Abitur

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Abi-Jahrgang 2020 pflanzte einen Baum als Abschiedsgeschenk

Als Abschiedsgeschenk an das Kardinal-von-Galen-Gymnasium pflanzte der diesjährige Abiturjahrgang einen Baum auf den Schulhof. Gemeinsam hatte sich der Jahrgang für eine Baumpflanzaktion und gegen das Steigen von Luftballons entschieden, um die Umwelt zu schonen. Abschließend wurden Zettel mit Wünschen an den Baum gehängt, die während des Abschlussgottesdienstes von den Abiturientinnen und Abiturienten verfasst wurden.

Auf in die „Goldenen Zwanziger“

Die Voraussetzungen für die in jeglicher Hinsicht ungewöhnliche Abiturfeier hätten bei strahlendem Sonnenschein nicht besser sein können. Die Abiturienten warteten vor dem Eingang des Hülsparkstadions darauf, mit Mundschutz zu den Klängen von Elmar Lehnen einzulaufen und sich von den auf den Tribünen wartenden Familienmitgliedern und den Gästen aus Politik und Gesellschaft mit stehenden Ovationen feiern zu lassen.

„Jetzt weiß man, dass man älter geworden ist“, blickte Christian Schick auf sein Abitur 1980 zurück und freute sich mit seinem 18-jährigen Sohn Julian. „Vor drei Monaten wollte ich das nicht glauben, das haben die gut gemanaged hier. Das wird sicher ein rührender Moment. Ich bin so stolz“, meinte Jörn Schreiner, der mit seiner Familie auf seinen Sohn Fynn wartete. „Jeder Abiturient und jede Abiturientin darf drei Familienmitglieder mitbringen. Es ist alles so aufgebaut, dass der Mindestabstand gewährleistet ist. Alle Stühle sind entsprechend mit dem Namen beklebt“, erklärte die stellvertretende Schulleiterin Christina Diehr, für die es dort die erste Abiturfeier war. Für die Abiturienten waren die Umstände und der Rahmen natürlich etwas Besonderes. „Eine ganz außergewöhnliche Situation“, meinte Lina Kaets, bevor es losging. „Es ist aufregend. Ich freue micht total, dass es stattfinden kann“, sagte Vivien Willems und marschierte mit den anderen dann ins Stadion.

In einem ökumenischen Gottesdienst gaben die evangelische Pfarrerin Karin Dembek und der scheidende Kaplan Christoph Schwerhoff den jungen Menschen ein paar Gedanken mit auf den Weg. „Schulzeit – zwölf Jahre mit vertrauten Menschen liegen hinter uns“, betete Dembek für die 2020er Abi-Generation. „Wir danken auch denen, die uns begleitet haben – Eltern, Freunde, Großeltern, Geschwister, Lehrerinnen und Lehrer. Nun kann Neues beginnen – nun muss auch Neues beginnen. Wir freuen uns auf eine aufregende Zeit neuer Entdeckungen, neuer Erfahrungen und neu gewonnener Freiheit.“ Christoph Schwerhoff wünschte den Abiturienten „die Ausdauer, selbst anzugreifen und Gas zu geben.“ Denn „goldene Zeitalter passieren nicht dadurch, dass sie uns geschenkt werden, sondern durch uns.“

Bestes Jahrgangs-Abitur: 1,1

Annja Rossmann und Biggi Lehnen sorgten mit „You raise me up“ für einen der bewegenden musikalischen Momente des Tages. „Beziehungen sind das Wichtigste im Leben (…)“, unterstrich Rossmann, „dass ihr euch an die alten Beziehungen erinnert, neue knüpft und dass euch Beziehungen tragen und stärken.“ Ihre Tochter Charlotte durfte später mit 1,1 das beste Jahrgangs-Abitur entgegennehmen.

Die Anwesenden durften dann Zettel mit Stiften nehmen, um ihre Wünsche an den Baum nahe der Bühne zu hängen. Vorher kamen sie in eine Box  und Dembek trug einige Einträge vor: „Die Familie in Sicherheit, wahre Freunde, die zu uns stehen“ war da zu lesen, oder auch „Möge der Rassismus aus unserer Gesellschaft verschwinden.“

Dominik Pichler hielt sich in seiner Rede gewohnt kurz.

Dann kam die offizielle Feier – die Zeit der Reden war angebrochen. Mit einem „Es hätte auch regnen können“ leitete der Kevelaerer Bürgermeister Dominik Pichler zum Auftakt der Feier launig sein Abitur-Grußwort ein. Anknüpfend an das Abimotto „Die goldenen 20er – It´s gonnABI legendary“ fand er zunächst „erstaunliche Querverbindungen“ zu der Zeit von vor 100 Jahren, wo der Blick in die Zukunft ebenfalls ungewiss war wie jetzt, mit der „Dolchstoßlegende“ eine „veritable Verschwörungstheorie“ aufgestellt wurde und die „spanische Grippe“ weltweit bis zu 50 Millionen Tote forderte. Heute sei Corona in Deutschland vergleichsweise glimpflich verlaufen, „aber Sie haben die drastischen Auswirkungen nicht nur im ‚normalen‘ Leben mit dem Lockdown deutlich zu spüren bekommen“, sprach er die Abiturienten direkt an. „Sie haben Ihre letzten Vorabiklausuren an einem Sonntag geschrieben, Ihre Abiturklausuren im Konzert- und Bühnenhaus – und haben jetzt Ihre Abiturentlassfeier im Stadion. All das ist doch recht ungewöhnlich und so auch nicht dagewesen.“

