NuK fordert mehr Klimaschutz

Achterhoeker Verein enttäuscht von Vortrag der Klimaschutzmanagerin

Dr. Nina Jordan referierte vor Mitgliedern des NuK Achterhoek. Foto: HvL

Der zweite Klimaschutzvortrag mit Dr. Nina Jordan, seit Februar Klimaschutzmanagerin der Stadt Kevelaer, sorgte für reichlich Gesprächsstoff und hinterließ viele offene Fragen. Eins wurde an diesem Abend auf Gut Neuenhof in Twisteden, zu dem Mitglieder des NuK Vereins (Natur und Kultur im Achterhoek e.V.) eingeladen waren, allerdings ganz deutlich: Klimaschutz kann nicht ohne Umweltschutz gelingen.
Schon kurz nach Beginn des Vortrages, der Schritte zur Müllvermeidung, Einkaufsverhalten, Energieeinsparung, Urlaubsplanung und Vermeidung von CO2- Ausstoß aufzeigte, machten die Mitglieder des NuK deutlich, dass ihnen diese Maßnahmen hinlänglich bekannt seien. Ziemlich schnell formulierten die Naturschützer aus Achterhoek, dass sie von einer beauftragten Klimaschutzmanagerin mehr erwarten, ja, sogar fordern.
Die Anwesenden des Klimaschutzinformationsabends beschäftigen sich zum Teil beruflich, wie auch privat, schon seit Jahrzehnten mit dem Thema Umweltschutz, wissen also genau, wovon sie reden. Die etwa 15 Teilnehmer verkündeten ganz deutlich: „Es ist keineswegs mehr fünf „vor“ zwölf, sondern bereits fünf „nach“ zwölf!“ Von der Klimaschutzmanagerin erhofften sie sich spürbare Zeichen in Sachen Umweltschutz. Die Zeit des Redens müsse endlich vorbei sein. Zwar machte Dr. Nina Jordan in ihrem Vortrag deutlich, wie jeder einzelne – mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fahren, keine Erdbeeren im Winter essen, im Biomarkt statt im Supermarkt einkaufen – zum Klimaschutz beitragen kann. Diese Vorschläge jedoch, wie auch eine halbtägliche Wochen-Arbeitszeit von Frau Dr. Jordan für den Umwelt- und Naturschutz, reichte den Mitgliedern des Nuk-Vereins nicht aus.
Was nützen Elektroautos?
„Was nützen uns Elektroautos, wenn um uns herum Bienen und Insekten sterben?“, so die warnenden Worte aus den Zuschauerreihen. Jetzt sei die Zeit, um nachhaltige Projekte zu starten und auch zu fördern. „Der Slogan „Rettet die Bienen“ ist im Moment zwar hochaktuell, wir aber haben Bedenken, dass dieser genauso schnell wieder einschläft“, so die Sorge der Umweltengagierten.
Dass es aber bei Weitem nicht nur um Bienen-und Insektensterben geht, was zwangsläufig zu weiterem Artensterben führt und damit dramatische Auswirkungen für uns Menschen und die Umwelt zur Folge hat, wurde im Laufe des Abends immer deutlicher. So sei für jeden gefällten Baum zwar eine Ausgleichspflanzung vorgesehen, doch die reiche bei Weitem nicht mehr aus. „Es muss dringend, um den nachfolgenden Generationen, sprich Kindern und Enkelkindern eine Lebensqualität zu bieten, ein Zugewinn angepflanzt werden“, so der dringende Apell der Anwesenden.
Des Weiteren machten die Besucher des Klimavortrages auf den katastrophalen Umgang mit der Landwirtschaft aufmerksam. Bankette und Randstreifen würden von vielen Landwirten nicht beachtet, sondern mitgenutzt. Von einer regelrechten Vergewaltigung war sogar die Rede. Doch gerade die Erhaltung dieser wertvollen, meist zusammenhängenden Flächen sei wichtig, um ein Überleben von Pflanzen und Tieren zu sichern. Ein jahrelanger Versuch, auf die Landwirte einzuwirken, sei leider ohne Erfolg geblieben. Zwar könne man den Landwirten nicht vorschreiben, wie sie ihr Land zu bewirtschaften haben, dennoch: „Niemand darf sich an der Natur vergehen“, so die Anwesenden, die sich hier Unterstützung der Klimamanagerin erhoffen.
Diese wolle versuchen, sich darum zu kümmern. Die Zeit des Kuschelkurses in Sachen Umweltschutz scheint, zumindest für die Mitglieder des NuK, die sich zudem um den wertvollen Baumbestand auf dem Kapellenplatz sorgen, vorbei zu sein.
Zwar wollte Dr. Nina Jordan an diesem Abend keine falschen Hoffnungen wecken und auch nichts versprechen. Aber: „Ich möchte die Menschen mitnehmen auf die Reise zum Klimaschutz und versuchen, diesen mit dem Umweltschutz zu verbinden“, so die Klimamanagerin. Eines dürfte an diesem Abend aber ganz deutlich geworden sein: Klimaschutz kann nur mit Umwelt- und Naturschutz gelingen. Einen Beitrag dazu kann jeder einzelne Mitbürger unserer Stadt leisten, indem er statt Schotter und Betonwüste Blumen und Pflanzen leben lässt und damit der Natur und dem Klima eine Chance gibt.