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Eva und Christoph Hundertmarck gaben sich das Ja-Wort

Noch einmal die Ringe tauschen, noch einmal „Ja“ zueinander sagen. Das war der Wunsch von Eva und Christoph Hundertmarck, die sich am vergangenen Samstag, 4. August 2018, während einer freien Trauung zum zweiten Mal das Ja-Wort gaben.

„Ja, das war unsere Traumhochzeit“, versichert das frischgetraute Brautpaar im Kreise ihrer Familien und Freunde. Diese durften unter dem Dach eines wolkenfreien Himmels, bei strahlendem Sonnenschein, die bewegende Trauzeremonie miterleben. In einer Traumkulisse am Krickenbecker See in Nettetal, wurde diese von einer freien Theologin durchgeführt.

Kerzen für die Kinder

Dabei zündeten die Mütter des Brautpaares mit ihren jeweiligen Kerzen für ihre Kinder eine weitere Kerze an. Sie soll als Symbol zur Gründung einer neuen Familie stehen. „Ein sehr nahe gehender Moment“, gestehen Eva und Christoph Hundertmarck, die derweil ihre Flitterwochen auf Teneriffa genießen.

Dass sich Eva Wältermann und Christoph Hundertmarck vor mehr als sieben Jahren überhaupt begegneten, hat das Paar wohl eher einer ungeplanten Silvesterparty zu verdanken. „Geplant war diese schon“, erklärt der 30-jährige Bräutigam. Nur dass sich das Geschwisterpaar nicht abgesprochen hatte, wo die Party stattfinden sollte, „und so ihren jeweiligen Freundeskreis in das Haus der Eltern eingeladen hatte“, fügt die 27-jährige Braut lachend hinzu. Also feierte man kurzentschlossen die Silvesterparty gemeinsam, lernte dabei eben neue Menschen kennen.

„So begegneten wir uns das erste Mal“, lacht das junge Glück, das im Nachhinein dankbar für den Zufall ist. Aus anfänglicher Sympathie füreinander entwickelt sich bald mehr. Beide lieben das Familienleben, pflegen dieses. Aber auch ihre jeweiligen Freundeskreise, die sich durch diese Begegnung ebenfalls näher gekommen sind, werden vom Paar gepflegt.

Während des Fußball-WM Finales 2014 (Deutschland gegen Argentinien, woraus Deutschland als Weltmeister hervorging, Anm. d. Red.), verschönern sie die erste gemeinsame Wohnung in Duisburg.

Da die Veranstaltungskauffrau zu dem Zeitpunkt beruflich in Essen tätig ist und eine familiäre Bindung zu Duisburg hat, zieht es das junge Paar in die Stadt am Rhein.

Im Frühjahr vergangenen Jahres erhält die junge Frau eine Anstellung im Stadtmarketing der Wallfahrtsstadt Kevelaer. Hier engagiert sie sich federführend, und keineswegs atemlos, für die im August stattfindende „Atempause“ am Hülspark. Diese berufliche Veränderung führt das Paar zurück nach Kevelaer.

Freie Zeremonie

Hier möchte das Paar auch die gemeinsame Zukunft gestalten. Für diese stellte Christoph Hundertmarck, der seit sieben Jahren im Verpackungsmanagement für den Bereich Technik im Hause Bofrost in Straelen tätig ist, seiner zukünftigen Frau am Silvesterabend 2016 auf einer Brücke in Wilhelmshaven, im Beisein von Freunden, einen Heiratsantrag.

Worauf am 20. Juli dieses Jahres in der Paesmühle in Straelen das standesamtliche Ja-Wort folgte. Dieses Ja wiederholten Eva und Christoph Hundertmarck am vergangenen Wochenende unter freiem Himmel in einer freien Zeremonie und besiegelten damit ihr Glück für eine gemeinsame Zukunft.

