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Neue Gesichter der Gemeindecaritas

Anne-Kathrin Lehmann und Jutta Seven heißen die beiden Nachfolgerinnen von Norbert Gerding. Die beiden Frauen möchten den Verband, die Pastoral und das Ehrenamt stärker als zuvor zusammenführen. Ihr Ziel ist ein starkes Netzwerk und vielleicht irgendwann auch eine Youngcaritas.

Es sind zwei Frauen. Anne-Kathrin Lehmann und Jutta Seven. 37 und 49 Jahre alt. Ganz unterschiedliche Typen. Vom Wesen und von der Ausbildung her. Die eine hat Erziehungswissenschaften studiert, fühlt sich der katholischen Kirche und dem christlichen Glauben sehr verbunden. Die andere ist Sozialpädagogin und „een beetje nederlands“, ihr Herz, das schlägt vor allem fürs Ehrenamt. Gemeinsam sind sie die beiden neuen Gesichter der Gemeindecaritas.

Gemeinsam sind sie die perfekte Nachfolge für Norbert Gerding, der diese Arbeit 35 Jahre lang mit Leib und Seele für den Caritasverband Kleve erfüllte. „Mein Dank gilt Norbert Gerding und meine Freude Anne-Kathrin Lehmann und Jutta Seven“, sagt auch Vorstand Rainer Borsch.

Anne-Kathrin Lehmann ist neu im Verband. Die 37-Jährige war zuvor Leiterin des katholischen Jugendreferats/BDKJ Dekanatsstelle Göppingen-Geislingen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Zusammen mit ihrem Mann und den drei kleinen Kindern lebt sie nun in Emmerich am Rhein, engagiert sich dort ehrenamtlich in der Seelsorgeeinheit St. Christopherus / St. Johannes der Täufer. „Caritas“, sagt Anne-Kathrin Lehmann, „ist Kirche. Nächstenliebe. Das möchte ich mehr in den Fokus rücken. Das ist unsere große Chance.“
Jutta Seven (49) kommt aus Norddeutschland. Nach einer Berufsausbildung in Düsseldorf zog sie wieder aufs Land. Der Niederrhein bot ihr die Möglichkeit, Dorfleben und ein Studium in den Niederlanden zu kombinieren. Mit Mann und vier Kindern wohnt sie mittlerweile in Pfalzdorf. Dort ist sie auch politisch aktiv.

Viele Jahre hat sie in den Niederlanden gearbeitet, seit 2017 ist sie für den Caritasverband Kleve tätig, zuletzt in der Sozialberatung und Ehrenamtskoordination in Emmerich. „Meine Motivation ist der Respekt vor den Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Das ist mir unheimlich wichtig. Diese Menschen haben Anerkennung und Wertschätzung verdient“, sagt Jutta Seven.

Verband, Pastoral und Ehrenamt zusammenführen, genau das machen Anne-Kathrin Lehmann und Jutta Seven seit Anfang des Jahres. „Wir sind das Bindeglied, suchen die Schnittmengen und füllen diese aus“, erklärt Anne-Kathrin Lehmann. Wie genau, das erarbeiten die beiden in einem neuen Konzept. „Wir sind mit einer Bestandsaufnahme gestartet und arbeiten nun an unserer Vision. Ziel ist ein starkes Netzwerk“, ergänzt Jutta Seven. Dazu kommt die Ehrenamtskoordination.

Visionen und Ziele sind das eine, Bekanntmachen das andere. So haben Anne-Kathrin Lehmann und Jutta Seven als erstes ihr neues Büro an der Hoffmannallee 70 bezogen. Es folgen die Kontakte zu den Kirchengemeinden und den Tafeln im Nordkreis Kleve. „Wir sind schon ganz gespannt, aus den Gesprächen können sich so viele Möglichkeiten ergeben“, freut sich Anne-Kathrin Lehmann. Jutta Seven nennt gleich ein paar Ideen.

So möchte sie die CaritasJahreskampagne #dasmachenwirgemeinsam auf jeden Fall thematisieren. Und sie möchte Ehrenamtliche vorstellen. „Sieben von zehn Anrufern melden sich wegen des Freiwilligenzentrums. Das ist ein großes Thema, denn hier öffnet sich Kirche.“

Youngcaritas

Apropos Öffnen: Auch die „Youngcaritas“ – die Plattform für soziales Engagement, für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit – ist für die Gemeindecaritas ein Thema.

