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Kevelaer feiert den Geburtstag der „Sendung mit der Maus“

So gut wie jeder kennt sie: Die orangene Maus, die jeden Sonntag ausgestrahlt wird und schon einigen Generationen etwas Neues aus der Welt erklärt hat. In diesem Jahr feiert die „Sendung mit der Maus“ einen runden Geburtstag.

Vor 50 Jahren wurde die erste Folge ausgestrahlt, am 7. März, genau ein halbes Jahrhundert später, die 2.309. Folge. Mit Sondersendungen und Aktionen der Fernsehsender ARD, WDR und KiKA wird der Ehrentag gebührend gefeiert. Auch Kevelaer reiht sich in die Schlange der Gratulanten ein: „Harteleke Glöckwenße – das war Kävels Platt“, sagt Bürgermeister Dominik Pichler. „So einen bedeutenden Geburtstag muss man doch feiern“, fügt Verena Rohde, Leiterin der Abteilung „Tourismus & Kultur“, hinzu.

In der Woche vom 7. bis zum 14. März 2021 findet eine Fotoaktion auf den städtischen Social-Media-Kanälen statt – inklusive Gewinnspiel: Zu ihrem Geburtstag wurde „die Maus“ nach Kevelaer eingeladen. Hier besichtigt sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten; vor jedem der Orte macht sie ein Foto von sich. Ihre Sightseeing-Tour ist auf den Social-Media-Kanälen der Stadt Kevelaer, auf Facebook und auf Instagram zu verfolgen. Gewinnen können alle, die die Maus auf ihrer Sightseeing-Tour begleiten und am Ende der Woche ein Lösungswort aus allen besuchten Orten in Kevelaer zusammenstellen können. Als Lohn warten Gewinnerpakete mit Mausartikeln auf die Teilnehmenden.

Stadtverwaltung setzt auf die Vernunft der Bevölkerung

An der Diffusität des Corona-Ausbruchsgeschehens in Kevelaer hat sich seit der vergangenen Woche nicht viel geändert – es ist weiterhin nicht an einem bestimmten Ort lokalisierbar, wie Bürgermeister Dominik Pichler und Ordnungsamtschef Ludger Holla erklären. Was sich allerdings sehr wohl verändert hat, ist die 7-Tage-Inzidenz der Wallfahrtsstadt. Lag diese am Montag der vergangenen Woche noch bei knapp unter 100, ist der Wert bis zum Dienstag dieser Woche auf 113,8 gestiegen. Dass dieser Wert bei der Kevelaerer Einwohnerzahl bereits bei einer relativ geringen Menge an Neuinfektionen schnell in die Höhe geht, hat Pichler schon früh klargestellt. Allerdings ist kreisweit eine ähnliche Tendenz zu erkennen: Am Mittwoch, 9. Dezember, lag die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve bei 96,3 und am gestrigen Mittwoch laut Angaben des Landeszentrums Gesundheit NRW bei 109,5. Einige der Infizierten in Kevelaer seien Schüler*innen des Berufskollegs in Geldern sowie der Realschule in Geldern, erklärt Holla. Die Realschule an der Fleuth hat aktuell die Schließung der Schule bis einschließlich 22. Dezember „aufgrund des Pandemiegeschehens“ bekanntgegeben. Haben die Bürger*innen aufgrund der steigenden Zahlen nun groß angelegte Kontrollzüge zu erwarten? Die klare Antwort der Stadtverwaltung: Nein. Es wird weiterhin auf verantwortungsbewusstes Verhalten gesetzt.

Dass die bevorstehenden Feiertage zweifelsohne Anlässe sind, die durchaus dazu veranlassen könnten, die Kontaktbeschränkungen einmal nicht allzu ernst zu nehmen, dessen sind sich die Verantwortlichen der Kevelaerer Stadtverwaltung bewusst. Nach den jüngsten Beratungen von Bund und Ländern dürfen vom 24. bis 26. Dezember zusätzlich zum eigenen Hausstand vier weitere Personen aus dem engsten Familienkreis zusammenkommen, Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

Bürgermeister Pichler setzt auch in dieser Zeit auf die Vernunft der Bürger*innen – vor allem nach den guten Erfahrungen der vergangenen Wochen und Monate. Die meisten Kevelaerer*innen hätten sich nämlich vorbildlich verhalten. Er könne nur „appellieren, Weihnachten in diesem Jahr anders zu feiern als sonst. Es wäre allzu erfreulich, wenn sich alle daran halten.“

