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Kleine Künstler*innen allein zu Haus?

Im Februar sind kunstbegeisterte Schüler*innen jeden Alters eingeladen, ihre Werke im KUK-Atelier in Kevelaer auszustellen. „Ganz viel Kreativität und künstlerische Schaffenskraft steckt in jedem von uns, ganz besonders auch in Kindern und Jugendlichen“, da ist sich Raphaele Feldbrügge sicher. 

Die Fotografin spricht aus Erfahrung, sie hat bereits viel und oft kreativ mit Kindern gearbeitet. Ein Beispiel ist die phantasievolle Fabrik „Kubin“ aus allerlei Pappe, Kleister und Farbe, die ihre Enkelkinder im letzten Sommer schufen. 

Auch die Künstlerin Tatjana van Went kann das nur bestätigen: „Für Kinder und junge Menschen ist es sehr wertvoll, künstlerisch tätig zu sein, der eigenen Phantasie freien Lauf zu lassen. Es hilft ihnen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln und sich frei zu entfalten. Ich finde es immer wieder großartig zu sehen, was dabei entsteht!“ 

Gedanken, Ideen, Ängste, Hoffnungen, Sehnsüchte und Erwartungen

Die Idee, die hinter dem Projekt steht, klingt so: „Gerade in diesen Tagen, in denen wir viel Zeit alleine zu Hause verbringen, bietet es sich an, die eigenen Gedanken, Ideen, Ängste, Hoffnungen, Sehnsüchte und Erwartungen auf künstlerische Weise zu verarbeiten und darzustellen. Das geht auch mit einfachsten Mitteln zu Hause: Bleistift und Papier, Wasserfarben, Buntstifte, Wachsstifte, Klopapierrollen, Kleister… Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ein Gedicht, ein Gemälde, ein Comic, eine Skulptur, eine Zeichnung, eine Fotografie, ein kurzer Text – es gibt so viele Formen, sich künstlerisch auszudrücken.“ 

„Wir sind schon jetzt gespannt, was uns erwartet, und lassen uns überraschen, welche Themen die jungen Menschen in ihren Werken aufgreifen und verarbeiten,“ freut sich die „wirKsam“-Vorsitzende Anne van Rennings auf die Kunstwerke. Die Aktiven von „wirKsam e.V.“ sind sich ganz sicher, dass besonders innerhalb des vergangenen Jahres viele junge Menschen künstlerisch tätig waren und so schon ganz erstaunliche Werke entstanden sind, die es wert sind gezeigt und gesehen zu werden. Vielleicht ist diese Einladung aber auch der Anstoß, die eigenen Ideen endlich in die Tat umzusetzen. „Gestaltend tätig zu sein, ist eine wunderbare Möglichkeit sich auszudrücken und die eigenen Gedanken zu verarbeiten. Es ist wertvoll, wenn junge Menschen das für sich entdecken,“ wünschen sich die „wirKsam“-Aktiven.

Wie kann ich mitmachen?

Und so einfach ist es dabei zu sein: Eigenes Kunstwerk fertigstellen, Teilnahme-Formular auf www.wirksam-ev.de ausdrucken und ausfüllen, zu den im Internet angegebenen Zeiten das Kunstwerk und das Formular im KUK-Atelier abgeben – an der Tür, mit Maske und Abstand.

Raphaele Feldbrügge und Anne van Rennings stellen dann aus allen eingereichten Werken eine Ausstellung zusammen, die wunderbar durch die großen Schaufenster angesehen werden kann und voraussichtlich bis Ende Februar zu sehen sein wird. Anschließend können die jungen Künstler*innen ihr Werke wieder abholen.

Die Aktiven von „wirKsam e.V.“ hoffen, das KUK-Atelier im Jahr 2021 erhalten zu können, auch wenn aktuell dort keine Workshops, Konzerte und Kleinkunstabende stattfinden können. Für den Erhalt des KUK-Ateliers, zur Unterstützung der Landpartie am Niederrhein und für seine freie Kulturarbeit in Kevelaer freut sich der Verein über weitere Fördermitglieder und natürlich auch über einmalige Spenden. Der Jahresbericht 2020 ist auf der Homepage abrufbar. Alle Infos zum Ausstellungsprojekt, zum Verein und seinen Aktivitäten gibt es unter: www.wirksam-ev.de.