Hohe Impfbereitschaft im Josef-Haus

Nahezu alle Bewohner*innen und weit über drei Viertel der Mitarbeitenden des Josef-Hauses in Wetten haben die erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Damit bildeten sie den Start der Impfungen in Kevelaer. Insgesamt 41 von 43 Bewohner*innen und 51 von 61 Mitarbeitenden ließen sich den kleinen, aber wichtigen Pikser geben. Obwohl eine solch umfassende Aktion Neuland für das Seniorenhaus des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer ist, ermöglichte die gut abgestimmte Organisation einen zügigen und reibungslosen Ablauf.

Bereits vor Bekanntgabe des Impftermins seien die nötigen Formalien und organisatorische Dinge erledigt worden, erklärt Hausleitung Ursula Steegmann. Über die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) habe man am 6. Januar Bescheid bekommen, dass am 9. Januar die Impfungen in der Einrichtung erfolgen werden. Das Prozedere sei bereits im Dezember klar gewesen, die Dokumente waren vorbereitet und auch die Impfbereitschaft unter den Bewohner*innen und Mitarbeitenden wurde direkt nach Weihnachten abgefragt. Am 2. Januar gab es außerdem die nötigen Absprachen mit dem leitenden Impfarzt des Kreises Kleve sowie mit dem Twistedener Ärztepaar Ursula und Christoph Starke, die die Impfungen im Josef-Haus durchführten. Durch sie sei von Beginn an eine enge Betreuung gewährleistet worden, betont die Hausleitung. Ursula Starke sei am 4. Januar unter anderem für einen zusätzlichen Besuch in der Einrichtung gewesen, um den Bewohner*innen und Mitarbeitenden offene Fragen zu beantworten.

Nicht nur darüber ist die Hausleitung erleichtert: „Ich freue mich für die Senioren in unserer Einrichtung. Denn der Impfschutz nimmt den Bewohnerinnen und Bewohnern die vielfach zu spürende Sorge vor einer Infektion.“ Für die Einrichtung bedeute die Impfung – vor allem auch die hohe Impfbereitschaft – eine gewisse Sicherheit. Auch die Senior*innen sehen den Impfstart positiv und nahmen den kleinen Pikser gerne in Kauf. Die Teilnahme an der Impfung war für sie daher selbstverständlich – auch weil man in einer Gemeinschaft lebt. Dies belegt auch die hohe Impfbeteiligung von über 95 Prozent. Lediglich zwei Bewohner*innen konnten aufgrund ihres Gesundheitszustandes noch nicht an der Impfung teilnehmen. 

Wohnflügel für Wohnflügel wurde dann am Samstag in die im Obergeschoss eingerichtete Impfstation geleitet, wo bereits das Impfteam bereitstand. Die eigentliche Impfung dauerte nur wenige Augenblicke. Nach der Impfung wurden alle Teilnehmer*innen in einem Beobachtungsraum überwacht. Zum Abschluss bekam jeder, egal ob Mitarbeiter*in oder Bewohner*in, noch eine Rose überreicht – als kleines, aber wichtiges Dankeschön für die Teilnahme an der Corona-Schutzimpfung. 

Bisher seien bei keinen Bewohner*innen Nebenwirkungen der Impfung beobachtet worden, teilte Steegmann am Dienstag, 12. Januar, mit. „Sie werden ganz engmaschig beobachtet“, versichert die Hausleitung. 

Schutz für sich selbst, die Familie und andere

Im Vergleich zu anderen Einrichtungen war die Impfbereitschaft mit 84 Prozent auch in der Mitarbeiterschaft der Caritas erfreulich hoch. „Mit der Impfung möchte ich die Gemeinschaft, meine Familie und auch mich schützen“, bringt Pflegefachkraft Stephanie Hartmann ihre Motivation auf den Punkt. 

