Scala Jazz Band eröffnet Konzertreihe im Goldenen Apfel

Über ein gut besuchtes Haus konnte sich Inhaberin Jutta Pesch beim ersten der vier Konzerte der „Scala Jazz Band“ im Rahmen ihrer kleinen Jazzreihe im „Goldenen Apfel“ freuen. „Wie die Jungfrau zum Kinde“ sei das Ganze zu ihr gekommen, gestand sie zum Auftakt am Donnerstag, 19. Januar. Denn den Anstoß zu der Reihe mit der Scala Jazz Band hatte deren Pianist Wolfgang Czeranka geliefert, der am zweiten Adventssonntag mit einem Trio kurz mal in die Gaststätte musikalisch „reingeguckt“ hatte. „Da kam dann ganz spontan die Idee und er hat mich gefragt, ob sie hier nicht auftreten können“, erzählte Peil.
Der Wember Czeranka selbst zeigte sich nach dem ersten Stück des Abends „total baff, der Laden ist voll“ und für die Band freute er sich, „dass Jutta Pesch mitgezogen hat. Man trifft auch mal andere Leute – Musik ist ja auch soziales Happening.“
Um keine künstliche Konkurrenz zu erzeugen, bedurfte es der Abstimmung mit den Inhabern des „Goldenen Löwen“, die seit Jahrzehnten schon Angebote dieser Art in der Marienstadt machen. Von Irmgard Baers und ihren Mann sei aber das Signal gekommen, das aus privaten Gründen „erstmal ruhen zu lassen“, erläuterte Pesch. „Das war wie eine Fügung für mich“, freute sie sich darüber, dass diejenigen „Freunde, die Jazz mögen“, jetzt zu ihr kommen können. Entsprechend nutzten die Kevelaerer Jazzfans die Gelegenheit, sich von der Musik mitnehmen zu lassen.
Jan Wolfgang Menn, der mit seiner Frau und einigen Bewohnern von St. Marien aus um die Ecke gekommen war, erinnerte sich an die Zeiten, „wo es in der Nachbarschaft einen Jazzkeller gab“ und man nach Düsseldorf zum Musikhören gefahren sei.
„Ich höre Jazz gern, aber viel zu wenig. Deshalb bin ich hier“, lauschte der Leiter des Theaterchor Niederrhein, Tom Löwenthal, aufmerksam dem Sound der fünfköpfigen Combo. Und Gerry Flintrop und Britta Verhaag genossen im Sessel unmittelbar vor der Band die Musik. „Das ist wie zuhause im Wohnzimmer – eine schöne Stimmung“, waren sich beide einig.
Wolfgang Czeranka (Piano), Hanns Hübner (Kontrabass)  Dietmar Fest (Schlagzeug), Stefan Bur (Vibraphon) und der niederländische Saxofonist und Moderator Aart Gisolf hatten sich musikalisch im Weseler „Scala“-Kino zusammengetan – daher auch der Name.
Mit dynamischem Sound und starker Solo- und Rhythmusarbeit sorgten sie für einen musikalisch gehaltvollen Abend. Und sie boten einen guten Querschnitt des Jazz an – von Songs wie „Cataloupe Island“ von Herbie Hancock, swingigen Sonny-Rollins-Titeln wie „Sunny moon for two“, moderneren Nummern wie „Song for my father“ von Horace Silver bis zum Klassiker „Take 5“ von Dave Brubeck.
Dazu kamen noch nette Anekdoten von Gisolf über frühere Legenden wie Joe Zawinul oder Dexter Gordon – und die gesangliche „Veredelung“ der Musik durch die aus Dortmund stammende Daniela Rothenburg. Charmant und natürlich im Klang verlieh sie Songs wie „Heaven“, „My baby just cares for me“ oder dem „Ist sie nicht süß“ ihre eigene Note und bewies dabei ihre Scat-Qualitäten.
Die weiteren Termine sind am 9. Februar, 23. März und 27. April – und sowohl Jazzfans als auch Musiker sind herzlich eingeladen, an den Abenden vorbeizukommen und vielleicht auch mitzumachen.