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Die Aktion pro Humanität und das Brunnenprojekt im Niger

Wasser ist die Quelle des Lebens

„Wasser ist Leben“, Erzbischof Laurent aus dem Niger, mit dem die Kevelaerer Stiftung „Aktion pro Humanität“ seit vielen Jahren im Niger zusammen arbeitet, sagt gern bei seinen Besuchen am Niederrhein: „Wasser, das ist der Champagner Afrikas.“ Im Sahel ist sauberes Trinkwasser für die Menschen noch mehr, „eine im Niger wirkliche Linderung ihrer vielen Leiden.“

Jeden Montag gibt’s Friedensgebete im Stream aus dem Klarissenkloster

Die Friedensgebete in der Fastenzeit sind in Kevelaer mittlerweile zur Tradition geworden. An jedem Montag zwischen Aschermittwoch und Ostern lädt die Aktion pro Humanität (APH) zum gemeinsamen Gebet an der Friedensstele ein. Da dieses gemeinschaftliche Beten in diesem Jahr coronabedingt jedoch nicht möglich ist, wird die Aktion ab Montag, 20. Februar, jeweils ab 19.30 Uhr aus dem Klarissenkloster in Kevelaer ins Internet übertragen.

20 Minuten lang werden die Zuschauer*innen eingeladen, kurz zur Ruhe zu kommen, Musik zu genießen und mit Impulsen über den Tag nachdenken zu können. Unterstützt werden die Friedensgebete durch Menschen aus der ganzen Welt. So wird Gladbach-Trainer Marco Rose an einem Abend dabei sein, an einem anderen Abend APH-Botschafterin Steffi Neu, Erzbischof Laurent Lompo hat seine Teilnahme ebenso zugesagt wie der syrische Pater Jaques Mourad und der niederrheinische Weihbischof Rolf Lohmann. Besonders freut sich die APH-Vorsitzende Dr. Elke Kleuren-Schryvers über den Beitrag aus Benin: „Dort haben sich Waisenkinder in der Kapelle unserer Krankenstation versammelt und tanzen auf das Lied ,Jerusalema‘, zu dem gerade überall auf der Welt getanzt wird“, verrät sie.

Musikalisch begleitet werden die Abende von Aggi Moeders mit Gitarre und Gesang sowie der Saxophonistin Karlotta Reykers. Zum Ende der Übertragung werden die Klarissenschwestern einen Abend-Segen spenden.

Zu sehen sind Friedensgebete in der Fastenzeit jeweils montags ab 19.30 Uhr auf der Facebook-Seite und dem Youtube-Kanal der APH, als Video werden sie auf www.pro-humanitaet.de eingestellt.

Sie möchte etwas zurückgeben

Es gibt Neues aus dem gar nicht mehr so kleinen Buschkrankenhaus der Stiftung „Aktion pro Humanität“ (APH).

Dr. Elke Kleuren-Schryvers, Medizinerin und Vorsitzende der APH, die seit 25 Jahren die humanitäre Arbeit im APH-Projekt in dem kleinen westafrikanischen Land vorantreibt, steht die Freude ins Gesicht geschrieben: „Es macht uns im Team sehr froh, dass wir auch gute Nachrichten berichten können und eine Nachricht, die zeigt, wie wertvoll es ist, humanitäre Hilfe über viele Jahre kontinuierlich aufrechterhalten zu können – dank der vielen treuen Spender.“

Und weil die Geschichte von Charlotte, einer jungen Frau aus einem Dorf nahe der APH-Krankenstation, so berührend ist, erzählt die Kevelaerer Ärztin sie von Beginn an:
„Im September 2000 wurde Charlotte in dem Dörfchen Tannou-Gola geboren. Sie wuchs zunächst in Dogbo auf, einem Städtchen etwa acht Kilometer entfernt vom Krankenhaus- und Waisenprojekt der Stiftung Aktion pro Humanität in Gohomey.

Als Charlotte fünf Jahre alt war, im Jahr 2005, kam sie in unser Waisenhaus, das wir damals aufgebaut hatten. Ihr Vater war an Aids gestorben, die Mutter war allein mit dem Mädchen, ohne Geld, ohne Arbeit. Charlotte entwickelte gesundheitliche Probleme, ihre Mutter konnte weder für das tägliche Essen noch für eine medizinische Behandlung sorgen – sie war völlig überfordert und setzte das Kind aus. Ein immer wieder vorkommendes Kinder-Schicksal in dieser Zeit.

Es sind immer wieder die gleichen Muster: Die Großfamilie des Vaters fällt als Hilfe für die Mutter komplett aus, distanziert sich schnell von der Frau mit dem Kind – oft aufgrund der Angst vor Ansteckung mit dem damals noch sehr häufig tödlichen Aids-Virus, aber wohl auch, weil man zwei zusätzliche Esser am Tisch nicht durchbringen kann“, berichtet Kleuren-Schryvers über den schwierigen Start ins Leben, den das damals kleine Mädchen hatte.