„Wir sind damit sehr zufrieden“, betont Christian Hälker seitens des Caritasverbandes. Das sei „ein sehr guter Wert.“ Von den zehn nicht geimpften Mitarbeitenden hätten teilweise gesundheitliche Aspekte gegen eine Impfung gesprochen, teilt Steegmann dazu mit. Eine erneute Möglichkeit der Impfung im Josef-Haus gebe es nicht, erklärt Hälker. Die Mitarbeitenden, die sich vielleicht doch noch für eine Impfung entscheiden, müssen sich in den Ablauf der Impfzentren einreihen. Steegmann hat dazu eine klare Meinung: „Wir sind alles erwachsene Menschen, wir haben keine Impfpflicht. Ich akzeptiere es, wenn Mitarbeiter sagen, dass sie sich nicht impfen lassen.“ Sie verurteile niemanden dafür. „Das steht mir auch nicht zu. Ein Nein ist ein Nein und ein Ja ein Ja.“ Außerdem habe die Aussage überwogen, dass man sich „im Moment noch nicht“ impfen lassen wolle – vielleicht aber später.

In zweieinhalb Wochen, am 30. Januar, erfolgt die Impfung der zweiten Dosis im Josef-Haus. Das baldige Abschließen der Impfungen bedeutet allerdings nicht, dass Vorsorgemaßnahmen wie das Tragen einer Maske oder die Corona-Tests zurückgefahren oder eingestellt werden, sagt Caritas-Sprecher Christian Hälker. „Die Verordnungen bestehen ja logischerweise weiter. Und die Übertragungswege trotz Impfungen sind ja auch weiterhin unklar.“

Kampagne „Impfen? Ja, klar!“ ging an den Start

Um noch einmal verstärkt für die Impfung – vor allem unter den Mitarbeitenden – zu werben, hat der Caritasverband Geldern-Kevelaer nun die Kampagne „Impfen? Ja, klar!“ Ins Leben gerufen. In deren Rahmen sprechen sich Arbeitskräfte für die Corona-Schutzimpfung aus, unter Angabe ihrer ganz persönlichen Beweggründe. 

Alexander Florié-Albrecht & Elena Gavriil

Seit 35 Jahren gibt‘s die Gemeindecaritas

Vor 35 Jahren wurde der Fachdienst Gemeindecaritas beim Caritasverband Geldern-Kevelaer eingerichtet, um die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Caritas zu fördern und lebendig zu gestalten. Er bildet damit das Bindeglied zwischen Kirche und Caritas sowie zwischen Ehren- und Hauptamt.

Grund genug, auf das Erreichte zurück zu blicken. Gemeinsam mit den Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in den Pfarrgemeinden wuchs über die vielen Jahre ein tragfähiges sozialen Netz für Menschen in den verschiedensten, sich ständig verändernden Problemlagen, die in Form von Beratung, Pflege und Betreuung engagiert und qualifiziert unterstützt werden.

„Die Caritas und ihre Dienste sind dabei weit mehr als nur eine Organisationsstruktur“, erklärt Ernst Heien, Ansprechpartner der Gemeindecaritas in Geldern. „Caritas, lateinisch für Nächstenliebe, ist eine Lebenseinstellung, die durch, mit und für dieMenschen lebt. Durch Menschen, die sich engagieren.“ Mit Menschen, die Not sehen und handeln und für alle Menschen, die Hilfe benötigen.

Gudrun Blumenkemper, Ansprechpartnerin für die Gemeindecaritas in Kevelaer fügt an: „Mit den gut 1.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in den neun Pfarreien im Dekanat Geldern und Goch wurden im Laufe der Jahre viele innovative Projekte gemeinsam initiiert.“

Als eines der ersten Projekte wurde im Jahr 1988 in Weeze die Nähstube eingerichtet, im Jahr 1996 der Kinder- und Jugendtreff St. Barbara in Geldern, der heute noch beliebte Anlaufstelle ist.

