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Ein bisschen St. Martin gab`s doch

Unter der Woche hatten die Helfer des Martinskomittees Kervenheim im katholischen Pfarrheim jeweils mit zwei Personen abwechselnd die Tüten gepackt und sich dann mit 13 Personen auf den Weg gemacht, um die Tüten zu verteilen.

Von der örtlichen Bäckerei gab es den Weckmann. Dazu kam eine Tüte mit Beilagen, die das Martinskomitee Kervenheim zusammengestellt hatte. Gut 115 Tüten gingen an die Senioren des Ortes, 200 an die Kinder. „Das war möglich aufgrund der Spender aus Kervenheim und von dem „Förderverein Potthaus“, dankte der Vorsitzende des Martinskomitees, Bernhard Reintges, allen Aktiven und Spendern für die Unterstützung, so wenigstens „ein bisschen St. Martin“ möglich gemacht zu haben.

Angesichts der Pandemie hatte man sich im Vorfeld über diverse Alternativen zu der sonst üblichen Martinsfeier gemacht. Aber sowohl den Schülern die Präsente persönlich an der Schule zu übergeben als auch den Heiligen Mann mit einigen Musikern durch den Ort ziehen zu lassen, fand nicht die Zustimmung der städtischen Behörden.

Jeder der Aktiven hatte einen festen Bezirk, den er abfuhr, berichtete Hans-Gerd Ripkens, auch Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins Kervenheim. „Wir haben die bis vor die Haustür gestellt und geschellt.“ Alle hätten sich sehr gefreut. „Und die Alten waren zum Teil sehr überrascht davon.“

Die gute Resonanz sei die Bestätigung dafür, „es richtig gemacht zu haben und eine Motivation weiterzumachen“, unterstrich Bernhard Reintges. Er verband die Aktion mit einer großen Hoffnung: „Dass wir 2021 St. Martin wieder in der traditionellen Form durchführen können.“

Bunte Lichter und Martinstüten

Die Martinskomitees machen in Kindergärten und Grundschulen trotz abgesagter Züge einiges möglich. Im „Sterntaler“-Kindergarten konnten die Kinder bei einem kleinen Martinsfest die Lichterwelt auf dem Gelände bestaunen und Gitarrenmusik lauschen.

An der Grundschule Overberg/St. Norbert in Winnekendonk und Kervenheim bastelte jeder der 240 Schüler in den Klassen an dem jeweiligen Standort zu St. Martin eine eigene Tischlaterne. Als „Lohn“ für diese besondere Mühe übergaben die Lehrer stellvertretend für St. Martin jedem Kind einen Weckmann und eine kleine „Schnuppspende“.

Natürlich wurde auch die Geschichte des Heiligen Martin erzählt, der als Soldat dem frierenden Bettler die Hälfte seines Mantels gegeben hatte und beschloss, ein Geistlicher zu werden. Die Schulleitung bedankt sich ausdrücklich bei den Sponsoren der Aktion – dem Martinskomitee, dem Förderverein und dem CHH Service.

Spurensuche in der Geschichte Wettens

Auch wenn heute zweifelsohne die Wallfahrt mit der Trias aus Gnadenkapelle, Basilika und Priesterhaus das geistliche Zentrum Kevelaers bildet, so ist das kirchliche Leben in Wetten doch ungleich älter.

Untrennbar verbunden mit der Christianisierung ist die Entstehungsgeschichte der Ortschaft Wetten, denn beide Stränge sind fest ineinander verwoben – nicht umsonst ist das früheste Schriftzeugnis für eine Besiedlung die erste urkundliche Erwähnung eines Priesters im Jahr 1154.

