Kevelaerer Blatt
  • Link zu Facebook
  • Link zu Instagram
  • Link zu Youtube
  • Link zu Mail
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Home
  • Geschenke
  • Orte
    • Kevelaer
    • Winnekendonk
    • Wetten
    • Twisteden
    • Kervenheim
    • Achterhoek
    • Kervendonk
  • Termine
  • Themen
    • Politik
    • Kultur
    • Wirtschaft
    • Kirche
    • Sport
    • Leben
    • Lesermeinung
  • KBplus
  • E-Paper lesen
  • Mediathek
    • YouTube Channel
    • Fotogalerien
  • mehr …
    • Kävels Platt
    • Kevelaer Fans
    • CiTY Touren
      • Service Einrichtungen in Kevelaer
      • Stadtführung Wetten
      • Stadtführung Winnekendonk
      • Stadtführung Twisteden & KleinKevelaer
      • Stadtführung Kevelaer
  • Über uns
    • Kontakt
    • Geschichte
    • Verkaufsstellen
    • Team
    • Impressum
  • Abo
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Platt à la carte im „Kävelse Lüj“

18. Juni 2020/in Kevelaer, Premium/von Alexander Florie-Albrecht

Gastgeber Thomas Molderings genoss den Vortrag des Rezitators Wilfried Renard, ehe er sich nach der Begrüßung wieder um das leibliche Wohl der Gäste im Nebenraum kümmerte. Als Inhaber des „Kävelse Lüj“ freute er sich sehr darüber, dass die plattdeutsche Lesung mit dem stadtbekannten Wilfried Renard tatsächlich zustandegekommen war. „Das wäre vor zwei Wochen so vielleicht noch nicht möglich gwesen, aber ich habe daran festgehalten.“ Schade war lediglich, dass nur eine Handvoll Zuhörer das 75-minütige Eintauchen in die besondere Sprachwelt der beiden Kevelaerer Heimatdichter Jupp Tenhaef und Theodor Bergmann verfolgten.

Dafür befanden sich mit Theo Janßen und dem Großneffen von Theodor Bergmanns Frau, Heinrich Baumanns, zwei ausgewiesene Sprachexperten unter den Zuhörern, die die Zeit zwischen den Texten spontan mit plattdeutschen Plaudereien überbrückten. „Die Schwester meiner Oma war Lehrerin, hat den Bergmann geheiratet. Die war auch gebildet und stellte was dar. Ich war damals noch klein, habe sie nur in Erinnerung, so wie ich sie sah“, erzählte Heinrich Baumanns und gab freimütig zu, „dass das einen berührt, wenn man das hier hört und dann darüber nachdenkt.“

„Der Theodor Bergmann ist wahrscheinlich von den beiden der Gebildetere, auch Politiker, hat hier die CDU mit begründet. Das merkt man an der Sprache“, beschrieb Renard die Unterschiede beider Dichter. „Bergmanns Sprache ist noch tiefer ausgeformt. Er arbeitet sozusagen mit dem Florett. Und Jupp Tenhaef ist der, der den Leuten noch mehr auf das Maul schaut, der direkter und einfacher ist, aber dann auch geraderaus sagt, was er denkt. Der hat das sicher nicht so leicht gehabt wie der Bergmann, ist mein Gefühl.“

Quasi spontan trug Renard „auf Zuruf“ eines der 40 Gedichte vor, das sich die Anwesenden von den neben ihm aufgestellten „Carte“-Wandtafeln – mit Tenhaef zur Linken und Bergmann zur Rechten – aussuchen konnten. Und so entwickelte sich eine entspannt-unterhaltsame Rezitation philosophischer, nachdenklicher, humorvoller und alltagsbeschreibender Texte in einer Sprache, die heute nicht mehr ganz so viele, aber noch immer einige verstehen. So erzählte Renard mit seiner sparsam, aber überlegt eingesetzten Mimik und Gestik in Tenhaefs „Üt enne pott“ die Geschichte von „Hond“ und „Katt“, die sich um den Inhalt des Potts streiten, ehe sie feststellen: „Wat sinn wej dann toch Esels!“ Bergmanns Liebesgeschichte „Piche on Griche“ und seinem Glück, „dat sin lief Griche dor stond. On an den Prummenboom Appele bond.“

Er erzählte in Tenhaefs „Wülderej“ die Geschichte von „Wülder (=Maulwurf) Jann, wo die Menschen „gönne mej nit ens de Loch (=Luft)“ , erinnerte in „Kermes vor de Dör“ an die Zeit, als „Maj hiew ek op de Lukas drop met all Pet on Krachte.“ Und er gab am Ende eine „Gujje Roat“: „Nit alstevööl verwachte/Et besten es, me hält merr Moat, on drevvt nit soviel Stuss on Stoat/ on Wönß on met Gedachte.“

Neben so intelligent-humorvollen Texten wie „Jann well traue“ über den „döchtege Tömmermann“, der „en beggen döseg, en beggen domm“ mit zwei Frauen vermählt werden möchte („Ek häb se allebeij lief.“) und dem wunderbaren „Antöneke“ in der Schule, wo der Lehrer daran verzweifelt, dass er nicht eins und eins zusammenzählen kann, spiegelte er mit Bergmanns Texten auch Themen, die heute hochaktuell sind. So debattierte er das Thema „Europa“ im gleichnamigen Gedicht („Off dann van ons Jonges in kommenden Tit waell ens no dat Europa kömt?“) und beschrieb in „Ohme Pit“ die Grausamkeit des Menschen im Krieg – mit einer unfreiwilligen Anspielung auf die Unruhen in den USA heute. „Es alles verlore? – Helpt nimand nit? – Eck ersteck – Ohme Pit!“
Trotz der geringen Zuhörerschaft war Molderings von den besonderen literarischen Momenten sehr angetan. „Ich hoffe, dass ich Sie nochmal ansprechen darf, wenn wieder mehr geht und es noch etwas populärer gemacht worden ist. Ich würde das gerne fortsetzen“, wandte er sich danach mit einem persönlichen Dank an Renard, der sich einer weiteren Lesung nicht abgeneigt zeigte.