Im Jahr 1997 wurde das Freiwilligen-Zentrum eröffnet, um den Wandel im Ehrenamt Rechnung zu tragen. Weiterer wichtiger Meilenstein war der Einbezug von zuvor qualifizierten Ehrenamtlichen in die allgemeine Sozialberatung im Jahr 2005. Im Jahr 2011 startete der Besuchsdienst in Geldern. Es werden Menschen in ihrem Zuhause, im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung besucht, um der Einsamkeit entgegenzuwirken. 2014 wurde gemeinsam mit einer Gruppe von Aktiven der Pfarrgemeinde die Initiative „Hand in Hand“ in Straelen ins Leben gerufen, die nachbarschaftliche Hilfe anbietet. „Ob kleinere Fahrdienste oder handwerkliche Hilfen, gelegentliche Einkäufe oder Sortierung von Unterlagen: Hier hilft man sich Hand in Hand“, erläutert Adele Hoff, Ansprechpartnerin für die Gemeindecaritas in Straelen.

Hinzu kommt das Projekt „Offenes Ohr“ für die Sorgen und Nöte der Menschen in Herongen (seit 2013) und Wankum (seit 2018). Doch beim offenen Ohr bleibt es nicht. Es werden Lösungen gesucht und bei der Umsetzung geholfen. Jüngstes Projekt war die Neugestaltung des Cari-Kleidertreffs in Kevelaer, der seit letzten Herbst wieder seine Pforten geöffnet hat.

Weiterer Bestandteil der Arbeit ist der kontinuierliche Austausch des Fachdienstes Gemeindecaritas mit den über 20 Caritasgruppen in den Pfarreien – auch durch gemeinsame Konferenzen, Fortbildungen und Exkursionen.

„Liebe Personen im Altenheim,…“

Das Logo der digitalen Brieftaube. Grafik: Caritasverband Geldern-Kevelaer

Virtuelle und klassische Briefe mit Gedichten, Bildern und aufmunternden Worten: Um in der bevorstehenden Adventszeit, den Seniorinnen und Senioren in Kevelaer und Geldern erneut Hoffnung und menschliche Wärme zu vermitteln, lässt der Caritasverband Geldern-Kevelaer die „Digitale Brieftaube“ starten. Gleichnamiges Projekt ist eine Initiative der Youngcaritas Deutschland und entstand aus dem Wunsch heraus, der Vereinsamung der Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen entgegenzuwirken, die sich aufgrund der Corona-Schutzbestimmungen ergeben.

Mitmachen ist ganz einfach: Nicht nur Kinder und Jugendliche sind aufgerufen, einen Brief an eine Person im Seniorenheim zu schreiben. Gerne können selbstgemalte Bilder, kurze Gedichte oder lustige Witze hinzugefügt werden. Diese werden dann entweder per Post an das Freiwilligen-Zentrum Gelderland oder per Mail an freiwilligen-zentrum@caritas-geldern.de gesendet. „Wir überreichen die Briefe dann älteren Mitmenschen in der ambulanten und stationären Pflege, um ein Zeichen gegen die Einsamkeit zu setzen“, beschreibt Regina Matzke, Koordinatorin der Aktion, das weitere Vorgehen. Die schön gestalteten Briefe mit guten Wünschen und aufmunternden Worten sollen das Gefühl, „vergessen worden“ oder „eine Last der Gesellschaft“ zu sein, für einen Moment in den Hintergrund rücken. „Vielmehr schenken die fleißigen Briefschreiber Hoffnung und Freude“ ist sich Matzke sicher und hofft auf eine rege Beteiligung.

Die digitale Brieftaube könnte übrigens dauerhaft fliegen. „Je nach Projekt- und Pandemieverlauf können weitere Grußsendungen zu Anlässen wie Neujahr und Frühlingsbeginn verfasst und übergeben werden“, blickt Matzke in die Zukunft. Zudem kann die Aktion unter #digitaleBrieftaube mitverfolgt werden.

Digitale Briefe und Fotos an: freiwilligen-zentrum@caritas-geldern.de.

Klassische Briefsendungen an
Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V.
Freiwilligen-Zentrum Gelderland
Digitale Brieftaube
Südwall 52
47608 Geldern

„Die AfD ist keine Alternative“

Auch wenn noch nicht abschließend geklärt ist, in welcher Form der AfD-Parteitag am 28. und 29. November in Kalkar stattfinden kann, beziehen die katholischen Kirche und Caritas im Kreis Kleve klar Stellung. Gemeinsam rufen sie in Erinnerung, dass aus ihrer Sicht die von der AfD propagierten Inhalte den Werten der freiheitlichen Demokratie widersprechen.