Aus virtueller Sympathie wurde reales Glück

Ihren schönsten Tag erlebten am vergangenen Samstag Jana Katrin und Jörg Michael Wolfförster. In der St.-Antonius-Kirche Kevelaer gaben sie sich vor Gott das Jawort und erlebten dann als junge Eltern und frisch vermähltes Brautpaar die Taufe ihrer gemeinsamen Tochter Johanna.
„Es war ein wunderschöner Gottesdienst“, schwärmt das frisch vermählte Paar. Für die ergreifende Gestaltung des Traugottesdienstes, die Jana Katrin in Eigenregie vorbereitet hatte, ist das Paar Pastor Michael Wolf sehr dankbar. Teilhaben an diesem Glück durften vor allem die Familien und natürlich Freunde und Kollegen, die mit dem Brautpaar und der kleinen Johanna im Waldhaus Dicks in Weeze ein unbeschwertes Fest erleben durften.
Erste Kontakte knüpften die Grundschullehrerin aus Wilhelmshaven und der Rechtsanwalt aus Bad Westernkotten bei Lippstadt im Frühjahr 2015 in den modernen Medien. Schnell wurde beiden jedoch klar, dass persönliche Worte und Augenkontakt zum Kennenlernen weitaus besser geeignet sind. Schon während der ersten Verabredung in Kleve stellten Jana Katrin Lührs und Jörg Michael Wolfförster fest, dass es nicht beim einmaligen Treffen bleiben würde. „Es passte einfach von Anfang an“, gesteht das Paar.
Beruflich zog es die Grundschullehrerin wie auch den Rechtsanwalt für Familien- und Mietrecht bereits 2009 an den Niederrhein. Jörg Michael Wolfförster, der in seiner Freizeit gerne zur Jagd geht, erhält zu diesem Zeitpunkt eine Anstellung in der Kanzlei van Straelen. Diese verbindet er mit einem gleichzeitigen Wohnortswechsel nach Kevelaer. Jana Katrin Lührs unterrichtet, ebenfalls zu dieser Zeit, in Kleve.
Mit Hund und Kind
Schon kurz nach dem Kennenlernen, im Juli 2015, zieht es die junge Frau gemeinsam mit Hund Jojo nach Kevelaer. Für sie und Wolfförster steht fest: „Wir bleiben zusammen“, worauf schon bald ein Heiratsantrag folgt – und zwar genau in dem Lokal, wo sich ihre Blicke erstmalig begegneten.
Am 15. April 2017 gaben sie sich auf Schloss Wissen das standesamtliche Jawort. Gute zwei Monate später bereichert ein kleiner Sonnenschein mit dem Namen Johanna das Eheglück, versprüht seitdem in der Familie pure Lebensfreude.
Mit Beginn des neuen Schuljahres fängt für die junge Mutter an der St.-Antonius-Grundschule in Kevelaer ein neuer beruflicher Abschnitt an. Hier übernimmt sie nach den Sommerferien eine erste Klasse.
Kevelaer ist für die Familie zur Heimat geworden. Hier wollen sie ihre Zukunft gestalten, dabei das Reisen und ihre Freunde nicht aus den Augen verlieren. „Kevelaer ist wunderschön“, beschreibt der Bräutigam, „wir fühlen uns hier unglaublich wohl. Wenn wir auf Reisen waren, dann ist es schön, wieder hier anzukommen“, schwärmt der junge Vater.
An erster Stelle steht für das Brautpaar aber die Familie. Für Jana Katrin und Jörg Michael Wolfförster ist es sehr wichtig, dass beide Familien an ihrem gemeinsamen Glück teilnehmen können. „Auch dafür sind wir sehr dankbar“, sagt das Paar. „Es ist einfach beruhigend zu wissen, dass uns beide Familien nahe sind, dass immer jemand für uns da ist“, fügt Jana Katrin Wolfförster glücklich hinzu.

Wenn Liebe sichtbar wird

Wenn Liebe sichtbar wird, dann entsteht daraus eine Familie. „Und die sind wir ja schon“, verkünden Kathrin und Michél Frauendorf glücklich lachend. Was fehlte, war ein gemeinsames „Ja“ vor dem Traualtar.
Das gaben sich Kathrin und Michél Frauendorf am vergangenen Freitag in der kleinen romantisch gelegenen Kapelle Paesmühle in Straelen. Mit dabei und mindestens genauso glücklich waren der 9-jährige Leon und der 8-monatige Fynn. „Jetzt sind wir eine richtige Familie“, strahlt das fröhliche Quartett, das bei herrlichem Sommerwetter ihre Traumhochzeit im elterlichen Garten der Braut feierte. Hier wandelte das Paar den Garten in eine weiße Traumkulisse um. „Mit Unterstützung natürlich“, gesteht das Paar, das den Hochzeitsgästen mit herzlichen und liebenswerten Details einen unvergesslichen Hochzeitstag bescherte. „Es war unsere Traumhochzeit“, schwärmt das Paar überglücklich.
Kennengelernt hatten sich Kathrin Grüntjens und der aus Kamp-Lintfort stammende Michél Frauendorf in der Gelderner Diskothek E-DRY. „Beim Rauchen“, gesteht der frisch gebackene Ehemann, der sich, wie eben auch die Twistedenerin, im Außenbereich eine Zigarette anzündete.
Ein Herz und eine Seele
„Das ist er!“, so die erste Reaktion der gelernten Verkäuferin beim Anblick des jungen Mannes, was ein Drink an der Bar und weitere Treffen zur Folge hatte. Dabei lernte dann der Service-Techniker auch Kathrins Sohn Leon kennen. Auch zwischen den beiden sprang sofort der Funke der Sympathie und Vertrautheit über. „Wir waren sofort ein Herz und eine Seele“, bestätigt der 32-jährige Bräutigam.
Nur zwei Monate später kam es zur Familienzusammenführung in Wachtendonk. Im Mai 2017 bot sich die Gelegenheit, in Twisteden ein eigenes Heim zu erwerben. „Wir hatten uns sofort in das Haus verliebt“, gesteht die 29-jährige Braut, die beim Einzug ihr zweites Baby erwartete. Im Dezember vergangenen Jahres erblickt Fynn das Licht der Welt und bereichert seitdem mit Leon und Hund „Rocky“ das turbulente Familienleben. Hier in Twisteden möchte die Familie auch ihre Zukunft gestalten, die Kinder aufwachsen sehen – und am Wochenende begeistert am Fußballfeld stehen. Denn entweder kickt Leon bei der F-Jugend im DJK Twisteden oder aber der Papa beim SV Sevelen. „Und beide müssen angefeuert werden“, beteuert die Braut.
Die Freiheit genießt das Paar gerne bei gemeinsamen Ausflügen auf dem Motorrad. Die Flitterwochen werden Kathrin und Michél Frauendorf im eigenen Garten verbringen. „Sagen wir mal so: Wir werden ihn komplett umgestalten“, verrät das humorvolle Brautpaar über das Familien-Gemeinschaftsprojekt. Aber, mal ehrlich, was gibt es Schöneres als Familienglück im eigenen Garten. Familie Frauendorf in Twisteden möchte dieses Glück einfach nur genießen.