„Doch im Waisenhaus der Aktion pro Humanität in Gohomey stabilisierte sich die Situation des Kindes rasch unter regelmäßigen Mahlzeiten und medizinischer Versorgung. Charlotte besuchte sechs Jahre lang die nahe liegende Grundschule. Sie wurde im ersten Bauabschnitt mit Spenden von APH errichtet, damit dort die Dorfkinder aus Dowomey, die noch keine Schule hatten, und die Waisenkinder aus dem Projekt ‚Jardin des Enfants‘ (Garten der Kinder) zur Schule gehen konnten.

Diese Schule liegt direkt neben dem Waisenhaus-Gelände und ist bis heute in Funktion – erweitert inzwischen vom Staat. Bis heute ziehen die Kinder von APH morgens aus dem Waisenhaus über das Projektgelände, vorbei am Brunnen, zur Schule. In ihren Schuluniformen mit ihren Schultaschen – einige schon hellwach und fröhlich plappernd, andere noch eher müde und still. Doch fast immer winken die Kinder fröhlich, wenn sie im gegenüberliegenden Gästehaus das Ärzteteam vom Niederrhein bei den Vorbereitungen für den Einsatztag sehen, das vor der Corona-Pause immer einmal im Jahr für eine längere Zeit vor Ort war.“

Charlotte entwickelte sich immer mehr zur einer zielstrebigen, engagierten jungen Frau: „Nach der Grundschulzeit wechselte Charlotte auf das katholische College im benachbarten Dogbo. Mit 16 Jahren, im Jahr 2016, absolvierte sie die Fachoberschulreife. Danach begann sie eine mehrjährige Sprachenausbildung in Englisch an einer Fachhochschule und studierte parallel ab 2018 Arbeitsverwaltung und soziale Sicherheit an der UAC, der University of Abomey-Calavi in Benin. Seit Anfang Januar 2021 ist sie zurückgekehrt nach Gohomey, ins Projekt der Stiftung Aktion pro Humanität. Sie arbeitet dort nun auf ihren eigenen Wunsch in der Verwaltung des Projektes“, berichtet Kleuren-Schryvers erfreut.

Charlotte selbst sagt dazu: „Groß ist meine Freude, dass ich Teil des Teams von APH sein kann. Um einen guten Weg zu gehen, braucht es immer Menschen, die einem Orientierung und Sinn für den Lebensweg geben können. Und mit einem Herzen voll ausgelassener Freude möchte ich Ihnen allen, die meinen Weg ermöglicht haben, danken. Denn Sie alle – als Spender*innen, als APH-Verantwortliche in Deutschland und als die meinen Weg begleitenden Menschen hier in Benin, in Gohomey – sind die Säulen göttlicher Fügung, durch die ich zu dem Menschen werden konnte, der ich heute bin. Für meinen Part möchte ich der Aktion pro Humanität dienen, wie ein Kind das für seine Mutter tut. Denn APH ist für mich wie meine Mutter. Ich möchte APH mein Bestes zurückgeben in den kommenden Jahren, mein maximales Potenzial und meine ganze Kapazität, um meine Brüder und Schwestern, die nach mir kamen und kommen, hinzuführen zu selbstständiger und guter Arbeit und zu einer Disziplin, welche die Projekte von APH in Benin für die Zukunft entwickelt.“

Der Weg bei APH bietet noch weitere Chancen

Das ist, so Elke Kleuren-Schryvers, für eine 20-jährige junge Frau eine ambitionierte Absichtserklärung – gewachsen aus einem Gefühl des Angenommenseins, des Gefördertwerdens, wo es eigentlich keine Zukunftschancen, keine Perspektive mehr gab in einem Entwicklungsland wie Benin. Entscheidend mitgeprägt habe diese Entwicklung der aktuelle Projektleiter Dieudonné Bouba, der schon in den Anfangsjahren Charlotte als damals noch sozialer Projektleiter begleitete.

„Es ist großartig zu sehen, wie sich Charlotte entwickelt hat und jetzt zu uns zurückkommt“, sagt Kleuren-Schryvers. „Und wer weiß – das wäre wieder so ein wunderbares Glück – vielleicht wird Charlotte ja einmal in die Fußstapfen ihres Vorbilds Dieudonné Bouba treten und stellvertretende Projektleiterin im Sozial-Ressort werden. Das Potenzial dazu hat sie. Und eine starke innerliche Beziehung auch. Wir werden sehen.“

Ein einfaches Dach über dem Kopf

Zelte, Strohhütten, ein einfaches Dach über dem Kopf – die Aktion pro Humanität (APH) aus Kevelaer will dieses kleine bisschen Geborgenheit zu Weihnachten noch möglichst vielen Menschen möglich machen (das KB berichtete über die Anschaffung von Zelten für Flüchtlingslager).

