Am Dienstag, 8. September 2026, tagt der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung der Wallfahrtsstadt Kevelaer. Auf der öffentlichen Tagesordnung stehen 15 Vorlagen – von technischen Planänderungen bis zu politisch sensiblen Themen wie der Einführung einer Grundsteuer C. Für die Leser des Kevelaerer Blattes haben wir die wichtigsten Punkte analysiert und bewertet, welche Entscheidungen besonders relevant für den Alltag in Kevelaer, Twisteden, Wetten und den anderen Ortschaften sind.
Parkscheiben und Verkehrssicherheit: Alltagsrelevanz für Autofahrer
Zwei Vorlagen betreffen direkt den Straßenverkehr und das Parken in Kevelaer. In der Vorlage 119/2026 berichtet die Verwaltung über die Parkscheibenregelung im Bereich des Bahnhofs und der Innenstadt. Hintergrund ist, dass die bisherigen Regelungen überprüft und möglicherweise angepasst werden sollen – etwa um die Parkdauer zu begrenzen oder die Kontrolle zu verschärfen. Für Pendler, Einkaufende und Wallfahrtsgäste könnte das bedeuten, dass sie künftig genauer auf die Parkzeit achten müssen.
Ebenfalls von praktischer Bedeutung ist die Vorlage 117/2026 zur Unfallhäufungsstelle an der Geldernschen Straße. Die Verwaltung legt dar, wo es in der Vergangenheit vermehrt zu Unfällen kam und welche Maßnahmen geplant sind – etwa eine bessere Beschilderung, Ampelanpassungen oder bauliche Veränderungen. Für Anwohner und regelmäßige Nutzer dieser Straße ist das ein wichtiges Signal: Die Stadt reagiert auf Gefahrenstellen und will die Sicherheit erhöhen.
Grundsteuer C: Ein möglicher „Aufreger” für Grundstückseigentümer
Besonders kontrovers könnte die Vorlage 116/2026 werden: die Einführung einer Grundsteuer C. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Steuer auf bebaubare, aber unbebaute Grundstücke. Ziel ist es, Spekulationen zu verhindern und den Druck zu erhöhen, Bauland schneller zu erschließen. Für Eigentümer von Brachflächen oder leerstehenden Grundstücken in Kevelaer und den Ortschaften könnte das finanzielle Folgen haben.
Die Verwaltung hat ein vorläufiges Prüfergebnis vorgelegt, das nun im Ausschuss beraten wird. Sollte die Grundsteuer C kommen, wären vor allem diejenigen betroffen, die größere Flächen besitzen, diese aber nicht bebauen. Für die Bürger ist das ein klassisches „Aufreger”-Thema: Es geht um Eigentum, Steuern und die Frage, wie die Stadt mit knappen Wohn- und Gewerbeflächen umgeht.
Wohnen und Bauland: Neue Konzepte für Kevelaer
Eng verknüpft mit der Grundsteuer C ist die Vorlage 125/2026 zum kommunalen Handlungskonzept Wohnen und Baulandbeschaffung. Die Stadt will damit langfristig sicherstellen, dass ausreichend Wohnraum für Familien, Senioren und Zuzügler entsteht. Geplant sind unter anderem neue Baugebiete, die Aktivierung von Brachflächen und eine stärkere Zusammenarbeit mit privaten Investoren. Für junge Familien und Menschen, die in Kevelaer bauen wollen, ist das eine positive Nachricht: Es könnte mehr bezahlbares Bauland geben.
Zusätzlich wird in der Vorlage 126/2026 eine neue Richtlinie zur Beteiligung von Bürgern bei städtebaulichen Projekten beschlossen. Das bedeutet: Bei größeren Bauvorhaben sollen Anwohner und Interessierte früher und transparenter informiert werden. Das stärkt die Mitbestimmung und könnte Konflikte bei neuen Bauprojekten verringern.
Kita-Ausbau in Twisteden: Bebauungsplan für mehr Betreuung
Familien in Twisteden freuen sich über die Vorlage 112/2026: Der Bebauungsplan Nr. 23 sieht den Ausbau der Kita am Maasweg vor. Konkret geht es um die Aufstellung eines neuen Plans, der die rechtlichen Voraussetzungen für die Erweiterung schafft. Damit könnte mehr Betreuungsplatz für Kinder entstehen – ein Thema, das in der gesamten Region Kevelaer seit Jahren diskutiert wird. Für Eltern ist das ein konkretes Signal: Die Stadt investiert in die Zukunft der Kinder.
Gewerbegebiete und Flächennutzungsplan: Wirtschaftsförderung im Fokus
Mehrere Vorlagen betreffen die langfristige Entwicklung von Gewerbegebieten und den Flächennutzungsplan der Stadt. In den Vorlagen 68 c/d/2025 geht es um die Neuordnung des Gewerbegebiets Kevelaer Nr. 101. Ziel ist es, Flächen für Unternehmen attraktiver zu gestalten und gleichzeitig Umweltstandards einzuhalten. Für lokale Gewerbetreibende und potenzielle Investoren ist das ein wichtiger Schritt, um Kevelaer als Wirtschaftsstandort zu stärken.
Die Vorlagen 70 c/d/2025 und 89 a/2024 betreffen Änderungen am Flächennutzungsplan. Dabei werden langfristige Weichen für die Stadtentwicklung gestellt – etwa welche Flächen für Wohnen, Gewerbe oder Grünflächen vorgesehen sind. Diese Entscheidungen wirken oft erst Jahre später, sind aber grundlegend für die Entwicklung Kevelaers.
Politische Anträge: CDU und FDP bringen eigene Ideen ein
Neben den Verwaltungsvorlagen stehen auch Anträge der Fraktionen auf der Tagesordnung. Die CDU-Fraktion hat mit der Vorlage 118/2026 einen Antrag zur Erhöhung von Fördermitteln für bestimmte Projekte eingereicht. Details sind noch nicht öffentlich, aber es geht vermutlich um zusätzliche Unterstützung für lokale Initiativen oder Infrastrukturmaßnahmen.
Die FDP-Fraktion bringt mit der Vorlage 115/2026 einen Antrag zur Änderung einer Richtlinie ein. Auch hier sind die genauen Inhalte noch nicht vollständig bekannt, aber die FDP setzt sich traditionell für bürokratieabbauende Maßnahmen und wirtschaftsfreundliche Regelungen ein.
Arbeitsprogramm Stadtentwicklung: Was 2026/2027 geplant ist
Mit der Vorlage 132/2026 legt die Verwaltung das Arbeitsprogramm für den Bereich Stadtentwicklung vor. Darin sind alle geplanten Projekte und Maßnahmen für die kommenden Monate zusammengefasst – von der Überarbeitung des Einzelhandelskonzepts bis hin zu neuen Mobilitätsprojekten am Bahnhof. Für Bürger ist das ein guter Überblick, woran die Stadt aktuell arbeitet und welche Themen in den nächsten Monaten auf sie zukommen.
Fazit: Viel Stoff für Diskussionen
Der Stadtentwicklungsausschuss am 8. September 2026 hat eine volle Agenda. Besonders die Grundsteuer C und die Parkscheibenregelung könnten für Diskussionen sorgen. Aber auch positive Themen wie der Kita-Ausbau in Twisteden und neue Baulandkonzepte zeigen: Die Stadtentwicklung in Kevelaer ist in Bewegung. Für die Bürger lohnt es sich, die Entscheidungen im Blick zu behalten – denn sie beeinflussen direkt, wie Kevelaer in den kommenden Jahren wächst und sich verändert.



Wallfahrtsstadt Kevelaer