Sandra und André Dittl haben geheiratet

Ein „Ja“ für eine gemeinsame Zukunft: Am vergangenen Samstag gaben sich Sandra und André Dittl das Eheversprechen. „Wir wollen das Leben miteinander verbringen, also gehört eine Heirat für uns dazu“, betont das glückliche Brautpaar, das sich in der Hochzeitskapelle Straelen Paesmühle das Ja-Wort gab.

Mit dem Brautpaar freuten sich besonders Familie und Freunde, die der standesamtlichen Hochzeitszeremonie in romantischer, schon fast märchenhafter Umgebung beiwohnten. Denn schließlich war es die Schwester der Braut, die erste zarte Bande zwischen Sandra Dittl und André Ewald knüpfte. Sie war es, die den jungen Mann in einer Partnerbörse entdeckte und dabei sofort an ihre ältere Schwester dachte. Und dieser Gedanke entpuppte sich als nicht so schlecht.

Im Mai 2016, nachdem man zuvor schriftlichen Kontakt aufgenommen hatte, trafen sich die Twistedenerin und der gebürtige Gocher in Kleve zum erstmaligen Kaffeeplausch. „Nur einen Monat später fragten wir uns beide gleichzeitig, wie sich das denn wohl weiterentwickeln würde“, erklärt die 33-jährige Braut. Denn schnell war dem Paar klar, dass es mehr war als nur gegenseitige Sympathie.

Nur ein Jahr später wagen sie den Schritt für eine gemeinsame Zukunft in Twisteden. Denn hier hat sich die Gesundheits- und Krankenpflegerin in einer Rheinberger psychiatrischen Klinik schon vor einigen Jahren ein eigenes Haus erworben. „Hier werden wir auch unser Leben gestalten und eine Familie gründen“, verraten Sandra und André Dittl.

Sandra Dittl, die immer wieder ihr organisatorisches Talent unter Beweis stellt, genießt die Ruhe im heimatlichen Zuhause. Diese heimatliche Umgebung nutzte der Bräutigam am Heiligen Abend vergangenen Jahres auch für einen Heiratsantrag. „Meine Frau war an diesem Tag etwas unentspannt“, verrät André Dittl, „ich wickelte sie liebevoll in ein Gespräch und stellte ihr zwischendrin meine ernstgemeinte Frage“, fügt der 30-jährige Bräutigam, der sich mit Kraft- und Ausdauersport fit hält, schmunzelnd hinzu. Beim Anblick des Ringes kullerten seiner zukünftigen Frau dann doch einige Tränen über das Gesicht, bevor sie ein deutliches Ja hauchte. „Das muss man ja auch erst mal realisieren“, gesteht die strahlende Braut, deren Leidenschaft das Reisen in ferne und fremde Länder ist.

Diese Leidenschaft möchte das Paar auch nach seiner Hochzeit nicht aus den Augen verlieren, diese mit Städtereisen kombinieren. Nach der Feier in der guten Stube Kevelaers verabschiedete sich das Brautpaar aber erst mal zum Flittern an die dänische Küste. „Durchatmen und die Seele baumeln lassen“, sagt das Brautpaar einstimmig und fasst sich glücklich an den Händen, um ab jetzt gemeinsam den Weg in die Zukunft zu gehen.

Albert und Josefine Hiep feierten Goldhochzeit

Es war schon ein besonderer Moment für Josefine und Albert Hiep, als sie im Zuge ihrer Goldhochzeit an Fronleichnam von den Nachbarn abgeholt wurden. „Wir haben mit 66 Personen im Waldhotel Dicks in Weeze gefeiert“, erinnert sich das Paar gerne an den Moment, als die Nachbarn mit einem mit rotem Stoff verkleideten Tuk Tuk vorfuhren. „Wir sind da durch den Wald, da haben die Leute schon geguckt, mit dem ganzen Autokorso mit den Nachbarn und so“, hatte das Ehepaar seine helle Freude. „Das war eine Überraschung“, meinte der 75-Jährige. „Und ein rundum schöner Tag“, ergänzte seine ein Jahr jüngere Frau.

Zusammengekommen waren die beiden vor über 50 Jahren über ihren Bruder, den Albert aus seiner Schulzeit kannte, und die vielen Besuche bei Bekannten in Straelen, wo Josefine lebte. „Wir haben uns da kennengelernt – und da hat es wohl gefunkt“, erzählt der immer noch aktive Senior. „Die Chemie stimmte halt, sie war attraktiv und ihre Art gefiel mir irgendwie.“ Seine Frau Josefine sah das ähnlich: „Seine Bodenständigkeit, so das Solidarische“ habe sie schon damals schön gefunden, „und nicht heute die und morgen die.“

Naturverbundenheit

Was beide von Anfang an verband, war der Bezug zur Natur. Sie war in Straelen auf einem landwirtschaftlichen Pachthof aufgewachsen. Seine Eltern betrieben in Kevelaer einen Betrieb für Gartenbau, Gemüse und Schnittblumen. Dort half er von klein auf mit und übernahm den Betrieb nach seiner Ausbildung zum Gemüsebauer in Straelen und dem Tod des Vaters 1966. Später machte er noch den Meister. „Wir waren Arbeiten gewöhnt, Freizeit gab es da nicht viel.“

Zumal man ständig mit lebenden Pflanzen zu tun gehabt habe. „Da hat man nicht um 17 Uhr Feierabend“, unterstreicht der Unternehmer. „Da muss Privates oft zurückstecken.“ Oder wie es seine Frau ergänzend auf den Punkt bringt: „Selbst und ständig.“ Einfach mal zu sagen, „da hab‘ ich keinen Bock drauf“, das konnten beide nie.