„In Bewegung“ trotz Lockdown

„Es war schon irgendwie komisch, dass wir mitten in der Ausstellungsplanung zum Thema „In Bewegung“ Anfang des Jahres, so abrupt stoppen mussten“, erinnert sich Eva-Maria Zacharias an den Lockdown im März.

Seit gut vier Jahren stellt sie regelmäßig Werke wechselnder Künstler in Form von Bildern, Skulpturen oder Texten in ihrer Galerie „wort.werk“ aus. Im schmalen Schaufenster an der Busmannstraße 28 erhalten Besucher*innen bereits einen kleinen Eindruck von den Exponaten. Im Innern des länglichen Raums sind weitere unterschiedliche Kunstwerke ausgestellt.

Zurzeit präsentieren Gabriele Hesse aus Geldern und Heinz Geilen aus Kevelaer ihre Arbeiten. „Beide passen wunderbar zusammen: Einmal wird die Dynamik auf einer Fläche und einmal in einer Form sichtbar“. erklärt Zacharias. „Ganz ohne technischen Antrieb entsteht die Bewegung sozusagen im Auge des Betrachters.“

Gabriele Hesse hat in ihrem Beruf als Architektin das handwerkliche Arbeiten mit Tusche erlernt. Zeichnerisch war sie zuständig für Planung, Gestaltung und Einrichtung von Gebäuden. Mit gezielten Strichen – Schwarz auf Weiß – entstanden unterschiedliche Entwürfe für meist feste und unbewegliche Objekte. Auf den ersten Blick erscheinen auch ihre in Kevelaer ausgestellten Bilder unbeweglich. Doch bei näherer Betrachtung braucht man nicht lange und bald hat man das Gefühl, die schwarzen Linien würden sich leicht berühren – vielleicht sogar tanzen.

Während ihres künstlerischen Schaffens hat sich Gabriele Hesse intensiv mit fernöstlicher Kalligraphie beschäftigt und arbeitet sowohl mit Tusche als auch mit Pinsel. „Mir macht es Freude, durch das Spiel mit dem Pinsel Bewegung zu erzeugen“. Während ihres Berufslebens waren die Formen vorgegeben. Nun ist sie frei in der Gestaltung. „Jedes Bild ist eine Herausforderung und ein neuer Anreiz, ich weiß vorher nie, wie es wird“, sagt sie und deutet auf ihre ausgestellten Zeichnungen an der Wand.

Obwohl alle Schwarz-Weiß und aufeinander abgestimmt sind, ist keins wie das andere und jedes einzelne erzeugt eine unterschiedliche Wirkung beim Betrachten.

„Die Dynamik entsteht im Kopf“ sagt Zacharias. Auch die Skulpturen von Heinz Geilen wirken auf den ersten Blick recht fest. „Zu den Malerarbeiten von Gabriele Hesse sind sie eine optimale Ergänzung.“ Die unterschiedlichen Figuren des Kevelaerer Künstlers können von allen Seiten betrachtet werden.

Jeder Blickwinkel zeigt eine andere Facette und mit handwerklicher Präzision erzeugt er eine spielerische Leichtigkeit sowie Rotation. Was anfangs hart wie Metall scheint, wirkt später leicht und lebendig. „Wie er es schafft, das Holz so schwungvoll zu formen, hat er wohl noch nicht verraten“ sagt Zacharias mit einem kleinen Schmunzeln.

Am Samstag, 12. Dezember, wird Heinz Geilen die Ausstellung begleiten und vielleicht das Geheimnis lüften. Aufgrund der Pandemievorschriften sind beide Künstler abwechselnd vor Ort. Gelegenheit zum Staunen und Stöbern ist zu den bekannten Öffnungszeiten, mittwochs und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 13 bis 15 Uhr als auch nach Absprache mit der Galeristin jederzeit möglich.

Schaufenster zur Kunst erlebbar

Im KUK-Atelier Kevelaer ist zurzeit die Gemeinschaftsausstellung „Kunstlokal“ zu sehen und erlebbar – nicht nur virtuell. Das „wirKsam“-Vereinslokal bietet Künstlern aus Kevelaer und Umgebung die Ausstellung ihrer Werke. Trotz der Pandemie gab es zu der aktuellen Ausstellung eine Vernissage. Das KB hat reingeschaut.