Dennis Hartjes, selbst Wettener, hat die Geschichte und Kirchengeschichte seines Heimatortes zu einem seiner Forschungsschwerpunkte gemacht. Erste greifbare Frucht dieser Arbeit ist sein nun vorliegendes Buch: „Wetten bei Kevelaer – Territorialgeschichtliche Untersuchung zur Entstehung und Entwicklung einer Ortschaft und ihrer Kirche am linken unteren Niederrhein bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts“. Mag der Titel auf den ersten Blick sperrig wirken, ist es der Inhalt keinesfalls.

Dennis Hartjes gelingt der Spagat zwischen Masterarbeit – dort liegt der Grund für den „akademisch korrekten“ Bandwurm-Titel und dem an sich selbst formulierten Anspruch, ein Buch für einen breiten geschichtlich interessierten Leserkreis zu schreiben.

In Wetten aufgewachsen, zog es ihn zum Studium an die Westfälische Wilhelms-Universität nach Münster, wo er jüngst zwei Masterabschlüsse erwarb: einen im Lehramt für Katholische Theologie und Geschichte und einen im Fach Mittelalterliche und Frühneuzeitliche Kirchengschichte. Auch wenn Hartjes für sich selbst den Wunsch formuliert, eine „klassische“ Forschungslaufbahn als (Kirchen-) Historiker einzuschlagen, sichert er sich mit einem zweiten Standbein als Lehrer ab – aktuell absolviert er sein Referendariat in Haltern am See.

Der momentan im Vordergrund stehende Schulbetrieb lässt nur begrenzten Raum für eine umfangreiche Forschungstätigkeit. Dennoch ist Dennis Hartjes‘ nächstes Projekt schon weit fortgeschritten: Ansetzend am Zwischenziel seines vorliegenden Buches, dem Jahr 1154, arbeitet er an seiner Doktorarbeit, die seinen Forschungsgegenstand bis zur Fusion der Pfarrei im Jahr 2014 fortschreibt. Und auch hier benennt er neben dem selbstverständlichen akademischen Anspruch wieder den Willen, einen großen Leserkreis ansprechen zu wollen, der Interesse für Land, Leute und Heimatgeschichte mitbringt.

So sieht das Buch über Wetten aus. Grafik: Verlag

Diese Arbeit wird weniger eine strenge Chronologie sein, sondern sich mehr an Themenfeldern orientieren, die tiefer ausgeleuchtet werden. So werden beispielsweise die zahlreichen in der Wettener Kirchengeschichte überlieferten Anekdoten einer eingehenden Prüfung in Bezug auf ihre Herkunft und ihren Wahrheitsgehalt unterzogen – da hat sich manch Spannendes aufgetan.

Auch wenn die Literatur zur rheinischen (Kirchen-) Geschichte eine nur schwer zu überschauende Breite aufweist und im Rahmen der hiesigen Heimatforschung Beachtliches geleistet wurde, fehlte es bislang an einer groß angelegten Arbeit zum ältesten Ortsteil Kevelaers. Einen ersten Schritt diese Lücke zu schließen, hat Dennis Hartjes mit seinem Buch nun geleistet.

Immerhin kann Wetten als Urpfarrei Kevelaers bezeichnet werden – die Eigenkirche des Grafen von Geldern und später der Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters in Roermond hatte im Hochmittelalter eine größere Bedeutung als die deutlich spätere von Weeze erfolgte Abpfarrung der heutigen Gemeinde St. Antonius.

Nicht verkannt werden sollte, dass die nur noch archäologisch belegbare Siedlungsgeschichte im Wettener Raum natürlich deutlich weiter zurückreicht als bis zum Beginn der Christianisierung, selbst wenn vieles natürlich im Dunklen bleibt. Greifbarer wird die Geschichte beim Blick in die römische Zeit. So sind auf dem Ortsgebiet zwei römische Höfe nachweisbar und auch der Sockel der St. Petrus-Kirche ist ein Zeugnis dieser Zeit, wurde er doch zu Beginn des 15. Jahrhunderts mit Bruchmaterial römischer Bauten aus dem Xantener Raum aufgemauert.