Am 17. Mai 1968 vollzogen beide in Kevelaer die standesamtliche, vierzehn Tage später in Straelen die kirchliche Hochzeit. Die Feier bei „Scholten“ in Kevelaer konnte trotz des schönen Ereignisses nicht unbefangen-fröhlich vonstatten gehen, weil einen Tag zuvor Josefines Vater gestorben war. „Aber es war halt alles bestellt“, erzählt Josefine Hiep. „Und wir haben mit Nachbarn, der Famiie und Freunden das Beste draus gemacht“, ergänzt ihr Mann. „Es wäre ja in seinem Sinne gewesen.“

Seitdem praktizierten beide die „klassische“ Rollenverteilung – sie zog die Kinder groß und machte den Haushalt. Das Ehepaar hat zwei Söhne, eine Tochter und mittlerweile fünf Enkelkinder. Er kümmerte sich um den Betrieb, bildete zahlreiche Azubis aus und nahm für die Kammer viele Gärtnerprüfungen ab.

Bis 2017 im Betrieb

Später half seine Frau in dem Betrieb mit. Im Gewerbegebiet Süd standen die Gewächshäuser mit Verladehalle für den Vertrieb nach Südeuropa, den man 2013 einstellte. Und „nebenbei“ gab es noch den Betrieb auf dem Heideweg.

Jetzt stehen dort hinter seinem 2011 gebauten Haus die teilweise verpachteten Gewächshäuser, in den anderen Teilen arbeiten die Söhne und verkaufen mediterrane Pflanzen.

Bis im Dezember 2017 war Albert Hiep noch selbst aktiv. Jetzt bleibt mehr Zeit für sich, den eigenen Garten, für ausgiebige Auslands-Radtouren. Seine Frau spielt gerne Karten, geht zum Frauenstammtisch. Aus gesundheitlichen Gründen kann Josefine das gemeinsame Hobby Radfahren nicht mehr ausüben.
Was sie jungen Leute mitgeben würden, wenn es darum geht, wie man einen Ehe so langfristig führen kann, da sind sich die Eheleute einig: „Man sollte viel gemeinsam unternehmen und sich Freiräume lassen.“

Auf den ersten Blick…

Wenn schon beim ersten Blick der Eindruck entsteht, im Gegenüber den richtigen Partner gefunden zu haben, dann darf man wohl von Liebe auf den ersten Blick sprechen. „Ja, genau so kann man das wohl beschreiben“, sagen Bürgül und Tobias Prinz, die sich auf dem Kevelaerer Standesamt im Kreise beider Familien das Jawort gaben.

Für das Brautpaar ist es ein Ja zu einem gemeinsamen Lebensweg. Denn der scheint für die beiden schon beim ersten Treffen vorherbestimmt gewesen zu sein. „Schon da hatten wir beide das Gefühl, uns ewig zu kennen“, verrät die glückliche Braut mit strahlenden Augen und erntet dafür die Zustimmung ihres frisch angetrauten Ehemannes. „Und genau diese Sicherheit führte uns jetzt zum Traualtar“, fügt der 35-jährige Bräutigam hinzu.

Im Oktober 2015 lernten sich die in Geldern geborene Bürgül Biricik und der aus Moers stammende Tobias Prinz im Internet kennen, worauf schon bald zahlreiche Telefonate folgten. Im Dezember kam es dann zum ersten Treffen und besagten ersten Augenkontakt. „Tja, und da war es um uns beide geschehen“, verrät die 34-jährige Braut mit türkischen Wurzeln.

„Mein Vater stammt ursprünglich aus der Türkei und meine Mutter aus Deutschland“, erklärt Bürgül Prinz, die am Amtsgericht Kleve als Justiz-Fachangestellte arbeitet, hierbei oft mit menschlichen Schicksalen konfrontiert wird. Ihr Ehemann dagegen kümmert sich eher um tierische Schicksale. „Ja, so kann man es auch bezeichnen“, schmunzelt Tobias Prinz, der als Schädlingsbekämpfer so manche Wohn-und oder Arbeitsräume von ungebetenen tierischen Mitbewohnern befreit. „Man findet diese an den unglaublichsten Orten“, versichert der Bereichsleiter für Duisburg.

Zwei Monate nach dem ersten Treffen beschloss das Paar, eine gemeinsame Wohnung zu beziehen. „Auch das war für uns ganz schnell klar“, erklärt Tobias Prinz seinen Umzug im Februar 2016 nach Geldern. Eine Heirat aber stand für Tobias Prinz, der in seiner Freizeit gerne Fußball spielt oder Inliner fährt, wie für Bürgül Biricik, die gerne zum Buch greift und ihre Umgebung gerne in Fotografien festhält, erst zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Plan.
„Die Sicherheit aber, in Bürgül die Frau meines Lebens gefunden zu haben“, berichtet Tobias Prinz, „ließ ihn, für mich völlig überraschend, ein Jahr nach unserem Kennenlernen einen klassischen Heiratsantrag stellen“, führt seine Frau überglücklich weiter aus.