Es ist keine Vernissage, wie man sie sonst erlebt. Der Live-stream beginnt etwas später. Das ist dann schon wieder tatsächlich live, als sei man als Besucher dort in der Location vor Ort. Das Schaufenster vom KUK-Atelier ist hell erleuchtet und lässt einige der Kunstwerke sehen und entdecken. Im Hintergrund klingen die Glocken der Basilika. Das Ladenlokal befindet sich direkt neben der Basilika.

Und dann geht es auch schon los. Daniel Wouters, Künstler und einer der Organisatoren des Kunst- und Kreativnetzwerks, begrüßt die virtuellen Gäste und heißt sie herzlich willkommen. „Dies ist der erste Livestream aus dem KUK-Atelier Kevelaer, dem wirKsam-Vereinslokal“, sagt er. Anlass sei die Vernissage zur Ausstellung „Kunstlokal“, die den ganzen Dezember zu sehen sein wird. Weiter informiert Wouten, dass die lokalen Künster*innen mit ihren Werken in Dia Shows vorgestellt werden.

Er wünscht gute Unterhaltung, und dann sieht man die Kunstwerke in einer bunten Vielfalt, was augenblicklich neugierig macht. Wouters untermalt virtuos die gezeigten Bilder und Kunstwerke mit einem reichen Klangspektrum, das er seiner Gitarre entlockt. Das passt.

Felder, Löwenzahn, Tautropfen auf den Fotografien von Raphaele Feldbrügge eröffnen die Sequenzen der Dia-Show. Die Tropfen scheinen gleich herunterzurinnen. Wüsste man nicht, dass der verblühte Löwenzahn nur auf einem Foto zu sehen ist, wollte man gleich mal pusten und die Samen fliegen lassen. Bäume kommen ins Bild.

Figuren laufen los

Auch die Figuren, Plastiken, Werke von Marloes Lammerts scheinen zu leben. Wenn man es nicht besser wüsste, liefen sie gleich los zu den Klängen der Gitarre von Wouters. Und weiter geht es mit Unterwasserwelten, Sonnenuntergängen und einigen anderen Darstellungen, die Gabriele Schwarz-Lamche auf Leinwand gebracht hat. Auch Maris Hoffmann zeigt bunte filigrane Bildwerke.

Janes de Mür verbindet Holz mit Licht. Die Werke möchte man dort sehen in dem Atelier KUK, denn schon am Bildschirm kommen sie kraftvoll rüber in ihrer Wirkung. Das macht Lust auf mehr. Technisch versiert und melodisch baut Wouters mit seinen improvisierten Klängen immer wieder neue Spannung auf und hält sie.

Mosaiken in Bildern und Skulpturen von Brigitte Trampe, die auf dem Bildschirm erscheinen, wären vor Ort vielleicht noch schöner, als sie hier begeistern. Und das ist bei den Schmuckstücken nicht anders, die Rita Skodek aus den verschiedensten Materialien und Rohstoffen erstellte und hier zeigt. Aksl Theyhsen entführt die Zuschauer*innen auf Wegen durch die Natur mit seinen Bildern. Die Natur hat er mit ungewöhnlichen Farben eingefangen.

Dieser Livestream gab einen ersten guten Eindruck. Er ersetzte keine Vernissage, aber dieser Stream macht neugierig. Im Livechat sah man erste Reaktionen: „tolle Objekte“, „nice feeling“. Mit den zurzeit geltenden Hygienebedingungen ist es möglich, die vielen Kunstwerke tatsächlich live und in Farbe zu erleben.

Drei Kunstinteressierte dürfen gleichzeitig in die Räume am Johannes-Stalenus-Platz 8, um die vielen verschiedenen Kunstwerke auf sich wirken zu lassen. Die Öffnungszeiten werden im Internet wöchentlich aktualisiert auf www.wirksam-ev.de/de.