„Und morgen dann greifen Sie zum Hammer und schmieden an Ihrem Glück.“

Wie in jedem seiner Grußwort-Jahre verwandte Pichler auch diesmal ein lateinisches Zitat „Faber est suae quisque fortunae“ („Jeder ist seines Glückes Schmied“), um den Abiturienten klar zu machen, dass es auch „an Ihnen und uns allen“ liege, „dass es tatsächlich Goldene Zwanziger werden, die diesen Namen auch verdienen.“ Die Abiturienten und Abiturientinnen sollten kritisch bleiben. „Lassen Sie sich nicht von einfachen Lösungen abspeisen.“ Und es gehe für sie selbst darum, aus dem eigenen Leben nun etwas zu machen. „Und ganz viel davon liegt in Ihrer Macht. Ihr Leben. Ihre Wahl.“ Den Abschluss gelte es gebührend zu feiern. „Und morgen dann greifen Sie zum Hammer und schmieden an Ihrem Glück. Sie können das.“

Dem scheidenden Schulleiter Karl Hagedorn wünschte Pichler „einen guten Übergang in den wohlverdienten Ruhestand.“ Auch seine Suche „nach Zufriedenheit, Glück oder was auch immer“ sei noch nicht zu Ende. Und den Eltern wünschte Pichler „das notwendige Maß an Gelassenheit und Ruhe, der Schule noch spannende Jahre mit den nachfolgenden Jahrgängen.“

Der Elternpflegschaftsvorsitzende Clemens Sieben wünschte allen, „dass ihr zusammenhaltet und was schafft.“ Sein Erinnerungssatz lautete: „Du kannst den Weg nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Und Schülersprecher Max Tissen fasste die Gefühlslage seiner Mitschüler in Worte: „Jetzt haben wir das Abitur 2020 in der Tasche – und sind etwas enttäuscht.“ Denn man habe sich die letzten Schultage anders vorgestellt, die „Mottowoche“ habe nicht stattgefunden. „Wir sind der Corona-Jahrgang, man wird uns nicht vergessen“, sagte er und bedankte sich für eine „schöne Zeit“.

An die Zeit im KvGG zurückdenken

Schulleiter Karl Hagedorn gab den Schülern ermutigende Worte mit auf den Weg.

Der scheidende Schulleiter Karl Hagedorn unterstrich, wie wichtig es gewesen sei, für diesen besonderen Jahrgang eine Abifeier auf die Beine zu stellen. Vor acht Jahren habe es viele große Augen nach dem Motto „Was machen die mit uns?“ gegeben. Er hoffe, dass sich alle Erwartungen erfüllt haben und zitierte aus Ovids „Vier Weltzeitaltern“, um klarzumachen, dass in dem letzten, dem „normalen“ Zeitalter noch viele Aufgaben auf sie zukommen. „Aber ihr habt ein gutes Rüstzeug, um das zu bewältigen“, gab er sich hoffnungsvoll. „Ich wünsche euch eine Zukunft, die ihr zuversichtlich angehen könnt. Und wenn ihr Zeit habt, denkt an die gute Zeit im Gymnasium zurück.“

Hagedorn und Diehr übergaben dann mit „Corona-Gruß“ und strahlendem Lächeln den 88 Abiturienten ihre Abiturzeugnisse. Dazu gab es noch eine Tasche mit Sekt, dem Abiturorden und dem Grundgesetz. Zum Abschluss der Feier sang die Abiband den treffenden Song „Das ist der Moment – das ist unser Tag“, ehe es mit der umgedichteten Version von Ed Sheerans „I see fire“ in „Say goodbye“ noch Abschiedstränen gab.

Die erleichterten Abiturienten gesellten sich zu ihren Familien. Und bevor voraussichtlich am 18. September eine große Abifeier steigen wird, trafen sich einige Freundeskreise zu der einen oder anderen „kleinen“ Abiturfeier.

Eine Bildergalerie zur Entlassfeier finden Sie hier auf unserer Website.

Wie funktioniert Schule während der Corona-Krise?

Am Donnerstag, 23. April 2020, öffnen NRWs Schulen wieder, um Abiturienten und Abschlussklassen auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Die Schulen bieten ein Programm an, das den Schülern beim Lernen helfen soll. Denn trotz der Forderung vieler Eltern- und Lehrerverbände nach einem Durchschnittsabitur, sollen auch in diesem Jahr die Abiturprüfungen stattfinden. Die Prüfungen wurden um einige Wochen verschoben, sodass der 8. Mai der letzte Schultag für die Abiturienten sein wird. Um das Infektionsrisiko gering zu halten, sind gewisse Hygienemaßnahmen an den Schulen wichtig, um Schüler und Lehrer zu schützen. Auch am Kardinal-von-Galen Gymnasium in Kevelaer wurden einige Maßnahmen getroffen.

