachend. Hinzu wurden ihnen weitere Fähigkeiten in Krankheitslehre, Gesundheitsförderung und Sterbebegleitung vermittelt.
Zwei Praktika
Bereits Ende November konnten sie ihre erlernte Theorie in die Praxis umsetzen. Gertrud Scherer-Brosowski absolvierte im Clemens-Haus der Caritas, Nadine Balz im Seniorenhaus Regina-Pacis ihr Praktikum. In beiden Häusern wurden sie mit unterschiedlichsten Krankheiten und Symptomen des Alters konfrontiert. „Es ist eine andere Welt“, versichert Scherer-Brosowski, „in der wir aber, dank der guten Ausbildung, fantastisch eingeführt wurden“, betont Nadine Balz. Beiden Frauen gelang es, das Vertrauen der Senioren wie auch des Pflegepersonals zu erlangen. Sie fanden Zugang zu Demenzkranken wie zu bettlägerigen Menschen. Mit Einfühlungsvermögen und Kommunikation bereicherten sie den Alltag der Senioren. In zwei Praktika konnten beide Frauen das anwenden, was sie in der Theorie gelernt hatten.
Mit Erfolg legten Gertrud Scherer-Brosowski und Nadine Balz schließlich im März ihre Prüfung zur „Alltagsbegleiterin mit Zertifikat auch für Demenzkranke“ ab. Ihren neu erlernten Beruf können Gertrud Scherer-Brosowski und Nadine Balz künftig in Altenheimen, in der ambulanten Pflege oder aber auch in Privathaushalten ausüben. „Darauf freuen wir uns“, bestätigen beide Frauen voller Begeisterung.

Neue Mitarbeitende lernten den Caritasverband und sein Leitbild kennen

Über 40 neue Mitarbeitende begrüßte der Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V. Anfang März mit einer Einführungsveranstaltung im Klostergarten Kevelaer. Nach einem Morgenimpuls in der Klosterkirche lernten die neuen Mitarbeitenden die verschiedenen Arbeitsfelder der Caritas kennen und setzten sich mit dem Leitbild des Verbandes auseinander. Gerade die gemeinsame christliche Wertebasis, die im Leitbild der Caritas formuliert ist, macht einen wesentlichen Unterschied aus, den die Klienten und Patienten der Caritas spüren.

Darüber hinaus nutzten viele Mitarbeitende auch die Chance, Kontakte zu Kollegen aus anderen Fachbereichen zu knüpfen. So kommt das breit gefächerte Netzwerk des Caritasverbandes nicht nur den Klienten zugute, sondern auch den Mitarbeitenden selbst, die zu fast allen Sozialthemen einen kompetenten Ansprechpartner im eigenen Verband finden können.

“Ich freue mich, dass Sie sich für die Caritas als Arbeitgeber entscheiden haben. Das zeigt uns, dass wir mit kollegialem Betriebsklima und professionellen Arbeitsbedingungen viel bieten können, was Arbeit- nehmer in der freien Wirtschaft oft vergeblich suchen. Ich wünschen Ihnen viel Erfolg in Ihren Einrichtungen und Freude bei der Arbeit”, sagte Caritas-Vorstand Andreas Becker, der die neuen Mitarbeitenden persönlich begrüßte – auch im Namen seines Vorstandskollegen Karl Döring.

Willkommenskultur statt Flüchtlingskrise

Der erhöhte Zustrom von Flüchtlingen war ab 2015 auch im Kreis Kleve deutlich spürbar, dennoch war die Situation weit mehr von Willkommenskultur geprägt als von Krise. Der Kreis Kleve ist seitdem bunter geworden, viele Menschen haben neue Erfahrungen gemacht, Freundschaften geschlossenen und manche sogar eine neue Heimat gefunden. Das alles war unter anderem möglich dank eines dreijährigen von der Europäischen Union geförderten Projektes, mit dem der Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V. – in Kooperation mit den Caritasverbänden in Kleve und Moers – bereits seit Anfang 2015 Strukturen für bessere Aufnahmebedingungen für Flüchtlinge geschaffen hat. Knapp 800.000 Euro an EU-Fördergeldern konnte die Caritas auf diese Weise für die Flüchtlingsarbeit am linken Niederrhein einsetzen. Finanziert wurde das Projekt weitgehend durch den europäischen Asyl-, Migrations und Integrationsfonds.