„wort.werk“-Galerie „in Bewegung“

Und sie bewegt sich doch – die Welt und mit ihr die Kunst – wenn auch jenseits der vertrauten Bahnen. Wie ein Kontrapunkt zur unfreiwilligen Entschleunigung des öffentlichen Lebens im Zeichen der Corona-Pandemie erscheint der Titel einer Ausstellung mit Tuschezeichnungen von Gabriele Hesse und Skulpturen von Heinz Geilen, die vom kommenden Samstag, 5. Dezember 2020, an bis Ende Januar 2021 in der wort.werk-Galerie in Kevelaer zu sehen sein wird: „in Bewegung“.

Sie zeigt Arbeiten, die das Motiv auf unterschiedliche Weise visualisieren, ganz ohne technischen Antrieb aller Art. Die Dynamik entsteht sozusagen im Auge des Betrachters. Gabriele Hesse hat Architektur studiert und sich in ihrem langjährigen künstlerischen Schaffen intensiv mit fernöstlicher Kalligraphie beschäftigt. In ihren Tuschezeichnungen „tanzt“ Schwarz auf Weiß. „Energie darzustellen mit einfachsten Mitteln, das ist ihre Kunst“, so Michael Mann.

Spielerische Leichtigkeit und handwerkliche Präzision

Tuschezeichnung von Gabriele Hesse.

Holz ist das Material, das Heinz Geilen in mitunter fast schwerelos anmutenden Formen zum Schwingen bringt. Die Leidenschaft für diesen Werkstoff hat er früh entdeckt und schon mit 20 eine eigene Manufaktur gegründet. In seinen Skulpturen verbindet sich spielerische Leichtigkeit mit handwerklicher Präzision.

Eröffnet wird die ursprünglich schon im März, vor dem ersten Lockdown, geplante Ausstellung nun ausnahmsweise ohne Vernissage am 5. Dezember im Zeitraum von 13 bis 15 Uhr. Die Beschränkung des Zugangs auf derzeit nicht mehr als sechs Besucher*innen in der Galerie an der Busmannstraße 28 bietet zugleich aber auch die Chance einer besonders intensiven Begegnung mit den Bildern und Skulpturen. Individuelle Besuchstermine können über die festen Öffnungszeiten hinaus vereinbart werden.

Museum zeigt die Kunst des Aquarells

Die Freude über die aktuelle Ausstellung „Das Aquarell“ im Niederrheinischen Museum Kevelaer war den Beteiligten wenige Tage vor der Eröffnung anzusehen. „Wir haben eigentlich sofort ‚ja‘ gesagt, als Herr Wans gefragt hat, ob die Ausstellung in unserem Hause stattfinden kann“, waren die Worte der Museumsleiterin Veronika Hebben. Rund 90 Aquarelle werden im Rahmen der siebten Jahresausstellung der Deutschen Aquarell Gesellschaft (DAG) präsentiert, zu dessen Mitgliedern der Kevelaerer Künstler Paul Wans gehört. „Die größte Aquarellausstellung Deutschlands“: diesen Titel darf sich das Museum damit auf die Fahne schreiben. Eintönig dürfte es bei der Betrachtung der Werke trotz der großen Anzahl sicherlich nicht werden: Es gab keinerlei thematische Vorgaben für die Künstler. Von Architektur über Abstraktion bis hin zum Stillleben und der Tierwelt zeigt sich die alte Kunst des Aquarells in ihrer Fülle.

Für die Ausstellung wurde eine freie Hängung gewählt.

Bereits vor Tausenden von Jahren haben Menschen Farbpigmente mit Wasser angerührt, im Laufe des 19. Jahrhunderts schließlich kam die Technik zu immer größerem Ansehen. Ganz so alt sind die Werke in der Kevelaerer Ausstellung allerdings nicht. Sie sind alle in den vergangenen ein bis zwei Jahren entstanden. Auch aktuellere Arbeiten finden sich wieder – so unter anderem von Ingrid Lindner, die die Corona-Pandemie thematisiert. Eine Jury hatte vorab entschieden, welche Werke es in die Ausstellung schaffen. Mit Paul Wans‘ „Westphalian Family“ ist auch Kevelaerer Kunst zu sehen.

