Robin ist das erste Mal in Kevelaer. Vormittags kurz vor 12 Uhr probt er für die Abendvorstellung, doch ist es wohl eher ein Einspielen an der gerade erneuerten und sanierten Seifert- Orgel in der St. Marienbasilika. Schon in vielen Ländern ist er gewesen, um dort zu spielen. Das Publikum in der Wallfahrtsstadt am Freitagabend ist ganz still. Den einzelnen Stücken lauschen sie ohne anschließenden Applaus.

Ein ganzes Orchester

„Orgel pur“ lautet der Titel der Veranstaltungsreihe, und doch meint man, ein ganzes Orchester zu hören in vielen einzelnen Facetten, mal ganz still und dann in voluminösen Tönen. Wenn man überhaupt etwas herausheben möchte bei einem durchgehend beeindruckenden Spiel des Musikers, fällt das Stück ‚Tierce en taille‘ von Francois Couperin auf. Der erste stürmische Applaus des Publikums mag das bestätigen.

Ein Kuckuck

Extra für das Konzert von Jean-Baptiste Robin angereist sind Niederländer aus Den Haag und Groningen. Sie zeigen sich begeistert, wie spontan der Musiker ist: „Er nimmt die Umgebung mit“, sagen sie und spielen damit auf den Vogel an, den Robin als Kuckuck bezeichnet, und ein Stück improvisiert, in dem man den Vogel rufen hört. „There is a bird“, sagt Robin und schaut zur Decke des Kirchenschiffs. „It‘s for him“, zeigt nach oben und fängt an zu spielen. Ein junger Mann staunt, dass der Organist auswendig die Re…