Stickoxidgrenzwerte an Rheinstraße eingehalten

Messungen an drei Punkten über ein Jahr haben ergeben, dass dort keine Durchschnittsgrenzwerte überschritten werden

Die Rheinstraße vor der Kreuzung zur B 9 . Foto: Archiv/nick

Die Diskussion um Schadstoffbelastungen der Luft durch den Autoverkehr wird nicht nur in den Großstädten geführt. Schließlich gibt es auch in kleineren Städten problematische Verkehrsverhältnisse. Unbestritten ist die Rheinstraße eine der am höchsten belasteten Straßen in Kevelaer und zudem noch dicht bebaut. Um Klarheit über die Belastungssituation zu bekommen, wurde hier die Stickstoffdioxidkonzentration gemessen.

Stickstoffdioxid (NO2) ist ein Luftschadstoff, der überwiegend als unerwünschtes Nebenprodukt in Verbrennungsprozessen entsteht. Ein Hauptverursacher der Schadstoffe ist der Verkehr. Bei regelmäßiger Überschreitung der Grenzwerte kann der Schadstoff die Lungenfunktion beeinträchtigen und der Umwelt schaden. Dass dies ernst zu nehmen ist, zeigen die zuletzt gerichtlich durchgesetzten Fahrverbote in einigen Großstädten.

Auf die hohe Verkehrsbelastung der Rheinstraße wird immer wieder durch die Interessengemeinschaft pro OW1 hingewiesen. 2017 haben die Interessengemeinschaft und die Fraktionen der FDP und der KBV eine Messung der Schadstoffbelastung für den Bereich der Rheinstraße zwischen der Niersbrücke und der B 9 beantragt. Die Befürchtung war, dass auch auf der Rheinstraße der Grenzwert überschritten wird. Im Oktober 2017 hat der Stadtrat diese Messung beschlossen.

Für die orientierende Stickstoffdioxidmessung mit Passivsammlern über zwölf Monate wurde das Institut für Energie- und Umwelttechnik aus Duisburg beauftragt. Gemessen wurde an drei verschiedenen Stellen der Rheinstraße, an denen Messröhrchen aufgehängt wurden. In den Messröhrchen sammelt sich der Schadstoff in einem absorbierenden Medium an und kann dann analysiert werden. Am 1. Februar 2018 begann die Messung, nach jedem Monat wurden die Röhrchen gegen neue ausgewechselt und zur Analyse an ein Schweizer Labor geschickt. Die letzte Messung der Jahresreihe wurde Ende Januar abgeschlossen. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit beträgt der über ein Kalenderjahr gemittelte Grenzwert für Stickstoffdioxid 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (40 µg/m³). Von den zwölf gemessenen Monatswerten muss daher ein Mittelwert gebildet werden, wobei jede Messstelle einzeln zu betrachten ist. Die Messstelle in der Nähe der Kreuzung mit der B 9 zeigt die höchste Belastung mit dem Durchschnittswert von 34,9 µg/m³ NO2 und liegt damit noch unter dem Grenzwert. An der Mitte des Straßenabschnitts wurde ein Wert von 28,6 µg/m³ NO2 gemessen und in Richtung der Niersbrücke von 34,8 µg/m³ NO2. Insgesamt ist daher festzustellen, dass der gesetzlich vorgegebene Grenzwert im untersuchten Abschnitt der Rheinstraße trotz der hohen Verkehrsbelastung im Jahresmittel unterschritten wird.

In der Weltgesundheitsorganisation, von der die Empfehlung für den aktuellen Grenzwert stammt, und auch unter Mediziner wird derzeit jedoch diskutiert, ob der Grenzwert nicht auf 30 µg/m³ gesenkt werden müsste, da sich in Studien bereits bei 20 µg/m³ Beeinträchtigungen der Gesundheit gezeigt haben. Dies beträfe auch die Rheinstraße.