Eine Besonderheit der aktuellen Ausstellung: Der Künstler, dessen Werk vom Publikum mittels Stimmabgabe am besten bewertet wird, erhält erstmals ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Die Besucher können während der Ausstellungsdauer über den Publikumspreis abstimmen. Der zweite und dritte Platz erhält Sachpreise. Gekürt werden die Gewinner des Publikumspreises zum Abschluss am Sonntag, 22. November – zu Beginn der geplanten Finissage um 15 Uhr im Niederrheinischen Museum (weitere Termine zur Ausstellung finden Sie rechts im grünen Kasten).

Hängung spiegelt Vielfalt

Denjenigen, die nach der Eröffnung am vergangenen Wochenende bereits einen Gang durch die Ausstellung unternehmen konnten, wird eines aufgefallen sein: Geradlinig ist anders. „Wir haben in der Hängung bewusst die Vielfalt der Motive darstellen wollen“, erklärt Veronika Hebben. Man habe sich bewusst für eine sogenannte „freie Hängung“ entschieden, um den Kontrast der Werke und zugleich den Gruppeneffekt hervorzuheben. Denn trotz der zahlreichen Einzelwerke seien alle im Stil vereint. Auch Paul Wans als erfahrener Künstler zeigte sich begeistert vom Ergebnis.

Da es sich bei der Ausstellung nicht um eine herkömmliche Verkaufsausstellung handelt, können Besucher, die an einem der Werke interessiert sind, den Kontakt zum Künstler lediglich über die DAG herstellen. Bei Fragen helfen die Verantwortlichen des Museums gerne weiter.

Termine zur Ausstellung

Samstag, 24. Oktober, 15 Uhr: Öffentliche Führung (ohne Anmeldung; 5 Euro pro Person)

Freitag, 6. November, 17 Uhr: An einigen seiner Aquarelle erläutert Paul Wans mit kurzen handwerklichen Demonstrationen die unterschiedlichen Techniken des Aquarells und geht dabei auf die wichtigsten Malutensilien ein (mit Anmeldung; 5 Euro pro Person).

Samstag, 7. November, 12 bis 17 Uhr: Workshop zum Einstieg in die Aquarellmalerei. Unter künstlerischer Anleitung können die Teilnehmenden die Aquarell-Technik für sich ausprobieren und sich von den unterschiedlichen Möglichkeiten sowie individuellen Ergebnissen überraschen lassen (mit Anmeldung; ab 14 Jahren; 25 Euro pro Person).

Donnerstag, 19. November, 15 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit anschließendem Austausch bei Kaffee und Kuchen (mit Anmeldung; 7,50 Euro pro Person)

Sonntag, 22. November, 15 Uhr: Die Gewinner des Publikumspreises werden bekanntgegeben. Außerdem wird die Künstlerin Barbara Hirsekorn  zum Abschluss der Ausstellung eine Malvorführung live präsentieren. Die Zuschauer können miterleben und auf einer Großleinwand per Direktübertragung verfolgen, wie die Künstlerin ein Aquarell entstehen lässt. Dabei wird sie die Arbeitsprozesse erläutern (mit Anmeldung; 5 Euro pro Person).

Das Aquarell fordert künstlerisches Können

Vom 18. Oktober bis 22. November zeigt das Niederrheinische Museum in Kevelaer die Ausstellung „Das Aquarell“. Es handelt sich dabei um eine Jahresausstellung der Deutschen Aquarell Gesellschaft.

Schon vor Tausenden von Jahren haben Menschen Farbpigmente mit Wasser angerührt, so die antiken Griechen, die alten Ägypter und sogar die Höhlenbewohner im französischen Lascaux. Die mittelalterlichen Miniaturen der Buchmalerei verkünden bereits den Ursprung des modernen Aquarells. Sogar eines der berühmtesten Werke der Kunstgeschichte ist ein Aquarell: Der Feldhase aus dem Jahre 1502 von Albrecht Dürer ist eines von etwa 100 Ausführungen in dieser Technik des alten Meisters. Dennoch dauerte es bis ins 19. Jahrhundert hinein, bis das meist für Skizzen und Studien verwendete Aquarell die ihm gebührende Anerkennung fand.

Das Aquarell zeugt im Vergleich zu einem Ölgemälde von Freiheit, Spontanität und Emotionen durch seine schnellere, intuitive Entstehung, die technisch nur selten Fehler verzeiht und dadurch das ganze künstlerische Können seines Urhebers fordert. Gerade in seiner Verbindung von Zeichnung und Malerei lässt es sich in jedem Genre und in jedem Stil anwenden. Ob realistisch oder expressiv, ob gegenständlich oder abstrakt, ob romantisch oder dramatisch, ob transparent oder voller tiefer gesättigter Farben – durch diesen Facettenreichtum erreicht es eine ungemeine Faszination.

