Abschied nach fast 25 Jahren
Es wurde viel gelacht und einige Tränen flossen auch: Nach fast 25 Jahren verlässt Jutta Scholl die Kindertagesstätte „Am Broeckhof“ in Kevelaer.
Es wurde viel gelacht und einige Tränen flossen auch: Nach fast 25 Jahren verlässt Jutta Scholl die Kindertagesstätte „Am Broeckhof“ in Kevelaer.
Nach mehr als 43 Jahren Tätigkeit bei der Volksbank an der Niers wurde Martina van Dijk im Kreis ihrer Familie sowie Kolleginnen, Kollegen und Ehemaligen im Hotel/Restaurant „Zur Brücke“ verabschiedet.
Liebe Kevelaerer*innen, liebe Leser*innen des Kevelaerer Blattes, große Worte sind meine Sache nicht. So wichtig ist eine einzelne Person nicht.
Liebe Kevelaerer*innen, liebe Leser*innen des Kevelaerer Blattes in der ganzen Republik! Nach fast neun Jahren ist der Moment gekommen: Ich nehme Abschied von meinen Aufgaben als Redaktionsleiter und Chefredakteur des Kevelaerer Blattes und damit auch von Kevelaer.
Inmitten von Umzugskartons und Noten setzt sich Annja Rossmann an das Klavier und spielt ein paar Minuten. Während des Spiels hat man das Gefühl, dass sie die Tasten eher streichelt als spielt, weil es ihr so leicht von den Händen geht. Annja Rossmann ist ein echtes Kevelaerer Mädchen. Abgesehen von ihrer Studienzeit in Köln lebt sie seit ihrer Geburt in der Marienstadt, wuchs als eines von vier Kindern in einem bürgerlichen Bildungsumfeld auf.
Nach 20-jähriger Betriebszugehörigkeit und stets zuverlässiger Arbeit in der Buchhaltung des Kevelaerer Reiseunternehmens Schatorjé entlässt Thomas Schatorjé seine Mitarbeiterin Marlies Jakobs in den wohlverdienten Ruhestand. Das Schatorjé Team bedankt sich für ihr großes Engagement und wünscht für den neuen Lebensabschnitt nur das Beste.
Es klingt wuselig, als ich Tatjana van Went am Telefon erwische. „Wir sind mitten drin im Megaumzug“, ließ sie trotz der Hektik ihr charakteristisches Lachen hören, das in der Wettener und Kevelaerer Kunstszene seit Jahren bekannt ist. „Das Atelier ist quasi schon drüben. Wir haben den Schlüssel von einer Scheune, und das Erste ist quasi schon raus“, erzählt die 40-Jährige. Nach zehn Jahren in Wetten hat Tatjana van Went entschieden, mit ihrem Mann und den drei Söhnen ihre Zelte in der Kevelaerer Ortschaft abzubrechen und von der Grünstraße, wo auch ihr Atelier war, nun nach Kalkar zu ziehen.
„Es ist einerseits so, dass wir dort ein schönes Fleckchen Erde gefunden haben, was inmitten der Natur ist. Und meine Familie und ich sind naturverbundene Menschen, wir finden das sehr schön“, sagt die Künstlerin, die durch das „längste Gemälde Kevelaers“ und viele andere Projekte ihren Platz in den Herzen der Kevelaerer Kunstliebhaber gefunden hat. „Es ist ein Örtchen, in das wir uns verliebt haben“, beschreibt sie die neue Umgebung, das Gut Bovenholt mit Trecker und zwei Hektar Wiesen. „Es ist ganz viel Freiraum dort, mit ländlicher Aussicht. Es fließt ein Fluss daran vorbei, ein paar Minuten laufen und man ist direkt an einem großen See.“ Da gebe es auch Platz für ein Atelier. „Wenn da alles an seinem Platz ist, werde ich dort für Erwachsene Kurse anbieten.“ In der Corona-Zeit habe sie sich schon „mit Malmethoden beschäftigt, um für die Seele zu malen und das eine oder andere für sich zu entdecken. Das kann ich mit der Familie vereinbaren.“ Die Entscheidung habe man gemeinsam bewusst getroffen. „Wir sind jetzt noch jung, und die Kinder in einem Alter, wo man übersiedeln kann – an einen Ort, wo neue Entfaltungsmöglichkeiten für die Familie gegeben sind.“
Dass sie überhaupt diesen Ort entdeckt hat, verdankt sie indirekt der diesjährigen Kevelaerer „Landpartie“. „Ich wurde gefragt, bei der Landpartie mitzumachen – und zu dem Zeitpunkt war es so, dass es unsicher war, ob Ateliers geöffnet werden können.“ Sie ging zu der Mitorganisatorin Anne van Rennings und meinte zu ihr: „Mein Vorgarten hat nicht viel zu bieten.“
Ein Vitrinenschränkchen im Internet gefunden

…im Plausch mit Ortsvorsteherin Beate Clasen. Foto: KB-Archiv
Van Rennings überzeugte sie dann aber, doch wenigstens eine Art Vitrine vor ihr Haus zu stellen, das über ihre Arbeit Auskunft gibt und so die Radroute mit vervollständigt. „Da habe ich dann ein Vitrinenschränkchen bei Ebay für den Zweck gesehen und ihr gesagt: Ich mache mit.“ Und der Ort, wo sie das Schränkchen holen konnte, war rein zufällig genau dieses Hofgut in Kalkar. „Unser Traumort hat uns oder wir ihn gefunden.“
So kam das Schränkchen nicht in den Garten. „Weil alles schnell gehen musste, haben wir dann unser Haus verkauft. Da mussten wir viel regeln.“ So konnte van Went nicht bei der Landpartie dabei sein, bei der sie ca. alle zwei Jahre dabei war. „Ich habe zu den Organisatoren ein sehr gutes Verhältnis, bin da immer voll mit im Bild.“
Für sie persönlich fühle es sich richtig an. Trotzdem verlasse sie Wetten „mit einem weinenden und einem lachenden Auge.“ Im Vorfeld des Umzugs hatte sie ihren Kurskindern via WhatsApp eine Nachricht zukommen lassen und auch ihren Nachbarn. „Für die ‚Kreakids‘ habe ich ein persönliches Video gemacht und denen das Vorhaben da erzählt. Es sind sicher einige, die mich besuchen kommen dort.“
Was sie emotional total berühre, sei die Tatsache, „dass soviele Menschen uns das gönnen und uns vermissen werden. Viele haben sich mit uns gefreut, aber es gibt einige, die es traurig finden.“ Aber sie sei ja nicht weg, betont van Went energisch. Gefühlsmäßig „bleibe ich trotzdem Kevelaer und Wetten verbunden“, wird sie nicht müde, zu sagen. Und auch wenn sie in Kalkar schon erste Anfragen verzeichne, werde sie beruflich hier noch weiter unterwegs sein, verspricht sie.
