Rafael Sürgers – Mein Kevelaer

Unternehmer (50) aus Kevelaer

Was schätzen Sie an Kevelaer?

An Kevelaer schätze ich die großartige geographische Lage. Die Nähe zur Grenze mit den Niederlanden hat heute vor allem touristisch ihre Reize. Historisch hat Kevelaer das Hin und Her zwischen spanischen Niederlanden, Franzosen, Preußen und Deutschland gut getan.

Die Verwurzelung im oft belächelten Bindestrich-Land Nordrhein-Westfalen prägt Kevelaer heute. Die Vielfalt an Einflüssen, die zahlreiche Migranten im nahen Ruhrgebiet im Laufe der Jahrhunderte und bis heute hinterlassen haben, strahlt auch auf Kevelaer ab.

In Sachen Lebensqualität bietet Kevelaer viele Aspekte aus verschiedenen Welten. Ländliche Idylle mit den damit verbundenen naturnahen Freizeitmöglichkeiten und einer gesunden Lebensweise. Und doch die Urbanität der Städte an Rhein und Ruhr und den Niederlanden mit ihrer kulturellen Vielfalt in kurzer Distanz.

Für einen Tag Bürgermeister von Kevelaer. Welches Problem würden Sie als erstes in Angriff nehmen?

Als Bürgermeister für einen Tag würde ich mit Hauseigentümern und Geschäftsleuten der Innenstadt in einem Workshop über die Rückbesinnung auf die Einheit von Leben und Arbeiten im Zentrum diskutieren wollen.

Mit großer Sorge sehe ich Tendenzen der Verslumung in Innenstadtbereichen, die nur wenige Meter von den „Schmuckkästchen“ der Stadt entfernt sind. Es sollten Überlegungen angestellt werden, wie dem Trend zum Neubau am Rande der Stadt entgegengewirkt und die historische Bausubstanz des Stadtkerns für dem 21. Jahrhundert angemessene Wohn- und Arbeitsformen genutzt werden kann. Einzelne gute Beispiele, dass so etwas nicht unrealistisch ist, gibt es bereits.

Was sollte ein Besucher auf jeden Fall gesehen bzw. unternommen haben?

Viele kulturelle und historische Aspekte Kevelaers erlebt der Besucher Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte. Auch viele Kevelaerer sehen dieses Schatzkästchen viel zu selten von innen und könnten sicherlich noch Vieles dort entdecken.

Den Besuch der Kirchen und Kapellen muss man nicht extra empfehlen; wohl darauf hinweisen diesen nicht auf den Kapellenplatz zu beschränken. Die mir besonders am Herzen liegende St.-Antonius-Pfarrkirche ist mit ihrer interessanten Baugeschichte und der wiedererstandenen Dorfkirche sicherlich einen Abstecher ins Alt Derp wert.

Schließlich sollte der Besucher es nicht versäumen, eine Radtour über die grüne Grenze in die Niederlande zu unternehmen. Hierbei erlebt man auf besondere Weise der Reiz der offenen Landschaft und das Flair eines anderen Landes, das doch irgendwie zur Heimat gehört.

 

Mitmachen: Seit einem Jahr erfreut sich die Serie „Drei Fragen an…“ im KB großer Beliebtheit. Viele Mitbürger haben sich bereits geäußert. Auch die Leser können gerne ihre Meinung über ihre Stadt kundtun. Wir benötigten dazu kurze Angaben zur Person (Wohnort, Alter und Beruf) ein Porträtfoto und natürlich Antworten auf die oben stehenden Fragen. Das Ganze dann per mail an: redaktion@kevelaerer-blatt.de schicken.