Gerrit Hermans, Leiter des Fachdienstes für Integration Migration beim Caritasverband in Geldern, blickt zufrieden auf die Projektlaufzeit zurück: „Wir konnten unsere Beratungs- und Hilfsangebote deutlich ausweiten und haben damit in den vergangenen drei Jahren mehr geflüchtete Menschen unterstützt als jemals zuvor.“ So gab es zwischenzeitlich in nahezu allen Kommunen am linken Niederrhein spezialisierte Anlaufstellen für Flüchtlinge. Die Berater dort konnten einerseits bei Fragen zum Asylverfahren und zum Aufenthaltsrecht weiterhelfen, kümmerten sich andererseits auch um ganz lebenspraktische Themen wie Schulbesuch, Kindergartenplatz, Spracherwerb und Jobsuche.

Darüber hinaus konnten in Geldern, Kevelaer und Straelen hauptamtliche Sprach- und Kulturmittler eingesetzt werden, die einen wesentlichen Beitrag zur Integration der neu angekommenen Menschen geleistet haben. Auch die zahlreiche Sprachkurse, die über das Projekt koordiniert wurden, trugen dazu bei.

Insgesamt konnte die Caritas im Rahmen der Flüchtlingshilfe in den vergangenen drei Jahren über 5000 Klienten betreuen. Aktuell begleitet der Fachdienst für Integration und Migration noch mehr als 1300 Personen im südlichen Kreis Kleve.

Durch die Zusammenarbeit mit anderen Initiativen ist im Kreis Kleve ein breites Netzwerk entstanden, das auch über die Projektlaufzeit hinaus Austausch und Unterstützung für Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe bietet. Sozialarbeiter verschiedener Wohlfahrtverbände nehmen an den Treffen ebenso teil wie Flüchtlingskoordinatoren der Kommunen, Vertreter von Qualifizierungsträgern und Ehrenamtsinitiativen. Die regelmäßigen Netzwerktreffen haben dazu beigetragen, in der gesamten Region verbesserte Strukturen für die Aufnahmen von Geflüchteten zu schaffen und werden auch in Zukunft weiter als Informations- und Austauschangebot stattfinden. Das gilt auch für den E-Mail-Newsletter, der in den vergangenen drei Jahren über 200 Mal Interessierte mit wichtigen Informationen versorgt hat.

„Durch die EU-Mittel konnten wir genau zum richtigen Zeitpunkt die hohe Anzahl von Schutzsuchenden auffangen“, resümiert Gerrit Hermans und dankt gleichzeitig allen – vor allen den vielen ehrenamtlich Tätigen – für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. „Gemeinsam ist es uns gelungen, in unserer Region nachhaltige Strukturen zu etablieren, die auch in Zukunft die Integration von Zugewanderten erleichtern.“