Nahezu von der Weltöffentlichkeit unbemerkt leiden auch die Menschen im bitterarmen westafrikanischen Niger, erklärt die APH jetzt. Vor wenigen Wochen haben sintflutartige Regenfälle nicht nur die Hoffnungen auf eine Ernte vernichtet. Viele Dörfer und Hütten wurden von den Fluten weggespült, 300.000 Menschen sind entlang des Flusses Niger obdachlos geworden. Der Klimawandel hat lange schon auch Afrika erreicht – und trifft die Ärmsten der Armen.

Baumaterial für 480 Familien

Mit Unterstützung ihrer Spender und einer erneuten Kooperation und Unterstützung der Stiftung der Familie Seibt in Wesel-Flüren und des Vereins „Wir helfen Kindern weltweit“ konnten bereits 480 Familien mit Baumaterialien für ein einfaches, bescheidenes Zuhause bedacht werden. Und sogar eine kleine „Ziegelstein-Produktion“ ist angelaufen.
„Mit 90 Euro können wir eine Familie im Niger unterstützen – damit kann der Kauf der Baumaterialien finanziert werden“, so Kleuren-Schryvers.

Eine Hütte für 90 Euro.

90 Euro kostet der Bau einer Rundhütte (5 Meter im Durchmesser) – ein Einraum-Appartement für eine oft zehnköpfige Familie. Man könne angesichts der Dramatik und des Elends in den Flüchtlingscamps u.a. in Europa, in Syrien nicht einfach wegschauen. Dennoch: „Wir bitten die Menschen am Niederrhein um ihre fortgesetzte Hilfe für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in ihren Heimatländern, insbesondere in Benin und im Niger. Damit sie in ihrer Heimat bleiben können. Das bleibt unsere oberste Priorität“, “, sagt Dr. Elke Kleuren-Schryvers.

APH hat Spendenkonten eingerichtet, unter anderem bei der Volksbank an der Niers das Konto DE39 3206 1384 4330 1300 11.

„Wärme aus Kevelaer“

Erst kürzlich stapelten sich bei den Klarissenschwestern in Kevelaer Kartons voller Sachspenden mit Schlafsäcken, Decken und Isomatten – eine Spendenaktion, zu der die Stiftung „Aktion pro Humanität“ (APH) aufgerufen hatte. Die Unterstützung aus der Bevölkerung war für die zahlreichen Helfer*innen überwältigend. Die vielen Spenden werden nun zu Flüchtlingslagern in Griechenland und Syrien transportiert, um die Menschen dort im kalten Winter zu schützen. Auch die Kevelaerer Parteien nahmen die große Hilfsbereitschaft wahr und wollen nun zur erfolgreichen Deckensammel-Aktion nachlegen: Für jede Spende, die bis zum 23. Dezember unter dem Stichwort „Wärme aus Kevelaer“ bei APH eingeht, legen SPD, KBV, Grüne, FDP und Dominik Pichler im Rahmen einer privaten Beteiligung für jeden Euro gemeinsam 50 Cent drauf.

„Wir wollen einen Anreiz schaffen“, erklärt Jan Itrich von der Kevelaerer FDP. Dabei wolle man nicht nur Privatpersonen ansprechen, sondern auch Unternehmer*innen. Denn vor allem die zahlreichen ausgefallenen Weihnachtsfeiern in diesem Jahr könnten ein Anreiz sein, zumindest einen Teil des dafür eingeplanten Budgets zu spenden, sagt Ulrich Hünerbein-Ahlers von den Kevelaerer Grünen. Die Idee zu dieser Aktion sei bei gemeinsamen Gesprächen der Parteien entstanden. Über die private Unterstützung von Dominik Pichler freuen sich die Verantwortlichen sehr.

Mario Maaßen von der CDU erklärte dem KB, man beteilige sich durchaus an Spendenaktionen, sei bei dieser allerdings nicht dabei. Auch wenn er ein „großer Freund“ der APH sei, gebe es „viele Organisationen, die unterstützungswürdig sind.“ Wofür APH die eingehenden Spenden nutzt, das sei der Stiftung selbst überlassen, sagt Hünerbein-Ahlers. „Wir vertrauen APH da.“

Neue Zelte 

Ob für den Transport von Hilfsgütern, für die Anschaffung von Zelten oder anderen Utensilien – alles diene dazu, hilfsbedürftige, geflüchtete Menschen zu unterstützen. Elke Kleuren-Schryvers, Vorsitzende der APH, spricht in einer Mitteilung unter anderem von neuen Zelten, die in einem Flüchtlingslager in Diavata – nahe Thessaloniki – dringend benötigt werden, damit die Menschen dort in der kommenden Zeit nicht in nassen Zelten hausen müssen. „Gerade wurde die Stiftung Aktion pro Humanität noch einmal gebeten, Nothilfe zu leisten für die Menschen in Griechenland, in Syrien, im Libanon. Immer geht es darum, die erbärmlichsten Lebensbedingungen etwas abzumildern, damit Menschen die Hoffnung nicht ganz verlieren“, sagt Kleuren-Schryvers.