Stichproben im öffentlichen Raum

Auch mit Blick auf Silvester sind in Kevelaer keine Großkontrollen des Ordnungsamtes zu erwarten. Erlaubt sind an diesem Tag Zusammenkünfte mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten, Kinder bis 14 Jahre ausgenommen. Es werde Stichproben im öffentlichen Raum geben. Was den privaten Bereich angeht, erklärt Ludger Holla: „Die Kontrollen werden wir nur anlassbezogen durchführen“ und bei Bedarf bei den Verantwortlichen das Bewusstsein wecken, „dass die Party, die da gerade stattfindet, keine schlaue Idee ist.“ Inwiefern Bußgelder verhängt werden, sei von der jeweiligen Situation abhängig. „Was wir nicht wollen, ist Denunziantentum“, stellt Pichler klar. Es sei sicherlich nicht Sinn der Sache, dem Ordnungsamt zu melden, wenn zwei Nachbarn vor dem Haus um Mitternacht mit einem Glas Sekt anstoßen, obwohl doch Alkohol im öffentlichen Raum aktuell verboten ist. „Es ist eine Gratwanderung“, sagt Pichler. Die Erfahrung habe allerdings gezeigt, „dass das Vertrauen, dass wir in die Kevelaerer haben, gerechtfertigt ist“,so Holla.

Eine Veranstaltung, die nun der neuen Coronaschutzverordnung zum Opfer gefallen ist, ist die Ratssitzung, die heute Abend stattfinden sollte. Bereits Anfang der Woche hatte die KBV-Fraktion eine Verlegung der Sitzung beantragt. „Wir können nicht von den Bürgern erwarten, dass sie die Regeln befolgen oder sogar freiwillig darüber hinaus Einschränkungen vornehmen, wenn wir weiterhin tagen“, hieß es etwa. Des Weiteren teilte die Fraktion mit, bei Stattfinden der Sitzung nicht daran teilzunehmen. Etwas weniger drastisch ging die SPD-Fraktion in einem Antrag vor, der beinhaltete, die kommenden Ratssitzungen – zumindest bis zur Eindämmung der Corona-Pandemie – live ins Internet zu übertragen.

„Das Risiko wäre überschaubar gewesen“

Vorerst wird es allerdings keine Ratssitzung geben. „Ohne den Passus in der Coronaschutzverordnung hätten wir es trotz des Votums der KBV stattfinden lassen“, sagt Pichler. Man hätte die Teilnehmerzahl ohnehin auf das Minimum (weniger als 30 Personen) reduziert, die Sitzung kurz gehalten, FFP2-Masken getragen und Personen der Risikogruppe wären zuhause geblieben. „Das Risiko wäre überschaubar gewesen“, meint Pichler. Zumal das Konzert- und Bühnenhaus als Räumlichkeit ausreichend groß und zudem mit einem Entlüftungssystem ausgestattet sei.

Nun wird es eventuell nach dem 10. Januar eine Sondersitzung des Rates geben. Eine weitere Möglichkeit wäre es, Teile auf den Haupt- und Finanzausschuss zu legen. Dieser sei bereits mit einer geringeren Teilnehmerzahl beschlussfähig und erfordere somit nicht die Zusammenkunft von mehr als 20, sondern nur von elf Personen. Ob von von einer Möglichkeit der Dringlichkeitsbeschlüsse Gebrauch gemacht wird, ist noch nicht klar.

Besuch vom Bürgermeister

Bürgermeister Dominik Pichler besuchte die Firma Nacke Logistik GmbH im Gewerbegebiet, um sich mit Geschäftsführer Georg Bors über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise beim Unternehmen zu informieren.

Bors erläuterte, dass in der Anfangsphase der Pandemie die Aufträge massiv weggebrochen waren und nur die gesunde Substanz des Unternehmens und solides Wirtschaften in den vergangenen Jahren Schlimmeres verhindert hatten. Er zeigte sich dankbar, dass die örtliche Hausbank dem Betrieb bei der Überbrückung pragmatisch und unkompliziert zur Seite gesprungen war.