In einem Schreiben richtet sich Schulleiter Karl Hagedorn an die Schüler und bittet um die Beachtung der Regeln. Schülerinnen und Schüler sollen das Gebäude und das Schulgelände lediglich für das Lernangebot betreten. Außerdem wird auf den Abstand von zwei Metern hingewiesen, der zu anderen Schülern und Lehrern eingehalten werden muss. Zusätzlich bittet Hagedorn um ein Tragen von Nase-Mund-Masken. Der Wasserspender könne zur Zeit nicht genutzt werden, genauso wie das Foyer und der Oberstufenraum. Die Schule sei mit ausreichend Seife und Papierhandtüchern ausgestattet und habe Hygienebehälter zur Handdesinfektion auf den Fluren und im Eingangsbereich platziert. Außerdem gäbe es Plakate, die auf die wichtigsten Verhaltensregeln hinweisen. Zusätzlich soll eine ständige Kontrolle der Einhaltung der Regeln in Absprache mit der Stadtverwaltung und der Gesamtschule stattfinden, erklärt Hagedorn.

Die weiteren Schritte sind noch unklar

Zum Schutz der Schüler finden die Lehr-Angebote zeitversetzt statt. Die Abiturkurse wurden bereits in einzelne Gruppen unterteilt. An unterschiedlichen Tagen werden Kurse für das erste bis vierte Abiturfach angeboten. Bis zu zehn Schüler können in einem zehn Minuten Abstand zu ihrem jeweiligen Kurs gehen. Lehrer, die zur Risikogruppe gehören, werden vertreten, stehen jedoch teilweise noch per E-Mail mit ihren Schülern in Kontakt. Vor dem 4. Mai würden keine weiteren Schüler im Gebäude unterrichtet werden. „Dann werden nach neuen Überlegungen Maßnahmen erfolgen, deren Rahmenbedingungen seitens der Schulbehörden wir jetzt noch nicht kennen und daher noch entwickelt werden“, erläutert Hagedorn.

Schülerinnen und Schüler, die zur Risikogruppe gehören, werden gebeten, sich bei der Schule zu melden, damit individuelle Maßnahmen getroffen werden können. In den jeweiligen Unterrichtsangeboten, sollen Schüler die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und Themen zu wiederholen. Dennoch ist das Angebot freiwillig: Bei einer Nichtteilnahme wird um eine telefonische Absage im Sekretariat gebeten.

Hinter jeder Skizze steckt auch eine Geschichte

Anhand einer Skizze des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela, die dieser 2002 als Zeichnung seiner Gefängniszelle anfertigte und welche nun sehr wertvoll ist, stellte Paul Wans die große Bedeutung einer einfachen Skizze dar.

„Eine Skizze ist nicht nur ein Entwurf. Hinter jeder Skizze steht auch eine Geschichte.“
30 Schülerinnen und Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums Kevelaer freuten sich mit ihren Eltern und dem Leiter der Kunst AG Paul Wans über die offizielle Eröffnung ihrer Ausstellung in den Kevelaerer Räumen der Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze.

Neben den geladenen Gästen aus Politik und Gesellschaft, waren auch ehemalige Kunst AG Teilnehmer/innen sowie Freunde und Förderer der Einladung gerne gefolgt und sehr beeindruckt von den tollen Exponaten.

Diese Ausstellung findet anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Kevelaerer Gymnasiums statt. Auch das Gymnasium hat eine Geschichte, die Herr Karl Hagedorn, Schulleiter des Gymnasiums, dem Publikum näherbrachte. Am 12. März 1960 erhielten vor genau 60 Jahren die ersten Kevelaerer Abiturienten ihre Auszeichnung.

„Wir möchten mithilfe der Ausstellung die Schule in die Innenstadt bringen“, so Paul Wans, der sich bei allen Interessenten und Unterstützern bedankte, besonders bei der Sparkasse, die ihre Räumlichkeiten gerne zur Verfügung stellt.

„Wenn man bedenkt, dass die Jungs und Mädels den gepolsterten Bürostuhl vor dem PC gegen einen unbequemen Hocker austauschten und sich mit viel Ausdauer in der Öffentlichkeit hinsetzten, um stundenlang zu zeichnen, habe ich großen Respekt, aber besonders auch deshalb, weil die Werke sehr eindrucksstark sind. Sie sind von Schülerinnen und Schülern gefertigt, nicht von Studenten!“, sagte ine aus Köln angereiste Besucherin.

Alle Skizzen sind in einem Katalog zu sehen sowie einige Fotos, die die Schüler/innen bei ihrer Arbeit in den Städten und Museen zeigen.

Neben den beeindruckenden Werken an der Wand gab es an diesem Abend auch besondere Kunstwerke aus den heimischen Küchen der Schülerinnen und Schüler, die neben leckeren Getränken zum Abschluss der gelungenen Eröffnung gereicht wurden.

Der letzte Schultag kam völlig überraschend

Täglich gibt es neue Meldungen und Anweisungen vom Kevelaerer Gymnasium an die Schüler. Seit Montag ist es wegen des Corona Virus geschlossen und versorgt nun die Schüler via Homepage mit Unterrichtsmaterial.

Es wurde ein Bereich eingerichtet, in dem die Lehrer Wochenpläne für ihre Kurse hochladen, die die Schüler bearbeiten sollen und nach Möglichkeit auch Rückmeldung erhalten. In der Dienstbesprechung am Montag haben die Lehrer gemeinsam mit dem Schulleiter Karl Hagedorn über Software wie Sofatutor oder ähnliches diskutiert, um den Schülern Möglichkeiten zum Lernen zu geben.

Zwar gäbe es viele Arten des Online-Learning. Doch könne dieses den normalen Unterricht nicht ersetzen, erläutert Karl Hagedorn. Dies sei den Kolleginnen und Kollegen bewusst. Von daher gelte es, das richtige Augenmaß zu haben und nach Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler nicht zu überfordern.