Mit ihrem Aufruf wollen die Parteien mit Pichler nun vor allem mit Blick auf die kalten Wintertage weitere Spenden zusammenbringen. Das Budget zur Aufstockung der Spenden ist auf 2.000 Euro begrenzt.

Für alle, die auf eine Überweisung verzichten wollen, gibt es an der Marktstraße 23 (im Vermessungsbüro) eine Spendenbox, dessen Inhalt nach dem 23. Dezember an APH übergeben wird. Für dortige Spenden in bar kann keine Quittung ausgestellt werden. Möglich ist eine Abgabe montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 13.30 Uhr.

Spendenkonten
Volksbank an der Niers: IBAN DE39 3206 1384 4330 1300 11

Sparkasse Kleve: IBAN DE98 3245 0000 0005 0276 51

Wichtig ist das Stichwort „Wärme aus Kevelaer“, um die Spenden der Aktion zuordnen zu können.

„Aktion pro Humanität“ sammelt Spenden für Zelte

Gerade haben sich mit Decken, Isomatten und Schlafsäcken vollgepackte Lkw von Kevelaer aus auf den Weg in die Flüchtlingslager am Mittelmeer und Syrien gemacht – dank der Hilfs- und Spendenbereit der Niederrheiner konnte die „Aktion pro Humanität“ (APH) aus Kevelaer ein bisschen Wärme in die Flüchtlingslager bringen. Auch Nahrungsmittel- und Medikamentenhilfe konnte geleistet werden. Nahezu täglich steht die Kevelaerer Medizinerin und APH-Vorsitzende mit Menschen aus den Flüchtlingslagern in Griechenland, Syrien und im Libanon in Kontakt – und auch in Benin und dem Niger hoffen die Menschen auf Hilfe, Unterstützung, eine warme Mahlzeit und ein Dach über dem Kopf. Sie haben Hoffnung auf eine einfache Behausung, ein schützendes Zelt, eine simple Hütte. Und so bittet die Aktion pro Humanität gerade in diesen adventlichen Tagen erneut um Unterstützung. „Immer geht es darum, die erbärmlichsten Lebensbedingungen etwas abzumildern, damit Menschen die Hoffnung nicht ganz verlieren“, erklärt Kleuren-Schryvers.

Und dann rüttelt wieder so ein aktueller Hilferuf aus dem Flüchtlingslager Diavata, nahe Thessaloniki, auf. Mehr als 2200 Menschen leben allein in diesem Camp in einfachen, oft zerfledderten Zelten, ohne Heizung. „Wir müssen defekte Zelte im Flüchtlingslager Diavata ersetzen, damit die Menschen dort in den nächsten Wochen wenigstens nicht in zugigen und nassen Zelten hausen müssen“, so der dringende Appell von Kleuren-Schryvers. Sechs große Zelte mit Boden für je zehn bis zwölf Personen sollen angeschafft und dann direkt ins Camp gebracht werden.

Wie fühlen sich die Menschen in den Flüchtlingscamps?

Helfen – das ist zum einen die direkte Hilfe, die Verbesserung der zum Teil erbärmlichen Lebensbedingungen der Menschen, die auf der Flucht alles hinter sich gelassen haben. Helfen heißt aber auch Perspektive schenken, Hoffnung geben. „Ich frage mich gerade in diesen vorweihnachtlichen Tagen immer wieder: Wie denken und fühlen die Menschen in den Flüchtlingscamps, die große Hoffnungen auf ihre Ankunft bei uns in Europa gesetzt hatten, nachdem sie mehrheitlich auf die eine oder andere Art durch die Hölle gegangen sind, bevor sie das vermeintlich ‚gelobte Land‘ erreichten?“, so Kleuren-Schryvers.

More than a shelter („Mehr als nur ein Dach über dem Kopf“) – so lautet, sagt die Medizinerin, der Werbespruch für ein neues, ganz besonders konzeptioniertes Flüchtlingszelt, das man im Internet kaufen kann. Da stelle sich die Frage, „ob wir nicht wirklich mehr als ein (Zelt-)Dach für die tausenden von geflüchteten Menschen zu bieten haben in und als Europa?“

„Wir bitten die Menschen am Niederrhein um ihre fortgesetzte Hilfe für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in ihren Heimatländern, insbesondere in Benin und im Niger. Damit sie in ihrer Heimat bleiben können. Das bleibt unsere oberste Priorität“, erklärt die APH-Vorsitzende.

Spendenkonto

APH hat Spendenkonten eingerichtet, unter anderem bei der Volksbank an der Niers: DE39 3206 1384 4330 1300 11. Dieses Konto kann für Spenden aus der Bevölkerung genutzt werden.