Die Deutsche Aquarellgesellschaft DAG (auch German Watercolour Society e.V.) hat sich dieser Faszination verschrieben. 2012 gegründet, ist sie ein Zusammenschluss von mittlerweile über 300 Mitgliedern, der zwischen professionellen Künstlern und Aquarellanfängern keinen Unterschied macht. Die Gesellschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, das Verständnis für das Aquarell zu erweitern, die Verbundenheit seiner Mitglieder zu unterstützen, als Plattform zu dienen, den Kunstsinn zu pflegen und freischaffende Künstler zu fördern. Jährlich zeigt sie an diversen Orten die künstlerischen Ergebnisse ihrer sich einer besonderen Technik widmenden Mitglieder in einer jurierten Ausstellung.
So präsentiert das Niederrheinische Museum ab dem 18. Oktober 2020 die 7. Jahresausstellung der DAG (GWS) mit rund 90 Aquarellen in den unterschiedlichsten Motiven von rund 90 Künstlerinnen und Künstlern. Damit ist sie die größte Aquarellausstellung Deutschlands. Die Vielfalt der unterschiedlichen Aquarelltechniken gepaart mit den individuellen Umsetzungsmöglichkeiten aktueller Bildinhalte wird dabei im Mittelpunkt stehen.

Kunsthandwerk in der Natur erleben

Nicht nur zahlreiche Künstler, sondern auch das Ordnungsamt war an diesem Morgen am Hungerwolfsweg erschienen, um eine Abnahme der „LandArt 2020“ vorzunehmen. „Das, was wir uns erhofft haben, reicht aus“, zeigte sich Judith Schelbergen als langjährige Organisatorin der Veranstaltung froh, dass die Vorsorgemaßnahmen, die sie angesichts von Covid-19 treffen möchte, auf das Wohlwollen der Behörden treffen. Somit darf ein Juwel der Kunstausstellungen am Niederrhein gerade in diesen Zeiten seine Pforten zwischen dem 28. und 30. August öffnen. „Ich bin sehr erleichtert, dass es überhaupt geht“, meinte die 46-jährige Künstlerin.

Die Vorbereitung mit der Einladung der Künstler begann schon im November letzten Jahres. „Als es losging mit Corona, da kamen schon erste Zweifel.“ Man habe sich im Vorfeld sehr viele Gedanken gemacht, wie die Veranstaltung unter den aktuellen Bedingungen vonstattengehen kann. „Wir machen wie jedes Jahr die Verlosung. Da bekommt jeder Besucher ein Kärtchen, auf dem er seine Daten mit Uhrzeit einträgt. Das reicht dann für die Nachverfolgung aus.“ Außerdem werden an diversen Stellen – am Eingang, an den Toiletten und nahe dem kulinarischen Angebot mit Wein, Flammkuchen und Grillstand – Desinfektionsspender aufgestellt. „Es wird an den Ständen kein Bargeld gezahlt  – es gibt Taler zu kaufen. Dann haben die Leute mit Geld nix zu tun.“

Um Müllberge zu vermeiden und der Getränke-Hygiene zu genügen, hat Schelbergen extra 1000 „LandArt“-Becher drucken lassen. „Die Stände kann man so platzieren, wie wir das immer machen.“ Da herrsche auf dem weitläufigen Grundstück genügend Platz.  Und beim Einhalten des Abstandes setzt sie auf die Vernunft und Eigenverantwortlichkeit der Gäste. „Da kann ich nicht permanent hinterher sein.“ Schelbergen hofft jetzt, „dass es nicht kurz vor knapp wegen Corona doch nichts wird“, wenn doch noch erneut Einschränkungen aufgrund der steigenden Infektionszahlen kommen sollten.