„Kirche und Caritas stehen für ein christliches Menschenbild ein“, erklärt Kreisdechant Propst Johannes Mecking. „Wir lehnen jede Form von Diskriminierung ab. Das schließt auch die nationalistische Erhöhung über andere Nationen mit ein.“ Genau diese Positionen fänden sich aber im Grundsatzprogramm der AfD, die in Kalkar neue Leitlinien zur Sozialpolitik beschließen möchte. Die AfD spreche wörtlich „von einer Völkerwanderung historischen Ausmaßes“ sowie „Asyl- und Migrationsindustrie“ und erzeuge damit Angst.

Von Zuwanderungsquoten sei die Rede, nicht aber von Menschen, die vor Kriegen, Gewalt und Verfolgung auf der Flucht sind. Damit zeichne sie ein nahezu apokalyptisches Bild der Überschwemmung Deutschlands durch Masseneinwanderung, das das Leid der Geflüchteten völlig außer Acht lasse. Für Kirche und Caritas zählten jedoch die Menschen.

Stephan von Salm-Hoogstraeten, Vorstand des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer, erläutert: „In der Flüchtlingsarbeit leisten Kirche und Caritas gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen wertvolle Dienste. Die vielen Begegnungen sind bereichernd und belegen tagtäglich, wie ein gutes Miteinander verschiedener Kulturen und Integration entstehen kann.“

Die Familienpolitik ist aus Sicht der Kirchen und Caritas ebenfalls kritisch zu bewerten, da sie für die AfD insbesondre Bevölkerungspolitik für Deutsche sei. Das Bundeprogramm zeige, dass es der AfD weniger um den Wert der Familie als solche gehe, sondern dass ausschließlich deutsche Kinder und deutsche Eltern „einheimische Bevölkerung“, „deutschen Staatsvolk“) mit Familie gemeint seien. Im Umkehrschluss würde dadurch Familien ausländischer Herkunft „Konfliktträchtigkeit“ unterstellt und diese dadurch abgewertet.

„Hinzu kommen viele Äußerungen der AfD-Bundespolitiker. Deren antisemitistische, rassistische oder homophobe Kommentare und hämische Provokationen dürfen nicht unwidersprochen bleiben“, fügt Rainer Borsch, Vorstand des Caritasverbandes Kleve, an. „Denn wer nicht widerspricht, akzeptiert diese.“ Es komme daher darauf an, nicht länger die Spaltung der Gesellschaft durch das Verhalten und die programmatischen Aussagen der AfD zuzulassen. „Kirche und Caritas stehen dagegen für eine offene, pluralistische Gesellschaft ein, in der jeder Mensch über die gleichen Rechte und Pflichten verfügt.“

Integration bleibe weiterhin eine vorrangige Aufgabe. Denn nur so könne eine zukunftsfähige Gesellschaft funktionieren. „Wer aber offen eine ‚Minuszuwanderung‘ für die kommenden Jahre fordere, fordert nichts anderes als funktionierende gesellschaftliche Strukturen zu zerstören und ein gutes Miteinander zu vergiften“, resümiert Dechant Christoph Scholten aus Kranenburg.

Kirchen und Caritas fordern abschließend zur erhöhten Wachsamkeit auf: „Jeder verantwortungsvolle Bürger ist bei den nächsten Wahlen aufgefordert, genau zu überlegen, für welche Werte und welches Menschenbild er seine Stimme abgibt.“

Beratungsangebote der Caritas sind weiterhin erreichbar

Auch in Coronazeiten sollen sie eine zuverlässige Anlaufstelle darstellen: Die Beratungsdienste des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer. Egal ob bei sozialen, familiären oder persönlichen Fragen – das Beratungsteam der Caritas-Centren in Geldern, Kevelaer und Straelen hilft weiter. Die Angebote sind vielfältig – von Beratung zu Erziehung und Familie, zu Integration und Migration, zu Schulden und Insolvenz bis zur Kurberatung und zum Thema Inklusion.