Der persönliche Kontakt und die Kommunikation zwischen Lernendem und Lehrendem sei nicht zu unterschätzen. Beim Online-Learning fallen wesentliche Bestandteile des Unterrichts, wie Kommunikation, Reflexion und Lernerfolgssicherung weg, genauso wie die soziale Umgebung, in der sich der Schüler normalerweise befinde. Von der Schulschließung am härtesten getroffen sind die Abiturienten.

Viele hatten ihre letzte Schulstunde Donnerstag, ohne es zu wissen. Mitten in der Vorabitur-Klausurenphase wurden sie von dem Virus überrascht. So wurden Klausuren, die eigentlich am Dienstag geschrieben werden sollten, spontan auf Sonntag vorverlegt. Dies sei ein wichtiger Meilenstein, erklärt Hagedorn. Dennoch läge noch einiges vor ihnen. Durch die fehlenden drei Wochen, haben die Abiturienten das Gefühl ihnen fehle der letzte Schliff fürs Abitur.

Erschwerte Bedingungen haben auch Schüler, deren Lehrer schon vor der Schulschließung krankheitsbedingt ausgefallen sind. Dadurch musste bereits viel in Einzelarbeit oder ohne Lehrpersonen erarbeitet werden. Außerdem fallen Abschlussfeierlichkeiten, wie die Mottowoche weg, die normalerweise in der letzten Schulwoche ihres Schülerlebens stattgefunden hätte. Dies sei Hagedorn bewusst.

Kein Treffen, kein Frühstück und keine Fotos

Ansonsten waren noch einige Aktionen in den verschiedenen Kursen geplant, wie abschließende Kurstreffen oder gemeinsames Frühstück. Zusätzlich sollten auch Kurs- und Einzelfotos für die Abizeitung gemacht werden, was nun ausfällt. Viele Planungen müssen jetzt nach hinten verschoben werden und können erst nach den Abiturklausuren gemacht werden.

Ein wichtiges Vorhaben sei nun, die Emotionen aus der Situation herauszunehmen und sachlich an die Problematik heranzugehen. Die Vorbereitungen auf die Abiturprüfungen hätten schon mit Eintritt in die Qualifikationsphase, der 11. Klasse, begonnen. Trotzdem sollen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, mit den Lehrern in Kontakt zu treten, durch moderne Kommunikationsmittel, wie E-Mail oder Skype. Es sei möglich die Lehrer nach Konferenzsitzungen zu bitten, um sämtliche Fragen zu klären.

Ebenso sollen sich die Schüler untereinander austauschen und über Problemlösungen miteinander reden. Dieses geschieht bereits, da die Schüler in einem pausenlosen Austausch per Whats App sind. In der Whats App Gruppe der Abiturienten werden täglich neue Informationen weitergeleitet. Per E-Mail informieren Lehrer die Schüler und diese ihre Mitschüler. So wird zum Beispiel auch über das Verfahren der Notenvergabe berichtet.

Die Abiturienten müssen noch über ihre Zulassung informiert werden, genauso wie über die Benotung der Vorabiklausuren. Diese sollen per Post an die Schüler gesendet werden. Über die Zulassung sollen die Schüler digital informiert werden.

Dies sei der Stand der Dinge, der sich jedoch noch ändern kann. Auch die Schulen erhalten ständig neue Berichte und Anweisungen von dem Ministerium MSB und der Bezirksregierung über Verhalten und Maßnahmen. So könne die Sorge um ein gutes Abitur den Abiturienten nicht genommen werden und die Nervosität scheine Bestandteil der Abi-Prüfungen zu bleiben.

Abitur vor 58 Jahren

Die Abiturientia aus dem Jahr 1961 des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums trafen sich zum Klassentreffen. Seitdem sich der schulische Weg der ehemaligen Abiturienten vor 58 Jahren trennte, haben sie sich nun zum achten Mal zu einem Klassentreffen zusammengefunden.
Der Organisator des Treffens, Artur Elders-Boll, hatte ins Hotel „Goldener Apfel“ geladen. 15 der ehemals 23 Mitschüler (20 bestanden das Abitur im ersten Anlauf) erschienen zum Klassentreffen. Bei kühlen Getränken, reichlich Verpflegung und dem Besuch des Heimatmuseums konnte die Gemeinschaft in Erinnerungen schwelgen.
Im Jahr 1986 haben die Abiturientia das Kardinal-von-Galen-Gymnasium besichtigt, 25 Jahre nach ihrem Abschluss, erzählt Elders-Boll. Dort habe man einen Einblick in die Abiturprüfungen genommen. „Ich bin der letzte Klassensprecher“, erinnert sich Elders-Boll an seine Schulzeit. Nach dem Schulabschluss habe es zehn Jahre lang kein Klassentreffen gegeben. Danach habe man sich alle fünf Jahre getroffen, das letzte Treffen sei vor drei Jahren gewesen und das nächste Treffen plane man für 2021, da die Klasse in diesem Jahr „60 Jahre Abitur“ feiert.
Eine ehemalige Klassenkameradin kam sogar aus England angereist. Sie nahm den weitesten Weg auf sich. Aber auch aus Berlin und Hannover reisten zwei Herren zum Treffen an. Warum manche der ehemaligen Schüler einen so weiten Weg auf sich nahmen, wurde beim Treffen schnell deutlich: Es wurde viel gelacht und erzählt, die Stimmung wirkte vertraut – fast so, als wäre das Abitur noch gar nicht lange her.
Beim Treffen anwesend waren: Christa Austermann, Ria Berns (geb. Schmitz), Willi Deloy, Artur Elders-Boll, Uschi Geenen (Bercker), Winfried Jaschke, Franz-Dieter Kösters, Irene Leigthon (Suchanoff), Karl-Heinz Martens, Doris Moertter (Aengeneyndt), Eduard Mühlhoff, Ludwig Ophey, Elisabeth Pircher (Renard) und Peter Rennings.