Sieben „Neue“ sind dabei

Insgesamt 30 Künstler und Künstlerinnen der Region zeigen ihre Objekte. Die Palette reicht von der Goldschmiedekunst, Blumen, Winzermöbel, Holzkunst, Metallobjekten und Steinmetzarbeiten bis hin zu Bildern und Skulpturen. „Mir war es wie immer wichtig, dass verschiedene Kunstrichtungen dargestellt werden – und auch ein paar neue Künstler gezeigt werden“, beschreibt sie den Ansatz der Künstlerauswahl. Insgesamt sieben „Neue“ werden auf dem Gelände zu sehen sein.

Auch bei den Künstlern herrscht Vorfreude. „Wir sind sehr erleichtert, weil die Kunden auch schon fragen“, meinte der Issumer Goldschmied Norbert Vitten, der mit seiner Tochter Annika dabei ist. „Alle anderen Märkte sind ja abgesagt worden.“ Ähnlich geht es der Kapellenerin Christine Pollmann, die bei ihrer Premiere Keramikskulpturen zeigt. „Die Welt ist ja stehengeblieben – auch für uns Künstler“, meint sie, obwohl sie in der Zeit „unheimlich viel geschafft“ habe. Der Reeser Michael Sting zeigt wieder seine „Mikrokosmen“ – alte Bäume auf Lavagestein aufgesetzt auf einen Stahl- oder Edelstahlständer.

Mit Herzblut dabei

„Für mich ist das jedes Mal ein Höhepunkt des Jahres“, sagt der Baerler Gartenkünstler Kurt Schlüter. Er setzt altes Werkzeug neu in Szene, ist zum sechsten Mal dabei. Was ihn begeistert? „Das Ambiente und die Frau Schelbergen, die sich hier mit Herzblut reinkniet. Mit den Kollegen kann man sich gut austauschen, es gibt kein Konkurrenzdenken und jeder gönnt dem anderen den Erfolg.“

Floristin Barbara Brings aus Geldern ist erstmals mit von der Partie und hofft auf „gute Geschäfte und gutes Wetter“. Betonkünstlerin Marion Schlabbers aus Veert betonte den Stellenwert, mit der eigenen Kunst „präsent zu sein und die Ideen, die man hat, präsentieren zu können.“ Und die Xantener Keramikerin Barbara Lemmen-Klotz sieht nicht nur den Bedarf der Künstler, nach außen zu treten. „Man merkt auch bei den Leuten, dass sie rauswollen.“

Museum sucht „Lego®“-Konstrukteure

Seit dem 16. März ist das Niederrheinische Museum für Besucher geschlossen. Wenn die Mitarbeiter durch die Gänge und Ausstellungsräume laufen, dann ist es recht dunkel und leer. Ein komisches Gefühl, wenn sonst Einzelbesucher und Gruppen anzutreffen sind. Dem Museum geht es da natürlich nicht anders als anderen kulturellen Einrichtungen.

Doch es ist nicht ganz so still im Museum. In der Verwaltung wird weitergearbeitet und auch im technischen Bereich gibt es viel zu tun, denn eine neue Ausstellung entsteht.
„kleine steine – GROSSE IDEEN“ würde eigentlich im Mai eröffnet werden, ob der Termin eingehalten werden kann, ist noch offen. Aber für die Möglichkeit, dass das Museum wieder öffnen darf, wird alles vorbereitet.

Aufgrund der aktuellen Lage hat sich eine Aktion zur Ausstellung entwickelt und da benötigt das Museum die Hilfe und Unterstützung aller Kinder, die gerne mit „Lego®“ spielen, denn in der kommenden Ausstellung dreht sich alles um die kleinen und großen bunten Noppensteine.

„Wir möchten alle Kinder und Junggebliebenen dazu aufrufen, uns ein Foto ihres gebauten Legoprojektes zu schicken, das sie in der Zeit, in der sie zu Hause bleiben mussten, gebaut haben oder noch bauen werden. Das darf etwas Kleines, aber natürlich auch etwas Großes sein. Wer mag darf sich auch gerne mit abbilden. Schickt uns gerne was ihr zum Thema habt und werdet unter dem Motto „Zu Hause im Museum“ in den Ausstellungsbereich integriert“, schreiben die Ausstellungsmacher in einem Aufruf.

Bilder können per Mail an info@niederrheinisches-museum-kevelaer.de geschickt werden.

