Reparieren statt wegwerfen

Bereits im letzten Jahr hatte Nina Jordan auf ihrer Rundtour durch die einzelnen Ortschaften angekündigt, so etwas wie ein Reparaturcafé ins Leben zu rufen. Jetzt wurde der Gedanke Wirklichkeit. In der Öffentlichen Begegnungsstätte  stellte die Kevelaerer Klimamanagerin die Idee einer „ReparierBar“ vor.

Unterstützt wurde sie dabei von Volker Meisel, der als Tontechniker im Bühnenhaus und der ÖBS zahlreiche Veranstaltungen betreut. „Wir sind positiv erschlagen, dass so viele Interessenten gekommen sind“, freute sich Jordan über den Besuch von rund 40 Interessenten aus Kevelaer und Umgebung. Der große Zuspruch zeige, dass das Bewusstsein vorhanden sei, dass in Deutschland zu viel weggeworfen werde.

Eine Reparaturinitiative sei ein Verbund von Freiwilligen und Ehrenamtlern, die „ihr Fachwissen und ihre Zeit zur Verfügung stellen“, um nicht nur alte Elektrogeräte, sondern auch sowas wie Altkleider oder Spielzeuge wieder nutzbar zu machen.

Kein Dienstleister

Man verstehe diese Initiative nicht als Dienstleister oder Servicebetrieb, wo man Sachen abgäbe und käme eine Stunde später wieder, um sie abzuholen. Die „Reparatur“ solle mit den „Experten“ vor Ort zusammen stattfinden. „Wichtig ist die Hilfe zur Selbsthilfe,“ erklärte Jordan. Vor Ort solle es auch Verpflegung und Getränke geben, auch dafür seien Helfer gefragt.

Die Klimaschutzmanagerin hob ausdrücklich hervor, dass sie die Reparaturinitiative nicht als Konkurenz zum Einzelhandel verstanden wissen will.

Unterstützung bekam sie dabei von Franz-Josef Gilles von „Elektro Gilles“. Er stellte  klar: „Das ist für uns keine Konkurrenz, auch angesichts der Ausrichtung auf sozial Schwächere.“ Er bot sogar seine Hilfe hinsichtlich der Beschaffung von Zubehörteilen an.

Man müssse an die denken, die sich Neuwertiges nicht leisten können. „Kevelaer hat sehr viel Armut“, sagte die langjährige Schiedsfrau Liesel Borman. „Wir machen es für Leute, die es brauchen“, fügte Volker Meisel hinzu.

Bar statt Café

Man habe sich bewusst für den Begriff „Bar“, entschieden, weil mit der Benennung als „Café“ Vorgaben verbunden seien, „von denen man frei sein wolle“, sagte Jordan.

Man habe auch schon zwei mögliche Räumlichkeiten dafür ausgemacht. Eine Möglichkeit wäre der Mittagstreff am Schulzentrum mit Aufenthaltsraum, Werkstatt und Küche. Jugenliche vor Ort würden sich vielleicht in das Projekt mit einbinden lassen. Die andere Alternative könnte im Hotel „Zu den Goldenen und Silbernen Schlüsseln“ am Kapellenplatz sein.

Hinsichtlich einer möglichen Haftung gebe es zwei Optionen: die Gründung eines Vereins oder den Anschluss an den Dachverband der Reparatur-Café-Iniativen. Man müsse aber die jeweiligen „Vor-und Nachteile“ noch prüfen.

Der Kauf von Ersatzteilen und Material sei nicht vorgesehen, „weil wir kein Geld haben.“ Das müsse dann über Spenden finanziert werden.

Im weiteren Verlauf der Debatte wurde noch über Versicherungsfragen, die Aufteilung der verschiedenen „Talentgruppen“ innerhalb der Initiative, die Häufigkeit des Angebots und einen möglichen Werkzeugpool aus dem Kreis der Aktiven diskutiert.

Am Ende verständigten sich die Anwesenden darauf, innerhalb der nächsten Wochen zu einem erneuten Treffen zusammenzukommen.