Zum neunten Mal ist am 21. September in Münster der Ehrenamtspreis
von Bistum, Diözesankomitee und “Kirche+Leben” verliehen worden. Die mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Rahmen eine Empfangs in der Bistumsakademie Franz-Hitze-Haus an drei Preisträger übergeben. Der zweite Preis und 3.000 Euro gingen an die Kindersecondhandläden des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Kevelaer („KuK“) und Kleve („Flic-Flac“).

Wer ein sinnstiftendes freiwilliges Engagement sucht, findet in den niederrheinischen Städten Kleve und Kevelaer eine passende Möglichkeit.
„Wir sind immer auf der Suche nach neuen Mitmachenden. Wir haben ein tolles Team. Unsere Arbeit wird wertgeschätzt“, sagt Christel Dicks.

Nach ihrer Tätigkeit als Service-Mitarbeiterin bei einer Volksbank und ihrem Eintritt in den Ruhestand hat sie sich entschlossen, junge Familien zu unterstützen. Die Wahl fiel auf eine Mitarbeit im Kindersecondhandladen des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Kevelaer. Der Laden trägt die Bezeichnung „KuK“ und liegt nur wenige Schritte von der Gnadenkapelle des Marienwallfahrtsorts entfernt.

32 Frauen engagieren sich in diesem Secondhandladen, der seit mehr als 20 Jahren ein reiches Angebot von Baby-Ausstattung, Kinderkleidung, Spielsachen, Kinderwagen und Kinderbetten anbietet. Die Mitmachenden wechseln sich ab, um den Laden zu festen Öffnungszeiten an den Vor- und Nachmittagen offenzuhalten.

„Wir sind aktuell nur Frauen“, sagt Christel Dicks. Einige Männer helfen aber gern mit, wenn zum Beispiel schwerere Sachen wie Kinderbetten zu transportieren sind.

Auch der Kindersecondhandladen „Flic-Flac“ in Kleve bietet alles an, was kleinere Kinder und Babys benötigen. 23 Ehrenamtliche sind es dort, die in jeweils drei -Stunden-Schichten großzügige Öffnungszeiten ermöglichen.

„Wir geben alle Sachen zu sehr niedrigen Preisen ab, sodass insbesondere Menschen, die Schwierigkeiten haben, die Kinderausstattung zu finanzieren, sich hier gut ausstatten können“, erklärt Christel Dicks.

Das Konzept, gespendete und gut erhaltene Kleidung und Kinderzubehör nicht zu verschenken, sondern zu ausgesprochen günstigen Preisen anzubieten, habe sich bewährt. Wer das Angebot in Anspruch nehme, solle sich nicht als Bittsteller fühlen, denen Almosen gegeben werden, sondern als Kundinn und Kunde auf Augenhöhe.

„Alleinerziehende und Flüchtlingsfamilien zählen zu den größeren Kundengruppen“, sagt Jenny Wollmann. Die Kinderkrankenschwester hilft regelmäßig im Kevelaerer Laden mit.

Um sich etwa mit Ukrainerinnen verständigen zu können, haben die Engagierten eine Übersetzungshilfe mit den wichtigsten Wörtern der angebotenen Textilien und Sachen zur Hand. Die Secondhandläden dieser Art dienten dazu, die Würde der Familien zu respektieren und jungen Müttern zur Seite zu stehen, sagt Jenny Wollmann.

Mit den Einnahmen wird die Miete der Ladenlokale finanziert. Das sei wichtig, um das Unterstützungsangebot dauerhaft zu sichern. Die soziale Hilfe möglich machen die vielen Spenderinnen und Spender, die ihre Kleiderschränke und Kellerräume durchforsten und die Dinge kostenlos abgeben.
Die Teams der freiwillig Engagierten in Kleve und Kevelaer sortieren und waschen dann die Textilien.

Gelegentlich setzen sie sich auch an die Nähmaschine, um etwas auszubessern, wenn es sich lohnt. „Im Großen und Ganzen erhalten wir gut erhaltene Kleidung und Kindermöbel, brauchbare Kinderwagen und schönes Spielzeug“, sagt Christel Dicks.

Nur gelegentlich müsse die Annahme verweigert werden. Aber viele Familien am Niederrhein wüssten um die Kindersecondhandläden und gäben gern ihre nicht mehr benötigten Dinge. Das sei nachhaltig und sozial, betont die ehrenamtliche SkF-Mitarbeiterin.