Für heimatgeschichtlich interessierte Leser aus Kevelaer und Umgebung ist Dennis Hartjes‘ Buch sicher auch eine Empfehlung für den weihnachtlichen Gabentisch. Beim Lesen des flüssig geschriebenen 240 Seiten starken Buches fällt einem die durch Corona bedingte Kontaktreduzierung ein Stück weit leichter. Allerdings muss man sich vorerst mit einem Zwischenstopp im Jahr 1154 zufrieden geben: die daran anschließende Doktorarbeit wird noch etwa zwei Jahre auf sich warten lassen, soll dann aber ebenfalls als Buch für jedermann vorliegen.

Abschließend sei erwähnt, dass auch im gerade druckfrisch erschienenen „Geldrischen Heimatkalender 2021“ sich ein Aufsatz aus der Feder Dennis Hartjes‘ findet. Er nimmt den Silberschatz der St. Petrus-Bruderschaft in den Blick.

Sie blickten aufs Jahr zurück und feierten zahlreiche Ehrungen

Die St. Sebastianus-Bruderschaft Winnekendonk feierte kürzlich wieder ihr alljährliches Patronatsfest. Nach der Heiligen Messe, die von der Bruderschaft selbst mitgestaltet worden war, trafen sich die Mitglieder und ihre Familien im Vereinslokal Kanders zum gemütlichen Beisammensein.

An diesem Abend wurden folgende Schützen der Bruderschaft, die ihr Leistungsabzeichen Luftgewehr für das vergangene Jahr 2019 erfüllt hatten, geehrt: Fabian Ludwig in der Schülerklasse silber, Aaron Scholz in der Schülerklasse gold, Alfred Scholz, Boris Weber und Klaus van Esch in der Altersklasse bronze, Rainer Matheblowski und Markus Schink in der Altersklasse silber, Sylvia Eyckmann und Thomas Lohmann in der Altersklasse gold, Karl-Heinz Fischer in der Seniorenklasse bronze, Wilfried Pluciennik in der Seniorenklasse gold.

Außerdem wurde Theo Brammen für seine dreimal im Jahr erbrachte Leistung mit der Jahresnadel in der Seniorenklasse geehrt.

Jahresrückblick

Nach einem reichhaltigen Essen führte Boris Weber mit einem Jahresrückblick durchs vergangene Jahr der Bruderschaft. Mit einer großen Verlosung endete das Patronatsfest zu später Stunde.

Bunte Lichter, gutes Wetter und glückliche Kinder

Vom Dorfplatz aus machten sich die vielen Kindergarten- und Grundschulkinder mit ihren Betreuern und Lehrern, den Eltern und Musikgruppen auf den Weg durch die Ortschaft.

„Schöner als heute Abend kann es nicht laufen – für uns und für die ganze Gemeinde. Das ist einfach nur herrlich, wenn man hier durch die Straßen zieht“, durfte Theo Winkels für das Twistedener Martinskomitee am Ende zufrieden feststellen. „Das Wetter spielt mit – herrlich.“

Am Mittag hatten die Helfer noch 370 Tüten für die Kinder gepackt – gut 100 Tüten hatten die Dorfbewohner über 80 Jahren am Vortrag erhalten. „Die warten dann schon mit Wasser, Kaffee und Schnäpschen und haben sich sehr gefreut“, meinte Winkels.

Flankiert von 35 Feuerwehrmännern mit Fackeln marschierten Groß und Klein entlang der Häuser, die schön ausgeleuchtet waren. „Wir wohnen erst seit zwei Jahren hier, letztes Jahr war er noch zu klein“, genoss Vanessa van den Hövel mit ihrem einjährigen Sohn Max das Schauspiel. „Eine sehr schöne Atmosphäre“, fand sie.

Die „Spürnasen“ des St. Quirinus-Kindergartens sangen auf dem Weg fleißig die Martinslieder mit. „Wir haben aber zwei Kapellen, da kriegen wir zweimal mit, welche Lieder gesungen werden“, umschrieb Erzieherin Betti Brünken, warum das nicht so einfach war.