Für das Niederrheinische Museum habe sie für 2021 schon eine Anfrage. „Das Projekt mit dem ‚Zauberwald‘ wird weiterlaufen. Hinter dem Kindergarten und dem Altenheim gibt es ein Stück Wald in Wetten, das ist ein Zauberwald. Da ist viel kaputtgemacht worden, aber es waren viele Kinderkunstwerke dort. Da werden jetzt neue Schilder gemalt.“ Da wolle sie ein Projekt machen, bei dem neue Kinderkunstwerke an den kleinen Weg kommen sollen. Es solle ein „kleiner Ort der Begegnung sein.“ Wegen Corona seien die Aktivitäten da eingestellt worden, „aber wenn sich alles normalisiert hat, machen wir das wieder weiter. Solche Sachen bleiben irgendwie. Das einzige, was aufhört, sind die Kinder-Workshops am Atelier.“
Schon beim Betreten des Foyers im Schulzentrum war spürbar, dass etwas anders ist als sonst: keine Schüler zu sehen, sentimentale Musik und die Stimmung bedrückt. Die Vertreter der Städtischen Realschule sowie der Gemeinschaftshauptschule Kevelaer und einige Kevelaerer Bürger und Persönlichkeiten waren zusammengekommen, um die Schließung der beiden Schulen feierlich zu begehen.
Mit einem Blick auf die Uhr, die kurz nach zwölf zeigte, eröffnete der Bürgermeister der Stadt Kevelaer, Dr. Dominik Pichler, seine Rede mit den Worten: „Für die Schule ist es zwölf.“ Die Schließung der beiden Schulen sei ein Einschnitt, der jedoch politisch gewollt war. Man verabschiede nun zwei „Kinder“. Wenngleich dies sicherlich kein fröhlicher Anlass ist, lohnt sich ein Blick in die Zukunft. „Wir freuen uns auf das nachwachsende Kind ‚Gesamtschule‘“, so Pichler.
„Niemals geht man so ganz, irgendwas von uns bleibt hier“, machte Renate Timmermann, Leitung der Hauptschule, mit den Worten von Trude Herr klar, dass der Abschied schwerfällt und die Schulleiter sicherlich ihre Spuren hinterlassen werden. Sie bedankte sich gemeinsam mit Tobias Jaschke, kommissarischer Schulleiter der Realschule, bei allen Kollegen und bei den anwesenden Gästen, die diesen Schritt gemeinsam mit ihnen gehen.
Den emotionalen Höhepunkt der Veranstaltung bildete die symbolische Schlüsselübergabe an den Bürgermeister. Sichtlich gerührt übergaben beide Schulleiter dem Bürgermeister die großen Schlüssel.
„Jedes Ende ist ein Neuanfang”
Auch die zuständige Schulamtsdirektorin Angelika Platzen dankte den Kollegen und Mitarbeitern der Hauptschule, „die eine höchst engagierte Arbeit geleistet haben.“ Sie verwies auf das 50-jährige Bestehen der Hauptschule, das im vergangenen Jahr gefeiert wurde. „Den 51. Geburtstag erlebt die Hauptschule in Kevelaer nicht mehr. Die Schule geht heute.“ Das Motto „wir sind am Ziel und unsere Schule ist am Ende“ der diesjährigen Abschlussschüler der Hauptschule finde sie allerdings zu negativ. „Denn jedes Ende ist ein Neuanfang.“
Angesichts der vielen wehmütigen Worte war die Stimmung bedrückt. Es war wohl allen bewusst, dass dies das Ende bedeutet. Das Ende von 50 Jahren Gemeinschaftshauptschule Kevelaer und das Ende von über 30 Jahren Städtische Realschule Kevelaer. Um es mit den Worten von Dominik Pichler zu sagen: „Da müssen wir jetzt durch.“