The winner takes it all

Am Ende hielten die 72 erleichterten jungen Menschen auf der Bühne ihr Zeugnis in den Händen (sieben hatten nicht bestanden). Zwei Stunden zuvor war bei einigen von ihnen die Aufregung mit Händen zu greifen, als sie vor der Eingangstür des Bühnenhaus-Saales standen. „Das ist cool, aber man ist auch irgendwie nervös“, fasste John Zinn in vorderster Reihe das Gefühl aller Beteiligten ganz gut zusammen.

Gemeinsam betrat er mit den anderen den Saal, wo sie unter dem Beifall der Eltern, Angehörigen und Freunde Platz nahmen. Im Publikum applaudierte auch Miriam Koc ihrer Tochter Sinem beim Einmarsch. „Ich finde es gut, aber für mich als Mutter ist das natürlich sehr emotional.“

Tim Hendricks sorgte am Klavier für den Einstieg in die Feier, Schulleiter Karl Hagedorn begrüßte alle und erinnerte zugleich nochmal an die „schöne, aber wehmütige Feier“ zum Abschied der Haupt- und Realschule am Tag zuvor. Für die knackig-launige Rede des Vormittags sorgte einmal mehr Bürgermeister Dominik Pichler.

Die andere Seite hören

Bezugnehmend aufs ABBA-Abi­turmotto „The winner takes it all“ zitierte er ein paar Zeilen aus dem Lied. „Das Stück handelt von einer Frau, die ihren Mann an eine andere Frau verloren hat. Was soll uns das im Zusammenhang mit Ihrem Abitur sagen?“, sorgte die Bemerkung für Gelächter im Saal. Wie immer „quälte“ er auch diesen Jahrgang mit einem lateinischen Zitat, diesmal „Audiatur et altera pars“, der sinngemäß „Man höre auch die andere Seite“ bedeutet.

„Wie oft erlebt man es bei Facebook, dass jemand eine Meinung äußert über einen anderen, ohne dass die Frage gestellt wird, wie sich der Sachverhalt denn aus Sicht des anderen darstellt“, schlug Pichler den Bogen ins Heute. Das gelte auch für unkommentierte Hasskommentare im Netz. Da müsse man sich fragen, „was das Schweigen, möglicherweise sogar der Mehrheit, letztlich mit der Gesellschaft macht.“ Man könne „nicht nicht kommunizieren“, zitierte er den österreichischen Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick. 

Auch bei der „Fridays for future“-Bewegung reiche es nicht, nur kluge Ratschläge geben zu wollen oder mit der Debatte um Schulpflicht „Nebelkerzen“ zu werfen, sondern sich der Sachfrage „Klimaschutz“ zuzuwenden. Um dort eine kluge Lösung für alle hinzukriegen, bedürfe es des Austauschs von Argumenten. „Und da sind wir wieder bei „Audiatur et altera pars.“

Pichler rief die jungen Abiturienten dazu auf, ihre erworbene „Lizenz zum Denken“ immer wieder anzuwenden. „Bleiben Sie kritisch und lassen Sie sich nicht von einfachen Lösungen abspeisen.“ Er wünschte für die anstehende Abifeier, dass „niemand aufgrund des übermäßigen Genusses geistiger Getränke ein Waterloo erlebt“, man die „eine oder andere Dancing Queen“ auf der Tanzfläche findet und später beim gedanklichen „Thank you for the music“ die Erkenntnis wächst: „Money, Money, Money ist eben nicht alles im Leben.“

Keine Kinder mehr

Die Schüler waren stolz auf ihre Zeugnisse. Foto: AF

Für die Elternvertretung drückte Andrea Foitzik das Gefühl aus, das sicher viele an diesem Tag bewegte: „Kinder, was seid Ihr groß geworden. Kinder, wie ist die Zeit vergangen.“ Quasi gestern seien die Kinder noch „mit dem Bobbycar um die Ecke geflitzt. Jetzt zucke ich immer wieder zusammen, wenn mir einer von Euch am Steuer eines Autos entgegen- kommt.“

Die vergangenen zwölf Jahre „haben Euch geprägt und zu den Persönlichkeiten gemacht, die Ihr heute seid“, mit all den gemachten Fehlern, der Zeit, den Nerven und der Energie, die sie investiert hätten. Foitzik sprach von gewonnener „Lebenserfahrung und Reife“ sowie dem Schnuppern an der Erwachsenenwelt – mit der Lösung von Konflikten und wie Gemeinschaft gefördert wird.