„Wir sind überwältigt“

Wer am heutigen Freitag das Klarissenkloster in Kevelaer betrat, dürfte sich vor allem eine Frage gestellt haben: „Wie war das zu schaffen?“ Wohin man schaute, türmten sich Berge von Kartons und Müllsäcken – alle prall gefüllt mit Decken, Schlafsäcken und Isomatten. Diese Hilfsgüter waren durch die „Martinsaktion“ der Stiftung „Aktion pro Humanität“ (APH) gesammelt worden. Die APH-Verantwortlichen hatten kurz vor dem diesjährigen Martinstag die Bevölkerung dazu aufgerufen, für Flüchtlingslager in Griechenland und Syrien zu spenden. Die Zwischenlagerung übernahmen die Klarissenschwestern, die innerhalb einer Woche ganze Räume bis unter die Decke mit den Spenden füllten. Nun wurden die Hilfsgüter in Transporter verladen und auf den Weg gebracht. Die Organisatoren waren überwältigt von der Mithilfe.

„Wir sind überwältigt. Mit so einer Reaktion haben wir nicht gerechnet“, sagt Schwester Bernadette sichtlich gerührt, während um sie herum fleißig gepackt wird. „Wir haben angefangen zu zählen, aber haben irgendwann aufgehört“, lautet ihre Antwort auf die Frage, wie viele Kartons denn zusammengekommen sind. Diese APH-Aktion war bereits die dritte dieser Art in diesem Jahr. Auch wenn bisher immer viel Hilfe gekommen sei, das Spendenaufkommen sei bei dieser Aktion völlig unerwartet gewesen. Eine Ursache sieht Schwester Bernadette in der Verbindung zu St. Martin. Der Gedanke des Teilens sei offensichtlich tief verankert in der Bevölkerung. Außerdem gehe es nun auf den kalten Winter zu – eine Zeit, in der es überlebenswichtig ist, in den Zelten der Flüchtlingslager wärmende Utensilien zu haben.

Jede helfende Hand war gefragt.

„Sechs Schwestern haben direkt mitgeholfen“, sagt Sw. Bernadette. Und weitere hätten dort mit angepackt, wo es nötig war. „Es war anstrengend, aber wir hatten viel Freude dabei.“ Vor allem sei es eine Bereicherung gewesen, zu sehen „mit wie viel Freude die Leute ihre Sachen gebracht haben. Viele Leute haben auch neue Decken gekauft.“ Corona habe die Spendenannahme zwar etwas erschwert, aber keineswegs unmöglich gemacht.

Die Klarissenschwestern schienen trotz der großen Freude über die Hilfsbereitschaft sichtlich erleichtert, als in ihren Räumlichkeiten langsam wieder Boden sichtbar wurde. Die Helfer hatten sich im Innenhof in einer Transportkette positioniert, um die Transporter, die unter anderem vom Deutschen Roten Kreuz bereitstanden, zu füllen. Ein Karton nach dem anderen wurde in gemeinschaftlicher Arbeit verstaut. Am späten Mittag war die Aktion noch in vollem Gange. Dr. Elke Kleuren-Schryvers, Vorsitzende der Stiftung APH, erwartete zu diesem Zeitpunkt, dass am Ende ca. sechs gefüllte Transporter auf den Weg nach Nettetal geschickt werden. Von dort aus übernimmt die Organisation „Human Plus e.V.“ den Transport in die Lager, der in der ersten Dezemberhälfte noch vor Weihnachten ankommen soll.

300 Kinderdecken

Neben zahlreichen Privatleuten erfuhren die Klarissenschwestern und die Verantwortlichen der APH Unterstützung von den Kirchengemeinden Kevelaers, den Pfadfindern aus der Region, der Kita Kruepasch aus Issum, den Steyler Schwestern sowie der Sonsbecker Emmaus-Gemeinschaft. Auch das Team des Caritas-Kleidertreffs in Kevelaer hatte sich etwas Besonderes zur Unterstützung einfallen lassen. Die Verantwortlichen kauften unter anderem durch den Eintrittserlös der Kleiderbasare für Flüchtlinge 300 Kinderdecken. Diese Spende stehe also quasi unter dem Motto „Von Flüchtlingen für Flüchtlinge“, sagt Sylvia Rommen-Ahlbrecht, Vorsitzende der Caritas-Konferenz St. Marien. „Ich freue mich, dass wir für die Kinder etwas tun können.“

Auch Pastor David Burau von der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde in Kevelaer war unter den Helfern. Es sei beeindruckend, wie viele Menschen im Rahmen einer solchen Aktion zusammenkommen, betonte er. Oftmals sei es eben ganz einfach, Menschen zu helfen. Inmitten der Hektik der Helfenden sorgte er zwischenzeitlich für einen Moment der Ruhe und des Innehaltens, indem er im Gebet zu den Anwesenden sprach.

Auch die Pfadfinder, die sich bereits vorab für die Aktion eingesetzt hatten, packten mit an.

Heike Waldor-Schäfer von der Aktion pro Humanität zeigte sich beim Anblick der vollen Transporter gerührt. „Ich habe das Gefühl, die Leute freuen sich, wenn sie etwas tun können. Man merkt auch, dass sie das gerne tun“, war ihr Eindruck von den Spendern und Helfenden. Auch viele Kinder hätten den Sinn dieser Aktion verstanden: zu helfen. Ein Kind aus der beteiligten Issumer Kita habe sogar seine geliebte Einhorndecke abgegeben – eine Geste, die in Erinnerung bleibt.

