Noch ’ne Bombe

Seit der Erfindung des Schwarzpulvers, mit dem „alles anfing“, hat es in der ganzen Welt aus allen Rohren und Geschützen geknallt, was das Zeug hielt.

Zu meiner Zeit war es mehr die sogenannte Artillerie, die diesen Lärm und die damit verbundenen Schäden an Leib, Leben und Material verursachten. Ich kann also – leider – von mir und meiner Zeit behaupten, dass ich mich mit meinen damaligen Mitmenschen bei Kanonendonner und ähnlichem Getöse bestens auskenne.

Daher zucke ich auch immer ein wenig zusammen, wenn ich wieder einmal höre und lese, dass ein solches gefährliches Ungetüm irgendwo gefunden wurde. Vor drei Jahren war es auf der Hüls im Westen Kevelaers; nun ist es nach etlichen weiteren Funden – gottlob nicht immer in Kevelaer und Umgebung – aber wieder einmal in unserer nächsten Umgebung gewesen.

Beim Auffinden so eines Kalibers staunt der Laie über das Gewicht des „Kawenzmannes“, bei dem oft von mehreren Hundert Kilo die Rede ist. Wenn ich rechne, dass eine Tonne = 20 Zentner = 1000 Kg Gewicht bedeuten, dann sind die an der Berendonk gefundenen 500 Kg eine halbe Tonne schwer, also 10 Zentner. Dank der guten Technikerarbeit des Kampfmittelräumdienstes ist uns wieder einmal ein heftiger Rumms erspart geblieben.

Wir können die Fragen nicht beantworten „Wann hört das alles mal auf, wann ist der letzte Blindgänger aus der Erde geborgen?“ Wir können nur einerseits dankbar sein, dass es heutzutage eine solche Truppe gibt mit beherzten Männern, die zwar ihr Handwerk gelernt haben, aber dennoch mit hohem Risiko zu Werke gehen müssen.

Und andererseits erleichtern wir als Bevölkerung diesen Leuten ihren gefährlichen Job, indem wir deren Anordnungen strikt befolgen, die letztlich der Sicherheit aller dienen. Diese Anordnungen erreichen uns z.B. per Lautsprecherdurchsagen von Polizei und Feuerwehr, Sirenen warnen uns, auch die Stadt tut ihr Möglichstes, die Bürger zu warnen und zu informieren.

Der nächste oder übernächste Bagger wird wieder auf so einen Fund treffen, egal ob in Posemuckel oder in Kevelaer und Umgebung. Und es wird bei der Entschärfung wieder gut gehen – hoffentlich. Und auch der abgedruckte Lageplan als Information seitens der Stadt wird noch verständlicher – hoffentlich.

Mechel fand sogar was Positives an der Sache: „Dij Teiknung, wor se dat Deng gefonde hebbe, was dese Kehr en begge bäter, fond ek, mar sej soag ömmer noch ütt naes en Schnittmuster. Äwel nauw koop ek mej äges sön Papier foer Hendricks kaseije Söck te breije.“

Euer Hendrick