Hinter jeder Skizze steckt auch eine Geschichte

Anhand einer Skizze des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela, die dieser 2002 als Zeichnung seiner Gefängniszelle anfertigte und welche nun sehr wertvoll ist, stellte Paul Wans die große Bedeutung einer einfachen Skizze dar.

„Eine Skizze ist nicht nur ein Entwurf. Hinter jeder Skizze steht auch eine Geschichte.“
30 Schülerinnen und Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums Kevelaer freuten sich mit ihren Eltern und dem Leiter der Kunst AG Paul Wans über die offizielle Eröffnung ihrer Ausstellung in den Kevelaerer Räumen der Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze.

Neben den geladenen Gästen aus Politik und Gesellschaft, waren auch ehemalige Kunst AG Teilnehmer/innen sowie Freunde und Förderer der Einladung gerne gefolgt und sehr beeindruckt von den tollen Exponaten.

Diese Ausstellung findet anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Kevelaerer Gymnasiums statt. Auch das Gymnasium hat eine Geschichte, die Herr Karl Hagedorn, Schulleiter des Gymnasiums, dem Publikum näherbrachte. Am 12. März 1960 erhielten vor genau 60 Jahren die ersten Kevelaerer Abiturienten ihre Auszeichnung.

„Wir möchten mithilfe der Ausstellung die Schule in die Innenstadt bringen“, so Paul Wans, der sich bei allen Interessenten und Unterstützern bedankte, besonders bei der Sparkasse, die ihre Räumlichkeiten gerne zur Verfügung stellt.

„Wenn man bedenkt, dass die Jungs und Mädels den gepolsterten Bürostuhl vor dem PC gegen einen unbequemen Hocker austauschten und sich mit viel Ausdauer in der Öffentlichkeit hinsetzten, um stundenlang zu zeichnen, habe ich großen Respekt, aber besonders auch deshalb, weil die Werke sehr eindrucksstark sind. Sie sind von Schülerinnen und Schülern gefertigt, nicht von Studenten!“, sagte ine aus Köln angereiste Besucherin.

Alle Skizzen sind in einem Katalog zu sehen sowie einige Fotos, die die Schüler/innen bei ihrer Arbeit in den Städten und Museen zeigen.

Neben den beeindruckenden Werken an der Wand gab es an diesem Abend auch besondere Kunstwerke aus den heimischen Küchen der Schülerinnen und Schüler, die neben leckeren Getränken zum Abschluss der gelungenen Eröffnung gereicht wurden.

Kunst-AG stellt in der Sparkasse aus

Als Auftakt der Veranstaltungsreihe zum „Jubiläum 60 Jahre Kardinal-von-Galen-Gymnasium Kevelaer“ (das KB berichtete) präsentiert das Gymnasium in Kooperation mit der Sparkasse Goch-Kevelaer-Weeze in der Sparkassenfiliale in Kevelaer an der Busmannstraße eine Ausstellung.

Diese zeigt eine Auswahl von Arbeitsergebnissen der Kunst AG, die in den Jahren 2018 und 2019 zu den Themen „Car Design“ und „Urban Sketching“ entstanden sind. Die Zeichnungen und Aquarelle wurden während des schulischen Unterrichts oder im Rahmen von Fachexkursionen nach Stuttgart und München von den Schülerinnen und Schülern der Kunst AG angefertigt.

Über 70 Aquarelle und Zeichnungen werden auf der Galerieempore der Sparkasse zu sehen sein. An der Ausstellung sind insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler beteiligt. Für sie stellten Johanna Putzek (17) und Athena Riegel (18) ihre Arbeitsweise und die Entstehungsgeschichte der Werke vor. Zum Thema Car Design hatten sie sich beispielsweise zuvor Vorlagen professioneller Designer angesehen und sich Gedanken gemacht, wie Deails und Perspektiven dargestellt werden können, bevor sie im Mercedes-Benz-Museum vor Ort arbeiteten. Zum Thema „Urban Sketching“ entstanden ihre Werke sowohl in Kevelaer als auch in München.

Die gekonnte Gegenüberstellung einiger Motive macht einen besonderen Reiz dieser Ausstellung aus. Die Ausstellung wird am Donnerstag, 12. März, um 18.30 Uhr, eröffnet und ist bis zum 16. April zu sehen.