Auf das Martinsfest habe man die Kinder umfassend im Vorfeld eingestimmt. „Wir erzählen die Geschichte, haben für jede Gruppe die Rollenspiel-Kostüme angeschafft, wie das Steckenpferd und Bettlerkostüm mit geteiltem Mantel, den Römerheld – also die Geschichte haben die Kinder gut drin.“

Und auch in Sachen Lichter zeigten sich die Kindergarten- und Grundschulkinder von ihrer kreativen Seite – ob nun „Fledermaus“ oder „chinesischer Drachenkopf“, die Motive waren durchaus ungewöhnlich, originell und sahen im Licht des Abends richtig gut aus.

Am Straßenrand schenkte die Schützenkönigin Claudia Reifenberg am Haus des Ministers Michael Brünken Glühwein aus. „Der Sohnemann hat den Laser angemacht“, sagte Brünken und erklärte, wie die ständig wechselnden Lichtbilder an der Hauswand entstanden.

Klönen und mit den Kindern zusammen sein – das sei bei so einem Zug beides wichtig, bekannten Christine und Rolf Roosen. „Wir haben uns heute morgen beim ‚Helau‘ den Hals kaputtgeschrien – und jetzt kommt ein bisschen Sankt Martin obendrauf. Besser kann es kulturell nicht in einem Schuss laufen“, meinte der Präsident der Twistedener Karnevalsfreunde.

Auf dem Dorfplatz kam es dann zu der Szene, die die Martinsgeschichte ausmacht: Martin teilt für den armen Bettler, der um Hilfe fleht, seinen Mantel und legt diesen auf seine Schultern. Anschließend rang „St. Martin“ den Kindern das Versprechen ab, sich um ihre Mitschüler zu kümmern und im kommenden Jahr mit neuen, schönen Leuchten wiederzukommen, ehe er von dannen ritt.

Im Kindergarten ritt er dann noch einmal kurz ein – und danach erfolgte die Ausgabe der Martinstüten an die Kleinen, die sich von Herzen freuten. Und auch im IBC konnten die Kinder, die weder in der Grundschule noch im Kindergarten sind, mit ihren Eltern einige der Tüten abholen.

Laternen, Martinsspiel und singende Kinder

In Kervenheim wurde mit einem St. Martinszug der Geschichte des Samariter-Soldaten gedacht. Angeführt von St. Martin hoch zu Ross, zog der Tross von der Kervenheimer Grundschule aus mit vielen bunten Lampen und zahlreich singenden Kindern durch die Ortschaft.

Nach dem kurzen Martinsspiel am Feuer, das die Geschichte des Mannes nochmal sichtbar werden ließ, erfolgte wie immer die Ausgabe der Martinstüten an die Kinder an der Grundschule – und der gemütliche Ausklang für die Erwachsenen am Feuer bei Glühwein, Schmörkes und Grünkohl.

Foto: privat

Ein Meer aus Lichtern

Es war eine große Schar an Lichtern, die sich auf dem Schulhof der Winnekendonker Grundschule versammelte. Die verschiedenen Grundschulklassen hatten eine Menge fantasievoller Motive gebastelt – die 3b fiel mit ihrer „Kröte vor dem Winterschlaf“ besonders auf.

„Es soll ja was sein, was zur Jahreszeit passt“, meinte eine Mutter anerkennend. Der „St. Martin“ Franz-Josef Pellander begrüßte die Kinder auf dem Schulhof und berichtete dort von der guten Tat des Heiligen St. Martin, der seinen Mantel mit einem armen Bettler teilte.