Den Beteiligten schien während der Packaktion noch einmal deutlich zu werden, welche Ausmaße die Sammlung angenommen hatte. Nicht umsonst hatte man irgendwann von Kartons auf große Säcke umsteigen müssen, es habe einfach nicht gereicht, blickt Schwester Bernadette zurück auf die vergangene Woche, in der sie mit den Klarissenschwestern eine beachtliche Arbeit geleistet hat. Auch wenn dies sicherlich nicht die letzte Aktion dieser Art war, ist vorerst Erleichterung angesagt, dass alle helfenden Hände so gut ineinander gegriffen haben. Und was nach diesen Tagen an erster Stelle steht, weiß Schwester Bernadette genau: „Heute Abend atmen wir erstmal durch.“

Kevelaerer Martinsaktion für die Flüchtlinge in den Zeltlagern

Im Klarissenkloster können noch einmal warme Decken abgegeben werden – noch vor Weihnachten sollen die Hilfsgüter vom Niederrhein dann in den Flüchtlingslagern ankommen.

Der St. Martinszug ist vieler Orten am Niederrhein abgesagt. Nicht aber die großartige Geschichte des Teilens, die mit dem Heiligen Martin verbunden ist.

Und so folgen jetzt alle Kirchengemeinden Kevelaers, die Pfadfinder vom Stamm Hartefeld, die Kita Kruepasch in Issum, die Steyler Schwestern, die Sonsbecker Emmaus-Gemeinschaft und auch wieder die Kevelaerer Klarissen dem neuerlichen Aufruf der Stiftung „Aktion pro Humanität“ (APH) und der Organisation Human Plus e.V. in Nettetal, für den nun nahe kommenden Winter noch einmal Decken zu sammeln für die Menschen in den Zelt-Flüchtlingslagern in Griechenland und in Syrien.

Die ersten Aktionen von Hilfslieferungen vom Niederrhein vor wenigen Wochen und aus der Zeit gerade zu Beginn des Corona Lockdowns im ersten Jahresdrittel 2020 sind nun abgeschlossen – alle gespendeten Sachen sind verteilt. Die Decken wurden in den Flüchtlingslagern Dar Alama und Almadrasa in der Region Killi, zwischen Idlib und Aleppo in Syrien, dankbar angenommen.

Nun startet Teil 2 der Aktion. Vom Martinstag an können eine knappe Woche lang – bis Mittwoch, 18. November – wieder wärmende Decken und Schlafsäcke (bitte gewaschen) und auch Isomatten bei den Klarissen in Kevelaer (St. Klara Platz 2) abgegeben werden. Bitte keine Steppbetten oder Kleidung abgeben – die Menschen in den Flüchtlingslagern brauchen dringend Decken, um sich gegen die Kälte in den Zelten schützen zu können. „Decken sind wesentlich praktikabler als Oberbetten mit Daunen, weil Decken schneller wieder trocknen können, wenn sie nass wurden“, so APH-Vorsitzende Dr. Elke Kleuren Schryvers.

Die Sammelaktion wird wieder maßgeblich von den Klarissenschwestern in Kevelaer getragen. Sie sammeln und verpacken die Decken. Von der Aktion pro Humanität wird dann der Zuliefertransport nach Nettetal durchgeführt. Von dort geht die wärmende Fracht dann in der ersten/zweiten Dezemberwoche an die Bestimmungsorte in Griechenland und Syrien.

„Vor Weihnachten könnte dann die Verteilung noch stattfinden“, so Anaestis Ionnaidis von der Organisation Human Plus in Nettetal. Er koordiniert die LKW-Transporte in diese Regionen.

Pater berichtet über IS-Geiselhaft

Seit April diesen Jahres läuft sie nun schon: die Veranstaltungsreihe „Laudato si“, die die Kevelaerer Stiftung „Aktion pro Humanität“ ausrichtet, um auf das Thema Frieden aufmerksam zu machen. „Wir haben im letzten Jahr auch Friedensveranstaltungen gehabt. Das Thema und die Aktionen haben sich am Niederrhein ganz gut etabliert“, sagt APH-Mitbegründerin Elke Kleuren-Schryvers. Was die Stiftung dazu veranlasst hat, diese Reihe 2019 ins Leben zu rufen? „Die Idee ist entstanden durch die Situation im Niger, unserem zweiten Einsatzland. Dort ist Entwicklung immer weniger möglich gewesen, weil der Terror alles zunichte gemacht hat, was bis vor zehn Jahren noch an Perspektive und Entwicklung möglich war.“ „Es ist keine Entwicklung möglich, wenn kein Frieden ist.“ Das sei der „Triggerpunkt“ gewesen, „an dem wir gesagt haben, dass wir dieses Thema Frieden von unterschiedlichen Standorten unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchten müssen, uns damit selbst auseinandersetzen und die Gesellschaft konfrontieren wollen.“ Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des niederrheinischen Weihbischofs Rolf Lohmann.