Neue Heimat in Kevelaer

Die zwischenzeitliche Suche nach einer größeren Wohnung führte das Paar, das das gemeinsame Kochen liebt, im Mai vergangenen Jahres nach Kevelaer. Hier in der Marienstadt fand das Paar eine neue Heimat. Hier fühlt es sich zuhause, möchte hier die gemeinsame Zukunft planen. Diese besiegelten Bürgül und Tobias Prinz jetzt auf dem Kevelaerer Standesamt. „In einem Jahr aber möchten wir dieses „Ja“ noch einmal mit einer Freien Hochzeit bekräftigen“, versichert das Brautpaar, das seine Flitterwochen an der Mosel verbringt.

Hochzeit mit Hindernissen, aber mit Happy End

Am 2. Juni 2018 feiert Georg Giessen seinen 90. Geburtstag im Kreis seiner Familie, Freunde und Nachbarn. Geboren ist er in Goch als Ältester von drei Söhnen. Seine Mutter Gertrud arbeitete als Verkäuferin, sein Vater Georg als Anstreicher. Nach der Volksschule in Goch begann er zunächst seine Lehre bei der Post und arbeitete danach als Postjungbote in Goch, wo er bei Wind und Wetter die Post zustellte: Viele Jahre fuhr er in Hassum, Hommersum und Kessel „met de fiets en met de post dörr de felder“.
Ein Haus war für ihn bald etwas Besonderes, denn da wohnte die Familie seiner späteren Frau Vroni. Seine zukünftige Schwiegermutter bat den damals sehr schmalen, mageren jungen Mann, wenn er die Post brachte, oft zu einem dicken Butterbrot herein und sagte dann auf Platt: „Mein Gott, Georg, heute morgen siehst du wieder so aus, als ob du eine Ziege zwischen den Hörnern küssen könntest!“ („Meingott Schörß, geij kickt vanne Märn ewell wer, as wenn gej en Geit tössen de Hörn kösse könnt.“)
Die Tochter des Hauses war beim Zustellen meistens in der Schule, aber da beide gemeinsame Freunde hatten, lernten sich Vroni und Georg schließlich auf Kirmesfeiern kennen und verliebten sich ineinander. Auch der Entschluss zu heiraten stand bald fest. Allerdings gab es ein großes Hindernis: Vroni war katholisch, Georg evangelisch; beide wollten ihren Glauben behalten. Da das gemischt-konfessionelle Paar in Kevelaer damals noch keiner trauen wollte, heirateten sie ganz klein und schlicht in Marienbaum, wo sie einen Pastor für die Trauung fanden. Vroni trug zur Hochzeit schwarz, ihr Vater und ihre Tanten, die gegen die Vermählung mit einem evangelischen Mann waren, kamen gar nicht zur Hochzeit.
„Aber auch wenn die Hochzeit traurig und kurz war, haben wir schließlich eine sehr glückliche Ehe gehabt. Je mehr alle am Anfang gegen unsere Verbindung waren, desto mehr hat es uns zusammengeschweißt“, erzählt der Jubilar. Und mit einem Augenzwinkern berichtet er, dass er einmal Vroni mit seinem 125er DKW-Motorrad mit über die Alpen nach Venedig nahm. Vroni arbeitete damals noch im Kempener Krankenhaus im Büro. Ihre Familie wusste nichts von dem Urlaubsplan. Als sie die „Entführung“ mitbekamen, gingen sofort Vronis unverheiratete Tanten zum Arbeitgeber und wollten Georg schlechtmachen, doch die Oberin, die von der Urlaubsreise wusste, meinte nur: „Es ist alles gut, wie es ist!“ Die Tanten gingen beschämt nach Hause.
Nach einigen Jahren schließlich waren alle in der Familie wieder versöhnt. 54 Jahre sollten Vroni und Georg, trotz der Anfangsschwierigkeiten, eine glückliche Ehe führen. „Wir hatten nie richtig Streit und jeder Tag endete mit einem Gutenachtkuss“, so der Witwer.
1955 bauten beide ein eigenes Haus auf der Josefstraße, wo sie 2007 noch ihre Goldene Hochzeit feiern konnten. Ihre Töchter Martina und Gabriele wurden 1959 und 1963 geboren. Vroni kümmerte sich nach Geburt ihrer Kinder um Haus und Kinder und Georg um das Geldverdienen. Dabei hatte er immer mehrere Jobs gleichzeitig. Neben der Ausbildung als Postbote machte er eine Ausbildung als Autoschlosser, fuhr den Post-Omnibus, war in Kevelaer Paketzusteller, reparierte Radiogeräte und Fernseher und schloss BHW-Versicherungsverträge ab.
Als die Kinder aus dem Haus waren, arbeiteten beide in einem kleinen Devotionalienladen am Kapellenplatz, den ihre Tochter Gabriele mit ihrem im Jahr 2008 verstorbenen Mann Karl seit 1986 führte. 1992 wurde ihre Enkeltochter Christina geboren, die der ganze Stolz der Großeltern war und noch ist.“ 2008 tauschten sie ihr großes Haus gegen eine altersgerechte Wohnung im Klostergarten, wo gleich nebenan auch der sechs Jahre jüngere Bruder Rolf mit seiner Frau Helga einzog. 2013/2014 mussten beide Brüder ihre Ehefrauen zu Grabe tragen. Ein schwerer Schlag für die beiden, die beide glücklich verheiratet waren.
Mehrmals die Woche gehen auch heute noch beide Brüder in die Stadt und besuchen die Gräber ihrer Frauen, die direkt nebeneinander liegen. Gemeinsam mit dem jüngsten Bruder Fritz aus Goch treffen sie sich jede Woche zu Spaziergängen oder einem Besuch in der Eisdiele. Neben seinen vielen beruflichen Betätigungen hat Georg alle wichtigen und schönen Momente des Lebens früh mit seiner Kamera festgehalten und bis vor wenigen Jahren immer noch fleißig Videos geschnitten. Auch wenn ihm am Anfang seiner Verbindung mit Vroni viele Steine in den Weg gelegt wurden, ist der Zusammenhalt in der Familie heute sehr eng und es gibt immer genug zu lachen. In der früheren Nachbarschaft auf der Josefstraße ist er noch stets aktiv. Am kommenden Samstag wird sein 90. Geburtstag in froher Runde gefeiert.