Inklusion bleibt eine Generationenaufgabe

Kaum ein Thema wird so vielschichtig und kontrovers diskutiert, wie das Thema Inklusion. Dass in unserer Region dieses Thema und damit die Frage nach einem vielfältigen Zusammenleben in einer Gesellschaft überhaupt mit großer Beteiligung diskutiert wird, ist nicht zuletzt das Verdienst der intensiven Netzwerkarbeit im Projekt Inklusionsförderung. Seit drei Jahren bringen Caritas und Aktion Mensch in diesem Projekt Menschen zusammen, die sich dieses großen Themas annehmen. Gestern wurde der Abschluss des Projektes im Klostergarten Kevelaer gefeiert.
„In den vergangenen drei Jahren sind Beziehungen und Netzwerke entstanden. Damit haben wir nachhaltig etwas bewegt“, sagte Caritas-Vorstand Andreas Becker bei der Begrüßung der 50 Netzwerkpartner im Klostergarten. Damit sprach er zugleich auch ein Lob an die Projektmitarbeiter, Adele Hoff, Ina Martens und Ernst Heien aus, die in Geldern, Kevelaer und Straelen das Thema Inklusion vorangebracht haben. Auf Workshops und Fachtagungen wurde viele Informationen – nicht nur für Fachleute – zusammengetragen, in Netzwerk- und Arbeitsgruppen wurden konkrete Lösungen und Projekte erarbeitet.
Unter anderem wurden inklusive Freizeitangebote initiiert und gezielte Fortbildungsangebote für Fachkräfte angeboten. Dies alles gelang vor allem deshalb, weil sich viele Beteiligte anstecken ließen von der Idee einer Gesellschaft, die auf Teilhabe und Chancengleichheit für jeden, fußt.
Diesen Ansatz bestätigte auch Dr. Maria Lüttringhaus vom Institut für Sozialraumorientierung, Quartier und Casemanagement in Essen. In ihrem Fachvortrag beschäftigte sie sich mit der Frage, wie der Gedanke der Inklusion tatsächlich vor Ort gelebt und verankert werden kann. „Inklusion ist nur zu fünf Prozent Arbeit mit behinderten Menschen, und zu 95 Prozent Arbeit mit allen anderen Menschen da draußen. Dort muss das Bewusstsein für Inklusion wachsen“, sagte Maria Lüttringhaus.
Zum Abschluss dankte Projektleiterin Adele Hoff allen Anwesenden für die intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Es war für uns alle eine sehr spannende Zeit und wir würden uns freuen, diese Zusammenarbeit auch in Zukunft im Sinne der Inklusion weiterzuführen.“ Damit warf sie bereits den Blick voraus, denn die nächsten Ideen sind bereits konkret. In einer gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Waal durchgeführten Umfrage unter 500 Eltern von Grundschul- und Kindergartenkindern im Südkreis Kleve zeigte sich, dass ein großer Bedarf an professioneller und unabhängiger Beratung besteht. Daraus ist der Plan entstanden, in naher Zukunft Inklusionsbüros in Geldern, Kevelaer und Straelen einzurichten. Denn bei allen Schritten, die bereits erfolgreich gegangen wurden, bleibt trotzdem noch ein weiter Weg bis zu einer inklusiven Gesellschaft. Inklusion ist und bleibt eine Generationenaufgabe.