Am 16. Juli hatte es zum Auftakt einen Eröffnungsgottesdienst auf dem Reiterhof der Familie Verhoeven in Uedem Keppeln gegeben, im August dann eine Friedensfilmnacht in Moers-Kapellen. Und im Kevelaerer Klarissenkloster fand am 5. September eine szenische Lesung unter dem Titel „Franziskus trifft den Sultan“ statt. „Wenn man das in Zahlen der Besucher bemisst“, sei die Resonanz verhalten gewesen, sagt die APH-Mitbegründerin. „Aber wenn man das mediale Echo ansieht, dann bemerkt man, dass viele einen darauf ansprechen.“ Dass nicht so viele gekommen sind, liege sicher auch an Corona, aber nicht ausschließlich, sagt Kleuren-Schryvers. „Frieden ist ein Thema, das man erobern muss, das man lange darstellen muss, um an eine größere Zahl an Interessenten und Menschen zu kommen, die das Thema zukunftsweisend für uns alle sehen wollen.“ Kleuren-Schryvers glaubt nicht, dass der Wert Frieden nicht existiert. „Aber in einer Gesellschaft, die so lange im Frieden leben darf, ist das Thema nicht so existent wie in Syrien oder Moria, an Brennpunkten, wo man merkt, wie nah der Unfrieden im Alltagsleben ist.“

In der kommenden Woche, am 28. Oktober 2020, ist der St. Viktor Dom in Xanten Ort der Friedensaktion. Dort wird Pater Jaques Mourad aus Syrien aus seinem Buch „Ein Mönch in Geiselhaft“ von seiner fünfmonatigen Gefangenschaft in den Händen des IS erzählen. „Der Ausgangspunkt, sich mit Jaques Mourad kurzzuschließen, war die Tatsache, dass ebenfalls wieder im Niger im September 2018 der italienische Afrika-Missionar Luigi Macalli entführt wurde. Er durchlebte mehr als zwei Jahre IS-Geiselhaft im Sahel.“ Die gleiche Erfahrung hatte Mourad gemacht, der aus dem Kloster der Ordensgemeinschaft in Mar Elian entführt wurde, das am Weg der weltbekannten Karawanenstraße auf dem Weg nach Palmyra liegt. Mourad erlebte als syrisch-katholischer Priester gemeinsam mit einem Novizen seiner Ordensgemeinschaft psychische und physische Folter, die seiner vorbelasteten Gesundheit geschadet hat.

„Momente göttlicher Liebe“

„Wir wollen aus dieser Zeit lernen: Kann man IS-Terror nur mit Waffengewalt begegnen, oder wie er meint, kann und muss man vor allem dialogische Wege finden?“  Mourad unterstreiche in seinem Buch die Bedeutung des interreligiösen Dialogs. Es sei bewegend, von ihm persönlich zu erfahren, dass er auch in seinen Folterern „Momente göttlicher Liebe“ aufblitzen sah. Sicher könne es in solchen Terrorregionen „nicht immer ohne Waffengewalt gehen, vor allem wenn die Menschen in großer Zahl Schutz und Sicherheit benötigen. Aber das größte Augenmerk, die wichtigste Intention muss der Dialog unter den verfeindeten Parteien sein.“ Das sei eine Botschaft des Buches.

Mourad sei ein „immenser Verfechter des interreligiösen Dialogs und des Dialogs mit den Führern des IS, um sozusagen die Ursache, warum sie sich so entwickelt haben, zu verstehen und dem besser begegnen zu können.“ Er erkläre in seinem Buch auch die Facetten des IS, so Kleuren-Schryvers – von den folternden Schergen bis zu den sehr gebildeten Köpfen der Bewegung, mit denen er sich durchaus auf Augenhöhe unterhalten konnte. Sie bewundere den Pater, dass dieser trotz Folter durch die Schergen des IS die Kraft zum Dialog mit den Leadern hatte. „Ich weiß nicht, ob mir das so gelingen könnte“, sagt Kleuren-Schryvers.

Ursprünglich sollte auch der Pater Firas Lufti als Ordensoberer der Franziskaner für einen großen Teil der Region um Syrien, Libanon, Jordanien mit an den Niederrhein kommen. Er werde aktuell aber in Beirut sehr benötigt. „Eine Videoschalte wäre möglich gewesen, aber es ist beeindruckender, ihn persönlich hier zu Gast zu haben, weil die Menschen am Niederrhein unter anderem das Projekt mit den kriegstraumati-sierten Kindern in Aleppo, das Pater Firas gegründet hat, unterstützen.“ Für ihn werde man nach einem separaten Termin suchen.