„Er hat vielen Menschen geholfen, die in Not waren“, rief er die Kinder dazu auf, „gute Taten zu vollbringen, indem Ihr zum Beispiel Euren Mitmenschen und Nachbarn helft oder mit Freunden Spielsachen und Süßigkeiten teilt.“ Und auch die Erwachsenen bat er: „Geht Euren Kindern mit gutem Beispiel voran und zeigt ihnen, wie man anderen hilft.“

Anschließend zog der „mit neuer Perücke und neuem Bart“ quasi „runderneuerte“ St. Martin auf seinem Pferd mit den Kindern und Erwachsenen der Ortschaft durch Winnekendonk. Dabei wurden aus Leibeskräften Lieder gesungen, die Menschen am Straßenrand winkten der Kolonne zu und freuten sich über das zauberhafte Lichterbild, das sich ihnen darbot.

Claudia Püschel vom sozialen Dienst des Katharinenhauses zog mit einer Abordnung der Bewohner und Bewohnerinnen mit. „Wir haben zwei Wochen für die Lichter gebraucht, das hat allen Spaß gemacht“, erzählte sie und stimmte dann mit den älteren Damen und Herren gemeinsam das nächste Lied an.

Der „Sterntaler-Kindergarten“ zog mit seinen „Geister“-Lampen die Blicke der Menschen auf sich. „Das ist mal was anderes, hat auch was Gruseliges“, lachte Angelique Eckhold, die ihre viereinhalb Jahre alten Zwillingstöchter begleitete. „Mein erstes Licht war ein Krokodil – ich denke, ich war stolz“ kramte sie während des Marsches in eigenen Kindheitserinnerungen.

Das Martinskomitee hatte für sich den „Mond“ als Lichtermotiv ausgewählt. „Ich denke, dass der Mond zum Martin dazugehört“, meinte deren Vorsitzender Ulrich Völlings, der mit seinen Mannen im Vorfeld bezüglich der Geschenketüten wieder ganze Arbeit geleistet hatte. „Wir haben genau 1.145 Tüten gepackt – 420 für die Senioren und 725 Kindertüten“, sagte er. „1.200 haben wir ja meistens, aber es ist immer wieder beeindruckend.“ Der Anblick in dem Seitenraum der Grundschule war auf alle Fälle beeindruckend.

Am Ende des Weges versammelten sich die Grundschüler in den Klassen, um dort aus den Händen der Lehrerschaft die Martinstüten in Empfang zu nehmen. Das Martinskomitee hatte im Erdgeschoss gut zu tun, um dem Ansturm beim Tütenverteilen Herr zu werden. Und „St. Martin“ schüttelte die eine oder andere Kinderhand und machte die Kleinen mit einem gemeinsamen Foto glücklich.

Ich geh‘ mit meiner Laterne…

Am Martinsabend musste St. Martin nicht durch Schnee und Wind reiten, keine Laterne musste mit Plastiktüten eingehüllt werden und kein Regenschirm versperrte die Sicht auf den Zug. Denn es war Traumwetter bestellt worden. Dennoch war der warme Mantel angebracht, als St. Martin mit den Schülern durch die Kevelaerer Innenstadt zog.

Die Kinder strahlten mit ihren Laternen um die Wette. Immer wieder erstaunlich, dass es Jahr für Jahr neue Ideen gibt, die die Schüler mit ihren Lehrern in diversen Schulstunden umsetzen. Die Ergebnisse konnten sich wieder sehen lassen. Schmunzelnde Sonnen und lustige Bärchen, gruselige Gespenster, leuchtende Emojis und sogar unsere Gnadenkapelle konnten die zahlreichen Zuschauer, die die Straßen säumten, entdecken.

Neu waren die bunt leuchtenden Laternen, die die Kinder als Hut auf dem Kopf trugen. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als erhobenen Hauptes ihren Weg zu gehen.

