Segnung der neuen Grundsteinurkunde in der Urbanuskirche

Eine Glastafel mit dem Aufdruck dreier Säulen ist nun für alle zugänglich

Segnung der neuen Grundsteinurkunde in der Urbanuskirche durch Pastor Babel. Foto: privat

Man spricht heute in der Kirche viel von Neu–Evangelisierung, Tauf – Erneuerung, Sakramenten-Erneuerung, neuem Katechumenat. Vor kurzem geschah in der Urbanuskirche etwas ähnliches und außergewöhnliches. Eine Glastafel, neu auf der Südseite der Kirche vor der Figur des Heiligen Urbanus angebracht, wurde gesegnet.

Wie das alles so kam? – Der Patron der Kirche und des ganzen Ortes ist der heilige Papst Urban I., der im Jahr 230 als Märtyrer starb. Zwischen 1088 und 1099 war Urban II Papst und Bischof von Rom. In diese Zeit fällt die Pfarr- Gründung in Winnekendonk und die Namensgebung St. Urbanus. Im 15.Jahrhundert -1446- entstand die spätgotische Urbanus–Kirche. Immer wieder gab es Angriffe, Zerstörungen und Brände.

Nach wechselvoller Geschichte entschied man sich für den Neubau einer großen dreischiffigen neugotischen Kirche mit erhöhtem Chor. Am 5.Juli 1886, vor 134 Jahren, war die Grundsteinlegung. Die Urkunde wurde in eine kostbare Glasflasche gegeben. Dazu wurden Münzen und eine Tageszeitung unter dem dann noch entstehenden Hochaltar eingemauert.

1945 wurde die Kirche noch zum Kriegsende schwer getroffen. Der Glaszylinder mit der Grundstein–Urkunde gelangte unversehrt ins Pfarrhaus, wo er lange unbeachtet lagerte. Erst bei Restaurierungsarbeiten des Hauses bei einem Pfarrerwechsel fand man das wertvolle Gefäß. Es war dann noch einmal verschollen. Pünktlich aber zur 125–Jahr–Feier der Kirche am 27. September 2012 war das Glasgefäß mit Inhalt wieder gefunden und lag bei der Jubiläumsmesse auf dem Altar. 

Der Förderverein St. Urbanus wollte nun den Text der Urkunde auch den Kirchenbesuchern für immer zugänglich machen. Man fand eine gute Lösung: Eine Glastafel mit dem Aufdruck dreier Säulen: der Urtext der Urkunde in Latein, die Übersetzung ins Deutsche (Pfarrer Theo Boymann) und eine dritte Kolumne mit einigen Geschichtsdaten und dem Abbild der Glasflasche von 1886.   Pastor Babel, Mitglied des Fördervereins, hat die Tafel nun gesegnet. Ein großer Dank gilt dem Förderverein und seinem Vorsitzenden Johannes Bongartz und der Firma Glas Neumann / Twisteden, die die Tafel anfertigte.

Pastor Babel wünschte sich zur Segnung: „Möge der dreifaltige Gott, dem alle Ehre gebührt, die Kirche St. Urbanus, die Gemeinde St. Urbanus (in der Antonius Pfarre Kevelaer) den Ort, das Land, die Menschen auf die Fürsprache des Heiligen Urbanus neu segnen und den Glauben beleben.“