Da kamen sie mir wieder entgegen: Mechel, die kleinen i-Dötzchen mit ihren großen, spitzen Schultüten. Begleitet von Mutter oder Vater traten sie den Schulweg an.

Ich konnte ihnen nicht ansehen, was bei den Kindern überwog: die Freude, dem Kindergartenalter entwachsen zu sein und jetzt zu den Großen zu gehören, oder aber die Angst vor dem Unbekannten, vor den neuen Erfahrungen.

Angst, dachte ich mir, brauchen die Schulanfänger wirklich nicht mehr zu haben. Die Zeiten, als der Lehrer noch mit seinem Riedstöckchen die kleinen Finger malträtierte, sind – Gott sei Dank – schon lange Vergangenheit.

Damals witzelte man noch über die Grabinschrift eines verstorbenen Lehrers: „Ein nimmermüdes Herz und eine nimmermüde Hand haben aufgehört zu schlagen.“ Meistens verbinden wir ja den Begriff „Schlag“ mit etwas Negativem. Dabei muss es sich ja nicht immer um den wortwörtlichen Schlag ins Gesicht handeln. Eine schlimme Nachricht kann einen treffen wie ein Schlag ins Kontor. Wenn etwas nicht gelingt, ist das ein Schlag ins Wasser. Der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes kann für einen ein schwerer Schicksalsschlag sein. Aber manchmal wird alles auch wieder…