Wahrhaft ein Grund zum Feiern

Kevelaer. Sein 50-jähriges Bestehen feierte der Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V. in einem Festakt. Nach der Sternwallfahrt zum Xantener Dom, dem Familienfest im Freizeitpark Irrland und dem Mitarbeiterfest in der Messehalle in Kalkar endete so die Jubiläum-Geburtstagsfeier.
Weihbischof Domkapitular Rolf Lohmann zelebrierte die eröffnende Festmesse. Unter dem Leitsatz: „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts“, zeigte er die Wichtigkeit des christlichen Handelns auf. Die Mission von Christen sei es, hinauszugehen und sich der Geschundenen, Schutzlosen, Armen, Kranken und derer, die Hilfe brauchen, anzunehmen. Mit Blick auf die Diskussion um Obergrenzen bei Flüchtlingen stellte der Weihbischof klar: „Da, wo Not ist, muss gehandelt werden, unabhängig von Zahlen, denn die Rechte darf nicht Oberhand gewinnen.“ Er bezeichnete die Caritas als „Mitarbeiter Gottes“, die sich derer angenommen haben und auch weiter zuwenden müssen, die durch den Rost der Gesellschaft gefallen seien. „Dies geschieht dann zu Ehre unseres Gottes und Vaters. Ihm sei Ehre in alle Ewigkeit.“
Jessica Westen, Reporterin beim WDR, übernahm die Moderation des Festaktes im Konzert- und Bühnenhaus. Musikalisch umrahmte das Niederrheinische Jugendstreichorchester unter Leitung von Dirigent Thomas Brezinka die Veranstaltung.
Westen zeigte die Rahmenbedingungen des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer auf. 1300 hauptamtliche Mitarbeitende und über 1000 ehrenamtlich mitarbeitende Helfer versorgen im Südkreis Kleve 4000 hilfebedürftige Menschen und deren Angehörige. „Die Mitarbeiter machen seit 50 Jahren das Leben etwas besser, etwas lebenswerter. Wahrhaft ein Grund zum Feiern.“
Karl Döring, einer der Vorstände, begrüßte unter den 175 Gästen auch die ehemaligen Vorstände Dr. Christel Stibi-Bergmann und Hermann Hengstermann, Margret Voßeler MdL und Ulrich Wolken, Vorsitzender des Caritasrates. „Trotz Wandel in der sozialen Arbeit ist eines immer gleich geblieben: Antrieb für karitatives Engagement war und ist die menschliche Begegnung auf christlicher Basis. Deshalb ist uns die soziale Situation im Kreis Kleve immer wichtig gewesen“, so Döring.
Landrat Wolfgang Spreen lobte in seinem Grußwort die hochqualifizierte und engagierte Arbeit des Verbandes, die immer mit innovativen Ideen besetzt gewesen sei. „Als wichtige Säule und Partner für soziale Hilfeleistungen gab es viele Berührungspunkte mit dem Kreis Kleve zur Verbesserung der sozialen Herausforderungen.“ Um noch qualifizierter und effizienter arbeiten zu können, regte er einen Zusammenschluss der beiden Caritasverbände im Kreis an. Was die Anwesenden davon hielten, zeigte die Reaktion auf diesen Vorschlag: Es klatschten zwei Personen.
Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann sprach auch für den anwesenden Domkapitular Josef Leenders ein Grußwort. Er dankte dem Caritasverband für 50 Jahre Hilfs- und Betreuungsformen, die gut vernetzt sind. Mit Blick auf die Zukunft wies er darauf hin, dass bei den Herausforderungen der Digitalisierung die Aufrechterhaltung der menschlichen Zuwendung und persönlichen Begegnung gewährleistet werden muss.
Bürgermeister Dr. Dominik Pichler dankte für 50 Jahre Erfolgsgeschichte karitativen Wirkens. Um nicht alles Gesagte zu wiederholen (mit Augenzwinkern und zur Erheiterung der Anwesenden), zeichnete er einen allgemeinen zeitgeschichtlichen Rückblick auf das Gründerjahr 1967, so Baader-Meinhof und die Aktionen der linksextremistischen Terrorgruppe Rote Armee Fraktion, der Tod des Studenten Benno Ohnesorg, die Deutsche Fußballmeisterschaft von Eintracht Braunschweig, die Veröffentlichung des „The Beatles blaues Album“ oder die Einführung des Farbfernsehens. Er würde sich dem Caritasverband Geldern-Kevelaer allein schon deshalb sehr verbunden fühlen, weil seine Mutter lange dort als hauptamtliche Mitarbeiterin in der Flüchtlingshilfe gearbeitet habe und „ich selbst auch ein Stück davon bin, denn als Ersatzdienstler habe ich ein Jahr im Seniorenheim in Wetten meinen Dienst geleistet“.