„Wer noch nicht genau weiß, welcher der vielen Fachdienste am besten weiterhelfen kann, wendet sich gerne zunächst an die Allgemeine Sozialberatung“, erläutert Gudrun Blumenkemper vom Caritas-Centrum Kevelaer. Das Angebot der Caritas ist kostenlos und  vertraulich. Ernst Heien vom Caritas-Centrum Geldern erklärt: „Die Beratung kann unter Einhaltung strenger Hygienebedingungen weiterhin vor Ort erfolgen. Genauso sind wir aber auch telefonisch und online für Sie da.“ Mehr Infos gibt es unter www.caritas-geldern.de und www.caritas.de/onlineberatung.

Eine Million Sterne leuchten dieses Jahr im Internet

Seit 20 Jahren zündet die Caritas bundesweit und an vielen Orten in der Diözese Münster Mitte November tausende Kerzen als Zeichen weltweiter Solidarität an. In diesem Jahr bittet Caritas international coronabedingt darum, digital Lichter auf einer „Social Wall“ im Internet sowie in den Sozialen Medien leuchten zu lassen.

Der Diözesancaritasverband Münster lädt dazu ein, Fotos mit Kerzen auf Facebook und Instagram unter dem #EineMillionSterne hochzuladen oder an die Adresse sterne.caritas@flyp.tv zu schicken. Dann erscheinen sie auf einer „Social Wall“, einer Bilderwand im Internet.

Die Aktion ist diesmal einem Kinderprojekt im Stadtteil Kibera der kenianischen Hauptstadt Nairobi gewidmet. Dafür wird auf der Seite www.einemillionsterne.de um Spenden gebeten. Kibera heißt Urwald und ist Name des größten Slums der Stadt. Er besteht aus Wellblechhütten ohne fließendes Wasser, ohne Kanalisation und ohne ein Mindestmaß an Hygiene zum Schutz vor Krankheiten.

Im Sozialzentrum Lwanga bekommen tausende junge Menschen vom Kleinkind bis zur alleinerziehenden Mutter Unterstützung und eine Perspektive für ihre Zukunft.

Wohlfahrtsverbände stellen Suchtberatung vor

Unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Daniela Ludwig, ruft die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) für Mittwoch, 4. November, zum bundesweiten Aktionstag Suchtberatung auf. Der Caritasverband Kleve und die Diakonie im Kirchenkreis Kleve beteiligen sich mit unterschiedlichen Aktionen.

„Die Suchtberatungsstellen bieten eine unverzichtbare Hilfe vor Ort an. Wir beraten, behandeln und begleiten“, erklärt Diana Schüller, Leiterin der Suchtberatung des Caritasverbandes. „Wir unterstützen und stabilisieren Abhängigkeitserkrankte sowie ihre Angehörigen. Darauf möchten wir aufmerksam machen. Nicht zuletzt verstehen wir uns als Lotse zwischen ambulanter und stationärer Suchthilfe, sozusagen eine Brückenfunktion.“

Brief an die Landrätin

Im Vorfeld dieses Tages haben der Caritasverband Kleve und die Diakonie im Kirchenkreis Kleve einen gemeinsamen Brief an die Kreistagsmitglieder, die Kreisverwaltung und die Landrätin geschickt. In ihm fordern sie eine zukunftssichernde Finanzierung der Suchtberatungsstellen. „Die Suchtberatung hilft nachweislich, die Chronifizierung und Folgekosten von Abhängigkeitserkrankungen zu verringern“, sagt Diakonie-Suchtberaterin Petra van Bergen. „Kommunal wertvoll sind wir jedoch vor allem für die Hilfesuchenden und Angehörigen, denen wir wieder eine Lebensperspektive geben können“, so die Suchtberaterin und Fachbereichsleiterin der Sozialen Dienste.

Der Caritasverband Kleve ist am Mittwoch, 4. November, von 10 bis 15 Uhr mit einem Informationsstand in der Klever Fußgängerzone (Große Straße / Höhe Stickestraße) vertreten. Außerhalb dieser Zeiten ist Diana Schüller unter Telefon: 02821 7209-900 oder d.schueller@caritas-kleve.de zu erreichen.

