Die Miete steigt, die Nebenkostennachzahlung ist höher als erwartet, die Rente reicht kaum. Viele Menschen in solchen Lagen hätten Anspruch auf staatliche Unterstützung, stellen aber keinen Antrag. Manche möchten nicht als Bittsteller dastehen, andere wissen nicht, was ihnen zusteht oder wie das Verfahren abläuft. Für sie findet am Montag, 5. Oktober 2026, um 17 Uhr in der Tagesstätte Zur Krone, Amsterdamer Straße 4, ein Sozialtreff statt.
Teilnehmen kann jeder, der Fragen zur Grundsicherung, zur Sozialhilfe oder zum Wohngeld hat. Man muss sich nicht anmelden. Moderiert wird der Treff von Ricarda Lambertz und/oder Herbert Looschelders vom Sozialberatungsverein Selbsthilfe e.V. Der Verein veranstaltet den Abend als Mitveranstalter der Paritätischen Akademie NRW.
Ein gesetzlicher Anspruch
Grundsicherung, Sozialhilfe und Wohngeld sind gesetzlich geregelte Leistungen. Wer die Voraussetzungen erfüllt, hat Anspruch darauf. Wohngeld etwa können auch Berufstätige, Rentner und Familien mit geringem Einkommen erhalten. Viele von ihnen wissen das nicht. Wer sich beraten lässt, nimmt sein Recht wahr.
Bescheide prüfen lassen
Die Besucher können Bescheide von Behörden mitbringen. Die Berater erklären den Inhalt, schätzen ein, ob ein Widerspruch Aussicht auf Erfolg hat, und zeigen Wege zur Rechtshilfe auf. Bei Bedarf vermittelt der Verein Einzelberatungen. Für rechtliche Fragen steht eine Rechtsanwältin zur Verfügung.
Kritik an Bürokratie und Wartezeiten
Der Verein sieht bei den Behörden derzeit vor allem zwei Probleme. Antragsteller müssten zu viele bürokratische Auflagen und Mitwirkungspflichten erfüllen, die für die Bearbeitung nicht nötig seien. Außerdem dauere es von der Antragstellung bis zur Bewilligung zu lange, weil zu wenig Personal vorhanden sei. Nach Einschätzung des Vereins können dadurch weitere Notlagen entstehen, etwa der Verlust der Wohnung oder eine Stromsperre. Er rät deshalb, sich frühzeitig beraten zu lassen.
Angehörige ausdrücklich eingeladen
Der Sozialtreff dient auch dem Erfahrungsaustausch unter Menschen, die Leistungen beziehen oder sich mit dem Thema beschäftigen. Willkommen sind auch Angehörige, Freunde und Nachbarn, die jemanden unterstützen, sowie Betreuer aus dem betreuten Wohnen. Wer einen Bekannten mit Anträgen oder Bescheiden überfordert sieht, kann ihn begleiten oder die Fragen für ihn mitbringen.
Sozialtreffs des Vereins gibt es auch in Kleve, Goch, Emmerich und Geldern.
Schnelle Fakten
Auf einen Blick
- Termin: Montag, 5. Oktober 2026, 17 Uhr
- Ort: Tagesstätte Zur Krone, Amsterdamer Straße 4, Kevelaer
- Themen: Grundsicherung, Sozialhilfe, Wohngeld
- Mitbringen: Bescheide und Unterlagen, falls vorhanden
- Kosten: kostenlos
- Alternativ: ehrenamtliche Beratung in Kleve, Tel. 0178 5292234, http://www.kleverland-sozial.de



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