Da St. Martins Ross ihn nicht allzu schnell forttrug, konnte Martin wieder Möppkes an die Kleinsten verteilen. Die schöne Kevelaerer Tradition, das Singen unseres Kevelaer-Liedes „Wor hör ek t‘hüß“, und das anschließende Feuerwerk durften natürlich auch nicht fehlen. Und am Ende hieß es wieder: St. Martin aber ritt in Eil` hinweg mit seinem Mantelteil – bis zum nächsten Jahr. Hoffentlich wieder bei Traumwetter.

https://www.kevelaerer-blatt.de/st-martinszug-in-kevelaer-2019/

Von der Halloweenparty bis zum Bullenball

Ab dem 31. Oktober bietet das neu gestaltete Festzelt in der kleinen Bauernschaft zwischen Kevelaer und Weeze über drei Wochenenden wieder jede Menge Veranstaltungshighlights.

Zum Auftakt gibt es bereits zum zweiten Mal am Donnerstag, 31. Oktober, ab 20 Uhr eine Halloween Party unter dem Titel „Blood´n´Bass“. Die DJs Brooklyn Bounce, DJ Quicksilver, Aquagen und Da Hool werden für den passenden Beat an diesem Abend sorgen.

Zu Ehren des Königs der St. Hubertusgilde Keylaer steigt am Freitag, 1. November, um 19.30 Uhr der große Königsball im Festzelt. Mit packender Tanzmusik von der Band „Two-For-You“ ist jeder herzlich eingeladen, dieses Ereignis im Festzelt gebührend mitzufeiern. Der Eintritt ist an diesem Abend frei.

Nach diesen Auftaktveranstaltung folgen eine ganze Reihe von Veranstaltungshighlights, die vom 31. Oktober bis zum 16. November im Hubertus-Festzelt auf Keylaer geboten werden.

So startet als großes Highlight am Samstag, 2. November, um 20.30 Uhr die Popschlagernacht mit Live-Diskofox-Music von Helene Fischer Double Viktoria, Andreas Gabalier Double Kevin sowie DJ Ötzi Double Uwe Engel. Für die Moderation des Abends steht DJ Herby bereit.

Der Sonntag, 3. November, steht ganz im Zeichen der Familie: Ab 11 Uhr werden im Festzelt eine große Indoor-Kirmes für Groß und Klein, ein Kindertrödelmarkt, ein Frühschoppen sowie Kaffee und Kuchen bei freiem Eintritt angeboten. Am Montag, 4. November, feiert die St. Hubertusgilde ihr traditionelles Patronatsfest. Zum großen Dämmerschoppen ab 19 Uhr sind alle Gäste herzlich eingeladen.

Der legendäre Bullenball steht am Samstag, 9. November, ab 20.30 Uhr auf dem Programm. Die Top-Band Q5-NewStyle aus den Niederlanden wird im Zelt für die richtige Stimmung sorgen. Den Abschluss der Festveranstaltungen bildet die 80er-90er Party am Samstag, 16. November, um 20.30 Uhr mit der Band „Sup-X“.

Sämtliche Details zu den Veranstaltungen sowie Informationen zum Kartenvorverkauf unter www.hubertuskirmes.de