Bors betonte das langjährig gewachsene Vertrauen der Bank in den Betrieb, das aus seiner Sicht sicherlich auch ausschlaggebend war für die schnelle und maßgebliche Hilfe in Zeiten der Not. Bors lobte auch die örtliche Wirtschaftsförderung für die stetigen und raschen Informationen über Zuschuss- und Darlehensmöglichkeiten sowie die anfangs wöchentlich von Wirtschaftsförderer Bruns initiierten Telefonkonferenzen mit Einzelhändlern, Unternehmern und Gewerbetreibenden.

Dominik Pichler konnte sich darüber hinaus über gute Nachrichten freuen. Georg Bors berichtete, dass seit Beginn der Lockerungen wieder zahlreiche Aufträge kämen und er sich sicher sei, dass die Nacke Logistik GmbH diese wirtschaftlich schwierige Zeit meistern werde. Pichler nahm als Ergebnis mit ins Rathaus, dass die Krise zwar noch nicht überwunden und für viele Unternehmen auch noch lange nicht alles überstanden ist, dass aber das Beispiel der Nacke Logistik GmbH zuversichtlich stimmt, dass es auch für andere Betriebe schon jetzt oder schon bald wieder aufwärts geht.

„Wir sind auf einem richtig guten Weg“

Den weiteren Lockerungen im Land sehen Bürgermeister und Ordnungsamtschef aus Kevelaer mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits begrüßt Dominik Pichler die Ankündigung, dass ab dem heutigen Donnerstag die Vorschulkinder wieder in den Genuss eines eingeschränkten „Regelbetriebs“ kommen.

Andererseits blickt er auch über den Tellerrand und hält den vom Thüringer Ministerpräsidenten Ramelow anvisierten Weg in die Vor-Corona-Zeit für übereilt. „Wir sind auf einem richtig guten Weg“, sagt Pichler und wirkt entschlossen, das jetzt nicht aufs Spiel zu setzen. Als weiteres Beispiel führt er an, dass die Reisebeschränkungen gelockert werden sollen. Da komme ein Risiko auf die eigentlich „gute Entwicklung“ der Zahlen in der Wallfahrtsstadt zu.

Einerseits entwickelten sich im Ausland teils neue Corona-Hotspots, die für Kevelaerer Reisende, die ja auch irgendwann Reiserückkehrer werden, problematisch werden könnten. Andererseits sagt er zu Besuchern, die klassischerweise in der Wallfahrtssaison nach Kevelaer kommen: „Wir haben keinen Überblick über die Leute, die aus den Niederlanden oder Belgien kommen.“ In jedem Fall hält er es für wichtig, die geltenden Abstands- und Hygiene-Regeln unbedingt einzuhalten und jetzt nicht nachlässig zu werden.

Auf eine mögliche Ausweitung der Corona-Tests auf landwirtschaftliche Betriebe und Sammelunterkünfte von Arbeitern will man in Kevelaer vorbereitet sein. Ludger Holla bittet daher alle Vermieter solcher Unterkünfte, sich beim Ordnungsamt zu melden. Bei der Überprüfung der Schlachthof-Mitarbeiter habe sich gezeigt: „Nix ist besser als zu wissen, dass nix ist“, sagt Bürgermeister Dominik Pichler.

Geschäfte und Dienstleister, die in seit Neuestem wieder öffnen dürfen, seien „sehr gut vorbereitet“, sagt der Ordnungsamtschef mit Bezug auf entsprechende Kontrollen, die „sehr unauffällig“ verlaufen seien. Lediglich das Verständnis für das ordnungsgemäße Führen von Besucherlisten fehle zum Teil, sagt er. Dabei sei gerade dies „auch im Sinne des eigenschutzes“ wichtig. „Wir müssen die Kontaktnachverfolgung sicherstellen.“

Die will man übrigens umgehend vom Kreis übernehmen, wie in der vergangenen Woche bereits angekündigt. Für Dienstag war eine entsprechende Schulung der Kevelaerer Verwaltungsmitarbeiter in Kleve vorgesehen.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert in Corona-Zeiten auch die Vorbereitung der Wahl im September, berichtet Holla. Einerseits rechnet man bei der Stadt damit, dass die Zahl der Briefwähler stark steigen werde. Andererseits brauche man aber in jedem Falle auch für die Wahllokale noch zusätzliche Wahlhelfer. Wer sich hier engagieren wolle, könne sich direkt beim Ordnungsamt melden, sagt Holla. Und die Eignung der Wahllokale werde auch gerade überprüft. So rechnet man beispielsweise damit, dass Kitas wegfallen werden.