Am 6. November 2020 wird dann der Schauspieler Willi Schlüter in der Kevelaerer Marienbasilika in einem Monolog „Das Boot ist voll“ vortragen – quasi eine Anschlussgeschichte der Basilika-Lesung von 2015 „Ein Morgen vor Lampedusa“, bei der das Sterben und Überleben auf den Schiffen vor Lampedusa beschrieben wurde. Jetzt geht es um die Beschreibung der Situation auf Lampedusa, wie sich das  Leben dort entwickelt hat – für diejenigen, die dort ihre Heimat haben und für die Flüchtlinge, die dort mit ihren Booten  unter anderem in übergroßer Zahl aus dem wirtschaftlich danieder liegenden Tunesien ankommen.

Aktuell versucht die Stiftung, über den Schreiner des großen Lampedusa-Kreuzes, Francesco Tuccio, einen Kontakt zum Pfarrer der Insel aufzubauen. „Vielleicht können wir bis dahin sogar eine Videoschalte nach Lampedusa hinbekommen, um ganz aktuell zu hören, wie die Lage auf der Insel ist.“ Tuccio hat kleine Holzkreuze aus den Flüchtlingsbooten angefertigt, wie damals auch das große Lampedusa-Kreuz der Stiftung. Diese wird es im November in der Basilika zu kaufen geben, „damit wir den Menschen dort auf der Insel ein Signal senden.“

„Give peace a chance“

Den Abschluss der Reihe bildet im Dezember das Thekengespräch „Give peace a chance“ zwischen dem Bundesliga Trainer von Mönchengladbach, Marco Rose, Weihbischof Rolf Lohmann sowie dem Journalisten Ludger Kazmierczak an der Viller Mühle in Goch-Kessel. Es gebe weltweit viele fußballbegeisterte Menschen und damit ein riesiges Potential von Leuten, die für Frieden sein können, meint Kleuren-Schryvers. „Und Marco Rose ist ein Mensch mit sehr christlichen Werten.“ Es sei spannend, da einen völlig anderen Zugang und Kontext zum Thema Frieden zu erfahren.

Ob alle Termine hinsichtlich des Coronavirus haltbar sind, werde die Zeit ergeben. Bei der Xantener Veranstaltung im Dom, die als Friedensandacht mit dem Glaubens- und Lebenszeugnis von Jaques Mourad und einem Friedensgebet für die Menschen in Syrien angelegt ist, liege man aktuell in dem Bereich, „dass bis 100 Menschen dort sein dürfen, mit Abstandsgebot und Maskenpflicht am Platz.“ Aber auch da könne man die Entwicklungen nicht vorhersehen. Gleiches gelte für die Kevelaerer Veranstaltung. Die Oktober- und November-Friedensaktionen werden aber Veranstaltungen im gottesdienstlichen Rahmen und mit dem Gebet für die Menschen in Not verbunden sein. Die APH-Aktiven seien „sehr motiviert und engagiert“ für 2021, unterstreicht Kleuren-Schryvers. „Die ersten Themen sind schon da – und da sind wir voller positivem Drive, diese Reihe dann fortzusetzen.“

Hilfe vom Niederrhein kommt auf Lesbos an

Vor wenigen Tagen noch stapelten sich Kisten und Kartons mit gespendeten Hilfsgütern für Lesbos im Klarissenkloster in Kevelaer – am Wochenende ist die Hilfe vom Niederrhein vor Ort angekommen. Die „Aktion pro Humanität“ hatte zur Hilfsaktion aufgerufen. Die Niederrheiner spendeten Decken und Kleidung, Desinfektionsmittel, Zelte und vieles mehr. Das Kölner Ärzteehepaar Bita und Khalil Kermani (Avicenna Kultur- und Hilfswerk e.V.) hat die Hilfe schließlich gebündelt. In Nettetal wurden die Hilfsgüter auf einen Lkw umgeladen. Der Transport nach Lesbos wurde von der Hilfsorganisation Human Plus E.V. übernommen.

Dr. Rüdiger Kerner. Foto: APH

Am Ankunftstag wurde in Lesbos alles entladen und auch die Verteilung an die Menschen im neuen Camp hat begonnen. Dank der Hilfsbereitschaft der Menschen vom Niederrhein konnte die Aktion pro Humanität um die Kevelaerer Medizinerin Dr. Elke Kleuren-Schryvers und Dr. Rüdiger Kerner, Chefarzt im Kevelaerer Marien-Hospital, nun auch Medikamente im Wert von 5.000 Euro zusammenpacken. Aktiv beteiligt hatten sich auch Schüler der Gaesdonck mit einer „Marmeladen-Aktion“.

Noch am Ende dieser Woche werden sich Bita und Khalil Kermani auf den Weg nach Griechenland machen und in zwei Camps nahe Thessaloniki ihren ehrenamtlichen Dienst zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen aller Nationen aufnehmen. Dorthin werden inzwischen immer mehr Flüchtlinge von den Inseln „verteilt“. Auch die Flüchtlinge, die an der serbischen Grenze zurückgewiesen wurden landen dort. Mit den Medikamenten vom Niederrhein wird zudem ein Ambulanzfahrzeug nach Griechenland geschickt, das als mobile Praxis zum Einsatz kommen soll.

Foto: APH