Abschied und Neubeginn

Der Bruderschaft „Consolatrix afflictorum“ steht eine grundlegende Zäsur bevor. Denn die vier „weltlichen“ Mitglieder des Vorstandes (Erich Rothoff, Hans Gerd op de Hipt, Wolfgang Pelludat und Josef Moeselagen) werden von ihren Ämtern zurücktreten.
Bei dem Hochmeister Erich Rotthoff und seinem Stellvertreter Josef Moeselagen ist die Sachlage eindeutig. „Wir können nicht mehr wiedergewählt werden, da wir nach kirchlichem Recht einmal sechs Jahre gewählt werden und einmal wiedergewählt werden können“, erläuterte der 78-jährige Rotthoff. Er hatte das Hochmeisteramt 2007 von Hubert Hugenberg übernommen.
Platz für Jüngere
Hans Gerd op de Hipt (Kassierer) und Wolfgang Pelludat (Schriftführer) könnten in ihren Ämtern regelmäßig wiedergewählt werden. Op de Hipt, der mittlerweile seit 18 Jahren im Vorstand tätig ist, möchte aber gerne jüngeren Mitgliedern Platz machen.
„Man muss auch mal gehen können“, sagt der 74-Jährige. Er bleibe ja Mitglied der Bruderschaft. „Für mich ist das Dienst am Menschen – wenn man dem Menschen dient, dient man dem lieben Gott.“
Auch Wolfgang Pelludat hört nach neun Jahren „aus persönlichen Gründen“ auf. Beruflich sei er ausreichend eingespannt. „Und es sollte auch mal ein Wechsel im Stil des Schriftführers stattfinden.“ Der Rückzug der anderen drei war für ihn der Anstoß, um dann gemeinsam mit ihnen einen konsequenten Schnitt zu machen.
Bei der Rückschau auf die vergangenen zwölf Jahre fielen Rott­hoff eine Reihe von „herausragenden Ereignissen“ ein, an deren Organisation und Durchführung er maßgeblich mit beteiligt war. „Das Basilika-Jubiläum, das war toll. Die Sternwallfahrt zum Basilika-Jubiläum haben wir vorbereitet, die Marientracht.“ Dazu kam dann noch „die erste und zweite nordwestdeutsche Ministranten- Wallfahrt.“
Neuwahl am Freitag
Am Freitag, 22. Februar, um 20 Uhr kommt die Bruderschaft im Priesterhaus wieder zusammen, um einen neuen Vorstand aus ihrem Kreis wieder zu bestimmen. „Ich hab das gerne und mit viel Leidenschaft gemacht – aber jetzt ist Schluss“, sagt Rotthoff. Wichtig sei, dass die Neuen sich auf ihre Art einbringen.
„Die Bruderschaft ist kein Selbstläufer“, meint Wolfgang Pelludat. „Man muss sich immer neu orientieren, wie die Zeit sich auch ändert. Und es bedarf der Mitglieder, die aktiv dahinterstehen“ und über die gewisse Marienfrömmigkeit verfügten.
Ein wichtiges Bindeglied
Innerhalb der Bruderschaft seien bereits Gespräche geführt worden, um die geeigneten Nachfolger zu finden. „Wenn der weiße Rauch rausgeht oder die Glocken läuten, haben wir einen neuen Hochmeister“, scherzten die vier.
Für die Pilger seien die Brudermeister ein wichtiges Bindeglied, sind sich alle einig – allein schon durch die Besonderheit eines ‚täglichen Marienlobs in der Kerzenkapelle ab 18 Uhr. Dazu kommen die diversen Prozessionen, die die Bruderschaft durchführt – die Fronleichnams- und Allerseelenprozession, Kevelaer nach Kevelaer oder die Prozessionen nach Walbeck, Boxmeer und Kranenburg.
Die Bruderschaft
Die „Consolatrix Afflictorum“ ist eine Bruderschaft des kirchlichen Rechts. Die Gemeinschaft der Brudermeister wurde bereits 1757 bezeugt. 1976 bat die Brudermeister-Vereinigung den Bischof von Münster um die Umgründung der Gemeinschaft in eine „Bruderschaft der Consolatrix“.
Daraus wurde dann 1978 unter dem Münsteraner Bischof Heinrich Tenhumberg die Gemeinschaft „Confraternitas Beatae Mariae Virginis sub titulo Consolatrix affflictorum in Kevelaer“.
Aktuell umfast die „Consolatrix afflictorum“ 45 Mitglieder, davon 31 aktive. Sie wird gebildet von religiös gesinnten, in der Regel verheirateten, in Kevelaer wohnenden katholischen Männern.
Zu dem Vorstand der Bruderschaft gehören auch der Pastor von St. Marien und Wallfahrtsrektor als Regens und der Pfarrer der St. Antonius-Kirche als sein Stellvertreter.