„Ihr haltet heute Euer Abiturzeugnis in den Händen und dürft gehen, weggehen, weitergehen.“ Sie erinnerte an die vielen Wegbegleiter: die Eltern, „die euch buchstäblich an die Hand genommen“ haben und die ganze „Background-Arbeit“ (vom Korrekturlesen bis zum Butterbrote­schmieren) übernommen haben. Sie dankte den Lehrern, die „das nötige Wissen vermittelt“ und „die Pubertät unserer Kinder ausgehalten“ haben und dem „Mysterium Eva“ .

Zum Schluss hielt sie eine kleine Schultüte, „gefüllt mit Dingen, die Euch in Eurem Leben begleiten mögen“, hoch. Darin „enthalten“ waren Eigenschaften wie „Manieren“, „Moral“, „Respekt“, „Charakter“ oder „Verstand“. Die Aufzählung endete mit der „Liebe“: „Folgt Eurem Herzen und werdet glücklich.“

Musikalische Unterhaltung

Atousasadat Seyedian war die einzige Abiturientin, die „künstlerisch“ selbst zur Feier beitrug: Beim Song „Feeling good“ von Michael Bublé merkte man ihr die Aufregung nur kurz an. Ansonsten bewältigte sie die Aufgabe zur Begeisterung des Publikums souverän.

Als Schülervertreterin blickte Hannah Geßwein auf die diversen besonderen Erinnerungsmomente der Schüler zurück, die im Laufe der Zeit „trotz Diskrepanzen“ zusammengefunden haben, was sich in solchen Momenten wie der Literatur-Aufführung gezeigt hätte. Und sie ließ es sich nicht nehmen, die Kritik an dem nicht genehmigten „Randale-Tag“ seitens der Abiturienten klar zu formulieren.

Schulleiter Karl Hagedorn sprach zu den Abiturienten. Foto: AF

Schulleiter Karl Hagedorn quittierte die Bemerkung unter anderem mit einem „Hab ich drauf gewartet“. Er zeigte sich zuversichtlich, „dass jeder Schüler „seine Nische im Leben findet und eine erfolgreiche berufliche Karriere“ verwirklichen wird. Symbolisch dafür seien die Luftballons, die die Schüler mit ihren Wünschen hatten aufsteigen lassen.

Besondere Zeugnisvergabe

Hagedorn forderte die Schüler auf, „Werte wie Toleranz, Achtung und ihr soziales Engagement“ mitzunehmen, die sie in der Schulzeit erfahren haben und auf diese Zeit „mit vielen positiven Erinnerungen zurückzudenken.“ Man habe an der Schule zwar „auch nur mit Wasser“ gekocht, so Hagedorn, „aber wir haben gute Rezepte und kochen schmackhaft und lecker.“

Und auch die Übergabe der Abiturzeugnisse sorgte für erinnerungswürdige Momente. So stellte sich Laura-Marie Dombek nach dem Austausch mit Karl Hagedorn in die Schülerreihe und vergaß, ihr Zeugnis entgegenzunehmen. Hagedorn versprach sich bei einem Lob für eine Streitschlichterin: „Das sind die Schüler, die bei den Jüngeren den Streit stiften.“ Manuel Schulz lief zur Musik von „Löwenzahn“ auf die Bühne und Annika Schwartges verweigerte dem Direktor demonstrativ den Handschlag und ging an ihm vorbei. Am Abend folgte dann in edler Garderobe die abendliche Abifete, die die Beteiligten hoffentlich frei nach Pichler genossen haben. 