Bei eisigem Wind entflammten die Herzen

Fast so schien es als strahle das frisch vermählte Brautpaar mit der am Himmel stehende Sonne um die Wette. Überglücklich und Hand in Hand verließen Melanie und Marc Steufkens   die St.-Antonius-Kirche in Sevelen. Im Beisein beider Familien, Freunden und Arbeitskollegen gab sich das Brautpaar vor Gott das Jawort.

Dem frisch vermählten Paar war dieser Schritt wichtig. „Das Jawort gibt man sich in der Regel nur einmal im Leben“, beschreibt das Paar seinen Schritt zum Traualtar, „wenn man sich aber total sicher ist, den richtigen Partner fürs Leben gefunden zu haben, dann geht man diesen Schritt zusätzlich vor Gott“, fügt der Bräutigam mit bewegenden Worten hinzu und erntet damit einen zustimmenden Blick seiner frisch angetrauten Frau.

Die liebevolle Gestaltung des Traugottesdienstes hatte die Braut selbst übernommen. Dabei wurde sogar an „Freudentränentaschentücher“ für die Gäste gedacht. „Meine Frau ist zudem ein wahres Organisationstalent“, verrät der gebürtige Kevelaerer. Vor vier Jahren knüpften die aus Sevelen stammende Melanie Gasthuys und der Kevelaerer Marc Steufkens im Internet zaghafte Kontakte. Ein erstes Treffen, was von eisigen und stürmischen Windböen begleitet wurde, hinterließ in den Herzen jedoch ein wärmendes Feuer, worauf ein baldiges

Wiedersehen folgte. Die Kochkünste des Bräutigams brachten dann aber letztendlich Melanies Herz zum Schmelzen. „Mein Mann kocht sehr gerne – und gut“, gesteht die 31-jährige Braut, „leidenschaftliche Leckeresser aber sind wir beide“, fügt sie lachend hinzu. Liebe geht eben auch durch den Magen, sagt zumindest der Volksmund. In diesem Fall war es der Beginn eines wunderbaren Weges.

Marc Steufkens ist Abteilungsleiter bei Holz Derks in Kevelaer, dürfte vielen Marienstädtern ein guter und treuer Berater in Sachen Holz und damit vielen Marienstädtern kein Unbekannter sein. Hier begann der 32-Jährige vor 15 Jahren seine Ausbildung, absolvierte im Abendstudium seinen Betriebsökonom.

Seine Frau Melanie fügte nach ihrer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten ein BWL-Studium an, welches sie 2016 abschloss. Heute unterstützt sie als Vertriebsmitarbeiterin den väterlichen Betrieb „Juwel Fertiggaragen“ in Kamp Lintfort.

Ende 2015 richteten sich Melanie und Marc ihr eigenes kleines Nest in Sevelen ein. „Mit Garten“, betont das Paar. Denn die Liebe zur Gartengestaltung, darin zu arbeiten und abzuschalten, wurde zur gemeinsamen Leidenschaft.

Ruht aber mal die Gartenarbeit, packt das Paar auch schon mal gerne die Koffer und begibt sich auf Reisen. So auch im September vergangenen Jahres. Mit der Aida schipperten sie über das Mittelmeer. Mit an Bord: ein klitzekleines Gepäckstück zur Unterstützung eines Heiratsantrages. Denn hier sah der Bräutigam den Zeitpunkt gekommen, um die Hand seiner zukünftigen Frau zu bitten. „Seitdem liefen die Hochzeitsplanungen auf Hochtouren“, gesteht das sympathische Paar, das zudem gerne ins Kino geht oder sich mit Freunden trifft.

Nun erlebten Melanie und Marc Steufkens ihre Traumhochzeit. Nach der standesamtlichen Trauung folgte einen Tag später die kirchliche Hochzeit. „Wir möchten jeden Tag unseres gemeinsamen Lebens genießen, den Weg weitergehen“, so die Zukunftspläne des Brautpaares, das seine Flitterwochen auf Sardinien verbringen möchte.

