„Stairway to Heaven“ und Musik zu „Harry Potter“ in der Kerzenkapelle

Zu dem besonderen Patrozinium begrüßte Basilika-Organist Elmar Lehnen die rund 40 Zuhörer in der Kerzenkapelle. „Ich bin selber unheimlich gespannt, was sich dahinter verbirgt“, wünschte er für das Programm „Klassikfantasie“ des Organisten Matthias Zeller und Daniel Schmahl an Trompete und Flügelhorn „eine entspannte, klangvolle Stunde.“

Die beiden Musiker stimmten sich derweil im Kirchenschiff an der Orgel auf das Konzert ein. „Die Crossover-Leidenschaft haben wir schon lange“, erläuterte Daniel Schmahl. „Wir haben uns auf einem Bachfest getroffen und das dann entwickelt.“ Ihnen gehe es darum, „auch andere Leute für klassische Musik zu begeistern und zu motivieren, mehr in Livemusik-Konzerte zu gehen.“

Dementsprechend hatten sie für den Abend ein Repertoire gewählt, das klassische Kompositionen in eigenständigem Gewand präsentierte und dabei auch eine Symbiose mit anderen „Klangwelten“ nicht scheute.

Zum Auftakt präsentierte das Duo Tomaso Albinonis „Adagio“ in schwungvollem Wechselspiel und Gleichklang der Instrumente, wobei schon zu Beginn akustisch deutlich wurde, wie dominant der Trompetenklang die Kapelle durchdrang – für einige Zuhörer zu dominant.

Danach bot das Duo eine getragene und elegische Version von Johann Sebastian Bachs „Jesus bleibet meine Freude“ , ehe es dann in das erste richtige Klangexperiment mit zwei bekannten Filmmelodien der modernen Zeit ging: „Hanging tree“ aus den „Tributen von Panem“ und dem „Imperial March“ aus dem Klassiker „Star Wars“.

Die von Jennifer Lawrence im Original gesungene Melodie wurde von der Orgel mit der entsprechenden Schlichtheit transportiert, machtvoll-zugespitzt entwickelte der Musiker dann den Science-Fiction-„Marsch“ zu einem beeindruckenden Klangwerk.
Später gab es ein weiteres Klang­experiment dieser Art – eine Orgel­improvisation mit einer Symbiose aus Robert Schumanns „Träumereien“ und der mehrfach variierten Titelmelodie aus „Harry Potter“.

Nach einem sehr „jazzigen“, fast swingend-improvisativen Präludium von Bach versetzten die beiden Musiker dessen „Air“-Klassiker unter anderem mit Versatzstücken aus dem Led-Zeppelin-Klassiker „Stairway to heaven“, ehe Matthias Zeller der Filmmusik aus „The piano“ mit starken Registern, einer herabströmenden Klangwelle und komplex-tänzelnder Anmut Gestalt gab.

Der Grieg-Komposition „Solveigs Reise“ aus „Peer Gynt“ verliehen sie schwebende Weite, gedämpfte Fröhlichkeit und getragene Atmosphäre. Und mit dem „Gigue“ von Bach in angehauchtem Karibik-Flair schloss das Duo eine unterhaltsame Stunde ab, die vom Publikum mit minutemlangen Applaus bedacht wurde. Als Zugabe boten die beiden dann noch eine würdevolle Version von Salvador Sobrals „Amor pelos dios“ , dem Siegersong des Eurovision Song Contests.