Der Schritt in ein neues Leben

Aufgeregt drängten sich die 84 Abiturientinnen und Abiturienten des Kardinal-von Galen-Gymnasiums durch den Eingang des Bühnenhauses – erwartungsvoll angesichts des besonderen Momentes, der sie an diesem Samstagvormittag dort erwartete.
„Das ist schwer zu beschreiben“, versuchte Malee Sprenger trotzdem zu sagen, was ihr in diesem Augenblick durch den Kopf ging: „Das Neue fängt an, aber wohin…mal sehen“, sagte die 18-Jährige und wartete wie ihre MitschülerInnen auf den kollektiven Einmarsch in den vollbesetzten Konzertsaal zur Feier unter dem Motto „Abilantis: 12 Jahre versunken – jetzt tauchen wir auf“.
Gespannt waren auch die zahlreichen Eltern und Familienmitglieder, die zu dem Festakt erschienen waren. „Es ist ein Lebensabschnitt, ein neuer Anfang. Wir sind stolz, dass die Kinder es geschafft haben, den Weg bis dahin zu gehen“, meinte Karl-Heinz Hellmans, dessen Tochter Carolin später das wertvolle Dokument in Händen hielt.
Auch für Karl Hagedorn war diese Abiturfeier kein Abschied wie jeder andere: „Das ist die erste Generation, die ich als Schulleiter mit der fünften Klasse eingeschult habe“, nannte er sie schon vor der offiziellen Begrüßung „eine besondere Generation mit ihren Besonderheiten.“
Ein wertvoller Abschluss
Das Abitur sei ein „wertvoller Abschluss, der einem Türen öffnet“, regte er humorvollerweise bei den Schülern an, sich als Lehrer zu versuchen: „Es wird nie einsam, es wird nie langweilig, und Sie wissen in den nächsten zehn Jahren, wann Urlaub ist.“
Die Summe des Wissens diene dazu, sich eine Meinung zu bilden und damit jetzt gefordert zu sein, „euer Leben zu gestalten, zu tun, was Ihr Euch wünscht.“
Bürgermeister Dominik Pichler wagte es nicht, sich an seine eigene abendliche Abifeier zu erinnern. „Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist“, meinte er etwas sibyllinisch. In seinem sehr launigen Grußwort zitierte er den griechischen Philosophen Sokrates mit den Worten zur Jugend und dem, was jede Generationen sich vorhalten lassen muss: „Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ Diese Dinge würden seitdem jeder Schülergeneration vorgehalten. „Die Alten haben es immer gewusst, die Welt ist aber nicht untergegangen“, gab er den AbiturientInnen mit auf den Weg, den kritischen Geist nicht zu verlieren.
Im Sinne von Konfuzius werde man auf alle drei Wege treffen, klug zu handeln – durch Nachdenken, Nachahmen und Erfahrung. „Die Welt ist bunt und kompliziert – und das ist gut so“, gab der Bürgermeister ihnen mit: „Es ist nicht das Ende, nicht mal der Anfang, aber das Ende vom Anfang. Ich finde das schön.“
Der Vorsitzende der Schulpflegschaft, Clemens Sieben, erinnerte sich an einen Schüler, der 2006 ein T-Shirt mit der Aufschrift „Abi 2018“ getragen hatte: „Das fand ich damals schon sehr mutig“, sagte er und freute sich – gewandt an die Schüler – „dass es bei Euch geklappt hat.“ Das Ende vom Anfang.
Wo ist die Zeit geblieben?
Man habe die Schüler auf dem Weg begleitet, was ihn „einige graue Haare gekostet“ habe, gestand er schmunzelnd ein. „Wo ist die Zeit geblieben?“, äußerte er einen Gedanken, den alle Eltern im Saal teilen konnten. Ob man sich Sorgen machen müsse? „Da muss ich sagen: Nö. Ihr seid gut vorbereitet.“
Der stellvertretende Jahrgangssprecher, Luca Luyven, machte in seiner Rede – vielleicht nicht ganz ernst gemeint – klar: „Ihr gehört jetzt zur Elite der Gesellschaft.“ Das vergangene Schuljahr sei das beste seines Lebens gewesen. Mit seinen Freunden habe er zwischen Montag und Freitag mehr Zeit verbracht als mit der eigenen Familie, wandte sich Luyven direkt an seine Mitschüler: „Vielen Dank für all die wunderbaren Jahre, dass Ihr mir das Schulleben so erträglich gemacht habt.
Den musikalischen Part der Feier übernahmen dann die Schüler selbst: Hannah Müller am Klavier und Eva Kraska präsentierten im Duett „arms“ von Christina Perri. Anna Boscheinen bot am Flügel eine geradezu traumwandlerisch-romantische Interpretation des „Liebestraum n.3.“ von Franz Liszt. Und erneut Hannah Müller überzeugte mit einer gesanglich wunderbaren Version eines Songs von Alexa Feser, der sinnbildlich für das stand, was als Vision für die Zukunft aller Abiturienten am Ende stehen soll: „Das Gold von Morgen.“
Anschließend wurden die Abiturzeugnisse verteilt, wobei Schulleiter Hagedorn jeden einzelnen Schüler mit seinen besonderen Leistungen würdigte – ob nun als Schülervertreter, Streitschlichter, in der Theater-AG, bei der „Denkpause“, als MusikerIn oder für besondere Schulleistungen – wie bei Jan Eyll. Der hatte mit 1,3 Notendurchschnitt das beste Abitur abgeliefert. Am Abend ging es dann in zauberhaften Kleidern und Anzügen zur „richtigen“ Party erneut ins Bühnenhaus.

Abiturientia 2018
Das Abiturzeugnis erhielten: Max Aartsen, Sophia Aland, Lina Baumgärtner, Joris Beetz, Charlotte Blix, Anne Boscheinen, Lorena Breuer, Clara Brezinka, Myriam Cox, János Derks, Cristin Deselaers, Jan Eyll, Lena Fehlemann, Desiree Feller, Marie Flücht, Janina Gehrmann, Nils Gesthüsen, Jos Grootens, Ilirian Haliti, Anna Halmans, Leon Hebben, Carolin Hellmanns, Frederik Hendricks-Kühn, Louisa Holtmann, Michel Hornbergs, Thomas Ingenstau, Lara Jakobs, Christian Janßen, Niklas Jirousch, Aline Joosten, Matthis Keuler, Angelika Knet, Carolin Kösters, Finn Kott, Eva Kraska, Jona Krüling, Max Liebeheim, Marie Lommen, Merle Loock, Luca Luyven, Leon Maags, Jannik Marliani, Christoph Marquardt, Maximilian Merten, Tobias Metzelaers, Paul Michels, Malte Moeselagen, Monique Molderings, Hannah Müller, Rajinder Multani, Abrama Nikrandt, Cordell Nikrandt, Martin Nowak, Julius Oppermann, Yannick Pooth, Kira Reinschlüssel, Ina Ricker, Julius Riegel, Sarah Rosenetzke, Marei Schmidtmann, Henrik Schopmans, Saskia Schumann, Romy Schwarzer, Jonas Sieben, Silas Smeets, Malee Sprenger, Luca Stehr, Korbinian Steiner, Joke Stevens, Emma Tätemeyer, Lukas Teneyken, Jana Theiß, Joré Thielen, Lukas Tissen, Wiebke van Bebber, Sven van Bühren, Dominik Venmanns, Mathias Verhaelen, Laura Verhoeven, Konrad Vink, Annkatrin Waerder, Eva Widera, Nick Willems, Katharina Zorn.