Die Diakonie im Kirchenkreis Kleve bietet Kreistagsmitgliedern und der Öffentlichkeit am 4. November die Möglichkeit, mehr über die Arbeit und die Notwendigkeit der Finanzierung zu erfahren. Petra van Bergen freut sich zwischen 10 und 12 Uhr sowie zwischen 14 und 16 Uhr über interessierte Anrufer unter Telefon: 02831/9130-800 sowie über E-Mails an vanbergen@diakonie-kkkleve.de.

Die Beratungsstellen für Suchtfragen des Caritasverbandes Kleve gibt es seit mehr als 40 Jahren. Gegründet wurden sie am 1. Februar 1978 in Kevelaer.

Zu den heutigen Angeboten gehören unter anderem die Beratung von Betroffenen
Caritasverband Kleve e.V. aller Suchtfragen, die Beratung von Angehörigen, die Nachsorge, die MPU-Beratung, die Suchtberatung in der JVA in Kleve und Geldern-Pont, die psychosoziale Beratung von substituierten Menschen, die Suchtprophylaxe, die Zusammenarbeit mit ansässigen Selbsthilfegruppen sowie die Vermittlung in Therapie und Gruppenangebote.

Des Weiteren gibt es das Kontaktcafé. Das ist ein niedrigschwelliges Angebot, mit dem Hilfesuchende die Möglichkeit erhalten, mit anderen in Kontakt zu treten, einen Kaffee zu trinken und gegen eine geringe Kostenbeteiligung ein Frühstück zu erhalten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich zu duschen und Wäsche zu waschen. 14-tägig findet zudem eine kostenlose Kleiderausgabe statt. In den Beratungsstellen für Suchtfragen des
Caritasverbandes Kleve arbeiten insgesamt acht Berater, sie bieten Angebote in Kleve,
Goch, Kevelaer, Emmerich am Rhein und Rees an.

Dazu kommen drei Mitarbeiter des Kontaktcafés sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in den Justizvollzugsanstalten sowie Gruppenleiter. 2019 wurden 868 Betroffene und/oder Angehörige mindestens zweimal beraten.

Die Suchthilfe der Diakonie im Kirchenkreis Kleve legt vor allem im Südkreis Kleve drei
Schwerpunkte: Die Suchtberatung von Betroffenen und Angehörigen, die Begleitung von
Kindern aus suchtbelasteten Familien und die Präventionsarbeit. So schaffen die
Mitarbeitenden durch Projektarbeit Anreize, dass in Grund- und weiterführenden Schulen die Schülerschaft und Lehrkräfte Suchtverhalten verstehen, erkennen und vermeiden.

In Firmen bietet die Diakonie beispielsweise mit dem Programm „Rauchfrei“ der Mitarbeiterschaft Hilfestellungen an. Einzel- und Gruppenberatungen suchtkranker Menschen werden ergänzt um die Vernetzung mit anderen Fachdiensten und die Begleitung von Selbsthilfegruppen. Im Bereich der Suchtvorbeugung und der Suchtberatung arbeiten sechs Mitarbeitende, die im Haus der Diakonie am Ostwall 20 in Geldern erreichbar sind.

Caritasverband gratuliert zum bestandenen Examen

Der Caritasverband Geldern-Kevelaer gratuliert den Altenpflege-Absolventinnen zum bestandenen Examen. In einer kleinen Feierstunde in der Kapelle des Adelheid-Hauses in Geldern beglückwünschte der Caritasverband Geldern-Kevelaer seine frisch examinierten Pflegekräfte. Ausbildungskoordinator Stefan Smits und Markus Kremer, Bereichsleiter Stationäre Pflege, blickten in einer kurzen Ansprache auf die Ausbildungszeit zurück.

„Während ihrer Ausbildung durchliefen die Absolventinnen mehrere Praxiseinsätze in der stationären wie ambulanten Versorgung des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer sowie in gerontopsychiatrischen oder geriatrischen Einrichtungen. Das theoretische Wissen erlangten sie in den Fachseminaren bzw. Pflegeakademien, mit denen der Caritasverband seit vielen Jahren kooperiert“, erläutert Smits. Die in der Pflegeschule erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten dienen dem Zweck, den Auszubildenden bei der Umsetzung unterschiedlicher Aufgaben in den Einrichtungen zu unterstützen. „In ihren Ausbildungsbetrieben konnten die Auszubildenden die erworbenen Kenntnisse unter anderem mit Unterstützung von Praxisanleitungen in die Praxis umsetzen“, so Smits weiter.