Christina und Tim Janßen gaben sich das Jawort

Alles neu macht der Mai“, sagt ein Lied. Das gilt in diesem Monat besonders für Christina Peters und Tim Janßen. Seit Anfang Mai gehen sie als Ehepaar durch das Leben und aus Christina Peters wurde Christina Janßen. Bei Kaiserwetter gaben sich die beiden in der St. Antoni­uskirche das Jawort und feierten das größte Fest ihres Lebens.

Kennengelernt haben sich die beiden gebürtigen Weezer im Jahr 2002 im Tambourcorps Weeze. Christina ist dort seit 2000 als Flötistin aktiv, Tim kam 2002 als Trommler dazu. Jeden Donnerstag trafen sie sich zur Probe und lernten sich immer besser kennen und lieben. Seit 2010 sind sie ein Paar, seit ein paar Tagen nun auch ein Ehepaar. Im Tambourcorps sind beide bis heute aktiv. Allerdings sind gemeinsame Proben nicht mehr die Regel. Denn seit 2016 sind sie Inhaber des Kevelaerer Stadthotels und wechseln sich an der Rezeption ab.

Nach der Schulzeit gingen sie gleichzeitig zur Berufsschule in Kleve und erlernten ein ähnliches Handwerk. Die 28-jährige Christina ist gelernte Hotelfachfrau. Sie lernte im Parkhotel Kevelaer und arbeitete danach im Waldhaus Dicks. Der gut zwei Jahre jüngere Tim ist gelernter Restaurantfachmann, machte seine Ausbildung im „Goldenen Schwan“ und konnte danach dort arbeiten.

Beide waren zwei Wintersaisons in der Schweiz und sammelten dort zum Hochbetrieb vier Monate lang viele wichtige Erfahrungen im Hotelbusiness. Dass beide ähnliche Berufe ergriffen, war purer Zufall, aber glückliche Fügung, denn: „Man muss Hand in Hand arbeiten und sich gegenseitig unterstützen“, sagt der Bräutigam.

Seit 2016 sind beide offiziell Hotelleiter. Am 7. Januar 2016 übernahmen sie das Hotel von Jutta Rijkelijkhuizen, die aus familiären Gründen Nachfolger für das Stadthotel suchte. Zwei Jahre nach der Übergabe sind beide sehr glücklich und zufrieden mit der damaligen Entscheidung. „Wir hatten es schon gehofft, aber nicht damit gerechnet, dass es so gut läuft“, erzählen sie. „Das erste Jahr war super, das zweite Jahr noch besser und auch das dritte Jahr ist bisher super. Wir hatten uns gleich zu Beginn Ziele gesetzt und auch investiert und es läuft einfach toll.“

In der Alten Schmiede von Weeze fand nun ihre standesamtliche Hochzeit statt. Am Tag darauf erteilte Pfarrer Manfred Babel, der die beiden auch zur Erstkommunion und Firmung führte, den kirchlichen Segen. Ihre Hochzeit stellten sie unter das Motto „Du lässt mich sein, wie ich bin.“ Dieser Songtext von Helene Fischer wurde bei der kirchlichen Trauung zum Einzug durch Sopranistin Ivonne Hauke aus Grevenbroich angestimmt.

„Es kam so gefühlvoll rüber und war ganz großartig“, strahlt die Braut immer noch. In einem weißen, 54 Jahre alten Volvo-Oldtimer, den Tims Bruder Patrick für die beiden heimlich organisiert hatte, ging es dann weiter zum Waldhaus Dicks, wo sie mit 85 Gästen bis lange in die Nacht feierten und tanzten. „Wir hatten Sektempfang im Grünen, schnitten dort auch die Hochzeitstorte an und konnten die strahlende Sonne bis zum Abendessen genießen“, erzählen sie glücklich.

Überraschung beim Eröffnungstanz

Auch die Schwester der Braut, Verena Tönnißen, hatte eine Überraschung für das Hochzeitspaar. Sie gestaltete mit allen Gästen schon im Vorfeld ein Gästebuch mit vielen Bildern, Sprüchen und Malereien. Und auch das Brautpaar selbst hatte eine Überraschung für die Gäste parat: Sie eröffneten die Feier nicht mit klassischem Eröffnungstanz, sondern gaben einen bunten Mix von verschiedenen Tanzstilen zum Besten: „Alle waren überrascht. Damit hatte keiner gerechnet“, lachen die leidenschaftlichen Tänzer.

Für eine Hochzeitsreise hatten die beiden bisher noch keine Zeit. Über Weihnachten und Silvester bleibt das Hotel geschlossen. Spätestens dann wird die Reise nachgeholt. „Wohin, wissen wir noch nicht“, sagt der Bräutigam, aber eines wissen beide: „Die Hochzeit war ein Traum und wir würden sofort nochmals heiraten!“

Heinrich und Ida Heckens feiern Diamanthochzeit

Eine ereignisreiche Festwoche liegt vor Ida und Heinrich Heckens. „Das kann man durchaus so behaupten“, bestätigt das Kevelaerer Ehepaar. Am 23. Januar 2018 dürfen Ida und Heinrich Heckens auf 60 Ehejahre zurückblicken. Zuvor bereits, am 15. Januar, feierte Heinrich Heckens seinen 90. Geburtstag.

Dieser Tag dürfte gespickt gewesen sein mit vielen Erinnerungen an Freunde und Weggefährten. Dabei dürfte so manche Begebenheit aus dem Familien- wie aus seinem Berufsleben in Erinnerung gerufen werden.