Abiturientia des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums Kevelaer 2018. Foto: Axel Hundertmarck

„ABInauten“ – wir greifen nach den Sternen

Pfarrerin Karin Dembek und Kaplan Christoph Schwerhoff zogen feierlich mit der Abiturientia des Kardinal-von-Galen Gymnasium in die mit Lehrern, Eltern, Familienangehörigen und Freunden voll besetzte St. Antonius Kirche ein. Den 74 Schülerinnen und Schülern, die soeben das Abitur bestanden und so den höchsten Schulabschluss in Deutschland erreicht haben, war es wichtig, den neuen, vor ihnen liegenden Lebensabschnitt, unter das Wort Gottes zu stellen.
„Wir machen uns auf den Weg“ und „Wir greifen zu den Sternen – wenn nicht jetzt, wann dann“, waren die Grundaussagen für den Gottesdienst. Schwerhoff stellte nach der Lesung aus Prediger 3, 1-11 fest: „Alles hat seine Zeit und nun ist die Zeit, wo Sie etwas geschafft haben und stolz auf sich sein können. Es ist die Zeit, auch nach einigen Kurven und Umwegen der neuen Bestimmung zu folgen. Gott hat etwas Bestimmtes mit Euch vor und wird Euch dabei helfend beistehen.
Den Gottesdienstes gestalteten auch einige der Abiturienten mit. Gänsehautstimmung verbreitete dabei Lea Halmans, als sie „Wir können alles sein baby“ von Julia Engelmann rezitierte. Sie traf dabei nicht nur den Poetry-Slam-Sound der Autorin, sondern auch mit der Aussage des Textes den Nerv der Anwesenden. Sternenaktion und Segen mit anschließendem Sektempfang und Luftballon-Aktion schlossen den Vormittag ab.
Im Konzert- und Bühnenhaus hingen unzählige silberne Sterne von der Decke als die Gäste und die Abiturientia dort zur Abiturfeier zusammenkamen. „Use Somebody“ von Kings of Leon präsentierten Pia Angenendt (Gesang) und Jan-Joel van den Weyenbergh (Flügel), bevor die stellvertretende Schulleiterin Dr. Astrid Czubayko-Reiß die Anwesenden begrüßte und im Anschluss ein spontanes Geburtstagsständchen erhielt.
Das Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Kevelaer, Dr. Dominik Pichler war, wie von ihm gewohnt, in gut gelaunter Manier. Zunächst konnte er es sich nicht verkneifen bei dem gewählten Abi-Motto einige Passagen aus den Star Wars Filmen zu zitieren bevor er („Natürlich werde ich Sie, ebenso wie den vorigen Abi-Jahrgang, nicht mit Latein verschonen“) unter anderem erklärte, dass Abitur vom lateinisch abire ‚davon gehen‘, abgeleitet ist. „Er oder sie wird weggegangen. Sie feiern also das weggegangen werdens.“ Als er mit den Worten „Möge die Macht mit Euch sein“ endete, brandete tosender Applaus auf.
Auch die Grußworte der Elternvertretung durch Georg Foitzik, des Jahrgangsstufensprechers Trung Vi Pham und des Schulleiters Oberstudiendirektor Karl Hagedorn wurden mit viel Beifall bedacht. Kathrin Schick (Gesang) und Hannah Müller (Gesang und Flügel) mit Leonard Cohens „Halleluja“, Anna Bieck (Gesang) und Jan-Joel van den Weyenberg mit Peter Maffays „Ich wollte nie erwachsen sein“ und Kathrin Schick und Pia Angenendt mit „Father and Son“ von Cat Stevens sorgten im Verlauf für den musikalischen Rahmen.
Zu ausgewählten Klängen und zu selbsteingereichten Kinderbildern, die auf einen Sternenhimmel projiziert wurden, erhielt jeder Abiturient sein „Reife-Zeugnis“ und eine Rose. Diejenigen, die sich in der Streitschlichtung oder der Schülerverwaltung engagiert hatten wurde zusätzlich ein Buchgeschenk überreicht. Vier Abiturienten wurden besonders erwähnt. Sie hatten die Besten Leistungen erbracht. Ein Abitur mit 1,3 schafften Klara Werthmanns, Lea Halmans und Shannon Mc Govern.

Sophie Thyssen machte als Schulbeste ihr Abitur mit 1,0.


Die Bestleistung mit einem Schnitt von 1,0 erzielte Sophie Thyssen. Etwas verlegen äußerte sie, dass sie eigentlich gar nicht so übermäßig gelernt habe. Nur für Mathematik waren einige Lernstunden erforderlich. Das nächste Jahr möchte sie mit „Work and Travel“ nach Australien und Neuseeland verbringen und voraussichtlich Sport fürs Lehramt und Sportmedizin studieren.
Am Abend und bis früh in den Morgen wurde dann im Bühnenhaus eine riesige „Sternenreise“ unternommen. Mit enormen Aufwand war der Saal dekoriert worden. Neben einem ausführlichen Rückblick bedankte sich die Abiturientia bei den Lehrkräften und besonders den Eltern für die Unterstützung auf dem Weg zum Abitur. Manches Taschentuch der Rührung wurde dabei benötigt. Buffet, Vorträge, viel Erinnerungsaustausch, Musik und Tanz rundeten eine gelungene und fröhliche  Abiturfeier ab.
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