Der Caritasverband bedankte sich nicht nur bei den Absolventinnen für ihr Engagement, sondern bei allen an der Ausbildung der neuen Pflegefachkräfte beteiligten Mitarbeitern und Praxisanleitungen.

Die Absolventinnen sind: Isabell Acker (ambulante Pflege Issum), Laura Better (Josefshaus Wetten), Alison Casse (ambulante Pflege Wachtendonk), Monja Jacobs (ambulante Pflege Kevelaer), Jenny Kubasik (ambulante Pflege Kerken/Rheurdt), Sarah-Zoe Paßmann (ambulante Pflege Weeze), Chantal Liebenow (ambulante Pflege Wachtendonk; nicht im Bild), Michelle Scholz (Elisabeth-Haus Nieukerk; nicht im Bild) und Kyra Göcke (Laurentius Haus Uedem; nicht im Bild).

„Kleiderkammer war gestern“

Die Caritas-Kleiderkammer am Kapellenplatz gehört der Vergangenheit an. Bis vor wenigen Monaten stapelten sich noch Kleiderkartons bis unter die Decke und auch die Kleiderausgabe gestaltete sich beengt. Eine angenehme Atmosphäre für die Menschen war das schon lange nicht mehr. Mit vereinten Kräften haben die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Caritas-Kleiderkammer nun angepackt und die Räumlichkeiten mithilfe zahlreicher Sponsoren neu gestaltet. Außerdem schafft ein zusätzlicher Raum deutlich mehr Bewegungsfreiheit. Pastor Gregor Kauling kam nun ins Forum Pax Christi, um die Räumlichkeiten einzusegnen.

Unter Beachtung der Corona-Schutzmaßnahmen war eine Einsegnung des Kleidertreffs durch Pastor Gregor Kauling möglich.

„Kleiderkammer war gestern“, fand Sylvia Rommen-Ahlbrecht, Vorsitzende der Caritas-Konferenz St. Marien, klare Worte. Ab sofort trage die Einrichtung den Namen „Caritas Kleidertreff“ – „weil das nicht nur eine Ausgabe von Kleidern ist, sondern auch ein Punkt, an dem man sich informieren und austauschen kann.“ Außerdem haben die Besucher nun die Möglichkeit, selbst – ähnlich wie in einem herkömmlichen Bekleidungsgeschäft – die Kleidung auf den Stangen zu durchstöbern. Sie dankte den Sponsoren, ohne deren Hilfe dieses Großprojekt kaum möglich gewesen wäre, und den Helferinnen und Helfern der ehemaligen Kleiderkammer. Alle seien sofort zur Stelle gewesen, „auch wenn man Gefahr lief, von Kisten erschlagen zu werden.“ Sogar der Eingang zum Kleidertreff wurde im Zuge der Renovierungsaktion verlegt. Der Zugang erfolgt nun nicht mehr über den Kapellenplatz, sondern durch das Forum Pax Christi. Hinsichtlich der Corona-Krise ist sich Rommen-Ahlbrecht sicher: „Diese Eröffnung kommt genau im richtigen Augenblick.“ Sie hofft darauf, dass die Kevelaerer Bevölkerung das Angebot annehmen wird.

Auch Pastor Gregor Kauling betonte die Notwendigkeit der Veränderungen. Die Situation in den Räunlichkeiten seien „hart an der Zumutbarkeit“ gewesen. Nun habe man einen „deutlich angemesseneren Raum“ und könne „in würdiger Weise Menschen empfangen.“ Gleichzeitig würdigte er die wichtig Arbeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die hinter dem Projekt „Kleidertreff“ stehen. Er nannte das Ganze für Kevelaer einen „wichtigen Herzschlag“. Nach einem gemeinsamen Gebet folgte die Einsegnung und der Gang durch die Räumlichkeiten.