1952 zieht es den gelernten Elektroinstallateur nach Köln. Hier in der Großstadt geht der junge Mann seiner Arbeit nach, besucht Abendkurse zur Weiterbildung, legt 1955 an der Handwerkskammer Köln seine Meisterprüfung ab. Eine Herberge findet Heinrich Heckens im Kolpinghaus.

Beim Tanzen kennengelernt

„Eine prägende Zeit“, erinnert sich Heinrich Heckens, „innerhalb der Kolpingfamilie bekamen wir menschliche und berufliche Werte vermittelt“, betont das Geburtstagskind, das in dieser Zeit einen regen Briefkontakt zu Ida Verhülsdonk, seiner späteren Ehefrau, pflegt.

1950 hatten sich beide beim Tanzen kennengelernt. „Wöchentlich gingen Briefe hin und her“, berichtet die 83-jährige Diamantbraut lachend, die es nach ihrer Ausbildung zur Wäscheschneiderin für ein Jahr in den Schwarzwald zog. Diese Zeit erweist sich als Probezeit für die junge Liebe.

1957 beschließen sie den Schritt in die Selbstständigkeit. „Anstatt Möbel für uns zu kaufen, steckten wir das Geld in Werkzeug“, erinnert sich das Paar. Am 1. Dezember 1957 eröffnet „Elektro Heckens“ auf der Hauptstraße die Pforten zum Geschäft. Nur wenige Wochen später, am 23. Januar 1958, läuten die ersehnten Hochzeitsglocken in der Bruder-Konrad-Kapelle.

Familien- und Geschäftsgründung erweisen sich als turbulent. Während sich Ida Heckens um Haushaltsführung und Büroarbeiten kümmert, besucht Heinrich Heckens mit dem Fahrrad und einer Leiter auf der Schulter seine Kunden. Auch der Familienzuwachs lässt nicht lange auf sich warten. Nacheinander erblicken Heinz, Franz, Ursula, Barbara und Georg das Licht der Welt. Mischlingshund Leo und ein knallrotes Schlauchboot, das im Urlaub zweitweis bis zu sieben Personen fasst, werden zum Begleiter der quirligen und lebensfreudigen Familie.

Der Elektrobetrieb Heckens entwickelt sich zum Ausbildungsunternehmen. Hier kann Heinrich Heckens sein umfangreiches Wissen weitergeben. Mehr noch. Er vermittelt Werte, gibt jungen Auszubildenden Chancen für die Zukunft. Ihm gelingt es, die jungen Menschen im Blick zu halten.

Sein Engagement für Auszubildende bringt ihn in den Vorstand der Elektroinnung Geldern und in den Gesellenprüfungsausschuss. Hier übernimmt Heckens 1980 den Vorsitz, wird gleichzeitig Lehrlingswart. Von 1985 bis 2001 sitzt er im Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer Düsseldorf, ist seit 2001 Ehrenmitglied. Für seinen unermüdlichen Einsatz erhält er 1978 die Bronzemedaille, 1988 die Silbermedaille der Handwerkskammer Düsseldorf, 1998 die Ehrenmedaille der Elektrohandwerke vom Fachverband Elektronische Handwerke NRW, 2003 das Goldene Ehrenzeichen der Handwerkskammer Düsseldorf und erst kürzlich den Diamantenen Meisterbrief der Handwerkskammer Köln.

Reiselust entdeckt

Im Geschäft erhellt seine Frau Ida den Alltag. „Für große Elektrogeräte war unser Laden zu klein, Küchengeräte zu langweilig“, erinnert sich die handwerklich begabte Geschäftsfrau. Sie präsentiert im Geschäftsraum außergewöhnliche Lampen und Lichtobjekte. Diese erfahren große Beliebtheit bei den Kunden.

1991 zieht sich das Paar aus dem Geschäftsleben zurück, entdeckt die Reiselust. Von ihren Reisen nach Kanada, USA, Russland sowie Frankreich, Italien und in viele weitere Länder dieser Erde berichten eigens gestaltete Fotobücher. „So können wir auch heute noch davon zehren“, berichtet das heimatliebende Paar. Denn hier in Kevelaer an der Hauptstraße fühlt sich das Diamantpaar zuhause, hier verwöhnt Heinrich Heckens, der seit 1972 der Bruderschaft Consolatrix Afflictorum angehört, seine Frau Ida mit seinen Koch- und Backkünsten. Die lieben auch ihre Kinder, Schwiegerkinder und alle ihre neun Enkelkinder.

Mit der ganzen Familie möchten Ida und Heinrich Heckens die anstehende Festwoche genießen. Nach dem Tag der offenen Tür zum runden Geburtstag folgt am heutigen Donnerstag um 19 Uhr das Ständchen an der Hauptstraße zur bevorstehenden Diamanthochzeit. Am Samstag möchte das Paar während eines Gottesdienstes mit Pastor Hubert Janssen im Klarissenkloster für 60 Jahre Gemeinsamkeit danken. Zum Hochzeitstag am 23. Januar öffnet das Paar noch einmal seine Türe. Diesen besonderen Tag möchten Ida und Heinrich Heckens mit der Familie, Freunden und Weggefährten genießen.

„Und dann hoffen wir, dass wir noch lange so vereint zusammenbleiben können“, so der wichtigste Wunsch des sympathischen Diamantpaares.