Was ist ein Limbi?
Werner Tiki Küstenmacher, Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern im Ehrenamt, freiberuflicher Autor und Karikaturist, war als Gastredner eingeladen. Er wurde bereits mit dem Wilhelm-Schmerl-Preis für evangelische Publizistik ausgezeichnet und in die Hall of Fame der German Speakers Association aufgenommen. Dass diese Auszeichnungen nicht von ungefähr kamen, zeigte sein fesselnder, urkomischer, spannender und gleichzeitig lehrreicher Vortrag über „Limbi“. Wer und was Limbi ist, vermittelte er den Anwesenden.
„Es gibt so viele Dinge, die wir tun wollen. Doch meist schaffen wir nur einen kleinen Teil davon“, so Küstenmacher. Er berichtete vom limbischen System, unserem emotionalen Gehirn. „Ein kleiner Teil in unserem Gehirn, der uns früher vor Säbelzahntigern und anderen Gefahren gewarnt hat und der deutlich schneller reagiert als unser ‚vernünftiges‘ Großhirn. Mehr noch: Das limbische System reagiert völlig emotional und undifferenziert – mit Wut, Angst, aber auch mit Überraschung und Freude.“
Tiki Küstenmacher hat diesem Teil unseres Hirns ein Gesicht gegeben – klein, wuschelig und unwiderstehlich – kurz Limbi. Limbi, gezeichnet vom Meister selbst, taucht immer dann auf, wenn wir versuchen, ihm unseren Willen aufzuzwingen. Konkret: Wenn die Steuererklärung ansteht, wir ein unangenehmes Telefonat führen müssen. Und wenn wir versuchen, Limbi zu bezwingen, werden wir feststellen, es funktioniert nicht. Das zeigt nicht nur die eigene Erfahrung, das ist eine wissenschaftliche Erkenntnis.
Küstenmacher redete auch über GNADE (Glaube Nicht Allen Deinen Emotionen) und zog die Schlussfolgerung aus zu schnellem Handeln: „Besser als Essen auf Rädern ist mit Rädern zum Essen.“ Er gab den Festgästen und allen Mitarbeitern mit auf den Weg: „Seien Sie bei Problemen nicht Experte für Probleme, sondern für Lösungen. Wenn Limbi zu Ihnen kommt, sagen Sie ihm, er soll auf die Lücken zwischen den Bäumen schauen und nicht gegen den Baum fahren. Limbi ist auf Ihrer Seite und er liebt Geldern und Kevelaer.“ Lange anhaltender Applaus zeigte, die Anwesenden hatten verstanden.
Zum Abschluss des Festaktes bedankte sich Vorstand Andreas Becker bei allen Arbeitsgruppen, Helfern und Beteiligten für Planung und Gestaltung des Festjahres und lud zum Buffet ein. Der Caritasverband Geldern-Kevelaer geht voller Zuversicht und mit dem Vertrauen darauf, dass Gott als Motor und Stärke trägt, in die nächsten 50 Jahre.
Geschichte
Am 23. Oktober 1967 wird im Rheinischen Hof in Geldern der „Caritasverband für den Landkreis Geldern e.V.“ gegründet. Ersten Vorsitzenden wird Dechant Willy Mehring. Als erste Einrichtung des Verbandes wird der Kindergarten St. Michael in Aengenesch eröffnet, der zugleich erster Sonderkindergarten am unteren Niederrhein ist und in dem 24 Kinder mit geistiger Beeinträchtigung betreut werden. 1969: Dechant Heinrich Polders wird neuer erster Vorsitzender. Hermann Althaus wird ab 1962 erster hauptamtlicher Geschäftsführer. Die erste Geschäftsstelle des Caritasverbandes wird am Westwall 55 in Geldern eingerichtet. Ab 1976 wird „Essen auf Rädern“ eingeführt, wobei zunächst nur Tiefkühlkost von Zivildienstleistenden zu den Senioren gebracht wird. Warmes Essen wird erst ab Ende der 1990-er Jahre ausgeliefert. 1977 übernimmt der Caritas-Verband Geldern e.V. die Trägerschaft für den Sprachheilkindergarten in Geldern. Für die  häusliche Pflege, die bis dahin die Gemeindeschwestern übernommen haben, wird 1979 die erste Sozialstation für ambulante Pflege in Geldern eingerichtet. 