Seniorenbeirat diskutiert aktuelle Themen

Die Idee ist gut. Doch in der Praxis gibt‘s gehörige Hindernisse bei der Durchführung: Eine so genannte „Taschengeldbörse“ im Internet war eines der Themen der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirats.

Einfach gesagt stellen bei einer solchen „Börse“ Senioren Aufgaben auf einer Internetseite ein, die Jugendliche dann gegen ein Taschengeld übernehmen können. André Marchi und Hans-Werner Ellerbrok hatten die Möglichkeit recherchiert, eine solche Börse auch in Kevelaer zu installieren – und waren dabei auf zahlreiche Argumente gestoßen, dies nicht zu tun.

Einführung der Einrichtung abgelehnt

Neben oft fehlender Internet-Affinität der Senioren stehe der Aufwand bei der Vorbereitung und Pflege einer solchen Internetseite in keinem Verhältnis zum Zweck, erklärte Marchi. Neben dem entsprechenden Zeitaufwand müssten zahlreiche versicherungs-, datenschutz- und personenschutzrechtliche Aspekte beachtet werden, fasste er zusammen, warum eine Taschengeldbörse in seinen Augen ein „Bürokratie-Monstrum“ sei. Im Ergebnis lehnte der Seniorenbeirat die Einführung dieser Einrichtung ab. „Ich stelle fest: Es ist gar nicht so einfach, etwas Gutes zu tun“, resümierte die Vorsitzende Ellen Borman.

Mangelndes Engagement kann man den Mitgliedern des Beirates grundsätzlich nicht vorwerfen, das machten die Vorbereitungen zur Planung der Gesundheitsmesse im kommenden Jahr deutlich. „Burnout, Depression, Demenz“ sollen die Themen sein und zahlreiche Aussteller rund um Medizin, Versorgung und Lebensgestaltung sollen im Vorfeld zum Mitmachen angeregt werden.

Das Thema „Klimaschutz“ scheint die Senioren besonders zu beschäftigen. Das machte die engagierte Diskussion in der Runde deutlich, die sich in ihrem Raum neben der Kevelaerer Tafel traf.

Zwar gibt es innerhalb des Gremiums unterschiedliche Blickwinkel, wie Klimaschutz funktionieren kann, die von einfachen Anregungen, wie etwa der Nutzung von Mehrweg-Beuteln beim Einkauf, über die Einrichtung von Blumenwiesen und Insektenhotels bis zur Einordnung von Maßnahmen in einen gesamtwirtschaftlichen Kontext, etwa über die Folgen auf dem Arbeitsmarkt reichten.

Ansichten und Forderungen besser verstehen

Konsens jedoch war, dass man bei diesem Thema mit der Jugend in Kontakt treten könne, hier gebe es Berührungspunkte, etwa mit der „Fridays for Future“-Bewegung in Kevelaer. Der Beirat will nun versuchen, Kontakte zu knüpfen, um etwa bei einer Diskussionsveranstaltung sich gegenseitig vorzustellen und die jeweiligen Ansichten und Forderungen besser zu verstehen. „Das ist ein Thema, das uns alle angeht“, fasste ein Teilnehmer der Beiratssitzung die generationenübergreifende Klammer zusammen.