Schlagworte: Kultur, Plattdeutsch, Sprache
Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf WhatsApp
  • Teilen auf Pinterest
  • Teilen auf LinkedIn
  • Teilen auf Tumblr
  • Teilen auf Vk
  • Teilen auf Reddit
  • Per E-Mail teilen
https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2021/02/CMYK_IMG_5330.jpg 1575 2362 Alexander Florie-Albrecht https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2020/12/Logo-KB-1-1.png Alexander Florie-Albrecht2020-06-18 00:00:002021-03-08 11:23:08Platt à la carte im „Kävelse Lüj“
Das könnte Dich auch interessieren
Reiner Klang nach Generalreinigung in Kervenheim
Karl Timmermann. Foto: privat „Frieden ist ein Lächeln“
Besser anders als gar nicht
Kevelaerer Autor veröffentlicht drittes Porsche-Le-Mans-Buch
Petrus Kaerius, Burg und Stadt Geldern, gesehen von Süden, Arnheim 1613. Foto: Veranstalter Geschichten eines niederrheinischen Gewässers
1000 Stimmen für die Brüderlichkeit
Älterwerden mit Musik
Psycho-Kammerspiel

Individualsuche

Search Search

Das Neuste

  • Kiosk im Kevelaerer Bahnhof sucht Nachfolge 16. Juli 2026
  • Pressebegehung bei PAROOKAVILLE: Wenn Weeze zur Festivalstadt der Superlative wird 15. Juli 2026
  • Kevelaerer DJ Tomix feiert Parookaville-Debüt auf der Jukebus Bühne 15. Juli 2026
  • Mein Kind erklärt der Oma jetzt selbst, warum es keine Süßigkeiten mehr will. 14. Juli 2026
  • PAROOKAVILLE Festival vom 15. bis 20. Juli 2026 13. Juli 2026

Werbung

Zurück Zurück Zurück Weiter Weiter Weiter

Jetzt unterstützen!

Mit einer “KBplus-Mitgliedschaft” Premiumvorteile sichern und deine Heimatzeitung unterstützen.

Mehr Infos, hier klicken!

Der Busmann

  • Kronenberg26. Oktober 2025 - 12.00
  • Begriffe19. Oktober 2025 - 12.00
  • Reif12. Oktober 2025 - 12.00
  • Seid einig!5. Oktober 2025 - 12.00
  • Übergang28. September 2025 - 12.00

Hier wird “geblächt”

Bei unseren Servicepartnern können Sie das Kevelaerer Blatt druckfrisch erwerben:

    Verkaufsstellen

Kontakt

Leserservice
Telefon: 02832 – 4089 – 795
Telefax: 02832 – 4089 – 792
E-Mail: leserservice@kevelaerer-blatt.de

Redaktion
Telefon: 02832 – 4089 – 793
Telefax: 02832 – 4089 – 792
E-Mail: redaktion@kevelaerer-blatt.de

Anzeigen
Telefon: 02832 – 4089 – 987
Telefax: 02832 – 4089 – 792
E-Mail: anzeigen@kevelaerer-blatt.de

Buchhaltung
Telefon: 02832 – 4089 – 795
Telefax: 02832 – 4089 – 792
E-Mail: buchhaltung@kevelaerer-blatt.de

Schnellsuche

Ausbildung Beruf Blaulicht Corona Corona-Virus Corona Virus Covid-19 Der Busman Diebstahl Einbruch Familie Freizeit Fußball Gesundheit Karneval Kevelaer - deine Menschen Kinder Kirche Konzert KSV Kultur Kunst Leben Musik Pandemie Politik Polizei Porträt Schule Schützen Serie Spende Sport Sport; Fußball; Kreisliga A Stadt Theater Umwelt Unfall Verbrechen Verein Verkehr Volleyball Wallfahrt Weihnachten Wirtschaft

Über Uns

Kevelaerer Blatt – Heimatzeitung seit 1879 für Kevelaer, Winnekendonk, Wetten, Twisteden, Kervenheim, Kervendonk und Kleinkevelaer.

Kontakt: redaktion@kevelaerer-blatt.de
© Copyright - Kevelaerer Blatt
  • Impressum
  • AGB
  • Datenschutzerklärung
  • Kontakt
Link to: St. Marien und St. Antonius wollen stärker kooperieren Link to: St. Marien und St. Antonius wollen stärker kooperieren St. Marien und St. Antonius wollen stärker kooperieren Link to: Versuchter Einbruch in Pizzeria Link to: Versuchter Einbruch in Pizzeria Versuchter Einbruch in Pizzeria
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen