Premiere als virtuelles Format

Vertreterversammlung der Volksbank an der Niers blickt auf solides Geschäftsjahr 2019 zurück

Vorstandsmitglieder Johannes Janhsen (links) und Wilfried Bosch sowie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Konrad Pieper (rechts) auf der ersten virtuellen Vertreterversammlung der Volksbank an der Niers. Foto: VB an der Niers

Erstmals in der Geschichte der Volksbank an der Niers fand die Vertreterversammlung in virtueller Form statt, mit anschließender schriftlicher Beschlussfassung. Dabei blickte die Bank gemeinsam mit ihren Vertreterinnen und Vertretern auf ein solides Geschäftsjahr 2019 und ein bewegtes Jahr 2020 zurück.

Die Volksbank an der Niers ist ihren Mitgliedern verpflichtet und demokratisch organisiert. Auf der jährlichen Vertreterversammlung üben die gewählten Mitgliedervertreter ihr Mitbestimmungsrecht aus und informieren sich über Themen und Ergebnisse ihrer Bank. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die geplante Präsenzveranstaltung zunächst verschoben und letztlich in virtueller Form durchgeführt – eine Premiere in der langen Geschichte der Bank. Vorstand und Aufsichtsrat entschieden sich für ein zweistufiges Verfahren: Eine virtuelle Veranstaltung mit anschließender schriftlicher Beschlussfassung auf dem Postweg.

Knapp 140 registrierte Mitgliedervertreterinnen und -vertreter ließen sich auf die technische Premiere ein und folgten über einen Online-Zugang den Berichten von Aufsichtsrat und Vorstand, die live aus dem Sitzungsraum der Geschäftsstelle in Straelen sendeten. Die zugeschalteten Vertreterinnen und Vertreter hatten die Möglichkeit, via Chatfunktion ihr Rede-, Antrags- und Auskunftsrecht auszuüben. Für eventuelle technische Rückfragen stand ein telefonischer Support zur Verfügung.

Das war für uns eine absolute Premiere, auch wenn wir natürlich durch Online-Meetings und ähnliches mit dem Medium vertraut sind“, so Vorstandsmitglied Wilfried Bosch. Im Mai war er mit seinem Vorstandskollegen Johannes Janhsen schon einmal für die Vertreterschaft vor die Kamera getreten, um via Videobotschaft über aktuelle Bankthemen zu berichten.

Denn auch die Regionaltagungen im Frühjahr mussten coronabedingt ausfallen. Die Veranstaltungsreihe mit Marktplatz-Konzept geht normalerweise der Vertreterversammlung voraus und dient dem Austausch mit den Vertretern über die Entwicklungen in der Bank. „Es ist uns ein großes Anliegen, unsere Mitgliedervertreterinnen und -vertreter auch in herausfordernden Zeiten wie diesen umfassend zu informieren“, so Bosch.

Die Zukunft: persönlich und digital

Passend zum digitalen Format der Versammlung resümierte Bosch in seiner Rede die Einrichtung der DigitalFiliale im Frühjahr. Die virtuelle Filiale ist eine „echte“ Geschäftsstelle, besetzt mit erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volksbank an der Niers. Bosch führte aus: „Der Start Mitte März war eine Punktlandung, da auch unsere Geschäftsstellen vor Ort vorübergehend geschlossen waren. Aktuell erreichen uns bis zu 700 Anrufe pro Tag, die Beratung bleibt persönlich und individuell.“

Aus dem genossenschaftlichen Förderauftrag der Bank resultiere eine gesellschaftliche und unternehmerische Verantwortung, die digitale Entwicklung in den eigenen Prozessen voranzutreiben. So werden momentan Vorteile und Möglichkeiten der Videoberatung geprüft. Gleichzeitig betonte Bosch die Relevanz des persönlichen Austausches in den Filialen vor Ort: „Das Vertrauen entsteht hier – im persönlichen Kontakt.“

Rückblick auf ein solides Geschäftsjahr

Auch angesichts eines herausfordernden Marktumfeldes zeigt sich die Ertragslage der Bank stabil. Die Bilanzsumme wuchs in 2019 gegenüber dem Vorjahr um 5,1 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Die geschäftliche Entwicklung in 2019 war von einer Ausweitung des Kreditgeschäfts und der Kundeneinlagen geprägt. Im Bereich des Kreditgeschäfts ließ sich ein Wachstum von 3,7 Prozent (auf über 1,8 Milliarden Euro) festhalten.

Engpässe gab und gibt es dabei nicht, Kundenwünsche konnten und können weiterhin zufriedenstellend erfüllt werden. Eine besondere Herausforderung für die Bank stellt das überdurchschnittliche Wachstum der Kundeneinlagen dar. Zum Bilanzstichtag war hier ein Anstieg um 8,4 Prozent auf fast 2 Milliarden Euro zu verzeichnen. Die Bank zeigte sich insgesamt zufrieden mit den Zahlen. „Wir blicken auf ein gutes Geschäftsjahr 2019 zurück und wir sehen eine positive Ertragsperspektive in der Mehrjahresplanung“, fasste Bosch zusammen. Daher wurde die Auszahlung einer Dividende von vier Prozent für das Geschäftsjahr 2019 an die Mitglieder vorgeschlagen.

Auch der kurze Ausblick ins Geschäftsjahr 2020 fiel zuversichtlich aus, so konnten die Folgen des Shutdowns im Frühjahr bereits weitestgehend aufgeholt werden. Seinen Rückblick rundete Wilfried Bosch mit einem Dankeschön an die Mitarbeiterschaft der Volksbank an der Niers ab, deren Einsatz maßgeblich zu den soliden Ergebnissen beigetragen hat. Auch bedankte er sich bei den über 51.000 Mitgliedern: „Das ist doch eine starke Gemeinschaft.“

Nachgelagerte Beschlussfassung und Aufsichtsratswahl

Die Vertreterversammlung wurde erstmals vom stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Konrad Pieper geleitet und war somit sogar in zweierlei Hinsicht eine Premiere. Pieper scheidet nach 34 Jahren aufgrund des Erreichens der Altersgrenze aus dem Gremium aus. „Du hast dich immer mit gesundem Menschenverstand, herausragender Sachkenntnis und sehr intensiv für die gemeinsamen Ziele unserer Bank eingesetzt“, so Vorstandsmitglied Johannes Janhsen, der sich bei Pieper für die erfolgreiche Zusammenarbeit bedankte und ihm alles Gute für die Zukunft wünschte. Für die Neuwahl in den Aufsichtsrat wurde Michael Klemm aus Geldern vorgeschlagen, für die Wiederwahl ins Gremium Andrea Scheddin aus Goch. Die Wahl sowie die Beschlussfassung durch alle Vertreterinnen und Vertreter wird in schriftlicher Form im Nachgang der Veranstaltung stattfinden.

Unsere erste virtuelle Vertreterversammlung ist auf reges Interesse gestoßen“, resümiert Vorstandsmitglied Wilfried Bosch den Abend, „den persönlichen Austausch ersetzt sie allerdings nicht. Daher hoffen wir, dass wir die gewählten Vertreterinnen und Vertreter im nächsten Jahr wieder zu einer Präsenzveranstaltung einladen können.“