1977 übernimmt der Caritas-Verband Geldern e.V. die Trägerschaft für den Sprachheilkindergarten in Geldern. Dr. Christel Stibi-Bergmann wird 1977 neue erste Vorsitzendes und führt den Verband fast drei Jahrzehnte lang. Erst mit Erreichen der Altersgrenze wird sie 2006 – im Alter von 70 Jahren – aus dem Amt verabschiedet. Nachdem die Geschäftsstelle bereits 1979 zum Südwall umgezogen war, zieht später auch der Sprachheilkindergarten dorthin. Zu Beginn der 1980-er Jahre sind in dem Haus, in dem sich heute die Verwaltung befindet, auch die Zentralrendantur, der Sozialdienst katholischer Frauen, die Sozialstation, die Verwaltung  untergebracht. In den 1980-er Jahren entwickelt sich eine immer engere Zusammenarbeit des Caritas-Verbandes mit den Pfarrcaritas-Gruppen und den Caritaskonferenzen. Dies führt 1985 zur Gründung des Fachdienstes Gemeindecaritas. Dieser berät und unterstützt seitdem ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeitende in Fragen der Organisation und Weiterentwicklung caritativer Aufgaben. Hermann Hengstermann löst 1987 Hermann Althaus als Geschäftsführer ab. Hengstermann gehört ab 2006 dem ersten hauptamtlichen Vorstand an und ging 2013 in den Ruhestand. 1988 neue Namensgebung „Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V.“. 1989: Schuldnerberatung und Flüchtlingsberatung eingerichtet. 1989 erfolgt die Übernahme der Trägerschaft für die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Diese war bereits 1958 als „Erziehungsberatungsstelle“ gegründet worden und ist bis heute ein zentraler Dienst der Caritas mit einem sehr unmittelbaren Zugang zur Lebenssituation vom Familien. Nach der Ausweitung der ambulanten Pflege seit Beginn der 1990-er Jahre, ist der Caritasverband ab 1995 auch im stationären Bereich zunehmend gefordert. Mit der Einführung der Pflegeversicherung sind die Kirchengemeinden zunehmend überfordert mit dem Betrieb eigener Altenheime – finanziell, personell und fachlich. Durch die Gründung der Caritas-Gesellschaft als Verbundsystem für Altenhilfe-Einrichtungen gelingt es, zahlreiche Seniorenhäuser vor dem baulichen und finanziellen Ruin zu retten und weiterzuführen. Zwischen 1995 und 1998 übernimmt die Caritas sieben Seniorenhäuser von den Kirchengemeinden. Später kommen noch das neue Clemens-Haus in Kevelaer (2008) und das Adelheid-Haus in Geldern (2012) dazu. Ein Jahr nach Gründung der Caritas-Gesellschaft erfolgt die Übernahme des Gerebernus-Hauses, eines ehemaligen Krankenhauses, das später zu Kurklinik und zum Seniorenheim umgebaut worden war, von der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena in Sonsbeck. 2000 und 2002 werden dort die ersten Hausgemeinschaften am Niederrhein eröffnet. Noch heute gilt das Gerebernus-Haus damit als beispielgebend für eine neue an den Bewohnern orientierte Form der Altenhilfe. Der Kinder- und Jugendtreff St. Barbara wird 1996 gemeinsam von Caritasverband und Kirchengemeinde gegründet und ist von Anfang an mehr als ein Jugendzentrum. Er gilt zum einen als Modellprojekt für die Kooperation zwischen Caritas und Kirche, und zum anderen für die sozialräumliche Arbeit im Barbaraviertel. 1997 entsteht in Geldern bundesweit eines der ersten Freiwilligen-Zentren in Trägerschaft der Caritas.  Damit antwortet der Caritasverband auf den gesellschaftlichen Wandel, der sich auch im Ehrenamt niederschlägt. Mit der Gründung des Sozialpunktes für die Region werden ab 1998 einzelne Beratungsdienste, die zuvor räumlich verteilt waren, unter einem Dach zusammengefasst. Dazu zählen die Schuldnerberatung, Flüchtlingsberatung, Aussiedlerberatung, Haftvermeidung, Strafentlassenenhilfe und das Freiwilligen-Zentrum. Gleichzeitig wird die Allgemeine Sozialberatung eingeführt, die ganztägig als erste Anlaufstelle für alle Ratsuchenden dient. Am 13. November 1998 gegen 21.30 Uhr brennt das Katharinen-Haus in Winnekendonk. Sieben Menschen werden schwer und 20 leicht verletzt, zwei Bewohner versterben später im Krankenhaus. Ab 2001 bietet “Aufwind aktiv” einen Second-Hand-Shop und Treffpunkt und eine Möbelhalle auf der Egmondstraße bietet gebrauchte Möbel an. Neben der Existenzhilfe für Menschen mit kleinem Geldbeutel ist der „Aufwind aktiv“ zugleich ein Arbeitsmarktprojekt. Mit der Beschäftigung und Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern findet der Caritasverband mit dem „Aufwind aktiv“ eine Antwort auf die damalige Massenarbeitslosigkeit. Als einer der ersten katholischen Träger im Land steigt der Caritasverband 2004 an drei Schulen in Geldern in die Ganztagsbetreuung ein, 2006 folgt auch die Betreuung in Kevelaer. Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie gleiche Bildungschancen für alle Kinder ist das Ziel. Um eine die Vielzahl von Aufgaben auch zukünftig verantwortlich, innovativ und wirtschaftlich bewältigen zu können, führt der Caritasverband als einer der ersten im Bistum Münster mit  Hermann Hengstermann einen hauptamtlichen Vorstand ein. Um auch finanzielle Hilfe leisten zu können, gründet die Caritas 2007 die Sankt-Martinus-Stiftung, die seitdem soziale Projekte und gemeinnützige Einrichtungen fördert. Schirmherr der Stiftung ist der damalige Weihbischof Heinrich Janssen. In Issum-Sevelen eröffnet die Caritas 2007 den integrativen „CAP-Markt“. Bis zu zehn Mitarbeitende finden hier bis 2013 eine berufliche Perspektive. Ein Familienzentrum entsteht 2007 mit dem “Haus der Familie” in Straelen. Bis Ende 2013 als die Trägerschaft für das Familienzentrum wieder komplett in die Verantwortung der Stadt Straelen übergeht, hat das Haus der Familie hunderte Kinder und Familien intensiv begleitet. Am 7. Oktober 2012 wird das Adelheid-Haus eröffnet. Weihbischof Heinrich Janssen weiht die neue Adelheid-Kapelle. Im Jahr 2009 zieht der Second-Hand-Shop „Aufwind aktiv“ vom Südwall zum Ostwall. Das „FairKaufHaus“, wie der Aufwind nun heißt, vereint Second-Hand-Laden und Möbelmarkt unter einem Dach. Im Jahr 2009 findet in Geldern für alle, die sich ehrenamtlich in der Caritasarbeit engagieren das erste Forum Gemeindecaritas statt. Nach dem Ausscheiden von Petra van den Brand rückt die Verwaltungsleiterin Petra Keysers nach und bildet gemeinsam mit Hermann Hengstermann den neuen Vorstand. Mit dem Strom-Spark-Check initiiert die Caritas ein Projekt, bei dem Langzeitarbeitslose zu Stromspar-Experten ausgebildet werden und vor allem Hartz-IV-Empfängern helfen, Energie und Kosten zu sparen. Nach dem Ausscheiden von Hermann Hengstermann bilden Heinrich Brötz, Petra Keysers und Delk Bagusat den neuen erstmals dreiköpfigen Vorstand. Um mit seinen Hilfsangeboten noch näher bei den Menschen in der Region zu sein werden 2012 die Beratungsdienste dezentralisiert und drei Caritas-Centren in Geldern, Kevelaer und Straelen gegründet. Mit der Jugendmarke „youngcaritas“ öffnet sich der Verband stärker für junge Menschen mit dem Ziel, sie für soziales Engagement zu begeistern. Mit dem Videowettbewerb „Wofür brennst Du?“ und mit Schulprojekten wie dem „Day of Caring“ ist der Caritasverband ein
mal mehr Vorreiter im Bistum Münster. Nach kurzer Zeit der Vakanz im Vorstand werden Andreas Becker und Karl Döring neu in den Vorstand berufen. Drei Tage lang wird im November 2015 der Abschluss eines vielbeachteten dreijährigen Altenhilfe-Projektes gefeiert. Bei einem Festakt im Konzert- und Bühnenhaus Kevelaer wird das in diesem Projekt erarbeitete Konzept „Begegnung.Leben“ präsentiert. Vor große Herausforderungen sieht sich der Verband im Herbst 2015 durch die Verschärfung der Flüchtlingskrise gestellt. Innerhalb von drei Tagen übernimmt die Caritas nicht nur die Kleiderversorgung und Ehrenamtskoordination für zwei Flüchtlingsunterkünfte in Geldern, sondern auch den Betrieb einer kompletten Notunterkunft in Straelen-Herongen (bis 2016). Seit dem Frühjahr 2016 betreibt die Caritas dauerhaft eine Flüchtlingsunterkunft in Kevelaer.

2002 wird bekannt, dass der Orden der Clemensschwestern aus Nachwuchsmangel den Standort Kevelaer aufgeben will. Die Caritas entwickelt daraufhin das Konzept eines barrierefreien Mehrgenerationen-Wohnquartiers für das Gelände. Die Grundsteinlegung für das Clemens-Haus, das erste neue Gebäude im Klostergarten, übernimmt 2007 NRW-Bauminister Oliver Wittke. Offiziell Fertiggestellt wird der Klostergarten im Jahr 2011. Heute ist der Klostergarten Kevelaer ein barrierefreies Wohnquartier, in dem Nachbarschaftshilfe und Solidarität unter den Generationen das Zusammenleben bestimmen.
Jörg von der Höh, Zusammenfassung des Textes von Tobias Kleinebrahm, Leitung Unternehmenskommunikation Caritasverband Geldern-Kevelaer